DD281608A5 - Verfahren zur herstellung von polymerisaten aus kaefigartig aufgebauten doppelringkieselsaeuregerivaten und polymerisationsfaehigen verbindungen - Google Patents

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DD281608A5
DD281608A5 DD31731988A DD31731988A DD281608A5 DD 281608 A5 DD281608 A5 DD 281608A5 DD 31731988 A DD31731988 A DD 31731988A DD 31731988 A DD31731988 A DD 31731988A DD 281608 A5 DD281608 A5 DD 281608A5
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vinyl
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Dagobert Hoebbel
Irene Pitsch
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Akad Wissenschaften Ddr
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Abstract

Die Erfindung betrifft Herstellungsverfahren neuer Polymerisate aus kaefigartig aufgebauten Doppelringkieselsaeurederivaten und polymerisationsfaehigen Verbindungen. Erfindungsgemaesz werden Doppelringkieselsaeurederivate mit kaefigartigen Strukturen der allgemeinen Formel (I){polymere; Doppelringkieselsaeurepolymere; Silylierung; Polysiloxane; Organosiloxane; kieselsaeurehaltige; Polykondendationsprodukte, kieselsaeurehaltige; Temperaturbestaendigkeit; Grenzflaechenaktivitaet; Festigkeit; Absorptionsmittel}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft Herstellungsverfahren neuer Polymerisate aus reaktionsfähigen käfigartig aufgebauten Oopelringkieselsäurederivaten und polymerisav'onsfählgen Verbindungen. Die neuen Polymerisate zeichnen sich gegenüber vergleichbaren durch bessere Festigkeiten, erhöhte Temperatur· und Ätzbeständigkeit und verbesserte grenzflächenaktive Eigenschaften aus.
Bekannter Stand der Technik
Polymerbüdungen mit Siiiclum enthaltenden organischen Substanzen sind von den Reaktionen funktionell Silane und Siloxane her bekannt und in W. NOLL; Chemie und Technologie der Silicone, Verlag Chemie, Weinheim (1968) beschrieben. Die Polymerbildung kann durch Homopolymerlsatlon ungesättigter Gruppen enthaltender Silane bzw. Siloxane untereinander oder durch Kopolymerisation mit ungesättigten organischen Verbindungen erfolgen. Auch Polymerbildung durch Polyaddition- und Polykondensationsreaktionen organischer Siliclum-Verbindungen sind bekannt (siehe oben). Die Silicium enthaltenden Baugruppen der genannten Polymerisate bestehen vorwiegend aus D- und T-Einheiten (entsprechend der in der Siliconchemie verwendeten Nomenklatur). Q-Baugruppen, wie sie in Kiesoisäurederivaten vorliegen, werden in die Polymerisate in Form der als Vernetzer wirkenden Tetraalkoxy· oder Tetraacyloxysilane vorwiegend in monomerer Form eingebracht oder in Form funktionalisierter polymerer Kieselsäurederivate mit Vinyl- oder Η-Gruppen. Diese polymeren Kieselsäurederivate werden gewöhnlich aus Wassergiaslösungen hergestellt und weisen eine breite Molekulargewichtsverteilung auf. (Lit.: Y. CHUJO et al. Polym. J. 16f 11984) 495; JP58-162022; JP59-8C434), das heißt, man erhält keinen definierten Molekülaufbau.
Ziel der Erfindung
Es ist Ziel der Erfindung, den Stand der Technik durch neue kieselsäurehaltige siliciumorganische Polymere zu bereichern und dabei die Anwendungsgebiete solcher Verbindungen zu erweitern.
Wesen der Erfindung
Dei- Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neue siliciumorganische Polymere und deren Herstellungsverfahren bereitzustellen, wobei durch Einführung bestimmter Kieselsäurebaueinheiten (Q-Baugruppen) ein definierter Molekülaufbau erreicht werden soll. Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch das Einbringen käfigartig aufgebauter Doppelringkieselsäurederivate mit funktioneilen Gruppen.
