DD281394A5 - Verfahren zur herstellung von steroid-c-17 alpha-carbonitrilen - Google Patents

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Frank Schmidt
Elke Graupner
Sigrid Krahmer
Joachim Rabe
Manfred Wentzke
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Jenapharm Veb
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Steroid-C-17b-carbonitrilen, das dadurch gekennzeichnet ist, dasz 17-Ketosteroide der allgemeinen Formel III in organischen Loesungsmitteln, die 50% Wasser enthalten, mit Cyaniden unter Zusatz von Saeuren ueber die intermediaer entstehenden Steroid-C-17a-carbonitrilen der allgemeinen Formel II zu den Steroid-C-17b-carbonitrilen der allgemeinen Formel I in einem Einstufenprozesz umgesetzt werden. Die Verbindungen sind wichtige Zwischenprodukte zum Pregnanseitenkettenaufbau fuer die Synthesen von 17a-Hydroxy-19-norpregnanen und 17a-Hydroxypregnanen sowie 17a-Hydroxyetiocholansaeurederivaten.

Description

Hierzu 1 Seite Formeln
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren 2ur Herstellung von Steroid-C-UQ-carbünitrilen, die Wichtige
Zwischenprodukte zum Pregnanseitenkettenaufbau für die Synthesen von IVa-Hydroxy-IS-norpregnanen und A7a-Hydroxy-
pregnanen sowie na-Hydroxy-eliocholansäurederivalen darstellen.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Die Synthese von Steroid-C-nß-carbonitrilon wurde bereits mehrfach in der Literatur beschrieben:
- Butenandt (Ber.71,1487 (1938), Ber.72,182,1112 (1939) erhielt das Epifnerengemisch der 17a/17ß-Carbonitrile bei der Umsetzung des Androst-4-en-3,17-dion mit Acetoncyanhydrin in Ethanol, das über das A'6-Derivat in das Aie-Progesteron überführt wurde.
- P.de.Ruggieri u.a. (J.Am.Chem.Soc.75,650 (1953] u. 81, 5725 [19591, L.Miramontes u.a. (J.AmChem.Soc.8?, 6753 (19601 sowie H. J. Ringold haben die Cu-Carhonitril-Epimeren des Androstendions nach der von B'jtenandt beschriebenen Methode dargestellt und haben das 17ß-Carbonitrilisomere nach der Abtrennung des na-Carbonitrilepimeren für Pregnansynthesen genutzt.
- JoIy beschreibt in der DE-AS 1793703 die Synthese von 19-Norpregnanen mittels Cyanhydrinsynthese, bei der aus 500g 17-Ketosteroid 259,5g 17ß-Carbonitril durch Abtrennung aus dem bei dieser Reaktion anfallenden Epimerengemisch erhalten werden. Das bei dieser Reaktion anfallende 17a-Carbonitril kann nach Rückspaltung zum 17-Ketosteroid wieder zur Cyanhydrinsynthese eingesetzt werden.
Der Nachteil der bisher angeführten Cyanhydrinsynthesen besteht darin, daß nur ein Teil der synthetisierten Produkte, die 17ß-Carbonitrilderivate direkt für die Synthese voin 17a-Hydroxypregnanen genutzt werden können und die unter diesen Bedingungen anfallenden ^a-Carbonitrilderivate erst nach der Rückspaltung zu den 17-Ketosteroiden wieder für die Synthese nutzbar gemacht warden können.
- Buccourt beschreibt irn DD-AP 89401 eine neuartige Cyanhydrinsynthese, nach der ein 3,3-Alkylendioxy-estra-5(10),9(11 )-dien-17-onderivat im sauren Milieu mit einem Alkalicyanid in wasserfreiem Methanol mit einer Ausbeute von 90% zum 17a-Hydroxy-17ß-carbonitrilderivat umgesetzt wird. Nach dieser Verfahrensbeschreibung wird jedoch diese einheitliche Umsetzung zum 17ß-Carbonitrilderivat auf den Einsatz von 3,3 (niederes) Dialkoxyestra-5(10),9(11)dien-17-on beschränkt.
