DE1002304B - Verfahren zur kontinuierlichen Hydrierung reduzierbarer Zucker - Google Patents

Verfahren zur kontinuierlichen Hydrierung reduzierbarer Zucker

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DE1002304B
DE1002304B DEA15289A DEA0015289A DE1002304B DE 1002304 B DE1002304 B DE 1002304B DE A15289 A DEA15289 A DE A15289A DE A0015289 A DEA0015289 A DE A0015289A DE 1002304 B DE1002304 B DE 1002304B
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hydrogen
reaction vessel
sugar
pressure
hydrogenation
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Leo Kasehagen
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Atlas Powder Co
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Atlas Powder Co
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C31/00Saturated compounds having hydroxy or O-metal groups bound to acyclic carbon atoms
    • C07C31/18Polyhydroxylic acyclic alcohols
    • C07C31/26Hexahydroxylic alcohols

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Catalysts (AREA)

Description

  • Verfahren zur kontinuierlichen Hydrierung reduzierbarer Zucker Die Hydrierung reduzierbarer Zucker durch direkte Einwirkung von Wasserstoff auf die Zucker in Gegenwart eines Katalysators ist eine wohlbekannte chemische Umsetzung. Bei dieser Umsetzung wird ein Zucker mit einer Aldehyd- oder Ketogruppe zu einem mehrwertigen Alkohol reduziert.
  • So gibt Xylose Xylit, Glukose Sorbit, Fruktose Sorbit und Mannit, Mannose Mannit, Laktose Laktosit usw. Gemische reduzierbarer Zucker gehen bei der Reduktion die mehrwertigen Alkohole, die den einzelnen Zuckerhestandteilen der Mischung entsprechen.
  • Bei der Übertragung dieser Hydrierungen auf kontinuierliches Arbeiten wurde gefunden, daß dabei eine bestimmte Arbeitsbedingung eingehalten werden muß, wenn man die grüfitmögliche Reduktion erreichen will, nämlich die Geschwindigkeit der Wasserstoffzufuhr. Die Erfindung bezieht sich auf die Anwendung eines bestimmten optimalen Grenzwertes, der sich auf die Geschwindigkeit der Wasserstoffzufuhr bezieht und der vom Wasserstoffverbrauch und vom Querschnitt des Hydriergefäßes abhängig ist.
  • Bei der kontinuierlichen Arbeitsweise wird die Hydrierung in einer Reihe hintereinandergeschalteter Reaktionsgefäße dlurchgeffihrt. Die Zuckerlösung, die einen aluf einem Träger befindlichen Katalysator aus reduziertem Nickel suspendiert enthält, wird am Boden des ersten Reaktionsgefäßes eingepumpt. In diesem wird der Zucker teilweise hydriert. Die Suspension fließt oben ab und gelangt durch Rohre zum Boden des nächsten Reaktionsgefäßes. In diesem geht die Hydrierung weiter, und durch Hintereinanderschaltung einer genügenden Anzahl solcher Gefäße kann die Hydrierung beliebig weit an den Gleichgewichtszustand der Reaktion herangetrieben werden. Aus dem letzten Reaktionsgefäß fließt oben das Fertigprodukt ab. Der Wasserstoff wird durch ein gelochtes Verteilungsrohr am Boden eines jeden Reaktionsgefäßes eingeleitet und perit nach oben durch die Zuckerlösung. Dabei rührt er die Zuckerlösung und den Katalysator durcheinander, wird selbst an den Katalysator adsorbiert und reagiert mit dem Zucker. Der überschüssige Wasserstoff fließt oben aus dem Reaktionsgefäß zusammen mit der Lösung des teilweise hydrierten Zuckers und dem Katalysator ab und wird durch dasselbe Rohr wie die Zuckerlösung und der Katalysator zum Boden des nächsten Reaktionsgefäßes geleitet. Der aus dem letzten Reaktionsgefäß oben herauskommende Wasserstoff wird abgetrennt und in den Kreislauf zurückgeführt.
  • Frischer Wasserstoff wird zusätzlich zugeführt, um das System unter gleichbleibendem Druck zu halten.
