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Verfahren zur Gewinnung von Fett oder fettähnlichen Stoffen Die Erfindung
betrifft ein Verfahren zur Behandlung organischer Materialien zur Gewinnung der
in den Zellen oder zellähnlichen Strukturen dieser Materialien enthaltenen Fette
oder fettähnlichen Materialien.
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In der deutschen Patentschrift 836 982 ist die Gewinnung von Fetten
aus Knochen beschrieben. Die diesem Patent zugrunde liegende Erfindung fußt auf
der Entdeckung, daß Knochen, die mit einer ausreichenden Menge Wasser schnell genug
durch eine Hammermühle geleitet werden, so weit zerkleinert werden, daß einerseits
alle Zellstrukturen zerstört werden, andererseits aber die einzelnen Stücke größer
sind als eine Zelle. Das ist dadurch zu erklären, daß über das Wasser von den Hämmern
der Mühle hydrodynamische Stöße auf die Knochen ausgeübt werden. Da die Zellstrukturen
zerstört werden, wird das in den Zellen befindliche Fett in Freiheit gesetzt. Da
die einzelnen Teile aber verhältnismäßig groß sind, entsteht eine Suspension von
Fett im Wasser, die, wenn überhaupt als eine Emulsion, dann als eine sehr instabile
anzusprechen ist. Daher sammelt sich im Abfluß der Hammermühle das Fett oben auf
dem Wasser, während der Rückstand sich am Boden absetzt, d. h., die Trennung erfolgt
nahezu automatisch allein auf Grund des Unterschiedes im spezifischen Gewicht. Das
Verfahren dieses Patents wird mit Leitungswasser durchgeführt.
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Weiterhin wurde gefunden, daß das Verfahren der erwähnten deutschen
Patentschrift 836 982 auch auf weiche tierische fetthaltige Materialien anwendbar
ist, sofern dafür gesorgt wird, daß die einzelnen Teile des Zellmaterials im Abfluß
der Hammermühle größer sind als einzelne Zellen, was wiederum durch einen schnellen
Durchtritt durch die Hammermühle erzielt werden kann. Das ist Gegenstand des deutschen
Patents 848 680.
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Trotzdem gab es noch eine Anzahl fetthaltiger Materialien, deren Aufarbeitung
große Schwierigkeiten bereitete. Beispielsweise entstand bei der Verwendung gewisser
Fische und pflanzlicher Rohmaterialien trotz aller Sorgfalt eine stabilere Emulsion
als in den obengenannten Fällen. Auch wenn die Emulsion nicht extrem stabil war,
so war sie doch so stabil, daß das Fett sich nur durch Abpressen oder Verdampfen
von der Flüssigkeit abtrennen ließ.
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Eine Möglichkeit, diese Schwierigkeit zu überwinden, besteht in Fällen,
bei denen die Emulsion von Fett in Wasser nicht zu stabil ist, darin, das Fett durch
zweimaliges Zentrifugieren von der Flüssigkeit abzutrennen., wobei in der ersten
Stufe bei Anwendung von relativ geringer Zentrifugalbeschleunigung die. feinen Feststoffteilchen
und in der zweiten Stufe bei relativ hoher Zentrifugalbeschteunigung das Fett von
der Flüssigkeit abgetrennt wird. Bei der Durchführung dieses Verfahrens muß jedoch
eine verhältnismäßig komplizierte Apparatur angewendet werden.
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Es wurde nun gefunden, da.ß sich die obigen Schwierigkeiten in vielen
Fällen dadurch überwinden lassen, da.ß man an Stelle von Wasser bestimmte andere
Flüssigkeiten verwendet, in denen einige der festen Materialien wesentlich weniger
löslich sind als in Wasser. Durch die Verwendung einer solchen Flüssigkeit wird
die Bildung einer echten oder kolloidalen Lösung von festem Material, die eine leichte
Abtrennung unmöglich machen würde, vermieden.
