DE1008557B - Bassmechanik fuer Handharmoniken - Google Patents

Bassmechanik fuer Handharmoniken

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DE1008557B
DE1008557B DESCH15170A DESC015170A DE1008557B DE 1008557 B DE1008557 B DE 1008557B DE SCH15170 A DESCH15170 A DE SCH15170A DE SC015170 A DESC015170 A DE SC015170A DE 1008557 B DE1008557 B DE 1008557B
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Fritz Schreiber
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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10DSTRINGED MUSICAL INSTRUMENTS; WIND MUSICAL INSTRUMENTS; ACCORDIONS OR CONCERTINAS; PERCUSSION MUSICAL INSTRUMENTS; AEOLIAN HARPS; SINGING-FLAME MUSICAL INSTRUMENTS; MUSICAL INSTRUMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G10D11/00Accordions, concertinas or the like; Keyboards therefor
    • G10D11/02Actions

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Acoustics & Sound (AREA)
  • Multimedia (AREA)
  • Stringed Musical Instruments (AREA)

Description

  • Baßmechanik für Handharmoniken Die Erfindung geht aus von einer Baßmechanik für Handharmoniken, bei der mit Stiften versehene Übertragungswellen auf Koppelungs- und, bei entsprechender Umschaltung, auch auf Einzeltonschieber wirken, durch welche die Tonklappen geöffnet werden. Ziel der Erfindung ist es, eine Baßmechanik für Handharmoniken zu schaffen, mittels welcher eine solche in der Art des bekannten Akkordeons für mehrere Spielarten auf der Baßseite und unter Anwendung völlig verschiedenartiger Griffsysteme als Mehrzweckinstrument auswertbar wird.
  • Bekannt und gebräuchlich sind bisher Baßmechaniken für den ausschließlichen Zweck, eine Grifftechnik nach einer bestimmten und nicht weiter umwandelbaren Spielgriffweise auf die Tonklappen zu übertragen, wie das allgemein beim Akkordeon bekannt ist. Dabei ist der Zweck darauf gerichtet, mittels Betätigung einer einzigen Taste mehrere Töne gleichzeitig zu einem fertigen Akkordklang zu verkoppeln. Nach diesem Charakteristikum trägt das Instrument auch seinen Namen als Akkordeon und wird die Mechanik allgemein als Koppelungsmechanik bezeichnet.
  • Die vorliegende Erfindung hat ein ganz neuartiges Zweck- und Funktionsprinzip zur Grundlage: nämlich darauf gerichtet, das bei allen Akkordeons gleichartig vorhandene Tonmaterial unverändert in seinem Bestand! zu viel weitgehenderer musikalischer Auswertbarkeit nutzbar zu machen, als dies bisher möglich war; nämlich nicht nur gekoppelte Akkordklänge in unveränderlicher Art zu bewirken, sondern darüber hinaus die starre Koppelung auch auflösbar und den gesamten Tonbereich als Einzeltöne spielbar zu machen; und zwar dies nicht nur behelfsmäßig in willkürl,ich entstehender und daher grifftechnisch und musikalisch unbrauchbarer Folge, sondern nach jeder beliebigen, aber in sich völlig systematischen Griffordnung und unter völlig unveränderter Beibehaltung der Akkordeon-Baßtastatur.
  • Dies wird erreicht durch die nachstehend beschriebene Kombinationsmechanik, welche umschaltbar ist. Sie vereinigt also eine Funktionsfähigkeit für zwei grundverschiedene Griff- und Spielprinzipien in sich, auf welche nach Wunsch und Belieben umgeschaltet werden kann.
