DE101190C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE101190C DE101190C DENDAT101190D DE101190DA DE101190C DE 101190 C DE101190 C DE 101190C DE NDAT101190 D DENDAT101190 D DE NDAT101190D DE 101190D A DE101190D A DE 101190DA DE 101190 C DE101190 C DE 101190C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- indigo
- gray
- printing
- fabric
- color
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D06—TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- D06P—DYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
- D06P1/00—General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed
- D06P1/22—General processes of dyeing or printing textiles, or general processes of dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the dyes, pigments, or auxiliary substances employed using vat dyestuffs including indigo
- D06P1/228—Indigo
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Coloring (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
. Die bisher bekannten Verfahren zur Befestigung von Indigo auf der Baumwollfaser
beruhen sämmtlich darauf, dafs man den Indigo zunächst durch Reductionsmittel in alkalischer
Lösung in lösliches Indigoweifs überführt, dieses der Baumwollfaser einverleibt und dann
durch nachfolgende Oxydation den Indigo in der Faser niederschlägt.
Zum Zweck der Färbung wird der Indigo in der Küpe zuvor reducirt, der zu färbende
Stoff dann zuerst in die Küpe gebracht und sodann zur Oxydation des Indigoweifs der
Luft ausgesetzt. Bei den Verfahren zum Drucken mit Indigo, welche sämmtlich auf dem oben angegebenen Grundgedanken beruhen,
hat man verschiedene Wege eingeschlagen. Ein Verfahren besteht darin, dafs man den Baumwollstoff mit einer verdickten
Indigoweifslösung bedruckt und nachher oxydirt, ein anderes darin, dafs man den Stoff
mit einer Farbe, welche Indigo in fein vertheiltem Zustande enthält, bedruckt, sodann eine
Passage durch ein Bad mit Reductionsmitteln giebt und nachher oxydirt. Am meisten wird
das von SchIiep er angegebene Verfahren angewendet. Bei diesem Verfahren wird der
in starkem Alkali vertheilte Indigo auf mit Traubenzucker geklotzten Stoff gedruckt, sodann
wird dieser rasch durch einen Kasten gezogen, in welchem sich Wasserdampf befindet,
und aus welchem man vorher sorgfältig alle Luft vertrieben hat. Durch diese
kurze Dampfpassage erfolgt die Reduction und bei dem nachfolgenden Waschen und Säuren
durch die Berührung mit der Luft die Regenerirung des Indigos und gleichzeitig seine
Befestigung in der Faser. Im Gegensatz zu diesen Verfahren, welche alle, wie betont, die
Befestigung des Indigos durch Reduclionsmittel und daran sich anschliefsende Oxydation erreichen,
ermöglicht es das vorliegende Verfahren, den Indigo quantitativ ohne vorherige Reduction auf der Baumwollfaser
zu befestigen.
Das Verfahren besteht im Wesentlichen darin, dafs man Indigo in fein vertheiltem Zustande
nach entsprechender Verdickung durch Drucken oder Klotzen auf die Baumwollfaser bringt
und den Stoff sodann längere Zeit (i bis 2 Stunden) bei hohem Druck (0,7 bis 1 Atm.)
dämpft. Die erzielte Farbe ist ein schönes Blaugrau. Zur vollständigen Fixation ist ein
längeres Dämpfen unerläfslich, dagegen ist es nicht unbedingt erforderlich, dafs ein hoher
Druck angewendet wird, nur mufs man bei niedrigem Druck entsprechend länger dämpfen.
Sehr vortheilhaft ist der Zusatz einer relativ grofsen Menge vegetabilischen oder animalischen
Oeles oder von Türkischrothöl, weil dadurch die Nuance des entstehenden Grau
satter und gleichmä'fsiger ausfällt.
Es scheint die Befestigung des Indigos in der Faser bei dem vorliegenden Verfahren auf
einem Sublimationsvorgang zu beruhen, indem der Indigo, der zwar gewöhnlich erst bei
288° C. sublimirt, unter dem Einflufs des gespannten
Dampfes (analog der Destillation schwerflüchtiger Substanzen mit gespanntem Dampf) während der Dä'mpfoperation zur Sublimation
gebracht wird. Infolge der Capillarität und der Affinität der Faser zum Farbstoff
wird die Sublimation nicht nach aufsen (auf
Claims (1)
- die Wandung des Dampf kastens u. s. w.), sondern in die tieferen Schichten des Gewebes geleitet, wobei die Function des Oeles in einer theilweise lösenden und dadurch vertheilenden Wirkung zu bestehen scheint.Die Vorschrift, nach welcher gearbeitet wird, ist folgende:I. Für graue Drucktöne.Die Farbe besteht aus:ι oo g fein gemahlenem Indigo von 20 pCt. bezw. raffinirtem Indigo oder künstlichem Indigo gleicher Stärke,900 g Stärke-Traganth-Verdickung.
