DE1091708B - Verfahren zur Herstellung eines biologisch wirksamen Zahn- und Mundpflegemittels - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines biologisch wirksamen Zahn- und Mundpflegemittels

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DE1091708B
DE1091708B DEE17685A DEE0017685A DE1091708B DE 1091708 B DE1091708 B DE 1091708B DE E17685 A DEE17685 A DE E17685A DE E0017685 A DEE0017685 A DE E0017685A DE 1091708 B DE1091708 B DE 1091708B
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dental
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Dr Georg Mattig
Dr Hans Schmitt
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Muelhens GmbH and Co KG
Original Assignee
Eau de Cologne und Paerfumerie Fabrik Glockengasse No 4711 Gegenueber der Pferdepost von Ferd Muelhens
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    • AHUMAN NECESSITIES
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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines biologisch wirksamen Zahn-und Mundpflegemittels Die Erfindung bezieht sich auf ein neues Herstellungsverfahren für Zahn-und Mundpflegemittel, wie Zahncreme, Zahnpulver, Mundwasser, Pastillen, Sprühflüssigkeiten oder Gelpräparate, die durch einen Gehalt an einem neuartigen Wirkstoff einen normalisierenden und hygienischen Effekt in der Mundhöhle bewirken.
  • Mit den derzeitig bekannten Zahn-und Mundpflegemitteln wird neben der mechanischen Reinigungswirkung in der Regel nur eine desodorierende, antiseptische, bakterizide bzw. bakteriostatische oder andere immer nur einseitige, z. B. adstringierende Wirkung angestrebt. Die hierzu verwendeten Stoffe, wie z. B. Jod, haben sich zum Teil als gesundheitsschädlich erwiesen. Chlorophyllderivate, in einer Zahnpaste untergebracht, können infolge ihrer unlöslichen adsorptiven Bindung an Kreide überhaupt keine Wirkung ausüben. Bakterizide bzw. bakteriostatische Stoffe in Zahnpflegemitteln entwickeln, wenn überhaupt, nur einen höchst oberflächlichen und in der Regel schnell vorübergehenden Effekt. Es ist bekannt, daß dabei häufig der Oberflächenschutz von Zahn und Zahnfleisch, insbesondere durch eine Schädigung der Speichelfunktion, verlorengeht. Das gleiche gilt auch für die Verwendung antibiotisch wirksamer Stoffe in Zahnpasten, die oft zu einer pathologischen Entwicklung von gewissen Pilzarten in der Mundhöhle geführt haben.
  • Es wurde nun überraschenderweise festgestellt, daß durch die Zugabe von lipopolysaccharidartigen oberflächenaktiven Substanzen, die aus einem aerobwachsenden gramnegativen proteusartigen peritrich begeißelten Stäbchenbakterium, das Zucker nicht vergärt und keine Hämolyse hervorruft, gewonnen wurden, ein Zahn-und Mundpflegemittel, z. B. eine Zahnpaste, erhalten wird, die auf ganz neuartige Weise eine generelle Stabilisierung der normalen physiologischen Vorgänge in der Mundhöhle bewirkt, so daß eine Festigung und Regenerierung des Zahnfleisches erreicht wird und lytische Prozesse im Bereich der Zähne, z. B. Karies, durch schädliche Mikroorganismen weitestgehend verhindert werden können. Diese Wirkungen sind darauf zurückzuführen, daß die aus dem beschriebenen begeißelten Stäbchenbakterium, von dem eine Stammkultur unter der Katalog Nr. ATCC 13 731 bei der American Type Culture Collection, 2112 M Street N. W., Washington 7, D. C., USA., hinterlegt worden ist, gewonnenen Substanzen die natürlichen Speichelfunktionen unterstützen und aktivieren und gleichzeitig eine Normalisierung der Mundflora herbeiführen.
