DE1006560B - Verfahren zur Gewinnung von Fett oder fettaehnlichen Stoffen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Fett oder fettaehnlichen Stoffen

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DE1006560B
DE1006560B DEB24716A DEB0024716A DE1006560B DE 1006560 B DE1006560 B DE 1006560B DE B24716 A DEB24716 A DE B24716A DE B0024716 A DEB0024716 A DE B0024716A DE 1006560 B DE1006560 B DE 1006560B
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Israel Harris Chayen
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British Glues and Chemicals Ltd
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British Glues and Chemicals Ltd
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B1/00Production of fats or fatty oils from raw materials
    • C11B1/10Production of fats or fatty oils from raw materials by extracting

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Fett oder fettähnlichen Stoffen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung organischer Materialien zur Gewinnung der in den Zellen oder zellähnlichen Strukturen dieser Materialien enthaltenen Fette oder fettähnlichen Materialien.
  • In der deutschen Patentschrift 836 982 ist die Gewinnung von Fetten aus Knochen beschrieben. Die diesem Patent zugrunde liegende Erfindung fußt auf der Entdeckung, daß Knochen, die mit einer ausreichenden Menge Wasser schnell genug durch eine Hammermühle geleitet werden, so weit zerkleinert werden, daß einerseits alle Zellstrukturen zerstört werden, andererseits aber die einzelnen Stücke größer sind als eine Zelle. Das ist dadurch zu erklären, daß über das Wasser von den Hämmern der Mühle hydrodynamische Stöße auf die Knochen ausgeübt werden. Da die Zellstrukturen zerstört werden, wird das in den Zellen befindliche Fett in Freiheit gesetzt. Da die einzelnen Teile aber verhältnismäßig groß sind, entsteht eine Suspension von Fett im Wasser, die, wenn überhaupt als eine Emulsion, dann als eine sehr instabile anzusprechen ist. Daher sammelt sich im Abfluß der Hammermühle das Fett oben auf dem Wasser, während der Rückstand sich am Boden absetzt, d. h., die Trennung erfolgt nahezu automatisch allein auf Grund des Unterschiedes im spezifischen Gewicht. Das Verfahren dieses Patents wird mit Leitungswasser durchgeführt.
  • Weiterhin wurde gefunden, daß das Verfahren der erwähnten deutschen Patentschrift 836 982 auch auf weiche tierische fetthaltige Materialien anwendbar ist, sofern dafür gesorgt wird, daß die einzelnen Teile des Zellmaterials im Abfluß der Hammermühle größer sind als einzelne Zellen, was wiederum durch einen schnellen Durchtritt durch die Hammermühle erzielt werden kann. Das ist Gegenstand des deutschen Patents 848 680.
  • Trotzdem gab es noch eine Anzahl fetthaltiger Materialien, deren Aufarbeitung große Schwierigkeiten bereitete. Beispielsweise entstand bei der Verwendung gewisser Fische und pflanzlicher Rohmaterialien trotz aller Sorgfalt eine stabilere Emulsion als in den obengenannten Fällen. Auch wenn die Emulsion nicht extrem stabil war, so war sie doch so stabil, daß das Fett sich nur durch Abpressen oder Verdampfen von der Flüssigkeit abtrennen ließ.
  • Eine Möglichkeit, diese Schwierigkeit zu überwinden, besteht in Fällen, bei denen die Emulsion von Fett in Wasser nicht zu stabil ist, darin, das Fett durch zweimaliges Zentrifugieren von der Flüssigkeit abzutrennen., wobei in der ersten Stufe bei Anwendung von relativ geringer Zentrifugalbeschleunigung die. feinen Feststoffteilchen und in der zweiten Stufe bei relativ hoher Zentrifugalbeschteunigung das Fett von der Flüssigkeit abgetrennt wird. Bei der Durchführung dieses Verfahrens muß jedoch eine verhältnismäßig komplizierte Apparatur angewendet werden.