  • Die Zeichnung ist eine schematische Darstellung einer kontinuierlich arbeitenden Zucker-Hydrierungs- anlage. Der ZU reduzierende Zucker und Wasser werden in das Mischgefäß 10 in den erforderlichen NIengenverhältnissen eingefüllt, um eine Zuckerlösung von der gewünschten Koinzentration herzustellen.
  • Diese Lösung wird aus dem Mischbehälter durch die Pumpe 11 in einen Vorratsbehälter 12 gedrückt, in dem ein Katalysator aus reduziertem Nickel auf Kieselgur als Träger in feinverteilter Form zugegeben wird. Der Vorratsbehälter 12 ist mit einem Rührwerk ausgestattet, wodurch die Suspension aus Zuckerlösung und Katalysator dauernd homogen gehalten werden kann. Die Pumpe 13 fördert die Suspension aus dem Behälter 12 nach dem Vorwärmer 14. Eine einstellbare Dosierpumpe 15 führt die vorgewärmte Suspension dem ersten Autoklav 16 vom Boden her zu.
  • Der Wasserstoff wird aus einem Niedèrdruckvorratsbehälter30 entnommen, dann von dem Kompressor 31 verdichtet und in der Hochdruck-Gasflaschle 32 gesammelt und gelagert. Aus der Flasche 32 wird der Wasserstoff zu den Reaktionsgefäßen durch das Regulierventil 33, die Umlaufpumpe 34, den Strömungsmesser 35 und den Wasserstoffvorwärmer 26 geleitet und tritt durch die Düse 27 am unteren Ende in den ersten Autoklav 16 ein. Nachdem das System mit Wasserstoff gefüllt ist, wird der Hauptteil des Wasserstoffes in den Reaktionsgefäßen durch ein Umlaufsystem in Bewegung gehalten, das nachstehend noch näher beschrieben wird, und zwar unter Zusatz von Ergänzungswasserstoff aus der Hochdruckvorratsflasche32, je nachdem wie es nötig ist, um den chemisch gebundenen Wasserstoff und etwaige in dem System auftretende Verluste zu ersetzen.
  • Der Autoklav 16 ist mit einem Heizmantel versehen und wird zur Aufrechterhaltung der Reaktionstemperatur beheizt. Am Boden des Autoklavs 16 eintretende Suspension und Wasserstoff bewegen sich nach oben und strömen aus dem Autoklav oben durch ein Rohr 17 nach dem Boden des ebenfalls mit Heizmantel versehenen zweiten Autoklavs 18, durch den sie aufwärts strömen und aus dem sie dann durch das Rohr 19 nach dem Boden des dritten Autoklavs 20 geführt werden, der ebenso wie die Autoklaven 16 und 18 von außen beheizt wird.
  • Aus dem Oberteil des dritten und letzten Autoklavs 20 in der Reihe gelangen der überschüssige Wasserstoff und die Suspension mit dem darin suspendierten verbrauchten Katalysator durch ein Rohr 21 in einen Abscheider 22, in dem das freie Wasserstoffgas abgetrennt wird. Die Reaktionsmischung wird vom Boden des Abscheiders 22 abgezogen, durch ein Reduzierventil 22' auf Atmosphärendruck entspannt und kommt dann in eine Aufarbeitungsanlage zur Entfernung des darin suspendierten verbrauchten Katalysators und für sonstige erfor derl iche Nachbehandlungen.
  • Der Wasserstoff aus dem Abscheider 22 strömt durch den Gaskühler 23, wo er so weit abgekühlt wird, daß sich die vorhandenen Wasserdämpfe niederschlagen. Das gekühlte Gas wird durch einen weiteren Wasserabscheider 24 geleitet, aus dem das abgesonderte Wasser abgezogen wird. Der Wasserstoff wird aus dem Abscheider24, der noch im wesentlinien unter dem Arbeitsdruck der Anlage steht, wieder nach der Niederdruckseite der Umlaufpumpe 34 durch das Rohr 25 geführt. Bei der hier dargestellten Ausführung der Anlage läuft die Umlaufpumpe mit gleichbleibender Geschwindilgkeit und ist mit einer Nebenleitung versehen, die von einem Regulierventil 36 gesteuert wird, um die Aufrechterhaltung einer bestimmten Zufluß menge in die Reaktionsgefäße dauernd zu gewährleisten.