Erfindungsgemäß werden Polymerisate aus käfigartig aufgebauten Doppelringkieselsäurederivaten und polymerisationsfähigen Verbindungen nach einer ersten Variante hergestellt, indem man organophile Doppelringkieselsäurederivate mit käfigartigen Strukturen der allgemeinen Formel 1
y die ganze Zahl 6,8 oder 10 bedeutet;
η eine ganze Zahl von Null bis (y-1) bedeutet;
R\R2,R3 die gleich oder voneinander verschieden sein können jeweils ein geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit 1 bis
5 Kohlenstoffatom oder Phenyl darstellen und Q Vinyl oder Allyl bedeutet, mit einer monomeren reaktiven Verbindung mit olefinischen Doppelbindungen
polymerisiert.
Pie Doppelrlngkleseleäurederivate der Formel I existieren ale Doppeldreiring (y = β)-, Doppelvierring (y = 6)- oder Doppelfünfring (y «= 10)-Verbindungen, wobei die Doppelvierringverbindungen besonders bevorzugt sind. Diese Verbindungen können bis zu 6 bzw. 8 bzw. 10 reaktionsfähige Vinyl- oderAllylgruppen pro Doppelring tragen, wobei es möglich ist, daß ein Teil dieser Gruppen durch relativ wenig reaktionsfähige Gruppen des Typs (SiR1R2R3In ersetzt sein kann. Vorzugswelse ist η = 0 bis 4, wenn y - β; η = 0 bis β, wenn y - 8; und η - 0 bis 8, wenn y -10, wobei der jeweilige Wert für η stets als statistischer Mittelwert aufzufassen ist
Als Beispiel für die Struktur der Ausgangsverbindungen wird eine Doppelvierringverbindung (D4 R-) dargestellt.
m'#m& Wm: ö ^ ^
In dieser D4 R-Verbindung bedeutet Q Vinyl oder Allyl, kann aber auoh gemSß anderen Verfahrensvarianten, Wasserstoff, Hydroxy odqr Epoxy sein; R ist Alkyl oder Phenyl.
Bei der erfindungsgemäßen Polymerisationsreaktion können als monomere reaktionsfähige Verbindungen mit olefinischen Doppelbindungen solche Monomere wie Ethen, Proben, But-1-en, Vinylchlorid, Methacrylsäure, Acrylsäureester, Styren eingesetzt werden, aber auch monomere Verbindungen der Formel I, worin y,n,R\R ,R1 die genannte Bedeutung haben und Q Vinyl oder Allyl ist. Bei der letztgenannten Polymerisation können beispielsweise Verbindungen der Formel I mit Q = Vinyl mit Verbindungen der Formel I mit Q = Allyl polymerisiert werden oder solche mit unterschiedlichen η-Werten. Aber auch die reine Homopolymerisation ist möglich. Dabei ist jedoch zu beachten, daß aus sterischen Gründen nicht alle möglichen Polymerisationsstellen der Doppelringe reagieren.
Die Polymerisationsreaktion erfolgt unter den für diese Reaktionen üblichen Verfahrensbedingungen. Bei der radikalischen Polymerisation von z.B. Ethen oder Vinylchlorid mit den Verbindungen der Formel I wird die Startreaktion durch radikal- oder ionenbildende Katalysatoren ausgelöst. Dafür können übliche Perverbindungen wie Benzoylperoxid und tert. Butylcumylporoxid oder Azobislsobutyronitril eingesetzt werden. Es sind auch Metallalky !verbindungen, wioAluminlumtriethyl oder Lithiumethyl in Gegenwart apolanr Lösungsmittel, z.B. n-Heptan als Polymerisationskatalysatoren, geeignet. Erfindungsgemlß » irden Kopolymerisate aus käfigartig aufgebauten Doppelringkieselsäurederivaten und polymerlsatlonsfS.iigen Verbindungen auch hergestellt, indem man organe phlle Doppelringkieselsäurederivate mit käfigartigen Strukturen der allgemeinen Formel I
SIy(WSiR1R1R1USiR1R7QJy _,
y die ganze Zahl 6,8 oder 10 bedeutet;
η eine ganze Zahl von Null bis (y- 1) bedeutet;
R1, R2, R* die gleich oder voneinander verschieden sein können oder Phenyl int, jeweils geradkettiges oder verzweigtes Alkyl
mit 1 bis 5 Kohlenstoffatom oder Phenyl darstellen und Q ein Epoxvrest ist, mit einem Polyglykol polyaddiert.
