DD287191A5 - Mittel zur erhoehung der stresstoleranz und der ertragswirksamen wasserausnutzung bei landwirtschaftlichen kulturpflanzen - Google Patents

Mittel zur erhoehung der stresstoleranz und der ertragswirksamen wasserausnutzung bei landwirtschaftlichen kulturpflanzen Download PDF

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DD287191A5
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DD33219789A
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Hans Bergmann
Gerd Meisgeier
Beate Voigt
Barbara Vier
Horst Mueller
Siegfried Martin
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Akad Wissenschaften Ddr
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Abstract

Die Erfindung betrifft neue Mittel zur Erhoehung der Stresztoleranz und der ertragswirksamen Wasserausnutzung bei landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, insbesondere Getreide. Erfindungsgemaesz enthalten die Mittel neben ueblichen Hilfs- und Traegerstoffen als Wirkstoff ein Fettsaeuregemisch mikrobieller Herkunft, bei dem die Kettenlaenge der Fettsaeuren einen Bereich von 12 bis 18 Kohlenstoffatomen umfaszt und der Anteil an gesaettigten Fettsaeuren 98% und an verzweigtkettigen iso- und anteiso-Fettsaeuren 50% betraegt.{Stresztoleranz; Kulturpflanzen; Getreide; Fettsaeuregemische; Wasserausnutzung; Wirkstoffe; gesaettigte Fettsaeuren; verzweigtkettige Fettsaeuren}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft Mittel, die bei Kulturpflanzen zur Erhöhung der Ausnutzung des ertragsbegrenzenden Wasserangebotes angewendet werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen Der gegenwärtige Strand der technischen Lösungen ist vor allem dadurch gekennzeichnet, daß mit Hilfe von
transpirationssenkenden Mitteln eine verbesserte Wasserausnutzung erreicht werden soll. Für diese Zielstellung werden Mittel eingesetzt, die entweder zu einer drastischen Verminderung der Stomataapertur der Blätter führen oder die Ausbildung von
Molekularfilmen mit geringer Wasserdampfdurchlässigkeit ermöglichen. Zu dan stomataschließenden Chemikalien gehören
u.a. Phenylquecksilberacetat, aliphatische Epoxy·, Hydroxy- und Ketonmonocarbonsäuren (DD-PS 96002, DD-PS 75420, DE-
OS 1767829), Decenylbemsteinsäure und einige Arylsulfonate. Wasserdampfschwerdurchlässige Filme bilden beispielsweise Alkohole mit einer Kettenlänge von Cn bis C22 im Gemisch mit Ethylenoxid und ölsäure sowie Organo-Silioiumverbindungen (US-PS 2333887, US-PS 2923095) und Paraffinwachse (DE-
OS 1767100).
Der Nachteil der drastisch transpirationshemmenden synthetischen Wirkstoffe besteht darin, daß parallel zur Transpiration die Photosynthese und biologische Stoffproduktion gehemmt werden. Unter Klimabedingungen mit nur zeitweiliger mäßiger Trockenheit führt die effektorbedingto Photosyntheseeinschränkung vielfach zu Ertragsdepressionen in der Pflanzenproduktion. Außerdem ist die Herstellung der meisten synthetischen Wirkstoffe kostspielig, oder es ergeben sich aus toxikologischen,
arbeitshygienischen oder ökologischen Gründen Einsaubedenken.
Weiterhin werden mikrobiell erzeugte Produkte genutzt, um den Ertrag der Kulturpflanzen auch bei zeitweilig ungünstigen
klimatischen Bedingung Jn zu stabilisieren. So wird Biolipidextrakt aus der mikrobiellen Gewinnung von Futtereiweiß eingesetzt (DD-PS 253729).
Da Biolipidextrakt neben Hefelipiden 40 bis 50% einer Erdöldestillatfraktion enthält, ist ein Einsatz bei Aufwandmengen bis zu
