DD297463A5 - Verfahren zum mischen von textilfasern - Google Patents
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Abstract
Ein Verfahren zum Mischen von Textilfasern, bei welchem verschiedenartige Fasern von Faserballen unterschiedlicher Provenienz abgetragen und gemischt werden, zeichnet sich dadurch aus, dass I wenigstens folgende Angaben in einen Rechner eingegeben werd en: a) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und b) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Kardenbandes bzw. Garnes; II aus diesen Vorgaben der Rechner entsprechend einem vorgegebenen Rechenalgorithmus eine Komponentenaufteilung errechnet, die bei minimierter Abweichung von dem gewünschten Kardenband bzw. den Garneigenschaften diese wenigstens annähernd erfüllt, und ggf. eine Korrektur der errechneten Komponentenaufteilung unter Berücksichtigung etwaiger, ebenfalls in den Rechner eingegebenen Randbedingungen bzw. Sonderwünsche vornimmt und eine korrigierte Komponentenaufteilung errechnet, III die vom Rechner ermittelte Komponentenaufteilung bzw. korrigierte Komponentenaufteilung für die Einstellung bzw. Regelung der Zuspeisung der einzelnen Komponenten am Mischer ausgenutzt wird, um die errechnete und ggf. korrigierte Komponentenaufteilung in dem vom Mischer gelieferten Fasergemisch zu erhalten.
Description
werden, indem Faserflocken aus der Oberfläche herausgelöst und einem Transportmittel übergeben werden oder darin, daß
zugeführt werden, in welche diese Teile zu Faserflocken aufgelöst und einem Transportmittel übergeben werden.
welchen die angelieferten Fasern als Flockengemisch eingefüllt werden.
gegeben, um einen Dubliereffekt zu erhalten, um eine Homogenisierung des Faserflockengemisches anzustreben.
beschrieben.
ganzen Zeit das gleiche bleibt, während das zweite Abtrag- und Mischverfahren zusätzlich noch die Ungenauigkeit der abgehobenen Menge aufweist.
verändert werden kunnen.
dadurch zu lösen, daß Fasermischungskomponenten mit je vorbestimmten unterschiedlichen Fasereigenschaften gobildet werden, welche je mit steuerbaren variablen Komponentenanteilen zu einer komponenten Mischung zusammengemischt werden, und daß diese Komponentenmischung in Abhängigkeit von vorgegebenen, resp. festgestellten, veränderten
bestimmt, resp. korrigiert wird.
den Faserballen bestimmt werden, genau gemischt werden, um dio gewünschten Eigenschaften eines Zwischenproduktes, z. B.
eines Kardenbandes, oder eines Endproduktes, z. B. eines Garnes zu erhalten.
festzustellen, welche unverzüglich eine Korrektur der Mischung ermöglichen, um die verlangten Eigenschaften des
genannt), der sogenannte Stapel (Länge der Fasern über den Bereich von der kürzesten bis zur längsten Faser unter
(Gelbstich), die Farbe, basierend auf der Verschmutzung der Faser, die Faserfestigkeit (der einzelnen Fasern) und die Dehnbarkeit der Fasern.
bei der Mischung der Faserballen die Beiträge der einzelnen Komponenten zu den Eigenschaften der Mischung bzw. des daraus hergestellten Garnes berücksichtigt werden muß.
geachtet werden, daß der Stapel möglichst lang ist, die Feinheit der Faser hoch ist (Micronaire) und die Faser eine hohe Festigkeit besitzen. Weitere wichtige Parameter sind die Farben der einzelnen Faserprovenienzen, welche das Aussehen des Garnes bestimmen. Die Dehnbarkeit der einzelnen Faserprovenienzen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, weil sie das nachfolgende
kleinere Rolle im Gegensatz zu feinen Garnen und es ist wesentlich bei diesen Garnen, daß der Staub restlos entfernt ist, da sonst
erhaltenen Kardenbandes bzw. Garnes festgestellt wird, so kann dies unter Umständen durch verschiedene unterschiedliche
liegt, wofür die Vorräte an dieser Komponente gar nicht ausreichen. Als weiteres Beispiel wäre es auch denkbar, daß die
durch die Zufuhr einer billigeren Komponente erreichbar wäre.
außerdem nach Bedarf rasch verändert werden können, auch so verstanden werden sollte, daß die Führung der Spinnerei in die
gegebenenfalls bei dem Regelverfahren Prioritäten zu setzen.
a) die zunächst grob geschätzte erwünschte quanitative Komponentenaufteilung,
b) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und
c) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Kardenbandes bzw. Garnes;
II. aus diesen Vorgaben die Regelung, entsprechend einem vorgegebenen Regelalgorithmus eine Komponentenaufteilung errechnet, die der vorgegebenen Komponentenaufteilung nahekommt, und die Kardenband- bzw. Garneigenschaften erfüllt,
III. die Regelung den Betrieb eines die einzelnen Komponenten mischenden Mischers so ansteuert, daß die errechnete Komponentenaufteilung in dem vom Mischer gelieferten Fasergemisch erhalten wird.
Durch dieses Verfahren hat die Führung der Spinnerei die Möglichkeit, die quantitative Komponentenaufteilung entsprechend der Lagebestände sowie entsprechend den Kundenwünschen zu wählen, wobei sowohl die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten als auch die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Produktes bei der Vorgabe berücksichtigt werden. Die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten können durch Laboruntersuchungen der einzelnen Faserballen oder on-line bestimmt werden. Es ist auch möglich, jeden Faserballen mit einer Codierung vorzusehen, welche die Eigenschaften des darin enthaltenen Materials angibt.
Durch diese Vorgaben wird einerseits der Regelalgorithmus vereinfacht, andererseits gelingt es dann auch den Regelalgorithmus so zu wählen, daß eine konkrete mathematische Lösung für die Komponentenaufteilung zuverlässig gefunden werden kann, und somit die Wünsche der Spinnereiführung erfüllt.
Das soeben beschriebene Verfahren kann auch so ausgeführt werden, daß man bei dem Merkmal I) zusätzlich d) wenigstens eine Regelpriorität vorgibt, in dem Sinne, daß die Einhaltung wenigstens eines Komponentenanteils oder einer Kardenband- bzw. Garneigenschaft Vorrang hat. Bei diesem Verfahren hat die Spinnereiführung beispielsweise die Möglichkeit sicherzustellen, daß das produzierte Garn wenigstens einen bestimmten Prozentsatz einer preisgünstigen Faserkomponente enthält oder einen Schmutzgehalt aufweist, der vorgegebene Grenzwerte nicht überschreitet.
Das Verfahren kann dann ohne weiteres so ausgeführt werden, daß für jede aufgeführte Regelpriorität auch eine Gewichtung vorgegeben wird. Diese Gewichtung künn auch durch die Reihenfolge der Angaben vorgegeben werden. Bei der Durchführung dos Verfahrens können wenigstens einige der gewünschten Kardenband- bzw. Garneigenschaften während der Kardenband- bzw. Garnherstellung gemessen und der Regelung mitgeteilt werden, wobei die Regelung im Falle von Abweichungen von der Vorgabe in bezug auf die gemessenen Eigenschaften die Komponentenaufteilung neu errechnet. Hierdurch werden Schwankungen in den Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten berücksichtigt. Es kann beispielsweise ohne weiteres vorkommen, daß die von den bestimmten Faserballen entnommenen Proben für die Eigenschaften des gesamten Ballens doch nicht repräsentativ sind. Durch das erfindungsgemäße Vorgehen werden auch solche Vorkommnisse berücksichtigt.
Man kann auch zusätzlich weitere Kardenband- bzw. Garneigenschaften im Labor messen und im Falle von störenden Abweichungen ebenfalls diese in die Regelung eingeben, wodurch auch diese Abweichungen bei der Neuberechnung der Komponentenaufteilung berücksichtigt werden.
Um unerwünschte Schwankungen des Regelverfahrens auszuschalten, sollten die während der Herstellung des Kardenbandesbzw, -garnes gemessenen Eigenschaften erst nach entsprechender Mittelwertbildung von der Regelung berücksichtigt werden. Die Berechnung der Komponentenaufteilung erfolgt vorzugsweise nach dem Prinzip der minimalen Abweichungen bzw. der minimalen gewichteten Abweichungen von der Sollvorgabe.