Die Doppelringkieselsäurederivate der Formel I existieren als Doppeldreiring Iy =· 6)·, Doppelvierring (y ·< 8)- oder Doppelfünfring (y = iodverbindungen, wobei die Doppelvierringverbindungen besonders bevorzugt.sind. Liese Verbindungen
können bis zu 6 bzw. 8 bzw. 10 reaktionsfähige Epoxigruppen pro Doppelring tragen, wobei es möglich Ist, daß ein Teil dieser
Gruppen durch relativ wenig reaktionsfähige Gruppen des Typs -(SIR1R1R'),, ersetzt sein kann. Vorzugsweise ist η »0 bis 4, wenn
y = β; η Ist 0 bis 6, wenn y » 8 und η ist 0 bis 8, wenn y = 10, wobei der jeweilige Wert für η stets als statistischer Mittelwert
aufzufassen ist
Ein bevorzugter Epoxyrest ist z. B. der Glycidoxypropylrest
-(CH2Ir-O-CH-CH-CH2. Bevorzugte Poryglykole sind z.B. Polyetlhylonglykol, bestehend aus 5-40 Baueinheiten oder ein
Polyprop-.ienglykol, bestehend aus 10-50 Baueinheiten. Erfinduntisgemäß werden Kopolymerisate aus kSfigartig aufgebauten Doppelringkieselsäurederivaten und
polymerisationsfähigen Verbindungen, auch hergestellt, indem man organopnile Doppelringkieselsäurederivate mit
käfigartigen Strukturen der allgemeinen Formel I
y dleganzeZahl6,8und10bedeutet;
η eine ganze Zahl von NuIIbIeIy- 1) bedeutet;
R1, R2, R3 die gleich oder voneinander verschieden sein können, jeweils geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit 1 bis
6 Kohlenstoffatom oder Phenyl darstellen; und Q Hydroxy ist,
mit einem Siloxandlol, mit Organo-H-Slloxanen oder einer Verbindung der Formel I, worin y, n, R1, R2, R3 die genannte
Bedeutung haben, und Q Hydroxy oder H ist, polykondensiert
Die DoppelringkieselsSurederivate der Formel I existieren als Doppeldreiring (y = 6)·, Doppelvierring ty = 8)- oder Doppelfünfring (y = iodverbindungen, wobei die Doppelvierringverbindungen besonders bevorzugt sind. Diese Verbindungen können biezu β bzw. 8 bzw. 10 reaktionsfähige Hydroxygruppen pro Doppelring tragen, wobei es möglich ist, daß ein Teil dieser Gruppen durch relativ wenig reaktionsfähige Gruppen des Typs-(SiR1R1R3In ersetzt sein kann. Vorzugswelse Ist η « 0 bis 4, wenny « β, η Ist ObIs β, wenn y = 8 und η ist 0 bis 8, wenn y 10, wobei der jeweilige Wert für η stets als statistischer Mittelwert aufzufassen ist
Die Polykondensation erfolgt unter Wasser- bzw. Wasserstoffabspahung und bei den dafür üblichen Reaktionsbedingungen. Die Polykondensation erfolgt in Gegenwart basischer, bevorzugt jedoch mittels saurer Katalysatoren In Anwesenheit wasserbindender Substanzen, wie z. B. Acetylchlorid und Molekularsiebe.
Beyorzugte Siloxandiole sind z. B. die Polydimethylsiloxan-alpha, omega-diüle, bestehend aus durchschnittlich 30 Ketteneinheiten. Bevorzugte Organo-H-siloxane sind Verbindungen der allgemeinen Formel
H >R O-Si-O-Si
Ί* R :
1R
worin R Methyl und/oder Phenyl und χ eine ganze Zahl von 1 bis 50 ist.