  • Es ist bekannt, daß der menschliche Organismus gegen eine Reihe von Krankheiten dadurch immunisiert werden kann, daß man ihm abgetötete Erreger percutan einverleibt. Es ist weiterhin bekannt, daß man bei Infektionskrankheiten auch die Serumtherapie mit Erfolg anwendet, insbesondere auch bei denjenigen Infektionskrankheiten, die in der oder über die Mundhöhle auftreten, wie Scharlach und Diphtherie. Zahnkaries und die Entzündungen des Zahnfleisches (Parodontopathien) gehören jedoch nicht zu den Infektionskrankheiten. Sie können daher auch durch Arzneimittel, Seren od. dgl. nicht behandelt werden. Es handelt sich hier vielmehr um einen chemischbakteriellen Prozeß in oder an der Mundschleimhaut, der nicht durch bakterizide Mittel verhindert werden kann, sondern höchstens durch eine biologische Umstimmung des funktionellen Geschehens in der Mundhöhle.
  • An 20 000 Männern, Frauen und Kindern, und zwar in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Italien und in hochalpinen Gebieten Österreichs, wurden langjährige spezifische bakterioskopische Untersuchungen durchgeführt.
  • Bei der großen Untersuchungsreihe fiel ein Mikroorganismus in der Mundhöhle auf, der regelmäßig bei Mundgesunden, aber auch bei manchen Zahnerkrankten anzutreffen war. Darüber hinaus wurde festgestellt, daß er auch im Schleim des Verdauungstraktus regelmäßig gefunden wurde, wie zahlreiche Stuhluntersuchungen beweisen. Es wurde daher eine systematische bakteriologische Untersuchung dieses Bakteriums durchgeführt mit dem Ziel, die Gruppenzugehörigkeit zu ermitteln.
  • Folgende Ergebnisse wurden sichergestellt : Es handelt sich um ein aerobwachsendes, bewegliches, peritrich begeißeltes Kurzstäbchenbakterium, das gramnegative Eigenschaften besitzt und auf festen Agamährböden ein Schwärmvermögen mit gelegentlicher Ringbildung, ähnlich der des Bact. helixoides und einigen Proteus-Arten, sowie wandernden Bodenbakterien zeigt. In Gelatineröhrchen (10°/oig) sowie auf Blutagar war keine significante Verflüssigung zu bemerken. Das Bakterium besitzt keine Hamolysierfähigkeit, was gegenüber Erythrocyten von Rider-, Hammel-, Pferde-, Kaninchen-, Meerschweinchen-, Hühner-und Menschenblut auf Blutagarplatte und in Nährbouillon geprüft wurde. Weder Lactose noch andere Zucker, wie Dextrose und Maltose, werden vergärt, und die Probe auf die Bildung von Indol und Schwefelwasserstoff war negativ.
  • Der erfindungsgemäße Bakterienwirkstoff scheint exogener Natur zu sein und sich an der Peripherie des apathogenen, im Schleim Iebenden Stäbchenbakteriums zu befinden. Wahrscheinlich stammt er aus den peripher angeordneten Geißeln. Es wurde nämlich festgestellt, daß es leicht gelingt, durch Abschwemmen der auf Nähragarplatten dicht gewachsenen Bakterien, Durchschütteln der Suspension zum Ablösen der Geißelfäden und Abtrennen der Bakterienleiber in an sich bekannter Weise, z. B. durch Filtrieren oder Zentrifugieren, eine Lösung zu erhalten, in der die lipopolysaccharidartigen, oberflächenaktiven Stoffe vorhanden sind, die bei Zugabe zu Zahn-und Mundpflegemitteln die oben angegebene Wirkung hervorrufen.