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Das Verfahren der vorliegenden Erfindung besteht also darin, daß man
Stücke des Rohmaterials, während sie von einer Flüssigkeit, die gleich dem Mehrfachen
der Menge des Rohmaterials ist, und in der wenigstens ein Teil des Rohmaterials
beträchtlich weniger löslich als in Wasser ist, umgeben ist, kräftigen Stößen aussetzt,
ohne diese Stücke oder einen wesentlichen Teil dieser Stücke bis zu Zellgröße oder
darunter zu zerkleinern, und daß man den aus diesen Stücken bestehenden Rückstand
nach Entfernung des Fettmaterials von dem erhaltenen Gemisch abtrennt.
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Bei Anwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung können außerdem
wertvolle wasserlösliche Bestandteile des Ausgangsmaterials gewonnen werden, die-
bei Anwendung des Verfahrens der erwähnten deutschen Patentschrift 836982
mit dem Wasser der Emulsion verworfen werden.
Wesentlich für den
Erfolg des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß die Menge an anwesender Flüssigkeit
ein Mehrfaches der Menge an festem Material beträgt. Wenn zu wenig Flüssigkeit verwendet
wird, so entsteht als Abfluß eine Pulpe oder eine feine Paste, in der die einzelnen
Teilchen kleiner als Zellen sind und in der das Fett so fest mit der Flüssigkeit
verbunden ist, daß es nur durch Anwendung energischer Maßnahmen wie Verdampfen usw.
abgetrennt werden kann.
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In manchen Fällen kann die Flüssigkeit durch das aus dem Rohmaterial
entfernte Fettmaterial gebildet werden, wenn das Fettmaterial bei gewöhnlicher Temperatur
flüssig ist.
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Die Flüssigkeit kann eine nicht wäßrige organische Flüssigkeit sein,
die mit Wasser mischbar oder nicht mischbar ist, oder eine Mischung von Wasser mit
einer mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeit oder eine Lösung eines wasserlöslichen
organischen oder anorganischen festen Materials in Wasser oder einer anderen Flüssigkeit.
Durch die Verwendung von Flüssigkeiten, wie z. B. wäßrigen Lösungen von Salzen,
in denen wasserlösliche Proteine weniger löslich als in Wasser sind, ist es möglich,
die Verluste an derartigen Proteinen bei der Gewinnung von tierischen Fetten aus
Knochen oder tierischen Weichfettprodukten oder aus gewissen Fischen oder Fischlebern
zu verringern.
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Im allgemeinen wird eine Flüssigkeit verwendet, in der das gesamte
oder wenigstens ein Teil des zurückbleibenden Materials im wesentlichen unlöslich
ist und bei der keine schwer trennbaren Emulsionen, in denen das Fett als disperse
Phase auftritt, gebildet werden. In jedem Fall wird die Flüssigkeit so ausgewählt.,
daß das Fettmaterial und das zurückbleibende Material leicht von dem erhaltenen
Gemisch abgetrennt und gewonnen werden können.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders vorteilhaft zur Gewinnung
von Öl aus ölhaltigen Samen, wie Sojabohnen, Baumwollsamen, Erdnüssen, Palmkerun.üssen
und anderen ähnlichen Samen oder Nüssen. Bei bekannten Verfahren zur Gewinnung von
Öl aus derartigen Samen oder Nüssen mußten diese enthülst, gemahlen, gekocht und
unter Anwendung von Druckwalzen in Flocken übergeführt ,-erden, bevor das Öl aus
dem erhaltenen Mehl durch mechanisches Pressen, z. B. hydraulisches Pressen, oder
Schleudern oder durch Lösungsmittelextraktion gewonnen werde konnte. Selbst bei
derart umfangreichen Vorbereitungen bleibt bei den Lösungsmitte:lextraktionsverfahren
ein beträchtlicher Teil des Öls selbst nach wiederholten Behandlungen. mit dem Lösungsmittel
in dem Mehl zurück, da in nicht zerstörten Zellen Öl eingeschlossen. bleibt, und
auch bei mechanischen Abpressen verbleibt eine größere Menge Öl in dein Mehl.
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Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung ist ein vorheriges Mahlen
oder Kochen nicht notwendig. In den meisten Fällen ist auch das vorherige Enthülsen
überflüssig, kann jedoch in manchen Fällen vorteilhaft sein, wenn es leicht und
ohne wesentlichen Verlust an ölhaltigem Material durchgeführt werden kann, da die
Menge an festem Rückstand und damit auch die Menge an 01, die durch Mitreißen.
mit diesem Rückstand verlorengeht, vermindert wird.