Erfindungsgemäß werden Kopolymerisate aus käfigartig aufgebauten Doppelringkieselsäurederivaten und polymerisationsfähigen Verbindungen, auch hergestellt, indem man organophile Doppelringkieselsäurederivate mit käfigartigen Strukturen der allgemeinen Formel I
SIyOMy(SIR1R2R3MSiR1R2O), _ „ f
y dieganzeZahl6,8oder10bedeutet;
η eine ganze Zahl von Null bis (y - 1) bedeutet;
R1, R2, R3 die g W<*'.i oder voneinander verschieden sein können, jeweils geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit 1 bis
S Kohlenstoffatom oder Phenyl darstellen und Q Wasserstoff ist,
mit einer monomeren, mehrfach ungesättigten Verbindung mit olefinischen Doppelbindungen, mit einer Verbindung der Formel I, worin y, n, R1, R2, R3 die genannte Bedeutung haben und Q Vinyl oder Allyl (st, polyaddii.t oder mit SiOH-Gruppen enthaltenden Siloxanen oder Verbindungen der Formel I1 worin Q = H ist, polykondensiert. Die Doppelringkieselsäurederivate der Formel I exist'eren als Doppeldreiring (y = 6)·, Doppelvierring (y = 8)- oder Doppelfünfring (y = 10)-verbindungen, wobei die Doppelvierringverbindungen besonders bevorzugt sind. Diese Verbindungen können bis zu 6 bzw. 8 bzw. 10 reaktionsfähige Wasserstoffatome pro Doppelring tragen, wobei es möglich ist, daß ein Teil davon durch relativwenig reaktionsfähige Gruppen des TyPS-(SiR1R2R3Jn erseW sein kann. Vorzugsweise istn = 0 bis 4, wenny = 6,n Ist 0 bis 6, wenn y = 8 und η Ist 0 bis 8, wenn y = 10, wobei der jeweilige Wert für η stets jl*. statistischer Mittelwert aufzufassen ist. Vorzugswelse ist das mehrfach ungesättigte Monomere aus der aus Butadien, Isopren und Chloropren bestehenden Gruppe ausgewählt, insbesondere ist es Butadien.
Eine bevorzugte Additionsreaktion ist die zwischen Verbindungen der Formel I mit Q = H und Verbindungen der Formel I und Q = Vinyl· oder Allyl. In Abhängigkeit vom molaren Vinyl- bzw. Allyl/H-Verhältnis, der eingesetzten Ausgangskomponenten und dem Wert η in Formel I werden Additionsprodukte unterschiedlichen Vernetzungsgrades und dementsprechend unterschiedlicher Löslichkeit erhalten.
Beträgt beispielsweise das molare Vinyl-H-Verhältnis 2:1 bei jeweils η = 0, so wird ein in organischen Lösungsmitteln lösliches Produkt mit einem relativ geringen Vernetzungsgrad erhalten. Bei einem molaren Vinyl-H-Verhältnis der Ausgangskomponenten von 1:1 (bei η = 0) wird ein hochvernetztes in Wasser und Organischen Lösungsmitteln unlösliches Produkt erhalten, das jedoch gut organische Lösungsmittel, wie z. B. Toluen, absorbiert Werden Ausgangskomponenten mit η > 1 im Molverhältnis Vinyl/ H = 1:1 addidrt, so ergibt sich mit zunehmendem η eine verbesserte Löslichkeit der Reaktionsprodukte in organischen Lösungsmitteln mit parallel dazu abnehmendem Vernetzungsgrad. Die Reaktion wird vorzugsweise unter Feuchtigkeitsauischluß durchgeführt. Bevorzugt wird ein Katalysstor eingesetzt, z. B. Hexachloroplatinsäure. Die analytische Untersuchung der Additionsprodukte mit Hilfe IR-, 1H-NMR- und n-Si-NMR-Spektroskopie zeigt, daß bei von 1 abweichenden molaren Vinyl/H-Verhfiltnissen der Reaktionspartner eine vollständige Addition derim Unterschuß vorhandenen Komponente erfolgt. Bei einem Mo'verhältnis von 1:1, das einem maximalen Vernetzungsgrad entspricht, setzt sich aufgrund der Raumbeanspruchung der Doppelringstrukturen ein kleinerer Teil der sSiH-Gruppen nicht mit den Vinylgruppen der DoppelringkieselsXurederivate um.