Eine Möglichkeit dies zu realisieren besteht darin, die die Berechnung der Komponentenaufteilung nach dem Prinzip der minimalen quadratischen Abweichungen bzw. der minimalen gewichteten quadratischen Abweichungen von der Sollvorgabe vorzunehmen. Eine weitere Möglichkeit für die Berechnung der Komponentenaufteilung entsprechend der nachfolgenden Gleichung bzw. dem nachfolgenden Regelalgorithmus abläuft, indem das Gütekriterium
minimiert wird,
wobei x(t) die Regelabweichungen in Form eines Vektors angibt, d. h. die Abweichungen der gemessenen Eigenschaften von den erwünschten Eigenschaften,
xT{t) der Transform von x(t) ist,
u(t) der Steuervektor ist, der die erwünschte Komponentenauhoilung angibt, uT(t) derTransformvonu(t)ist,
Die Regelung kann auch gleichzeitig zur Einstellung einer Grobreinigungseinheit verwendet werden, die zwischen einer Ballenabtragmaschine und dem Mischer eingeschaltet ist, wobei die Einstellung der Grobreinigungseinheit die Kardenband· bzw. Garneigenschaften beeinflußt und hierdurch auch die Errechnung der Komponentenaufteilung.
dann berücksichtigt werden kann, wenn die Regelung die Wirkung der Reinigungseinheit berücksichtigt.
durchzuführen, wobei auch verhältnismäßig viele von den kurzstapligen Fasern ausgeschieden werden, so daß der Stapel des
sinnvoll, den Anteil einer relativ kurzstapligen preisgünstigeren Komponente bei der Mischung zu erhöhen.
der Komponentenmischung angebracht ist, um den beim Kardenband erwünschten Stapel zu erhalten.
über die Einstellung der Feinreinigungseinheit erhalten, um auch auf diese Weise die Berechnung der Komponentenaufteilung verfahrensgerecht vorzunehmen.
erfindungsgemäße Verfahren vor, daß die Regelung die Neueinstellung der Komponentenaufteilung und den Kannenwechsel am Kardenausgang koordiniert, damit der Übergang von einem Sortiment zum nächsten ohne nennenswerte Unterbrechung und bei minimalem Produktverlust stattfindet.
danach am Kardenausang ein Kannenwechsel durchgeführt werden und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem man sicher sein kann, daß das produzierte Kardenband die erwünschten Eigenschaften des bisherigen Sortiments noch aufweist. Nun wird eine Kanne eingesetzt, die das Kardenband so lange aufnimmt, bis das Kardenband mit den erwünschten Eigenschaften des neuen
dem Mischer zugeführt werden. Wenn dies in kleineren Produzentmengen stattfindet, so führt es zu keiner nennenswerten
der gewählten Provenienzen zu halten.
sich dadurch aus,
a) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und
b) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Kardenbandes bzw. Garnes;
II. aus diesen Vorgaben der Rechner entsprechend einem vorgegebenen Rechenalgorithmus Komponentenauftdilung errechnet, die bei minimierter Abweichung von dem gewünschten Kardenband bzw. den Garneigenschaften diese wenigstens annähernd erfüllt, und ggf. eine Korrektur der errechneten Komponentenaufteilung unter Berücksichtigung etwaiger, ebenfalls in den Rechner eingegebenen Randbedingungen bzw. Sonderwünsche vornimmt und eine korrigierte Komponentenaufteilung errechnet,
III. die vom Rechner ermittelte Komponentenaufteilung bzw. korrigierte Komponentenaufteilung für die Einstellung bzw. Regelung derZuspeisung der einzelnen Komponenten am Mischer ausgenutzt wird, um die errechnete und ggf. korrigierte Komponentenaufteilung in dem vom Mischer gelieferten Fasergemisch zu erhalten.
Diese erfindungsgemäße Lösung ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie die Einkaufspreise der Faserkomponenten berücksichtigt und eine Fasermischung herstellt, deren Preis bei einem Minimum liegt. Besondere Varianten dieses Verfahrens sind den weiteren Patentansprüchen 16 bis 20 zu entnehmen. Diese Verfahrensvarianten versetzen die Spinneraiführung in die Lage, die Auswirkung von verschiedenen Wünschen bzw. Wunschvorstellungen rechnerisch durchzuspielen und zeigen in transparenter Weise an, ob die Realisierung dieser Wünsche mit besonderen Nachteilen verbunden sind, beispielsweise zu weit weg von einer optimalen Produktion liegen.
Anspruch 20 ist von besonderer Bedeutung, da er berücksichtigt, daß der Echtpreis des Materials sich von dem Einkaufspreis unterscheidet. Beispielsweise, falls ein Material a 1 Dollar/kg kostet, aber 7 % Schmutzanteil enthält (Staub, Schadenteile usw.). Dann weist es einen Echtpreis von 1 Dollar für 930g, gleich 1,075Dollar/kg auf. Eine zweite Komponente mit einem Einkaufspreis von 1,05 Dollar/kg, welche aber lediglich 2g Schmutz enthält weist tatsächlich einen Echtpreis von 1,071 Dollar/kg auf und ist eigentlich weniger teuer als die erstgenannte Komponente, obwohl nach einem direkten Vergleich der Einkaufspreise ein anderer Eindruck entsteht. Da das erfindungsgemäße Programm zur Berechnung der idealen Mischungen den Preis der einzelnen Komponenten als Grundangabe enthält und sogar als Schritt des Optimierungsverfahrens den Gesamtpreis der Fasermischung minimiert, zieht man es vor, nicht die direkten Einkaufspreise für die Materialien zu verwenden, sondern bereinigte Werte, welche den Schmutzinhalt des Materials berücksichtigen. Falls der Schmutz als Fasereigenschaft, d.h. als Eingangsgröße berücksichtigt wird, da er schließlich auch eine Eigenschaft der jeweiligen Komponente darstellt, so kann die Ermittlung der bereinigten Preise durch den Computer erfolgen, bevor er die optimierte Komponentenverteilung berechnet. Die Erfindung umfaßt auch Vorrichtungen zur Durchführung der oben ausgeführten und beanspruchten Verfahren, insbesondere unter Verwendung eines die Regelung durchführenden Rechners.
Die Erfindung wird anhand von lediglich Ausführungswege darstellenden Zeichnungen näher erläutert, wobei die Fig. 1 bis 10 verschiedene Möglichkeiten für den Aufbau einer Anlage zum Abtragen und Mischen von Fasern verschiedener Provenienzen zeigt und die Offonbarung aus der früheren schweizerischen Patentanmeldung CH 03335/88-8 wiedergeben, während die Fig. 11 bis 14 sowie die Tabellen der Fig. 16 bis 20 verschiedene Varianten des erfindungsgemäßen Regelverfahrens darstellen. Genauer gesagt zeigen:
Figur 1 bis 5
je eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Mischverfahrens,
Figur β und 7
eine Variante der Ausführungsart des Mischverfahrens von Fig. 6,
Flgur8
eine schematische Darstellung jo einer Erweiterung der erfindungsgemäßen Verfahren nach Fig. 1 bis 7,
Figur 9
eine schematische Darstellung einer Variante des erweiterten erfindungsgemäßen Mischverfahrens von Fig. 1 bis 8, beispielsweise mit einer in Fig.3 dargestellten Faserabtrennung,
Figur 10
eine Variante des Verfahrens von Fig. 2,
Figur 11
ein schematisches Diagramm, das zur näheren Erläuterung des Regelverfahrens dient und zwar bei einer Ausführungsform entsprechend der Fig. 2, wobei steuerbare Dosierapparate am Ausgang jeder Komponentenzelle vorgesehen sind, wobei das gleiche Regelverfahren auch für die Ausführungsformen nach Fig.3 und 5 sowie mit gewissen Abwandlungen für die andere Ausführungsform verwendbar ist,
Figur 12
ein weiteres schematisches Diagramm ähnlich der Fig. 11, jedoch für das Regelverfahren mit einer Ausführung ähnlich der Fig.9 mit einer zwischen der Ballenabtragmaschine und dem Mischer angeordneten Grobreinigungseinheit, jedoch mit der weiteren
Figur 13
ein schematisches Diagramm, das dem der Fig. 12 ähnlich ist, jedoch noch genauer auf die Ausführung der Fig. 9 gerichtet ist, wobei zwei Feinreinigungseinheiten vorgesehen und direkt nach der Grobreinigungseinheit angeordnet sind, und
Figur 14
ein noch weiteres schematisches Diagramm, ähnlich der Fig. 11, bei dem aber die Regelung auch ausgelegt ist, den
Figur 1 zeigt eine Anzahl Förderbänder 1, zur Aufnahme von Faserballen 2, welche durch Faserballenabtragorgane 3 abgetragen werden.
Dabei bewegt sich das jeweilige Faserballenabtragorgan auf stationären Schienen, welche beispielsweise in diagonaler Richtung der sich auf dem Förderband befindlichen Faserballen 2 angeordnet sind. Eine solche Vorrichtung, hier mit dem Bezugszeichen 20gekennzeichnet, ist grundsätzlich aus der schweizerischen Patentschrift Nr. 503809 des Anmelders bekannt. Als Variante dazu könnte die in der schweizerischen Patentanmeldung des Anmelders mit der Nr.00399/88-8 gezeigte und beschriebene Vorrichtung verwendet werden, bei welcher das Abtragorgan 3 an einem auf horizontalen Schienen, den Ballen 2 entlang hin- und herfahrbaren Abtragvorrichtung (nicht gezeigt), auf- und abbewegbar, sowie für die diagonale Abtragung schräg stellbar ist. Dabei kann die Abtragleistung bei beiden Abtragvorrichtungen durch Veränderung der Verschiebegeschwindigkeit des Faserballenabtragorganes 3 entlang des genannten diagonalen Weges, sowie durch veränderliche Vorschubgeschwindigkeit der Faserballen 2 mittels veränderlicher Geschwindigkeit des einzelnen Förderbandes 1 gesteuert werden. Die von der Abtragtrommel 4 losgelösten Faserflocken werden in an sich bekannter Weise durch eine pneumatische Förderleitung 5, welche hier nicht weiter beschrieben wird, wegtransportiert.
