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Automatischer Notenblattwender mit Fuß- und Handauslösung Der Erfindungsgegenstand
dient zum Wenden von Notenblättern und ist in seiner Form auf jedes Notenpult aufmontierbar.
Es ist für den spielenden ,Musiker sehr schwierig, die Notenblätter selbst zu wenden,
da er mit beiden Händen sein Instrument bedienen muß. Es ist bekannt, daß z. B.
bei Klavierkonzerten von Solisten eigens ein am Konzert Unbeteiligter lediglich
die Aufgabe hat, zur gegebenen Zeit die Notenblätter für den vortragenden Künstler
zu wenden. Durch obengenannte Erfindung soll diesem Mangel abgeholfen werden. Durch
diesen automatischen Notenblattwender ist eine Einrichtung entstanden, die es dem
Musiker erlaubt, z. B. nur durch Betätigung eines Fußpedals, Notenblätter in gewünschten
Zeitabständen automatisch wenden zu lassen. Die Handauslösung selbst ist für Klaviere,
Pianinos usw. vorgesehen. Hier genügt ein leichter Druck mit dem rechten Mittelfinger,
der das automatische Wenden der Notenblätter zur Auslösung bringt, während die Fußauslösung
naturgemäß entfällt.
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Es ist wohl schon immer versucht worden, brauchbare Notenblattwender
zu erfinden, doch diese Einrichtungen arbeiteten mit Gewichten oder mit Stäben,
welche die Notenblätter von rechts nach links drückten. Das Ausmaß, das Gewicht
und vor allem die Kompliziertheit dieser beiden bisher bekanntgewordenen Konstruktionen
waren jedoch für eine Serienfertigung ungeeignet. Nicht allein wegen des Platzmangels,
sondern unter anderem auch wegen des Gewichtes, da die heute zumeist üblichen leichten
und zusammenklappbaren Notenpulte bei übergroßer gewichtsmäßiger Belastung zu leicht
bei einer Berührung ihr Gleichgewicht verlieren und umstürzen würden. Auch wäre
der Preis nicht tragbar und oft höher als die Kosten des Notenpultes selbst, das
ja heute schon für einige wenige Mark im Handel zu erhalten ist.
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Demgegenüber ist der beschriebene automatische Notenblattwender von
einer solchen geringen Größe, daß die komplette Einrichtung bequem in einer Westentasche
untergebracht werden kann. Das Gesamtgewicht beträgt lediglich 30 bis 40 g, da fast
alle Bestandteile aus Leichtmetall sind. Die Größe der Vorderansicht der Handauslösung
(drehbare Scheibe mit Ritzen) deckt sich fast mit der Größe eines 10-Pfennig-Stückes,
während die Länge des Fußpedals bei der Fußauslösung nicht größer als ein Streichholz
ist. Der Herstellungspreis für ein Stück ist von den Fabrikanten, bei einer entsprechenden
Serienanfertigung, in Höhe von DM 0,50 errechnet worden, was wiederum einen sehr
niedrigen Endverkaufspreis ergibt. Diese große Überlegenheit sowie der erzielbare
Fortschritt bei dieser Konstruktion gegenüber allen bisher bekanntgewordenen Vorrichtungen
dieser Art sind darauf zurückzuführen, daß alle bisher gebrauchten Druck- oder Zugfedern
bzw. Gewichte für jedes einzelne zu wendende Blatt, die alle aus schwerem Metall
sind, in ihrer gesamten Kompliziertheit wegfallen und daß an deren Stelle elastische
Zugmittel (Gummifäden von etwa 1 min Stärke) getreten sind, die praktisch fast kein
Gewicht haben und die Vorrichtung in verblüffender Weise vereinfachen, was sich
natürlich nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Zuverlässigkeit der Funktion
günstig auswirkt. Während die bisher bekanntgewordenen Vorrichtungen dieser Art
meistens Theorie blieben und auf dein Harkt nicht in Erscheinung traten, weil sie
wirtschaftlich und technisch für eine entsprechende Serienfertigung ungeeignet waren,
besteht nachweisbar für die Form des beschriebenen Notenblattwenders seitens der
zuständigen Fabrikanten ein großes Interesse, und zwar nach eingehender Prüfung
der vorgelegten Modelle, die eine langjährige Entwicklung hinter sich haben.