  • Es wurde nun gefunden, da.ß sich die obigen Schwierigkeiten in vielen Fällen dadurch überwinden lassen, da.ß man an Stelle von Wasser bestimmte andere Flüssigkeiten verwendet, in denen einige der festen Materialien wesentlich weniger löslich sind als in Wasser. Durch die Verwendung einer solchen Flüssigkeit wird die Bildung einer echten oder kolloidalen Lösung von festem Material, die eine leichte Abtrennung unmöglich machen würde, vermieden.
  • Das Verfahren der vorliegenden Erfindung besteht also darin, daß man Stücke des Rohmaterials, während sie von einer Flüssigkeit, die gleich dem Mehrfachen der Menge des Rohmaterials ist, und in der wenigstens ein Teil des Rohmaterials beträchtlich weniger löslich als in Wasser ist, umgeben ist, kräftigen Stößen aussetzt, ohne diese Stücke oder einen wesentlichen Teil dieser Stücke bis zu Zellgröße oder darunter zu zerkleinern, und daß man den aus diesen Stücken bestehenden Rückstand nach Entfernung des Fettmaterials von dem erhaltenen Gemisch abtrennt.
  • Bei Anwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung können außerdem wertvolle wasserlösliche Bestandteile des Ausgangsmaterials gewonnen werden, die- bei Anwendung des Verfahrens der erwähnten deutschen Patentschrift 836982 mit dem Wasser der Emulsion verworfen werden. Wesentlich für den Erfolg des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß die Menge an anwesender Flüssigkeit ein Mehrfaches der Menge an festem Material beträgt. Wenn zu wenig Flüssigkeit verwendet wird, so entsteht als Abfluß eine Pulpe oder eine feine Paste, in der die einzelnen Teilchen kleiner als Zellen sind und in der das Fett so fest mit der Flüssigkeit verbunden ist, daß es nur durch Anwendung energischer Maßnahmen wie Verdampfen usw. abgetrennt werden kann.
  • In manchen Fällen kann die Flüssigkeit durch das aus dem Rohmaterial entfernte Fettmaterial gebildet werden, wenn das Fettmaterial bei gewöhnlicher Temperatur flüssig ist.
  • Die Flüssigkeit kann eine nicht wäßrige organische Flüssigkeit sein, die mit Wasser mischbar oder nicht mischbar ist, oder eine Mischung von Wasser mit einer mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeit oder eine Lösung eines wasserlöslichen organischen oder anorganischen festen Materials in Wasser oder einer anderen Flüssigkeit. Durch die Verwendung von Flüssigkeiten, wie z. B. wäßrigen Lösungen von Salzen, in denen wasserlösliche Proteine weniger löslich als in Wasser sind, ist es möglich, die Verluste an derartigen Proteinen bei der Gewinnung von tierischen Fetten aus Knochen oder tierischen Weichfettprodukten oder aus gewissen Fischen oder Fischlebern zu verringern.
  • Im allgemeinen wird eine Flüssigkeit verwendet, in der das gesamte oder wenigstens ein Teil des zurückbleibenden Materials im wesentlichen unlöslich ist und bei der keine schwer trennbaren Emulsionen, in denen das Fett als disperse Phase auftritt, gebildet werden. In jedem Fall wird die Flüssigkeit so ausgewählt., daß das Fettmaterial und das zurückbleibende Material leicht von dem erhaltenen Gemisch abgetrennt und gewonnen werden können.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders vorteilhaft zur Gewinnung von Öl aus ölhaltigen Samen, wie Sojabohnen, Baumwollsamen, Erdnüssen, Palmkerun.üssen und anderen ähnlichen Samen oder Nüssen. Bei bekannten Verfahren zur Gewinnung von Öl aus derartigen Samen oder Nüssen mußten diese enthülst, gemahlen, gekocht und unter Anwendung von Druckwalzen in Flocken übergeführt ,-erden, bevor das Öl aus dem erhaltenen Mehl durch mechanisches Pressen, z. B. hydraulisches Pressen, oder Schleudern oder durch Lösungsmittelextraktion gewonnen werde konnte. Selbst bei derart umfangreichen Vorbereitungen bleibt bei den Lösungsmitte:lextraktionsverfahren ein beträchtlicher Teil des Öls selbst nach wiederholten Behandlungen. mit dem Lösungsmittel in dem Mehl zurück, da in nicht zerstörten Zellen Öl eingeschlossen. bleibt, und auch bei mechanischen Abpressen verbleibt eine größere Menge Öl in dein Mehl.
  • Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung ist ein vorheriges Mahlen oder Kochen nicht notwendig. In den meisten Fällen ist auch das vorherige Enthülsen überflüssig, kann jedoch in manchen Fällen vorteilhaft sein, wenn es leicht und ohne wesentlichen Verlust an ölhaltigem Material durchgeführt werden kann, da die Menge an festem Rückstand und damit auch die Menge an 01, die durch Mitreißen. mit diesem Rückstand verlorengeht, vermindert wird.
  • Bei dem vorliegenden Verfahren wird das Öl aus den Ölzellen durch die Behandlung mit kräftigen Stößen in Gegenwart einer Flüssigkeit herausgelöst. Wenn das Öl in der verwendeten Flüssigkeit unlöslich ist, so kann. es von der Flüssigkeit und dem festen Rückstand auf Grund des unterschiedlichen spezifischen Gewichtes abgetrennt werden. Wenn das Öl in der Flüssigkeit löslich ist, so kann die entstandene Lösung von dem Rückstand auf Grund des unterschiedlichen spezifischen Gewichts oder in manchen Fällen durch Filtrieren abgetrennt werden. Wenn eine Flüssigkeit verwendet wird, in der das Öl löslich ist, so wird das vorliegende Verfahren zu einem vereinfachten und äußerst wirksamen Lösungsmittelextraktionsverfahren.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht auf die Gewinnung von echten Fetten, d. h. flüssigen oder festen Triglyceriden von Fettsäuren, beschränkt, sondern es ist auch auf die Gewinnung von fettähnlichen Materialien aus zellularen Rohmaterialien, die diese enthalten, anwendbar, wie beispielsweise auf die Gewinnung von tierischen oder pflanzlichen Wachsen einschließlich Carnauba- oder Candelillawachs oder Sterinen oder deren Verbindungen, wie Steringlykosiden oder Sterinestern, die ähnliche physikalische und Löslichkeitseigenschaften wie echte Fette besitzen.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden Stücke eines Rohmaterials, das Fettmaterial in Zellen- oder zellähnlichen Strukturen enthält, in die Einlaßöffnungmeiner Hammermühle eingebracht, bei der eine Vielzahl von Hämmern auf der Peripherie eines schnell rotierenden Rotors angeordnet ist. Der Rotor ist von einem Gehäuse umgeben, dessen unterer Teil mit einem mit Öffnungen versehenen Gitter abgeschlossen ist, die vorzugsweise die Form von Schlitzen besitzen, von solcher Größe, daß sie den Durchtritt der Rohmaterialstücke verhindern, bis diese Stücke in der Mühle weiter, jedoch nicht bis zu Partikeln von der Größe von Zellen oder darunter, zerkleinert: worden sind. Die Rohma,terialstücke können einzelne Fett enthaltende Samen oder Teile davon sein, oder es können ganze oder gebrochene oder zerschnittene Stücke vom Fruchtfleisch größerer Samen oder Stücke von anderen Fettmaterialien enthaltenden Rohmaterialien sein, wie Blätter oder andere Teile gewisser Pflanzen, die Pflanzenwachs in Zellen ()der zellähnlichen Gefügen enthalten. Die Rohmaterialstücke werden nach dem Einbringen in die Mühle in den Weg der Hämmer gelenkt und kräftigen Stößen unterworfen, während sie in einer Flüssigkeit frei suspendiert oder von einer solchen umgeben sind, die gleichzeitig in die Mühle eingebracht wird, ohne daß die Rohmaterialstücke zwischen die Hämmer und die Flächen des Gehäuses gestampft oder gestoßen. werden. Diese Stöße können ganz oder teilweise durch die angewandte Flüssigkeit auf die Stücke übertragen werden.