Mit Hilfe dieser pneumatischen Förderleitung 5 werden die Faserflocken in einen Mischer 6 gefördert und darin zu einer gleichmäßigen Mischung gemischt.
Die mittels diesen einzelnen pneumatischen Förderleitungen 5 in den Mischer 6 geförderten Mengen werden im weiteren als Faserflockenkomponente oder einfach Komponenten bezeichnet.
Als Mischer können Chargenmischer oder Durchlaufmischer verwendet werden; je nachdem sind die genannten Mengen einzelne Gewichtschargen (kg) oder eine laufende Menge pro Zeiteinheit (kg/h).
Der Einfachheit halber münden die Förderleitungen 5 in Figur 1 schematisch direkt in den ebenfalls schematisch gezeigten Mischer 6, was jedoch in der Praxis je nach Art des Mischers verschieden sein kann. Beispielsweise Können Luft-Faserabscheider verwendet werden, um das jeweilige Faser-Luftgemisch voneinander zu trennen, so daß die Faserflocken im freien Fall in den Mischer fallen können, währenddem die Luft <n eine Abluftleitung geführt werden kann. Solche Abscheider sind aus der Praxis bestens bekannt und deshalb hier nicht besonders gezeigt.
Die genannten Mengen dor vorgenannten einzelnen, in den Mischer 6 gegebenen .~aserfloc!.enkomponenten, werden durch eine Steuerung 7 aufgrund eines Steuerprogrammes gesteuert.
Ein solches Steuerprogramm kann ein Computerprogramm sein, welches ein Komponentenmischprogramm aufweist, das zur Anpassung von Mischungsverhältnissen anpaß-, resp. veränderbar ist.
Eine andere Variante bestünde in einer Digitalsteuerung pro Komponente, bei welcher die Leistung der einzelnen Komponenten manuell gewählt resp. verändert werden könnte.
Dabei werden die für die Abtragleistung der Komponenten maßgebenden Funktionen, wie z. B. die Vorschubgeschwindigkeit des jeweiligen Förderbandes 1 oder die Abtragbewegung des Faserballabtragorganes 3 von der einen oder anderen Steuerung gesteuert.
sondern daß mechanische Förderelemente dazwischen geschaltet werden, beispielsweise Förderbänder. Die genannten
verbunden.
die pneumatischen Förderleitungen 5 die abgetragenen Fasern resp. Faserflocken, auch Produkt genannt, nicht direkt in den
10 ausgetragen und mittels eines darauf folgenden Dosierapparates 11 in den Mischer 6 gegeben wird.
gesteuert werden, um die Austragung mit der Dosierung zu koordinieren. Die Austragapparate könnten aber auch von der
den bereits für Fig. 1 erwähnten Elementen 1 bis δ gefüllt, wobei das Verwenden von zwei Faserballenreihen, mit je den
einzige Reihe pro Komponentenzeüp 9 gewählt werden. Ein solcher Entscheid hängt von der Anzahl oder Mischung der
und durch Leerstandsmelder 15 mittels einer Steuerung 16 gesteuert. Zu diesem Zweck ist die Steuerung 16 für die Hin- und
18 je mit den Antriebsmotoren der Förderbänder 1 verbunden.
10, die Dosierapparte 11, den Mischer 6 sowie die Steuerung 7.1 und die Steuerleitungen 12 und 13.
der jeweiligen Provenienz der Faserballen entsprechen. Die Abtragung geschieht durch eine fahrbare
ihre Signale einer Steuerung 22 eingeben. Diese Steuerung ist über eine Steuerleitung 24 mit der Faserballenabtragvorrichtung 20 verbunden und steuert das Abtragen der Faserflocken von den entsprechenden Faserballengruppen für das Auffüllen der entsprechenden Komponentenzellen 9.
gekennzeichnet, daß das Faserballenabtragorgan die Faserballengruppe 2 auf der gegenüberliegenden Seite abtragen kann.
werden können.
20 mittels der entsprechenden Steuerleitung 24 je separat anzusteuern sind. Ebenso ist pro Faserballenabtragvorrichtung 20 eine pneumatische Förderleitung vorgesehen, welche dementsprechend mit 21.1 statt 21 gekennzeichnet ist und je in eine
entsprechendes Signal 33 abgeben, welches je über eine Steuerleitung 33 an eine die Signale verarbeitende Steuerung 7.2 weitergeleitet wird. Die Verarbeitung der vorgenannten Signale besteht darin, daß die Steuerung 7.2 daraus die Steuersignale erarbeitet, welche über Steuerleitungen 35 die Motoren der genannten Förderbänder 30 und 31 und über Steuerleitungen 34 die /"rtragorgane 3 ansteuert.
können.
gefördert werden.
gesteuerte Menge in den Mischer 6. Diese vorgegebene, abzutragende Menge (kp/h) pro Ballengruppe wird durch das jeweilige
über die Steuerleitungen 33 an die Steuerung abgegeben. Stimmt die pro Faserballengruppe abgetragene Menge (kp/h) nicht mit der vorgegebenen Menge überein, so paßt die Steuerung die abzutragende Menge an, bis sie mit der vorgegebenen Menge übereinstimmt.
abzutragenden Faserballen liegenden Weg hin und her, resp. auf und ab. Dabei wird die Menge (kp/h) der aus den Ballen abzutragenden Fasern mittels der Vorschubgeschwindigkeit der Förderbänder 30 und 31 und Abtragorganes 3 erzeugt.
welcher die unterschiedlichen Abtragmengen je Ballengruppe eingestellt und durch die Signale der Steuerleitungen 33 sowie später erklärten Eingangssignalen angepaßt werden können.
der Pfeilrichtung A.
angeordnet sind und je eine Mischkomponente bilden. Die Faserballen 2 liegen wie in Figur 6 gezeigt, je auf einem Förderband 40 und einem daran anschließenden Verwiegeförderband 41. Dabei kann jedes Verwiegeförderband 41 analog zum
mittels einer Steuerleitung 43 an eine Steuerung 44 abgegeben wird.
entsprechend der CH-Patentanmeldung Nr.00399/88-8 abgetragen, welche bereits im Zusammenhang mit Figur 1 erwähnt wurde. Der Unterscied besteht im wesentlichen in einem langen, sich über die vorgegebene Anzahl Ballenreihen erstreckenden
gleichzeitig Fasern abträgt.
eine, wie dies mit den Figuren 1 und 2 gezeigt ist.
können, um gleichzeitig abgetragen werden zu können.
erfindungsgemäß in einen Durchlaufmischer 45 mündet. Wie für Fig. 1 beschrieben, kann die Förderleitung 50 in einen genannten Abscheider (nicht gezeigt) münden, welcher das Produkt in den Mischer 45 abgibt.
separaten Antriebsmotor aufweisen, d. h. daß jeder Motor separat eine Steuerleitung 47 zur Steuerung 44 aufweist.
dem Verwiegeförderband 41 befindlichen Ballen und die Auf- und Abbewegung des Faserballenabtragorganes 49 an der
geneigten, im wesentlichen der Diagonalen der vier Ballen 2 entsprechenden Richtung abgetragen werden.
einzelnen Ballengruppen entsprechen einem Abtragprogramm mit unterschiedlichen abzutragenden Mengen (kg/h) der einzelnen Ballengruppen, um die genannte Mischung zu erhalten.
betrieben, d.h. mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden, was ein Bestandteil der Steuerung 44 ist.
digitale Steuerung sein, mittels welcher die Mengen der einzelnen Komponenten gesteuert werden. Dabei werden diese Mengen mittels der Druckmeßdosensignale, welche durch die Steuerleitung 43 der Steuerung 44 eingegeben werden, korrigiert, wenn die einzelne Komponentenmenge nicht der Sollvorgabe entspricht.
von diesem Mischer herkommende Produkt in eine sogenannte Putzerei 60 gegeben wird, in welcher an sich bekannte
wie das bisherige lediglich schematisch dargestellt.
kommen kann.
erwähnten Steuergeräte 7; 7.1; 7.2; 44 ab, welche jeweils die Steuerung der einzelnen Faserkompononten steuern. Ein weiteres, der Kardenbandmenge (kg/h) entsprechendes Signal 81 wird von der Kardensteuerung 64 ebenfalls in die Steuerungen 7; 7.1; 7.2; 44 eingegeben. Diese drei Signale werden von den vorgenannten Steuerungen n.it den in der Steuerung je eingegebenen
und der Leistung wieder behoben werden können.
