DD286618A5 - Verfahren zum schrotteinbringen in einen sauerstoffkonverter mit bodenduesen - Google Patents
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Abstract
Um an einem Sauerstoffkonverter mit Bodenduesen bei der Schrotteinbringung zwecks Stahlerzeugung die feuerfeste Zustellung sicher schuetzen zu koennen, soll dieselbe mit einer Schlaege durch chargierte Schrotteile weitestgehend daempfenden, den Chargenverlauf nicht negativ beeinflussenden Abdeckung versehen werden, auf die der Schrott chargiert wird. Dazu werden vor dem Schrott verschlissene Fahrzeugreifen in einer Menge in den Konverter chargiert, dasz auch die groeszten Schrotteile beim Chargieren keine Beschaedigung der feuerfesten Zustellung bewirken.
Description
Die Erfindung ist bei der Stahlerzeugung im Sauerstoffkonverter mit einem Schrotteinsatz bis zu 100% anwendbar.
Bei Sauerstoffkonvertern mit Bodendüsen führen durch die Schrottbeschickung entstandene Risse und Abplatzungen der feuerfesten Zustellung unter der Einwirkung der durch die Zufuhr von Blasmedien durch dieselben hervorgerufenen Metallbewegungen zu einem intensiven Verschleiß.
Versuche, die feuerfeste Zustellung im Bereich des Schrottchargierens durch Zugabe von Kalk zu schützen, zeitigten nicht den erhofften Erfolg, da eine relativ geringe Kalkmenge die Schläge großer Schrottstücke auf die feuerfeste Zustellung nicht abfangen kann und eine große K*' menge zu einer starken Abkühlung des Bades im Bereich des Bodens besonders in der Einschmelzperiode führt, wodurch sich große Konglomerate aus Kalk, Schlacke und Schrott bilden. Diese Konglomerate führen zu einer wesentlichen Verzögerung des Chargenablaufes; der Frischprozeß wird von Metall- und Cchlackeauswurf begleitet. Es sind andererseits Technologien bekannt, den Schrott erst nach dem Roheisengießen zu chargieren, wodurch der Verschleiß der feuerfesten Zustellung verringert wird. Nachteilig an dieser Lösung ist, daß beim Chargieren unvorhersehbare Reaktionen mit dem Eisenbad auftreten können, ein Vorwärmen des Schrottes im Konverter ausgeschlossen ist und das Verblasen der Charge häufig von Roheisenauswurf begleitet ist.
Ziel der Erfindung
Sicherer Schutz der feuerfesten Zustellung bei der Schrotteinbringung in den Sauerstoffkonverter mit Bodendüsen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die technische Aufgabe, die durch die Erfindung gelöst wird.
Um an einem Sauerstoffkonverter mit Bodendüsen bei der Schrotteinbringung die feuerfeste Zustellung sicher schützen zu können, soll dieselbe mit einer Schläge durch chargierte Schrottteile weitestgehend dämpfendsn, den Chargenverlauf nicht negativ beeinflussenden Abdeckung versehen worden, auf die der Schrott chargiert wird.
Merkmale der Erfindung
Erfindungsgemäß werdon iii den Sauerstoffkonverter veischlissene Fahrzeugreifen in einer Menge chargiert, daß auch die größten Schrotteile keine Beschädigung der feuerfesten Zustellung in Form von Rißbildungon oder Abplatzungen bewirken.
Der Effekt kann erhöht worden, wenn zwischen oder in den einzelnen Schrottportionen ebenfalls verschlissene Fahrzeugreifen chargiert werdon.
Besonders in Abhängigkeit von der Konverter- und/oder Reifengröße kann es vorteilhaft sein, zerkleinerte Reifen zu chargieren.
Es kann weiterhin zweckmäßig sein, die verschlissenen Reifen auf chargierten Kalk zuzusetzen bzw. in den Kalk einzubetten. Das Mengenverhältnis zwischen I slk und veischlissenen Fahrzeugreifen wird dabei sinnvoll den chargonspezifischen Energieerfordernissen angepaüt.
Durch die Erfindung ist es möglich, die feuerfesto Zustellung von mit Bodendüsen ausgerüsteten S, uerstoffkonvertern wirksam zu schützen ohne eine nachteilige Beeinflussung des Chargenablr.ufes. Einmal kann die Kalkmengo ohne Nachteile auf die Warmebilanz erhöht werden, da die verschlissenen Fahrzeugreifen ein hochwertiger Energieträger sind, zum anderen schützen die chargierten Fahrzeugreifen körperlich die feuerfeste Zustellung der Sauerstoffkonverter beim Schrotteinbringen.
