DE102011106830A1 - Kugelgelenk mit Laufring - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung stellt ein Kugelgelenk bereit, das eine in einem Gelenkgehäuse (10) drehbeweglich liegende Gelenkkugel (1) aufweist, die in einen sich von der Gelenkkugel (1) weg erstreckenden, konisch verjüngenden Gelenkzapfen (2) übergeht, an dem ein Hebelauge (6) befestigt ist. Es ist ein Dichtungsbalg (3) an dem Gelenkgehäuse (10) befestigt, welcher an einem von dem Gelenkgehäuse (10) abgewandten Ende einen Abschnitt (3') aufweist, der in einem Ringkanal (4') eines auf dem Gelenkzapfen (2) angeordneten Laufrings (4) aufgenommen ist, der durch einen dem Gelenkgehäuse (10) zugewandten radialen Ringflansch (7) und einen dem Hebelauge (6) zugewandten Ringflansch (8) begrenzt ist. Dabei ist der Laufring (4) fest auf dem Gelenkzapfen (2) aufgebracht und der Dichtungsbalg (3) weist zumindest einen Überstand (9) auf, der an den Abschnitt (3') angrenzt und der über den dem Hebelauge (6) zugewandten Ringflansch (8) in axialer Richtung hinaus steht.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Kugelgelenk mit einem Dichtungsbalg, einem Laufring und einem Hebelauge.
- Kugelgelenke finden vielfach Anwendung im Kraftfahrzeugbau. Im Allgemeinen ist der Aufbau eines Kugelgelenks derart, dass dieses eine Gelenkkugel aufweist, die in einen Gelenkzapfen mündet. Die Gelenkkugel liegt drehbeweglich in einem Gelenkgehäuse, das mit einem Dichtungsbalg aus elastischem Material verbunden ist, der an seinem von dem Gelenkgehäuse weg weisenden Ende an einem Laufring befestigt ist. Auch die Gestaltung von Kugelgelenken mit Hebelauge ist bekannt, das dann auf dem Gelenkzapfen in Verjüngungsrichtung desselben hinter dem Dichtungsbalg befestigt ist und das dazu dient, die Kraft in das Kugelgelenk einzuleiten. Bekanntermaßen muss der Laufring gegen das Hebelauge abgedichtet werden, was üblicher Weise mittels einer Dichtmasse geschieht, die auf den Laufring aufgespritzt oder aufvulkanisiert werden kann. Bei der Verwendung von Edelstahl wird bis dato weder durch das Aufspritzen noch das Aufvulkanisieren ein hinreichendes Ergebnis erreicht, um die gewünschte Abdichtung über die Lebensdauer des Kugelgelenks zu erhalten.
- Ein Kugelgelenk mit dem vorgenannten Aufbau ist in der
DE 10 2008 005 295 A1 offenbart: Dort wird ebenfalls das Abdichtproblem des Laufrings adressiert. Um die Abdichtung des Kugelgelenks zu optimieren, wird dort vorgeschlagen, den Laufring als einen aus Metall gefertigten Strukturring zu gestalten, der an seiner Innenseite mit einer Dichtschicht aus einem gummiartigen Material beschichtet ist. - Auch die
DE 10 2008 014 695 A1 bezieht sich auf einen gattungsgemäßen Lauf- bzw. Haltering, der eine Ringachse und einen radialen Ringflansch mit einer Flanschoberseite und einer entgegen gesetzten Flanschunterseite aufweist. Der Haltering ist mit einem Dichtelement einer Dichtungsbaugruppe zugehörig. Das Dichtelement liegt sowohl an der Flanschoberseite als auch an der Flanschunterseite des Halterings an und ist mit diesem ausschließlich formschlüssig verbunden, wobei die Formschlussverbindung so ausgebildet ist, dass der Haltering und das Dichtelement in axialer und radialer Richtung spielfrei aneinander fixiert sind, und wobei die Flanschoberseite eine freiliegende Kontaktfläche für einen Dichtungsbalg aufweist. - Ausgehend von diesem Stand der Technik ergibt sich die Aufgabe, ein Kugelgelenk mit einem Laufring zu schaffen, der in einer abgedichteten Konstruktion über seine Lebensdauer an dem Hebelauge anliegen kann.
- Diese Aufgabe wird durch das Kugelgelenk mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
- Weiterbildungen der Vorrichtung sind in den Unteransprüchen ausgeführt.
- Das erfindungsgemäße Kugelgelenk weist eine in einem Gelenkgehäuse drehbeweglich liegende Gelenkkugel auf. Diese geht in einen sich von der Gelenkkugel weg erstreckenden, konisch verjüngenden Gelenkzapfen über, an dem ein Hebelauge befestigt ist. Ferner ist an dem Gelenkgehäuse ein Dichtungsbalg befestigt, der an einem von dem Gelenkgehäuse abgewandten Ende einen Abschnitt aufweist, der in einem Ringkanal eines Laufrings aufgenommen ist, der auf dem Gelenkzapfen angeordnet ist. Der Ringkanal wird durch einen dem Gelenkgehäuse zugewandten radialen Ringflansch und einen dem Hebelauge zugewandten Ringflansch begrenzt.
