DD285542A5 - Mittel und verfahren zur bekaempfung von phytopathogenen pilzen - Google Patents

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DD285542A5 DD27731485A DD27731485A DD285542A5 DD 285542 A5 DD285542 A5 DD 285542A5 DD 27731485 A DD27731485 A DD 27731485A DD 27731485 A DD27731485 A DD 27731485A DD 285542 A5 DD285542 A5 DD 285542A5
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polyvinyl alcohol
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fungicides
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DD27731485A
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Ulrich Burth
Marga Jahn
Dietmar Wagenbreth
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Inst. F. Pflanzenschutzforschung D. Adw D. Ddr,Dd
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Abstract

Die Erfindung betrifft Mittel und deren Anwendung zur Bekaempfung phytopathogener Pilze, die Fungizide sowie Polyvinylalkohol im Verhaeltnis 250:1 bis 1:250 enthalten und an landwirtschaftlichen und gaertnerischen Kulturpflanzen sowie in der Forstwirtschaft eingesetzt werden koennen.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung kann zur Bekämpfung phytopathogener Pilze in der Land- und Forstwirtschaft, im Obst- und Gartenbau sowie im Zierpflanzenbau angewendet werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Bisher kommt neben züchterischen Maßnahmen dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eine entscheidende Bedeutung zur Ausschöpfung des Ertragspotentials von Kulturpflanzen zu. Zur Bekämpfung von Mykosen ist momentan der Einsatz von Fungiziden absolut vorrangig. Ihr Einsatz hat aber nicht nur d<· ι gewünschten Effekt gegen den Schaderreger sondern es gelangen immer chemische Substanzen in die Umwelt mit al'-n bekannten Nachteilen. Außerdem ist die Wirkung der Fungizide an bestimmte Dosierungen und Applikationstermine geknüpft, und ihr Einsatz wird durch die oft hohen Mittelkosten, die Produktionskapazität für die Fungizide und die Rückstände am Erntegut begrenzt. Alle angeführten Nachteile bekannter Fungizide begründen die Notwendigkeit der Suche nach neuen Wegen zur Wirkungssteigerung, durch die auch die teilweise hohen Aufwendungen an Aktivsubstanz verringert werden können.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neue Pflanzenschutzmittel und Verfahren zur Bekämpfung phytopathogener Pilze zu entwickeln, bei daran Einsatz die Wirkung gegenüber bisherigen Pflanzenschutzmittelformulierungen in bisher nicht bekannter Weise verbescert, eine größere Sicherheit der Wirkung erreicht oder unter geeigneten Bedingungen eine Senkung des Aufwandes an Aktivsubstanz ermöglicht wird.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die technische Aufgabe, die durch die Erfindung gelöst wird, besteht darin, neue Pflanzenschutzmittel durch Additive in den Formulierungen zu entwickeln, die verbesserte Gebrauchseigenschaften zur Bekämpfung phytopathogener Pilze unter Vermeidung der angeführten Nachteile aufweisen.
Diese Aufgabe wird orfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die neuen Pflanzenschutzmittel verschiedenartige Fungizide in üblicher Formulierung und als Additiv Polyvinylalkohol enthalten. Durch die Verwendung des Additivs Polyvinylalkohol wird die Wirkung der Fungizide wesentlich verbessert. Dieser Effekt ist unerwartet, da Polyvinylalkohol selbst keine Wirkung in dieser Richtung hat, was auf einen Synergismus mit den anderen Mischungskomponenten schließen läßt.
Der vorteilhafte Effekt dieser erfindungsgemäßen Mischungen kann dann erreicht werden, v/enn die Anwendung im Verhältnis Fungizid oder Fungizidkombinationen:Polyvinylalkohol von 250:1 bis 1:250, vorzugsweise von 100:1 bis 1:100 erfolgt.
Zur Anwendung kommende Fungizide, mit denen in den erfindungsgemäßen Mischungen der vorteilhafte Effekt erreicht wird, sind beispielhaft in Tabelle 1 aufgeführt.
