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Mittel zur Bekämpfung von Nematoden Die Erfindung bezieht sich auf
die Verwendung von Methylsenföl als Bodenentseuchungsmittel.
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Es ist aus der Literatur bereits bekannt, daß verschiedene Senföle
nematocide Wirkung besitzen. So hat Smedley 1939 (J1. Helminthol. [1939], 1, S.
31 bis 38) Versuche mit Phenyl-, Äthyl-, n-Butyl-, p-Hydroxyphenyl-, o-Tolyl- und
p-Tolylsenföl durchgeführt und dabei gefunden, daß von diesen Substanzen das Phenylsenföl
die beste Wirkung zeigt. Ferner besitzt nach den Angaben der Literatur auch das
Allyl-Senföl eine gute Wirkung (Handbuch der Pflanzenkrankheiten, Bd. VIb, 2. Auflage,
S. 248). In der deutschen Patentschrift 438 400 werden Senföle als Zusätze zu Bekämpfungsmitteln
der Rübennematoden als Lockstoff vorgeschlagen. In allen diesen Literaturstellen
wird die Verwendung von Methylsenföl nicht erwähnt.
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Weiterhin ist zur Klärung der nematociden Wirksamkeit des Natriumsalzes
der Methyldithiocarbamidsäure angenommen worden, daß diese Verbindung im Boden einer
Zersetzung unterliegt, bei der ein wirksames, durchdringendes Gas entsteht, das
als Isothiocy anat bezeichnet wurde (Agricultural Chemicals, 1956, S. 61). Es ist
aber nicht angegeben, was unter x1sothiocyanat« zu verstehen sein soll. Methylsenföl
kann dabei nicht gemeint sein, da Methylsenföl ein fester kristallisierter Körper
mit einem Schmelzpunkt von 35 bis 37°C und einem Siedepunkt von 118 bis 120°C, also
kein gasförmiges Produkt ist.
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Aus der Tatsache, daß irgendwelche von dem Verfasser als Isothiocyanate
bezeichneten Verbindungen, wie vielleicht H N C S od. dgl., die Wirksamkeit des
Natriumsalzes der Methyldithiocarbamidsäure bedingen könnten, kann aber nicht abgeleitet
werden, daß gerade das Methylsenföl sich so hervorragend zur Bekämpfung von Bodennematoden
eignet, wie dies nachstehend näher dargelegt wird.
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Methylsenföl ist bereits gegen Ascaris des Pferdes geprüft und als
wirksam befunden worden (Chem. Abstr., 1953, S. 1845b). Jedoch handelt es sich hier
nicht um die Bekämpfung von Bodennematoden, sondern von Lebewesen, die im tierischen
Darm auftreten. Aus dieser Tatsache war nicht herzuleiten, daß Methylsenföl gegen
im Boden vorkommende Pflanzenschädlinge wirksam sein könnte.
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Trotz ihrer guten Wirkung gegen Bodennematoden haben die Senföle bisher
keine praktische Anwendung gefunden, da nämlich alle die für diesen Zweck bisher
angewandten Senföle sehr stark phytotoxisch sind.
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Es wurde nun gefunden, daß das Methylsenföl, welches bisher als Bodendesinfektionsmittel
nicht bekannt war, eine bedeutend höhere Wirkung gegen Bodennematoden entfaltet,
als alle bisher für diesen Zweck vorgeschlagenen Senföle. Auch die üblichen Handelspräparate,
wie N-methyldithiocarbamidsaures Natrium, ein Dichlorpropandichlorpropen-Gemisch
oder Äthylendibromid, werden in ihrer Wirkung von dem erfindungsgemäßen Mittel weit
übertroffen. Ferner war die Feststellung sehr überraschend, daß Methylsenföl eine
hohe Pflanzenverträglichkeit besitzt. Dies war besonders deswegen nicht vorauszusehen,
weil gerade die phytotoxische Wirkung der bisher untersuchten Senföle eine erfolgreiche
Einführung dieser Mittel verhindert hatte. Das erfindungsgemäße Mittel zeigt auch
eine ausgezeichnete Dauerwirkung, die z. B. der des Handelsproduktes N-methyldithiocarbamidsaurem
Natrium eindeutig überlegen ist.
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Die überlegene Wirkung des neuen Mittels geht aus folgendem Versuch
hervor: Testtier: Aphelenchoides ritzemabosi (Blattnematoden) Larven in Vitro.
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Auswertung nach 20 Stunden Einwirkungsdauer. Erde: normaler Kompost.
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Relative Feuchtigkeit der Erde: 29,5 °/o. Temperatur der Erde: 19
bis 21'C.
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Auswertung nach Aktivität der Larven (0 bis 1000/,), dabei ist vollständige
Aktivität der Larven mit 01/(, vollständige Inaktivität mit 1000/, bezeichnet.
| Tabelle I |
| Konz./1 Erde |
| 100 mg |
| 75 mg 50m 9 25 mg 20 mg 15 mg 10 mg 5 mg |
| o,% o /o aia o/a o@'@ @;a |
| Methylsenföl......................... 100 100 100 100
100 100 100 100 |
| N-methyldithiocarbaminsaures Natrium . 100 100 100 100 100
50 50 30 |
| Äthylsenföl .......................... 100 100 100 98 80 70
50 50 |
| Allylsenföl........................... 100 100 100 98 30 0
0 0 |
| Dichlorpropan-Dichlorpropen ......... 95 95 70 30 - - - - |
| Äthylendibromid .................... 80 70 50 50 - - - - |
| p-Chlorphenylsenföl .................. 100 100 70 0 0 - - - |
| Phenvlsenföl.......................... 100 95 50 0 0
- - - |
Die gute Pflanzenverträglichkeit des neuen Mittels geht aus der folgenden Tabelle
hervor: Phytotoxicitätsversuchbei Salatsorte nMaikönigTreib cc, Karenzzeit zwischen
Aussaat und Endbehandlung 2 Tage. Bonitierung: 0 = keine Schädigung, normaler Pflanzenwuchs,
1 = geringe Schädigung, 2 = mäßige Schädigung, 3 = starke Schädigung, 4 = sehr starke
Schädigung, 5 = kein Pflanzenwuchs.