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Bei dem vorliegenden Verfahren wird das Öl aus den Ölzellen durch
die Behandlung mit kräftigen Stößen in Gegenwart einer Flüssigkeit herausgelöst.
Wenn das Öl in der verwendeten Flüssigkeit unlöslich ist, so kann. es von der Flüssigkeit
und dem festen Rückstand auf Grund des unterschiedlichen spezifischen Gewichtes
abgetrennt werden. Wenn das Öl in der Flüssigkeit löslich ist, so kann die entstandene
Lösung von dem Rückstand auf Grund des unterschiedlichen spezifischen Gewichts oder
in manchen Fällen durch Filtrieren abgetrennt werden. Wenn eine Flüssigkeit verwendet
wird, in der das Öl löslich ist, so wird das vorliegende Verfahren zu einem vereinfachten
und äußerst wirksamen Lösungsmittelextraktionsverfahren.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht auf die Gewinnung von echten
Fetten, d. h. flüssigen oder festen Triglyceriden von Fettsäuren, beschränkt, sondern
es ist auch auf die Gewinnung von fettähnlichen Materialien aus zellularen Rohmaterialien,
die diese enthalten, anwendbar, wie beispielsweise auf die Gewinnung von tierischen
oder pflanzlichen Wachsen einschließlich Carnauba- oder Candelillawachs oder Sterinen
oder deren Verbindungen, wie Steringlykosiden oder Sterinestern, die ähnliche physikalische
und Löslichkeitseigenschaften wie echte Fette besitzen.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden Stücke
eines Rohmaterials, das Fettmaterial in Zellen- oder zellähnlichen Strukturen enthält,
in die Einlaßöffnungmeiner Hammermühle eingebracht, bei der eine Vielzahl von Hämmern
auf der Peripherie eines schnell rotierenden Rotors angeordnet ist. Der Rotor ist
von einem Gehäuse umgeben, dessen unterer Teil mit einem mit Öffnungen versehenen
Gitter abgeschlossen ist, die vorzugsweise die Form von Schlitzen besitzen, von
solcher Größe, daß sie den Durchtritt der Rohmaterialstücke verhindern, bis diese
Stücke in der Mühle weiter, jedoch nicht bis zu Partikeln von der Größe von Zellen
oder darunter, zerkleinert: worden sind. Die Rohma,terialstücke können einzelne
Fett enthaltende Samen oder Teile davon sein, oder es können ganze oder gebrochene
oder zerschnittene Stücke vom Fruchtfleisch größerer Samen oder Stücke von anderen
Fettmaterialien enthaltenden Rohmaterialien sein, wie Blätter oder andere Teile
gewisser Pflanzen, die Pflanzenwachs in Zellen ()der zellähnlichen Gefügen enthalten.
Die Rohmaterialstücke werden nach dem Einbringen in die Mühle in den Weg der Hämmer
gelenkt und kräftigen Stößen unterworfen, während sie in einer Flüssigkeit frei
suspendiert oder von einer solchen umgeben sind, die gleichzeitig in die Mühle eingebracht
wird, ohne daß die Rohmaterialstücke zwischen die Hämmer und die Flächen des Gehäuses
gestampft oder gestoßen. werden. Diese Stöße können ganz oder teilweise durch die
angewandte Flüssigkeit auf die Stücke übertragen werden.
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Die Umfangsgeschwindigkeit der Hämmer liegt im allgemeinen zwischen
12,5 und 150m pro Sekunde. Durch die kräftigen Stöße, denen die Rohmaterialstücke
dabei unterworfen werden, und die hohe Relativgeschwindigkeit, welche zwischen den
Rohmaterialstücken und der Flüssigkeit erzeugt wird, werden die das Fettmaterial
enthaltenden Zellen des Rohmaterials zerrissen, wodurch das Fettmaterial in Freiheit
gesetzt wird, so daß es von dem Rest der Stücke abgelöst werden kann.
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Die verwendete Flüssigkeit variiert mit dem zu behandelnden Rohmaterial.