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Neu an dieser Erfindung ist, daß an Stelle schwerer Gewichte bzw.
schwerer Zug- oder Druckfedern mit kompliziertem Mechanismus, der entsprechend teuer
ist und in der Praxis nicht die erforderliche Zuverlässigkeit mit sich bringt, nur
etwa 1 mm dünne elastische Zugmittel (Gummibänder) getreten sind, die nicht nur
die Wirkungsweise und die damit verbundene Zuverlässigkeit, sondern die gesamte
Vorrichtung so vereinfachten, daß sich dies auf das Mindestmaß an Gewicht und auf
den Verkaufspreis sehr günstig auswirkt, was eine Serienfertigung rechtfertigt und
praktisch ermöglicht.
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Der beschriebene Notenblattwender besteht in der Hauptsache aus acht
Teilen.
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1. Aus vier dünnen Gummischnüren (Fig. 4), 2. aus dem Handauslöser
(Fig.4), 3. aus dem Fußauslöser (Fig.6), 4. aus einer Umlenkeinrichtung für die
v ier Gummischnüre mit vier Gleitlöchern (Fig. 1, a),
5. aus vier
kleinen Scheibchen mit etwa 3 mm Durchmesser zum Einhängen der Gummischnüre an den
radialen Schlitzen der drehbaren Scheibe beim Handauslöser (Fig. 4, a), 6. aus vier
kleinen Klemmen (Klammern) mittels welchen die Gummischnüre im gespannten Zustand
an den einzelnen Notenblättern befestigt werden (Fig. 1, b), 7. aus einem Stab als
Achse in der Mitte der Notenauflage, mit zwei Klammern für das Wenden von einzelnen
losen Notenblättern, und B. aus einem kleinen Haken, an welchem die vier Enden der
Gummischnüre befestigt sind und der an der rechten Seite der Notenauflage eingehakt
wird (Fig. 1, c).
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Zu 1. Die Gummischnüre sind im lockeren Zustand etwa 450 bis 500 mm
lang entsprechend der Breite des Notenpultes und etwa 1 mm stark. Im gespannten
Zustand erreichen sie die doppelte Länge (Fig. 1, d).
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Zu 2. Die Form des Auslösers ist aus Fig. 4 ersichtlich. Er besteht
aus dem Gehäuse, einem Kastenrad (Fig. 2, a) nebst Klinke (Fig. 2, b), einer drehbaren
Scheibe (Fig. 4, b), die mit vier radialen Schlitzen versehen ist (Fig. 4, c).
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Der Zweck des Auslösers ist, die gespannten Gummischnüre nach Betätigung
der Fußauslösung (Fig. 6) oder Handauslösung (Fig. 2, b) im gewünschten Moment freizugeben,
um ein Wiederzusammenziehen der gespannten Gummischnüre in ihre ursprüngliche Lage
und damit ein gleichzeitiges Herüberziehen, von rechts nach links, also Wenden,
der daran befestigten Notenblätter zu erwirken.
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Zu 3. Das Pedal für die Fußauslösung (Fig. 6) hat eine Zugfeder (Fig.
6, a), die es nach Betätigung in die ursprüngliche Lage zurückversetzt. Am Pedal
ist das Zugseil (dünnes Perlonseil, Fig. 6, b) befestigt. Bei Betätigung des Pedals
für die Fußauslösung zieht das Zugseil an der Drucktaste für die Handauslösung (Fig.
2, c bzw. 1, c), die gleichzeitig die Klinke des im Gehäuse des Auslösers befindlichen
Kastenrades ist (die Handauslösung ist in der Hauptsache für Klaviere, Pianinos
usw. gedacht).
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Zu 4. An der Umlenkeinriehtung für die Gummischnüre (Fig. 1, a) befinden
sich vier Löcher, durch welche die vier Gummischnüre mit den 3-mm-Scheibchen beim
Spannen bzw. Zusammenziehen (im letzteren Fall als beim Wenden) hindurchgleiten.
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Zu 5. Die vier Scheibchen im Durchmesser von etwa 3 mm haben den Zweck,
die Gummischnüre nach dem Spannen in die Schlitze der drehbaren Scheibe bei der
Handauslösung einzuhängen. Die kleinen Scheibchen haben in der Mitte ein Loch, durch
das die Gummischnur hindurchgeht. Ein Knoten in der Gummischnur verhindert, daß
das Scheibchen an der Gummischnur weiterrutscht.
