-
Die
Erfindung betrifft eine Offenend-Spinnvorrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
-
Derartige
Offenend-Spinnvorrichtungen sind im Zusammenhang mit Rotorspinnmaschinen
in verschiedenen Ausführungsformen
bekannt und in zahlreichen Schutzrechtsanmeldungen beschrieben.
-
Seit
langem sind beispielsweise Offenend-Spinnvorrichtungen bekannt,
bei denen die verschiedenen Spinnkomponenten in einem Spinnboxrahmen
angeordnet sind, der seinerseits aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt
ist.
-
Diese
bekannten, z.B. in der
DE
32 47 411 C2 beschriebenen Offenend-Spinnvorrichtungen weisen
einen Spinnboxrahmen auf, der aus wenigstens zwei am Maschinengrundgestell
einer Textilmaschine festlegbaren Seitenteilen, wenigstens zwei oberen
Verstrebungselementen sowie mindestens einem unteren Abstandshalter
besteht.
-
Die
Seitenteile und die Verstrebungselemente sind dabei über eine
Vielzahl von Schraubenbolzen miteinander verbunden, wobei die einzelnen Bauteile über Paßbohrung/Paßstift-Verbindungen aufwendig
ausgerichtet sind.
-
Nachteilig
bei derartigen Offenend-Spinnvorrichtungen ist unter anderem die
große
Anzahl von Paßbohrungen,
die notwendig sind, um den Spinnboxrahmen exakt fügen zu können.
-
Außerdem besteht
bei Schraubverbindungen stets die Gefahr, daß sie sich aufgrund der Erschütterungen
beim Lauf der Textilmaschine mit der Zeit lockern.
-
Das
heißt,
mit solchen Schraubverbindungen ist auf Dauer keine ausreichende
Steifigkeit eines Spinnboxrahmens zu gewährleisten, der neben der Spinnrotorlagerung
das Rotorgehäuse,
die Faserbandauflöseeinrichtung
sowie ein Deckelelement zum Verschließen des Rotorgehäuses während des Spinnbetriebes
aufnehmen muß.
-
Um
die vorbeschriebenen Nachteile zu vermeiden, ist man deshalb dazu übergegangen,
die verschiedenen Bauteile derartiger Spinnboxrahmen durch Elektroschweißen unlösbar zu
verbinden.
-
Beim
Elektroschweißen
besteht allerdings die Gefahr, daß es aufgrund großflächiger Erwärmung der
zu verschweißenden
Teile zu wärmespannungsbedingten
Verzügen
der einzelnen Bauteile kommt. Die Bauteile müssen daher nach dem Schweißen zunächst gerichtet
werden, bevor die Bohrungen zur paßgenauen Positionierung der
verschiedenen Spinnkomponente eingearbeitet werden können.
-
Zur
Vermeidung solcher wärmespannungsbedingter
Verzüge
ist deshalb bereits vorgeschlagen worden, die Einzelteile des Spinnboxrahmens
durch Laserschweißen
zu verbinden.
-
Die
DE 197 17 737 A1 beschreibt
solche Spinnboxrahmen, deren Bauteile im Laserschweißverfahren
gefügt
sind.
-
Da
bei diesem Fügeverfahren
die eingesetzte Energie exakt dosiert und der Bereich der Wärmezufuhr
durch Fokussierung des Laserstrahles sehr genau lokalisierbar ist,
ist eine großflächige Wärmebeeinflussung
der beteiligten Bauteile nicht gegeben. Ein Verzug der Bauteile
des Spinnboxrahmens tritt bei diesem Fügeverfahren nicht auf.
-
Ein
Spinnboxrahmen stellt allerdings an sich bereits ein relativ kostspieliges
Bauteil dar, das lediglich dazu dient, die verschiedenen Spinnkomponenten
einer Offenend- Spinnvorrichtung
exakt positioniert zu lagern und am Maschinenrahmen einer Textilmaschine
festzulegen.
-
Es
ist daher in der Vergangenheit bereits versucht worden, die Spinnkomponenten
einer Offenend-Spinnvorrichtung an einer Textilmaschine zu positionieren,
ohne daß dabei
ein spezieller Spinnboxrahmen zum Einsatz kommt.
-
-
Bei
dieser bekannten Offenend-Spinnvorrichtung sind die Spinnkomponenten,
zum Teil weitestgehend unabhängig
voneinander, direkt auf einen Längsträger des
Maschinengrundrahmens einer Textilmaschine montiert.
-
Das
Rotorgehäuse
ist dabei über
seitliche Flansche auf dem oberen Schenkel eines U-förmigen Trägers festgelegt
und weist eine rückwärtige Ausnehmung
auf, in der ein einzelmotorisch angetriebener Spinnrotor gelagert
ist.
