DD284878A5 - Verfahren zur herstellung eines pseudoprimycin-komplexs seiner saeureadditionssalze - Google Patents

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DD284878A5
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pseudoprimycin
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complex
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acetate
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Gyula Dekany
Judit Frank
Istvan Pelczer
Gabor Kulcsar
Enikoe Schreiner
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Pseudoprimycin-Komplexes der Formel * seiner Komponenten und seiner Saeureadditionssalze. In der Formel (I) bedeuten R1 Butyl, Pentyl oder Hexyl, R2 fuer Wasserstoff, Hydroxyl oder O-Arabinose, X einen anorganischen Saeurerest, vorzugsweise ein Sulfation oder einen organischen Saeurerest, vorzugsweise ein Acetation. Der Komplex zeichnet sich durch seine gute Loeslichkeit aus. Formel{Verfahren; Herstellung; Pseudoprimycin-Komplexes; gute Loeslichkeit}

Description

Hierzu 1 Seite Formeln
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Pseudoprimycin-Komplexes, seiner Komponenten und seiner Säureadditionssalze.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Primycin ist ein makrolides Antibiotikum mit antibakterieller Wirkung (Nature 1741105/1964/), der Wirkstoff des bereits im Handel befindlichen EMBRIMYCINR-Gels. Es besitzt eine ausgezeichnete antibakterielle Wirkung. Wichtig ist, daß sich ihm gegenüber noch keine Resistenz herausgebildet hat. Diese vorteilhaften Eigenschaften rechtfertigen ein möglichst breites Anwendungsspektrum des Primycins. Gegenwärtig wird es aber nur in Form eines alkoholischen Gels zur Behandlung von Oberflächen angewendet. Die Entwicklung der verschiedenen Arzneimittelformen wird stark durch die Tatsache, daß das Primycin sich außerordentlich schlecht oder überhaupt nicht in Wasser beziehungsweise organischen Lösungsmitteln löst, erschwert.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Erarbeitung eines Verfahrens, mit dessen Hilfe die Löslichkeit und damit die Anwendbarkeit des Primycins verbessert werden kann. In eigenen Versuchen wurde überraschenderweise gefunden, daß sich das Primycin bei Einwirkung von verschiedenen Stoffen basischen Charakters, Nucleophilen und/oder Metallverbindungen in einen neuen Stoff umwandelt, der sich gut in Wasser und/oder organischen Lösungsmitteln löst und darüber hinaus ausgezeichnete Geliereigenschaften besitzt. Der stattgefundene Prozeß ist eine C35-C37-Translaktonisierung, das heißt, der Primycin-Ring mit ursprünglich 35 Kohlenstoffatomen wird in einen Ring mit 37 Kohlenstoffatomen überführt. Das in der Translaktonisierungsreaktion entstehende umgebildete Primycin wird als Pseudoprimycin bezeichnet.
Das Pseudoprimycin ist ähnlich wie das Ausgangs-Primycin eine komplexe Verbindung, das heißt, es besteht aus verschiedenen Komponenten.
Dieser Komplex kann mit Hilfe der zur Trennung des Primycins angewendeten Methoden ebenfalls in seine Komponenten getrennt werden. Die der Trennung des Primycins dienende Methode ist in der HU-PS 196425 beschrieben. Eine andere Methode zur Herstellung der Pseudoprimycin-Komponenten besteht darin, daß man die einzelnen isolierten Primycin-Komponenten einer Translaktonisierungsreaktion unterwirft. Alle der bisher bekannten Primycin-Komponenten gehen diese Reaktion ein.
Eigenen Untersuchungen zufolge haben sowohl das Pseudoprimycin als auch seine einzelnen Komponenten eine antibakterielle Wirkung und eignen sich ausgezeichnet zur Herstellung von höhere Wirkstoffkonzentrationen enthaltenden Arzneimittelformen. Infolge ihrer neuartigen Struktur hat sich, wie bereits erwähnt, überhaupt noch keine Resistenz gegen sie herausgebildet.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Gegenstand der Erfindung ist also ein Verfahren zur Herstellung eines Pseudoprimycin-Komplexes der allgemeinen Formel (I) und/oder seiner Komponenten und deren Säureadditionssalze, wobei in der allgemeinen Formel (I) R, für eine Butyl-, Pentyl- oder Hexylgruppe, R2 für Wasserstoff-, eine Hydroxyl- oder eine O-Arabinosegruppe,
X für einen anorganischen Säurerest, vorzugsweise ein Sulfation, oder für einen organischen Säurerest, vorzugsweise ein Acetation, steht.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird so vorgegangen, daß man
a) zur Herstellung des Pseudoprimycin-Komplexes das Primycin der allgemeinen Formel (II) -worin R1, R2 und X die obige Bedeutung haben-mit einem geladenen basischen Stoff oder mit einer ungeladenen Verbindung umsetzt und einer C35-C37-Translaktonisierung unterwirft oder
b) zur Herstellung der Komponenten des Pseudoprimycin-Komplexes die C35-C37-Translaktonisierung mit den Komponenten des Primycins der allgemeinen Formel (II) vornimmt oder
c) zur Herstellung der Komponenten des Pseudoprimycin-Komplexes den Pseudoprimycin-Komplex der allgemeinen Formel (I) einer chromatographischen Trennung unterwirft.