sich bekannt, daß Fördersysteme zwischen Feinreinigungs- und Grobreinigungsmaschinen bestehen.
eingeschränkt, sondern es können entweder nach dem Mischer 6 mehrere Putzereien 60 und mehrere Karden 63 mit dem
mit dem Produkt der Putzerei 60 beschickt werden.
verarbeiten, daß nur eine sogenannte Leitkarde diese beiden letztgenannten Prüfgeräte aufweisen.
bereits gereinigtes Fasermaterial in den Komponentenzellen 9 für die Mischung zur Verfügung steht.
sie mit 21 gekennzeichnet ist, es kann jedoch irgendein Fördersystem sein. Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht auf irgendein Fördersystem eingeschränkt.
daß Faserkomponenten aller in den Figuren gezeigten Anordnungen, ausgenommen der Figuren 6 und 7, zuerst gereinigt und dann in den Mischer 6 gelangen können. Es ist lediglich eine Frage des Aufwandes, da für die Komponenten der Figuren 1,2,4 und 5 je eine Putzerei vorgesehen werden muß.
eines Leerstandsmelders 74 und in Gang gesetzt aufgrund eines Vollstandsmelders 75 (je nureinergekennzeichnet). Diese VoII- und Leerstandsmelder geben ihre Signale über die Leitungen 76 und 77 an die Steuerung 73 ab.
bis 4 und für die Figur 9 beschrieben wurde.
abgetragenen Fasern in der Grobreinigungsmaschine zu reinigen und an den entsprechenden Vorratsbehälter 72 weiterzugeben, welcher die vorgegebene Komponente an daran anschließende Feinreinigungsmaschinen 71 abgibt.
der abgetragenen Komponente Vollstand meldet. Dimit kann die entsprechende Feinreinigungsmaschine wieder in Betrieb gesetzt werden, bis der Vollstandsmelder 14 der entsprechenden Komponentenzelle 9 wieder Vollstand meldet.
gekennzeichnet und beschrieben ist.
abträgt und in die jeweils zugeordnete Kompcnentenzelle 9 eines Mischers 6 liefert. Im Gegensatz zu den vier Komponenten der
führt dann zu einer Grobreinigungseinheit 61 und das grob gereinigte Produkt wird dann zu einer ersten Foinreinigungseinhoit 62.1 und anschließend zu einer weiteren Feinreinigungseinheit 62.2 geführt. Diese Reinigungseinheiten sind in der Ausführung der Fig. 2 nicht gezeigt, sie können aber dort genauso vorgesehen werden. Das fein gereinigte Ausgangsprodukt der Feinreinigungseinheit 62.2 wird dann in die Füllschächte von sechs parallel arbeitenden Karden 63.1 geführt.
Zwei der sechs Karden sind mit Faserfeinheitmeßgeräten (Micronaire) vorgesehen, deren Ausgangssignale 68 in die Steuerung bzw. Regelung 7.1 führen. Zwei weitere Karden sind mit Farbprüfgeräten 65 für die On-Iine-Measung der Farbe des Kardenbandes vorgesehen, wobei die entsprechenden Signale 67 ebenfalls in die Regelung 7.1 eingespeist werden. Weiterhin wird von der Kardensteuerung ein weiteres, der Kardonbandproduktion (kg/h) entsprechendes Signal 81 in die Regelung 7.1 eingespeist.
Auch können weitere on-line gemessenen Parameter von der Regelung 7.1 berücksichtigt werden, beispielsweise Messungen des Stapels oder die Dehnbarkeit des Farbenbandes oder aber auch Schmutzinhalt, Faserfestigkeit usw. Die Regelung 7.1 besteht aus zwei Hauptblöcken (100,101), wobei der Block 100 die Eingaben der Spinnereiführung beispielsweise an einer Eingabetastatur (102) aufnimmt und hieraus die eigentliche Reglerkenngrößen errechnet. Genauer beschrieben werden an der Tastatur 102 zunächst Provenienzdaten zu den einzelnen Faserkomponenten in den einzelnen Schächten 9 des Mischers angegeben. Diese Komponenten sind in Fig. 11 mit X1 bis X8 gekennzeichnet und für jede Komponente erhält die Regelung 7.1 Daten, beispielsweise über die Feinheit der Fasern (Micronaire), den Stapel der Fasern, den Grad der Verschmutzung, die Festigkeit usw. Diese Angaben sind in dem das Feld 104 dargestellten Speicher enthalten. Mit dem Pfeil 106 wird angezeigt, daß die entsprechenden Daten nicht nur manuell eingegeben werden können, sondern evtl. über eine Leitung von der Ballenverwaltung, die hier als Feld 108 dargestellt ist. Es könnte sich hier beispielsweise bei dem Feld 108 um eine Kodierleseeinrichtung handeln, die kodierte Angaben ze den Eigenschaften der Fasern der jeweiligen Ballen der einzelnen Provenienzen liest und die entsprechenden Signale über die Leitung 106 in die Regelung 7.1 einspeist. Zusätzlich zu diesen Angaben erhält die Regelung 7.1 über die Eingabetastatur 102 eine Wunschvorstellung der Spinnereiführung über die Komponentenaufteilung der einzelnen Komponenten X1 bis X8. Diese Wunschvorstellung der Komponentenaufteilung ist in einem Speicher festgehalten, der mit 110 gekennzeichnet ist. Bei der Zusammenstellung der gewünschten Komponentenaufteilung kann die Spinnereiführung beispielsweise die Lagerbestände der einzelnen Komponenten berücksichtigen sowie die Notwendigkeit, eins gewisse Menge an Abgang mit zu verwerten. Bei dem dargestellten Beispiel ist der Abganj als Komponente X8 angegeben, wovon nach der Wunschvorstellung ein Anteil voa 3% im Kardenband erscheinen sollte. Natürlich muß die gewünschte Komponentenaufteilung einerseits die Lagerbestände, andererseits aber auch das erwünschte Kardenbahnprodukt widerspiegeln.
Weiterhin erhält die Regelung 7.1 Angaben zu den gewünschten Kardenbandeigenschaften, d.h. zu den zulässigen Bereichen dieser Kardenbandeigenschaften, die in einem Speicher festgehalten werden, der mit dem Bezugszeichen 112 dargestellt ist. Die gewünschten Kardenbandeigenschaften können beispielsweise Eigenschaften wie Feinheit, Stapel, Farbe, Dehnbarkeit, Preis usw. sein, wobei die Anzahl der Eigenschaften nicht beschränkt ist, sondern der Regleralgorithmus muß nur so ausgelegt sein, daß alle die eingegebenen Eigenschaften auch berücksichtigt werden können.
Mit dem Feld 114 wird ein Prioritätsspeicher dargestellt, der eine bestimmte Reihenfolge der Regelprioriäten beinhaltet. Bei dem dargestellten Beispiel steht an erster Stelle die Feinheit des Kardenbandes, an zweiter Stelle der Stapel, an dritter Stelle die Notwendigkeit, 3% Abgang in Form der Komponente X8 zu verwenden, an vierter Stelle die Farbe und an fünfter Stelle der Wunsch, möglichst 25% der Komponente X1 zu verarbeiten, da diese Komponente preisgünstig eingekauft worden ist. Bei dem gezeigten Beispiel stellt die Reihenfolge der Angaben auch eine Gewichtung der Regelprioritättn dar. W*-. hat aber auch die Möglichkeit, für jede Priorität eine besondere Gewichtung anzugeben. Eigenschaften, die nicht extra als Prio, itäten aufgeführt werden, werden dann von der Regelung mit einer Priorität Null gewichtet.
Der Inhalt der jeweiligen Speicherfelder 104,110,112,114 können vorzugsweise auch auf einem Bildschirm dargestellt sein, damit der Benutzer auf Anhieb erkennen kann, welche Angaben derzeit maßgebend für die Regelung sind. Falls gewünscht, können alle Felder gleichzeitig auf dem Bildschirm angezeigt werden oder selektiv nur einzelne Felder, ggf. mit Zusatzbemerkungen, sofern dies vom Benutzer erwünscht ist.
