DD292627A5 - Verfahren zur herstellung von beflockten, flaechenhaften materialien - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines beflockten Bahnmaterials, dessen Traegermaterial aus einer Folie, vorzugsweise PVC-Weich-Folie, besteht. Durch dieses Verfahren soll ein beflocktes Bahnmaterial mit geringem technologischen, konstruktivem und energetischem Aufwand hergestellt werden. Das Ziel wird erreicht durch den unmittelbaren klebstoff-freien Auftrag der Flocken auf das noch aktive Bahnmaterial.{Folie; Extrusion; Thermoplast; PVC; Beflockung; Herstellungsverfahren}
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines beflockten Bahnmaterials, dessen Trägermaterial aus einer Folie, vorzugsweise PVC-weich-Folie besteht.
Bei der Beflockung von Oberflächen wird ein Faserflor auf das zuvor mit Klebstoff beschichtete, noch feuchte Substrat aufgebracht und anschließend durch Klebstoffverfjstigung fixiert IBersev; Liebscher, „Elektrostatisches Beflocken", VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1983). ..
Generell weist dieses technisch angewendete Verfahren folgende Nachteile auf:
- Einsatz eines Klebstoffes auch bei Foliebeflockung
- Verwendung von z.T. Lösungsmittel enthaltenden Klebstoffen
• Lösungsmittel- bzw. Weichmacherrückgewinnungsanlagen erforderlich bzw. Abluftsäuberung
• Arbeitsplatz-und Umweltbelastung
- Trocknungsprozeß notwendig
• Ausrüstungsaufwand für Trockner
• Energieaufwand für Trocknung
- Maschinengeschwindigkeit ist entscheidend von der Dauer des Trockenvorganges abhängig
Spezielle Verfahren der Haftvermittlung werden in den BRD-PS 1936154 und 1906678 geschützt. Nach Klebrigmachung der zugeführten Kunststoffbahnen durch Lösungsmittel- bzw. Weichmachereinwirkung und anschließender Beflockung werden die Bahnen zur Flockenverankerung aufgeschmolzen und wieder abgekühlt.
Hierbei wird auf einen speziellen Klebstoff verzichtet. Die anderen obengenannten Nachteile bleiben jedoch auch hier bestehen, der Energieaufwand für das Aufschmelzen liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch höher als der zum Trockner, eines Klebstoffes notwendige.
Ziel der Erfindung
Durch die Erfindung soll mit wenig technologischem, konstruktivem und energetischem Aufwand materialsparend und umv Itentlastend beflocktes Bahnmaterial hergestellt werden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der kontinuierlichen Beflockung eines fiächenhaften Bahnmaterialsohne Verwendung von Klebstoff zur Verankerung der Flocken.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren gelöst, bei welchem ein flächiges Interimsträgermaterial homogen, mit der auf dem Endprodukt gewünschten Beflockung beaufschlagt wird, dabei das die Beflockung bildende Material mit dincr Kraft auf dem Interimsträgermaterial verankert wird, die kleiner ist als die Verankerungskraft auf dem Endprodukt. Danach wird dieses beaufschlagte Interimsträgermaterial in die Nähe des Schlitzes einer Breitschlitzdüse geführt, wo eine innige Kopulation zwischen der aus der Breitschlitzdüse austretenden, noch aktiven und der Beflockungsseite des beaufschlagten Interimsträgermaterials hergeführt und Druck auf diesen Verbund ausgeübt wird.
Als die Kopulation zwischen Folie und Interimsträgermaterial unterstützendes, druckausübendes Mittel erfolgt die Durchführung dieses so erzeugten Verbundes vorzugsweise durch einen Walzenspalt. Unter dem Begriff „noch aktive Folie" ist dabei zu verstehen, daß die aus dem Extruder austretende Folie bis zur Kopulation noch nicht verfestigt sein darf. Nach Ausübung des Druckes erlöscht die Aktivität der Folie durch Abkühlung, welche noch zusätzlich unterstützt werden kann, indem der Verbund durch eine Wärmetauschzone geleitet wird, und es erfolgt eine Scheidung zwischen der nun mit der Beflockung versehenen Folie und dem Interimsträgermaterial. Bei der Scheidung dieses Verbundes wird sich die oben beschriebene unterschiedliche Verankerungskraft der Beflockung zunutze gemacht, so daß die Beflockung sich vollständig von dem Interimsträgermaterial trennt. Vorzugsweise geschieht die Scheidung durch divergierende^Warenbahnführung mit Aufwicklung. Zur Erzeugung der Verankerungskraft auf dem Interimsträgermaterial kann eine elektrostatische AufTadung desselben und/oder Anlegen eines Unterdruckes erfolgen, wobei im Falle der elektrostatischen Aufladung der Träger dann vorzugsweise aus einem gut aufladbaren Polymerfilm besteht. Das Interimsträgermaterial wird vorzugsweise wiederverwendet.
