DD281091A7 - Verfahren zur herstellung eines regulaeren, linearen, thermotropen, vernetzbaren polyesteramids mit mesogenen einheiten und flexiblen spacern in der polymerhauptkette - Google Patents

Verfahren zur herstellung eines regulaeren, linearen, thermotropen, vernetzbaren polyesteramids mit mesogenen einheiten und flexiblen spacern in der polymerhauptkette Download PDF

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DD281091A7 DD31704388A DD31704388A DD281091A7 DD 281091 A7 DD281091 A7 DD 281091A7 DD 31704388 A DD31704388 A DD 31704388A DD 31704388 A DD31704388 A DD 31704388A DD 281091 A7 DD281091 A7 DD 281091A7
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dicarboxylic acid
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Manfred Raetzsch
Karin Grasshoff
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Akad Wissenschaften Ddr
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines regulaeren, thermotropen, vernetzbaren Polyesteramides mit mesogenen Einheiten und flexiblen Spacern in der Polymerhauptkette, welcher durch Hochtemperaturloesungskondensation erhalten wird. Dabei wird ein komplexes Dicarbonsaeurechlorid mit einer als Oligomer vorliegenden ungesaettigten Dihydroxykomponente polykondensiert. Es werden Polyesteramide erhalten, die nach ihrer Verarbeitung durch Vernetzung unschmelzbar werden und dabei ihre vorteilhaften fluessigkristallinen Eigenschaften behalten. Diese Polyesteramide sind Spezialwerkstoffe mit hoher Festigkeit und Waermebestaendigkeit bei einfacher Verarbeitbarkeit.{Polyesteramide; Dicarbonsaeurechlorid; Dihydroxykomponente; Spezialwerkstoff, fluessigkristallin; LCP}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines regulären, linearen, thermotropen, vernetzbaren Polyesteramides mit mosogenen Einheiten und flexiblen Spacern in der Polymerhauptkette, welches durch Hochtemperaturliisungspolykondensation erhalten wird. Die Anwendung der Erfindung wird erwartet, wo Spezialwerkstoffe mit hoher Festigkeit und Wärmebeständigkeit bei einfacher Verarbeitbarkeit benötigt werden.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Es sind eine Vielzahl von linearen, thermotropen Polymeren bekannt. Es handelt sich dabei auch um Polyesteramide, die eine anisotrope Schmelze bilden und durch Verarbeitung aus dieser Schmelze zu Erzeugnissen mit besonders günstigen mechanischen Eigenschaften, wie hohe Festigkeiten und hohem Modul, führen (EP 63880, EP 67032, EP 81900, EP 7715, US-PS 4351917, US-PS 4272625). Die Formkörper, Folien und Fäden aus thermotropen Polymeren sind naturgemäß nur bis zu Temperaturen unterhalb ihres Polymerschmelzpunktes beständig. Deshalb wurde untersucht, flüssigkristalline Polyester nach der Verarbeitung unter Beibehaltung ihrer vorteilhaften Eigenschaften in ihrer Gestalt fixieren zu können, d. h. entweder den Schmelzpunkt drastisch zu erhöhen oder die Polymere unschmelzbar zu machen.
Ein bekanntes Verfahren ist die nachträgliche Temperung des verarbeiteten Polymeren bei Temperaturen kurz unter dem Schmelzpunkt für mehrere Stunden, was zu einer Molmassenerhöhung und damit auch zu höheren Schmelzpunkten führt (US-PS 4066620,4473682,4499259,4500699).