10 Gew.-% in den wäßrigen SpriUbrühen (200 bis 400 l/ha) aus ökologischer Sicht nachteilig.
Die Nutzung mikrobiell gewonnener Fettsäuregemische im Kettenlängenbereich von Ci? bis C,8 mit einem Anteil an Ci;:i-Fettsäuren von 25 bis 35% und an C|7-Fettsäuren insgesamt von 30 bis 45% (DD-PS 226472) oder Fettsäuregemischen mit
einem Anteil von C)8- bis ^-Fettsäuren >70% und einem obligatorischen Anteil an C22:i-Fettsäuren, vorzugsweise >45% (DD-PS 226471) hat den Nachteil, daß bei dem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren Veränderungen durch
Autoxidationsprozesse erfolgen können. Die zur Erhöhung der ertragswirksamen Wasserausnutzung ebenfalls vorgeschlagenen F.ettsäuregemische im Kettenlängenbereich C22 bis C14 (DD-PS 237779) sowie Hopanoide, insbesondere Hop-22(29)-en (DD- PS 258171) haben den Nachteil, daß sie auf Grund ihres ausgesprochen lipophilen Charakters schwierig zu formulieren sind. Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, Mittel zur Erhöhung der Wasserausnutzung im Prozeß der biologischen Stoffproduktion bei begrenztem Wasserangebot für landwirtschaftlich wichtige Kulturpflanzen zu entwickeln, die kostengünstig herstellbar, toxikologisch, arbeitshygienisch und hinsichtlich des Umweltschutzes unbedenklich sowie einfach formulierbar sind.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Mittel zur Erhöung der Wasserausnutzung im Stoffbildungsprozeß von Kulturpflanzen zu entwickeln, deren Anwendung nicht zur Hemmung der biologischen Stoffproduktion führt und bereits bei geringor Dosis eine hohe biologische Aktivität sowohl im Wurzel- als auch Sproßwachstum entfaltet.
Erfindungsgemäß enthalten derartige Mittel neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff ein Fettsäuregemisch mikrobieller Herkunft, bei dem die Kettenlänge der Fettsäuren einen Bereich von 12 bis 18 Kohlenstoff-Atomen umfaßt, der Anteil an gesättigten Fettsäuren >98% und an verzweigkettigen iso- und anteiso-Fettsäuren >50% beträgt.
Die Fettsäuregemische können mit Hilfe bekannter Verfahren »us mik^uleHen Biomassen thermophiler, acidophiler oder
alkalophiler Bakterienstämme gewonnen werden. Die Fettsäuregemische können auch in Form von fettsäurehaltigen oder mit
Fettsäuren angereicherten Fraktionen zum Einsatz kommen. Die erfindungsgemäßen Mittel sind in erster Linie zur Ertrngsstabilisierung, Förderung des Jungpflanzwachstums und zur Effektuierung des Wasserhaushaltes von Kulturpflanzen, insbesondere von Getreide, einsetzbar. Die mikrowellen Fettsäuren zeigen bereits bei sehr geringer Dosis eine hohe Aktivität. Sie sind gegenüber Luft· und Lichteinwirkung unempfindlich, so daß bei Lagerung bzw. im agrochemischen Verfahren die biologische Wirksamkeit
unverändert erhalten bleibt. Mit bekannten Formulierungsrnitteln sind die Fettsäuregemische problemlos einsetzbar, u.a.
können sie auch In Form ihrer Salze zur Anwendung kommen.
Die nachfolgenden Beispiele dienen zur näheren Erläuterung der Erfindung. Ausführungsbeispiel Beispiel 1: Einfluß von Fettsäuregemischen mikrobieller Herkunft auf die Wasserausnutzung von Sommergerste (Sorte Salome) unter Streßbelastung
Der Einfluß von Fettsäuregemischen mikrobieller Herkunft auf die Wasserausnutzung wurde in einem Gefäßversuch ermittelt. Die Pflenzenanzucht (bis FEEKES-Stadium 2) erfolgte auf Quarzsant (6,5kg Quarzsand/Gefäß). In jedem Mitscherlichgefäß wurden 25 Pflanzen bei folgender Düngung/Gefäß kultiviert: 0,63g N; 0,49g P; 0,62g K; 0,58g Ca, 0,26g Mg; 0,12ml FeCI3 als 10%ige Lösung; 0,12ml A-Z (a)-Lösung nach HOAGLAND (1:20 verdünnt).
