DD280687A1 - Mittel zur beschleunigung des pflanzenwachstums - Google Patents

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DD280687A1
DD280687A1 DD25567583A DD25567583A DD280687A1 DD 280687 A1 DD280687 A1 DD 280687A1 DD 25567583 A DD25567583 A DD 25567583A DD 25567583 A DD25567583 A DD 25567583A DD 280687 A1 DD280687 A1 DD 280687A1
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DD25567583A
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Ulrich Burth
Wolfgang Weuffen
Rainer Mueller
Werner Tirschmann
Harald Below
Axel Kramer
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Adlw Inst F Pflanzenschutzfors
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Abstract

Die Erfindung betrifft Mittel zur Beschleunigung des Pflanzenwachstums, die Thiocyanate als Wirkstoffe enthalten sowie ihre Anwendung zur Beschleunigung des Wachstums im Bereich der Wurzel, des Sprosses, der Blueten, Blaetter, Fruechte und Samen landwirtschaftlicher und gaertnerischer Kulturpflanzen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft Mittel auf der Basis bekannter Thiocyanate sowie ihre Anwendung zur Beschleunigung des Wachstums im Bereich der V/urzel, der Blüten, Blätter, Früchte und Samen landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Mit dem Einsatz von Düngemitteln wird in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen eine Wachstumsbeschleunigung und Ertragserhöhung orreicht. Durch diese Düngemaßnahmen werden den Pflanzen vorrangig über den Boden gezielt Düngemittel zugeführt, die zu mehr oder weniger großem Umfang genutzt werden. Ein Nachteil liegt außerdem in den relativ hohen erforderlichen Aufwendungen.
Es ist ferner bekannt, daß nach Einsatz natürlicher Pflanzenwuchsstoffe (Auxine, Gibberilline und Cytokinine), die z.T. synthetisierbar sind, eine Förderung des Pflanzenwachstums erreicht wird. Gegen eine Breitenanwendung sprechen neben hohen Herstellungskosten Probleme bei der Anwendung, die sich in phytotoxischen Effekten bzw. negativen Hrtragsbeeinflussungen äußern. Derartige Verfahren haben bisher nur in Ausnahmefällen Eingang in die landwirtschaftliche und gärtnerische Praxis gefunden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neue wirksame Mittel zur Beschleunigung des Wachstums von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturpflanzen zu entwickeln. Diese Verbindungen sollen billig, verfügbar und damit für eine breite Anwendung in der Praxis geaignetsein.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugiunde, neue wirksame Mittel ?ur Beschleunigung des Wachs'.ums von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturpflanzen, die bei Verwendung einfacher chemischer Substanzen und bei minimaler Phytotoxizität eine Beschleunigung des Wachstums bzw. eine Erhöhung der Er'räpq bewirker·, zu entwickeln.
Es wurde überraschenderweise gefunden, daß zur Beschleunigung des Wachstums von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturpflanzen chemische Mittel verwendet worden können, die Thiocyanate, vorzugsweise dissoziierende Thiocyanate wie Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze, einzeln oder in Kombination enthalten. Mit den erfiridurigsgemäßen Mitteln wird die Beschleunigung des Wachstums von Kulturpflanzen nach Boden- oder nach Pflanzenbehandlung mit Wirkstoffaiifwendungen von 0,1 bis 50kg/ha erreicht. Zur Behandlung von Saatgut kommen 0,1 bis 500g Wirkstoff/100kg Saatgut zur Anwendung. Die Anwendung der erfindungsgemäßen Mittel bewirkt die Bischleunigung desPflanzenwarhstums im Bereich der Wurzel, des Sprosses und der Blüte in Form einer Starterfunktion. Dieser positive Effekt auf das Pflanzenwachstum äußert sich in einer Ertragserhöhung.