| Tabelle II |
| Konz./1 Erde 1100 mgl 75 mg 50 mg 25 mg |
| (reiner Wirkst.) Methylsenföl .............. 0 0 0 0 |
| Phenylsenföl .............. 5 5 4 4 |
| p-Chlorphenylsenföl ........ 5 5 5 4 |
| Allylsenföl................. 4 2 1 1 |
| Dichlorpropan-Dichlorpropen 4 4 4 4 |
| Äthylendibromid .......... 4 3 3 3 |
| N-methyldithiocarbamid- |
| saures Natrium ......... 1 1 0 0 |
| Kontrolle ................. 0 0 0 0 |
| (gedämpfte Komposterde) |
Die notwendige Karenzzeit wird für Dichlorpropa,n-Dichlorpropen in der Literatur
mit 4 Wochen, für Äthylendibromid mit 3 bis 4 Wochen, für N-methyldithiocarbamidsaures
Natrium mit 7 Tagen angegeben. Man kommt also bei dem neuen Mittel mit wesentlich
geringeren Karenzzeiten aus, was von großer praktischer Bedeutung ist.
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Die Dauerwirkung des Präparates wurde gegenüber dem als Handelsprodukt
erhältlichen N-methyldithiocarbamidsauren Natrium geprüft. Als Testtiere dienten
Aphelenchoides und Meloidogyne incognita var. acrita. Die relative Bodenfeuchtigkeit
betrug 27 °/o, die Temperatur der Erde betrug 20,5°C. Es wurden 100 mg Substanz
pro Liter Erde verwendet und nach 24 Stunden die Versuchstiere untersucht und das
Ergebnis ausgewertet. Danach wurden die Versuchstiere durch neue ersetzt. In Tabelle
III und IV sind die Ergebnisse mit Aphelenchoides beschrieben, während die Tabellen
V und VI die Ergebnisse mit Meloidogyne wiedergibt.
| Tabelle III |
| Zahl der inaktivierten Tiere |
| in % nach |
| 1 2 3 1 4 [ 5 |
| Tag Tagen Tagen Tagen Tagen |
| Methylsenföl ........ 100 100 ( 100 100 100 |
| N-methyldithiocarb- I |
| amidsaures Natrium 100 100 60 40 30 |
Bei Verwendung von 50 mg pro Liter Erde wurden folgende Ergebnisse erhalten:
| Tabelle IV |
| Zahl der inaktivierten Tiere |
| in °/o nach |
| 1 2 3 4 1 5 |
| Tag Tagen Tagen Tagen Tagen |
| Methylsenföl ........ 100 100 50 , 50 30 |
| N-methyldithiocarb- |
| amidsaures Natrium 100 ( 30 0 0 0 |
Bei Verwendung von 100 mg Substanz pro Liter Erde wurden folgende Ergebnisse erhalten:
| Tabelle V |
| Zahl der inaktivierten Tiere |
| in °f. nach |
| 1 2 3 4 5 |
| Tag Tagen Tagen Tagen Tagen |
| Methylsenföl ........ 100i 100 ( 100 ; 100 100 |
| N-methyldithiocarb- |
| amidsaures Natrium 100I 100 90 30 0 |
Bei Verwendung von 50 mg Substanz pro Liter Erde wurden folgende Ergebnisse beobachtet:
| Tabelle VI |
| Zahl der inaktivierten Tiere |
| in °/a nach |
| 1 i 2 3 4 5 |
| Tag Tagen Tagen 11 Tagen Tagen |
| i |
| Methylsenföl ........ 100 100 100 50 30 |
| i |
| N-methyl-dithiocarb- |
| amidsaures Natrium 100i 0 0 0 0 |
Die Herstellung des Methylsenföls kann nach bekannten Methoden erfolgen. Sie kann
z. B. durch Umlagerung des Methylthiocyansäureesters der Formel C H3 S C N durchgeführt
werden.
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Für die Anwendung der Substanz für die Nematodenbekämpfung sind zahlreiche,
z. B. eine der folgenden Anwendungsformen möglich. Besonders vorteilhaft ist die
Verwendung als Emulsion oder als Lösung in organischen Lösungsmitteln. Auch die
Verwendung des Methylsenföls allein ohne weitere Zusätze ist möglich. Beispiel 1
Es wird eine Lösung hergestellt, welche 20"/, Methylsenföl, 300/, Alkylphenolpolyglykoläther
als Emulgator und 5001, Xylol als Lösungsmittel enthält. Wenn man 0,125 ccm
pro Liter Erde injiziert, so erreicht man eine 100°/oige Wirkung .gegen Meloidogyne
incognita var. acrita, (Wurzelgallennematoden) und gegen die Cysten
von
Heterodera rostochiensis in einer Anwendungskonzentration von 0,5 ccm pro Liter
Erde.
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Beispiel 2 Man stellt eine Lösung aus 10 °/° Methylsenföl und 90 01l0
Aceton her und wendet davon 1 ccm pro Liter Erde an. Das Mittel zeigt gegen die
Cysten von Heterodera rost. und auch gegen Meloidogyne incognita var. acrita 100°/°ige
Wirkung. Die Erfindung wird durch die angeführten Beispiele nur erläutert, nicht
beschränkt.