  • Das Meßgerät 35 mißt die Waslserstoffmenge, welche in die Reaktionsgefäße geleitet wird, und das Ventil 36 kann entweder von Hand oder durch den vom Strömungsmesser selbsttätig gesteuerten Regler eingestellt werden. Das Regulierventil 33 ist ein druckabhängiges Ventil, das selbsttätig zusätzlichen Wasserstoff aus der Hochdruckvorratsflasche 32 zuströmen läßt, je nachdem wie dies zur Aufrechterhaltung des Wasserstoffdruckes in dem System erforderlich ist.
  • In der Hauptsache vollzieht sich die Hydrierung im ersten Reaktionsgefäß. Sie kann z. B. schon zu 90 o beendet sein, wenn die Lösung dieses Gefäß verläßt. Dann können im zweiten Reaktionsgefäß wieder 90°/o der restlichen l00/o des ursprünglichen Zuckers hydriert werden und im dritten nochmals ein Teil des verbleibenden Restes, über den die Hydrierung nicht hinausgehen kann. Das Wesentliche der Erfindung ist jedoch, daß die Hauptumsetzung des Wasserstoffes mit dem Zucker im ersten Reaktionsgefäß erfolgt.
  • Der Grad der Hydrierung im ersten Gefäß hängt von dessen Inhalt, der Konzentration der Lösung und der Geschwindirgkeit ab, in dem sie in das Gefäß gegeben wird, sowie von der Wfrksamkeit und Konzentration des Katalysators, dem Druck und der Temperatur der Reaktion und in gewissen Grenzen, die noch erklärt werden, von der Geschwindigkeit der Einleitung von Wasserstoff in das Reaktionsgefäß.
  • Wenn jede der oben angeführten unabhängigen Veränderlichen, außer der Geschwindigkeit des eingeführten Wasserstoffes, gleichbleibt und sich nur die Wasserstoffeinleitungsrbeschwindigliei,t ändert, hat sich gezeigt, daß ein Grenzwert für die Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit besteht, unterhalb dessen der Umfang der Hydrierung von der zugefügten Wasserstoffbes,chwindilglçeit abhängig, oberhalb dessen er aber davon unabhängig ist. Wenn jedoch die Wasserstoffgeschwindigkeit unter den genannten Wert sinkt, dann könnte der Umfang der Hydrierung absinken, je nachdem wieweit die Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit verringert wurde. Der Grenzwert stellt also diejenige Mindestgeschwindigkeit der Wasserstoffeinleitung dar, die unter den jeweiligen Bedingungen den größtmöglichen Umfang der Hydrierung ergibt. In der Praxis sollte die augewandte Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit etwas über dem genannten Grenzwert liegen, um sicher zu sein, daß die Hydrierung so vollständig wie möglich ist, aber sie sollte nicht zu weit im Überschuß über diesem Wert liegen, weil dies die Kosten des Umpumpens und die Anlagekosten wegen der erforderlichen größeren Pumpenleistung zu sehr erhöht.
  • Der Grenzwert der Wasserstoffgeschwindigkeit schließt drei Elemente ein, nämlich erstens eine Menge, die der bei der chemischen Reaktion verbrauchten Menge Wasserstoff in der Zeiteinheit entspricht, zweitens eine Menge, die zum Durchrühren der Reaktionsmischung und zum Suspendierthalten des Katalysators nötig ist, und drittens einen ziemlich großen empirisch gefundenen Überschuß über die ersten beiden Elemente hinaus. Der Grund für die Notwendigkeit dieses dritten Elementes ist nicht bekannt.