Zur Erzielung eines für die Praxis vorteilhaften Effektes ist eino Formulierung der Wirkstoffe allein oder in Kombination notwendig. Die erfindungsgemäßen Mittel enthalten zwischen 0,1 und 98Gew.-% den Wirkstoff bzw. die Wirkstoffkombination neben den üblichen Träger- und Zusatzstoffen. Den erfindungsgemäßen Mitteln können weiterhin Zusätze von Insektiziden, Bakteriziden, Viriziden. Mineralstoffen, Fungiziden, Spurenelementen sowie Mittel zur Steuerung biologischer Prozesse beigemischt werden, durch die ihr Verwendungszweck zur Pflanzenhygiene und Pflanzet.pflege erweitert wird. Die Applikation der erfindungsgemäßen Mittel auf den pflanzlichen Sproß oder zur Behandlung von landwirtschaftlichem oder gärtnerischem Saatgut sowie zur Bodenbehandlung kann mit einer Vielzahl von Techniken erfolgen, wobei zur kontinuierlichen Versorgung der Kulturpflanzen während ihrer Vegetationszeit nine Anwendung in Form von Granulaten, Mikrogranulaten und Mikrokapseln besonders effektiv ist. Speziell zur Saatgutbehandlung können die erfindungsgemäüen Mittel zur Pillierung bzw. beim Fluid- Drilling sowie auf saatguttragenden Bändern eingesetzt werden.
-2- 280 Ausführungsbolspiele
Es wurde festgestellt, daß verschiedene Formulierungstypen (Spritzpulver, Stäube, Lösungen, Suspensionen, Emulsionskoa'entrate, Granulate, Mikrokapseln usw.) zur Anwendung kommen können und den vorteilhaften hffekt ergeben. Diese Formulierungen enthalten je nach Typ ein oder mehrere Thiocyanate in Kombination mit einem oder mehreren inerten Trägern (z.B. Koalin, Glimmer, Bentonit, Sepiolit, Diatomeenerdo, synthetische Kieselsäure usw.), Netz-, Dispergier- oder Emulgiermittel (z.B. Ligninsulfonate, Dinaphthalmethan-di-sulfonate, Polyvinylsulfonate, Alkylsuccinate, Natriumsulfit, Alkylbenzoisulfate, Alkylphenylpolyglycolether usw.), Haftmittel (z. B. Polyvinylalkohole, pflanzliche und tierische Wachse, Aloumine, Dextrine, Gummiarabicum, natürliche und synthetische Harze usw.), Lösungsmittel (z.B. DMSO, DMS, HMPT, Triazetin, Propvlenglycol usw.), Öle (mineralische und Triglyceride) und bei Bedarf Antiballungsmittel. Speziell für die Herstellung von Spritzpulvern oder Stäuben können Mahlhilfsmittel neben λ ideren inerten Trägern notwendig sein, wobei dann Substanzen wie Kreidepulver, Quarzmehl, Tonerden, natürliche Silikate oder Salze wie Natriumsulfat, Natriumcarbonat, Natriumphosphate, Natriun'thiosulfat und Natriumcarbonat zur Anwendung kommen.
Be'splel 1 bis 12 E.-.indungsgemäße Mittel haben folgende Zusammensetzung:
Mittol I
60Gew.-% Natriumthiocyanat 36Gew.-% Kaolin 1 Gew.-% Metaupon 3Gew.-% Sulfitablaugepulver
Mittel Il
60Gew.-% Kaliumthiocyanat 36Gew.-% Kaolin 1 Gew.-% Metaupon 3 Gew.-% Sulfitabliugepulver
Mittel III
60Gew.-% Ammoniumthiocyanat 36Gew.-% Kaolin 1 Gow.-% Metaupon 3 Gew.-7c Sulfitablaugepulver
Mittel IV
10Gew.-% Natriumthiocyanat 86Gew.-% Wasser 3 Gew.-% Dextrin 1 Gew.-% ethoxylierter Alkylphenylpolyglycolether
Mittel V
10Gaw.-% Kaliumthiocyanat 86Gew.-% Wasser 3 Gew.-% Dextrin 1 Gew.-% ethoxylierter Alkylphenylpolyglycolether
Mittel Vl
10 Gew.-% Ammoni umthiocyanat 86 Gew.-% Wasser 3 Gew.-% Dextrin 1 Gew.-% ethoxylierter Alkylphenylpolyglycolether
Anwendungsbeispiele erfindungsgemäßer Mittel an ausgewählten Kulturpflanzen
Beispiel 7: Einsatz des erfindungsgemäRen Mittels Il Zur Durchführung wurde das erfindungsgemäße Mittel Il eine Woche vor dor Aussaat eier Erbsen mit einer Aufwandmenge von 3g/m2 in den Erdboden eingebracht.