Die erfindungsgemäßen Mischungen werden mit den üblichen Träger- und Zusatzstoffen in eine für die Anwendung geeignete Form gebracht. Den erfindungsgemäßen Kombinationen können weiterhin Zusätze von Herbiziden, Virizi Jen, Bakteriziden, Insektiziden, Mineralstoffen, Spurenelementen sowie Mitteln zur Steuerung biologischer Prozesse beigemischt werden, durch die ihr Verwendungszweck zur Pflanzenhygiene und Pflanzenpflege erweitert wird.
Tabelle 1:
Beispiele für Fungizide als Kombinationspartner
Lfd. Nr. Wirkstoff
Kurzbezeichnung/chemische Bezeichnung
1 Aluminiumfosetyl/Aluminiurn-tris-IO-ethylphosphonat)
2 Benomyl/Methyl-1 -(butylcarbamoyl)-2-benzimidazolcarbamat
3 Bitertanol/ß-(1,1-Biphenyl)-4-yl-oxy)-a-{1,2-dimethyl)-1-H-1,2,4-triazol-1-ethanol
4 Bupinmat/2-Ethylamino-5-buty!-6-methyl-4-yl-dimethylsulfamat
5 Captan/N-ITrichlcrmethylthiol-tetrahydrophthalimid
6 Carbendazim/2-(Methoxy-carbonylamino)-benzimidazol
7 Chinomethionat/6-Methyl-2,3-chinoxalindithiol-cyclocarbonat
8 Curzate/1-(2-Cyano-2-methoxyiminoacetyl)-3-ethyl-harnstoff
Lfd. Nr. Wirkstoff Kurzbezeichnung/chemische Bezeichnung
9 Dichlofluanid/N.N-Dimethyl-N'-phonyl-IN'-fluordichlormethylthioJ-sulfamid
10 Fenarimol/2,4'-Dichlor-a-(pyrimidin-5-yl)-diphenylmethanol
11 FenpropimorphM-O-t^d.i-Dimethyl-ethyDphenyD^-methyD-propyl^.ClcisJ-dimethyl-morpholin
12 Fentin-acetat/Triphenylzinnacetat
13 Fentinhydroxid/Triphenyl-zinn-hydroxid
14 Ferbam/Eisendimethyldithiocarbamat
15 Folpet/N-Trichlormethylthiophthalimid
16 Kupferoxidchlorid/Di-Kupferchlorid-trihydroxid
17 Mancozeb/Mangan-Zink-elhylendiamin-bis-dithiocarbamat
18 Manob/Mangan-ethylen-i^-bis-dithiocarbamat
19 Metalaxyl/D,L· N-(2,6-Dimethyl-phenyl)-N-(2'-methoxyacetyl)-alaninmethylester
20 Methyl-metiram/Trislamminzink-propylen-i^-bisldithiocarbamatli-B-methyl-tetrahydro-I^^J-dithiadiazocin-3,8-dithion,pclymer
21 Metiram/rrislamminzinkl-ethylen-bistdithiocarbamatD-tetrahydro-I^^J-dithiodiazocin-S.Ö-dithion, polymer
22 Nuarimol/2-Chlor-4'-fluor-a-(pyrimidin-5-yl)-diphenyl-methanol
23 Propiconazol/1 -(2-{2,4-Dichlorphenyl)-4-propyl-1,3-dioxolan-2-yl-methyl)-1 H-1,2,4-triazol
24 Propineb/Zink-(N,N'-propylen-1,2-bis(dithiocarbamat)
25 Schwefel/Schwefel
26 Thiabendazol/2-(4-thiazolyl)-benzimidazol
27 Thiophanat/1,2-bis-(3-Ethoxycarbonyl-2-thioureido)-benzol
28 Thiophanat-Methyl/1,2-bis-(3-M3thoxycarbonyl-2-thioureido)-b6nzol
29 Thiram/Tetramethylethiuram-disulfid
30 Triadimefon/1-(4-Chlor-phenoxy)-3,3-demethyl-1-(1,2,4-triazol-1-yl)-2-butanon
31 Zineb/Zink-ethylen-bisfdithiocarbamat)
32 Ziram/Zink-dimethyldithiocarbamat
Der Einsatz von Polyvinylalkohol kann entweder als Additiv in Formulierungen oder zur Herstellung von Tankmischungen vor der Applikation erfolgen.