  • Der Grad des Wasserstoffverbrauches wird durch die Menge des zugegebenen Zuckers und den Umfang der Reduktion bestimmt und kann deshalb rechnerisch für die bekannten Bedingungen der Katalysatoraktivität, das Mengenverhältnis des Katalysators zum Zucker und die Verweilzeit der Mischung im Reaktionsgefäß ermittelt werden. Das zweite und dritte Element des Grenzwertes der Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit wurde durch Versuche bestimmt, und es wurde eine Formel aufgestellt, die den Befund dieser Versuche wiedergibt. Es wurde gefunden, daß die lineare Beschickungsgeschwindigkeit mit Wasserstoff der entscheidende Faktor war und nicht die Menge des Wasserstoffes. Auf Grund dieses Befundes wurde festgestellt, daß, wenn die Wasserstoffeinführungsgeschwindigkeit als das Volumen des freien Gases in der Zeiteinheit ausgedrückt wird, der Grenzwert vom Druck und Wasserstoffverbrauch in der Zeiteinheit bei der chemischen Reaktion abhängt. Es wurde gefunden, daß die Wirkung des Druckes dabei direkt proportional war, d. h. daß eine Verdoppelung des Druckes auch die kritische Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit verdoppelt, wenn die sonstigen Bedingungen die gleichen sind. Wenn jedoch die WasserstoffeinleibungsbeschwindibCkeit als Volumen in der Zeiteinheit ausgedrückt wird, gemessen unter den Temperatur- und Druckbedingungen des Reaktionsgefäßes, dann ist der Grenzwert unabhängig von der Reaktionstemperatur und dem Druck.
  • Da der Grenzwert der Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit vom Druck unabhängig ist, solange dieser in Volumeinheiten ausgedrückt wird, die unter den Bedingungen der Reaktionsgefäße gemessen werden, kann sie auch in Einheiten der linearen Geschwindigkeit ausgedrückt werden. So wurde durch Versuche in einem kontinuierlich betriebenen Gefäß von 76 mm Innendurchmesser und 1,83 m Höhe festgestellt, daß der Grenzwert der Wasserstoffeinleitungsgeschwi,ndigkeit (KWG) in Kubikmeter je Stunde bei dem Gefäßdruck und der Gefäßtemperatur durch die Gleichung ausgedrückt wird: KWG = 0,1065 + 0,130 H, (I) wobei H die Geschwindigkeit des verbrauchten Wasserstoffes in Kubikmetern bei 0° und 1 Atmosphäre in 1 Stunde ist.
  • Wenn man diese Gleichung durch den inneren Querschnitt des für den Versuch benutzten Reaktionsgefäßes teilt, errechnet sich der Wert KWG in Metern linear je Stunde durch das Reaktionsgefäß bei dessen Druck und Temperatur mit KWG = 23,35 + 28,54 H, (11) wobei H denselben Wert wie in Gleichung (I) hat.
  • Die Gleichung (II) ist jedoch nur für das besondere Reaktionsgefäß anwendbar. Um eine allgemeingültige Gleichung zu erhalten, ist es nötig, die Geschwindigkeit, mit der der Wasserstoff eingeleitet wird (H), eher als die Menge je Einheit des Reaktionsgefäßquerschnittes in der Zeiteinheit, denn als die Menge für das ganze Gefäß anzugeben. So führt die Gleichung (II) zu der Gleichung: KWG = 23,35 + 0,130 H, (III) wobei KWG ausgedrückt wird in Einheiten von Meter linear je Stunde durch das Reaktionsgefäß bei dessen Druck und Temperatur und H = Wert des Wasserstoffverbrauches in NmS je Stunde und m2 des Gefäßquerschnittes bedeutet.
  • Gleichung (III) kann der Bequemlichkeit halber je nach den Arbeitsbedingungen abgeändert werden.
  • Zum Beispiel können Verbesserungen gemacht werden. wenn die Wasserstoffzufuhr bei anderer Temperatur und/oder Druck als denen des Reaktionsgefäßes gemessen wird; und wenn ein Reaktionsgefäß von bestimmter Größe gegeben ist, kann die Gleichung für den Gebrauch dadurch vereinfacht werden, daß man sie in Einheiten des tatsächlichen Querschnittes anstatt der allgemeinen Querschnitteinheit von Gleichung (III) schreibt.