- Erfindungsgemäß ist der Laufring fest auf dem Gelenkzapfen aufgebracht und der Dichtungsbalg weist einen Überstand auf, der an den Abschnitt angrenzt, der in dem Ringkanal des Laufrings aufgenommen ist. Dieser Überstand steht über den dem Hebelauge zugewandten Ringflansch in axialer Richtung hinaus. Damit kommt das elastische Material des Dichtungsbalgs unmittelbar an dem Hebelauge zur Anlage und wirkt damit in abdichtender Weise. In dieser Ausführungsform kommt der Nachteil nicht zum Tragen, dass das elastische Material, wenn es auf dem Laufring aus Edelstahl aufgebracht wird, sich lösen könnte. So wird durch Verwendung des Dichtungsbalgs als Dichtmittel an dem Hebelauge die gewünschte Abdichtung laufringunabhängig erreicht.
- Weiter wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, den Laufring auf den Gelenkzapfen aufzupressen. In einer geeigneten Ausführungsform ist der radiale Ringflansch des Laufrings, der dem Gelenkgehäuse zugewandt ist, mit einer größeren radialen Ausdehnung ausgestattet als der dem Hebelauge zugewandte Ringflansch, so dass quasi ein „kurzer” Laufring ausgebildet wird.
- Durch die Kürze dieses Ringflansches kann er sogar in geeigneter Weise durch den Überstand des Dichtungsbalgs eingefasst und damit die Dichtfläche weiter vergrößert werden. Dies ist vorteilhaft, da die Stärke der Dichtfähigkeit von der Größe des Überstands des Dichtungsbalges abhängt, da dieser durch das Aufbringen des Hebelauges verquetscht wird. Die Verquetschung ist dabei durch den genannten kurzen Ringflansch begrenzt, an dem das Hebelauge, wenn der Überstand den Ringflansch nicht einfasst, sogar anschlägt.
- Schließlich kann der Dichtungsbalg mittels eines Spannrings, der um den Abschnitt des von dem Gelenkgehäuse abgewandten Endes des Dichtungsbalgs angeordnet ist, mit dem Laufring verpresst sein.
- In einer weiteren Ausführungsform kann der Überstand des Dichtungsbalgs als eine oder mehrere Dichtlippen ausgeführt sein.
- Diese und weitere Vorteile werden durch die nachfolgende Beschreibung unter Bezug auf die begleitenden Figuren dargelegt.
- Der Bezug auf die Figuren in der Beschreibung dient der Unterstützung der Beschreibung und dem erleichterten Verständnis des Gegenstands. Gegenstände oder Teile von Gegenständen, die im Wesentlichen gleich oder ähnlich sind, können mit denselben Bezugszeichen versehen sein. Die Figuren sind lediglich eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Erfindung.
- Dabei zeigen:
-
1 eine Seitenschnittansicht des Kugelgelenkbereichs um den Laufring, -
2 eine Seitenschnittansicht eines erfindungsgemäßen Kugelgelenks. - Wie
2 deutlich macht, weist das erfindungsgemäße Kugelgelenk eine in einem Gelenkgehäuse10 drehbeweglich liegende Gelenkkugel1 auf. Diese geht über in einen sich von der Gelenkkugel1 wegerstreckenden, konisch verjüngenden Gelenkzapfen2 . Die Gelenkkugel1 ist in einer Lagerschale gehalten und mit dieser in dem Gelenkgehäuse10 aufgenommen, wobei die Gelenkkugel1 in dem Gelenkgehäuse10 durch einen Verschlussring11 , der hier näherungsweise hülsenförmig ausgebildet ist und einen außenumfänglichen Ringbund11' aufweist, gehalten, indem der Verschlussring11 mit dem Ringbund11' unlösbar in einen umlaufend umgebördelten Randabschnitt10' des Gehäuses10 eingeklemmt wird. - Der gummielastische Dichtungsbalg
3 ist einerseits an dem Gelenkgehäuse10 , etwa mit einer Federscheibe12 wie in1 und2 skizziert, und andererseits nicht wie bislang am Gelenkzapfen2 , sondern erfindungsgemäß an dem Laufring4 befestigt, um das Eindringen von Schmutz oder Feuchtigkeit in das Innere des Kugelgelenks zu verhindern. Dabei ist ein Dichtungsbalg-Abschnitt3' , der an dem von dem Gelenkgehäuse10 abgewandten Ende des Dichtungsbalgs3 vorliegt, in dem Ringkanal4' des Laufrings4 aufgenommen. - Wie zu sehen ist, ist vorliegender Dichtungsbalg