Als Ausgangsstoff kann jedes beliebige Primycinsalz, vorzugsweise das durch Fermentation hergestellte Primycinsulfat oder das daraus hergestellte Primycinacetat, verwendet werden. Das Primycinacetat und die vom Sulfat verschiedenen anderen Primycinsalze werden nach dem in der erwähnten HU-PS beschriebenen Verfahren hergestellt.
Die Translaktonisierungsreaktion ist ein Prozeß, der zum Gleichgewicht führt und ein Verhältnis der Produkte von 1:1 nach sich zieht. Dieser Prozeß findet unter Verwendung von geladenen Stoffen oder ungeladenen Verbindungen statt.
Als geladene Stoffe werden in erster Linie in Ionen zerlegte Salze verwendet. Das Anion des in Ionen zerlegten Salzes kann organischen Ursprungs, wie zum Beispiel ein Alkoholat, vorzugsweise ein Methylat, Ethylat oder Phenolat, oder ein Carboxylat, vorzugsweise ein Acetat, Formiat, Chloracetat, Sukzinat oder Benzoat sein oder es kann anorganischen Ursprungs, wie zum Beispiel ein Carbonat, Hydrocarbonat, Sulfat, Sulfit, Sulfid, Phosphat, Dihydrogenphosphat, Nitrat, Nitrit, Cyanid, Chlorid, Bromid oder Fluorid sein. Das Kation des Salzes kann ein Alkalimetall, vorzugsweise Natrium, Kalium, ein Alkalierdmetall, vorzugsweise Magnesium, oder ein Übergangsmetall, vorzugsweise Eisen sein.
Als geladene Stoffe können auch quaternäre Ammoniumsalze, vorzugsweise Tetrabutyl-ammoniumbromid, oder Nucleophile, vorzugsweise lonenaustauscherharz, vorteilhaft Amberlite IRA 401, verwendet werden.
Als ungeladene Stoffe können einerseits Metalloxyde oder Hydroxyde, vorzugsweise Natriumhydroxyd, Bariumhydroxyd oder Magnesiumoxyd, andererseits organische Basen, vorzugsweise Diethylamin, Triethylamin, Anilin, oder aber stickstoff- oder sauerstoffhaltige heterozyklische Verbindungen, vorzugsweise Pyridin, Chinolin, Piperazin, Imidazol, Dioxan, verwendet werden. Die Translaktonisierungsreaktion wird in einem Medium aus wäßrigem und/oder organischem Lösungsmittel durchgeführt. Als organisches Lösungsmittel werden protische Lösungsmittel, wie aliphatische C^-Alkohole, vorzugsweise Methylalkohol, Ethylalkohol, n-Butanol oder beispielsweisee halogenierte Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise Chloroform, sowie aprotische Lösungsmittel, wie beispielsweise Ether, sowie organische Basen, wie zum Beispiel Diethylamin, Pyridin, Acetonitril, Dimethylformamid, verwendet. Für am vorteilhaftesten wurden die aliphatischen C1 ^,-Alkohole, allein oder mit Wasser vermischt, befunden.
Die Reaktion kann auch bei Raumtemperatur (20-220C) stattfinden, der Prozeß wird aber beschleunigt, wenn man das Reaktionsgemisch erhitzt, gewünschtenfalls kann beim Siedepunkt des Lösungsmittels gearbeitet werden.
Das Reaktionsgemisch wird vorteilhaft wie folgt aufgearbeitet:
Aus dem Ausgangs-Primycinsalz wird -wenn nötig - das Acetatsalz gebildet, dann stellt man über die oben beschriebene Translaktonisierungsreaktion das Pseudoprimycinacetat her. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird durch Behandlung mit einem geeigneten organischen Stoff vom Pseudoprimycinacetat getrennt. Zum Ausfällen wird vorzugsweise Ethylformiat verwendet. Das ausgefällte Primycinacetat wird durch Filtrieren aus dem Reaktionsgemisch entfernt. Aus dem zurückgebliebenen Filtrat kann man Pseudoprimycin in Form von Acetat oder in Form eines anderen Salzes, das durch die Zugabe einer entsprechenden Säure hergestellt wird, gewinnen. Dieser Vorgang findet vorzugsweise mit Hilfe von Ether und/ oder Wasser oder Acetonitril statt, und anschließend wird filtriert und getrocknet.
Gemäß der Variante b) des erfindungsgemäßen Verfahrens geht man von den einzelnen Komponenten des in diese zerlegten Primycins aus, und die Translaktonisierung findet mit den einzelnen Komponenten statt, wodurch man die entsprechende Komponente des Pseudoprimycins erhält. Die Details des Verfahrens stimmen mit den Details der Variante a) überein.