Zum besseren Verständnis des Wesens der Erfindung wird nachfolgend ein Beispiel für ihre Realisierung dargestellt. In einem 30-t-Konverter mit einem kombinierten Blasverfahren wurden 1200 kg Kalkchargiert. Diese Menge ist das Dreifache der üblichen Menge. Anschließend wurden in den Konverter mit einem speziellen flurgebundenen Transportmittel 9Pkw-Altreifen zu je 16kg chargiert. Durch die Reifen wurde die untere Hälfte des Konverterbodens mit einer Fläche von 1,8 m2 sowie ein Stück der Konverterwandung, angrenzend an diesen Bodenberreich. bedeckt. Sofori nach dem Chargieren der Altreifen wurden die Bodendüsen mit Luft (Durchsatz lOmVmin) beaufschlagt. Dieser Durchsatz verhinderte das Austreten von Flammen aus dem Konverter. Nach der Einstellung der Bodenbeaufschlagung wurde mit dem Chargieren des Schrottes begonnen. Nach dem Chargieren von 12t Schrott wurden die Bodendüsen mit 1B m'/min Luft beaufschlagt, durch die Aufblaslanze wurden 30m3/min Sauerstoff zugeführt. Unter Berücksichtigung der mit den Altreifen zusätzlich zugeführten Energie wurde der Heizölverbrauch im Vergleich zu der üblichen Technologie um 80kg gesenkt. Außerdem wurde der Einsatz von BHT-Koks um 100kg gesenkt. Nach der Zufuhr von 290m3 Sauerstoff und 150m'Luft waren die Reifen vollständig verbrannt. In den Konverter wurden weitere 700kg Kalk chargiert und 18t Roheisen eingefüllt. Die Charge wurde durch fünf Bodendüsen und die Aufblaslanze gefrischt, wobei der Gesamtsauerstoffdurchsatz 70m3/rnin betrug. Nach 22min wurde das Frischen beendet, der Konverter gekippt, die Temperatur des Bades gemessen und jeweils eine Stahl- und eine Schlackenprobe entnommen. Die Temperatur des Metalls betrug 1675°C. Der Stahl wies Gehalte an Kohlenstoff von 0,04%, an Silizium von 0,01 %, an Mangan von 0,18%, an Phosphor von 0,017% und an Schwefel von 0,037% auf. In der Schlacke waren 16,3% FeO und 1,43% MgO enthalten. Der MgO-Gehalt der Schlacke dieser Charge lag 0,3% unter dem MgO-Gehalt bei Chargen nach der üblichen Technologie, wodurch eine Reduzierung dos ff-Materialverschleißes sichtbar wurde.
Die Reduzierung des Verschleißes der feuerfesten Zustellung konnte ebenfalls durch Messungen im zylindrischen Teil des Mauerwerkes nach 10 Chargen unter Verwendung von Altreifen zur Reduzierung der Schlagbelastung bestätigt werden. Die Versuche zur weiteren Erhöhung des Vorbrauches von Altreifen über 15 kg pro Tonne Schrott hinaus führten zu Problemen bei der Durchführung der Chargieroperationen des Schrottes. Zur Verbrennung der Pyrolyseprodukte der Reifen nach ihrem Chargieren ist der Luftdurchsatz bis auf 30m3/min zu erhöhen. Durch den daraus resultierenden Gasstrom aus der Konvertermündung wird die Durchführung von Arbeiten am Konverter erschwert.
Bei einem Verbrauch an Altreifen unter 3 kg pro Tonne Schrott kann ein vollständiger Schutz der Ausmauerung im Bereich des Schrottchargierens nicht gesichert werden. Der Austausch eines Teiles der Reifen durch Kalk erbrachte keinen positiven Effekt, da sich bei diesem geringen Reifenverbrauch erneut Kalk-Schlacke-Metallkonglomerate bildeten. Die Reduzierung des Kalkverbrauches unter 600kg (20kg/t Metalleinsatz) führte zum beschleunigten Anbrennen der Reifen wegen der geringen Kühlwirkung der Umgebung, wodurch die Chargieroperationen des Schrottes behindert wurden.
Claims (5)
1. Verfahren zum Schrotteinbringen in einen Sauerstoffkonverter mit Bodendüsen, gekennzeichnet dadurch, daß vor dem Schrottchargieren verschlissene Fahrzeugreifen in einer Menge in den Konverter chargiert werden, daß auch die größten Schrotteile beim Chargieren keine Beschädigung der feuerfesten Zustellung in Form von Rißbildung1 oder Abplatzen bewirken.
2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß zusätzlich zwischen oder in den einzelnen Schrottportionen verschlissene Fahrzeugreifen chargiert werden.
3. Verfahren nach Punkt 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß zerkleinerte Fahrzeugreifen chargiert werden.
4. Verfahren nach einem der Punkte 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß die Reifen nach dem Chargieren von Kalk zugegeben bzw. in aen Kalk eingebettet werden.
5. Verfahren nach Punkt 4, gekennzeichnet dadurch, daß das Mengenverhältnis zwischen Kalk und verschlissenen Fahrzeugreifen den chargenspezifischen Energieerfordernissen angepaßt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD86292588A DD286618B5 (de) | 1986-07-17 | 1986-07-17 | Verfahren zum schrotteinbringen in einen sauerstoffkonverter mit bodenduesen |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD286618A5 true DD286618A5 (de) | 1991-01-31 |
| DD286618B5 DD286618B5 (de) | 1994-03-24 |
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ID=5580970
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1700881A1 (de) * | 2005-03-11 | 2006-09-13 | Sables Graviers Services (S.G.S.) | Verfahren zur Behandlung von Reifen, zerkleinerten Reifen und Reifenrückständen |
-
1986
- 1986-07-17 DD DD86292588A patent/DD286618B5/de not_active IP Right Cessation
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1700881A1 (de) * | 2005-03-11 | 2006-09-13 | Sables Graviers Services (S.G.S.) | Verfahren zur Behandlung von Reifen, zerkleinerten Reifen und Reifenrückständen |
| FR2883002A1 (fr) * | 2005-03-11 | 2006-09-15 | Sables Graviers Services S G S | Procede de traitement de pneumatiques, dechiquetas et residus de pneumatiques |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DD286618B5 (de) | 1994-03-24 |
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