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Zu 6. An den linken Enden der Gummischnüre befinden sich kleine Klemmen,
an welche die rechten unteren Ecken der zu wendenden Notenblätter eingeklemmt werden.
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7. Der Stab in der Mitte der Notenauflage zum Wenden von einzelnen
Notenblättern (Fig. 5, a) ist mit zwei Klemmen (Fig. 5, b) versehen, an welche die
linken Seitenränder der einzelnen Notenblätter, die gewendet werden sollen, eingeklemmt
werden.
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Zu B. Ein kleiner Haken, an welchem die vier rechten Enden der Gummischnüre
befestigt sind, wird rechts am äußersten Ende der Notenauflage aufgehakt (Fig. 1,
c).
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Fig. 1 zeigt die Vorrichtung in der Vorderansicht mit einem eingespannten
Notenblatt auf der rechten sowie einem bereits gewendeten Blatt auf der linken Seite;
Fig. 2 zeigt die Handauslösung mit Rastenrad und Klinke (Anker) ; ebenso ist die
entspannte Zugfeder, welche die Klinke nach Betätigung der Handauslösung immer wieder
in ihre ursprüngliche Lage zurückversetzt, zu sehen; Fig. 3 zeigt in der Hauptsache
den Querschnitt der drehbaren Scheibe mit dem etwa 2 mm breiten Zwischenraum hinter
derselben, in welchen die gespannten und eingehängten Gummischnüre hineingelegt
werden; Fig.4 zeigt die Vorderansicht der drehbaren Scheibe mit den vier radialen
Schlitzen und den darin eingehängten gespannten Gummischnüren; Fig.5 zeigt den Stab
(Achse) in der Mitte der Notenauflage zum Wenden von einzelnen, d. h. losen Notenblättern;
Fig.6 zeigt die Fußauslösung mit Fußpedal und daran befestigtem Zugseil.
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Der Notenblattwender wird an der Notenauflage mit einer Klemmvorrichtung
(im Prinzip ähnlich wie bei einem Schraubstock) befestigt, und zwar vorerst der
Auslöser etwa 100 mm vom rechten Ende der Notenauflage. Dann wird der Haken, an
welcbem sich die vier rechten Gummienden befinden, am äußersten rechten Ende der
Notenauflage eingehakt (Fig. 1, c) und danach die Umlenkvorrichtung für die Gummischnüre
am äußersten linken Ende der Notenauflage (Fig. 1. a) festgeschraubt. Nunmehr wird
die Fußauslösung am rechten Fuß des Dreifußes vom Notenpunkt befestigt. Ein dünnes
Zugseil wird an der Drucktaste (Fig. 2, c bzw. Fig. 1, f) eingehakt. Die Länge des
Zugseils ist verstellbar. Die beiden Zugfedern am Pedal der Fußauslösung (Fig. 6,
a) bzw. an der Klinke (Drucktaste, Fig. 2 d) sorgen dafür, daß das Zugseil immer
leicht gespannt bleibt und daß das Fußpedal bzw. die Klinke (Drucktaste) nach Betätigung
sofort wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückkehren.
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Das Notenheft wird nun auf das Notenpult gelegt. Will man ein Blatt
wenden lassen, so wird das linke Gummischnurende an der Klemme erfaßt, durch das
Loch der Umlenkvorrichtung so weit herausgezogen, bis es die doppelte Weite seiner
ursprünglichen Länge erreicht hat und dann rechts mittels seiner daran befestigten
3-mm-Scheibchen an den »rechts oben« befindlichen Schlitz der drehbaren Scheibe
des Auslösers eingehängt. Die Gummischnur ist nun gespannt. Das lose, etwa 100 mm
lange restliche Ende wird mit seiner Klemme am 'Totenblatt rechts unten (Fig. 1,
b) befestigt.
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Die nunmehr gespannte Gummischnur übt einen Druck auf die drehbare
Scheibe des Auslösers von rechts nach links aus (die außen befindliche drehbare
Scheibe hat mit dem im Gehäuse befindlichen Kastenrad eine gemeinsame Achse [Fig.