Die Regelung 7.1, oder genauer gesagt der Mikroprozessor 100, berechnet dann eine Komponentenaufteilung, die unter Berücksichtigung der Provenienzdaten der einzelnen Komponenten sowie der Regelprioritäten, ggf. unter Berücksichtigung der Gewichtung der Regelprioritäten ein Kardenband mit innerhalb der gewünschten Bereiche liegenden Eigenschaften liefert und der gewünschten Komponentenaufteilung am nächsten kommt. Die Berechnung dieser Komponentenaufteilung ist mit dem Feld 116 des Mikroprozessors 100 angedeutet. Die Berechnung dieser Regelkenngrößen, d. h. der Komponentenaufteilung, welche vorzugsweise in Massenströme ausgedrückt /vird, erfolgt so, daß die Summe der gemäß Prioritäten gewinhteten Abweichungen zwischen den Vorgabenwerten und den Ist-Werten möglichst gering ist. Dabei werden die Werte aus der gewünschten Komponentenaufteilung auch als Vorgabewerte betrachtet, üblicherweise mit geringer Prioritätsgewichtung. Durch dieses besondere Verfahren, d.h. die Betrachtung der Werte der gewünschten Komponentenaufteilung als Vorgabewert stellt man erfindungsgemäß sicher, daß der Regelkreis mathematisch immer überbestimmt ist, so deß eine Optimierung mit einem eindeutigen Ergebnis möglich ist.
Die im Feld 116 errechneten Regierkenngrößen bzw. Massenströme der einzelnen Provenienzer· X1 bisX8 bilden dann die Soll-Werte für einen Regelkreis 118, der sicherstellt, daß die entsprechenden Massenstromwerte tatsächlich eingehalten werden. Nachdem es möglich ist, einige technologische Werte des Kardenbandes on-line zu messen, beispielsweise die Feinheit (Micronaire), die Farbe und auch die Produktion, so können diese Kardenbandeigenschaften in die Regelung 118 einbezogen werden, was mit den entsprechenden Signalen 68,67,61 in Fig. 11 angedeutet ist. Liegen diese Werte außerhalb der Toleranzbereiche, die im Speicher 112 angegeben sind, so werden die Komponentenanteile X1 bis X8, d. h. die entsprechenden Massenströme nach dem Prinzip der minimalen gewichteten Abweichungen von Kardenbandeigenschaften und Komponentenaufteilung neu berechnet, unter Berücksichtigung der tatsächlichen Abweichungen von den Kardenbandeigenschaften, wenigstens was die Micronär- und Farbwerte anbetrifft. Diese neu berechneten korrigierten Wörter X1 bis X8 werden dann für die Massenstromregelung im Mischer 6 verwendet. Bei dieser Regelung wird auch berücksichtigt, daß es eine Totzeit TZ gibt, zwischen dem Auslauf der Komponenten aus den Dosierapparaten des Mischers β bis zum Auslauf des entsprechenden Kardenbandes aus den Karden. Bei dem schematischen Diagramm der Fig. 11 wird davon ausgegangen,
daß die Grobreinigungseinheit 61 und die Feinreinigungseinheiten 62.1 und 62.2, sowie auch die Karde, möglichst keine Stapelbeschädigung hervorrufen. Auch wird angenommen, daß eine möglichst vollständige Ausscheidung des Schmutzes erfolgt, wobei diese Ausscheidung sowohl in den Reinigungseinheiten 61,62.1 und 62.2 als auch in den einzelnen Karden 69.1 stattfinden kann.
Aber selbst wenn die Reinigungseinheiten, vor allem die Feinreinigungseinheiten eine gewisse Stapelbeschädigung, d. h. Stapelkürzung hervorrufen, so wird sich dies im Kardenband wiederspiegeln. Da derzeit die On-Iine-Messung vom Stapel relativ schwierig ist, können Proben aus dem Kardenband im Labor untersucht werden, um den tatsächlichen Stapel festzustellen. Weicht der tatsächlich gemessene Stapel vom Feld 116 berechneten Wert ab, so ist dies einerseits ein Hinweis dafür, daß entweder die Feinreinigungseinheiten oder die Karden diese Stapelkürzung hervorgerufen hat. Auch kann der tatsächlich gemessene Wert für den Stapel, und eventuell andere gemessene Werte genauso wie die Micronaire- und Farbenwerte im Regler 118 im Rahmen einer Berechnung von neuen Komponenten Anteil X1 bis X8 nach dem Prinzip der minimalen gewichteten Abweichungen von Kardenbandeigenschaften berücksichtigt werden. Dies gilt auch für alle anderen technologischen Werte, die im Labor gemessen werden können.
Die Grobreinigungsmaschine ist in bezug auf Faserschädigung eine sehr schonende Reinigungsart, scheidet allerdings im wesentlichen nur die groben Verunreinigungen aus, so daß die oher feineren Verunreinigungen in den aggressiven Feinreinigungsmaschinen ausgeschieden werden müssen, was aber die Möglichkeit von Faserschädigung beinhaltet. Bei der Grobreinigung besteht fauch die Möglichkeit, daß relativ kurzstapelige Fasern mit dem Schmutz ausgeschieden werden, d. h. verlorengehen, so daß die Einstellung der Grobreinigungseinheit auch eine Änderung des Stapels des fertigen Kardenbandes verursachen kann.
Eine Möglichkeit dies zu berücksichtigen zeigt die Fig. 12, bei der im Gegensatz zu der Fig. 11 die Grobreinigungseinheit 61 zwischen der Faserballenabtragvorrichtung 20 und dem Mischer 6 angeordnet ist. Die Regelung 7.1 ist im wesentlichen gleich ausgebildet wie die entsprechende Regelung der Fig. 11, nur erhält der Mikroprozessor 1CO über die Leitung 120 eine Mitteilung über die tatsächliche Einstellung der Grobreinigungseinheit. Diese Einstellung wird bei der Berechnung der Regelkenngrößen im Feld 116 berücksichtigt und zwar im Hinblick auf die mögliche Ausscheidung von kurzstapeligen Fasern sowie von grobem Schmutz. Es besteht auch die Möglichkeit die Grobreinigungseinheit über die Leitung 122 vom 116 aus anzusteuern, damit eine bestimmte Ausscheidung von kurzstapeligen Fasern und/oder Schmutz erfolgt.
Da die Grobreinigungseinheit zwischen der Faserballenabtragvorrichtung 20 und dem Mischer 6 eingesetzt ist, kann es auch sinnvoll sein, die Provenienzdaten anhand von aus den Zellen 9 entnommenen Proben zu messen und erst diese Werte in dan Speicher 104 einzugeben, da man auf diese Weise die Wirkung der Grobreinigungseinheit im Hinblick auf die Stapel der einzelnen Komponenten sowie im Hinblick auf den Schmutzinhalt der einzelnen Provenienzen ohne weiteres berücksichtigen kann.
Bei diesem Beispiel sind die Feinreinigungseinheiten 62.1 und 62.2 hintereinander zwischen dem Mischer 6 und den parallel betriebenen Karden 63.1 eingeschaltet. Bei diesem Beispiel ist die Sensorik und Aktorik für die Grobreinigungseinheit am Rechner 100 angeschlossen, was aber nicht unbedingt erforderlich ist. Man kann für die Reinigungsmaschine eine eigene Steuerung vorsehen, hier ist es aber dann wichtig, daß man das Produkt nach der Grobreinigungseinheit untersucht, um die Auswirkung der Einheit im Hinblick auf Stapeländerungen und Schmutzausscheidung bei den einzelnen Komponenten zu berücksichtigen.
Fig. 13 zeigt, daß es auch möglich ist, die Feinreinigungseinheiten 62.1 und 62.2 ebenfalls zwischen der Faserballenabtragvorrichtung 20 und dem Mischor 6 einzusetzen. Auch in diesem Fall kann die Sensorik und Aktorik für die Feinreinigungseinheiten am Rechner 100 angeschlossen sein. Daher kann der Rechner über die Leitungen 124,126 die tatsächlichen Einstellungen der Feinreinigungseinheiten erfahren und daher auch die Auswirkung der Feinreinigungseinheit im Hinblick auf Schmutzausscheidung und Faserschädigung, Stapelkürzungen berücksichtigen. Über die Leitungen 128,130 kann der Rechner 100 auch die Feinreinigungseinheiten so ansteuern, daß der erwünschte Grad von Schmutzausscheidung erfolgt und daß die eintretenden Stapelkürzungen innerhalb von im voraus bestimmten Grenzen bleiben. Bei der Anordnung gemäß Fig. 13 ist es auch möglich, die Reinigungseinheiten 61,62.1 und 62.2 mit eigenen Steuerungen vorzusehen und die Auswirkung dieser Einheiten auf die einzelnen Provenienzen durch Probenentnahmen aus den Komponentenzellen 9 des Mischers 6 festzustellen. Ansonsien ist aus der Fig. 13 leicht erkennbar, daß die Regelung 7.1 entsprechend der Regelung der Diagramme der Fig. 11 und 12 vorgenommen wird, weshalb für gleiche Teile auch die gleichen Bezugszeichen verwendet werden.
Schließlich zeigt die Fig. 14 ein Regelverfahren entsprechend der Fig. 11, wobei dort zusätzlich ein automatischer Sortimentswechsel von der Sortimentsregelung 7.1 aus vorgenommtn wird.