Im allgemeinen soll die Flüssigkeit gegenüber dem Rohmaterial inert sein, d. h.,
sie soll keinerlei nachteilige chemische Umsetzungen mit irgendeinem der Bestandteile
des Rohmaterials eingehen und soll kein Lösungsmittel für irgendeinen wesentlichen
Teil des Rückstandes nach der En.tfernung
des Fettmaterials darstellen.
Gegebenenfalls kann die Flüssigkeit ein Lösungsmittel für das zu gewinnende Fettmaterial
darstellen, d. h., sie soll bei der in der Mühle herrschenden Temperatur, die im
allgemeinen in dem Bereich der üblichen atmosphärischen Temperaturen, d. h. zwischen
0 und -I- 38° liegt, nicht erstarren oder sieden. Die Flüssigkeit soll eine Viskosität
in dem Bereich von etwa einem Viertel derjenigen von Wasser bis zum Vierfachen derjenigen
von Wasser, in Centipoise ausgedrückt, besitzen und soll vorzugsweise eine. Viskosität
in dem Bereich von der Hälfte derjenigen von Wasser bis zum Doppelten derjenigen
von Wasser haben. Die Flüssigkeit soll ferner von dem Rückstand durch Maßnahmen,
wie Dekantieren, Zentrifuga.labtrennung oder Filtrieren leicht abtrennbar sein.
Von dem zu gewinnenden. Fettmaterial soll sie mit der weiter unten angegebenen Ausnahme
ebenfalls durch derartige Maßnahmen oder durch Verdampfen (wenn die Flüssigkeit
ein Lösungsmittel für das Fettmaterial ist) abtrennbar sein.
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Beispiele für Flüssigkeiten, die bei verschiedenen Rohmaterialien
verwendet werden können., sind: Flüssige Kohlenwasserstoffe, wie Hexen oder andere
Erdölfraktionen, halogenierte oder andere: substituierte fliissige Kohlenwasserstoffe,
wie Trichloräthylen oder Tetrachlorkohlenstoff, flüssige Alkohole, wie niedrigmolekulare
einwertige alipha,tische Alkohole oder flüssige Glykole einschließlich der flüssigen
Polyalkylenglykole, flüssige Acetale, Ester, Äther, Furane, Ketone usw. ; sowie
auch wäßrige oder andere Lösungen im wesentlichen neutraler Salze, wie Alkalichloride
oder -sulfate oder Erdalkalichloride und wäßrige oder andere Lösungen anderer organischer
oder anorganischer Materialien einschließlich schwacher Säuren.. Tannine. Alkohole,
Äther, Dioxan usw. Diese Lösungen sollen derart sein, daß alles oder wenigstens
ein Teil des Rückstandes des behandelten Fettmaterials darin wesentlich weniger
löslich ist als Wasser. In manchen Fällen können gesättigte Lösungen, z. B. gesättigte
wäßrige Lösungen anorganischer Salze verwendet werden. Die Lösungen können auch.
ein Netzmittel enthalten, um das Ablösen des Fettmaterials von dein zurückbleibenden
Material zu unterstützen. In manchen Fällen kann die Flüssigkeit das zu gewinnende
Fettmaterial sein, sofern dieses flüssig ist und bei der angewendeten Temperatur
eine Viskosität in dein in der Mühle verwendbaren Bereich besitzt. Das heißt, das
flüssige Fettmaterial, wie z. B. Baumwollsamenöl, kann von dem zurückbleibenden
Material durch Maßnahmen, wie Dekantieren, Zentrifugieren oder Filtrieren, abgetrennt
werden und in relativ großen Mengen zur Mühle zurückgeführt werden, so daß ein Kreislauf
stattfindet, wobei ein Teil des flüssigen Fettmaterials kontinuierlich aus dem Verfahren
abgezogen wird, während ein anderer Teil kontinuierlich zur Mühle zurückgeführt.
wird.
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Das Volumen der in die Mühle eingeführten Flüssigkeit liegt in dem
Bereich zwischen etwa dem Drei-und Dreißigfachen des Rohmaterials, das gleichzeitig
in die Mühle eingebracht wird. Gewöhnlich wird zwischen dein Fünf- und Zehnfachen
dieser Menge verwendet.
