DD290230A5 - Verfahren zum Färben von Papier - Google Patents

Verfahren zum Färben von Papier

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DD290230A5
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Abstract

Die Erfindung betrifft die Anwendung pflanzlicher Farbstoffe zum Faerben von Papier, Pergament und anderen aus natuerlichen Rohstoffen hergestellten Informationstraegern, insbesondere bei der Restaurierung von Bibliotheks- und Archivbestaenden. Das Wesen der Erfindung besteht darin, dasz Inhaltsstoffe der Waidpflanze (isatis tinctoria) zum Einsatz gelangen, wobei mehrere Grundvarianten, z. B. aus frischen Waidblaettern gepreszter und gegorener Waidsaft oder die beim Gaerungsprozesz auf dem Boden des Gaerbottiches abgesetzten Pflanzenteile Anwendung finden. Dabei koennen die herkoemmlichen Restaurationstechniken mit hoher Produktivitaet eingesetzt werden.{Faerben; Papier; Pergament; pflanzliche Farbstoffe; Waid (isatis tinctoria); gegorener Waidsaft; Waidinhaltsstoffe; Restaurierung}

Description

Anwendungsgebiet
Die Erfindung findet Anwendung beim Färben von Papier, Pergament und anderen aus natürlichen Rohstoffen hergestellten Informationsträgern, insbesondere bei der Restaurierung von Bibliotheks- und Archivbeständen.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Die bisher zum Färben von Papier eingesetzten Farbstoffe waren im wesentlichen synthetische Farben. Der Einsatz dieser Farben war mit hohen Kosten und die Verarbeitung mit gesundheitlichen Gefährdungen verbunden. Weiterhin wurde nicht immer die insbesondere bei der Papierrestaurierung geforderte Farbechtheit erreicht.
Außerdem ist ein Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen aus Pflanzenteilen bekannt, das durch mehrere kostenaufwendige Verfahrensschritte, wie Trocknen bei höheren Temperaturen, Pulverisieren, Zusetzen von Lösungsmitteln usw. gekennzeichnet
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung beateht darin, einen Farbstoff aus einheimischen pflanzlichen Rohstoffen zum Färben von Papier zu gewinnen, der ökologisch unbedenklich einsetzbar, mit geringen Kosten herzustellen ist und insbesondere die zur Papierrestaurierung erforderlichen Farbtöne in hoher Farbechtheit erbringt.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Erfindung hat die Aufgabe, pflanzliche Rohstoffe zum Färben von Papier zu erschließen, die kostengünstig im Kaltverfahrcn herzustellen und mit den bekannten Methoden zum Färben von Papier, z. B. durch Tauchen, Streichen oder Besprühen in wäßriger Lösung zu verarbeiten sind.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Inhaltsstoffe der Waidpflanze (isatis tinctoria) Anwendung finden. Die Anwendung der Inhaltsstoffe der Waidpflanze erfolgt dabei in vier Grundvarianten:
- aus frischen Waidblättern gepreßter und gegorener Waidsaft
- die beim Gärungsprozeß auf dem Boden des Gärbottiches abgesetzten Pflanzenteile (der sogenannte Bodensatz)
- das beim Gärungsprozeß anfallende Waidwasser
- ein Gemisch aus abgesetzten Pflanzenteilen und Waidwasser.
Gegebenenfalls können diesen vier Grundvarianten Anteile von Chemikalien wie z. B. Kaliumkarbonat, Kaliumpermanganat, Arr.noniak, Kalk und Hydrosulfid zugesetzt werden, um den jeweils gewünschten Farbton zu erzielen. Die Gewinnung erfolgt im Kaltverfahren und ist damit besonders energiesparend.
Mit der Erfindung werden kostengünstige ökologische Farbstoffe hergestellt, mit deren Hilfe Papier, Pergament und ähnliche aus natürlichen Stoffen gewonnene Materialien in verschiedenen Farben eingefärbt und insbesondere Archiv- und Bibliotheksbestände restauriert werden können. Datei können die herkömmlichen Restaurtionstechniken mil hoher Produktivität eingesetzt werden. Die so gewonnenen Farbstoffe gewährleisten eine gute Verträglichkeit mit aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen und bei der Restaurierung antiquarischer Schriften eingesetzten Binde- und Konservierungsmittel.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachstehend an einigen Ausführungsbeispielen erläutert werden:
Beispiel 1
Der gegorene Waidsaft kann ohne Zusätze als wasserlösliche Substanz eingesetzt werden. Damit wird weißem Papier ein dem natürlichen Alterungsprozeß entsprechender Farbton verliehen.
Beispiel 2
Die beim Gärungsprozeß auf dem Boden des Gärungsbottiches abgesetzten Pflanzenteile werden abgesondert und bewirken beim Färben des Papiers eine kräftige Grünfärbung.
Beispiel 3
Durch eine Mischung der Substanzen aus den Beispielen 1 und 2 kann die Grünfärbung variiert werden und es wird z. B. eine moosgrüne Färbung erreicht.
Beispiel 4
Eine Mischung aus 90 Gewichtsteilen gegorenem Waidsaft und maximal 10 Gewichtsteilen Kaliumkarbonat ergibt eine Gelbfärbung dt* Papiers.
Beispiel 5
Eine Mischung aus 90 Gewichtstellen gegorenem Waidsaft, 5 Gewichtsteilen Kaliumpermanganat und 5 Gewichtsteilen 10%iger Ammoniaklösung ergibt eine Braunfärbung des Papiers.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung ist es möglich, allan an die Färbung antiquarischer Schriften gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

Claims (1)

  1. Anwendung pflanzlicher Rohstoffe zum Färben von Papier, Pergament und anderen aus natürlichen Rohstoffen hergestellten Informationsträgern, insbesondere bei der Restaurierung von Bibliotheksund Archivbeständen, dadurch gekennzeichnet, daß Inhaltsstoffe der Waidpflanze (isatis tinctoria) Verwendung finden, wobei jeweils eine der Grundvarianten
    - aus frischen Blättern gepreßter und gegorener Waidsaft,
    - die beim Gärungsprozeß auf dem Boden des Gärbottiches abgesetzten Pflanzenteile,
    - das beim Gärungsprozeß anfallende Waidwasser,
    - ein Gemisch aus abgesetzten Pflanzenteilen und Waidwasser,
    gegebenenfalls unter Beimischung eines geringfügigen Anteiles von Chemikalien, wie z. B. Kaliumkarbonat, Kaliumpermenganat, Ammoniak, Kalk und Hydrosulfid, zum Einsatz kommt.

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19605534B4 (de) * 1996-02-15 2006-02-16 SLH e.G. Verfahren zur Herstellung von Indigokonzentrat

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE19605534B4 (de) * 1996-02-15 2006-02-16 SLH e.G. Verfahren zur Herstellung von Indigokonzentrat

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