DD293046A5 - Kuenstlicher peritoneum - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein kuenstliches Peritoneum, das es gestattet, bei diffuser Peritonitis eine kontinuierliche Spuelung der freien Bauchhoehle zu ermoeglichen, Medikamente zu applizieren und gleichzeitig einen Prolaps von Baucheingeweiden bei Laparotomie zu verhindern. Ziel und Aufgabe der Erfindung bestehen darin, mittels eines Strukturweichschaumes Eigenschaften des natuerlichen Peritoneums zu uebernehmen und zusaetzlich eine gezielte Medikamentenfreisetzung zu ermoeglichen. Erfindungsgemaesz besteht das kuenstliche Peritoneum aus mindestens zwei miteinander verbundenen Schichten, die einen elastischen UEbergangsbereich besitzen und ueber permeable Hohlfasern verfuegen, die in einen Spuelschlauch und in einen Medikamentenschlauch muenden, welche an der Hautdurchfuehrungsstelle mit Filzabdeckungen versehen sind. Die Auszenhaut ist porenfrei und die Innenschicht hat durch raeumlich maeanderfoermige Ausstuelpungen eine wirksam vergroeszerte Oberflaeche. Groszlumige Poren sind in der Spuelschicht vorhanden, dagegen kleinlumige in der Medikamentenfreisetzungsschicht.{Peritoneum, kuenstlich; Strukturweichschaum; Hohlfaser; Medikamentenfreisetzung; Spuelbereich; groszlumige, kleinlumige Poren}
Description
Die Erfindung betrifft ein künstliches Peritoneum, vorzugsweise aus einem Polyurethan-Strukturweichschaum, das es gestattet, bei diffuser Peritonitis eine kontinuierliche Spülung der freien Bauchhöhle zu ermöglichen, Medikamente zu applizieren und gleichzeitig einen Prolaps von Baucheingeweiden bei Laparotomie zu verhindern.
Für die Teilübernahme der Funktion des Peritoneums durch ein künstliches Gebilde gibt es bislang in der Abdominalchirurgie zur Zeit keine praktikable technische Lösung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein künstliches Peritoneum zu schaffen, das dem Chirurgen einerseits die kontinuierliche sterile und nichtinvasive Entfernung von Peritonealexsudat ermöglicht und andererseits eine kontinuierliche Wirkstoffabgabe, wie z. B. Antibiotika, gestattet.
Der Chirurg kann somit im Rahmen der Etappenlavage das sogenannte künstliche Peritoneum in Abständen von 24 oder 48 Stunden auswechseln und wirksam einen Darmprolaps verhindern. Die Eigenschaften des Kunststoffes sollen eine Detoxikation der freien Bauchhöhle ermöglichen und kontinuierliche Labor- und bakteriologische Bestimmungen der abfließenden Spülflüssigkeit bzw. des Peritonealsekretes zulassen.
Das Ziel der Erfindung besteht darin, daß durch Anwendung eines kompatiblen porösen Kunststoffes in der Form eines Strukturweichschaumes die Möglichkeit der Dauerspülung der freien Bauchhöhle mit passiver oder aktiver Drainage nach außen geschaffen wird und damit eine Teilfunktion des Peritoneums zusätzlich gesichert ist. Es soll versucht werden, durch kontinuierliche Auswechselung eine Detoxikationsaufgabe zu übernehmen und damit das überförderte Peritoneum bei diffuser Peritonitis zu entlasten.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in einem Strukturweichschaum, der aus mindestens zwei miteinander verbundenen offenzelligen Schichten besteht, in jede Schicht permeable Hohlfasern aus einem biokompatiblen, hydrolysefesten Werkstoff angeordnet sind. Beide Schichten sind durch einen elastischen Übergangsbereich getrennt. Außen besitzt das künstliche Peritoneum eine porenfreie Deckschicht. Die Hohlfasern beider Schichten münden in nach außen führende Schläuche, die im Bereich der Hautdurchführung eine biokompatible Filzabdeckung besitzen. Die obere Schicht ist als Spülbereich mit großlumigen Poren versehen, die untere Schicht als Bereich der Medikamentenfreisetzung besitzt kleinlumige Poren. Zur Vergrößerung der wirksamen Oberfläche verfügt die Innenschicht über räumlich mäanderförmige Ausstülpungen zum Bauchinnenraum hin.