Gemäß der Variante c) des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Komponenten des Pseudoprimycin-Komplexes aus dem gemäß Variante a) hergestellten Pseudoprimycin-Komplex durch chromatographische Trennung hergestellt. Dazu eignet sich die Säulen- oder Dünnschichtchromatographie. Da das Pseudoprimycin eine viel bessere Löslichkeit als das Primycin aufweist, ist auch das Zerlegen in seine Komponenten auf chromatographischem Wege viel einfacher und im allgemeinen mit einfacher Säulenchromatographie lösbar. Als Säulenfüllung wird vorteilhaft Silikagel (zum Beispiel Kieselgel 60) verwendet, das im angewendeten Eluat suspendiert eingefüllt wird. Das zu trennende Primycinsalz wird ebenfalls im Eluat suspendiert auf das Gelbett aufgetragen. Zur Entwicklung wird ein Gemisch aus Wasser und organischem (n) Lösungsmittel(n) verwendet. Es wurde gefunden, daß die Gegenwart von organischer Säure im Eluat die Wirksamkeit der Trennung verbessert. Als organisches Lösungsmittel werden vorteilhaft Alkohol(e) (zum Beispiel Methanol, Ethanol, Butanol usw.) und halogenierte Lösungsmittel (zum Beispiel Chloroform, Dichlormethan usw.) verwendet, während als organische Säure vorzugsweise Essigsäure verwendet
Als am vorteilhaftesten erwies sich die untere Phase des Gemisches aus Chloroform, Methanol, Essigsäure und Wasser im Verhältnis 9:6:3:4, die mit 1 Vol.-% Methanol stabilisiert wird.
Während der Entwicklung werden die Fraktionen, die auf Grund der Dünnschichtchromatographie (TLC, thin layer chromatography) gleich zu bewertende Stoffe enthalten, gesammelt. Aus den vereinten Lösungen gewinnt man nach dem Eindampfen die einzelnen Komponenten in reinem Zustand. Die Dünnschichtchromatographie wird auf einer Schicht aus Silikagel, vorzugsweise Kieselgel 60 F254 (Merck) oder HPTLC HP-KF (Whatman), mit Proben eines Volumens von 10 μΙ durchgeführt. Das Laufmittel ist ein Gemisch aus Chloroform, Methanol, Ameisensäure, Wasser, Formaldehyd und n-Butanol im Verhältnis 160:53:6:9:3:3, die Entwicklung kann mit Chlortoluidin oder 1 % Phosphormolybdänsäure enthaltendem Ethanol vonstatten gehen.
Durch die chromatographische Trennung gewinnt man aus dem Pseudoprimycin-Komplex Komponenten, die denen des Primycin-Komplexes ähneln: A1, A2, A3, B1, B2, B3, C1, C2, C3.
Die Komponenten des Pseudoprimycin-Komplexes der allgemeinen Formel (I) sind die folgenden: Pseudoprimycin A1, worin R1 für Butylgruppe, R2 für O-Arabinosegruppe steht, X die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung besitzt -, Pseudoprimycin A3 -
worin R1 für Hexylgruppe, R2 für O-Arabinosegruppe steht, X die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung besitzt-, Pseudoprimycin B1 - worin R1 für Butylgruppe, R2 für Wasserstoff steht und X die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung hat -, Pseudoprimycin B2-worin R1 für Pentylgruppe, R2 für Wasserstoff steht und X die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung besitzt-, Pseudoprimycin B3- worin R1 für Hexylgruppe, R2 für Wasserstoff steht und X die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung besitzt-, Pseudoprimycin C1-worin R1 für Butylgruppe, R2für Hydroxylgruppe steht und X die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung hat -, Pseudoprimycin C2-worin R1 für Pentylgruppe, R2 für Hydroxylgruppe steht und X die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung hat -, Pseudoprimycin C3-worin R1 für Hexylgruppe, R2 für Hydroxylgruppe steht und X die in Anspruch 1 angegebene Bedeutung hat- sowie ihre Säureadditionssalze.
Bei der chromatographischen Trennung erhält man die folgenden charakteristischen Rf-Werte für die Pseudoprimycin-Komponenten:
A1 R, = 0,30 B1 R, = 0,55 C1 R, = 0,36 A2 R, = 0,32 B1 R, = 0,57 C1 R, = 0,38 A3 Rf = 0,34 B1 R, = 0,59 C1 R, = 0,40.
Der erfindungsgemäß hergestellte Pseudoprimycin-Komplex und/oder seine Komponenten besitzen eine erheblich bessere Löslichkeit als der Ausgangs-Primycin-Komplex und/oder seine Komponenten. Das Primycinacetat ist beispielsweise praktisch in Wasser, Ethanol, Methanol unlöslich, im Gegensatz dazu beträgt die Löslichkeit des Pseudoprimycinacetats in Wasser 5g/ 10ml, in Ethanol ebenfalls 5g/10ml, in Methanol hingegen 10g/10ml, was also eine bedeutende Verbesserung bedeutet.