r:ine andere Möglichkeit ist die Fixierung der Polymere durch Vernetzung. Beschrieben wurden vollaromatische thermotrope Polyester, die nach der Formgebung durch Erhitzen in Sauerstoffatmosphäre oxydativ vernetzt wurden (US-PS 4224433). Von Nachteil sind dabei die gleichzeitig ablaufenden Abbaureaktionen am Polymer. In der US-PS 4350809 werden Polymere beschrieben, einschließlich Polyester, die anisotrope Schmelzen bilden und in der Polymerkette sogenannte „selbstvernetzende" Reaktanten besitzen. Das sind Monomerbausteine mit meist drei oder mehr reaktiven Hydroxyl-, Carboxyl-, Amino-, Isocyanat- oder Carbodimidgruppen oder Kombinationen davon. In US-PS 4417043 sind Polymere angeführt, die durch Additionspolymerisation monoethylenisch ungesättigter Monomere hergestellt werden und als Vernetzer Verbindungen mit zwei ethylenisch ungesättigten Gruppen, wie p-Divinylbenzen, Allylacrylat, Malein- oder Fumarsäurediallylester u. ä., enthalten. Dabei kann nur ein sehr kleiner Beitrag an Vernntzungsagenz eingesetzt werden (0,01 bis 5%), da die Polymere bereits bei der Herstellung vernetzen und höhere Beträge zu dnem nicht weiter verarbeitbaren Feststoff führen. Beschrieben werden weiterhin flüssigkristallire, vollaromatische Polymere mit Stilben oder Tolaneinheiten in der Polymerhauptkette (US-PS 4654412), die durch Elektronenacceptormonomere, wie Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Fumarsäure oder Itaccnsäure, vernetzt werden können. Nachteilig sind dabei die hohen Schmelz- und Verarbeitungstemperaturen sowie die hohe Schmelzviskosität bei vollaromatischen flüssigkristallinen Polyestern. Von weiterem Nachteil sind die langen Vernetzungszeiten bei hohen Temperaturen (20 Stunden) und die anschließend notwendige Temperung über mehrere Stunden.
In US-PS 4398019 werden flüssigkristalline Polyester und Polyesteramide mit Fumarsäureeinheiten in der Polymerhauptkette beschrieben. Weitere Bestandteile sind aliphatische Dicarbonsäuren, aromatischen Hydroxycarbonsäuren, Diphenole und p-Aminophenole.
Es handelt sich bei diesen Polyestern um statistisch aufgebaute Polymere mit unterschiedlichen Sequenzen. Diese Polymere sind für Vernetzungsreaktionen unter Erhalt der LC-Eigenschaften nicht geeignet, da die Steifigkeit bei Aufspaltung der C=C-Doppelbindung verlorengeht.
Verfahren zur Herstellung regulär aufgebauter LC-Polymere mit starren und flexiblen Einheiten in der Polymerhauptkette, die eine reaktionsfähige ungesättigte Gruppe in Form von Fumarsäure in der mesogenen Gruppe enthalten, sind aus Makromol. Chemie, Rapid Communication Vol.6 (1985), Heft 9, S. 601 bekannt. Der Nachteil dieses Polyesters besteht darin, daß eine Reaktion der C-C-Doppelbindung zur Einfachbindung, wie das bei Additionen oder Vernetzungen der Fall wäre, durch Destabilisierung der mesogenen Gruppe zum Verlust der flüssigkristallinen Eigenschaften führt (Vysokomol. Soedin. B24 (1987) 7, S. 504). Ebenfalls bekannt sind regulär aufgebaute flüssigkristalline Polyester mit langen, gesättigten, einheitlichen Spacern, wie 1,10 Oxydekan oder Oligooxypropylen, die einen für die Verarbeitung sehr günstigen, niedrigen Schmelzpunkt aufweisen, die jedoch wegen ihres niedrigen Schmelzpunktes nur eine eingeschränkte Anwendungsbreite aufweisen (Vysokomol. Soedin. A26[1984)12,S.2570).
Im bekannten Stand der Technik sind keine Mittel und Methoden angeführt, wie ein regulär aufgebautes, ungesättigtes, flüssigkristallines Polyesteramid mit genügend niedrigem Schmelzpunkt hergestellt werden kann, das unter Erhalt der l'üssigkristallinen Eigenschaften vernetzt werden kann.