- In den Patenten der jap. Firma Misubishi J. 5.7062-7298; J. 5.7062-7299; J. 5.7062-7300.sowie Kokai Tokyo KohoJp82/62,299 wird die Cyanhydrindarstellung des Androst-4-en-3,17-dion und des Androsta-4,9(11)-dien-3,17-dion bzw. dessen Acetalen in Methanol durch Reaktion mit Alkalicyaniden unter Zusatz von Essigsäure beschrieben.
Dabei wird aus Androst-4-en-3,17-dion durch Umsetzung mit 4,2 Mol Alkalycyanid/Mol Steroid das entsprechende 17ß-Carbonitril in hoher Ausbeute und 95%iger Reinheit erhalten. Die Mängel der in diesen Patenten offenbarten Methode werden jedoch ersichtlich in der Beschreibung der Umsetzung df es Androsta-4,9(11 )-dien-3,17-dions zum entsprechenden 1 7ß-Carbonitrilderivat, das hiernach nur durch Umsetzung des Ausgangsketons mit Acetoncyanhydrin zum 17a-Carbonitrilderival und nach Schutz der 3 Ketogruppe als Ketal durch Reaktion mit Kaliumcyanid in Methanol zum 17ß-Carbonitrilderivat epimerisiert werden kann, wobei die Ausbeute des 17ß-Carbonitril Jerivates nach dieser mehrstufigen Synthese -Cyanhydrinsynthese zum 17a-Carbonitrilderivat, Ketalisinrungzum S-Ketal-Ha-Carbonitrilderivat, Epimerisierung zum 3-Ketal-17ß-carhonitrilderivat - nach der Patentbeschreibung 40% beträgt.
Die im DD-WP 147669 beschriebene Methode zur Darstellung der Steroid-C-17(?-carbonitrild3rivate durch Reaktion der 17-Ketosteroide mit Acetoncyanhydrin in 90%igem Methanol bei pH 7,3 bis 10,5 ergibt Ausbeuten von 90 bis 98% d.Th. Die Nachteile dieser Methode bestehen darin, daß
• diese Reaktion mit Acetoncyanhydrin in 90%igen methanolischen Lösungen unter den beschriebenen Bedingungen bei Einsatz von Androsta-4,9(11 )-dien-3,17-dion, Androsta-1,4-dien-3,17-dion und 13ß-Alkyl-4-gonen-3,17-dionderivaten die Nebenproduktbildung durch bevorzugte Reaktion mit dem 3-Keto-A4-System/AM-System der genannten Ausgangsmaterialien dominiert und dabei das gewünschte 17ß-Carbonitril nicht, bzw. nur in geringen Anteilen gebildet wird. Diese Nebenproduktbildung, die nicht nur an die Verwendung von Acetoncyanhydrin gebunden ist, sondern charakteristisch ist für die Umsetzung der genannten Steroidketone mit Cyanidverbintiungen unter bestimmten Reaktionsbedirigimgen, macht auch den in den jap. Patenten beschriebenen Syntheseweg mit einer Ausbeute von nur 40% verständlich, zeigt jedoch aber auch klar auf, daß eine solche Synthesevariante auf Grund der höheren technischen und ökonomischen Aufwendungen keinerlei Bedeutung für eine technische Nutzung zur Herstellung von Pregnanderivaten aus 17-Ketosteroiden erlangen kann. Die im WP 147 669 beschriebene Methode erfordert den Einsatz von Acetoncyanhydrin zur Darstellung der Steroid-C-17ß-Carbonitrile, damit wird der mehrfache Umgang mit den hochgiftigen Cyaniden zur Darstellung der Steroid-C-17ß-carbonitriledie Darstellung von Acetoncyanhydrin und die Umsetzung des Acetoncyanhydrins mit den Steroid-C17-ketonen - erforderlich. Dieser mehrfache Umgang mit Cyanidderivaten erfordert natürlich auch die Entgiftung der bei diesen Reaktionsstufen anfallenden Abprodukte der Acetoncyanhydrinsynthese und der dann folgenden Steroidcyanhydrinsynthese und bei Anwendung der in den jap. Patenten beschriebenen zusätzlich erforderlichen Reaktionsstufe der Epimerisierung der 17a-Carbonitrilderivate zu den 17ß-Carbonitrilderivaten auch die Entgiftung der bei dieser Reaktionsstufe anfallenden Abprodukte. Mit einer derartigen Verfahrensweise werden für die Durchführung der Synthese im technischen Maßstab technologische Aufwendungen erforderlich, die die Steroid-C-17ß-carbonitril-Syntheseprodukte ökonomisch außerordentlich hoch belasten.