Die bedeutende Verbesserung der Löslichkeit der einzelnen Komponenten des Pseudoprimycin-Komplexes im Vergleich zu der der ursprünglichen Primycin-Komponenten stimmt mit den den Pseudoprimycin-Komplex betreffenden Angaben überein, zum Beispiel beträgt die Löslichkeit von Pseudoprimycinacetat A1 in Wasser und Ethanol ebenfalls 5g/10 ml, in Methanol hingegen 10g/10ml. Somit eignen sich der Pseudoprimycin-Komplex und/oder seine Komponenten in gleicherweise zur Herstellung von höher konzentrierten Arzneimittelformen.
Eine weitere vorteilhafte Eigenschaft des Pseudoprimycins und/oder seiner Komponenten besteht in der guten Gelierfähigkeit:
In wäßrigem Medium beginnt an der Löslichkeitsgrenze des Stoffes sofort die Gelbildung, in organischen Lösungsmitteln hingegen bildet sich nach einigen Stunden Abstehen ein stabiles Gel.
Diese ausgesprochene Neigung zur Gelbildung kann vorteilhaft bei der Herstellung von entsprechenden Arzneimittelpräparaten, zum Beispiel von Gelen, Salben usw. genutzt werden.
Das Pseudoprimycin und/oder seine Komponenten können gewünschtenfalls aus ihren Salzen freigesetzt werden und/oder es können aus ihnen andere Salze gebildet werden. Der Pseudoprimycin-Komplex und/oder seine Komponenten zeigen ähnlich wie der ursprüngliche Primycin-Komplex und/oder seine Komponenten antibiotische Aktivität. Ihre Aktivität kommt in erster Linie gegenüber den Gram-positiven Bakterien zur Geltung, in höherer Konzentration wirken sie aber auch auf Gram-negative Bakterien.
Tabelle 1
Gemessenes Wirkungsspektrum des Pseudoprimycin-Komplexes sowie seiner Komponenten an polyresistenten humanpathogenen Mikroorganismenstämmen
Untersuchte Stämme:
1) Bacillus subtilis
2) Bacillus aereus -
3) Bacillus licheniformis
4) Staphylococcus aureus
5) Staphylococcus epidermis
6) Micrococcus-Stämme
7) Sporosarcina ureae
Untersuchte Stoffe:
I) Pseudoprimycinacetat
II) Pseudoprimycin A^Acetat
III) Pseudoprimycin A3-Acetat
IV) Pseudoprimycin BrAcetat
V) Pseudoprimycin B3-Acetat VD Pseudoprimycin C^Acetat
Unter - I Il MIC-Werte (Mg/ml) IV V Vl
suchte 2,5-5 5-10 2,5 2,5 2,5
Stämme 2,5-5 5-10 2,5 2,5 2,5
2,5-5 5-10 Untersuchte Stoffe 2,5 2,5 2,5
1. 2,5-5 5-10 III 5 5 2,5
2. 2,5-5 5-10 2,5 5 5 2,5
3. 0,75 2,5 2,5 2,5 1 1-2,5
4. 0,5 1 2,5 2,5 0,75 0,5
5. 5
6. 5
7. 2,5
0,5
Die toxikologischen Untersuchungen zum erfindungsgemäßen Pseudoprimycin-Komplex sowie zu seinen Komponenten wurden an männlichen und weiblichen Mäusen durchgeführt, die erhaltenen Ergebnisse wurden in Tabelle 2 zusammengefaßt.
Tabelle 2
Toxikologische Untersuchung des Pseudoprimycin-Komplexes beziehungsweise seiner Komponenten
Untersuchter Stoff männlich LDso-Wert (mg/kg) i.V. p.o.
17,66 weiblich männlich weiblich
13,30 18,78 1724 1583
Pseudoprimycinacetat 14,75 937 806
Pseudoprimycin A1-Acetat
Weitere Details des Verfahrens werden in den Ausführungsbeispielen erläutert, ohne daß dabei dabei der Schutzumfang auf diese Beispiele eingeschränkt wird.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
60,0g (53,23 mMol) Primycinsulfat und 8,5g (26,94 mMol) Ba(OH)2 - 8H2O werden in 800ml Methanol und 200ml Wasser suspendiert, dann werden nach 2,5 Stunden langem Erhitzen 20ml Essigsäure zugesetzt. Nach weiteren 30 Minuten Erhitzen wird das Bariumsulfat warm herausfiltriert, und das Filtrat wird im Vakuum eingedampft. Der ölige Rest wird in 100ml Methanol gelöst, und bei Raumtemperatur läßt man innerhalb von etwa 20 Minuten 200ml Ethylformiatzutropfen. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Das Filtrat wird im Vakuum eingedampft. Der feste Rückstand wird in 100 ml Diethylether verrieben, dann filtriert. Als Produkt erhält man 26,0g Pseudoprimycinacetat. Die Ausbeute beträgt 43,3%, der Schmelzpunkt liegt bei 106"C, die optische Aktivität ist +35,00C (in 0,2%iger methanolischer Lösung gemessen).