Ziel der Erfindung
Es ist deshalb das Ziel der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung regulärer, linearer, thermotroper Polyesteramide mit genügend niedrigem Schmelzpunkt zu finden, die nach ihrer Verarbeitung durch Vernetzung unschmelzbar werden und dabei ihre vorteilhaften flüssigkristallinen Eigenschaften behalten.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, reguläre, lineare, thermotrope, vernetzbare Polyesteramide mit geeigneten Ausgangsstoffen herzustellen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Polyesteramide der allgemeinen Formel
Ar2Z-X2-Ar1J C-O-R1Io-C-CR2 = CH-C-O-R1Io.. q Om
durch die an sich bekannte Methode der Hochtemperaturlösungspolykondensation, ausgehend von einem komplexen Dicarbonsäurechlorid der allgemeinen Struktur
0 0
ti . χ Ί
Cl - C I
j Ar2 ^ X2 - ZiT1 +
C - Cl
hergestellt werden, v/obei
und Ar,
xl
mit Y = H, F, Cl, CN, CnH2n +,, OCnH2n ♦ i. Phenyl, η = 1 bis 4 sein kann und für X, = NHCOX2 = CONH sein muß und fürX, = CONH X2 = NHCO sein muß und q 1 oder 2 sein kann und die Dihydroxykomponente, die eine oder mehrere ungesättigte Gruppen für die Herstellung eines regulären, linearen, thermotropen, vernetzbaren Polyesteramides enthält, in Form eines Oligomeren der allgemeinen Formel
HO-R
0 - C - CR* = CH - C
- 0 - R1 J
OH
(III)
eingesetzt wird, wobei R1 die Bedeutung einer linearen, aliphatischen, gesättigten Gruppe mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen oder einer oxyaliphatischon Gruppe mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen hat, R* ein Wasserstoffatom oder aine Methylgruppe und m eine Zahl von 1 bis 4 ist.
Dem Einsatz des Oligom eren kommt insofern besondere Cedeutung zu, da die Herstellung des regulären, linearen, thermotropen, vernetzbjren Polyesteramides aus den einzelnen Komponenten aromatische Aminocarbonsäure oder aromatisches Diamin und aromatische Dicarbonsäure, ungesättigte Dicarbonsäure, aliphatisches Diol bzw. deren reaktiven Derivaten nach den an sich bekannten Mothoden der Polykondensation aus den einzelnen Monomeren nicht möglich ist. Das Oligomer wird nach einer für die Herstellung von Estern üblichen Kondensationsreaktion aus einer ungesättigten Dicarbonsäure und dem 2 bis 10fachen Überschuß einer aliphatischen Dihydroxyverbindung hergestellt. Es kann dabei in der Schmelze, in Lösung oder azeotrop gearbeitet werden.
Die Verwendung einer ungesättigten Dihydroxyverbindung der Struktur (III) ermöglicht die gezielte Einführung von reaktionsfähigen Doppelbindungen bezüglich ihrer Anzahl und ihrer Position im Polyesteramid und ermöglicht eine nachträgliche Vernetzung unter Beibehaltung der flüssigkristallinen Eigenschaften. Für die Polykondensation wird die monoethylenisch oder mehrfach ungesättigte Dihydroxyverbindung mit dem komplexen Dicarbonsäurechlorid der Formel (II) im Molverhältnis 1:5 bis 5:1 eingesetzt. Bevorzugt kommen Molvorhältnisse von 1:2 bis 2:1 zur Anwendung. Am günstigsten wird äquimolar gearbeitet
Bei bevorzugton Ausführungsformen der Erfindung ist q - 1,
mit Y = H,
mit Y = H, Cl, CH3, OCH3, R' in der oligomeren Dihydroxykomponente eine Kette von 2 bis 8 Methylengruppen, R2 Wasserstoff oder R1 -fCHr-CR'-O)· mit s = 2 bis 4, R1 - H, CH3 und R'.Wasserstoff, m - 1 und/oder 2.