Der Vorteil des entwickelten künstlichen Peritoneums besteht darin, daß durch den schichtweisen Aufbau mit in jeder Schicht eingeschäumten permeablen Hohlfasern einerseits eine Abscheidung von Peritonealflüssigkeit unter sterilen Bedingungen nach außen erfolgen kann und andererseits die Möglichkeit einer von außen gesteuerten Medikamentengabe möglich ist. Weiterhin werden durch den Strukturweichschaum mechanische Irritationen im Peritoneum vermieden.
Die Erfindung soll im nachfolgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert werden
Fig. 1: Perspektivische Ansicht des künstlichen Peritoneums, Fig. 2: Vertikalschnitt des künstlichen Peritoneums.
Gemäß Figur 1 befinden sich auf der Innenseite des künstlichen Peritoneums mäanderförmige Ausstülpungen (1) zur Oberflächenvergrößerung. Das künstliche Peritoneum verfügt über einen Spülschlauch (2) und einen Medikamentenschlauch (3), die beide im Bereich der Hautdurchleitung aus dem Patienten mit einer biokompatiblen Filzabdeckung (4) versehen sind. Gemäß Figur 2 besteht das künstliche Peritoneum aus einem Spülbereich (5), der mit großlumigen Poren (8) ausgestattet ist und in dem sich eingeschäumte permeable Hohlfasern (10) befinden, sowie aus einem Bereich der Medikamentenfreisetzung (6), der über kleinlumige Poren (9) verfügt und ebenfalls eingeschäumte permeable Hohlfasern (10) besitzt. Beide Bereiche sind durch einen elastischen Übergangsbereich (7) getrennt und verfügen zur Bauchwand hin über eine glatte porenfreie Außenhaut (11).
Claims (4)
1. Künstliches Peritoneum, gekennzeichnet dadurch, daß es aus einem biokompatiblen Strukturweichschaum mit räumlich mäanderförmiger Oberflächenstruktur (1) besteht und in einen Spülbereich (5) mit großlumigen Poren (8) und einen Bereich der Medikamentenfreisetzung (6) mit kleinlumigen Poren (9) untergliedert ist.
2. Künstliches Peritoneum nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß in den Spülbereich (5) und den Bereich der Medikamentenfreisetzung (6) permeable Hohlfasern (10) angeordnet sind, die in einen Spülschlauch (2) und einen Medikamentenschlauch (3) münden, die mit der Außenwelt verbunden sind.
3. Künstliches Peritoneum nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß in den kleinlumigen Poren (8) des Bereiches der Medikamentenfreisetzung (6) gezüchtete Peritonealzellen in Form eines Hybridorganes angesiedelt werden können.
4. Künstliches Peritoneum nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß Spülschlauch (2) und Medikamentenschlauch (3) im Bereich der Hautdurchleitung mit einer biokompatiblen Filzabdeckung (4) versehen ist.
Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
Priority Applications (1)
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| DD33918190A DD293046A5 (de) | 1990-03-29 | 1990-03-29 | Kuenstlicher peritoneum |
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| DD293046A5 true DD293046A5 (de) | 1991-08-22 |
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ID=5617399
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Country Status (1)
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Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102004062877A1 (de) * | 2004-12-21 | 2006-07-06 | Ihle, Peter, Dr. | Vorrichtung zum Entfernen von Wundsekreten aus Körperhöhlen |
| DE102011112795A1 (de) * | 2011-09-09 | 2013-03-14 | Paul Hartmann Ag | Vorrichtung zur Simulation einer Wunde am offenen Abdomen |
| DE102014201889A1 (de) | 2014-02-03 | 2015-08-20 | Aesculap Ag | Medizinisches Produkt zur Anwendung bei der Behandlung von Hernien |
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1990
- 1990-03-29 DD DD33918190A patent/DD293046A5/de not_active IP Right Cessation
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