In Vorbereitung auf einen Sortimentswechsel werden zunächst die den geänderten Garnforderungen angepaßten Kardenbandeigenschaften, Regelprioritäten und die gewünschte Komponentenaufteilung neu eingegeben und daraus neue Reglerkenngrößen errechnet. Nach dem „Startdruck" zum Sortimentwechsel findet dann folgender Ablauf statt. Zunächst werden die Dosiervorrichtungen im Mischer 6 für die einzelnen Komponenten neu eingestellt, damit das neue Sortiment am Ausgang des Mischers erscheint. Danach wird eine produktionsabhängige Materialdurchlaufzei'. abgewartet, die in f ι iem praktischen Beispiel ca. 2 Minuten beträgt und es wird dann automatisch über die Steuerleitung 132 ein Kannenwechsel ein gleitet. Das heißt die Kannen am Ausgang der Karden, die mit dem alten Sortiment (teilweise) gefüllt sind, werden gegen neue Kannen ausgewechselt, die dann das Kardenband eines Übergangssortiments mit sich ändernden Eigenschaften aufnehmen. Über die Sensoren der Karde, beispielsweise die für Micronaire und Farbe, kann man feststellen, wie lange diese Eigenschaftsveränderungen anhalten bzw. wenn sich die Eigenschaften stabilisiert haben. Die entsprechende Untersuchung wird von der Regelung anhand der über die Leitungen 87 und 67 erhaltenen Signale vorgenommen. Sobald sichersteht, daß die Eigenschaftenveränderung sich stabilisiert hat, wird nochmals bei allen Karden ein automatischer Kannenwechsel durchgeführt. Der Inhalt der während der Eigenschaftenveränderung teilgefüllten Kannen ist als Bandabgang zu betrachten und kann beispielsweise für die Abgangskomponente X8 verwendet werden. Die nach der Stabilisierung der Eigenschaftenveränderung neu eingesetzten Kannen erhalten ein Kardenband des neuen Sortimentes, das anschließend zu Garn versponnen wird.
auch hier einfach eine ausreichende Zeit seit der Neueinstellung der Dosierapparate für das neue Sortiment abgewartet werden, bevor der Kannenwechsel eingeleitet wird. Dies neigt aber zu mehr Bandabgang zu führen, da man mit größeren
an die Dosiervorrichtungen der einzelnen Komponentenzellen des Mischers 6 angelegt. Es wird aber einleuchten, daß die entsprechenden Signale auch beispielsweise bei Anordnungen gemäß Fig. 1 zur Steuerung der Ballenabtragorgane 3 und/oder die Förderelemente 1 ausgenutzt werden, so daß auch auf diese Weise die Regelung die Komponentenaufteilung des
die nachfolgende Einstellung der Ballenabtragungs- und Mischanlage zu erlauben, wird nunmehr ein bevorzugtes Verfahren anschließen der vorgenommenen Rechnungsschritte näher dargestellt.
wobei von jeder Faserkomponente die Qualitätsmerkmale und der Preis bekannt sind. Dieses Verfahren setzt auch voraus, daß die Qualität der entstehenden Mischung zumindest als Wunschvorstellung bekannt ist. Unter der Qualität der Mischung sind die
fertigen Garnes wiederspiegeln. Genauer gesagt soll die Mischungszusammensetzung bestimmt werden, die der
erklären:
a) Notationsvereinbarungen
- Skalare und Vektoren werden symbolisch mit kleinen Buchstaben, Matrizen mit großen Buchstaben dargestellt.
- χ = [x 1, χ 2,..., xn); χ bezeichnet einen Zeilenvektor mit den Vektorkomponenten χ 1, χ 2, bis χ η.
y - Iy 1, y 2,..., y n]'; y bezeichnet einen Spaltenvektor mit den Vektorkomponenten y 1, y 2, bis y n. Aus dem Kontext ist abzulesen, ob es sich um einen Spalten- oder Zeilenvektor handelt.
- Bedeutung spezieller Symbole: ' = Transposition
* = Multiplikation
b) Problemanalyse
Es wird angenommen, daß für alle Qualitätsmerkmale lineare Mischungsgesetze gelten. Die Mischungsqualität q berechnet sich nach Ql.(1).
Q = QK*c (1)
q ist ein Vektor, dessen Komponenten die einzelnen Qualitätsmerkmale der Mischung beschreibt,
QK = [q1,q2,...,qn]
sind q i, mit ganzen Zahlen i = 1... n, die Spaltenvektoren der Komponentenqualitäten, c ist ein Vektor, dessen Komponenten die einzelnen Mischungsanteile der zu mischenden Komponenten beschreibt.
(i) 0= <ci = <1 für die ganzen Zahlen ί = 1...η
(ii) 1=c1+c2 + ... + cn Der Mischungspreis, berechnet als Skalarprodukt nach Gl. (2)
P = pK'»c (2)
ρ Preis der Mischung, z. B. in Franken/Kilogramm
pK ist ein Vektor dessen Komponenten die Preise der einzelnen zu mischenden Komponenten beschreibt.
hat beiseite, dann lehrt die lineare Algebra, daß Gl. (1) dann, und nur dann eine Lösung besitzt, wenn q (Vektor der
ist nur lösbar, falls gilt: Rang (QK) = Rang (QK, q).
jene Mischung c bestimmt werden, die der geforderten Qualität am nächsten kommt. Die anzuwendende Methode ist wohlbekannt, es ist die Ausgleichsrechnung.
reicht und der physikalisch realisierbar ist, indem er den Nebenbedingungen genügt. Einzelne Komponenten des
ist im allgemeinen nur unter einer gewissen Kompromißbereitschaft lösbar. Die bezüglich einzelner Qualitätsmerkmale der
c) Die Lösung
Mit Gl. (3) wird eine Verlustfunktion ν(c) definiert, mit welcher die verallgemeinerten Verluste gemessen werden, die dadurch zustande kommen, daß die gewünschten Qualitätsmerkmale der Mischung nicht vollständig erreicht werden und daß für die Mischung ein von Null verschiedener Preis zu bezahlen ist. Der Preis steht, zumindest buchhalterisch gesehen, auf der Ausgabeseite oder der Verlustseite. Die Abweichungen der erreichbaren Mischungsqualitut von der gewünschten Qualität und der Mischungspreis werden zusätzlich noch gewichtet:
ν (c) = {OK· - q)'· W « (QK»c - q) + wVp»c (3)
W positiv semidefinite Diagonalmatrix zur Wichtung der Qualitätsabweichung der Mischung von der gewünschten Qualität,
P positiv definite Diagonalmatrix, deren Elemente d..> Preise der Komponenten sind, w Skalar zur Wichtung des Preiseinflusses.
Alle Mischungsvektoren sollen zusätzlich die Nebenbedingung Gl. (4) erfüllen. Diese Gleichung bringt zum Ausdruck, daß die Summe der Mischungsanteile 1 sein muß (siehe Kap. 3, Eigenschaft [H]).
g (c) = 0 = k + e'»c (4)
e Vektor derselben Dimension wie c, dessen Elemente alle 1 sind, k Skalar (k = -1, wenn alle Komponenten von c frei wählbar sind)
Es ist jener Mischungsvektor c gesucht, für den der Funktionswert v(c) minimal ist und der die N-benbedingung Gl. (4) erfüllt. Zusätzlich sind noch die Nebenbedingungon nach Gl.(5) einzuhalten:
0 = < ei = < 1 für die ganzen Zahlen i =· " ... η (5)
Di: Aufgabe wird schrittweis3 gelöst.
1. Schritt
Nach an .sich bekannten Regeln der Differentialrechnung wird das Gleichunpssystem bestehend aus den Gleichungen (3) und (4) gelöst. Dies führt auf einen optimalen Mischungsvektor c 1. Werden die Nebenbedingungen (5) nicht verletzt, so ist die Aufgabe gelöst, andernfalls wird der 2. Schritt ausgeführt.
2. Schritt
Eine Komponente von c, deren entsprechende Komponente von c die Gl. (6) verletzt, wird von Hand auf einen festen Wert gesetzt, det mit Gl. (5) verträglich ist. Der Mischungsvektor c ist somit um eine Dimension eingeschränkt. In Gl. (4) wird k so bestimmt, daß die Bedeutung jener Gleichung gültig bleibt. Anschließend wird wieder der 1. Schritt ausgeführt, der auf einen optimalen Mischungsvektor c2 führt.
Die Schritte Ί und 2 werden so lange ausgeführt bis im Schritt 1 die Nebenbedingungen Gl. (5) nicht verletzt werden. Das Verfahren bricht spätestens dann ab, wenn alle Komponenten von c von Hand auf feste Werte gesetzt sind.
Wie die oben besprochenen mathematischen Berechnungen anhand von einigen konkreten Beispielen nunmehr aussehen, zeigen die beigefügten Tabellen der Fig. 15 bis 20.