Vorteilhaft es ist, daß als komplexes Dicarbonsäuredichlorid Terephthaloyl-bi3-(4-aminobenzoylchlorid) und als oligomere Dihydroxykomponente Dihydroxydialkylfumarat mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen in derAlkylkette in äquimolarem Verhältnis bei 170 bis 22O0C in einem inerten Lösungsmittel unter Inertgas 1 bis 2 Stunden polykondensiert und das Polyesteramid mit 1 bis 5 Mol Styren pro Mol Doppelbindung im Polymer vernetzt wird. Als komplexes Dicarbonsäuredichlorid kann auch N.N'-i^-Phenylen-bis-terephthalamidocarbonsäurechlorid, 2,6-Naphthyl-bis-(4-amino-benzoylchlorid eingesetzt werden. Als Lösungsmittel für die Polykondensation dienen hochsiedende, inerte Stoffe oder Stoffgemische, wie -Chlornaphthalin, ß-Methylnaphthalin, Diphenylether oder Aromatengemische. Die Veresterung wird unter Inertgas bei Normaldruck bei Temperaturen von 140 bis 24O0C durchgeführt. Die Reaktionsdauer beträgt 0,5 bis 4 Stunden. Intensive Rührung ist möglich. Das Polyesteramid wird durch Fällung in einem geeigneten Lösungsmittel isoliert.
Dieses so hergestellte Polyesteramid enthält pro Struktureinheit (I) oine oder mehrere monoethylenisch ungesättigte Komponenten, wie Fumarsäure oder substituierte Fumarsäure. Weitere Bestandteile des Polyesteramides sind gesättigte aliphatischeoderoxyaliphatische Diole, wie Ethylenglycol, Propylenglycol, 1,4-Butandiol, 1,3-Butandiol, 1,5-Pentandiol, 1,6-Hexandiol, 1,7-Heptandiol, 1,8-Octandiol, 1,9-Nonandiol, 1,10-Decandiol, 1,11-Undecandio!, 1,12-Dodecandiol, Diethylengiycol, Trithylenglycol, Dipropylenglycol, Tripropylenglycol sowie ein· oder mehrkernige aromatische Aminocarbonsäuren, wie p-Aminobenzoesäure, 6-Aminonaphthalin-2-carbonsäure, m-Aminobenzoesäure sowie deren ringsubstituierte Derivate. Die Substituenten können Alkylgruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, Alkuxygruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, Phenylgruppen, Halogen und/oder Cyanogruppen sein. Beispiele dazu sind 6-Am'no-5-methoxy-2-naphthalincarbonsäure, 1-Amino-2-chloro-4-benzoesäure usw. Bevorzugte Aminocarbonsäuren sind p-Aminobenzoesäure, m-Aminobenzoesäure. Ein weiterer Bestandteil des Polyesteramides sind ein- oder mehrkernige aromatische Dicarbonsäuren. Als Beispiele sind die Einheiten genannt:
-c-<o
O \
c-
mit Y = H, F, Cl, CN, CnH2n + u OCnH2n +,, Phenyl, mit η = 1 bis 4
D
ο O -
Möglich sind auch Mischungen dieser Dicarbonsäuren oder Substituenten am aromatischen Ring, wie Alkylgruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, Alkoxygruppen mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, Phenylsubstituenten, CN-Substituenten, CN-Substituenten oder Halogene. Bevorzugt eingesetzt werden jedoch unsubstituisrte Terephthalsäure und/oder 2,6-Naphthalindicarbonsäuie. Letztendlich kommen aromatische Diaminoverbindungen zum Einsatz. Das sind z.B. p-Phenylendiamin, m-Phenylendiamin, oder Strukturen der Form
UH2 mit
X = -; 0; CO; GH2 S, SO2
oder substituiertes p-Phenylendiamin mit Chloro-, Methyl-, Ethyl-, Methoxy-, Ethoxy-, Phenyl- oder Cyanosubstituenten. Die Schmelze der Polyesteramide ist anisotrop. Die Schmelztemperaturen sind kleiner als 2500C. Die Polyesteramide haben eine Lösungsviskosität im Bereich von 0,250 bis 0,930dl/g, gemessen in Phenol/Tetrachlorethan.