  • Die Umfangsgeschwindigkeit der Hämmer liegt im allgemeinen zwischen 12,5 und 150m pro Sekunde. Durch die kräftigen Stöße, denen die Rohmaterialstücke dabei unterworfen werden, und die hohe Relativgeschwindigkeit, welche zwischen den Rohmaterialstücken und der Flüssigkeit erzeugt wird, werden die das Fettmaterial enthaltenden Zellen des Rohmaterials zerrissen, wodurch das Fettmaterial in Freiheit gesetzt wird, so daß es von dem Rest der Stücke abgelöst werden kann.
  • Die verwendete Flüssigkeit variiert mit dem zu behandelnden Rohmaterial. Im allgemeinen soll die Flüssigkeit gegenüber dem Rohmaterial inert sein, d. h., sie soll keinerlei nachteilige chemische Umsetzungen mit irgendeinem der Bestandteile des Rohmaterials eingehen und soll kein Lösungsmittel für irgendeinen wesentlichen Teil des Rückstandes nach der En.tfernung des Fettmaterials darstellen. Gegebenenfalls kann die Flüssigkeit ein Lösungsmittel für das zu gewinnende Fettmaterial darstellen, d. h., sie soll bei der in der Mühle herrschenden Temperatur, die im allgemeinen in dem Bereich der üblichen atmosphärischen Temperaturen, d. h. zwischen 0 und -I- 38° liegt, nicht erstarren oder sieden. Die Flüssigkeit soll eine Viskosität in dem Bereich von etwa einem Viertel derjenigen von Wasser bis zum Vierfachen derjenigen von Wasser, in Centipoise ausgedrückt, besitzen und soll vorzugsweise eine. Viskosität in dem Bereich von der Hälfte derjenigen von Wasser bis zum Doppelten derjenigen von Wasser haben. Die Flüssigkeit soll ferner von dem Rückstand durch Maßnahmen, wie Dekantieren, Zentrifuga.labtrennung oder Filtrieren leicht abtrennbar sein. Von dem zu gewinnenden. Fettmaterial soll sie mit der weiter unten angegebenen Ausnahme ebenfalls durch derartige Maßnahmen oder durch Verdampfen (wenn die Flüssigkeit ein Lösungsmittel für das Fettmaterial ist) abtrennbar sein.
  • Beispiele für Flüssigkeiten, die bei verschiedenen Rohmaterialien verwendet werden können., sind: Flüssige Kohlenwasserstoffe, wie Hexen oder andere Erdölfraktionen, halogenierte oder andere: substituierte fliissige Kohlenwasserstoffe, wie Trichloräthylen oder Tetrachlorkohlenstoff, flüssige Alkohole, wie niedrigmolekulare einwertige alipha,tische Alkohole oder flüssige Glykole einschließlich der flüssigen Polyalkylenglykole, flüssige Acetale, Ester, Äther, Furane, Ketone usw. ; sowie auch wäßrige oder andere Lösungen im wesentlichen neutraler Salze, wie Alkalichloride oder -sulfate oder Erdalkalichloride und wäßrige oder andere Lösungen anderer organischer oder anorganischer Materialien einschließlich schwacher Säuren.. Tannine. Alkohole, Äther, Dioxan usw. Diese Lösungen sollen derart sein, daß alles oder wenigstens ein Teil des Rückstandes des behandelten Fettmaterials darin wesentlich weniger löslich ist als Wasser. In manchen Fällen können gesättigte Lösungen, z. B. gesättigte wäßrige Lösungen anorganischer Salze verwendet werden. Die Lösungen können auch. ein Netzmittel enthalten, um das Ablösen des Fettmaterials von dein zurückbleibenden Material zu unterstützen. In manchen Fällen kann die Flüssigkeit das zu gewinnende Fettmaterial sein, sofern dieses flüssig ist und bei der angewendeten Temperatur eine Viskosität in dein in der Mühle verwendbaren Bereich besitzt. Das heißt, das flüssige Fettmaterial, wie z. B. Baumwollsamenöl, kann von dem zurückbleibenden Material durch Maßnahmen, wie Dekantieren, Zentrifugieren oder Filtrieren, abgetrennt werden und in relativ großen Mengen zur Mühle zurückgeführt werden, so daß ein Kreislauf stattfindet, wobei ein Teil des flüssigen Fettmaterials kontinuierlich aus dem Verfahren abgezogen wird, während ein anderer Teil kontinuierlich zur Mühle zurückgeführt. wird.