  • Soweit Versuche im ähnlichen Zwecksinne unternommen und bekannt wurden, blieben solche ausschließlich auf eine Gewinnung außerhalb jeder brauchbaren Griffsystematik liegender Behelfseinzeltöne beschränkt, wozu außer den normalen noch zusätzliche Tastenreihen angeordnet wurden, deren Anwendung sich sowohl grifftechnisch wie musikalisch als unmöglich erwies. Die Unbrauchbarkeit solcher und ähnlicher Lösungsversuche war von vornherein bestimmt durch. die Halbheit des angestrebten Zieles, Akkorde nur in sich willkürlich ergebende Tonbestandteile aufzulösen, ohne die systematische Folge derselben nur anzustreben, geschweige denn zu einem grifftechnisch möglichen und sinnvollen System durchzuführen. Die Unmöglichkeit einer brauchbaren Lösung ist durch die beim Normalakkordeon vorliegende C)uintenschritt-Tcnfolge auf der Baßseite bedingt, deren Umwandlung in die natürliche Ganztonfolge bisher weder angestrebt wurde noch durch die unternommenen Versuche erreicht werden konnte. Soweit überhaupt bekanntgeworden, unterscheidet sich die vorliegende Erfindung grundsätzlich von allem Bisherigen sowohl in der Zielsetzung wie in der Durchführung.
  • Die, Hauptbestandteile jeder Baßmechanik bilden bekanntlich die Übertragungswellen, verschiedentlich auch als Walzen bezeichnet, welche die Aufgabe haben, den. Tastendruck auf eine oder mehrere Tonklappen zu übertragen, welche an ganz anderer Stelle placiert liegen als die: Tasten.
  • Die: Wellen sind mit Stiften besetzt, mittels welcher die- waagerecht laufenden Schieber bewegt werden, die ihrerseits auf die hinter ihren Winkelendnasen stehenden Klappenhebel drücken und somit die Tonklappen öffnen.
  • Gegenüber bisher 24 solcher Wellen kommen bei der vorliegenden Komb-inationstechniik deren 48 Stück zur Verwendung, welche in zwei Lagen von je 24 Stück übereinander angeordnet sind. Die untere Gruppe bewirkt das Zustandekommen sämtlicher Grundbässe in mehroktaviger Mehrtönigkeit, während durch die obere Gruppe die Bildung sämtlicher Akkorde und deren Zerlegung in Einzeltöne bewirkt wird. Um dies zu ermöglichen, bedarf es einer neuartigen Ausbildung der Klappenhebel, welche eine Umschaltbarkeit durchführen lassen. Hierzu können die Klappenhehel nicht, wie bisher üblich, von den ihnen zugehörigen Schiebern direkt bewegt werden, sondern es kommt jeweils ein Zwillingshebelpaar zur Anwendung, von denen der eine, auf gemeinsamer Achse gelagert, jedoch darauf auch seitlich verschiebbar ist, während der andere, als unmittelbar mit der Klappe verbunden, unverrückbar bleibt. Gleich=zeitig sind beide mittels eines Stiftes, der in eine Lochpassung des Zwillingshebels eingreift, miteinander gekoppelt, so, daß der verschiebbare den feststehenden im Drehsinn der gemeinsamen Achse mitbewegt. In der weiteren Beschreibung wird dez feststehende als Standhebel und der andere, als Verschiebehebel bezeichnet.
  • Die zweite Voraussetzung zur Umschaltbarkeit im Sinne vorliegender Erfindung liegt in der ebenfalls andersartigen als bisherigen Anordnung der Schieber. jeweils zwei solcher, in Führungsschlitzen des Mechanikenrahmens 7 bis 8 mm nebeneinanderliegend,wirken auf ein und denselben Verschiebehebel, welcher, wie bereits ausgeführt, in Angriffsstellung vor die Endwinkel des eineu oder anderen Schiebers seitlich verschoben wird.
  • Die gleichbleibende Lage der Schieber ist so getroffen, daß alle nach, rechts abgewinkelten das Akkordkoppelungssystem erfassen, während alle nach links abgewinkelten die Auflösung desselben bewirken und die Einzeltenübertragung jedes beliebigen Griffsystems ermöglichen. je nach der Art eines solchen erhalten die Einzelbaßschieber ihre Angriffsnasen zu den Wellenstiften an der erforderlichen Stelle, um jeden beliebigen Einzelton von der Taste her auf die betreffende Tonklappe zu übertragen.