Das Polyesteramid ist schmelzverarbeitbar, ohne daß im Verarbeitungsbereich thermische b'igenvernetzung auftritt. Er ist löslich in gebräuchlichen Lösungsmitteln, wie z. B. Chloroform, Dichlorethan, Tetrachlorethan, o-Dichlorbenzen, Dimethylformamid, Kresol, N-Methylpyrrolidon. Die Vernetzung erfolgt in an sich bekannter Weise durch Erhitzen und/oder Bestrahlen mit UV-, Elektronen- oder Gammastrahlung in Gegenwart von Katalysatoren oder Sensibilisatoren. Als Katalysatoren sind Peroxide, wie z. B. Benzoylperoxid, AIBN, Di-tert-Butylperoxid anwendbar. Auch die Zugabe von radikalisch polymerisierbaren Monomeren, die zur Vernetzung konventioneller ungesättigter Polyester eingesetzt werden, ist möglich. Das sind z. B. Styren, u-Methylstyren, p-Divinylbenzen, Vinyltoluen, 2-Chlorstyren, 2,5-Dichlorstyren, N-Vinylpyirolidon, 2-Vinylpyridin, N-Vinylcarbazol, Vinylacetat, Acrylsäure, Acrylate, Methacrylsäure, Methacrylate, Butylacrylate, Fumarsäuremonoester, Fumarsäureester, Maleinsäurediester, Diallylphthalat, Diallylterephthalat, Dimethylacralamid, Acrylnitril, Diallyfumarat, Triallylcyanarat, Dimethallylterephthalat. Die Vernetzung ist zu jeder beliebigen Zeit sowohl unmittelbar nach der Herstellung des Polyesteramides als auch nach einer Zwischenlagerung bis zu mehreren Jahren möglich. Zur Vernetzung wird das Polyesteramid in Mengen von 0,1 bis 50%, bezogen aufsein Gewicht, in einem Lösungsmittel gelöst, welches gut zur Folienbildung befähigt ist und das Polymer vollständig auflöst. Peroxid wird in den zur Vernetzung ungesättigter Polyester üblichen Mengen und/oder das radikalisch polymerisierbare Monomer im Verhältnis 1:20 bis 20:1 pro Mol Doppelbindung im Polymeren zugegeben und eine Folie gegossen. Bevorzugt werden Monomermengen von 1:10 bis 10:1 pro Mol Doppelbindung im Polymeren zugegeben. Das Polyesteramid kann auch direkt im polymerisierbaren Monomer im angegebenen Verhältnis gelöst und eine Folie gegossen werden, die dann verretzt wird. Die Vernetzung ohne Zusatz von Monomeren kann durch Tempern, z. B. des Spritzgußkörpers in der Form bei Temperaturen von 210 bis 250°C über 5 bis 240min, vornetzt werden.
Überraschenderweise wurde festgestellt, daß die vernetzten Folien und Formkörper anisotrop sind und diese Anisotropie bis weit über den Isotroppunkt des unvernetzten flüssigkristallinen Polymeren erhalten bleibt.
In weiterer Ausgestaltung sieht die Erfindung ein reguläres, lineares, thermotropes, vernetzbares Polyesteramid mit mesogenen Einheiten und flexiblen Spacern in der Polymerhauptkette vor, der die allgemeine Struktur
besitzt, wobei Art die Bedeutung von und Ar2 von
C-O-R1Z-O-C-CR2 = CH
-C-O-R1Io
h I
ο ?-
mit Y - H, F, Cl, CN, Phenyl, CnH2n + „ OCnH2n +, für η = 1 bis 4 einnehmen kann und für X1 = NHCO X2 = CONH sein muß und für Xi = CONH X2 = NHCO sein muß und q 1 oder 2 sein kann, R' die Bedeutung einer aliphatischen, gesättigten Gruppe mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen oder eineroxyaliphatischen Gruppe-fCHz-CFt'-Of, mit s - 2 bis 4 und R3 =H, CH3 hat und m; bis 4 sein kann. In einer bevorzugten Ausführungsform ist q = 1, m = 1 oder 2, An
mit Y = II
mit Y = H, Cl, CH3, OCH3.
