DE1092933B - Verfahren zur Herstellung amoebicid wirksamer Ester von p-Oxy-N-dichloracet-N-alkyl-aniliden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung amoebicid wirksamer Ester von p-Oxy-N-dichloracet-N-alkyl-anilidenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung therapeutisch wertvoller amoebicid wirkender
Acetanilidester der allgemeinen Formel
CLCHCON
worin R eine niedere Alkylgruppe bedeutet.
Es ist zwar schon bekannt, daß N-acylierte m-Oxyanilin-Verbindungen
amoebicide Wirkungen aufweisen. Hieraus konnte jedoch nicht gefolgert werden, daß auch
die erfindungsgemäß hergestellten Verbindungen solche Wirkungen besitzen.
Verbindungen der allgemeinen Formel I werden in an sich bekannter Weise durch Reaktion von Verbindungen
der allgemeinen Formel
HN —<
wobei R die oben angegebene Bedeutung besitzt, mit einem Dichloracylierungsmittel hergestellt. Die Reaktion
kann in Gegenwart eines säurebindenden Mittels ausgeführt werden.
Die amoebicide Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Verbindungen wurde bei Tieren in der folgenden Weise
nachgewiesen. Die Technik ist im wesentlichen diejenige, wie sie von Jones (Annals of Tropical Medicine and
Parasitology, 1946, 40, S. 130) beschrieben wurde, wobei soeben entwöhnte Ratten intracaecal mit Trophozoiten
von Entamoeba histolytica geimpft werden. Beginnend mit dem Tage nach der Impfung, werden jedem Tier aus
einer Gruppe von Ratten fünf Tagesdosen der zu prüfenden Droge mittels einer Magensonde verabfolgt; die Tiere
werden 1 Tag nach Verabfolgung der letzten Dosis getötet. Der Blinddarm jeder Ratte wird sowohl mikroskopisch
als auch makroskopisch untersucht, und bei jeder Ratte wird der Grad der Infektion nach einer willkürlich
gewählten Skala bewertet. Für jede Gruppe wird dann der durchschnittliche Infektionsgrad berechnet,
nachstehend als A. D. I. bezeichnet. Man sieht eine Verbindung als amoebenabtötend an, wenn der A. D. I. der
behandelten Gruppe geringer ist als die Hälfte des A. D. I. der nicht behandelten Kontrollgruppe. Bei hochwirksamen
Drogen werden die Ratten völlig von den Amoeben befreit, und der A. D. I. ist dann gleich Null. In der nachstehenden
Tabelle ist das bei dem obigen Test mit der erfindungsgemäßen Verbindung 4-Benzoyloxy-N-dichloracet-N-methylanüid
erhaltene Ergebnis verzeichnet. Es werden hierbei Einzelheiten über die Höhe der Tagesdosen
der Testverbindung sowie der Wirksamkeit angegeben. Die »Wirksamkeit« wird hierbei definiert als die
Verfahren zur Herstellung
amoebicid wirksamer Ester von p-Oxy-
N-dichloracet-N-alkyl-aniliden
Anmelder:
Boots Pure Drug Company Limited,
Nottingham (Großbritannien)
Nottingham (Großbritannien)
Vertreter: Dr. M. Eule, Patentanwalt,
München 13, Kurfürstenplatz 2
München 13, Kurfürstenplatz 2
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 3. November 1955
Großbritannien vom 3. November 1955
Peter Oxley, Gerald Woolfe,
Norman William Bris'tow, James Fräser,
Norman William Bris'tow, James Fräser,
George Alfred Harrison Williams
und Eric Charles Wilmshurst, Nottingham
und Eric Charles Wilmshurst, Nottingham
(Großbritannien),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
Zahl, welche man erhält, wenn man den bei der Kontrollgruppe erhaltenen A. D. I. dividiert durch den A. D. I.
der behandelten Gruppe (wobei jede Zahl das Ergebnis eines Versuches darstellt). Eine auf diese Weise erhaltene
Zahl, welche größer ist als 1, bedeutet also, daß die Testverbindung eine amoebicide Wirkung zeigt. Je größer
diese Zahl ist, desto höher ist auch die Wirksamkeit. Im Falle einer vollständigen Austreibung der Amoeben
durch die Testverbindung kann man daher die »Wirksamkeit« als unendlich groß bezeichnen.