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein neues, allgemein anwendbares Verfahren zur Synthese von Steroid-C-17ß-carbonitri!en, die unter anderem wertvolle Zwischenprodukte für den Pregnanseitenkattenaufbau darstellen, nach dem diese Produkte ir> technologisch einfacher und ökonomisch günstiger Weise und ohne wesentliche zusätzliche Aufwendungen zur Gewährleistung der Anforderungen des Umweltschutzes hergestellt werden können.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Steroid-C-17ß-carbonitrilen bereitzustellen, das die wesentlichen Nachteile der bekannten Verfahren beseitigt und die Synthese der ZielproduWe in technologisch einfacher und ökonomisch günstiger Weise ermöglicht, ohne wesentliche zusätzliche Aufwendungen zur Gewährleistung der Anfordf ungen des Umweltschutzes zu erfordern. Erfindungs^emäß wird diese Aufgabe dadurch geiöst, daß 17-Ketosteroide der allge-neinen Formel III, in der das Steroidmolekül die im Forrnnlschema aufgezeigten Doppelbindungen, Sub^tituenten und funkticnellen Gruppen besitzen kann, in organisciien Lösungsmitteln, die 10 bis 50% Wasser enthalten mit Cyaniden unter Zusatz von Säuren bei pH-Werten des Reaktionsgemisches von 7,5 bis 10,5 und bei Reaktionstemperaturen von 10 bis 650C in Suspension zu den Verbindungen der allgemeinen Formel I, in der das Steroidmolekül die im Formelschema aufgezeigte Bedeutung besitzen kann, umgesetzt werden, wobei diese Umsetzung über die intermediär gebildete Verbindung der allgemeinen Formel Il verläuft. Nach der erfindungsgemäßen Verfahrensweise werden die Steroid-C-17ß-carbonitrile gebildet. Unter diesen Reaktionsbedingungen werden auch Steroid-C-17 -carbonitrile zu den Steroid-C-17ß-carbonitrilen epimeriaiert. Als organische Lösungsmittel werden nach der erfindungsgemäßen Verfahrensweise organische Lösungsmittel, vorzugsweise mit Wasser mischbare organische Lösungsmittel wie Alkohol, beispielsweise Methanol, Ethanol, Propanole, Butanole und andere; Ether, vorzugsweise cyclische Ether wie Tetrahydrofuran, Dioxan und andere sowie Gemische mit anderen organischen Lösungsmitteln, beispielsweise mit aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie Benzol, Toluol, halogenierten Kohlenwasserstoffen, wie Chloroform, Methylenchlorid und Essigester vorwendet. Es können auch Ethylenglykolmonomethyler oder Ethylenglykoldimethylether zugesetzt werden. Bei Anwendung von Lösungsmittelgemischen darf es durch den Zusatz von den genannten Lösungsmitteln nicht zur Entmischung kommen.
Bewährt hat sich nach der eifindungsgemäßen Verfahrensweise der Zusatz voin Carbonylderivaten wie von Ketonen oder Aldehyden in Anteilen bis zu 3%, die insbesondere die Durchführung der Rsaktion unter Gleichgewichtsbedingungen in heterogener Phase zur Darstellung der ß-Carbonylderivate in kurzen Reaktionszeiten gestattet. Als Carbonylderivate werden bevorzugt Aceton, Methylethylketon aber auch Acetaldehyd eingesetzt.