Weiterhin kann als R' eine Kette von 2 bis 8 Methylengruppen, beispielsweise 4CH7-CR3CH- mit R3 = H, CH3 und s = 2 bis 4 und
als R2 Wasserstoff eingesetzt werden. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind:
Ar2 = COIIH
mit Y = H, X1 = IiNHCO und
mit Y= H, X1 = CONH und
X2 = NHCO
mit Y = H, X1 = NHCO und X2 = CONII '
Das Polyesteramid kann durch Zusatz von Vernetzern oder durch Energiezufuhr vernetzt werden. Ausführungsbeisplele Nachstehend soll die Erfindung an mehreren Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Beispiel 1
0,125mol Fumarsäure und 2mol Hexandiol werden azeotrop in 300ml Toluen als Schleppmittel zu Dihydroxydihexylfumarat
verestert. Der durch mehrmaliges Umfallen gereinigte Ester hat einen Schmelzpunkt von 620C.
IR(KBr) C=C:
C=O: 1720 cm"1 OH: 3440cm"1
Für die Polykondensation werden in einem Dreihalskolben mit Stickstoffeinleitung, Rückflußkühler und Rührer lOmmol Dihydroxydihexylfumarat, lOmmol Terephthaloyl-bis-(4-aminobenzoylchlorid) sowie 10ml Diphenylether vorgelegt. Die Mischung wird etwa 15min mit Stickstoff gespült und anschließend ', Stunde bei 190°C unter Stickstoff polykondensiert. Das Polymer wird heiß in Toluen ausgefällt und abgesaugt. Nach der Extraktion mit Aceton im Soxhlett-Apparat wird das Polymer im Vakuum bei 60 bis 8O0C 12 Stunden getrocknet. Das Polymer besitzt einen Schmelzpunkt von Tm = 1870C, Tn, = 2030C, ζ:ηη = 0,45dl/g in Phenol/Tetrachlorethan bei 300C.
Zur 1%igen Polymerlosung in Chloroform werden 2 Mol a-Methyl/Styren pro Mol Doppelbindungen zugegeben und eine Folie gegossen. Diese Folie läßt sich durch 30minütiges Tempern bei 16O0C ansteigend auf 2000C vernetzen
Das vernetzte Polymer ist unschmelzbar und anisotrop bis 2600C.
Beispiel 2 Entsprechend Beispiel 1 wird Dihydroxydioctylfumarat (Tn, = 590C) mitTerephthaloyl-bis-(4-aminobenzoylchlorid) äquimolar
polykondensiert. Das Polymer schmilzt bei 1750C, wird isotrop bei 2010C. Die Lösungsviskosität wurde in Phenol/
Tetrachlorethan bei 3O0C ermittelt, als ζηη = 0,87 dl/g. Nach der analog Beispiel 1 durchgeführten Vernetzung ist das Polymer unschmelzbar und anisotrop bis 24E0C. Beispiel 3 Entsprechend Beispiel 1 wird Dihydrodihexylfumarat wie N.N'-p-Phenylen-bis-fterephthalamidocarbonsäuiechlorid) äquimolar
polykondensiert. Das Polymer schmilzt bei 1980C und wird isotrop bei 2280C. Das Polymer wird in einer Form aufgeschmolzen
und 3 Stunden bei 2100C vernetzt.
Das vernetzte Polyesteramid ist unschmelzbar, unlöslich in gebräuchlichen Lösungsmitteln und anisotrop bis zum Zersetzungsbeginn bei 3000C.