Als Interimsträgermaterial kann auch eine beflockte Polymerfolie, die elektronisch aufgeladen ist, verwendet werden. Dieses Verfahren gestattet es, mit wenig Aufwand, ohne Kleber, umweltfreundlich, mit wenig Energieaufwand beflocktes Flächenmaterial herzustellen.
1. Ausführungsbeispiel
Ein Mahlflock aus gebleichten Viskosefasern, die eine durchschnittliche Faserlänge von 0,3-0,5mm besitzen, und der zur
Polyamidfaservlies, welches eine Dicke von 2 mm besitzt, so beflockt, daß auf dem Vlies eine gleichmäßige Flockenbedeckung von 70g/m2 entsteht. Das Flockenfeld hat eine Länge von 2 m. Die wirksame Warenbahnbreite beträgt 1 m, die Warenbahngoschwindigkeit beträgt 15 m/min. Am Ende des Flockenfeldes ist unterhalb der Warenbahn ein Saugkasten einer Breite von 30cm angebracht, welcher vollständig vom Vlies bedeckt wird.
Extrusionsbeschichtungsanlage zugeführt, wo die beflockte Seite im Walzenspalt mit einem aus einer Extrusionsdüs&mit einer Massetemperatur von 18O0C ausgetretenen PVC-w-Film mit einem Liniendruck von 300 N/cm verpreßt wird.
Die PVC-w-Folie hat beim Vorpressen eine Masse von 200g/m2. Das Laminat wird auf 3O0C abgekühlt, anschließend wird das Polyamidfaservlies delaminiert.
Polyamidfaservlies und die beflockte PVC-w-Folie werden durch Bürsten und Ansaugen von losen Viskosefasern befreit.
Die beflockte PVC-weich-Folie wird auf der Rückseite auf einer Rastertiefdruckanlage bedruckt. ,
Das erhaltene Produkt findet als Tischbelag Verwendung.
2. Ausführungsbeispiel
Ein Mahlflock aus braun ge'ärbten Viskosefasern mit einer durchschnittlichen Faserlänge von 0,3-0,5mm, welcher mit 2,5MT
Flockenfeld eine Temperatur von 150°C herrscht und die Fasern auf 150°C aufgeheizt sind.
Es wird eine Flockenmasse von 70g/m2 eingestellt.
Die Warenbahngeschwindigkeit beträgt 15 m/min.
Als Trägermaterial wird oin Viskosefaservlies von 2 mm Dicke verwendet, welches mit Marvelan FS speziell des VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt ausgerüstet wurde. Das beflockte Viskosefaservlies wird einer Extrusionsbeschichtungsanlage zugeführt, wo die beflockte Seite mit einer Temperatur von mindestens 130°C im Walzenspalt mit einem aus einer Extrusionsdüse mit einer Massetemperatur von 17O0C ausgetretenen PVC-hart-Film mit einem Liniendruck von 300 N/cm »erpreßt wird.
Die PVC-hart-Folie hat beim Vorpressen eine Masse von 150g/m2. Das Laminat wird auf 3O0C abgekühlt, anschließend wird das Viskosefaservlies delaminiert.
Viskosefasorvlies und die beflockte PVC-hart-Folie werden durch Bürsten und Absaugen von losen Viskosefasern befreit.
Das erhaltene Produkt findet als tiefziehfähige Dekorationsfolie Verwendung.
3. Ausführungsbeispiel
Polyamidkurzfasern von 1 mm Länge und einer Feinheit von 0,33tex werden nach bekannten Verfahren mechanisch mit einer Flächenbedeckung von 80g/m2 auf eine endlose, 0,5 mm dicke Polyethylenfolie beflockt, die zuvor mit einer schnellaufenden, mit Polyamidsamt überzogenen Walze auf 20kV/cm elektrostatisch aufgeladen worden war. Die beflockte Polyethylenfolie wird gemäß Seispiel 1 mit einem PVC-weich-Film beschichtet, laminiert und gereinigt.
Die beflockte PVC-weich-Folie wird auf einer Rastertiefdruckanlage bedruckt und auf einer Prägeanlage geprägt, Das erhaltene Produkt findet als leichtes Polsterkunstleder Verwendung.