  • Der Grenzwert der Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit, der in den vorstehenden Gleichungen ausgedrückt wurde, gilt, wie durch Versuche festgestellt wurde, für die verschiedensten Zucker, Hydrierungsgrade, Drücke, Temperaturen und Größen der Reaktionsgefäße. Wenn man Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeiten, die etwas unter den diurch die obigen Gleichungen ausgedrückten liegen, einhält, führt dies zu einer Verringerung des Hydrierungsgrades unter den erreichbaren Höchstwert. Je weiter die Wasserstoffgeschwindigkeit unter den obenerwähnten Grenzwert sinkt, desto schlechter wird der Hydrierungsgrad. Schließlich wird ein Punkt erreicht, bei dem das Ausmaß der Hydrierung so niedrig ist, daß eine andere Reaktion, nämlich eine thermische Zersetzung des Zuckers, einsetzt. Diese führt zur Bildung von Säuren, die die Wirksamkeit des Katalysators aufheben, wodurch eine noch weitere Senkung des Hydrierungsgrades verursacht wird. Das End; ergebnis einer zu weit gehenden Verminderung der Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit kann eine starke Teerbildung oder sogar eine völlige Verkohlung des Zuckers sein. Die Kenntnis des Grenzwertes der Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit ist darum sehr wichtig. Wenn eine Anlage errichtet wird, bei der die Kapazität des Wasserstoffumlaufes nicht ausreicht, die Wasserstoffgeschwindigkeit über dem genannten Wert ZU halten, kann diese Anlage nicht die höchstmögliche Ausbeute bei der Reduktion erzielen.
  • Das Bestehen eines Grenzwertes für die Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit war durchaus nicht ohne weiteres zu erwarten. Bei der Ausführung des Verfahrens wäre es naheliegend gewesen, daß die Wasserstoffgeschwindigkeit gerade so hoch sein müßte, um den Katalysator in Suspension zu halten.
  • Durch Versuche wurde gefunden, daß eine lineare Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit von 8,48 m in der Stunde, in dem Reaktionsgefäß unter dessen Arbeitsbedingungen gemessen, dazu ausreichte, um den Katalysator in Suspension zu halten. Beim Vergleich dieser Zahl mit denen nach Gleichung (II) oder (III) wird ersichtlich, daß die Grenzwerte der Wasserstoffgeschwindigkeit praktisch dreimal so groß sind, selbst für ziemlich niedrige Mengen aufgenommenen Wasserstoffes. So war der Wert, der zur Aufrechterhaltung der Suspension des Katalysators offenbar hinreichend erschien, in keiner Weise auch nur annähernd groß genug, um eine wirksame Hydrierung zu sichern.
  • Beispiel 1 Herstellung von Sorbit aus Glukose Eine 50%ige Lösung von Glukose in Wasser wurde mit einem Katalysator aus reduziertem Nickel, der in üblicher Weise auf Kieselgur niedergeschlagen war, zu einer Suspension angerührt, derart, daß darin 20/o Nickel, bezogen auf die Glukose, enthalten waren.
  • Diese Suspension wurde kontinmerlich am Boden des zylindrischen Reaktionsgefäßes von 76,2 mm Durchmesser und 1,83 m Höhe in einer Menge von 3,8 1 in der Stunde aufgegeben. Das Gefäß wurde auf 1610 gehalten, und der Wasserstoffdruck war dauernd 68 at.
  • Der Wasserstoff wurde laufend in das Gefäß durch eine gelochte Verteilerdüse in Mengen von 7,59, 6,60 und 5,84 m3 in der Stunde eingeleitet (berechnet auf 0° und l Atmosphäre Druck), und der Reduktionsgrad zu Sorbit wurde für diese drei verschiedenen Mengen Wasserstoff gemessen. Die Ergebnisse sind folgende:
    Wasserstoffeinleitungs- Reduktionsgrad
    geschwindigkeit in 010
    in rn/h
    7,59 99,17
    6,60 99,11
    5,84 98,6
    Der Grenzwert der Wasserstoffeinleibun,gsgeschwi,ndigkeit (KWG) für diese Reduktion liegt bei 6,26 m8 in der Stunde, auf 0° und 1 Atmosphäre Druck berechnet. Der Wert KWG wird folgendermaßen berechnet: Die Höhe des Wasserstoffverbrauches bei der Hydrierung von Glukose zu Sorbit ist durch die Gleichung H=RC E . 1 . 0,0224 100 180 gegeben, wobei R die Menge der aufgegebenen Zuckerlösung in l/h, C die Zuckerkonzentration in g/l, E der Grad der Reduktion in %, 180 das Molekulargewicht der Glukose, 0,0224 das Volumen eines g-Mols in ms bei 0° und 1 at ist.