  • Als besonders geeignet zur Isolierung der Wirkstoffe hat sich wegen ihrer oberflächenaktiven Eigenschaften das Verfahren nach der deutschen Patentschrift 960 239 gezeigt. Nach diesem Verfahren wird die Bakterienaufschlemmung in einerDestillationsvorrichtung zur Schaumbildung veranlaßt, wobei man die Schaumblasen zerplatzen läßt. Die beim Zerplatzen der Blasen entstehenden feinen Flüssigkeitströpfchen, in denen die oberflächenaktiven Wirksubstanzen angereichert sind, werden mittels des Gasstromes, durch den die Flüssigkeit zur Schaumbildung veranlaßt wird, von Flüssigkeit, Schaum und größeren Tröpfchen getrennt und in einer Vorlage aufgefangen. Das Verfahren wird vorzugsweise bei vermindertem Druck durchgeführt, wobei die Temperatur der Bakteriensuspension bei der Zerschäumung 40° C nicht übersteigen soll.
  • Die so erhaltene klare bakterienfreie Lösung, welche die oberflächenaktiven Bakterienwirkstoffe enthält, kann den üblichen Zahn-und Mundpflegemitteln zugefügt werden.
  • Die Wirkstoffe sind hochmolekulare Lipopolysaccharide und enthalten, wie Analysen der hydrolytischen Abbauprodukte zeigten, verschiedene Zucker, Aminosäuren und höhere Fettsäuren.
  • Polysaccharide bakteriellen Ursprungs zeigen im allgemeinen toxische oder zumindest pyrogene Wirkung.
  • Der ebenfalls überwiegend aus Polysacchariden bestehende Wirkstoff gemäß der Erfindung ist jedoch frei von diesen Eigenschaften, wie Injektionen an Mäusen und auch an Menschen gezeigt haben.
  • Auf Grund seiner oberflächenaktiven Eigenschaften reichert sich der Wirkstoff, insbesondere bei Verwendung in schäumenden Zahn-und Mundpflegemitteln, an der Oberfläche der Schaumblasen an ; gleichzeitig wird er an der Schleimhaut der Mundhöhle fixiert und übt dort eine günstige Wirkung aus. Vorzugsweise sollen daher den erfindungsgemäß hergestellten Zahn-oder Mundpflegemitteln noch zusätzlich bekannte Schaummittel zugefügt werden.
  • Im folgenden wird an einem Beispiel die Gewinnung des Wirkstoffes aus dem angegebenen Bakterienstamm näher erläutert.
  • Eine Reinkultur des oben näher beschriebenen Bakteriums wird auf 70 Fernbachschalen mit Endoagar übertragen und in einem Brutschrank 48 Stunden lang bei 30° C gehalten. Nach einer genauen Kontrolle der mit Indikator versehenen Endoagarschalen auf eventuelle Säurebildung durch Fremdorganismen wird jede Schale mit 1000 cm3 aqua dest. aufgefüllt und der aerobwachsende Bakterienrasen unter Schütteln abgeschwämmt. Die gesammelten 70 I der Bakteriensuspension werden dann in ein 100-1-Gefäß einer Vakuumapparatur eingebracht, worauf bei einem Druck von 15 mm Hg und bei einer Temperatur von 30°C unter Durchleiten von Luft die Zerschäumung und Überführung der oberflächenaktiven Bakterienwirkstoffe in die Vorlage durchgeführt wird.
  • Zwischen Destilliergefäß und Kühler ist eine modifizierte Widmerkolonne angeordnet, um ein Hinüberreißen von bakterienhaltigen Tropfen in die Vorlage zu verhindern.
  • Der Kühler wird mit einer Eissole gekühlt.
  • Nachdem etwa 501 in die Vorlage übergegangen sind, wird die Schaumzerstäubung abgebrochen und der Inhalt der Vorlage zur Sicherheit durch Erhitzen auf 60°C sterilisiert bzw. inaktiviert. Die so erhaltene Lösung enthält pro cm3 etwa 60 bis 100 y des lipopolysaccharidartigen Bakterienwirkstoffes (Bestimmungnach Molisch, vgl. Flaschenträger, Physiologische Chemie, Bd. I, S. 278 [1951]).
  • Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Zahn-und Mundpflegemittel kann diese Wirkstofflösung dann unmittelbar verwendet werden.