  • Durch diese: beiden Konstruktionsvoraussetzungen ist das Problem derUmschaltbarkeit der Baßmechanik, und zwar unabhängig von der Anordnung des Stimmenmateria.ls wie auch der Grifftastatur, vollkommen gelöst. Ein weiteres Merkmal, wodurch sich dies --\lechanikenprinzip von allen bisherigen unterscheidet, liegt darin, daß hierbei eine neuartige und .Iitnehmerstifte sparende Gruppierung der Übertragungsschieber durchführbar wird, ohne andere, Komplizierungen durch besondere Kröpfung der Wellenstifte in Kauf nehmen zu müssen. Entgegen der bisherigen Anordnung, wonach Dur- und Septimenakkordschieber im gleichen Führungsschlitz übereinandergelegt werden müssen, werden nach vorliegender Konstruktion sämtlichen Durakkorden die gleichnamigen Mollakkorde, und den Septimen die verminderten Septimenakkordschieber zugeordnet. Daraus ergeben sich zwei wichtige Vorteile, indem erstens keine sich gegenseitig behindernde Englage von Wellen- und Mitneh.merstiften auftreten kann und zweitens eine gleichbleibend gerade Gestaltung sämtlicher Tastenschieber erreicht wird, ohne deswegen die Wellenstifte entsprechend herankröpfen zu müssen. Die Tastenschieber verlaufen infolgedessen fluchtgerade zur Taste und können zusammen. ein Ganzes bilden, ohne sie durch eine wackelige Drahtverbindung koppeln zu müssen, wodurch zudem toter Gang und besondere Richtarbeit entsteht.
  • Ausgehend von der Mensur des Stimmenmaterials und damit der Stimmstöcke, sind. alle Teilungsverhältnisse aufeinander abgestimmt. Der dementsprechenden Teilung der Resonanzbodenbohrungen ist der Teilungsabstand der Klappenhebel angepaßt und wiederum davon abhängig die Teilung der Führungsschlitze des Rahmens, in denen die Schieber laufen. Entsprechend einer griffgerechten Normalteilung von 16-mm-Tastenabstand ergibt sich für die Schieber ein solcher von 8 mm und paßt nach der vorbeschriebenen Gruppierung genau zu derselben in der Baßgriffplatte für die Tasten, welche ja in Reihen, auf Lücke versetzt, untereinanderstehen. Eine weitere Verbesserung .gegenüber dem bisherigen Stand bilden die aus Leichtmetall bestehenden Übertragungswellen, deren Stifte auf Nietabsatz abgedreht sind. Somit zwischen Absatz und Kopf absolut unverrückbar eingenietet, ist jede Lockerung, Verdrehung oder Herausfallen ausgeschlossen, wie das häufig bei den üblich nur eingedrückten oder einseitig gelöteten Stiften in Eisen- oder Messingwellen auftritt. Außerdem aber wird das Gesamtgewicht aller 48 N@Teillen noch erheblich niedriger als dasselbe von nur 24 solcher aus Eisen oder Messing.
  • Schließlich ist bei vorliegender Mechanik auch Bedacht genommen auf eine anpassungsfähige Gängigkeit der Tastatur. Bei der Schaltung auf Koppelungs-@ystem wirken bekanntlich jeweils drei oder vier Klappenhebelfedern dem Tastendruck entgegen, demgemäß die Gangart viel schwerer ist als bei Umschaltung auf Einzeltonsystem, «-o, nur eine Klappenfeder wirksam ist. Die Federstärke kann also auf das günstigste Maß entsprechend dem Koppelungssystem bemessen werden. Um auch für Einzeiltonspie:l gleichbleibende Gängigkeit zu gewährleisten, tritt mit der Umschaltung eine generelle Zusatzfederung in Wirksamkeit. Dafür ist folgende Anordnung getroffen: Die Tonklappenschließfedern werden durch einen sich über sämtliche Klappenhebel erstreckenden Bügel ergänzt, welcher unter eigener Federspannung steht und mit dem Umschaltmechanismus gekoppelt ist. Während sich dieser bei der Schaltung auf Einzelton an die Klappenhebel automatisch anlegt und somit den Federdruck von der einzeln betätigten Klappe verstärkt, hebt er sich mit weiterer Umschaltung ebenso wieder ab, so daß die Eigenfederung mehrerer Tonklappen allein wieder wirksam ist.