Die Applikation der vorzugsweise wäßrigen Spritzbrühen kann mit einer Vielzahl von Techniken als Sproß- bzw. Pflanz- oder Saatgutbehandlung erfolgen.
Ausführungsbeispiele
Es wurde festgestellt, daß verschiedene Formulierungstypen (Spritzpulver, Stäube, Lösungen, Suspensionen, emulgierbare Konzentrats usw.) zur Anwendung kommen können und den vorteilhaften Effekt ergeben. Diese Formulierungen enthalten je nach Typ Polyvinylalkohol in Kombination mit einem Fungizid oder mehreren Fungiziden einen oder mehrere inerte Träger (z. B. Kaolin, Glimmer, Bentonit, Sepioüt, Diatomeenerde, synthetische Kieselsäure usw.). Netz-, Dispergier- oder Emulgiermittel (z. B. Ligninsulfonate, Dinaphthalmethandisulfonate, Polyvinylsulfonate, Alkylphenylpolyglykolether, Alkylsuccinate, Natriumsulfit, Alkylbenzolsulfonate usw.), Haftmittel (z. B. pflanzliche und tierische Wachse, Albumine, Dextrine, Gummiarabicum, natürliche und synthetische Harze usw.), Lösungsmittel (z. B. DMSO, DMF, HMPT, Triazetin, Propylenglykol usw.), Öle (mineralische und Triglyceride) und bei Bedarf Antiballungsmittel.
Speziell für die Herstellung von Spritzpulvern oder Stäuben können Mahlhilfsmittel neben anderen Trägern notwendig sein, wobei dann inerte Substanzen wie Kreidepulver, Quarzmehl, Tonerden, natürliche Silikate oder Salze wie Natriumsulfat, Natriumcarbonat, Natriumphosphat, Natriumthiosulfat und Natriumbicarbonat zur Anwendung kommen. Beispielsweise wurden erfindungsgemäße Mittel tür Ermittlung ihrer Wirksamkeit mit folgenden Rezepturen formuliert
Rezeptur I
15,0Gew.-% Carbendazim
60,0Gew.-% Polyvinylalkohol
19,0 Gew.-% Kaolin 3,0Gew.-% Sulfitablaugepulver
3,0Gow.-% et hoxylierter Alkylphenylpolyglykolether
Rezeptur Il
7,0Gew.-% Carbendazim 46,9 Gew.-% Polyvinylalkohol
40.1 Gew.-% Kaolin 3,0Gew.-% Sulfitablaugepulver 3,0Gew.-%ethoxylierter Alkylphenylpolyglykolether
Rezeptur III
12,5Gew.-%Metalaxyl 62,5Gew.-% Polyvinylalkohol 15,0Gew.-% synthetische Kieselsäure
5,0Gew.-% Sulfitablaugepulver
5,0Gew.-%ethoxylierter Alkylphenylpolyglykolether
Die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Mittel, die Fungizide und Polyvinylalkohol enthalten, soll durch folgende Beispiele näher erläutert werden.
Zur Beurteilung der Wirkung erfolgte der Einsatz der erfindungsgemäßen MIttel gegen Getreidemehltau (Erysiphe graminis DC, Apfelschorf (Venturia inaequaiis (Cooke) Aderh.) und den Erreger der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans (Mont.) de Bary).