  • Das Volumen der in die Mühle eingeführten Flüssigkeit liegt in dem Bereich zwischen etwa dem Drei-und Dreißigfachen des Rohmaterials, das gleichzeitig in die Mühle eingebracht wird. Gewöhnlich wird zwischen dein Fünf- und Zehnfachen dieser Menge verwendet.
  • Die aus der Mühle kommende Mischung kann in ein flüssiges Material, in dem das Fettmaterial in Lösung oder in Suspension ist, und einen festen Rückstand getrennt werden. Diese Trennung kann durch Dekantieren, Zentrifugieren in einer Zentrifuge vom Korbtyp oder Filtrieren erfolgen. In den meisten Fällen ist eine Abtrennung durch Dekantieren oder Zentrifugieren wirksam, wenn eine geeignete Flüssigkeit ausgewählt wird, und der Rückstand kann ge waschen und getrocknet werden. Wenn das Fettmaterial in der Flüssigkeit unlöslich ist, so daß es darin suspendiert ist, so kann eine zweistufige Zentrifugalabtrennung angewendet werden. So kann für eine solche zweistufige Zentrifugalabtrennung in manchen Fällen z. B. eine gesättigte Natriumsulfatlösung, in der das Fettmaterial unlöslich und der Rückstand des behandelten Rohmaterials weniger löslich als in Wasser ist, verwendet werden. Der feste Rückstand wird bei der ersten Zentrifugalabscheidung bei niedriger Zentrifugalbeschleunigung von dem flüssigen Gemisch, das das Fettmaterial in Suspension enthält, abgetrennt. Dieser Rückstand kann gewaschen und getrocknet werden. Aus dem abgetrennten flüssigen Gemisch kann dann bei höherer Zentrifugalbeschleunigung das Fettmaterial abgetrennt werden.
  • `'Fenn das Fettmaterial in der Flüssigkeit löslich ist, z. B. wenn in der Mühle ein organisches Lösungsmittel für das Fettmaterial als Flüssigkeit verwendet wird, so können die letzten Spuren des Lösungsmittels von dem Rückstand durch übliche Maßnahmen, z. B. durch Abdampfen im Vakuum, entfernt werden, und das Lösungsmittel kann aus dem Fettmaterial z. B. durch Abdestillieren und anschließendes Durchleiten von Dampf im Vakuum gewonnen werden. Wenn die verwendete organische Flüssigkeit ein Lösungsmittel für das Fettmaterial ist, z. B. wenn Hexen oder Tetrachlorkohlenstoff zur Gewinnung eines pflanzlichen Öles verwendet werden sollen, so ist es möglich, das Fettmaterial vor dem Abdampfen des gesamten Lösungsmittels aus dem Öl zu raffinieren, wodurch der Verlust. an Öl während des Raffinierens beträchtlich verringert wird. Die Mischung aus Öl und Lösungsmittel wird zu diesem Zweck vorzugsweise nach dem Verdampfen eines Teiles des Lösungsmittels mit wäßrigem Alkali und, falls erwünscht, mit entfärbenden Adsorbentien behandelt.
  • Natürlich werden die erfindungsgemäßen Flüssigkeiten nur angewandt, wenn Wasser allein nicht zufriedenstellend ist. Verluste an diesen Flüssigkeiten werden, soweit wie möglich, verhindert, indem die abgetrennte Flüssigkeit zurückgeführt wird und indem bei Verwendung flüssiger Lösungsmittel in einem ge:-schlossenen System gearbeitet wird.