Beispiel 2
60,0g (52,77 mMol) Prim'ycinacetat werden in 800 ml Methanol suspendiert, dann wird die mit 200 ml Wasser bereitete Lösung von 2,14g (53,4 mMol) Natriumhydroxyd zugesetzt. Nach 2,5stündigem Rühren und Erhitzen werden heiß 20 ml Essigsäure zugegeben, dann wird das Gemisch nach weiteren 30 Minuten Erhitzen und im Vakuum eingedampft. Der Rest wird in 100 ml Methanol gelöst, und unter Rühren werden innerhalb von etwa 20 Minuten 200 ml Äthylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert, und das Filtrat wird im Vakuum eingedampft.
Der Rückstand wird im Gemisch aus 450 ml Diethylether und 9 ml Wasser verrieben. Die Suspension wird filtriert, der herausfiltrierte Stoff wird im Vakuum bei 700C getrocknet. Das Produkt sind 25g (41,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 106°C.
Beispiel 3
60,0g (53,23 mMol) Primycinsulfat werden in der mit 200ml Wasser bereiteten Lösung von 2,9g (27,35 mMol) Natriumcarbonat suspendiert, dann werden 800ml Methanol zugesetzt. Nach 2,5 Stunden Rühren und Erhitzen werden 20ml Essigsäure zugegeben, dann wird weitere 30 Minuten lang erhitzt. Das Reaktionsgemisch wird im Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird in 100ml Methanol gelöst, und das unlösliche Natriumsulfat wird aus der Lösung herausfiltriert. Der Lösung werden unter Rühren innerhalb von etwa 20 Minuten 200 ml Ethylformiat zugetropft. Das so ausgefällte, nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Dem Filtrat werden langsam, unterständigem Rühren 33,5 ml 2 N Schwefelsäurelösung zugetropft. Das Pseudoprimycinsulfat wird herausfiltriert und im Vakuum bei 700C bis zu einem konstanten Gewicht getrocknet. Man erhält 24,5g (40,8%) weißes, pulverartiges Pseudoprimycinsulfat mit einem Schmelzpunkt bei 127°C und einer optischen Drehung von +26,50C (in 0,2%iger methanolischer Lösung gemessen).
Beispiel 4
30,0g Primycinacetat (26,38 mMol) werden in 900ml eines Gemischs aus Methanol und Wasser im Verhältnis 2:1 suspendiert, dann werden unter Rühren 10g trockenes OH-förmigeslonenaustauscherharz vom Typ AmberlitelRA-401 zugesetzt, und es wird 4 Stunden lang bei 600C gerührt. Dann wird das lonenaustauscherharz aus der Lösung herausfiltriert. Dem Filtrat werden 10ml Essigsäure und 100 ml n-Butanol zugesetzt, und die Lösung wird im Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird in 50 ml Methanol gelöst, und der Lösung von Raumtemperatur werden unter kräftigem Rühren innerhalb von etwa 15 Minuten 100 ml Ethylformiat zugetropft. Das ausgefällte, nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Das Filtrat wird im Vakuum eingedampft, dann wird der Rückstand in Dietyl-ether verrieben. Die Suspension wird filtriert, das Filtrat wird bei 700C im Vakuum getrocknet. Man gewinnt als Produkt 14,0g (46,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 1060C.
Beispiel 5
0,31 g (13,48 mMol) metallisches Natrium werden unterwasserfreien Bedingungen mit 50ml Methanol umgesetzt, dann gibt man der Natriummethylat^Lösung 15,0g (13,19 mMol) Primycinacetat zu. Nach einstündigem kräftigem Rühren der Suspension werden 1Öml Essigsäure zugesetzt, dann wird das Reaktionsgemisch im Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird unter leichtem Erwärmen in 25ml Methanol gelöst, dann werden dem System bei Raumtemperatur innerhalb von etwa 10 Minuten 50ml Ethylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert, das Filtrat wird im Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird im Gemisch aus 112ml Diethylether und 2,2 ml Wasser verrieben. Die Suspension wird filtriert, das Filtrat wird im Vakuum bei 700C getrocknet. Als Produkt erhält man 7,0g (46,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 1060C.
Beispiel 6
15,0g (13,19 mMol) Primycinacetat werden in 50ml Methanol suspendiert, man setzt 1,56g (13,48 mMol) Natriumphenolatzu, und es wird eine Stunde lang bei 60°C kräftig gerührt. Dann werden der Lösung 10ml Essigsäure zugesetzt, und das Lösungsmittel wird vollständig bei verringertem Druck abdestilliert. Der Rest wird unter leichtem Erwärmen in 25 ml Methanol gelöst. Der Lösung werden bei Raumtemperatur unter ständigem Rühren innerhalb von etwa 20 Minuten 50 ml Ethylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert, das Filträt wird im Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird im Gemisch aus 112ml Diethylether und 2,2 ml Wasser verrieben. Die Suspension wird filtriert, das Filtrat wird bei 700C im Vakuum getrocknet. Als Produkt erhält man 7,0g (46,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 1060C.