  • Bei diesem Beispiel war der Wert für R 3,8 1 in der Stunde und für C 620 g Glukose im Liter Lösung. Der Reduktionsgrad E war mit 99,1 0/o festgestellt. Wenn man diese Werte einsetzt, ergibt sich 620 99,1 H = 3,8 100 180 180 0,0224 = 0,291.
  • Die Anwendung von Gleichung (I) führt zu der Rechnung KWG = (0,1065 + 0,130 0,291) f43 .69 = 6,26 (berechnet auf Normalbedingungen).
  • Dieses Beispiel zeigt, daß schon ein geringes Herabgehen mit der Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit unter die KWG eine wesentliche Verminderung des Reduktionsgrades herbeiführt. Die Bedeutung dieser Wirkung wird noch klarer ersichtlich durch einen Vergleich der Menge nicht reduzierten Zuckers im Enderzeugnis, die beim Arbeiten über dem Wert KWG weniger als 0,9 0/o beträgt, dagegen l,40/o (oder um 55 0/o ,mehr) beim Arbeiten unterhalb der KWG.
  • Beispiel 2 Herstellung von Sorbit aus Glukose Eine 500/oige Glukoselösung in Wasser wurde mit einem gebräuchlichen, auf Kieselgur als Träger niedergeschlagenen Katalysator aus reduziertem Nickel zu einer Suspension angemacht, der 1,70/0 Nickel, bezogen auf die Glukose, enthielt. Diese Suspension wurde ununterbrochen in das im Beispiel 1 beschriebene Reaktionsgefäß in einer Menge von 9,4 llh gegeben. Das Gefäß wurde auf 1600 und der Wasserstoffdruck auf 68 at gehalten. Der Wasserstoff wurde laufend in einer Menge von 10,3, 8,55 und 6,45 m3 in der Stunde unter normalen Bedingungen eingeleitet.
  • Die Ergebnisse waren folgende:
    Wasserstoffeinleitungs- Reduktionsgrad
    geschwindigkeit in 0/o
    in ma/h
    10,33 94,4
    8,55 94,0
    6,45 91,0
    Der Grenzwert für die Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit (KWG) für diese Reduktion beträgt 8,49 m3/h unter Normalbedingungen. Dieser Wert errechnet sich nach den Gleichungen, die im Beispiel 1 angeführt sind. Die drei erwähnten Vergleichsversuche zeigen das schnelle Absinken des Reduktionsgrades, wenn die Wasserstoffgeschwindigkeit unter den Wert KWG fällt.
  • Beispiel 3 Herstellung von Sorbit und Mannit aus invertiertem Rohrzucker Eine 500/oige Lösung von invertiertem Rohrzucker in Wasser wurde mit einem auf einem Träger befindlichen Katalysator aus reduziertem Nickel in solcher Menge zu einer Suspension zusammengerührt, daß auf den Zucker 1,7 ovo Nickel kamen. Diese Suspension wurde kontinuierlich in das im Beispiel 1 beschriebene Reaktionsgefäß in einer Menge von 3,85 l/h eingeleitet.
  • Das Gefäß wurde bei 1660 und der Wasserstoffdruck bei 68 at gehalten. Von diesem System war von früheren Ergebnissen bei Einzelans atzverarbeitungen her bekannt, daß es imstande war, eine Reduktionsausbeute von 99,30/0 zu liefern, und bei Anwendung der Gleichungen nach Beispiel 1 zur Erreichung dieses Höchstwertes war die KWG 6,25 m3/h unter nof- malen Bedingungen. Im Verlaufe dieses Bei spieles wurde eine Wasserstoffeinleitungsgeschwi.ndigkeit von 10,14 m0/h unter normalen Bedingungen eingehalten, und es wurde ein Reduktionsgrad von 99,30/0 beobachtet.