3, aj). Dieser Druck wirkt sich mit Hilfe der Achse auf das Kastenrad und über dasselbe
auf die Klinke (Anker) weiter fort. Die drehbare Scheibe selbst besteht aus drei
Scheiben, aus zwei gleich großen, von denen die vordere mit den vier radialen Schlitzen
versehen ist, an welchen die gespannten Gummischnüre mit den 3-mm-Scheibchen eingehakt
werden (Fig. 3, b), und einer etwa halb so großen 2 mm starken Scheibe, die sich
zwischen den beiden genannten Scheiben befindet (Fig. 3, c). Die drei Scheiben sind
mit zwei kleinen Schrauben fest miteinander verbunden, so daß sie etwas festes Ganzes
bilden. In den Zwischenraum zwischen den beiden großen Scheiben und über die kleinere
Scheibe werden
die gespannten Gummischnüre gelegt und die 3-mm-Scheibchen
in die Schlitze eingehängt. Soll mehr als ein Blatt, also z. B. vier Blätter verwendet
werden, so wird die erste Gummischnur gleich um die kleinere Zwischenscheibe, die
sich zwischen den beiden großen Scheiben befindet, also in den Zwischenraum der
beiden großen Scheiben (Fig. 3, c), gelegt, d. h. in diesem Fall zum Teil gewunden
und in den Schlitz »links oben« (Fig. 4, d) eingehängt. Die zweite Gummischnur wird
hierauf nun »links unten«, die dritte »rechts unten« und die vierte Gummischnur
»rechts oben« eingehängt.
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Sollen nun nach dieser Vorbereitung Notenblätter automatisch gewendet
werden, so drückt man mit der rechten Fußspitze kurz auf das Pedal der Fußauslösung.
Das daran befestigte Zugseil zieht damit an der Drucktaste der Handauslösung (Fig.
1, e bzw. Fig. 2, c), also Klinke (Anker), wodurch bewirkt wird, daß die rechte
Backe der Klinke aus dem Zahn des Kastenrades (Fig. 2, a) herausgezogen wird. Das
Kastenrad, welches, wie erwähnt, mit der drehbaren Scheibe eine gemeinsame feste
Achse besitzt, wird für die Entfernung, die zwischen zwei Zähnen des Kastenrades
besteht, freigegeben. Die an der drehbaren Scheibe außen eingehängte gespannte Gummischnur
hat nun die Möglichkeit, diese drehbare Scheibe um eine Vierteldrehung, von rechts
nach links, zu drehen (ziehen), und zwar durch die Zugkraft der eingespannten Gummischnüre.
Die Folge davon ist, daß die zuletzt eingespannte, also oberste Gummischnur von
dem Schlitz an der drehbaren Scheibe »rechts oben« an die Stelle des Schlitzes »links
oben« schnellt. Das eingehängte 3-mm-Scheibchen, das an der gespannten Gummischnur
befestigt und in den Schlitz nur eingehängt ist, kann sich logischerweise in der
Höhe des Schlitzes »links oben« nicht halten (da der Zug der gespannten Gummischnur
ja von links erfolgt) und rutscht heraus. Blitzschnell zieht sich nun die gespannte
gesamte Gummischnur zusammen, gleitet durch das Loch der Umlenkeinrichtung (Fig.
1, a) wieder zurück in seine ursprüngliche Lage und zieht somit das daran befestigte
Notenblatt in Bruchteilen einer Sekunde lautlos von rechts nach links, wendet es
also und hält es dann außerdem noch an der linken Seite fest, so daß das Blatt nicht
wieder teilweise zurückschlagen kann und im halbgewölbten Zustand auf der linken
Seite verharrt, was bei den mit der Hand gewendeten Blättern fast immer der Fall
ist und ein zeitraubendes, lästiges Nachglätten, in kritischen Momenten während
des Spielens erfordert.
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Diesen Vorgang wiederholt man so oft, bis alle vier Blätter zu den
gewünschten Zeiten gewendet sind. Bei Klavieren, Pianinos usw. fällt die Fußauslösung
nebst Zugseil fort. Man betätigt dann eben nur die Handauslösung, d. h. man drückt
mit dem rechten Mittelfinger leicht auf die Drucktaste der Handauslösung (Fig. 1,
e).