DD290230B5 - Verfahren zum faerben von papier - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung findet Anwendung beim Färben von Papier, Pergament und anderen aus natürlichen Rohstoffen hergestellten
Informationsträgern, insbesondere bei der Restaurierung von Bibliotheks- und Archivbeständen.
Description
Die Erfindung findet Anwendung beim Färben von Papier, Pergament und anderen aus natürlichen Rohstoffen hergestellten Informationsträgern, insbesondere bei der Restaurierung von Bibliotheks· und Archivbeständen.
Die bisher zum Färben von Papier eingesetzten Farbstoffe waren im wesentlichen synthetische Farben. Der Einsatz dieser Farben war mit hohen Kosten und die Verarbeitung mit gesundheitlichen Gefährdungen verbunden. Weiterhin wurde nicht immer die insbesondere bei der Papierrestaurierung geforderte Farbechtheit erreicht.
Aus der Schrift SU 1 470 825 (D 21 H 1/46) ist ein Stoff zur Restaurierung alter handgeschriebener Bücher bekannt, der einen pflanzlichen Farbstoff und Wasser enthält. Dieser Farbstoff wird aus dem Aceton-Wasser-Extrakt einer Gattung des Maulbeerbaumes gewonnen. Bei der Behandlung des Papiers mit der wäßrigen Lösung aus diesem Farbstoff wird eine orange-gelbe bis hellgelbe Färbung erzielt und die physiko-chemische Stabilität des Papieres verbessert.
Außerdem ist ein Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen aus Pflanzenteilen bekannt DE-PS 3 519 142, das durch mehrere kostenaufwendige Verfahrensschritte, wie Trocknen bei höheren Temperaturen, Pulverisieren, Zusetzen von Lösungsmitteln usw. gekennzeichnet ist.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, einen Farbstoff aus einheimischen pflanzlichen Rohstoffen zum Färben von Papier zu gewinnen, der ökologisch unbedenklich einsetzbar, mit geringen Kosten herzustellen ist und insbesondere die zur Papierrestaurierung erforderlichen Farbtöne in hoher Farbechtheit erbringt.
Die Erfindung hat die Aufgabe, pflanzliche Rohstoffe zum Färben von Papier zu erschließen, die kostengünstig im Kaltverfahren herzustellen und mit den bekannten Methoden zum Färben von Papier, z. B. durch Tauchen, Streichen oder Besprühen in wäßriger Lösung zu verarbeiten sind.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Inhaltsstoffe der Waidpf lanze (isatis tinctoria) Anwendung finden.
Die Anwendung der Inhaltsstoffe der Waidpflanze erfolgt dabei in vier Grundvarianten:
- aus frischen Waidblättern gepreßter und gegorener Waidsaft
- die beim Gärungsprozeß auf dem Boden des Gärbottiches abgesetzten Pflanzenteile (der sogenannte Bodensatz)
- das beim Gärungsprozeß anfallende Waidwasser
- ein Gemisch aus abgesetzten Pflanzenteilen und Waidwasser.
Gegebenenfalls können diesen vier Grundvarianten Anteile von Chemikalien wie z.B. Kaliumkarbonat, Kaliumpermanganat, Ammoniak, Kalk und Hydrosulfid zugesetzt werden, um den jeweils gewünschten Farbton zu erzielen. Die Gewinnung erfolgt im Kaltverfahren und ist damit besonders energiesparend.
Mit der Erfindung werden kostengünstige ökologische Farbstoffe hergestellt, mit deren Hilfe Papier, Pergament und ähnliche aus natürlichen Stoffen gewonnene Materialien in verschiedenen Farben eingefärbt und insbesondere Archiv- und Bibliotheksbestände restauriert werden können. Dabei können die herkömmlichen Restaurtionstechniken mit hoher Produktivität eingesetzt werden. Die so gewonnenen Farbstoffe gewährleisten eine gute Verträglichkeit mit aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnenen und bei der Restaurierung antiquarischer Schriften eingesetzten Binde- und Konservierungsmittel.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachstehend an einigen Ausführungsbeispielen erläutert werden:
Der gegorene Waidsaft kann ohne Zusätze als wasserlösliche Substanz eingesetzt werden. Damit wird weißem Papier ein dem natürlichen Alterungsprozeß entsprechender Farbton verliehen.
Die beim Gärungsprozeß auf dem Boden des Gärungsbottiches abgesetzten Pflanzenteile werden abgesondert und bewirken beim Färben des Papiers eine kräftige Grünfärbung.
Durch eine Mischung der Substanzen aus den Beispielen 1 und 2 kann die Grünfärbung variiert werden und es wird z. B. eine moosgrüne Färbung erreicht.
Eine Mischung aus 90 Gewichtsteilen gegorenem Waidsaft und maximal 10 Gewichtsteilen Kaliumkarbonat ergibt eine Gelbfärbung des Papiers.!
Eine Mischung aus 90 Gewichtsteilen gegorenem Waidsaft, 5 Gewichtsteilen Kaliumpermanganat und 5 Gewichtsteilen 10%iger Ammoniaklösung ergibt eine Braunfärbung des Papiers.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung ist es möglich, allen an die Färbung antiquarischer Schriften gestellten Anforderungen gerecht zu werden. :
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Färben von Papier, Pergament und anderen aus natürlichen Rohstoffen hergestellten Informationsträgern, insbesondere bei der Restaurierung von Bibliotheks- und Archivbeständen, dadurch gekennzeichnet, daß als pflanzliche Rohstoffe Inhaltsstoffe der Waidpflanze (isatis tinctorial Verwendung finden, wobei jeweils eine der Grundvarianten- aus frischen Blättern gepreßter oder gegorener Waidsaft,- die beim Gärungsprozeß auf dem Boden des Gärbottichs abgesetzten Pflanzenteile.- das beim Gärprozeß anfallende Waidwasser,- ein Gemisch aus abgesetzten Pflanzenteilen und Waidwasser,gegebenenfalls unter Beimischung eines geringfügigen Anteiles von Chemikalien, wie z.B. Kaliumkarbonat, Kaliumpermanganat, Ammoniak, Kalk und Hydrosulfid, zum Einsatz kommt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD33526289A DD290230B5 (de) | 1989-12-05 | 1989-12-05 | Verfahren zum faerben von papier |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD33526289A DD290230B5 (de) | 1989-12-05 | 1989-12-05 | Verfahren zum faerben von papier |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD290230B5 true DD290230B5 (de) | 1995-05-18 |
Family
ID=5614397
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DD33526289A DD290230B5 (de) | 1989-12-05 | 1989-12-05 | Verfahren zum faerben von papier |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD290230B5 (de) |
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1989
- 1989-12-05 DD DD33526289A patent/DD290230B5/de not_active IP Right Cessation
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