Der Vernetzungsgrad im ReaktionsprodukS ist jedoch so hoch, daß es ein in organischen Lösungsmitteln unlösliches Gel bildet. Die nSi-NMR-Festkörperuntersuchungen weisen darauf hin, daß es sich bei dem Reaktionsprodukt des Vinyl- bzw. AHyl/H = 1:1-Ansatzes (n = 0) um ein hochvernetztes Organokieselgel mit einer ungewöhnlichen Struktur aus wenigstens zwei unterschiedlichen Hohlraumtypen - den Doppelringkäfigen und den Hohlräumen zwischen den Käfigen - handelt Die
Reaktionsbedingungen der Addition sind z.B. folgende: Die Ausgangsverbindungen entsprechend Formel I (Q = H bzw. Vinyl oder Allyl) werden'in 10%lger Konzentration in Toluen
gelöst, dazu wird ein katalysator, vorzugsweise ein Pt-Katalysator, gegeben, der beispielsweise In Toluen in einer Konzentration
von 10~4 bis 1O-1MoI Pt pro Mol Vinyl- bzw. Allylgruppe vorliegt. Das Reaktionsgemisch wird 0,7-15 Stunden auf eine
Temperatur zwischen 80 und 12O0C, vorzugsweise 100 bis 110°C erwärmt. Bei einem Molverhältnis Vinyl bzw. AIIyI-H von 1:1
beginnt nach etwa 10 min die Gelbildung. Nach Abschluß der Reaktion wird das Gel isoliert und mit Toluen gewaschen. Nach
Entfernung des Lösungsmittels im Vakuum wird das Reaktionsprodukt als ein weißes Pulver erhalten. Die Reaktionsprodukte aus Ansätzen mit Vinyl- bzw. Allyl/H-Verhältnissen ungleich 1 fallen meist in öliger Konsistenz an und
sind in organischen Lösungsmitteln größtenteils löslich.
Eine bevorzugte Kondensationsreaktion Ist die Reaktion zwischen Verbindungen der Formel I mit Q => H und Siloxandiolen,
insbesondere mit Polydimethylsiloxana.üxJiolen, bei der unter Freisetzung von Wasserstoff polymere Verbindungen über
Si-O-Si-Verknüpfungen gebildet werden. Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Polymere sind allgemein als Beschichtungsmaterial einsetzbar,
beispielsweise als Korrosionsschutzmittel, sie können aber auch als Vermittler zwischen Glas und Plastmaterialien eingesetzt werden. Bei einem Oberflächenschutz lassen sich durch die mögliche Anwesenheit reaktiver Gruppen am vorhandenen Polymer kleinere Moleküle gegebenenfalls nachträglich einpolymerisleren. Die neuen Polymere können aber auch als Absorptionsmittel eingesetzt werden, z. B. für chromatografische Zwecke (Trennphase) infolge ihrer definierten Hohlraumstrukturen.
Die Herstellung der Verbindungen der Formel I erfolgt nach Verfahren, die in gleichzeitig eingereichten Patentanmeldungen
beschrieben sind. So kann man z. B. Verbindungen, in denen Q Wasserstoff, Vinyl oder Allyl ist, herstellen, indem man ein käfigartiges Doppelringsilicat oder eine Lösung einer käfigartigen Doppelringkieselsäure, die jeweils im Molekül 6,8 oder
10 Siliciumatome und entsprechend dazu 15,20 oder 25 Sauerstoffatome enthalten, mit einem Silan der Formel R1R2R3R4Si und/oder einem Disiloxan der Formel (R1R2R3SI)2O umsetzt, worin R1 und R2 Alkyl mit 1 bis 5 C-Atomen ist, R3 Wasserstoff, Vinyl
oder Allyl und R4 Halogen, Alkoxy odor Hydroxy bedeutet. Weitere Herstellungsverfahren der Verbindungen der Formel I sind in den gleichzeitig eingereichten Patentanmeldungen (Hoebbel, D. u.a., Hinterlegungsdatum 29.06.88, Int. Nr. 2530/8814 und 2530/8816) beschrieben, auf die hier ausdrücklich bezug genommen wird. So können z. B. Verbindungen mit Q = Vinyl oder Allyl auch aus der entsprechenden Η-Verbindung hergestellt werden, indem man eine Verbindung der allgemeinen Formel Il