Tabelle 1: Einfluß der FS-Fraktionen von TP32 und SAL auf Wurzel-, Sproßtrockenmasse und WasserausnuUung von
Sommergerste in einem Gefäßversuch unter Streßbelastung (Sorte .Salome"; Wirkstoffapplikation zu DC10/11, eml/Gefäß Ernte zu DC14/15; η = 4)
Variante Parameter Konzentrati'' η 1 Wurzel-TM Sproß-TM Wasserausnutzung 3,98
ppm 10 mg rel. mg rel. Gesamt-TM = 100
100 mg TM/g H2O 84,3*
1 rel. 107,9
Kontrolle. + - _ 100 306 592 109,1*
_ = 100" = 100 101,2
Kontrolle + + - 116,7+ 133,4* 105,3
TP32 + - 128,9+ 132,2+ 110,0
TP32 110,4 106,2
TP32 + - 102,9 94,7
SAL 129,9 119,4*
SAL + - 119,2* 100
Jemerkung: + - Bodenfeuchte 65%nF\bte DC10/11, danach 35%nFÄb!s zur Ernte ++ ständige Bodenfeuchte von 65%nFÄ
1) + Signifikanz bei Prüfung von Variante gegen die Kontrolle bei α = 0,05.
Das in den Gefäßkulturen verbrauchte Wasser (aktuelle Evapotranspiration) wurde durch täglich wiederholte Wägung ersetzt. Das Transpirationsquantum pro Mitscherlichgefäß wurde durch Substraktion des Evapotranspirationsanteils vom Wasserverbrauch/Gefäß errechnet
Die Ausnutzung des angeeigneten Wassers in der biologischen Stoffproduktion (WUE) wurde wie folgt errechnet:
w .,. _ erzeugte Biotrockenmasse/g Gesamtbiomasse Transpirationsquantum/kg in Vegetationszeit
Tabelle 1 zeigt, daß bereits bei geringer Aufgabekonzentration der mikrowellen Fettsäuregemische unter Streßbelastung (+-] ein besseres Wurzelwachsum bzw. eine verbesserte Wasserausnutzung als bei der nicht gestreßten Kontrollvariante (++) erreicht wurde.
Beispiel 2: Herstellung der mikrowellen Fettsäuregemisch Die im Beispiel 1 als Wirkstoffe verwendeten Fettsäuregemische wurden wie folgt hergestellt: Die sprüh- bzw. gefriergetrockneten Biomassen von Bacillus stearothermophilus spec, und von einer thermophilen Bakterlenmischpopulation gezüchtet auf Sulfitablauge (SAL) werden mit organischen Lösungsmitteln bzw. Lösungsmittelgemischen extrahiert. Aus den Extrakten wurden die Fettsäuren nach alkalischer Hydrolyse in bekannter Weise
gewonnen. Die Fettsäuregemische hatten die in Tabelle 2 angeführte Zusammensetzung.
Tabelle 2: Zusammensetzung der Fettsäuregemische mikrobieller Herkunft
Fettsäuren TP32 SAL
i C14:0(12-CH3) 1,4 0,6
ai C 14:0 (12-CH3 2,0 -
C14:0 1,1 1,3
i C 15:0 (13-CH3 9,1 3,9
ai C 15:0 (13-CH3) -
C15:0 3,4 2,3
i C 16:0 (14-CH3) 41,6 32,5
C16:0 14,7 31,3
i C 17:0(15-CH3) 10,5 7,0
ai C 17:0 (15-CH3) 4,2 7,5
C17:0 3,4 2,7
i C18:0(16-CH3) 2,2 2,3
ai C 18:0 (16-CH3) - -
C 18:0 1,3 2,4
gesättigt 100 100
verzweigtkettig 71 54

Claims (3)

1. Mittel zur Erhöhung der Streßtoleranz und der ertragswirksamen Wesserausnutzung bei landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, dadurch gekennzeichnet, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff ein Fettsäuregemisch mikrobieller Herkunft enthalten, bei dem die Kettenlänge der Fettsäuren einen Bereich von 12 bis 18 Kohlenstoffatomen umfaßt und der Anteil an gesättigten Fettsäuren >98% und an verzweigtkettigen iso- und anteiso-Fettsäuren > 50% betrügt.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Fettsäuregemisch in Form von Alkaliseifen zur Anwendung kommt.
3. Mittel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß fettsäurehaltige Lipidextrakte zur-Anwendung kommen.
DD33219789A 1989-08-30 1989-08-30 Mittel zur erhoehung der stresstoleranz und der ertragswirksamen wasserausnutzung bei landwirtschaftlichen kulturpflanzen DD287191A5 (de)

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