Nach Versuchsabschluß erfolgte eine Ertragsermittlung durch Bestimmung des Hülsen- und Erbsengewichtes.
Aus der Tabelle 1 ist zu entnehmen, daß durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Mittels Il eine deutliche Ertragssteigerung erreich! wird.
Tabelle 1: Ergebnisse des Einsatzes des erfindungsgemäßen Mittels Il an Erbsen nach Bodenbehandlung
Variante Hülsengewicht (%) Erbsengewir.ht(%)
unbeh. Kontrolle 100
Mittelll 114
Beispiel 8: Einsatz der erfindungsgemäßen Mittel IV, V und Vl zur Saatgutbehandlung an Weizen Zur Versuchsdurchführung wurden Weizenkörner mit dsn erfindungsgemäßen Mitteln IV, V und Vl, bezogen auf 10g Wirkstoff/ 100kg Saatgut, behandelt. Die behandelten Weizenkömer wurden ausgesät und die Keimungsgeschwindigkeit sowie das Wurzelwachstum untersucht.
Die Versuchsergebnisse zeigen deutlich, daß mit den erfindungsgemäßen Mitteln sowohl die Keimung als auch das Wurzelwachstum und die Seitenwurzelbildung erheblich gefördert wurden (Tabelle 2).
Tabelle 2: Ergebnisse des Einsatzes erfindungsgemäßer Mittel (IV, V, Vl) nach Saatgutbehandlung an Weizen bezüglich der Keimung und des Wurzelwachstums
Variante Keimung" Wurzelwachstum21
unbeh. Kontrolle + + Mittel IV Mittel V Mittel Vl
Legende: 1 + = normale Keimung
+ + = beschleunigte Keimung
+ + + = starkbeschleunigte Keimung.
2 + = normale Wurzelbildung
+ + = beschleunigtes Wurzelwachstum
+ + + = zusätzliche Seitenwurzelbildung.
Beispiel 9: Einsatz des erfindungsgemäßen Mittels III an Bohnen
Zur Versuchsdurchführung wurde das erfindungsgemäße Mitte! Ill in wäßriger Lösung eine Woche vor der Aussaat der Bohnen mit einer Wirkstoffaufwandmenge von 3g/mJ in den Erdboden eingebracht.
Nach Versuchsabschluß erfolgte eine Ertragsermittlung durch Bestimmung der Anzahl geernteter Bohnen ur.d des Erntegewichts.
In Tabelle 3 sind die relativen Ertragszahlen dargestellt. Aus der Tabelle 3 ist zu entnehmen, daß durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Mittels III der Ertrag erheblich gesteigert wurde. Außerdem konnte die Ernte der behandelten Variante zeitiger abgeschlossen werden.
Tabelle 3: Ergebnisse des Einsatzes des erfindungsgemäßen Mittels III an Bohnen nach Bodenbehandlung
Variante Anzahl der Bohnen (%) Ertrag (%)
unbeh. Kontrolle 100 100
Mittel III 118 134
Beispiel 10: Einsatz des erfindungsgemäßen Mittels Il zur Ertragssteigerung bei Möhren Auf lehmigem, ungedüngtem Sandboden wurden je 1,15g Möhrensamen/m2 ausgesät. Daserfindungsgsmäße Mittel Ii bzw zur Kontrolle Kaliumcarbonat (K2CO), Kaliumäquivalant) wurden in zwei Dosierungen in je 5I Wasser gelöst und auf fünf Einzolgaben verteilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen direkt vor der Aussaat und danach dreimal in 14d Abstand auf den Boden ausgebracht.
Nach einer anfänglichen Lntwicklupgsverzögerung bei Applikation des erfindungsgemäßen Mittels Il kam es nach dem 74.Tag zu einer besseren Entwicklung, so daß zum Erntezeitpunkt eine deutliche Ertragssteigerung feststellbar war (Tabelle 4).