Für die Umsetzung der 17-Ketosteroide zu den Steroid-C-nß-carbonitrilderivaten sind solche Alkali- und Erdalkalicyanide geeignet, die im pH-Bereich von 7,5 bis 10,5HCN auf die 17-Ketogruppe übertragen, ohne daß dabei Reaktionen mit anderen im Steroidmolekül enthaltenen Ketogruppen oder α, ß-ungesättiqten Ketogruppen erfolgen, wobei von den Alkalicyaniden Natrium- und Kaliumcyanid bevorzugt sind. Die für diesen Prozeß zur pH-Einstellung eingesetzten Säuren müssen solchen Anforderungen genügen, daß die für die Umsetzung der entsprechenden Verbindungen günstigsten pH-Bereichseinstellungen in engen Grenzen über den gesamten Reaktionsverlauf aufrecht erhalten werden können. Hier sind anorganische Säuren wie Schwefelsäure, Phosphorsäure und andere so\ /ie organische Säure, beispielsweise Essigsäure geeignet. Es sind auch Zusätzo von solchen Salzen nicht auszuschließen, die zur Stabilisierung des ausgewählten pH-Bereiches geeignet sind. Nach der erfindungsgemäßan Verfahrensweise werden zur Herstellung der Steroid-carbonitrile 1,2 bis 2,1 Mol Cyanidderivat pro Mol Ketosteroid eingesetzt. Das Cyanidderivat wird in Wasser mit dem ausgewählten organischen Lösungsmittel im Verhältnis 2:1 suspendiert oder gelöst und bei O0C mit einer der angeführten Säuren z. B. auf pH 8,6 eingestellt. Zu diesem Gemisch wird das Steroidketon wie z. B. 4,9(11 )-Androstadien-3,17-dion in fester Form zugesetzt. Zur Darstellung der 17ß-Carbonitrilderivate wird der Lüsungsmittelanteil auf 50% bis 90%, vorzugsweise auf 65% bis 75% eingestellt. Nach der Lösungsmittelzugabe wird das Reaktionsgemisch auf eine Temperatur von 5t'°C bis 58°C eingestellt und 0,5 bis 3,5 Stunden bei dieser Temperatur gerührt, dann mit Wasser versetzt, auf Raumtemperatur abgekühlt und abgesaugt. Bei der Darstellung der 17ß-Carbonitrilderivate, die unter den bereits angeführten Bedingungen durchgeführt werden kann, hat sich auch der Zusatz von Carbonylderivaten bewährt. Allgemein ist auch diese unter Gleichgewichtsbedingungen ablaufende Reaktion nach Reaktionszeiten von etwa 3,5 Stunden vollständig abgelaufen. Nach Wasserzusatz und Abkühlung auf Raumtemperatur wird das Reaktionsprodukt abgesaugt, gut mit Wasser gewaschen und getrocknet. Sollte es erforderlich werden, 17a-Carbonitrile zu den 17ß-Carbonitrilen zu überführen, so kann das nach der für die Darstellung der 17ß-Carbonittile angeführten Methode erfolgen, es ist aber durchaus verfahrensgemäß, zunächst die 17a-Carbonitrile darzustellen, diese durch Epimerisierung ohne Zwischenisolierung der a-Carbcnitrilderivate in einem Reaktionsschritt durch Erhöhung des Lösur.gsmittelanteiles im Reaktionsgemisch auf 50 bis 90%, vorzugsweise auf 70% in einfacher Weise zu den 17ß-Carbonitrilderivaten zu überführen. Da die Darstellung der 17[5-Carbonitrilderivate sowie die Epimerisierung der α- zu den ß-Carbonitrilderivaten in Suspension in den angeführten kurzen Reaktionszeiten erfolgen, kann der Syntheseprozeß durch die damit möglichen Konzentrationen von 1 Kg Steroid/3,5 bis 6I Reaktionsvolumen ökonomisch besonders günstig gestaltet werden, womit auch die technische Bedeutung der offenbarten Verfahrensweise besonders herausgestellt wird.
Durch die nachfolgend angeführten Beispiele soll der Prozeß in den möglichen Ausführungsformen erläutert werden, ohne damit das erfindungsgemäße Verfahren einzuschränken.