-
Die
Frontseite des Rotorgehäuses
ist über einen
Deckel verschließbar,
der seinerseits schwenkbar am Rotorgehäuse festgelegt ist.
-
Beabstandet
zum Rotorgehäuse
ist an der Stirnseite des unteren Schenkels des U-förmigen Trägers eine
Faserbandauflöseeinrichtung
befestigt, die mit dem Rotorgehäuse
funktionell über
einen Faserleitkanal verbunden ist.
-
Die
gewählte
getrennte Anordnung der Spinnkomponenten hat sich während des
Spinnbetriebes allerdings als wenig vorteilhaft erwiesen, so daß sich diese
bekannten Offenend-Spinnvorrichtungen
in der Praxis nie durchsetzen konnten.
-
Ausgehend
vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Offenend-Spinnvorrichtung zu entwickeln, die einerseits
kostengünstig
herstellbar ist, und bei der andererseits gewährleistet ist, daß die verschiedenen
Spinnkomponenten exakt positionierbar sind.
-
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Offenend-Spinnvorrichtung
gelöst,
wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist.
-
Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
-
Durch
die Ausbildung des Rotorgehäuses als
zentrales, tragendes Bauteil hat die erfindungsgemäße Ausführungsform
den Vorteil, daß auf
einen komplexen Spinnboxrahmen zum Positionieren der verschiedenen
Spinnkomponenten völlig
verzichtet werden kann.
-
Das
heißt,
gemäß vorliegender
Erfindung bildet das beispielsweise über Befestigungslaschen lösbar am
Maschinenrahmen der Textilmaschine festlegbare Rotorgehäuse das
tragende Rückgrat der
erfindungsgemäßen Offenend-Spinnvorrichtung, an
dem die anderen Spinnkomponenten angebracht sind.
-
An
das Rotorgehäuse,
das wie im Anspruch 2 beschrieben, vorzugsweise aus einem metallischen
Werkstoff mit guter Wärmeleitfähigkeit,
gefertigt ist, ist direkt der einzelmotorische Antrieb für den Spinnrotor
angeschraubt. Ein solche Anordnung hat außerdem den Vorteil, daß die Transportluft,
die pneumatisch die Fasern von der Auflöseeinrichtung zum Spinnrotor
fördert
und dabei durch das Rotorgehäuse
strömt,
gleichzeitig auch den Antrieb des Spinnrotors kühlt.
-
Da
am Rotorgehäuse
außerdem
die Träger für ein eine
Faserbandauflöseeinrichtung
aufweisendes Deckelelement befestigt sind, stellt die erfindungsgemäße Ausbildung insgesamt
eine kostengünstige
und äußerst kompakte
Konstruktion dar.
-
Die
erfindungsgemäße Ausbildung
gewährleistet
außerdem,
daß die
räumliche
Zuordnung der einzelnen Spinnkomponenten auf das Genaueste eingehalten
wird und beispielsweise bei einem Austausch einzelner Spinnkomponenten
jederzeit reproduzierbar ist, was im Interesse eines guten Spinnergebnisses äußerst wichtig
ist.
-
Wie
im Anspruch 3 dargelegt und vorstehend bereits angedeutet, ist das
Rotorgehäuse
in vorteilhafter Ausführungsform
als Gußteil
gefertigt, wobei als bevorzugter metallischer Werkstoff beispielsweise
Aluminium Verwendung findet.
-
Ein
solches Fertigungsverfahren ermöglicht es,
insbesondere Serienteile kostengünstig
und paßgenau
herzustellen.
-
Die
im Anspruch 4 beschriebene Ausführungsform,
mit einer in das Rotorgehäuse
integrierten Magnetlagerstelle für
den berührungslos
gelagerten Spinnrotor, hat sich als äußerst vorteilhaft erwiesen.
-
Mit
einer solchen Anordnung wird auf einfache Weise sichergestellt,
daß der
Spinnrotor bezüglich
des Rotorgehäuses
stets eine exakt definierte Position einnimmt.
-
Irgendwelche
Justierarbeiten oder dergleichen sind bei Einbau des Spinnrotors
dabei nicht notwendig.
-
Das
Gehäuse
des elektromagnetischen Antriebes des Spinnrotors, das auch die
hintere Magnetlagerstelle für
den Spinnrotor aufweist, ist über Schraubenbolzen,
die die Rückwand
des Rotorgehäuses
von vorne durchfassen, am Rotorgehäuses festlegbar.