Beispiel 1 Getreidernehltau
Für die Untersuchungen erfolgte die Formulierung der Präparate mit den Fungiziden Carbendazim und Polyvinylalkohol im Verhältnis 1:4 (Rezeptur I). Die Formulierungen wurden unter Gewächshausbedingungen an Weizen- und Gerstenpflanzen im Einblattstudium prophylaktisch eingesetzt. Die Applikation der wäßrigen Spritzbrühe erfolgte durch Tropfnaßbehandlung. Nach künstlicher Infektion wurde die Auswertung am 7.Tag durch Bonitur nach BOLLE (1964) durchgeführt und anschließend durch (1943), der Wirkungsgrad nach ABOTT (1925) ermittelt. Aus der Tabelle 2 ist die vorteihafte Wirkung des erfindungsgemäßen Mittels gegenüber den Einzelkomponenten zu entnehmen.
Tabelle 2: Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Mittels (Rezeptur I) gegen Getreidemehltau an Weizen und Gerste unter Gewächshausbedingungen Variante Anwendungs- Wirkungsgrad (%)
konzentration (%) Weizen Gerste
Carbendazim 0,025 80 50
+ Polyvinylalkohol 0,1
Carbendazim 0,025 35 2 Polyvinylalkohol 1,0 20 7 Beispiel 2 Apfelschorf Für die Untersuchungen wurde ebenfalls das Fungizid Carbendazim mit Polyvinylalkohol als Additiv im Mischungsverhältnis 1:7
formuliert (Rezeptur II). Die Applikation auf die Apfelblätter erfolgte prophylaktisch mit einer Brüheaufwandmenge von 15001/ha. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren wurde die Carbendazimaufwendungskonzentration von 0,03% auf 0,015%gesenkt. Die abgeschnittenen Apfelblätter wurden unter Laborbedingungen künstlich mit Apfelschorf infiziert(4 Injektionsstellen pro Blatt). Die Auswertung erfolgte durch Auszählen der angegangenen Infektionen und Errechnung des
Wirkungsgrades. In der Tabelle 3 ist die vorteilhafte Wirkung des erfindungsgemäßen Mittels dargestellt. Tabelle 3:
Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Mittels (Rezeptur II) gegen Apfelschorf an abgeschnittenen Apfelblättern unter Laborbedingungen
Variante Anwendungskonzentration Wirkungsgrad
.91
45 65 IC)
Beispiel 3 Kraut-und Knollenfäule
Für die Untersuchungen wurde das Fungizid Metalaxyl mit Polyvinylalkohol im Verhältnis 1:5 formuliert (Rezeptur III). Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren wurde die Metallaxylanwendungskonzentration von 0,04% auf 0,002% gesenkt. Die Bestimmung der Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Mittels erfolgte an Tomatenblättern mit der Fiederblattmethode (CREUZ-BURG-EGGERT u.a., 1972). Dazu wurden die abgeschnittenen Tomatenblätter mit einer Brüheaufwandmenge von 600l/ha prophylaktisch behandelt. Aus der Tabelle 4 ist die vorteilhafte Wirkung des erfindungsgemäßen Mittels gegenüber den Einzelkomponenten zu entnehmen.
Carbendazim 0,015
+ Polyvinylalkohol 0,01
Carbendazim 0,015
0,030
Polyvinylalkohol 0,01
Tabelle 4: Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Mittels (Rezeptur III) gegen Kraut- und Knollenfäule an abgeschnittenen Tomatenblättern
unter Laborbedingungen
Variante Anwendungskonzentration Wirkungsgrad (%) (%)
100
60 10
Methalaxyl 0,002
+ Polyvinylalkohol 0,01
Metalaxyl 0,002
Polyvinylalkohol 0,01

Claims (3)

1. Mittel und Verfahren zur Bekämpfung phytopathogener Pilze, gekennzeichnet dadurch, daß Fungizide oder Fungizidkombinationen in üblicher Formulierung und Polyvinylalkohol zur Anwendung kommen.
2. Mittel und Verfahren nach Punkt !,gekennzeichnet dadurch, daß das Mischungsverhältnis zwischen der Fungizid- und der Polyvinylalkohol Komponente 250:1 bis 1:250, vorzugsweise 100:1 bis 1:100 beträgt.
3. Mittel und Verfahren nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß Polyvinylalkohol als Komponente von Fungizidformulierungen oder als Zusatz von Tankmischungen zur Anwendung kommt.
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