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Die aus der Mühle kommende Mischung kann in ein flüssiges Material,
in dem das Fettmaterial in Lösung oder in Suspension ist, und einen festen Rückstand
getrennt werden. Diese Trennung kann durch Dekantieren, Zentrifugieren in einer
Zentrifuge vom Korbtyp oder Filtrieren erfolgen. In den meisten Fällen ist eine
Abtrennung durch Dekantieren oder Zentrifugieren wirksam, wenn eine geeignete Flüssigkeit
ausgewählt wird, und der Rückstand kann ge waschen und getrocknet werden. Wenn das
Fettmaterial in der Flüssigkeit unlöslich ist, so daß es darin suspendiert ist,
so kann eine zweistufige Zentrifugalabtrennung angewendet werden. So kann für eine
solche zweistufige Zentrifugalabtrennung in manchen Fällen z. B. eine gesättigte
Natriumsulfatlösung, in der das Fettmaterial unlöslich und der Rückstand des behandelten
Rohmaterials weniger löslich als in Wasser ist, verwendet werden. Der feste Rückstand
wird bei der ersten Zentrifugalabscheidung bei niedriger Zentrifugalbeschleunigung
von dem flüssigen Gemisch, das das Fettmaterial in Suspension enthält, abgetrennt.
Dieser Rückstand kann gewaschen und getrocknet werden. Aus dem abgetrennten flüssigen
Gemisch kann dann bei höherer Zentrifugalbeschleunigung das Fettmaterial abgetrennt
werden.
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`'Fenn das Fettmaterial in der Flüssigkeit löslich ist, z. B. wenn
in der Mühle ein organisches Lösungsmittel für das Fettmaterial als Flüssigkeit
verwendet wird, so können die letzten Spuren des Lösungsmittels von dem Rückstand
durch übliche Maßnahmen, z. B. durch Abdampfen im Vakuum, entfernt werden, und das
Lösungsmittel kann aus dem Fettmaterial z. B. durch Abdestillieren und anschließendes
Durchleiten von Dampf im Vakuum gewonnen werden. Wenn die verwendete organische
Flüssigkeit ein Lösungsmittel für das Fettmaterial ist, z. B. wenn Hexen oder Tetrachlorkohlenstoff
zur Gewinnung eines pflanzlichen Öles verwendet werden sollen, so ist es möglich,
das Fettmaterial vor dem Abdampfen des gesamten Lösungsmittels aus dem Öl zu raffinieren,
wodurch der Verlust. an Öl während des Raffinierens beträchtlich verringert wird.
Die Mischung aus Öl und Lösungsmittel wird zu diesem Zweck vorzugsweise nach dem
Verdampfen eines Teiles des Lösungsmittels mit wäßrigem Alkali und, falls erwünscht,
mit entfärbenden Adsorbentien behandelt.
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Natürlich werden die erfindungsgemäßen Flüssigkeiten nur angewandt,
wenn Wasser allein nicht zufriedenstellend ist. Verluste an diesen Flüssigkeiten
werden, soweit wie möglich, verhindert, indem die abgetrennte Flüssigkeit zurückgeführt
wird und indem bei Verwendung flüssiger Lösungsmittel in einem ge:-schlossenen System
gearbeitet wird.
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Zur Durchführung der Erfindung sei das folgende spezielle: Beispiel
gegeben: In die Einlaßöffnung einer Hammermühle der oben beschriebenen Art wurden
Palmkernnüsse zusammen mit annähernd dem Fünffachen ihres Volumens an Tetrachlorkohlenstoff
eingebracht. Die Mühle war mit Gittern versehen, die 0.,4 mm weite Schlitze hatten,
die die Abflußöffnung im unteren Teil des Gehäuses bedeckten. Die abgelassene Mischung
aus einer Lösung von Palmkernöl in Tetrachlorkohlenstoff und zurückbleibenden festen
Stoffen, wurde auf Grund des unterschiedlichen spezifischen Gewichts aufgetrennt
und die festen Stoffe finit frischem Tetrachlorkohlenstoff gewaschen, die nach der
Entfernung von mitgerissenem Lösungsmittel durch Dampf 0,51/o Öl enthielten. Die
abgetrennte flüssige Fraktion wurde bei niedrigen Temperaturen am Vakuum zur Entfernung
des Tetrachlorkohlenstoffs destilliert und ergab ein helles Öl von sehr hoher Qualität.