SL^(SiR1R2R3MSiRVH),-„ f (II)
worin R1, R2, R3, y und η die oben genannte Bedeutung haben, durch Addition mit einer aliphatischen geradkettlgen oder verzweigten Alkinylverbindung mit 2 oder 3 Kohlenstoffatomen, die gegebenenfalls substituiert sein kann, umsetzt. Verbindungen, in denen Q Hydroxy ist, erhält man beispielsweise ebenfalls aus Verbindungen der Formel Il durch Halogenierung mit einem Halogenierungsmittel, wie Chlor oder Brom in CCU oder N-Bromsuccinimid und anschließender Hydrolyse. Zur Herstellung von Verbindungen, in denen Q ein Epoxyrest ist, der gegebenenfalls über eine Ethergruppe gebunden sein kann, wird eine Verbindung der allgemeinen Formel II, worin R1, R2, R3, y und η die oben genannte Bedeutung haben, durch Addition mit einer Verbindung der allgemeinen Formel V,
B7 - CH - CH - R8 (VV
worin R7 ein geradkettiger oder verzweigter Alkenylrest mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen ist, der gegebenenfalls eine Etherbindung aufweist, und R* Wasserstoff oder Ci-C3-Alkyl ist, umgesetzt. Die Erfindung soll nachstehend durch Beispiele näher erläutert werden, wobei dies jedoch keine Einschränkung des Schutzumfangs darstellen soll.
AusfOhrungsbeisplel Beispiel 1 Eine 10%ige Lösung eines Doppelringkieselsäurederivates der allgemeinen Formel I, worin y = 8 und η = Null, R1, R2, R3 = Methyl und Q = Vinyl ist (Ο»Μβ ν) in Toluen (6,88mM = 8,4g), wird mit einer 10%igsn Lösung eines Doppelringkieselsäu'ederivates der Formel I, worin y = 8, η = Null, R1, R2, R3 - Methyl und Q = Wasserstoff ist (O4M1"), in Toluen (6,88mM »= 7g) gemischt. Zu dieser Lösung werden 7 · 10~4 bis 7 · 10~6rr»M Hexachloroplatinsäure, gelöst in Toluen, als Katalysator dazugegeben. Die Mischung wird unter Rühren am Rückfluß unter Feuchtigkeitsausschluß bei Temperaturen
zwischen 1000C und 11O0C bis zur Gelbildung erhitzt und anschließend etwa 10 Stunden bei 110°C gehalten. Das isolierte Gel wird mehrmals mit Toluen gewaschen, um eventuell nicht umgesetzte Ausgangsstoffe zu entfernen. Anschließend wird abgesaugt, und das anhaftende Lösungsmittel im Vakuum (5 Torr/60°C) entfernt. Das erhaltene Reaktionsprodukt ist in Wasser und organischen Lösungsmitteln nicht löslich.
Das Produkt kann z. B. als Absorptionsmittel eingesetzt werden. Beispiel 2 Eine 10%ige Lösung von Q»M8 V in Toluen (6,88mM = 8,4g) wird mit einer 10%igen Lösung von Q»M»H in Toluen
(3,44mM = 3,5g) gemischt. Zu dieser Lösung werden 7 · 1O-4 bis 7 · 10-smM Hexachloroplatinsäure, gelöst in Toluen, als
Katalysator gegeben. Die Mischung wird unter Rühren am Rückfluß unter Feuchtigkeitsausschluß etwa 7 Stunden bei Temperaturen zwischen 100 und 110X gehalten. Das Lösungsmittel wird im Vakuum (15 Torr/60°C) abdestilliert und das Reaktionsprodukt bei 5 Torr/600C getrocknet Die erhaltene Substanz ist in organischen Lösungsmitteln wie z. B. Toluen, Heptan
und Aceton löslich.
Das Produkt kann z. B. als Beschichtungsmaterial eingesetzt werden.