-
Die
in das Rotorgehäuse
integrierte vordere Magnetlagerstelle bildet gleichzeitig einen
Zentrieransatz, auf dem das Gehäuse des
Antriebes des Spinnrotors exakt positionierbar ist (Anspruch 5).
-
Wie
im Anspruch 6 dargelegt, ist des weiteren ein Gehäuse für die Steuerelektronik
des Spinnrotorantriebes vorgesehen. Dieses Gehäuse ist mit dem Gehäuse des
Spinnrotorantriebes direkt verbunden.
-
Auch
durch diese Anordnung wird die insgesamt sehr kompakte Bauweise
der erfindungsgemäßen Offenend-Spinnvorrichtung
unterstützt.
-
In
vorteilhafter Ausführungsform
sind die Träger,
an denen das die Faserbandauflöseeinrichtung
aufweisende Deckelelement begrenzt drehbar und abnehmbar gelagert
ist, wie im Anspruch 7 dargelegt, ebenfalls als Gußteile gefertigt.
-
Wie
vorstehend bereits im Zusammenhang mit dem Rotorgehäuse beschrieben,
bietet ein solches Fertigungsverfahren die Möglichkeit, Serienteile paßgenau und
kostengünstig
herzustellen.
-
Auch
die am Rotorgehäuse
festlegbaren Träger
bestehen vorzugsweise aus einem metallischen Werkstoff, beispielsweise
Aluminium.
-
Die
separat gefertigten und mit Paßbohrungen
versehenen Träger
sind dabei über
entsprechende Zentrierstifte sowie Schraubenbolzen paßgenau am
Rotorgehäuse
festlegbar und bilden dann mit dem Rotorgehäuse ein quasi einteiliges Bauteil
mit einer bezüglich
der Spinnrotorachse exakt positionierten Schwenkachse für das Deckelelement
(Anspruch 8).
-
Die
im Deckelelement angeordneten Spinnkomponenten sind daher bezüglich des
Spinnrotors ebenfalls stets exakt positionierbar.
-
Die
in entsprechenden Lagerstellen der Träger angeordneten Gleitbuchsen
(Anspruch 9) korrespondieren, wie bekannt, mit verstellbaren Zapfen
am Deckelelement und ermöglichen
sowohl ein leichtes Auf- und Zuschwenken des Deckelelementes als auch
bei Bedarf jederzeit ein schnelles und problemloses Auswechseln
dieses Bauteils.
-
Die
Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
-
Es
zeigt:
-
1 eine Seitenansicht einer
erfindungsgemäßen Offenend-Spinnvorrichtung,
-
2 eine Seitenansicht der
gegenüberliegenden
Seite der in 1 dargestellten
Offenend-Spinnvorrichtung,
-
3 eine Rückansicht der Offenend-Spinnvorrichtung,
-
4 das Rotorgehäuse der
erfindungsgemäßen Offenend-Spinnvorrichtung
mit angeflanschten Lagerarmen.
-
In
den 1 bis 3 ist die erfindungsgemäße Offenend-Spinnvorrichtung 1 in
verschiedenen Ansichten dargestellt. Die 1 zeigt dabei in Blickrichtung X die
linke Seite, 2 in Blickrichtung
X die rechte Seite und die 3 die
Rückseite
der Offenend-Spinnvorrichtung 1.
-
Die
Offenend-Spinnvorrichtung 1 weist als zentrales, tragendes
Bauteil ein aus einem gut wärmeleitfähigen Metall,
zum Beispiel Aluminium, gefertigtes Rotorgehäuse 2 auf, an dem über Paßstifte 16 beziehungsweise
Schraubenbolzen 17 paßgenau Träger 4 festgelegt
sind. Diese beispielsweise als Lagerarme ausgebildeten Träger 4 weisen
endseitig jeweils eine mit Gleitbuchsen 28 ausgestattete
Lagerstelle auf, die eine Schwenkachse 5 ein Deckelelement 6 bilden.
-
Das
Deckelelement 6, das das Rotorgehäuse 2 während des
Spinnbetriebes verschließt,
weist zu diesem Zweck eine Ringdichtung 22 auf, die an der
Vorderwand des Rotorgehäuses 2 anliegt.
-
In
das Deckelelement 6 ist außerdem eine Faserbandauflöseeinrichtung 23 integriert,
die, wie schematisch angedeutet, über eine vorzugsweise einzelmotorisch
angetriebene Auflösewalze 7 sowie einen
ebenfalls einzelmotorisch angetriebenen Faserbandeinzugszylinder 8 verfügt.