  • Zur Durchführung der Erfindung sei das folgende spezielle: Beispiel gegeben: In die Einlaßöffnung einer Hammermühle der oben beschriebenen Art wurden Palmkernnüsse zusammen mit annähernd dem Fünffachen ihres Volumens an Tetrachlorkohlenstoff eingebracht. Die Mühle war mit Gittern versehen, die 0.,4 mm weite Schlitze hatten, die die Abflußöffnung im unteren Teil des Gehäuses bedeckten. Die abgelassene Mischung aus einer Lösung von Palmkernöl in Tetrachlorkohlenstoff und zurückbleibenden festen Stoffen, wurde auf Grund des unterschiedlichen spezifischen Gewichts aufgetrennt und die festen Stoffe finit frischem Tetrachlorkohlenstoff gewaschen, die nach der Entfernung von mitgerissenem Lösungsmittel durch Dampf 0,51/o Öl enthielten. Die abgetrennte flüssige Fraktion wurde bei niedrigen Temperaturen am Vakuum zur Entfernung des Tetrachlorkohlenstoffs destilliert und ergab ein helles Öl von sehr hoher Qualität. Der Gehalt an zurückgebliebenem 01 in dem Mehl war etwa 1,1%. Bei diesem speziellen Beispiel wurde die :Mühle mit einer Umfangsgeschwindigkeit für die Hämmer von etwa 35m pro Sekunde bewegt, und die Palmkernnüsse wurden mit einer Geschwindigkeit von etwa 7,25 kg pro Stunde eingebracht. Unter ähnlichen Bedingungen, jedoch unter Verwendung von Trichloräthylen an Stelle von Tetrachlorkohlenstoff mit Palmkernnüssen, betrug der Gehalt des Mehls an verbleibendem Öl etwa 0,4%. Wenn dasselbe Material und dieselbe Flüssigkeit verwendet werden, jedoch mit Gitterschlitzen von 0.8 mm Weite, so beträgt der Gehalt des Mehls an restlichem Öl etwa 2,60/0.
  • Mit Palmkernnüssen, die durch die Hammermühle mit einer 50:50-Mischung aus Trichloräthy len und Palmkernöl beschickt wurden, und bei einer Weite der Gitterschlitze von 0,4 mm, erhielt man ein Mehl mit einem Gehalt an restlichem Öl von etwa 1%.
  • Wenn Isopropylalkohol als Flüssigkeit verwendet wurde und die Gitterschlitze 0,4 mm weit waren, betrug der Ölgehalt des Pa.lmkernmehls etwa 5,6%, und das Öl war dunkel gefärbt.
  • Bei Verwendung von Hexan als Flüssigkeit und mit Gitterschlitzweiten von 0,4 mm war der Gehalt des Palmkernmehls an restlichem 01 etwa 0,9%,.
  • Mit Dioxan als Flüssigkeit und mit Gitterschlitzen von 0,4 mm Weite war der Gehalt des Palmkernmehls an restlichem Öl etwa 1,4%. Das Öl ist in diesem Fall sehr dunkel gefärbt. .
  • Palmkernnüsse, welche mit Benzol durch die Mühle bei 0,4 mm weiten Gitterschlitzen geschickt werden, ergeben einen Gehalt an. restlichem Öl in dem Mehl von etwa 1%; Palmkerlnüsse ergeben bei 0,4 mm weiten Gitterschlitzen und einer Flüssigkeit, welche aus Petroläther vom Siedebereich. 40 bis 60° besteht, ein Mehl, das einen Gehalt an restlichem Öl von etwa 1,1% aufweist.
  • Bei allen vorhergehenden und nachfolgenden Beispielen waren die Bedingungen mit Ausnahme des verarbeiteten Materials der Flüssigkeit und der Weite der Gitterschlitze dieselben wie im ersten Beispiel.
  • Baumwollsamen ergaben mit Trichloräthylen und 0,4 mm weiten Gitterschlitzen ein Mehl, das einen Gehalt an restlichem Öl von etwa 0,8% aufwies. Dasselbe Material und dieselbe Flüssigkeit ergaben mit Gitterschlitzweiten von 0,8 mm ein Mehl mit einem Gehalt an restlichem Öl von etwa. 1,5%.