Diese Farbe wird auf gebleichtem Baumwollstoff gedruckt, sodann wird der Stoff bei 0,1 Atm. 3 bis 4 Stunden gedämpft, degummirt und geseift.II. Für graue Drucktöne von gröfserer Fläche und für graue Färbungen.Der zu druckende bezw. zu färbende Stoff wird mit100 g fein gemahlenem Indigo von 20 pCt. bezw. raffinirtem Indigo oder künstlichem Indigo gleicher Stärke,200 g Olivenöl oder Türkischrothöl
700 g Traganth-Verdickungoder mit100 g fein gemahlenem Indigo von 20 pCt. bezw. raffinirtem Indigo oder künstlichem Indigo gleicher Stärke,
50 g Talg,850 g Traganth-Wasserauf dem Hot-flue geklotzt, 2 Stunden bei 0,7 bis ι Atm. gedämpft, degummirt und geseift, Der Vortheil, den das neue Verfahren bietet.ist ein doppelter. Es gestattet zunächst, die Indigodruckfarbe mit anderen Dämpffarben zu combiniren, da das Dämpfen von längerer Dauer und mit höherem Druck, als das neue Verfahren es erfordert, einen Nachtheil für die meisten Dampffarben nicht in sich schliefst. Bisher war man zur Erzeugung grauer Nuancen in reichfarbigem Dampffarbengenre auf die Verwendung von Alizarinschwarz, Methylengrau, Blauholz und dergl. angewiesen. Keine der erwähnten Farben besitzt jedoch eine befriedigende Lichtechtheit, so dafs graue Drucktöne auf solchen Stoffen, bei denen es auf die Lichtechtheit besonders ankommt, wie z. B. bei Möbelstoffen, nur beschränkte Verwendung finden konnten. Durch das neue Verfahren, welches graue Drucktöne von hervorragender Lichtechtheit liefert, wird diesem Uebelstand abgeholfen.Ein weiterer grofser Vortheil ist der, dafs das beim Drucken oder Klotzen erzielte Grau die Säureechtheit und Reactionsfähigkeit des Indigos besitzt. Man ist daher in den Stand gesetzt, die nach dem neuen Verfahren erzielten Töne nach den beim Indigo angewendeten Aetzverfahren (Chromsäure-Aetzverfahren) zu behandeln und dadurch die schönen Effecte des Indigoblaugenre auch auf grauen Gründen zu erzeugen, was bisher in dem Mafse nicht möglich war.Pa teνt-Aνspruch:Verfahren zur Erzeugung echter grauer Druck- und Färbetöne mit Hülfe von Indigo, dadurch gekennzeichnet, dafs man Indigo in fein vertheiltem Zustande auf die Baumwollfaser bringt, den Stoff nachher lange Zeit mit mäfsigem oder kürzere Zeit mit hohem Druck dämpft, degummirt und seift, wobei vortheilhaft zur Erzielung besonderer Gleichmäfsigkeit und Schönheit der Nuance der Farbe noch gröfsere Mengen vegetabilischer, oder animalischer OeIe oderTUrkischrothöl zugefügt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE101190C true DE101190C (de) |
Family
ID=371926
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT101190D Active DE101190C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE101190C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006045387A3 (de) * | 2004-10-22 | 2006-08-10 | Kurt Bacher | Verfahren zum färben von cellulosehaltigem textilmaterial durch indigo |
-
0
- DE DENDAT101190D patent/DE101190C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006045387A3 (de) * | 2004-10-22 | 2006-08-10 | Kurt Bacher | Verfahren zum färben von cellulosehaltigem textilmaterial durch indigo |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2417774C3 (de) | Verfahren zum Trockenfärben von textlien Flächengebilden | |
| DE2627149A1 (de) | Verfahren zur verbesserung der eigenschaften von cellulosefasern und zum faerben derselben | |
| DE1235257B (de) | Verfahren zum Faerben oder Bedrucken von cellulosehaltigen Materialien faseriger Struktur | |
| DE3247727A1 (de) | Nuancierverfahren unter verwendung reaktiver und nicht reaktiver farbstoffe | |
| DE2343317B2 (de) | Textilfaerbe- und druckverfahren | |
| DE2926651A1 (de) | Zweiphasendruckverfahren zur herstellung von konversions- und aetzreserveartikeln | |
| DE318271C (de) | ||
| EP0021432B1 (de) | Zweiphasendruckverfahren zur Herstellung von Konversions- und Ätzreserveartikeln | |
| DE137947C (de) | ||
| DE1220825B (de) | Reduktionsmittel beim Faerben und Bedrucken von Textilgut | |
| DE441526C (de) | Textilveredelungsverfahren | |
| DE1071654B (de) | Verfahren zum kontinuierlichen Färben von Textilbahnen mit Küpen und oder Schwefelfarbstoffen | |
| DE843838C (de) | Verfahren zum Drucken von Leukoestersalzen von Kuepenfarbstoffen auf Zellwolle | |
| DE2421507A1 (de) | Verfahren zum faerben von textilfasern | |
| DE106708C (de) | ||
| DE275570C (de) | ||
| DE134400C (de) | ||
| DE223109C (de) | ||
| AT53938B (de) | Verfahren zur Erzeugung echter Färbungen auf der Textilfaser. | |
| DE933022C (de) | Verfahren zur Herstellung von Effektfaeden enthaltenden Faserverbaenden | |
| DE712893C (de) | Verfahren zur Herstellung von Eisfarben im Zeugdruck | |
| DE124869C (de) | ||
| DE141191C (de) | ||
| DE1262213B (de) | Verfahren zum Faerben oder Bedrucken von cellulosehaltigen Materialien faseriger Struktur | |
| DE132402C (de) |