DE1032968B - Mittel zur Bekaempfung von Nematoden - Google Patents

Mittel zur Bekaempfung von Nematoden

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DE1032968B
DE1032968B DESCH21106A DESC021106A DE1032968B DE 1032968 B DE1032968 B DE 1032968B DE SCH21106 A DESCH21106 A DE SCH21106A DE SC021106 A DESC021106 A DE SC021106A DE 1032968 B DE1032968 B DE 1032968B
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DE
Germany
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mustard oil
soil
nematodes
methyl
sodium
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Pending
Application number
DESCH21106A
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English (en)
Inventor
Ernst Albrecht Pieroh
Dr Horst Werres
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Bayer Pharma AG
Original Assignee
Schering AG
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    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01N—PRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N47/00—Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid
    • A01N47/40—Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid the carbon atom having a double or triple bond to nitrogen, e.g. cyanates, cyanamides
    • A01N47/46—Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid the carbon atom having a double or triple bond to nitrogen, e.g. cyanates, cyanamides containing —N=C=S groups

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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Description

  • Mittel zur Bekämpfung von Nematoden Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von Methylsenföl als Bodenentseuchungsmittel.
  • Es ist aus der Literatur bereits bekannt, daß verschiedene Senföle nematocide Wirkung besitzen. So hat Smedley 1939 (J1. Helminthol. [1939], 1, S. 31 bis 38) Versuche mit Phenyl-, Äthyl-, n-Butyl-, p-Hydroxyphenyl-, o-Tolyl- und p-Tolylsenföl durchgeführt und dabei gefunden, daß von diesen Substanzen das Phenylsenföl die beste Wirkung zeigt. Ferner besitzt nach den Angaben der Literatur auch das Allyl-Senföl eine gute Wirkung (Handbuch der Pflanzenkrankheiten, Bd. VIb, 2. Auflage, S. 248). In der deutschen Patentschrift 438 400 werden Senföle als Zusätze zu Bekämpfungsmitteln der Rübennematoden als Lockstoff vorgeschlagen. In allen diesen Literaturstellen wird die Verwendung von Methylsenföl nicht erwähnt.
  • Weiterhin ist zur Klärung der nematociden Wirksamkeit des Natriumsalzes der Methyldithiocarbamidsäure angenommen worden, daß diese Verbindung im Boden einer Zersetzung unterliegt, bei der ein wirksames, durchdringendes Gas entsteht, das als Isothiocy anat bezeichnet wurde (Agricultural Chemicals, 1956, S. 61). Es ist aber nicht angegeben, was unter x1sothiocyanat« zu verstehen sein soll. Methylsenföl kann dabei nicht gemeint sein, da Methylsenföl ein fester kristallisierter Körper mit einem Schmelzpunkt von 35 bis 37°C und einem Siedepunkt von 118 bis 120°C, also kein gasförmiges Produkt ist.
  • Aus der Tatsache, daß irgendwelche von dem Verfasser als Isothiocyanate bezeichneten Verbindungen, wie vielleicht H N C S od. dgl., die Wirksamkeit des Natriumsalzes der Methyldithiocarbamidsäure bedingen könnten, kann aber nicht abgeleitet werden, daß gerade das Methylsenföl sich so hervorragend zur Bekämpfung von Bodennematoden eignet, wie dies nachstehend näher dargelegt wird.
  • Methylsenföl ist bereits gegen Ascaris des Pferdes geprüft und als wirksam befunden worden (Chem. Abstr., 1953, S. 1845b). Jedoch handelt es sich hier nicht um die Bekämpfung von Bodennematoden, sondern von Lebewesen, die im tierischen Darm auftreten. Aus dieser Tatsache war nicht herzuleiten, daß Methylsenföl gegen im Boden vorkommende Pflanzenschädlinge wirksam sein könnte.