Der Gehalt an zurückgebliebenem 01 in dem Mehl war etwa 1,1%. Bei diesem speziellen
Beispiel wurde die :Mühle mit einer Umfangsgeschwindigkeit für die Hämmer von etwa
35m pro Sekunde bewegt, und die Palmkernnüsse wurden mit einer Geschwindigkeit von
etwa 7,25 kg pro Stunde eingebracht.
Unter ähnlichen Bedingungen,
jedoch unter Verwendung von Trichloräthylen an Stelle von Tetrachlorkohlenstoff
mit Palmkernnüssen, betrug der Gehalt des Mehls an verbleibendem Öl etwa 0,4%. Wenn
dasselbe Material und dieselbe Flüssigkeit verwendet werden, jedoch mit Gitterschlitzen
von 0.8 mm Weite, so beträgt der Gehalt des Mehls an restlichem Öl etwa 2,60/0.
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Mit Palmkernnüssen, die durch die Hammermühle mit einer 50:50-Mischung
aus Trichloräthy len und Palmkernöl beschickt wurden, und bei einer Weite der Gitterschlitze
von 0,4 mm, erhielt man ein Mehl mit einem Gehalt an restlichem Öl von etwa 1%.
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Wenn Isopropylalkohol als Flüssigkeit verwendet wurde und die Gitterschlitze
0,4 mm weit waren, betrug der Ölgehalt des Pa.lmkernmehls etwa 5,6%, und das Öl
war dunkel gefärbt.
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Bei Verwendung von Hexan als Flüssigkeit und mit Gitterschlitzweiten
von 0,4 mm war der Gehalt des Palmkernmehls an restlichem 01 etwa 0,9%,.
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Mit Dioxan als Flüssigkeit und mit Gitterschlitzen von 0,4 mm Weite
war der Gehalt des Palmkernmehls an restlichem Öl etwa 1,4%. Das Öl ist in diesem
Fall sehr dunkel gefärbt. .
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Palmkernnüsse, welche mit Benzol durch die Mühle bei 0,4 mm weiten
Gitterschlitzen geschickt werden, ergeben einen Gehalt an. restlichem Öl in dem
Mehl von etwa 1%; Palmkerlnüsse ergeben bei 0,4 mm weiten Gitterschlitzen und einer
Flüssigkeit, welche aus Petroläther vom Siedebereich. 40 bis 60° besteht, ein Mehl,
das einen Gehalt an restlichem Öl von etwa 1,1% aufweist.
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Bei allen vorhergehenden und nachfolgenden Beispielen waren die Bedingungen
mit Ausnahme des verarbeiteten Materials der Flüssigkeit und der Weite der Gitterschlitze
dieselben wie im ersten Beispiel.
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Baumwollsamen ergaben mit Trichloräthylen und 0,4 mm weiten Gitterschlitzen
ein Mehl, das einen Gehalt an restlichem Öl von etwa 0,8% aufwies. Dasselbe Material
und dieselbe Flüssigkeit ergaben mit Gitterschlitzweiten von 0,8 mm ein Mehl mit
einem Gehalt an restlichem Öl von etwa. 1,5%.
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Baumwollsamen, unter Verwendung von Tetrachlorkohlensto-ff als Flüssigkeit
ergaben mit 0,4 mm weiten Gitterschlitzen ein Mehl, das einen Gehalt an restlichem
Öl von etwa 0,8"/o aufwies. Mit Tetrachlorkohlenstoff und 0,8 mm weiten Gitterschlitzen
erhielt man ein Baumwollsamenmehl mit einem Gehalt an restlichem Öl von etwa 2,8"/o.
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Wenn die Flüssigkeit Baumwollsamenöl allein war und die Weite der
Gitterschlitze 0,4 mm betrug, war der Gehalt des sich ergebenden Baumwollsamenmehls
an restlichem Öl etwa 3,6%. Das Mehl wurde anschließend mit Lösungsmittel gewaschen
unter Erzielung verschiedener niedrigerer Ölgehalte.