Beispiel 1
17ß-Carbonitril-17a-hydroxyandrost-4,9(11 )-dien-3-on
Zu einem Gemisch von 6,0g (0,125 mol) Natriumcyanid in 24 ml Η,Ο/Methanol, das mit verdünnter Phosphorsäure auf pH 8,3 eingestellt wurde, werden 20,0g (0,0704 mol) Androsta-4,9(11)-dien-3,17-dion unter Zusatz von Methanol und 0,6ml Aceton gegeben. Die erhaltene Suspension wird dann auf eine Temperatur von 560C bis 58 0C eingestellt und bis zu 4 Stunden bei dieser Temperatur gerührt, wobei gegebenenfalls der pH-Wert nachkorrigiert werden muß. Nach einer Reaktionszeit von 2Std. beginnend, werden dem Reaktionsgemisch 90ml V/asser innerhalb von 2Std. zugegeben. Nach der Wasserzugabe wird das Reaktionsgemisch auf Temperaturen unter 20°C abgekühlt, bis zu einer Stunde bei dieser Tempsratur gerührt und dann abgesaugt. Das Festprodukt wird auf der Fritte gründlich mit Wasser gewaschen und dann trocken gesaugt. Die hier anfallenden wässerigen Mutterlaugen werden mit Chloroform extrahiert, der Chloroformextrakt mit Wasser gewaschen und dann zur Trockne eingeengt. Das hier erhaltene Produkt etwa 2 bis 3 Gew.-%, bezogen auf das Einsatzmaterial wird durch Alkalibehandlung zum Ausgangsketon zurückgespalten
Ausbeute: 20,19g = 93%d.Th. (17ß-Carbonitrilprodukt) Fp: 211 bis 220°C
Beispiel 2
17ß-Carbonitril-17a-hydroxyandrosta-1,4-dion-3-on
3,2 g Natriumcyanid (0,0653 mol) werden mit einem Gemisch von 24 ml Methanol/Wasser versetzt und unter Rühren bei Temperaturen von -5°C bis +5°C mit verdünnter Phosphorsäure auf pH 8,5 eingestellt. Zu diesem Gemisch werden 10g (0,0352 mol) Androsta-1,4-dier.-3,17-dion mit Methanol unter Zusatz von 0,3ml Aceton gespült. Die so erhaltene Suspension wird unter Rühren auf 56°C eingestellt und bis zu 5 Stunden bei dieser Temperatur (±2°C) gehalten. Nach einer Reaktionszeit von 2 Stunden werden dem Reaktionsgemisch 40ml Wasser innerhalb von 3 Stunden zugesetzt. Nach der Wasserzugabe wird das Reaktionsgemisch noch 1 Stunde gerührt, dann auf 180C abgekühlt, noch bis zu einer Stunde bei dieser Temperatur gerührt, dann das Kristallisat abgesaugt, auf der Fritte mit Wasser unter Zusatz von wenig NaH^POvLösung gewaschen und dann trocken gesaugt.
Ausbeute: 9,95g = 90,6% d.Th.
Aus den Mutterlaugen werden durch Extraktion 3 bis 5% Gewicht, bezogen auf das Eidsalzmaterial, gewonnen, difi durch Alkalibehandlung zum Ausgangsketon zurück gespalten werden.
Beispiel 3
17ß-Carbonitril-17a-hydroxyandrost-4-en-3-on
10,9g Natriumcyanid (0,222 mol) werden mit einem Gemisch von 50ml Methanol und Wasser suspendiert. Das Gemisch wird auf ±00C abgekühlt und unter Zusatz von Schwefelsäure auf pH 8,7 eingestellt. Zu dem Gemisch werden dann 50,0g Androst-4-en-3,17-dion, suspendiert in Methanol unter Zusatz von 1,0ml Aceton gegeben. Das Reaktionsgemisch wird dann innerhalb 30 Minuten auf 58CC eingestellt und unter Rühren bis zu 3 Stunden bei dieser Temperatur (±2°C) gehalten. Nach einer Reaktionszeit von 1,5 Stunden werden innerhalb von 3 Stunden 290ml Wasser portionsweise zugegeben. Nach der Wasserzugabe wird die Heizung aDgestellt, das Gemisch noch bis zu 1,5 Gtunden gerührt und dann auf 180C abgekühlt. Das Kristallisat wird abgeraugt, auf & . ritte mit Wasser unter Zusatz von NaH2POyLösung alkali- und cyanidfrei gewaschen und dann trocken gesaugt.
Ausbeute: 53,6g = 97.2% d.Th.
Fp: 222 bis 2260C Das hier erhabene kristalline Rohprodukt enthält etwa 1 % Ausgangsmaterial.
