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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Anhängerzugvorrichtung für ein Fahrzeug
gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1, sowie ein Fahrzeug nach Anspruch 9.
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Eine
Anhängerzugvorrichtung
der zuvor genannten Art ist hinreichend bekannt. Sie umfasst im Wesentlichen
eine Anhängerkupplung,
sowie einen Anschlussflansch, der fahrzeugseitig befestigt werden
kann und zur Halterung der Anhängerkupplung dient.
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Als
nachteilig erweist sich jedoch die Verbindung zwischen dem Anschlussflansch
und dem Kraftfahrzeug. Hierzu wird zumeist eine Vielzahl von Schrauben
eingesetzt, die eine Schraubverbindung zwischen dem Anschlussflansch
und dem Kraftfahrzeug herstellen. Hier kann es durch ein Setzungsverhalten
oder das Austreiben von Wachszwischenlagen zwischen dem Anschlussflansch
und der Anschlussfläche
des Kraftfahrzeugs zu starken Drehmomentabfällen bei den Verschraubungen
kommen. Ein derartiger Zustand ist höchst unerwünscht und kann ein Lösen der
Anhängerzugvorrichtung
zur Folge haben.
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Hier
setzt die vorliegende Erfindung an und macht es sich zur Aufgabe
eine Anhängerzugvorrichtung
bereitzustellen, bei der eine sichere Verbindung zwischen der Anhängerkupplung
und dem Kraftfahrzeug sichergestellt werden kann.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch eine Anhängerzugvorrichtung
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dadurch, dass
der Anschlussflansch mit einem Aufstellelement ausgestattet ist,
welches über
ein Stellmittel aus einer parallelen in eine gegenüber dem
Boden angewinkelten Lage überführbar ist,
wird eine Anhängerzugvorrichtung
bereitgestellt, die ohne eine Verschraubung des Anschlussflansches
mit dem Fahrzeug auskommt. Vielmehr wird ein Aufstellelement verwendet,
welches eine geeignete Vorrichtung innerhalb des Fahrzeuges hintergreifen
und zumindest eine formschlüssige
Verbindung zwischen dem Anschlussflansch und dem Fahrzeug herstellen
kann. Da keine direkte Schraubverbindung hergestellt werden muss,
ist das Aufstellelement unempfindlich gegen ein Setzungsverhalten
und einem daraus resultierenden Drehmomentabfall. Auch wird die
Montagezeit der Anhängerzugvorrichtung
verkürzt,
da die Zeit für
das Anziehen der Schraubverbindungen eingespart wird.
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In
einer vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist
vorgesehen, dass der Anschlussflansch zwei Seitenwände aufweist,
die sich senkrecht von dem Boden erstrecken und zumindest abschnittsweise
entlang des Bodens angeordnet sind. Durch diese Maßnahme wird
die Biegesteifigkeit des Bodens erhöht und die Anhängerzugvorrichtung
gewinnt an Stabilität.
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Vorteilhafterweise
kann vorgesehen sein, dass der Anschlussflansch mit einem Anschlag
ausgestattet ist. Zum eine kann der Anschlag den Einschubweg des
Anschlussflansches begrenzen, zum anderen kann der Anschlag beispielsweise
als Gegenlager für
das Aufstellelement dienen um neben der formschlüssigen Verbindung eine kraftschlüssige Verbindung
zwischen dem Anschlussflansch und dem Fahrzeug bzw. einem geeigneten
Querrohr innerhalb des Fahrzeuges herzustellen.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung kann vorgesehen sein, dass es sich bei dem Aufstellelement
um einen Flachstahl handelt, der einseitig mit dem Boden verbunden
ist. Eine derartige Ausführung
des Aufstellelements ist leicht herzustellen und lässt sich
darüber hinaus
leicht handhaben.
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Als
vorteilhafte, da leicht herzustellende Verbindung zwischen dem Aufstellelement
und dem Anschlussflansch bietet es sich an, dass das Aufstellelement
mittels einer Schweißnaht
mit dem Boden verbunden ist.
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Vorteilhafterweise
kann weiterhin vorgesehen sein, dass es sich bei dem Stellelement
um eine Schraube handelt, die über
ein im Boden vorgesehenes Gewinde einschraubbar ist und mit welcher
der Anstellwinkel des Aufstellelements eingestellt werden kann. Über eine
derartig angeordnete Schraube kann die Hebelwirkung des Aufstellelements
ausgenutzt werden, um eine formschlüssige und kraftschlüssige Verbindung
mit dem Fahrzeug bzw. mit einem geeigneten Querrohr innerhalb des
Fahrzeugs herzustellen.