Die Tabelle der Fig. 15 zeigt zunächst in der ersten Zeile den Zeitpunkt der Durchführung des Rechenvorganges an, und zwar durch Angaben zu dem Jahr, Monat, Tag, Stunde, Minute und Sekunde. Diese Angaben sind für das erfindungsgemäße Verfahren nicht von besonderer Bedeutung, sie ermöglichen lediglich eine zeitliche Zuordnung der Berechnung zu dem Ablauf im Betrieb. Wesentlich ist, daß bei dem hier gezeigten Beispiel sechs verschiedene Komponente χ 1 bis x6 vorhanden sind (anstatt der acht Komponenten χ 1 bis x8 der bisherigen Beispiele), weshalb der obere Teil der Tabelle sechs Spalten aufweist. Zu jeder Komponente sind im vorliegenden Beispiel fünf verschiedene Eigenschaften angegeben. Es handelt sich hierum folgende fünf Eigenschaften:
1. die mittlere Stapellänge der Komponenten,
2. die Feinheit der Komponenten in Mikronärwerten ausgedrückt,
3. der Farbwert FAK von den einzelnen Komponenten,
4. der Farbwert FBK von den einzelnen Komponenten, und
5. der Preis der jeweiligen Komponenten, beispielsweise in Frankn ι pro Kilogramm, vorzugsweise unter Anwendung von korrigierten Werten nach Berücksichtigung des Schmutzanteils, der ausgeschieden wird.
An dieser Stelle sollte betont werden, daß es sich hier nur um ein Beispiel handelt. In der Praxis können mit dem gleichen Verfahren auch andere oder weitere oder weniger Eigenschaften der einzelnen Komponenten berücksichtigt werden, auch mit einer anderen Zahl von Komponenten.
Im mittleren Teil der Tabelle ist das Ergebnis einer ersten Optimierung unter Anwendung des oben beschriebenen mathematischen Verfahrens dargestellt. Auch für die Mischung selbst sind die gle chen Werte angegeben, d.h. Stapel der Mischung, Feinheit der Mischung, Farbwert a der Mischung, Farbwert b der Misch jng und Preis der Mischung. Die zuerst angegebenen Werte bei dioser Darstellung sind die tatsächlich errechneten Werte (Schritt 1). Ein besonderes Augenmerk verdienen nach jeder Angabe in Klammern angegebenen S- und W-Werte. Es handelt sich hier nämlich um die Sollwerte S und die Gewichtungswerte W. Diese Werte werden vor Durchführung der Optimierung in den Rechner eingegeben, beispielsweise über die Tastatur 102 der Fig. 11.
Man sieht anhand dieses Beispiels, daß der Sollwert für den Stapel der Mischung 16, für die Feinheit der Mischung 4, für den Farbwert a 1, für den Farbwert b3 und für den Preis der Mischung 0 beträgt, da üet Sollpreis so niedrig wie möglich gehalten
werden. Was die Gewichtung angeht, so haben der Stapel, die Feinheit und der Farbwert b alle die gleiche Gewichtung von 1 erhalten. Dagegen hat der Farbwert a eine Gewichtung 0, da in diesem Beispiel alle Farbwerte a den gjeichen Wert 1 haben, so daß bei dieser Mischung oine Änderung des Farbwertes a der Mischung gar nicht erreichbar ist, weil Änderungen der Prozentsätze der einzelnen Komponenten zu keiner Veränderung des Farbwertes der Mischung führt. Daher ist hier die Gewichtung völlig ohne Belang und sie wird mit Null angegeben. Die Gewichtung des Preises ist absichtlich ebenfalls verhältnismäßig niedrig gesetzt worden und zwar deshalb, um zu verhindern, daß der Rechner den Preis überbewertet. Wenn man einen derartigen Trick nicht anwenden würde, so wäre die Gefahr groß, daß das Rechenprogramm zu einem überhöhten Anteil der preisgünstigen Komponente x5 führt, bei großen Kompromissen bei den sonstigen technischen Werten, die ja schließlich für die Vermarktbarkeit des Faserproduktes ausschlaggebend sind.
Wie oben erläutert, ist das Rechenprogramm bestrebt, die Verlustfunktion möglichst klein und zwar eigentlich gleich Null zu halten. In dieser Bestrobung waren die Anteile für die einzelnen Komponenten ausgerechnet, die unter der Bezeichnung .Mischungsvektor C1" angegeben sind. Auffallend hier ist, daß die Angabe zu dem Anteil der Komponente x3 negativ ist, was in der Praxis nicht möglich wäre, denn um dies zu realisieren, müßte man eine Menge von χ 3 von der Mischung subtrahieren, was nicht sinnvoll bzw. kaum durchführbar wäre.
Somit ist der Betreiber gezwungen, für x3 den Wert Null zu setzen, denn von dieser Komponente braucht kein Prozentsatz unbedingt vorhanden zu sein. Mit dieser Angabe führt der Rechner eine Nachoptimierung, d. h. eine Korrektur der errechneten Werte durch. Auch hier ist der Rechner bestrebt, den W( rt der Verlustfunktion möglichst klein zu halten und zwar unter Berücksichtigung der zusätzlichen Randbedingungen, d iß x3 gleich Null sein muß.
Mit dieser Randbedingung kommt der Rechner zu einer korrigierten Komponentenaufteilung, wobei die Anteile von x1, x2, χ3, χ4, χ 5, x6 0,4536,0,3101,0,0171,0,014,0,0791 betragen. Interessant für den Betreiber sind auch die jetzt ausgedruckten Werte für den Stapel, die Feinheit, die Farbwerte und den Preis. Er sieht auf Anhieb, daß die errechneten Eigenschaften der Fasermischung, d. h. des Kardenbandes bzw. des Garnes sehr nah an den vorgegebenen Sollwerten liegen. Auch merkt er, daß der Preis durch den Wegfall der Komponente x3 nur geringfügig von 2,581 auf 2,631 gestiegen ist.
Das Ergebnis der Nachoptimierung zeigt den Wert der Verlustfunktion ebenfalls mit Null an. In der Tat ist dieser Wert nicht gleich Null, sondern einfach so niedrig, daß sie bei dem angewendeten Programm nicht angezeigt wird. In einem Versuch, einen konkreten Wert für die Verlustfunktion zu erreichen, der sich dann eher für Vergleichszwecke eignet, ist das gleiche Beispiel nochmal errechnet worden, wobei die Gewichtung alle um den Faktor 1000 erhöht sind. Das Ergebnis dieser Variante ist dann in der Tabelle Il der Fig. 16 gezeigt. Hier merkt man, daß bei sonst unveränderten Angaben im oberen und mittleren Teil der Tabelle die Verlus'.funktion nunmehr mit dem Wert 0,135 ausgewiesen ist.
Der andere Teil der Tabelle Il zeigt das Ergebnis einer Ncchoptimlerung, die aber abweichend von den Angaben der Tabelle 1 durchgeführt worden ist. Auch hier ist es erforderlich, den Anteil der Komponente x3 mit Null anzugeben. Weiterhin ist entschieden worden, daß von den Komponenten χ5 und χ6 jeweils gleiche Anteile vorhanden sein sollten, da von diesen Komponenten nur relativ wenig übriggeblieben ist, und die Spinnereiführung möchte sicherstellen, daß dieser Restposten vollständig ausgenützt und gleichzeitig aus dem Inventar verschwinden wird. Auch ist entschieden worden, hier von der Komponente x4 keine Anteile beizumischen, da diese Komponente vorübergehend nicht verfügbar ist. Alle diase weiteren Randbedingungen führen dazu, daß ein schlechteres Ergebnis bei der Nachoptimierung erreicht wird, obwohl man immer noch von einer Optimierung sprechen kenn, da unter den gegebenen Randbedingungen unter Umständen das Ergebnis der Nachoptimierung wohl ein Optimum ist. Der Bediener sieht auf Anhieb, daß der Stapel der Mischung nunmehr mit 16,66 relativ weit vom Sollwert von 16 abweicht. Auch bei der Feinheit der Mischung ist eine relativ große Abweichung festzustellen. Beim Farbwert a kommt keine Abweichung vor, was auch zu erwarten ist, da alle Komponenten den gleichen Farbwert a haben. Bei dem Farbwert b ist die Abweichung nicht besonders ausgeprägt. Von besonderem wirtschaftlichem Interesse ist aber, daß der Preis für die Mischung nunmehr 2,768 anstatt des bisherigen Optimums der Tabele I von 2,631 beträgt, so daß auch hier eine deutliche Verschlechterung zu spüren ist. Der Wert der Verlustfunktion ist nun auf 0,548 gestiegen, was bestätigt, daß hier beträchtliche Abweichungen von den Sollwerte vorliegen.