3 mittels eines Spannrings5 , der um den Abschnitt3' des Dichtungsbalgs3 angeordnet ist, mit dem Laufring4 verpresst. So ist ein sicherer Halt des Dichtungsbalgs3 auf dem Laufring4 gewährt. Wie weiter zu sehen ist, hat der Laufring4 einen dem Gelenkgehäuse10 zugewandten radialen Ringflansch7 und einen dem Hebelauge6 zugewandten Ringflansch8 , die den Ringkanal4' begrenzen, in dem der Abschnitt3' des Dichtungsbalges3 angeordnet ist. - Wie
2 zeigt, sitzt der Laufring4 fest auf dem Gelenkzapfen2 , so dass ein Verdrehen nur zwischen Dichtungsbalg3 und Laufring4 erfolgt. Wie in1 und2 zu sehen ist, weist der Dichtungsbalg3 erfindungsgemäß einen Überstand9 auf, der an den Abschnitt3' angrenzt. Er geht über den dem Hebelauge6 zugewandten Ringflansch8 in axialer Richtung hinaus und grenzt in abdichtender Weise an das Hebelauge6 an. So wird unabhängig von einer Verbindung zwischen Laufring4 und Dichtungsbalg3 eine abgedichtete Verbindung zwischen Dichtungsbalg3 und Hebelauge6 erreicht. Der radiale Ringflansch7 des Laufrings4 , der dem Gelenkgehäuse10 zugewandt ist, kann eine größere radiale Ausdehnung haben, als der dem Hebelauge6 zugewandte Ringflansch8 , was insbesondere dann günstig ist, wenn der Überstand9 des Dichtungsbalgs3 den Ringflansch8 einfassen soll, um die Stärke der Dichtfähigkeit zu vergrößern. Diese hängt von der Große des Überstandes9 des Dichtungsbalgs3 ab, da dieser durch das Aufbringen des Hebelauges6 auf den Zapfen2 verquetscht wird. Die Verquetschung wird dabei durch den Laufringflansch8 begrenzt. Insbesondere, wenn der Überstand9 den Ringflansch8 nicht einfasst, kann das Hebelauge6 an den Laufringkragen anschlagen. - So wird durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Kugelgelenks, insbesondere durch die Anordnung des Dichtungsbalgs
3 und des erfindungsgemäß ausgestalteten Laufrings1 auf einfache Weise ein dauerhaft abgedichtetes Kugelgelenk bereitgestellt. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102008005295 A1 [0003]
- DE 102008014695 A1 [0004]
Claims (6)
- Kugelgelenk, das eine in einem Gelenkgehäuse (
10 ) drehbeweglich liegende Gelenkkugel (1 ) aufweist, die in einen sich von der Gelenkkugel (1 ) weg erstreckenden, konisch verjüngenden Gelenkzapfen (2 ) übergeht, an dem ein Hebelauge (6 ) befestigt ist, wobei ein Dichtungsbalg (3 ) an dem Gelenkgehäuse (10 ) befestigt ist, welcher an einem von dem Gelenkgehäuse (10 ) abgewandten Ende einen Abschnitt (3' ) aufweist, der in einem Ringkanal (4' ) eines auf dem Gelenkzapfen (2 ) angeordneten Laufrings (4 ) aufgenommen ist, der durch einen dem Gelenkgehäuse (10 ) zugewandten radialen Ringflansch (7 ) und einen dem Hebelauge (6 ) zugewandten Ringflansch (8 ) begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Laufring (4 ) fest auf dem Gelenkzapfen (2 ) aufgebracht ist und der Dichtungsbalg (3 ) zumindest einen Überstand (9 ) aufweist, der an den Abschnitt (3' ) angrenzt und der über den dem Hebelauge (6 ) zugewandten Ringflansch (8 ) in axialer Richtung hinaussteht. - Kugelgelenk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Laufring (
4 ) auf dem Gelenkzapfen (2 ) kraftschlüssig angeordnet, insbesondere aufgepresst ist. - Kugelgelenk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Überstand (
9 ) als eine oder mehrere Dichtlippen ausgebildet ist. - Kugelgelenk nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der radiale Ringflansch (
7 ) des Laufrings (4 ), der dem Gelenkgehäuse (10 ) zugewandt ist, eine größere radiale Ausdehnung hat als der dem Hebelauge (6 ) zugewandte Ringflansch (8 ). - Kugelgelenk nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Überstand (
9 ) den Ringflansch (8 ) einfasst. - Kugelgelenk nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtungsbalg (
3 ) mittels eines Spannrings (5 ), der um den Abschnitt (3' ) des von dem Gelenkgehäuse (10 ) abgewandten Ende des Dichtungsbalgs (3 ) angeordnet ist, mit dem Laufring (4 ) verpresst ist.
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- 2011-07-07 DE DE102011106830.2A patent/DE102011106830B4/de active Active
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