Claims (12)

  1. Patentansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung eines regulären, thermotropen, vernetzbaren Polyesteramides mit mesogenen Einheiten und flexiblen Spacem in der Polymerhauptkette durch Hochtemperaturlösungspolykondensation, gekennzeichnet dadurch, daß ein komplexes Dicarbonsäuredichlorid der allgemeinen Formel
    O !I
    Cl-C
    Ar1 - X1
    X2 -
    c - CL
    v/o bei Ar
    und Ar,
    —(ö)— ^-(ö)-
    mit Y = H, F, Cl, CN, CnH2n +1» OCnH2n +1/ Phenyl, η = 1 bis 4 darstellen kann und wobei für X1 = NHCOX2 = CONH sein muß und fürX, = CONHX2 = NHCO sein muß und q eine ganze Zahl von 1 bis 2 sein kann mit einer als Oligomer vorliegenden ungesättigten Dihydroxykomponente der allgemeinen Formel
    HO - R1 ·£ O - C - CR2 = GH - C - O - R1I OH (IV)
    O m '
    wobei R1 die Bedeutung einer linearen aliphatischen gesättigten Gruppe mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen oder einer oxyaliphatischen Gruppe mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen hat, R2 ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe und m 1 bis 4 ist, im M.olverhältnis 1:5 bis 5:1 im Temperaturbereich von 140 bis 24O0C innerhalb von 0,5 bis 4 Stunden unter Inertgas polykondensiert wird und mit Vernetzermengen von 1:20 bis 20:1 pro Mol Doppelbindungen im Polymer bei 140 bis 18O0C vernetzt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Molverhältnis von Dicarbonsäuredichlorid und Dihydroxykomponente 1:2 bis 2:1 ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Dicarbonsäuredichlorid und die Dihydroxykomponente äquimolar eingesetzt werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß q = 1 ist.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, daß Ar1
    mitY = Hist.
    6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß Ar2
    mit Y = H, Cl, CH3, OCH3 ist.
  6. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, gekennzeichnet dadurch, daß als R1 in der oligomeren Dihydroxykomponente eine Kette von 2 bis 8 Methylengruppen eingesetzt werden kann und R2 Wasserstoff ist.
  7. 8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, gekennzeichnet dadurch, daß R1 in der oligomeren Dihydroxyverbindung -fCHz-CR3-!»-, mit s = 2 bis 4, und R3 = H, CH3 und R2 Wasserstoff ist.
  8. 9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, gekennzeichnet dadurch, daß m in der Dihydroxykomponente und/oder 2 ist.
  9. 10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 9, gekennzeichnet dadurch, daß das Polyesteramid durch Zusatz der bekannten Vernetzer im Verhältnis 1:10 bis 10:1 pro Mol Doppelbindung im Polymer vernetzt wird.
  10. 11. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,7,9 und 10, gekennzeichnet dadurch, daß als komplexes Dicarbonsäurechlorid Terephthaloyl-bis-(4-aminobenzoylchlorid) i:nd als oligomere Dihydroxykomponente Dihydroxydialkylfumarat mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette in äquimolarem Verhältnis bei 170 bis 22O0C in einem inerten Lösungsmittel unter Inertgas 1 bis 2 Stunden polykondensiert werden und das Polyesteramid mit 1 bis 5 Mol Styren pro Mol Doppelbindung im Polymer vernetzt wird.
  11. 12. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,7,9 und 10, gekennzeichnet dadurch, daß als komplexes Dicarbonsäurechlorid N.N'-M-Phenylen-bis-terephthalarnidocarbonsäurechlorid und als oligomere Dihydroxykomponente Dihydroxydialkylfumarat mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen in der
    Alkylkette in äquimolarem Verhältnis bei 170 bis 2200C in einem inerten Lösungsmittel unter Intertgas 1 bis 2 Stunden polykondensiert werden und das Polyesteramid mit 1 bis 5 Mol Styren pro Mol Doppelbindung im Polymer vernetzt wird.
  12. 13. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,7,9 und 10, gekennzeichnet dadurch, daß als komplexes Dicarbonsäurechlorid 2,6-Naphthoyl-bis-(4-Aminobenzoylchlorid) und als oligomere Dihydroxykomponente DiI /droxydialkylfumarat mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette in äquimolarem Verhältnis bei 170 bis 22O0C in einem inerten Lösungsmittel unter Inertgas 1 bis 2 Stunden polykondensiert werden und das Polyesteramid mit 1 bis 5 Mol a-Methylstyren pro Mol Doppelbindung im Polymer vernetzt wird.
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