  • Beispiel 1 Zahnpasten Bakterienwirkstofflösung (in 1 cm3 60 y Wirkstoff).......... 1, 0 °/0 Gefällte Kreide, extraleicht.......... 48, 0 °/0 Bindemittel, z. B. Natrium-carboxymethylcellulose................... 1, 0 °l0 Glycerin .............................. 10,0% Aromastoffe ........................... 1,0% Aqua dest. 39, 0 °/0 Beispiel 2 Zahnpasten Wirkstofflösung wie im Beispiel l..... 0, 7% Gefällte Kreide ....................... 35,0% Glycerin .............................. 20,0% Aqua dest. ............................ 35,0% Schaummittel, z. B. Ölsäuremethyltaurin 5,3% Geschmacks-und Geruchsstoffe...... 1, 7 °/0 Pflanzenextrakte (Pfefferminzöl)...... 0, 3 oxo Bindemittel, z. B. Pflanzenschleim.... 1, 8 °/0 Konservierungsmittel............... 0, 2 °/o Beispiel 3 Mundwasser Alkohol.......................... 72, 75°/0 Bakterienwirkstofflösung wie im Beispiel 1 ............................. 25,0 % Oleum Cinnamoni # zu gleichen Teilen 0,25% Oleum M@@idis Oleum Macidis}0'/" Oleum Caryophylli} zu gleichen Teile 0 5 °/ Oleum Citri I Oleum Mentae piperitae............ 1, 0 % Carmin .............................. 0,5 % Beispiel 4 Mundwasser Alkohol........................... 57, 0% Wirkstofflösung 20, 0 °/0 Glycerin........................... 8, 0 °/0 Geschmacks-und Geruchsstoffe....... 6, 0 °/o Schaummittel, z. B. ein Kondensationsprodukt aus Olsäure und Eiweißabbauprodukten .................... 9, 0 °/0 Die nach diesen Beispielen erhaltenen Mundpflegemittel haben sich bereits in der Praxis sehr gut bewährt. Schon nach kurzer Gebrauchszeit waren die in der Mundhöhle vorhandenen körpereigenen physiologischen Abwehrkräfte, insbesondere des Speichels, so aktiviert, daß sie exogenen Noxen in gesteigertem Maß entgegenwirken konnten, so daß keine Entzündungen und Parodontalschaden mehr auftraten. Auf Grund einer besseren Durchblutung des Gewebes kam es zu einer Normalisierung der Epitheldecke der Mundschleimhaut, so daß der Speichel seine volle Schutzfunktion gegenüber Zahn-und Epithelzellen wieder ausüben konnte. Der Wirkstoff kann in jeder geeigneten Art für Zahn-und Mundpflegemittel, z. B. als Zahnpasta, Mundwasser, Sprühflüssigkeit, Gelpräparat oder in Form von Pastillen u. dgl., z. B. als Gummibonbon oder Kaugummi, in die Mundhöhle eingebracht werden, um dann dort seine Wirkung zu entfalten.
  • PATENTANSPRVCHE 1. Verfahren zur Herstellung eines biologisch wirk- : samen Zahn-und Mundpflegemittels, dadurch gekennzeichnet, daß man die gramnegativen proteusartigen, peritrich begeiBelten Stabchenbakterien, die unter der Stammbezeichnung ATCC 13 731 bei der American Type Culture Collection, 2112 M Street N. W., Washington 7, D. C., USA., hinterlegt sind und die Zucker nicht vergären und keine Hämolyse hervorrufen, aerob züchtet, vom Nährboden abschwemmt, die Bakteriensuspension kräftig durchschüttelt und die Bakterienleiber in an sich bekannter Weise von der die Geißelsubstanzen enthaltenden Lösung abtrennt und die erhaltene Wirkstofflösung einem Zahn-und Mundpflegemittel zufügt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Abtrennung der Bakterienleiber von der Wirkstofflösung in an sich bekannter Weise durch Schaumzerstäubung vornimmt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man der Wirkstofflösung oder dem Zahn-und Mundpflegemittel ein übliches Schaummittel zusetzt.
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