Beispiel 7
6,0g (5,27 mMol) Primycinacetat werden in 400 ml n-Butanol suspendiert, dann werden 0,49 g (6,0 mMol) Natriumacetat zugesetzt. Dann wird das Reaktionsgemisch unter ständigem Rühren eine Stunde lang gekocht. Das Lösungsmittel wird im Vakuum vollständig abdestilliert, dann wird der Rückstand in 10 ml Methanol gelöst. Der Lösung von Raumtemperatur werden unter ständigem Rühren innerhalb von etwa 20 Minuten 20ml Ethylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Das Filtrat wird bei verringertem Druck eingedampft, der Rückstand wird mit 30 ml Acetonitril verrieben. Die Suspension wird filtriert, der feste Stoff wird bei 7O0C im Vakuum getrocknet. Man erhält 2,8g (46,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 1060C.
Beispiel 8
6,0g (5,27 mMol) Primycinacetat werden in 400 ml n-Butanol suspendiert, und es werden 6,0 mMol (in Methanol schlecht lösliches) organisches Reagens (Natriumchlorid, Natriumsulfat, Natriumsulfit, Natriumhydrogencarbonat, Eisen-lll-phosphat, Kaliumnitrat, Natriumnitrit, Kaliumbromid, Kaliumfluorid, Magnesiumoxyd, Natriumcyanid, Natriumdihydrogenphosphat, Eisen-ll-sulfid usw.) zugesetzt. Das Reaktionsgemisch wird unter ständigem Rühren eine Stunde lang gekocht, es werden 5ml Essigsäure zugesetzt, dann wird das Lösungsmittel im Vakuum vollständig abdestilliert. Der rückständige feste Stoff wird unter Erwärmen in 10ml Methanol gelöst. Der unlösliche anorganische Stoff wird herausfiltriert. Dem Filtrat werden bei Raumtemperatur unter ständigem Rühren innerhalb von etwa 20 Minuten 20ml Ethylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Das Filtrat wird bei verringertem Druck eingedampft, und der Rückstand wird in Diethyläther verrieben. Der feste Stoff wird herausfiltriert und bei 700C im Vakuum getrocknet. Das Produkt sind 2,8g (46,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 1060C.
Beispiel 9
6,0g (5,27 mMol) Primycinacetat werden in 400 ml n-Butanol suspendiert, es wird 1,0g (3,1 mMoi)Tetrabutyl-ammoniumbromid zugesetzt. Nach zweistündigem Kochen werden 5,0 ml Essigsäure zugegeben, dann wird das Lösungsmittel im Vakuum vollständig abdestilliert. Der rückständige feste Stoff wird in 30 ml Chloroform verrieben. Die Suspension wird filtriert, der herausfiltrierte Stoff wird unter Erwärmen in 10ml Methanol gelöst. Dann werden der Lösung bei Raumtemperatur unter ständigem Rühren innerhalb von etwa 20 Minuten 20 ml Ethylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Das Filtrat wird bei verringertem Druck eingedampft, und der Rückstand wird in Diethylether verrieben. Der feste Stoff wird filtriert und bei 700C im Vakuum getrocknet. Man erhält 2,8g (46,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 1060C.
Beispiel 10
6,0g (5,27 mMol) Primycinacetat werden im Gemisch aus 360ml n-Butanol und 60 ml Diethylamin suspendiert, dann wird unter ständigem Rühren 4,5 Stunden lang erhitzt. Danach wird das Reaktionsgemisch im Vakuum auf seine halbe Menge eingedampft. Es werden 5ml Essigsäure zugesetzt, und das Lösungsmittel wird vollständig im Vakuum entfernt. Der feste Rückstand wird in 10ml Methanol gelöst. Der Lösung auf Raumtemperatur werden unterständigem Rühren 20 ml Ethylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Das Filtrat wird im Vakuum eingedampft, und der Rückstand wird in Diethylether verrieben. Derfeste Stoff wird herausfiltriert und bei 700C im Vakuum getrocknet. Man erhält 2,8g (46,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 1060C.
Beispiel 11
60,0g (52,77 mMol) Primycinacetat werden in 400 ml Pyridin 3,5 Stundenlang erhitzt, und die erhaltene Lösung wird im Vakuum eingedampft. Vom Rückstand werden zweimal 50ml Ethanol abdestilliert, dann wird er in 100 ml Methanol gelöst, danach werden bei Raumtemperatur unter ständigem Rühren innerhalb von etwa 20 Minuten 200 ml Ethylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Das Filtrat wird im Vakuum eingedampft, und derfeste Rückstand wird in Diethylether verrieben. Die Suspension wird filtriert. Der so erhaltene weiße Stoff wird bei 700C im Vakuum getrocknet. Man erhält 25g (41,6%) Pseudoprimycinacetat. Schmelzpunkt: 106°C.