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Vorteilhafterweise
handelt es sich bei dem Material des Aufstellelements zumindest
abschnittsweise um ein elastisches Material. Durch diese Maßnahme kann
sichergestellt werden, dass eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem
Aufstellelement und einem Querträger
innerhalb des Fahrzeugs aufrecht erhalten bleibt, unabhängig von
einem Setzungsverhalten bzw. einem Auspressen von Wachszwischenlagen.
Darüber
hinaus kann ein gewisser selbständiger
Nachstellungseffekt gewährleistet
werden.
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Auch
kann vorteilhafterweise vorgesehen sein, dass es sich bei dem Material
des Aufstellelements zumindest abschnittsweise um ein plastisch verformbares
Material handelt. Hierdurch wird die formschlüssige Verbindung zwischen dem
Aufstellelement und dem Querrohr innerhalb des Fahrzeuges in vorteilhafter
Weise unterstützt,
indem sich das Aufstellelement durch den von der Schraube erzeugten Anpressdruck
zumindest abschnittsweise der Form des Querrohrs annähern kann.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Kraftfahrzeug
bereitzustellen, welches über
eine Anhängerzugvorrichtung
verfügt, mit
der eine sichere Verbindung zwischen der Anhängerzugvorrichtung und dem
Kraftfahrzeug hergestellt werden kann. Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch ein Fahrzeug mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 9 gelöst.
Dadurch, dass das Fahrzeug mit einer Aufnahme für eine Anhängerzugvorrichtung nach einem
der Ansprüche
1 bis 8 ausgestattet ist, wobei die Aufnahme eine Anschlussfläche umfasst,
wobei ein Querrohr vorgesehen ist, welches oberhalb der Anschlussfläche angeordnet
ist, so dass es von dem Aufstellelement hintergriffen werden kann,
wird eine optimale Verbindung zwischen der Anhängerzugvorrichtung und den
Fahrzeug bereitgestellt, die ohne eine direkte Verschraubung auskommt
und darüber
hinaus unempfindlich gegenüber Fertigungstoleranzen
und einem Setzungsverhalten bzw. einem Auspressen von Wachszwischenlagerungen
ist.
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Hierzu
kann weiterhin vorteilhafterweise vorgesehen sein, dass das Querrohr
in einer Position in welcher der Anschlag an dem Querrohr anliegt,
zwischen der Schraube bzw. dem Gewinde und der Verbindung des Aufstellelements
mit dem Boden angeordnet ist. Durch diese Maßnahme kann die Elastizität bzw. Plastizität des Aufstellelements
ausgenutzt werden um den Formschluss durch die Verformung bzw. den
Kraftschluss durch ein elastisches Nachfedern des Materials zu verbessern.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden deutlich
anhand der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
unter Bezugnahme auf die beiliegenden Abbildungen. Darin zeigen
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1 eine
seitliche Schnittansicht auf eine erfindungsgemäße Anhängerzugvorrichtung;
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2 eine
Ausschnittvergrößerung einer Anhängerzugvorrichtung
gemäß 1;
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3 eine
perspektivische Drahtmodellansicht auf eine erfindungsgemäße Anhängerzugvorrichtung.
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Zunächst wird
auf 1 bezug genommen.
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Eine
erfindungsgemäße Anhängerzugvorrichtung 1 umfasst
im Wesentlichen eine Anhängerkupplung 2,
die über
einen Anschlussflansch 3 an einem Kraftfahrzeug befestigbar
ist.
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Zur
Aufnahme des Anschlussflansches 3 innerhalb des Kraftfahrzeugs
ist eine Aufnahme 10 vorgesehen, die im Wesentlichen aus
einer Anschlussfläche 11 und
einem oberhalb der Anschlussfläche 11 angeordneten
Querrohr 9 besteht, wobei die Aufnahme 10 zumindest
abschnittsweise mit der Form des Anschlussflansches 3 korrespondiert.
Bei dem Querrohr 9 kann es sich beispielsweise um das eingeschweißte Rohr
der Blattfedernaufnahme des Kraftfahrzeugs handeln.