Tabelle 4: Ergebnisse des Einsatzes des erfindungsgemäßen Mittels il an Möhren nach Bodenbehandlung
Variante Versuch Dosierung" Ern'.ergebnis Anzahl
g/m2) Masse (g) 93
Mittel Il A21 1 5740 188
B 5 9300 136
K2CO, A21 1,4 5 590 287
B 7 8100
Legende: 1 bezogen auf Wirkstoff.
2 Versuch Al jähr vor Versuch B.
Beispiel 1 j: Einsatz des erfindungsgemäßen Mittels Il zur Ertragssteigerung bei Kohlrabi Zwei Tage nach dem Umsetzen von Kohlrabi aus dem Frühbeet auf lehmigDm, ungedüngtem Sandboden wurden die Kohlrabipflanzen mit dem erfindungsgemäßen Mittel Ii bzw. K2CO3 ausgebracht und in einer Versiichsanordnung mit Wasser nachgespült.
Durch die Applikation des erfindungsgemäßen Mittels Il auf die grüne Pflanze wurde ein üppigeres Wachstum und eine Ertragssteigerung erreicht. Zugleich war der Anteil gerissener und mit Fäulnis behafteter Kohlrabi geringer (Tabelle 5).
Dosierung" Ernteergebnis An ; Il bei Kohlrabi gerissener -4- 280 687
(g/m2) Masse zahl Kohlrabi
(g) 10 K Fäulnis
1 1820 1 befall
Tabelle 5: Ergebnisse des Einsatzes des erfindungsgemäßen Mittels 11 -
Var.dnte 1,4 1065 18 5 -
1 1770 - 2
18 4 2
Mitteln 1 865 4 -
(A," 7
K2CO3(A) 18 -
Mittel Il 1,4 530 1
(B) 10
Mitteln -
(Bl
Nachspülen
K2CO3(B)
Legende: K - Anzahl Kümmerpflanzan (sind nicht im Ernteergebnis enthalten).
1 bezogen auf Wirkstoff.
2 Versuch Al Jahr vor Versuch.
Beispiel 12: Einsatz des erfindungsgemäßen Mittels Il zur Förderung des Wachstums vor Rasen Auf einer 10 Jahre alten, seit 5 Jahren ungedüngt6n Rasenfläche wurde das erfindungsgemäße Mittel Il bzw, K]CO3 fünfmal jevveils nach dem Schnitt des Rasens in vierzehntägigem Abstand ausgebracht. Der mit dem erfindungsgemäßen Mittel Il behandelte Rasen unterschied sich durch ein kräftigeres sattes Grün von der K2C03-Kontrolle. Das während der gesamten Zeitdauer erkennbare Gedeihen des Rasens konnte durch Wägung der Grasmenge bei den letzter, beiden Schnitten objektiviert werdon (Tabelle 6).
Tabelle 6: Ergebnisse des Einsatzes des erfindungsgemäßen Mittels Ii bei Rasen
Variante Dosierung1' Masse (g) des Rasenschnittes
(g/m?) Ende September Ende Oktober
Mitte'.ll 1 450 400
K2CO3 1,4 400 270
Legende: 1 bezogen auf Wirkstoff.

Claims (3)

1. Mittel zur Beschleunigung des Pflanzenwachstums, dadurch gekennzeichnet, daß sie neben üblichen Träger- und Zusatzstoffen als Wirkstoffe Thiocyanate, vorzug weise dissoziierende Thiocyanate, einzeln oder in Kombination enthalten.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vorrangig Natrium·, Kalium-und Ammoniumthiocyanüt zur Anwendung kommen.
3. Mittel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Boden- und Sproßbehandhmg Wirkstoffaufwandmengen von 0,1 bis 50kg/ha sowie zur Behandlung von Saatgut 0.1 bis 500g Wirkstoff/100 kg Saatgut zur Anwendung kommen.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2015131072A1 (en) * 2014-02-28 2015-09-03 Drexel Chemical Company Compositions and methods for improving seed quality

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2015131072A1 (en) * 2014-02-28 2015-09-03 Drexel Chemical Company Compositions and methods for improving seed quality
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