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Mit Isopropylalkohol und einer Gitterschlitzweite von 0,8 mm betrug
der Gehalt des Baumwollsamenmehls an restlichem Öl etwa 3%. Bei diesem Beispiel
war das erhaltene Baumwollsamenöl außerordentlich hell, selbst wenn man es mit der
sehr günstigen hellen Farbe vergleicht, welche unter Verwendung von Tetrachlorkohlenstoff
als Flüssigkeit erzielt wird.
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Wenn das Verfahren bei Kopra mit Tetrachlorko'llenstoff unter Verwendung
von Gitterschlitzweiten von 1,6 mm durchgeführt wird, so betrug der Gehalt des entstandenen
Mehls an restlichem Öl etwa 0,9%. Dieselbe Flüssigkeit ergab mit 0,8 mm weiten Gitterschlitzen
ein Mehl mit einem Gehalt an restlichem 0I von etwa 11/2%. Das bei Kopra mit Methyläther
und Gitterscblitzweiten von 0,8 min durchgeführte Verfahren ergab ein Mehl mit einem
Gehalt an restlichem Öl von 1,3%.
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Mit Sojabohnen und Tetrachlorkohlenstof unter Verwendung von Gitterschlitzw
citen von 0,4 mm betrug der Gehalt des Mehls an restlichem Öl etwa 0,8%.
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Kakaobohnen ergaben mit Tetrachlorkohlenstoff als Flüssigkeit und
0,4 mm weiten Gitterschlitzen ein Mehl, das einen Gehalt an restlichem
Öl von etwa 1,9°/o aufwies. Mit derselben Flüssigkeit und 0,8 mm weiten Gitterschlitzen
betrug der Gehalt des Kakaobohnenmebls an restlichem Öl etwa -1,3%; beim Vergrößern
der Gitterschlitzweite auf 1,6 mm und mit derselben Flüssigkeit stieg der Gehalt
des Kakaobohnenmehls an restlichem Öl auf etwa. 7,1%. Es sei erwähnt. daß es unter
gewissen Umständen wirtschaftlich erwünscht ist, in dem aus Kakaobohnen hergestellten
Mehl einen beträchtlichen Prozentsatz 01 einzuschließen.
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Die, Behandlung von Erdnüssen unter Verwendung von Trichloräthylen
ergab bei einer Gitterschlitzweite von 0,4 mm ein Mehl mit einem Gehalt an zurückgebliebenem
Öl von etwa 0,8%-. Das Öl war jedoch ziemlich dunkel, viel dunkler als das von der
Behandlung von Erdnüssen mit Tetra.chlorkohlenstoff bei einer Gitterschlitzweite
von 0,4 mm resultierende 01.
Bei letzterem erhielt man ein Mehl mit einem
Gehalt an zurückgebliebenem Öl von etwa. 0,711/o. Bei der Behandlung von Erdnüssen
in Hexan unter Verwendung von 0,8 mm weiten Gitterschlitzen ergab sich ein Mehl
mit einem Gehalt an zurückgebliebenem Öl von etwa. 2%. Die Behandlung von Erdnüssen
mit -.\Iethyläther ergab ein Mehl mit einem Gehalt an Rückstandöl von etwa 1,3"/o.
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Rizinussamen ergab mit Tetrachlorkohlenstoff als Flüssigkeit und 0,8
mm weiten Gitterschlitzen ein Mehl mit einem Gehalt an restlichem Öl von etwa 0,6%,.
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Mit Leinsamen und Trichloräthylen unter ",'erwendung einer Gitterschlitzweite
von etwa 0,4 mm betrug der Gehalt des Mehls an restlichem Öl etwa 4,9%.
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Es sei erwähnt, da.ß Trichloräthylen bei allen Ansätzen mit den verschiedenen
Materialien ein Öl ergab, das dunkler gefärbt war als dasjenige, das man bei Verwendung
von Tetrachlorkohlenstoff oder einfachen Kohlenwasserstoffen gewinnt.