  • Trotz ihrer guten Wirkung gegen Bodennematoden haben die Senföle bisher keine praktische Anwendung gefunden, da nämlich alle die für diesen Zweck bisher angewandten Senföle sehr stark phytotoxisch sind.
  • Es wurde nun gefunden, daß das Methylsenföl, welches bisher als Bodendesinfektionsmittel nicht bekannt war, eine bedeutend höhere Wirkung gegen Bodennematoden entfaltet, als alle bisher für diesen Zweck vorgeschlagenen Senföle. Auch die üblichen Handelspräparate, wie N-methyldithiocarbamidsaures Natrium, ein Dichlorpropandichlorpropen-Gemisch oder Äthylendibromid, werden in ihrer Wirkung von dem erfindungsgemäßen Mittel weit übertroffen. Ferner war die Feststellung sehr überraschend, daß Methylsenföl eine hohe Pflanzenverträglichkeit besitzt. Dies war besonders deswegen nicht vorauszusehen, weil gerade die phytotoxische Wirkung der bisher untersuchten Senföle eine erfolgreiche Einführung dieser Mittel verhindert hatte. Das erfindungsgemäße Mittel zeigt auch eine ausgezeichnete Dauerwirkung, die z. B. der des Handelsproduktes N-methyldithiocarbamidsaurem Natrium eindeutig überlegen ist.
  • Die überlegene Wirkung des neuen Mittels geht aus folgendem Versuch hervor: Testtier: Aphelenchoides ritzemabosi (Blattnematoden) Larven in Vitro.
  • Auswertung nach 20 Stunden Einwirkungsdauer. Erde: normaler Kompost.
  • Relative Feuchtigkeit der Erde: 29,5 °/o. Temperatur der Erde: 19 bis 21'C.
  • Auswertung nach Aktivität der Larven (0 bis 1000/,), dabei ist vollständige Aktivität der Larven mit 01/(, vollständige Inaktivität mit 1000/, bezeichnet.
    Tabelle I
    Konz./1 Erde
    100 mg
    75 mg 50m 9 25 mg 20 mg 15 mg 10 mg 5 mg
    o,% o /o aia o/a o@'@ @;a
    Methylsenföl......................... 100 100 100 100 100 100 100 100
    N-methyldithiocarbaminsaures Natrium . 100 100 100 100 100 50 50 30
    Äthylsenföl .......................... 100 100 100 98 80 70 50 50
    Allylsenföl........................... 100 100 100 98 30 0 0 0
    Dichlorpropan-Dichlorpropen ......... 95 95 70 30 - - - -
    Äthylendibromid .................... 80 70 50 50 - - - -
    p-Chlorphenylsenföl .................. 100 100 70 0 0 - - -
    Phenvlsenföl.......................... 100 95 50 0 0 - - -
    Die gute Pflanzenverträglichkeit des neuen Mittels geht aus der folgenden Tabelle hervor: Phytotoxicitätsversuchbei Salatsorte nMaikönigTreib cc, Karenzzeit zwischen Aussaat und Endbehandlung 2 Tage. Bonitierung: 0 = keine Schädigung, normaler Pflanzenwuchs, 1 = geringe Schädigung, 2 = mäßige Schädigung, 3 = starke Schädigung, 4 = sehr starke Schädigung, 5 = kein Pflanzenwuchs.
    Tabelle II
    Konz./1 Erde 1100 mgl 75 mg 50 mg 25 mg
    (reiner Wirkst.) Methylsenföl .............. 0 0 0 0
    Phenylsenföl .............. 5 5 4 4
    p-Chlorphenylsenföl ........ 5 5 5 4
    Allylsenföl................. 4 2 1 1
    Dichlorpropan-Dichlorpropen 4 4 4 4
    Äthylendibromid .......... 4 3 3 3
    N-methyldithiocarbamid-
    saures Natrium ......... 1 1 0 0
    Kontrolle ................. 0 0 0 0
    (gedämpfte Komposterde)
    Die notwendige Karenzzeit wird für Dichlorpropa,n-Dichlorpropen in der Literatur mit 4 Wochen, für Äthylendibromid mit 3 bis 4 Wochen, für N-methyldithiocarbamidsaures Natrium mit 7 Tagen angegeben. Man kommt also bei dem neuen Mittel mit wesentlich geringeren Karenzzeiten aus, was von großer praktischer Bedeutung ist.
  • Die Dauerwirkung des Präparates wurde gegenüber dem als Handelsprodukt erhältlichen N-methyldithiocarbamidsauren Natrium geprüft. Als Testtiere dienten Aphelenchoides und Meloidogyne incognita var. acrita. Die relative Bodenfeuchtigkeit betrug 27 °/o, die Temperatur der Erde betrug 20,5°C. Es wurden 100 mg Substanz pro Liter Erde verwendet und nach 24 Stunden die Versuchstiere untersucht und das Ergebnis ausgewertet. Danach wurden die Versuchstiere durch neue ersetzt. In Tabelle III und IV sind die Ergebnisse mit Aphelenchoides beschrieben, während die Tabellen V und VI die Ergebnisse mit Meloidogyne wiedergibt.