Beispiel 4
17ß-Carbonitril-11 ß,17a-dihydroxy-4-androsten-3-on
Nach Beispiel 1 werden 10g 11ß-Hydroxy-4-androsten-3,17-dior. '0,033 mol) mit 0,055 mol Kaliurncyanid umgesetzt und wie beschrieben aufgearbeitet. Ausbeute: 9,9g = 90,8% d.Th. Fp: 247 bis 2490C
Beispiel 6
17ß-Carbonitrü-11 ß-trimethylsilyloxy-17a-hydroxy-1,4-androstadien-3-on Nach Beispiel 2 werden 5g 11ß-Trimethylsilyloxy-1,4-androstadien-3,17-dion (0,0135 mol) mit Natriumcyanid (0,026 mol) umgesetzt und wie beschrieben aufgearbeitet.
Ausbeute: 5,05g = 94%d.Th.
Beispiel 7
17ß-Carbonitril-3ß-acetoxy-17a-hydroxy-5-androsten Nach Beispiel 3 werden 25g 3ß-Acetoxy-5-androsten-17-on (0,757 mol) mit 0,11 mol Kaliumcyanid umgesetzt und wie beschrieben aufgearbeitet.
Ausbeute: 26,3g = 97% d.Th. Beispiel 3
17ß-Carbonitril-17a-hydroxy-4-estren-3-on
2,8g Natriumcyanid werden in einem Gemisch von 20 ml Wasser/Methanol bei 50C mit verdünnter Phosphorsäure auf pH 8,4 eingestellt. Zu diesem Gemisch werden unter Rühren 10g 4-estren-3,17-dion (0,0368 mol) mit 30 mol Methanol gespült. Das Gemisch wird dann auf eine Temperatur von 560C eingestellt und wie im Beispiel 3 beschrieben mit Wasser versetzt. Nach einer Reaktionszeit von 3 Stunden wird auf 180C abgekühlt, bis zu 1 Stunde bei dieser Temperatur gerührt und dann abgesaugt. Das Produkt wird auf der Fritte mit Wasser unter Zusatz von NaHjPCu-Lösung gewaschen und dann trocken gesaugt. Ausbeute: 10,1g = 91,7% d.Th. Fp: 184 bis 1930C
Beispiel 9
13ß-Ethyl-17ß-carbonitril-17a-hydroxy-4-gonen-3-on Nach Beispiel 8 werden 10,0g 13ß-Ethyl-4-gonen-3,17-dion mit 0,0653 mol Natriumcyanid umgesetzt und wie beschrieben aufgearbeitet.
Ausbeute: 10,21g = 93,2% d.Th.
Beispiel 10
3,3-Dimethoxy-17ß-carbonitril-17a-hydroxy-5(10)-estren Nach Beispiel 8 werden 10,0g 3,3-Dimethoxy-5(10)-estren-17-on mit 0,0653 mol Natriumcyanid umgesetzt und wie beschrieben aufgearbeitet.
Ausbeute: 10,57g = 97,4%d.Th.
Beispiel 11
17ß-Carbonitril-17a-hydroxy-4,9-estradien-3-on
Nach Beispiel 2 weiden 5,4g 4,9-Estradien-3,17-dion mit 0,0264 und Natriumcyanid unter Verwendung von Isopropanol als Lösungsmittel umgesetzt. Die Aufarbeitung erfolgt wie beschrieben. Ausbeute: 5,31g = 89,5% d.Th. Fp:228bis230°C
Beispiel 12
17ß-Carbonitril-9a,17a-dihydroxy-4-androsten-3-on
Nach Beispiel'2 werden 10,0g 9a-Hydroxy-4-ardrosten-3,17-dion mit C,049 rnol Natriumcyanid unter Verwendung von Ethanol als Lösungsmittel umgesetzt. Die Aufarbeitung und Isolierung erfolgt wie beschrieben. Ausbeute: 9,85g = 90,5%d.Th. Fp:248bis250cC
Beispiel 13
17ß-Carbonitril-17a-hydroxy-4-androsten-3,11-dion
N3ch Beispiel 3 werden 0,03 mol4-Androsten-3,11,17-trion mit 0,044 mol Natriumcyanid umgesetzt. Aufarbeitung und Isolierung erfolgen wie beschrieben. Ausbeute: 9,05g = 92,2% d.Th. Fp: 203 bis 2050C
Beispiel 14
S^-Ethylendioxy-nß-carbonitril-UG-hydroxy-ö-androsten
3,2g Natriumcyanid werden in einem Gemisch von Methanol/Wasser bei -50C mit Phosphorsäure versetzt und das Gemisch auf pH 8,9 eingestellt. Zu diesem Gemisch werden 11,0g 3,3-Ethylendioxy-5-androsten-17-on mit 26ml Methanol unter Zusatz von 0,5ml Aceton gegeben. Das Reaktionsgemisch wird unter Rühren auf eine Temperatur von 56 bis 620C eingestellt und bis zu 3 Stunden bei dieser Temperatur gehalten. Die Aufarbeitung des Reaktionsgemisches und Isolierung des Reaktionsproduktes erfolgt wie im Beispiel 1 bis 3 beschrieben.