  • Baumwollsamen, unter Verwendung von Tetrachlorkohlensto-ff als Flüssigkeit ergaben mit 0,4 mm weiten Gitterschlitzen ein Mehl, das einen Gehalt an restlichem Öl von etwa 0,8"/o aufwies. Mit Tetrachlorkohlenstoff und 0,8 mm weiten Gitterschlitzen erhielt man ein Baumwollsamenmehl mit einem Gehalt an restlichem Öl von etwa 2,8"/o.
  • Wenn die Flüssigkeit Baumwollsamenöl allein war und die Weite der Gitterschlitze 0,4 mm betrug, war der Gehalt des sich ergebenden Baumwollsamenmehls an restlichem Öl etwa 3,6%. Das Mehl wurde anschließend mit Lösungsmittel gewaschen unter Erzielung verschiedener niedrigerer Ölgehalte.
  • Mit Isopropylalkohol und einer Gitterschlitzweite von 0,8 mm betrug der Gehalt des Baumwollsamenmehls an restlichem Öl etwa 3%. Bei diesem Beispiel war das erhaltene Baumwollsamenöl außerordentlich hell, selbst wenn man es mit der sehr günstigen hellen Farbe vergleicht, welche unter Verwendung von Tetrachlorkohlenstoff als Flüssigkeit erzielt wird.
  • Wenn das Verfahren bei Kopra mit Tetrachlorko'llenstoff unter Verwendung von Gitterschlitzweiten von 1,6 mm durchgeführt wird, so betrug der Gehalt des entstandenen Mehls an restlichem Öl etwa 0,9%. Dieselbe Flüssigkeit ergab mit 0,8 mm weiten Gitterschlitzen ein Mehl mit einem Gehalt an restlichem 0I von etwa 11/2%. Das bei Kopra mit Methyläther und Gitterscblitzweiten von 0,8 min durchgeführte Verfahren ergab ein Mehl mit einem Gehalt an restlichem Öl von 1,3%.
  • Mit Sojabohnen und Tetrachlorkohlenstof unter Verwendung von Gitterschlitzw citen von 0,4 mm betrug der Gehalt des Mehls an restlichem Öl etwa 0,8%.
  • Kakaobohnen ergaben mit Tetrachlorkohlenstoff als Flüssigkeit und 0,4 mm weiten Gitterschlitzen ein Mehl, das einen Gehalt an restlichem Öl von etwa 1,9°/o aufwies. Mit derselben Flüssigkeit und 0,8 mm weiten Gitterschlitzen betrug der Gehalt des Kakaobohnenmebls an restlichem Öl etwa -1,3%; beim Vergrößern der Gitterschlitzweite auf 1,6 mm und mit derselben Flüssigkeit stieg der Gehalt des Kakaobohnenmehls an restlichem Öl auf etwa. 7,1%. Es sei erwähnt. daß es unter gewissen Umständen wirtschaftlich erwünscht ist, in dem aus Kakaobohnen hergestellten Mehl einen beträchtlichen Prozentsatz 01 einzuschließen.
  • Die, Behandlung von Erdnüssen unter Verwendung von Trichloräthylen ergab bei einer Gitterschlitzweite von 0,4 mm ein Mehl mit einem Gehalt an zurückgebliebenem Öl von etwa 0,8%-. Das Öl war jedoch ziemlich dunkel, viel dunkler als das von der Behandlung von Erdnüssen mit Tetra.chlorkohlenstoff bei einer Gitterschlitzweite von 0,4 mm resultierende 01. Bei letzterem erhielt man ein Mehl mit einem Gehalt an zurückgebliebenem Öl von etwa. 0,711/o. Bei der Behandlung von Erdnüssen in Hexan unter Verwendung von 0,8 mm weiten Gitterschlitzen ergab sich ein Mehl mit einem Gehalt an zurückgebliebenem Öl von etwa. 2%. Die Behandlung von Erdnüssen mit -.\Iethyläther ergab ein Mehl mit einem Gehalt an Rückstandöl von etwa 1,3"/o.