  • Diese Zusatzfederung ist außerdem durch Schraubjustierung einstellbar, so daß die Tastaturgängigkeit individuell und unabhängig vom Klappenschließdruck der Anschlagstechnik des Spielers genau angepaßt werden kann. Dies ist von eminenter Bedeutung für das erreichbare Optimum an Fingerfertigkeit und effektvollster Spielltechnik, besonders zu schnellen Passagen und Ansch:lagsarten.
  • Der umfassende Fortschritt dieser Erfindung liegt darin, daß mit dieser Mechanik nicht nur ein musikalisch vollkommenes Spezialinstrument zur Entstehung kommt, ohne aber damit grundlegend entscheidende Vorzüge, die dem Normalakkordeon zu eigen sind, einschränken oder aufgeben zu müssen. Die Umschaltbarkeit der Kombinationsmechanik macht das Akkordeon zum vollendeten Mehrzweckinstrument unter voller Erhaltung aller seiner Vorzüge und charakteristischen Klangmerkmale, verleiht ihm aber darüber hinaus die restlos musikalische Vollkommenheit und Gleichrangigkeit mit jedem anderen Kunstinstrument.
  • Es ist damit die Aufgabe gelöst, ein und dasselbe, vom Akkordeon her gewohnte Griffeld zu polyphoner Auswertung nutzbar zu machen und damit aus seiner bisherigen Sackgassenentwicklung auf Grund der unbrauchbaren Quintentonfolge in den Bässen herauszukommen und diese in die natürliche Ganztonfolge umzuwandeln, ohne etwas am Instrument zu ändern, gleichzeitig aber auch jede Eigenart des Gewohnten durch einfache Umschaltung voll zu erhalten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: z. Baßmechanik für Handharmoniken, bei der mit Stiften versehene Übertragungswellen auf Koppelungs- und, bei entsprechender Umschaltung, auch auf Einzeltonschieber wirken, durch welche die Tonklappen geöffnet «-erden, dadurch gekennzeichnet, daß 48 Übertragungswellen in zwei Gruppen von je 24 Stück übereinander angeordnet sind, von denen aus beiden Gruppen je 12 der Wellen auf Baß- bzw. Akkordkoppelungsschieber, die übrigen je 12 Wellen jedoch auf Einzeltonschieber wirken, und daß die Koppelungs- und Einzeltonschieber je paarweise nebeneinanderliegen und jedem solchen Schietberpaar eine Tonklappe zugeordnet ist, so daß letztere wahlweise vom einen oder anderen Systemschieber betätigt werden kann, und zwar dadurch, claß die Schieber den eigentlichen Klappenhebel nicht direkt, sondern indirekt über einen seitlich verschiebbaren Zwischenhebel angreifen, welcher mit dem Klappenhebel, auf gemeinsamer Achse gelagert, mittels Stifts auf Lochpassung in letzteren ein- bzw. ausgerückt werden kann. z. Baßmechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebung der genannten Zwischenhebel gemeinsam durch ein einfaches Hebelgestänge mittels einer üblichen Drucktaste bewirkt wird, so daß die eigentlichen Tonklappenhebel unabhängig von der jeweiligen Schaltstellung der Zwischenhebel von diesen mitbewegt werden. 3. Baßmechanik nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragungswellen derselben aus Leichtmetall bestehen, deren Mitnehmerstifte auf Absatz abgedreht und eingenietet sind, so daß sie zwischen Absatzrand und Nietkopf feststehend gegen Lockerung und Verdrehung gesichert sind. 4. Baßmechanik nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, däß die Gängigkeit der Grifftastatur durch veränderliche Einstellung der Klappenfederung individuell justierbar ist. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 705 031, 700 708, 655626.
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Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE655626C (de) * 1935-08-18 1938-12-23 Victor Skudies Bassmechanik fuer Handharmoniken
DE700708C (de) * 1939-01-10 1940-12-27 Carl Grages Bassmechanik fuer chromatische Ziehharmoniken
DE705031C (de) * 1939-09-02 1941-04-18 Viktor Skudies Bassmechanik fuer Handharmoniken

Patent Citations (3)

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