Beispiel 12
1,0g (0,89 mMol) Primycin ArSulfat (Herstellung gemäß dem ungarischen Patent Nr.196425) und 0,14g (0,45 mMol) Ba(OH)2 · 8H2O werden in 13,5ml Methanol und3,5ml Wasser suspendiert. Das Reaktionsgemisch wird unter ständigem Rühren 2,5 Stunden lang erhitzt. Es werden 0,4 ml Essigsäure zugesetzt, und dann wird weitere 30 Minuten lang erhitzt. Das bei der Reaktion entstehende Bariumsulfat wird aus dem warmen Reaktionsgemisch herausfiltriert. Das Filtrat wird im Vakuum eingedampft. Der ölige Rückstand wird in 1,6ml Methanol gelöst, dann werden bei Raumtemperatur unter ständigem Rühren innerhalb von etwa 10 Minuten 3,4 ml Ethylformiat zugetropft. Das nicht umgesetzte Primycinacetat wird herausfiltriert. Das Filtratwird im Vakuum eingedampft. Der feste Rückstand wird in 10 ml Diethylether verrieben, dann filtriert. Das erhaltene weiße Pulver wird bei 700C im Vakuum getrocknet. Man erhält 0,43 g (43%) Pseudoprimycin ArSulfat. Schmelzpunkt: 1080C.
Beispiel 13
Trennung der Komponenten des Pseudoprimycinacetats mit Hilfe der Säulenchromatographie
T) Säulenchromatographische Trennung
Aufgebrachte Probe: 6,8g Pseudoprimycinacetat in 30ml Eluat gelöst
(die Herstellung erfolgt nach einem der Beispiele 1,2,4-11)
Säule: Es wird ein Gelbett mit 3,6cm Durchmesser und 90cm Länge hergestellt, als Füllung verwendet man Kieselgel 60 (0,063 bis 0,100mm) (Merck).
Bei der Zubereitung der Füllung wird das Silikagel in dem verwendeten Eluat suspendiert.
Eluat: untere Phase des Gemisches aus Chloroform, Methanol, Essigsäure und Wasser im Volumenverhältnis 9:6:3:4, die mit 1 Vol.-% Methanol stabilisiert wird.
Fließgeschwindigkeit: 1,75 ml/min
Der Wirkstoffgehalt der erhaltenen Fraktionen wird mit Hilfe der Dünnschichtchromatographie untersucht.
2) Dünnschichtchromatographische Untersuchung
Verwendete Schicht: Kieselgel 60 F254 (Merck)
Volumen der aufgetragenen Probe: 10μΙ
Eluat: Gemisch aus Chloroform, Methanol, Ameisensäure, Wasser, Formaldehyd und n-Butanol im Volumenverhältnis 130:53:6:9:3:3
Entwickler: Chlortoluidin oder 1%ige Phosphormolybdänsäure enthaltendes Äthanol Die chromatographisch als gleich eingestuften Fraktionen werden vereint, dann nach Zugabe von 10ml n-Butanol im Vakuum eingedampft. Der feste Rückstand wird in Diethylether verrieben und filtriert. Das erhaltene weiße Pulver wird bei 7O0C getrocknet.
Auf diese Weise erhält man die Hauptkomponenten in der folgenden Verteilung:
Komponente Gewicht (g) Ausbeute (%) Sp. (X) Ia]IH0)
Pseudoprimycin A|-Acetat 1,60 23,5 108- +38,4
Pseudoprimycin A3-Acetat 0,30 4,4 110 +52,1
Pseudoprimycin d-Acetat 0,98 14,4 104 +42,2
Pseudoprimycin B,-Acetat 0,45 6,6 103 +50,0
Pseudoprimycin B3-Acetat 0,10 1,4 103 +45,0
(Die Drehung der Stoffe wurden in 0,2%iger methanolischer Lösung gemessen.)