Ausbeute: 93,4% d.Th.
Fp: 216 bis 221 "C/231 bis 2380C
Beispiel 15
S-Ethoxy-^ß-carbonitril-IVa-hydroxy-S.ö-androstadien
Nach Beispiel 15 wird 3-Ethoxy-3,5-androstadien-17-on mit einer Ausbeute von 88,3% d.Th. zum 3-Ethoxy-17ß-carbonitril-17ahydroxy-3,5-androstadien umgesetzt.
Beispiel 16
S^-Ethylendioxy-nß-carbonitril-na-hydroxy-S^OU-androstadien
3,3 Ethylendioxy-5,9(11)-androstadien-17-on wird nach Beispiel 15 mit einer Ausbeute von 91,7% d.Th. zum 3,3-Ethylendioxy-17ß-carbonitril-17a-hydroxy-5,9(11)-androstadien umgesetzt.
-OH

Claims (5)

1. Verfahren zur Herstellung von Steroid-C-17ß-carbonitrilen durch Umsetzung von 17-Ketosteroiden mit Cyaniden, dadurch gekennzeichnet, daß 17-Ketosteroide der allgemeinen Formel III in organischen Lösungsmitteln, die 10 bis 50% Wasser enthalten, mit Cyaniden unter Zusatz von Säuren bei Reaktionstemperaturen von 10°C bis65°C in einem pH-Bereich des Reaktionsgemisches von "Ί5 bis 10,5 in Suspension über dir intermediär entstehenden Steroid-C-ITa-carbonitrile der al'·]., deinen Formel I) zu den Steroid-C-17ß-carbonitrilen der allgemeinen Formel I umgesetzt werden.
2. V';i rahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als organische Lösungsmitte! vorzugsweise mit Wasser mischbare organische Lösungsmittel wie Alkohole, beispielsweise Methanol, Ethanol, Propanole, Butanole und andere, Ether, vorzugsweise cyclische Ether wie Tetrahydrofuran, Dioxan und andere sowie Gemische mit anderen organischen Lösungsmitteln, beispielsweise mit aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie Benzol, Toiuol, halogenierten Kohlenwasserstoffen wie Chloroform, Methylenchlorid und Essigester verwendet werden.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Epimerisierung der intermediär gebildeten Steroid-C-Ua-carbonitrile der allgemeinen Formel Il zu den Steroid-C-17ßcarbonitrilen der allgemeinen Formel I Zusätze von Carbonylverbindungen, insbesondere Aceton, Melhylethylketon und Acetaldehyd verwendet werden.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Cyanide Alkali- und Erdalkalicyanide eingesetzt werden.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Säuron anorganische Säuren wie Schwefelsäure, Phosphorsäure oder organische Säuren wie Essigsäure und andere eingesetzt werden.
DD27052984A 1984-12-10 1984-12-10 Verfahren zur herstellung von steroid-c-17 alpha-carbonitrilen DD281394A5 (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1995030684A1 (en) * 1994-05-09 1995-11-16 Pharmacia & Upjohn Company SYNTHESIS OF 17β-CYANO-3-ETHOXY-17α-HYDROXY-6-METHYLANDROSTA-3,5,9(11)-TRIENE
JP2010529153A (ja) * 2007-06-12 2010-08-26 バイエル・シエーリング・ファーマ アクチエンゲゼルシャフト 17β−シアノ−19−ノル−アンドロスタ−4−エン誘導体、その使用、及び当該誘導体を含む医薬

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