-
An
der Rückseite 26 des
Rotorgehäuses 2 ist außerdem das
Gehäuse
eines Antriebes 3 für
den Spinnrotor 21, dessen Rotortasse im unterdruckbeaufschlagbaren
Rotorgehäuse 2 umläuft, festgelegt.
-
Der
einzelmotorisch angetriebene Spinnrotor 21 ist dabei über Magnetlagern 24, 25 berührungslos abgestützt.
-
Derartig
angetriebene und gelagerte Spinnrotoren sind im Prinzip bekannt
und beispielsweise in der
EP
0 972 868 A2 relativ ausführlich beschrieben.
-
An
das Gehäuse
des Spinnrotorantriebes 3 ist ein Gehäuse 14 angeschlossen,
das die Steuerelektronik 15 für den Antrieb 3 aufnimmt.
Die Steuerelektronik 15 sorgt dabei dafür, daß der Spinnrotor 21 stets
mit vorgeschriebener Drehzahl rotiert. Das Rotorgehäuse 2 ist
außerdem,
wie. üblich, über eine Pneumatikleitung 10 an
eine (nicht dargestellte) Unterdruckquelle angeschlossen, die den
beim Spinnprozeß benötigten Unterdruck
bereitstellt.
-
Wie
in den 2 und 3 angedeutet, ist der Spinnrotorantrieb 3 an
der Rückwand 26 des
Rotorgehäuses 2 angeordnet
und überfaßt, wie
insbesondere anhand der Einzelheit Y der 1 ersichtlich, einen Zentrieransatz 29 im
Bereich der Rückwand 26 des
Rotorgehäuses 2.
-
In
diesen Zentrieransatz 29 ist außerdem die vordere Magnetlagerstelle 24 für den berührungslos gelagerten
Spinnrotor 21 integriert.
-
Der
während
des Spinnprozesses in der Offenend-Spinnvorrichtung 1 hergestellte
(nicht dargestellte) Faden wird über
ein Fadenabzugsröhrchen 9 aus
der Offenend-Spinnvorrichtung 1 abgezogen
und anschließend,
wie bekannt, mittels einer bekannten (nicht dargestellten Spulvorrichtung
zu einer Kreuzspule aufgewickelt.
-
Wie
aus 2 weiter ersichtlich,
ist am Deckelelement 6 außerdem, wie üblich, ein
Faserbandverdichter 19 angeordnet, über den das (nicht dargestellte)
Faserband der Faserbandauflöseeinrichtung 23 zugeführt wird.
-
Des
weiteren sind in dieser Ansicht schematisch der Antrieb 18 für den Faserbandeinzugszylinder 8 sowie
die Lagerkonsole 20 für
die Auflösewalze 7 erkennbar.
-
In 3 ist eine Rückansicht
der erfindungsgemäßen Offenend-Spinnvorrichtung 1 dargestellt.
-
Wie
angedeutet und vorstehend bereits erwähnt, sind an das Rotorgehäuse 2 über Paßstifte 16 und
Schraubenbolzen 17 Träger 4 angeflanscht.
Die Träger 5 weisen
endseitig eine Schwenkachse 5 für das Deckelelement 6 auf,
das das unterdruckbeaufschlagbare Rotorgehäuse 2 während des
Spinnbetriebes verschließt.
-
An
der Rückwand 26 des
Rotorgehäuses 2 ist
außerdem
der Antrieb 3 für
den Spinnrotor 21 erkennbar, der seinerseits mit dem Gehäuse 14 für die Steuerelektronik 15 verbunden
ist.
-
Unterhalb
des Antriebes 3 ist die Rückwand des Deckelelementes 6 sichtbar.
-
An
dieser Rückwand
des Deckelelementes 6 sind der Einzelantrieb 18 für den Faserbandeinzugszylinder 8 sowie
die Lagerkonsole 20 für
die als Außenläufer ausgebildete
Auflösewalze 7 angeordnet.
-
Die 4 zeigt eine perspektivische
Darstellung eines als zentrales, tragendes Bauteil ausgebildeten,
vorzugsweise aus Aluminium gefertigten Rotorgehäuses 2.
-
Wie
ersichtlich, sind an der Rückseite
des Rotorgehäuse 2 in
dessen Außenbereich über Paßstifte 16 beziehungsweise
Schraubenbolzen 17 Träger 4 paßgenau festgelegt.
-
Wie
weiter angedeutet, sind in die Rückwand 26 des
Rotorgehäuses 2 im
Bereich des Zentrieransatzes 29 außerdem Bohrungen eingelassen,
in denen Schraubenbolzen 27 festlegbar sind, die den Antrieb 3 des
Spinnrotors 21 am Rotorgehäuse 2 arretieren.