O OH
OH OH
OH CH3 CH3 CH3OH OH OH OH
0 OH
OH OH OH OH

Claims (8)

1. Verfahren zur Herstellung eines Pseudoprimycin-Komplexes der allgemeinen Formel (I), worin R1 für eine Butyl-, Pentyl- oder Hexylgruppe,
R2 fürWasserstoff-, eine Hydroxyl-oder O-Arabinosegruppe, X für einen anorganischen Säurerest, vorzugsweise ein Sulfation, oder einen organischen
Säurerest, vorzugsweise ein Acetation stehtseiner Komponenten und seiner Säureadditionssalze, dadurch gekennzeichnet, daß man
a) zur Herstellung des Pseudoprimycin-Komplexes das Primycin der allgemeinen Formel (II) worin R-i, R2 und X die oben angegebene Bedeutung haben - mit einem geladenen Stoff oder einer ungeladenen Verbindung umsetzt und eine C35-C37-Translaktonisierungsreaktion durchführt, oder
b) zur Herstellung der Komponenten des Pseudoprimycin-Komplexes die Komponenten des Primycins der allgemeinen Formel (II) -worin R1, R2 und X die oben angegebene Bedeutung haben - mit einem geladenen Stoff oder einer ungeladenen Verbindung umsetzt und eine C35-C37-Translaktonisierungsreaktion vornimmt, oder
c) zur Herstellung der Komponenten des Pseudoprimycin-Komplexes den Pseudoprimycin-Komplex der allgemeinen Formel (I) -worin R1, R2 und X die oben angegebene Bedeutung haben - einer chromatographischen Trennung unterwirft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, Varianten a und b, dadurch gekennzeichnet, daß zur Durchführung der Translaktonisierung als geladener Stoff in Ionen zerlegte Salze, deren Anion organischen Ursprungs, wie zum Beispiel Alkoholat, vorzugsweise Methylat, Ethylat, Phenolat oder Carboxylat, vorzugsweise Formiat, Acetat, Chloracetat, Sukzinat sein kann, oder anorganischen Ursprungs, wie zum Beispiel Carbonat, Hydrocarbonat, Sulfat, Sulfit, Sulfid, Phosphat, Dihydrogenphosphat, Nitrat, Nitrit, Cyanid, Chlorid, Bromid, Fluorid sein kann, und deren Kation ein Alkalimetall, vorzugsweise Natrium, Kalium oder ein Alkalierdmetall, vorzugsweise Magnesium, ein Übergangsmetall, vorzugsweise Eisen ist, oder quaternäre Ammoniumsalze, vorzugsweise Tetrabutylammoniumbromid oder Nucleophile, vorzugsweise Ionenaustauscherharze, verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, Varianten a und b, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Durchführung derTranslaktonisierungsreaktion als ungeladenen Stoff ein Metalloxyd oder ein Hydroxyd, vorzugsweise Natriumhydroxyd oder Bariumhydroxyd, oder organische Basen, vorzugsweise Diethylamin, oder Stickstoff- oder sauerstoffhaltige heterozyklische Verbindungen, vorzugsweise Pyridin, verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1, Varianten a und b, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Translaktonisierung in einem wäßrigen Medium stattfindet.
5. Verfahren nach Anspruch 1, Varianten a und b, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Translaktonisierung in einem Medium aus organischem Lösungsmittel vorgenommen wird und als organisches Lösungsmittel ein protisches Lösungsmittel, wie zum Beispiel aliphatische C1^1-Alkohole, vorzugsweise Methylalkohol, Ethylalkohol, n-Butylalkohol, oder halogenierte Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise Chloroform oder aprotische Lösungsmittel, wie zum Beispiel Ether, oder organische Basen, wie zum Beispiel Diethylamin, Pyridin oder Acetonitril, verwendet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, Varianten a und b, 2,3,4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion bei Raumtemperatur (20-220C) oder bei einer höheren Temperatur, gewünschtenfalls beim Siedepunkt des Lösungsmittels, vorgenommen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, Variante c, dadurch gekennzeichnet, daß die chromatographische Trennung mit Hilfe der Säulen- und/oder Dünnschichtchromatographie erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man folgende Komponenten des Pseudoprimycin-Komplexes der allgemeinen Formel (I) herstellt:
- Pseudoprimycin A1 -worin R1 für eine Butylgruppe, R2 für eine O-Arabinosegruppe steht und X die oben angegebene Bedeutung hat-,
- Pseudoprimycin A2-worin R1 für eine Pentylgruppe, R2 für eine O-Arabinosegruppe steht und X die oben angegebene Bedeutung hat -,
- Pseudoprimycin A3-worin R1 für eine Hexylgruppe, R2 für eine O-Arabinosegruppe steht, X die oben angegebene Bedeutung hat-,
- Pseudoprimycin B1-WoHn R1 für eine Butylgruppe, R2 für Wasserstoff steht, X die oben angegebene Bedeutung besitzt-,
- Pseudoprimycin B2-WOHnR1 für eine Pentylgruppe, R2 für Wasserstoff steht und X die oben angegebene Bedeutung besitzt -,
- Pseudoprimycin B3-worin R1 für eine Hexyfgruppe, R2 für Wasserstoff steht und X die oben angegebene Bedeutung hat-,
- Pseudoprimycin C1-WoHn R1 für eine Butylgruppe, R2 für eine Hydroxylgruppe steht und X die oben angegebene Bedeutung hat -,
Pseudoprimycin C2-worin R1 für eine Pentylgruppe, R2 für eine Hydroxylgruppe steht und X die oben angegebene Bedeutung hat -,
- Pseudoprimycin C3—worin R1 eine Hexylgruppe, R2 eine Hydroxylgruppe ist undX die oben angegebene Bedeutung besitzt,
sowie deren Säureadditionssalze herstellt.
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