    Tabelle III
    Zahl der inaktivierten Tiere
    in % nach
    1 2 3 1 4 [ 5
    Tag Tagen Tagen Tagen Tagen
    Methylsenföl ........ 100 100 ( 100 100 100
    N-methyldithiocarb- I
    amidsaures Natrium 100 100 60 40 30
    Bei Verwendung von 50 mg pro Liter Erde wurden folgende Ergebnisse erhalten:
    Tabelle IV
    Zahl der inaktivierten Tiere
    in °/o nach
    1 2 3 4 1 5
    Tag Tagen Tagen Tagen Tagen
    Methylsenföl ........ 100 100 50 , 50 30
    N-methyldithiocarb-
    amidsaures Natrium 100 ( 30 0 0 0
    Bei Verwendung von 100 mg Substanz pro Liter Erde wurden folgende Ergebnisse erhalten:
    Tabelle V
    Zahl der inaktivierten Tiere
    in °f. nach
    1 2 3 4 5
    Tag Tagen Tagen Tagen Tagen
    Methylsenföl ........ 100i 100 ( 100 ; 100 100
    N-methyldithiocarb-
    amidsaures Natrium 100I 100 90 30 0
    Bei Verwendung von 50 mg Substanz pro Liter Erde wurden folgende Ergebnisse beobachtet:
    Tabelle VI
    Zahl der inaktivierten Tiere
    in °/a nach
    1 i 2 3 4 5
    Tag Tagen Tagen 11 Tagen Tagen
    i
    Methylsenföl ........ 100 100 100 50 30
    i
    N-methyl-dithiocarb-
    amidsaures Natrium 100i 0 0 0 0
    Die Herstellung des Methylsenföls kann nach bekannten Methoden erfolgen. Sie kann z. B. durch Umlagerung des Methylthiocyansäureesters der Formel C H3 S C N durchgeführt werden.
  • Für die Anwendung der Substanz für die Nematodenbekämpfung sind zahlreiche, z. B. eine der folgenden Anwendungsformen möglich. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung als Emulsion oder als Lösung in organischen Lösungsmitteln. Auch die Verwendung des Methylsenföls allein ohne weitere Zusätze ist möglich. Beispiel 1 Es wird eine Lösung hergestellt, welche 20"/, Methylsenföl, 300/, Alkylphenolpolyglykoläther als Emulgator und 5001, Xylol als Lösungsmittel enthält. Wenn man 0,125 ccm pro Liter Erde injiziert, so erreicht man eine 100°/oige Wirkung .gegen Meloidogyne incognita var. acrita, (Wurzelgallennematoden) und gegen die Cysten von Heterodera rostochiensis in einer Anwendungskonzentration von 0,5 ccm pro Liter Erde.
  • Beispiel 2 Man stellt eine Lösung aus 10 °/° Methylsenföl und 90 01l0 Aceton her und wendet davon 1 ccm pro Liter Erde an. Das Mittel zeigt gegen die Cysten von Heterodera rost. und auch gegen Meloidogyne incognita var. acrita 100°/°ige Wirkung. Die Erfindung wird durch die angeführten Beispiele nur erläutert, nicht beschränkt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Mittel zur Anwendung im Pflanzenschutz als Bodenentseuchungsmittel zur Bekämpfung von cystenbildenden Nematoden, Blattnematoden, ektoparasitischen und endoparasitischen Nematoden, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Methylsenföl.
DESCH21106A 1956-11-16 1956-11-16 Mittel zur Bekaempfung von Nematoden Pending DE1032968B (de)

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DESCH21106A DE1032968B (de) 1956-11-16 1956-11-16 Mittel zur Bekaempfung von Nematoden
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Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1134241B (de) * 1959-04-22 1962-08-02 Schering Ag Mittel zur Bekaempfung von Nematoden
DE1141835B (de) * 1961-06-22 1962-12-27 Bayer Ag Methylisothiocyanat enthaltendes Mittel zur Bekaempfung von Nematoden, Bodenpilzen und Unkraeutern
DE1210618B (de) 1959-09-01 1966-02-10 Schering Ag Nematodizide Mittel
EP0230002A1 (de) * 1985-12-18 1987-07-29 Schering Aktiengesellschaft Mittel mit verbesserter nematozider Wirkung

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EP0230002A1 (de) * 1985-12-18 1987-07-29 Schering Aktiengesellschaft Mittel mit verbesserter nematozider Wirkung

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NL114005C (de) 1968-07-16

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