  • Beispiel 4 Herstellung von Laktosit aus Laktose Eine 500/oige Laktoselösung in Wasser wurde mit einem auf einem Träger befindlichen Katalysator aus reduziertem Nickel in solcher Menge, daß auf dem Zucker 1,80/o Nickel kamen, in Suspension gebracht, welche kontinuierlich in das Reaktionsgefäß nach Beispiel 1 in einer Menge von 5,93 l/h eingepumpt wurde.
  • Das Gefäß wurde auf 1600 und der Wasserstoffdruck auf 136 at gehalten. Von diesem System war von früheren Ergebnissen bei Einzelansatzverarbeitungen her bekannt, daß es zu einer Reduktion im Ausmaße von 98,60/0 zu führen vermochte. Bei Anwendung der im Beispiel 1 angegebenen Gleichungen war die KWG zur Erreichung dieser größtmöglichen Reduktion 11,88 m3/h unter Normalbedingungen. Im Verlaufe des Beispieles wurde eine Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit von 20,95 m3/h unter Normalbedingungen eingehalten, und der beobachtete Reduktionsgrad war 98,60/0.
  • Die bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist die Hydrierung von Glukose zu Sorbit von höchster Reinheit. Bei diesem Verfahren ist es von größter Wichtigkeit, die Reduktion soweit als möglich zu treiben, damit der Anteil an unverändertem Zucker so gering wie möglich bleibt. Die Gegenwart von Glukose in dem Sorbiterzeugnis ist für manche Zwecke unerwünscht, insbesondere wenn es auf thermische Beständigkeit ankommt, und die Entfernung der Glukose durch chemische oder fermentative Behandlungen ist schwierig und kostspielig. Durch Nichtunterschreitung des Grenzwertes der Wasserstoffeinleitungsgeschwindigkeit gemäß vorliegender Erfindung, zusammen mit der vorher bekannten tSherwachung der Temperatur, 150 bis 1650, werden bei Anwendung feinverteilter, auf Trägern befindlicher Katalysatoren aus reduziertem Nickel und bei Drücken von 68 bis 136 at Erzeugnisse von gleichmäßig niedrigem Glukosegehalt erhalten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur kontinuierlichen Hydrierung reduzierbarer Zucker, insbesondere Glukose, invertierter Rohrzucker oder Laktose, zu mehrwertigen Alkoholen, in einer Suspension mit dem feinverteilten Hydrierungskatalysator bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck unter Verwendung eines senkrechten Reaktionsgefäßes, dadurch gekennzeichnet, daß die Mindestgeschwin digkeit der Wasserstoffzuleitung in Metern je Stunde unter den im Reaktionsgefäß gegebenen Druck- und Temperaturbedingungen durch den Wert 23,35 + 0,130 H gegeben ist, wobei H den Wasserstoffverbrauch in Nms je Stunde je m2 Querschnitt des Reaktionsgefäßes bedeutet.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Französische Patentschrift Nr. 891 900.
DEA15289A 1952-03-01 1952-03-01 Verfahren zur kontinuierlichen Hydrierung reduzierbarer Zucker Pending DE1002304B (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1069135B (de) * 1959-11-19 Enlgelhard Industries, Inc., Newark, N. J. (V. St. A.) Verfahren zur Herstellung mehrwertiger Alkohole durch Hydrierung von Zuckern mit Edelmetallkaralysatoiren
DE1693030B1 (de) * 1967-10-19 1971-02-18 Le Nii Antibiotikow Verfahren zur Herstellung von Sorbit

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR891900A (fr) * 1942-01-30 1944-03-22 W A Sholsten S Chemische Fabri Procédé pour la préparation d'alcools polyvalents par hydrogénation catalytique de carbohydrates à l'état liquide

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