  • Rizinussamen ergab mit Tetrachlorkohlenstoff als Flüssigkeit und 0,8 mm weiten Gitterschlitzen ein Mehl mit einem Gehalt an restlichem Öl von etwa 0,6%,.
  • Mit Leinsamen und Trichloräthylen unter ",'erwendung einer Gitterschlitzweite von etwa 0,4 mm betrug der Gehalt des Mehls an restlichem Öl etwa 4,9%.
  • Es sei erwähnt, da.ß Trichloräthylen bei allen Ansätzen mit den verschiedenen Materialien ein Öl ergab, das dunkler gefärbt war als dasjenige, das man bei Verwendung von Tetrachlorkohlenstoff oder einfachen Kohlenwasserstoffen gewinnt.

Claims (12)

  1. PATI?NTA\T3PrÜrIIE: 1. Verfahren zur Behandlung von fetthaltigem Rohmaterial, wobei das Rohmaterial kräftigen Stößen ausgesetzt wird und ein wesentlicher Teil des nach Entfernung des Fettes oder fettartigen Materials verbleibenden Rückstandes zumindest kolloidal in Wasser löslich ist, wenn Stücke davon in Gegenwart von Wasser den erwähnten Stößen unterworfen werden, dadurch gekennzeichnet, daß man Stücke des Rohmaterials, während sie von einer Flüssigkeit, die gleich dem Mehrfachen der Menge des Rohmaterials ist und in der wenigstens ein Teil des Rohmaterials beträchtlich weniger löslich ist als im Wasser, umgeben ist, den erwähnten kräftigen Stößen aussetzt, ohne diese Stücke oder einen wesentlichen Teil dieser Stücke bis zu Z--llgröße oder darunter zu zerkleinern, und daß man den aus diesen Stücken bestehenden Rückstand nach Entfernung des Fettmaterials von dem erhaltenen Gemisch abtrennt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das ausgelöste Fettmaterial von der Flüssigkeit abgetrennt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man solches Rohmaterial kräftigen Stößen unterwirft, während die Stücke von der Flüssigkeit umgeben sind, welches, wenn es diesen Stößen in Gegenwart von Wasser unterworfen wird, eine schwer trennbare Mischung bildet.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Fettmaterial flüssig ist und daß die die Rohmaterialstücke umgebende Flüssigkeit dieselbe ist wie das Fettmaterial.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit eine wäßrige Lösung eines Materials ist, in der der Rückstand des Rohmaterials nach der Entfernung des Fettmaterials wesentlich weniger löslich als in Wasser ist.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung eine wäßrige Lösung eines Alkalisalzes ist.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit eine organische Flüssigkeit ist, in der das Fettmaterial löslich ist und die Rückstände der Stücke 9m wesentlichen unlöslich sind. B.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die organische Flüssigkeit ein Kohlenwasserstoff ist.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die organische Flüssigkeit ein halogenierter Kohlenwasserstoff ist.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit eine organische Flüssigkeit ist, in der das Fettmaterial im wesentlichem unlöslich ist und die Rückstände der Stücke ebenfalls im wesentlichen unlöslich sind.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohmaterial ein pflanzlicher Same und das zu gewinnende Fettmaterial ein Triglyceridöl ist.
  12. 12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohmaterialstücke durch Durchleiten durch eine Hammermühle kräftigen Stößen unterworfen werden, während sie von der Flüssigkeit umgeben sind. In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschrift Nr. 2 473 453; deutsche Patentschrift Nr. 836 982.
DEB24716A 1952-12-02 1953-03-12 Verfahren zur Gewinnung von Fett oder fettaehnlichen Stoffen Pending DE1006560B (de)

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DE1130680B (de) * 1959-04-02 1962-05-30 C C D Processes Ltd Verfahren zur Herstellung von pulverfoermigen Lipoproteid-Komplexen aus pflanzlichenRohstoffen

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