4. Ausführungsbeispiel
Vorbehandelte Glasfaserkurzfasern vqn 1 mm Länge werden nach bekannten Verfahren mechanisch mit einer Flächenbedbckung von 150g/m2 auf eine mit Polyamidfasern beflockte 0,5mm dicke PVC-weich-Folie (Kleber Wilbraflock 76) beflockt, deren Fasern zuvor mit einer schnellaufenden Glaswalze auf 20kV/cm elektrostatisch aufgeladen wurden. Die beflockte PVC-weich-Folie wird gemäß Beispiel 1 mit einem PVC-weich-Film beschichtet, dalaminiert und gereinigt. Das erhaltene mit Glasfasern beflockte Produkt wird auf einer Rastertiefdruckanlago bedruckt und findet als schwer entflammbare und schallschluckende Dekorationsfolie Verwendung.
5. AusfQhrungsbeisplel
Auf ein Polyamidfaservlies wird gesiebter, gereinigter Seesand der Körnung < 0,2 mm gleichmäßig mit einer Flächenbedeckung von 300g/m2 aufgestreut und einer Extrusionsbeschichtungsanlage mit 15m/min zugeführt.
Die sandbestreute Seite des Vlieses wird im Walzenspalt mit einem aus einer Extrusionsdüse mit einer Massetemperatur von 1800C ausgetretenen PVC-w-Film und einem Polyestergewebe von 130 g/m2 mit einem Liniendruck von 300 N/cm so verpreßt, daß sich der PVC-w-Film zwischen Sand und Gewebe befindet.
Die PVC-w-Folie hat beim Verpressem einer Flächenmasse von 100g/m2. Das Laminat wird auf 3O0C abgekühlt und das Polyamidfaservlies delaminiert.
Polyamidfaservlies und der Verbund Sand/PVC-w-Film/Gewebo werden durch Bürsten und Absaugen von losem Sand befreit.
Das erhaltene Produkt findet als Tapete Verwendung. N
Claims (6)
- Patentansprüche:1. Verfahren · ·\τ Herstellung eines beflockten flächigen Bahnmaterials, dessen Trägermaterial vorzugsweise aus PVC-weich-Folie besteht, dadurch gekennzeichnet, daß ein flächiges Interimsträgermaterial homogen, mit der auf dem Endprodukt gewünschten Beflockung beaufschlagt wird, dabei mit einer Kraft auf dem Interimsträgermaterial verankert wird, die kleiner ist als die Verankerungskraft der Flocken auf dem Endprodukt, danach dieses beaufschlagte Interimsträgermaterial in die Nähe des Schlitzes einer Breitschlitzdüse geführt und eine innige Kopulation mit der aus der Breitschlitzdüse austretenden noch aktiven Folie und der Seite des Interimsträgermaterials, auf welchem sich die Beflockung befindet, herbeigeführt, hernach auf diesen Verbund Druck ausgeübt und eine Abkühlung vorgenommen wird und nach Erlöschen der Aktivität der extrudiarten Folie, welche durch Abkühlung geschieht, und nun die Beflockung aufgenommen habende Folie von dem Interimsträgermaterial geschieden wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung des Druckes, der zur Unterstützung der Kopulation zwischen extrudierter Folie und beaufschlagtem Inierimsträger notwendig ist, der Verbund durch den Schlitz eines Walzenpaäres geführt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Druckausübung der Verbund durch eine Wärmetauschzone geleitet wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheidung des Verbundes durcdh divergierende Warenbahnführung mit Aufwicklung vorgenommen wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Interimsträgermaterial ein Viskosev'ies verwendet wird, elches mit Antihaftmitteln ausgerüstet oder versehen worden ist.
- 6. Verfahrt «nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verankerungskraft auf dem Interimsträgermaterial durch elektrostatische Aufladung desselben jnd/oder durch Anlegen eines Unterdruckes erzeugt wird.
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Cited By (2)
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|---|---|---|---|---|
| DE10116624A1 (de) * | 2001-04-03 | 2002-10-17 | Fehrer F S Gmbh & Co Kg | Kunststoffelement mit faserhaltiger Beschichtung |
| FR2909030A1 (fr) * | 2006-11-24 | 2008-05-30 | Enduction Et De Flockage Socie | Procede de realisation d'une piece injectee et decoree par flockage sans utilisation d'un adhesif de flockage |
-
1986
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Cited By (3)
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| DE10116624A1 (de) * | 2001-04-03 | 2002-10-17 | Fehrer F S Gmbh & Co Kg | Kunststoffelement mit faserhaltiger Beschichtung |
| DE10116624B4 (de) * | 2001-04-03 | 2011-03-10 | F.S. Fehrer Gmbh & Co. Kg | Kunststoffelement mit faserhaltiger Beschichtung |
| FR2909030A1 (fr) * | 2006-11-24 | 2008-05-30 | Enduction Et De Flockage Socie | Procede de realisation d'une piece injectee et decoree par flockage sans utilisation d'un adhesif de flockage |
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