Claims (13)

  1. Γ' <Τ' f
    Patentante
    1. Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten aus käfgartig aufgebauten Doppelringkieselpäurederivaten und polymerisationsfähigen Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man organophile Doppelringkieselsäurederivate mit käfigartigen Strukturen der allgemeinen Formel
    SIyO21By(SiR1R2R3MSiR1R2Q)7 _ „ f
    worin
    y die ganze Zahl 6,8 oder 10 bedeutet;
    η eine ganze Zahl von Null bis (y - 1) bedeutet;
    R1,R2,Fr die gleich oder voneinander verschieden sein können, jeweils Phenyl oder ein • geradkettiges oder verzweigtes Alkyl mit 1 bis 5 Kohlenstoffatom darstellen und Q Wasserstoff, Hydroxy, Vinyl, Allyl oder Epoxy ist;
    a) wenn Q Vinyl oder Allyl bedeutet, mit einer monomeren reaktiven Verbindung mit olefinischen Doppelbindungen polymerisiert; oder
    b) wenn Q ein Ξpoxyrest ist,
    mit einem Polyglykol polyaddiert; oder
    c) wenn Q Hydroxy ist,
    mit einem Siloxandiol, einer Verbindung der Formel I, worin y, n, R1, R2, R3 die genannte Bedeutung haben, und Q Hydroxy oder H ist, oder einem Organo-H-siloxan polykondensiert; oder
    d) wenn Q Wasserstoff ist,
    mit einer monomeren, mehrfach ungesättigten Verbindung mit olefinischen Doppelbindungen oder mit einer Verbindung der Formel I, worin y, n, R1, R2, R3 die genannte Bedeutung haben und Q Vinyl oder A)IyI ist, polyaddiert; oder
    e) wenn Q Wasserstoff ist,
    mit SiOH-Gruppen enthaltenden Polysiloxanen polykondensiert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1 a), dadurch gekennzeichnet, daß dio monomere Verbindung eine Verbindung der Formel I ist, worin y, n, R1, R2, R3 die genannte Bedeutung haben und Q Vinyl oder Allyl ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 a), dadurch gekennzeichnet, daß die monomere Verbindung Styren oder Methacrylsäure ist.
  4. 4. Verfahren mich Anspruch 1 b), dadurch gekennzeichnet, daß der Epoxy rest ein Glycidoxypropylrest ist.
    rx Verfahren nach Anspruch 1 b), dadurch gekennzeichnet, daß das Polyglykol ein Polyethylenglykol, bestehend aus 5-40 wiederkehrenden Struktureinheiten, oder ein Polypropylenglykol, bestehend aus 5-50 wiederkehrenden Struktureinheiten, ist.
  5. 6. Verfahren nach Anspruch 1 c), dadurch gekennzeichnet, daß das Siloxandiol ein Polydimethylsiloxan-alpha-omega-diol ist.
  6. 7. Verfahren nach Anspruch 1 c), dadurch gekennzeichnet, daß das Organ^-H-siloxan ein Siloxan der allgemeinen Formel
    R-Si
    H R
    O - Si - O - Si
    - R
    R R R X
    ist, worin R Methyl und/oder Phenyl und X eine ganze Zahl von 1-50 ist.
  7. 8. Verfahren nach Anspruch 1 d), dadurch gekennzeichnet, daß das mehrfach ungesättigte Monomere aus der aus Butadien, Isopren und Chloropren bestehenden Gruppe ausgewählt ist, insbesondere Butadien ist.
  8. 9. Verfahren ι räch Anspruch 1 e), dadurch gekennzeichnet, daß das Polysiloxan ein Polydimetrylsiloxan-alpha-omega-diolist.
  9. 10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
    R1,R2 und R3 Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl und/oder Phenyl darstellen, vorzugsweise Methyl, Ethyl und/oder Phenyl.
  10. 11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R\R2 und R3 Alkyl sind, insbesondere Methyl.
  11. 12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R1 und R2 Alkyl sind, vorzugsweise Methyl, und R3 Phenyl ist.
  12. 13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß y die Zahl 8 ist.
  13. 14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß η = 0 bis 4 ist, wenn y = 6; η = 0 bis 6 ist, wenn y = 8; und η = 0 bis 8, wenn y = 10.
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