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Der
Anschlussflansch 3 umfasst einen rechteckigen, länglichen
Boden 12, zwei senkrecht zu dem Boden 12 verlaufende
Seitenwände 13,
einen Anschlag 4 und ein Aufstellelement 5, wobei
das Aufstellelement 5 aus einem länglichen Flachstahl besteht,
in einer Ausgangsposition näherungsweise
parallel zum Boden 12 des Anschlussflansches 3 verläuft und
einseitig über
eine Schweißverbindung 6 mit dem
Boden 12 verbunden ist. Des Weiteren ist ein Gewinde 7 mit
einer Schraube 8 im Boden 12 vorgesehen, wobei
die Schraube 8 unterhalb des Aufstellelements 5 angeordnet
ist und dazu geeignet ist, das Aufstellelement 5 aus seiner
Ausgangslage in eine gegenüber
dem Boden 12 angewinkelte Position zu bewegen. Vorteilhafterweise
ist die Schraube 8 bzw. das Gewinde 7 in einer
Position auf dem Boden 12 angeordnet, die eine geeignete
Hebelwirkung des Aufstellelements 5 zulässt. Insbesondere wird dann eine
vorteilhafte Hebelwirkung erzielt, wenn die Schraube 8 auf
der von der Schweißverbindung 6 abgewandten
Seite des Aufstellelements 5 angeordnet ist.
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Zur
Befestigung der Anhängerkupplung 2 wird
der Anschlussflansch 3 in die Aufnahme 10 eingeschoben,
bis der Anschlag 4 an dem Querrohr 9 anliegt.
In dieser Position ist das Aufstellelement 5 zwischen Boden 12 und
Querrohr 9 angeordnet und ragt zumindest abschnittsweise
aus dem Bereich des Querrohres 9 hervor. Durch Eindrehen
der Schraube 8 wird das Aufstellelement 5 zunächst angehoben,
so dass das Aufstellelement 5 und der Boden 12 eine Rampe
bilden, die bereits nach wenigen Umdrehungen der Schraube 8 höher ist
als der Abstand zwischen dem Querrohr 9 und der Anschlussfläche 11, so
dass der Flansch 3 bzw. die Anhängerkupplung 2 bereits
per Formschluss in der Aufnahme 10 gehalten wird. Die Kräfte der
Anhängerkupplung 2 werden dann
in den stabilen Längsträger über das
eingeschweißte
Querrohr 9 der Blattfedernaufnahme eingeleitet. Eine derartige
Aufnahme wird zum Zeitpunkt der Krafteinleitung, beispielsweise
eine Vollbremsung mit maximaler Anhängelast, kaum andere Kräfte aufnehmen,
da sie durch den Hebelarm der Kupplung leicht angehoben wird.
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Durch
weiteres Eindrehen der Schraube 8 kann neben der formschlüssigen Verbindung
zusätzlich
eine kraftschlüssige
Verbindung erzeugt werden, indem die Hebelwirkung des Aufstellelements 5 ausgenutzt
und das Aufstellelement 5 zumindest abschnittsweise gegen
das Querrohr 9 gedrückt
wird, während
das Querrohr 9 auf der anderen Seite an dem Anschlag 4 anliegt.
Wird die Schraube 8 über diesen
Punkt hinaus angezogen, so kann eine elastische Verformung des Aufstellelements 5 erreicht werden.
Dadurch, dass das Querrohr 9 in dieser Position zwischen
der Schweißverbindung 6 und
der Schraube 8 angeordnet ist, schmiegt sich das Aufstellelement 5 durch
die plastische Verformung an die Kontur des Querrohres 9 an,
wodurch der Formschluss weiter begünstigt wird. Darüber hinaus
wird durch die elastischen Eigenschaften des gewählten Materials ein gewisser
Nachstellungseffekt erzielt, d.h. auch wenn der Flansch 3 verrutschen
sollte oder sich der Boden 12 gegenüber der Anschlussfläche 11 setzen
sollte, beispielsweise durch Ausdrücken von Wachszwischeneinlagen,
so kann das Aufstellelement 5 nachfedern und stets einen
ausreichenden Kraftschluss sicherstellen. Selbstverständlich muss hierzu
ein Material ausgewählt
werden, welches sowohl eine elastische als auch eine plastische
Verformung vereint oder abschnittsweise zur Verfügung stellt. Ein Material,
welches derartige Eigenschaften aufweist ist beispielweise Stahl
in der Güte
St-52.
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Auch
kann die Anhängerzugvorrichtung 1 unproblematisch
aus der Aufnahme 10 gezogen werden, sobald die Schraube 8 gelöst wird
und das ggf. verformte Aufstellelement 5 an den Boden 12 zurückgedrückt wird.
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- 1
- Anhängerzugvorrichtung
- 2
- Anhängerkupplung
- 3
- Anschlussflansch
- 4
- Anschlag
- 5
- Aufstellelement
- 6
- Schweißnaht
- 7
- Gewinde
- 8
- Schraube
- 9
- Querrohr
- 10
- Aufnahme
- 11
- Anschlussfläche
- 12
- Boden
- 13
- Seitenwand