Wenn der Benutzer mit den ihm gezeigten Werten einverstanden ist, so kann er durch die Eingabe eines entsprechenden Befehls, beispielsweise „Bestätigt" die Angaben zu den Mischungsanteilen an die Steuerung für die Mischverhältnisse weiterleiten, wobei diese Anteile dann maßgebend sind für die entsprechenden Sollwerte für die einzelnen Komponenten. Die Tabellen geben somit den Inhalt des Benutzerdialoges an. Jedere Benutzerdialog erfolgt sehr ähnlich dem Schema der Fig. 11 mit der Ausnahme, daß es hier nicht erforderlich ist, eine gewünschte Komponentenaufteilung erst anzugeben, obwohl es durchaus möglich ist, für bestimmte Komponenten bestimmte Werte festzulegen, wie im Zusammenhang mit den Tabellen erläutert worden ist. Somit stellen bei dieser Variante die festgelegten Anteile bestimmter Komponenten Randbedingungen für die Berechnung dar.
Obwohl, zwecks der Darstellung, das Ergebnis der Erstoptimierung einen negativen Wert für die Komponente x3 ergibt, ist es durchaus möglich, die Programmierung so vorzunehmen, daß das Rechenprogramm immer solche negative Werte auf Null setzt und die Optimierung noch einmal vornimmt. Dies würde dann dazu führen, daß das Ergebnis der Nachoptimierung der Tabelle I zum Ergebnis der Optimierung wird, wonach der Bediener, falls erwünscht, weitere Randbedingungen eingeben kann, sofern die vom Rechner ermittelten Werte ihm aus bestimmten Gründen nicht passen.
Claims (21)
1. Verfahren zum Mischen von Textilfasern, bei welchem verschiedenartige Fasern von Faserballen unterschiedlicher Provenienz abgetragen und gemischt werden, dadurch gekennzeichnet, daß
I. wenigstens folgende Angaben in einer Regelung vorgegeben werden:
a) die zunächst grob geschätzte erwünschte quantitative Komponentenaufteilung, - b) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und
c) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Kardenbandes bzw. Garnes;
II. aus diesen Vorgaben die Regelung, entsprechend einem vorgegebenen Regelalgorithmus eine Komponentenaufteilung errechnet, die der vorgegebenen Komponentenaufteilung nahekommt, und die Kardenband- bzw. Garneigenschaften erfüllt,
III. die Regelung den Betrieb eines die einzelnen Komponenten mischenden Mischers so ansteuert, daß die errechnete Komponentenaufteilung in dem vom Mischer gelieferten Fasergemisch erhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei dem Merkmal I) zusätzlich d) wenigstens eine Regelpriorität vorgibt, in dem Sinne, daß die Einhaltung wenigstens eines Komponentenanteils oder einer Kardenband- bzw. Garneigenschaft Vorrang hat.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für jede aufgeführte Regelpriorität auch eine Gewichtung vorgegeben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewichtung durch die Reihenfolge der Angaben vorgegeben ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einige der gewünschten Kardenband- bzw. Garneigenschaften während der Kardenband- bzw. Garnherstellung gemessen und der Regelung mitgeteilt werden, und daß die Regelung im Falle von Abweichungen von der Vorgabe in Bezug auf die gemessenen Eigenschaften die Komponentenaufteilung neu errechnet.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man zusätzlich weitere Kardenband- bzw. Garneigenschaften im Labor mißt und im Falle von störenden Abweichungen ebenfalls diese in die Regelung eingibt, wodurch auch diese Abweichungen bei der neuen Berechnung der Komponentenaufteilung berücksichtigt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die während der Herstellung des Kardenbandes bzw. Garnes gemessenen Eigenschaften erst nach entsprechender Mittelwertbildung von der Regelung berücksichtigt werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Berechnung der Komponentenaufteilung nach dem Prinzip der minimalen Abweichungen bzw. der minimalen gewichteten Abweichungen von der Sollvorgabe erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Berechnung der Komponentenaufteilung nach dem Prinzip der minimalen quadratischen Abweichungen bzw. der minimalen gewichteten quadratischen Abweichungen bzw. der minimalen gewichteten quadratischen Abweichungen von der Sollvorgabe erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Berechnung der Komponentenaufteilung entsprechend der nachfolgenden Gleichung bzw. dem nachfolgenden Regelalgorithmus abläuft, indem das Gütekriterium
J(u) = ofVit) Q x(t) + uT(t) R u(t)}dt
minimiert wird:
wobei x(t) die Regelabweichungen in Form eines Vektors angibt, d.h. die Abweichungen
der gemessenen Eigenschaften von den erwünschten Eigenschaf an, xT(t) derTransformvonx(t)ist,
u(t) der Steuervektor ist, der die erwünschte Komponentenaufteilung angibt, uT(t) derTransformvonu(t)ist,
Q und R Matrizen sind, mit denen die einzelnen Komponenten in x(t) und u(t) gewichtet werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung gleichzeitig zur Einstellung einer Grobreinigungseinheit verwandet wird, die sich zwischen einer Ballenabtragmaschine und dem Mischer befindet, wobei die Einstellung der Grobreinigungseinheit die Kardenband- bzw. Garneigenschaften beeinflußt und hierdurch durch die Errechnung der Komponentenaufteilung.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung die Einstellung einer sich zwischen der Ballenabtragsmaschine und dem Mischer angeordneten Grobreinigungseinheit sowie die Einstellung von einer eventuell vorhandenen Feinreinigungseinheit berücksichtigt.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung auch zur Einstellung wenigstens einer nach der Grobreinigungseinheit eingeschalteten Feinreinigungseinheit dient, die ebenfalls durch ihre Einstellung die Kardenband- bzw. Garneigenschaften und hierdurch auch die Errechnung der Komponentenaufteilung beeinflußt.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Sortimentwechsel die Regelung die Neueinstellung der Komponentenaufteilung und den Kannenwechsel am Kardenausgang koordiniert, dnmit der Übergang von einem Sortiment zum nächsten ohne nennenswerte Unterbrechung und bei minimalem Produktverlust stattfindet.
15. Verfahren zum Mischen von Textilfasem, bei welchen verschiedenartige Fasern von Faserballen unterschiedlicher Provenienz abgetragen und gemischt werden, dadurch gekennzeichnet, daß
I. wenigstensfolgende Angaben in einen Rechner eingegeben werden:
a) die Eigenschaften der Fasern der einzelnen Komponenten, und
b) die gewünschten Eigenschaften des aus der Fasermischung hergestellten Kardenbandes bzw. Garnes;
II. aus diesen Vorgaben der Rechner entsprechend einem vorgegebenen Rechenalgorithmus Komponentenaufteilung errechnet, die bei minimierter Abweichung von dem gwünschten Kardenband bzw. den Garneigenschaften diese wenigstens annähernd erfüllt, und ggf. eine Korrektur der errechneten Komponentenaufteilung unter Berücksichtigung etwaiger, ebenfalls in den Rechner eingegebenen Randbedingungen bzw. Sonderwünsche vornimmt und eine korrigierte Komponentenaufteilung errechnet,
III. die vom Rechner ermittelte Komponentenaufteilung bzw. korrigierte Komponentenaufteilung für die Einstellung bzw. Regelung derZuspeisung dereinzelnen Komponenten am Mischer ausgenutzt wird, um die errechnete und ggf. korrigierte Komponentenaufteilung in dem vom Mischer gelieferten Fasergemische zu erhalten.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Rechner die Regelung bzw. Steuerung derKomponentenzuspe'isung selbst vornimmt.
17. Verfahren nach der. " nsprüchen 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß als Randbedingung eine vorgegegebene Mengenangabe für wenigstens einen bestimmten Komponenten der Mischung in den Rechner eingegeben wird.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß für wenigstens einige der gewünschten Eigenschaften der Fasermischung eine Gewichtung in den Rechner eingegeben wird, welche bei der Berechnung der Komponentenaufteilung bzw. der korrigierten Komponentenaufteilung berücksichtigt wird, beispielsweise bei der Errechnung der minimierten Abweichung in Form eines Verlustvektors.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß für jede Komponente der Fasermischung der Preis dieser Komponente in den Rechner eingegeben wird und daß der Regelalgorithmus die Kosten dereinzelnen Komponenten berücksichtigt, um die Gesamtkoten der errechneten Komponentenverteilung zu minimieren.
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Preis von jeder Komponente ein bereinigter Preis ist, welcher den Echtpreis der Komponente pro Gewichtseinheit nach Entfernung des Schmutzanteües aus dem eingekauften Material berücksichtigt.
21. Verfahren nach den Ansprüchen 19 und 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Berechnung der Komponentenaufteilung dadurch erfolgt, daß man folgende Gleichung
v(c) = (QK* - q)'* W* (QK*c - q) + w*c'*p»c
unter Berücksichtigung der Nebenbedingung
unter Berücksichtigung der Nebenbedingung
g(c) = O = k + e'*c
sowie der Nebenbedingung
sowie der Nebenbedingung
O = <ci = <1 für die ganzen Zahlen! = 1...n
minimiert, wobei die Symbole die in der Beschreibung angegebenen Bedeutungen haben. Hierzu 11 Seiten Zeichnungen
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