| Verbindung | Tagesdosis (mg/kg) |
»Wirksamkeit« |
| 4-Benzoyloxy-N-dichlor- acet-N-methylanilid ... J |
200 50 |
unendlich unendlich |
Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der vorliegenden Erfindung:
Bei der Herstellung von 4-Benzoyloxy-N-dichloracet-N-methylanilid
wird eine Lösung von 3 g Dichloracetylchlorid in 4 cm3 Benzol langsam unter Rühren einem
009 648/406
Gemisch aus 4 g 4-Methylaminophenyl-benzoat, 25 cm3
Benzol, 25 cm3 Wasser und 4 g Natriumacetat hinzugesetzt. Nach vollendetem Zusatz wird das Reaktionsgemisch weitere 10 Minuten lang gerührt, worauf die
Benzolschicht abgetrennt und mit 30 cm3 2n-Salzsäure, 30 cm3 einer 5%igen Natriumcarbonatlösung sowie
30 cm3 Wasser gewaschen wird. Die gewaschene Benzollösung wird über kristallwasserfreiem Magnesiumsulfat
getrocknet und unter vermindertem Druck bis zur Trockne eingedampft. Man erhält auf diese Weise
4-Benzoyloxy-N-dichloracet-N-methylanilid in Formeines
kristallinen festen Körpers mit einem Schmelzpunkt von 114bis 1170C. (DieAnalyseergab4,5%N; C16H13O3NCl2
erfordert 4,1 % H.)
Das bei dem obigen Vorgang als Ausgangsstoff verwendete 4-Methylaminophenyl-benzoat wird in der
folgenden Weise hergestellt: Ein Gemisch aus 100 g p-MethylaminophenoI-sulfat, 200 cm3 Ameisensäure und
4 g Natriumformiat wird 1 Stunde lang am Rückfluß erhitzt und dann unter vermindertem Druck bis zur
Trockne eingedampft. Der Rückstand wird mit Wasser verrieben. Der feste Körper wird abfiltriert, im Vakuum
getrocknet und aus Benzol umkristallisiert. Man erhält auf diese Weise Formo-4-oxy-N-methylanilid in Form
eines kristallinen festen Körpers mit einem Schmelzpunkt von 105 bis 1060C. (Die Analyse ergab 9,4% N; C8H9O2N
erfordert 9,3% N.) Eine Lösung von 15,1g Formo-4-oxy-N-methylanilid
in 75 cm3 einer 7%igen Natronlauge mit einem Gehalt von etwa 50 g Eis setzt man
13 cm3 Benzoylchlorid hinzu; das sich dabei ergebende Gemisch wird 20 Minuten lang geschüttelt. Der sich abscheidende
Niederschlag wird abnitriert und zweimal aus Alkohol umkristallisiert. Man erhält auf diese Weise
4-(Formo-N-methylamido)-phenyl-benzoat in Form eines kristallinen festen Körpers mit einem Schmelzpunkt von
122 bis 123°C. (Die Analyse ergab 70,2 C, 5,4 H, 5,3 N; C15H13O3N erfordert 70,6 C, 5,1 H sowie 5,5% N.) Man
erhitzt ein Gemisch aus 13,55 g 4-(Formo-N-methylamido)-phenyl-benzoat und 100 cm3 η-Salzsäure am
Rückfluß, bis man eine klare Lösung erhält. Diese Lösung wird gekühlt und einer im Überschuß vorhandenen
5n-Natronlauge hinzugesetzt. Der dabei ausgefällte Niederschlag wird abfiltriert, mit 25 cm3 n-Natronlauge
sowie 50 cm3 Wasser gewaschen, im Vakuum getrocknet und aus Alkohol umkristallisiert. Man erhält auf diese
Weise 4-Methylaminophenyl-benzoat in Form eines kristallinen festen Körpers mit einem Schmelzpunkt von
125 bis 126° C. (Die Analyse ergab 73,5 % C, 5,7 % H und 6,4% N; C14H13O2N erfordert 74,0% C, 5,7% H sowie
6,2% N.)
Bei der Herstellung von 4-Benzoyloxy-N-dichloracet-N-methylanilid
wird ein Gemisch aus 4,54 g 4-Methylaminophenyl-benzoat, 3,5 g Dichloracetylchlorid und
cm3 Benzol am Rückfluß erhitzt, bis die Entwicklung von Chlorwasserstoffgas aufhört.
Die sich dabei ergebende Lösung wird mit 30 cm3 Wasser, 50 cm3 einer 5%igen Natriumcarbonatlösung und
cm3 Wasser gewaschen, über kristallwasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet und unter vermindertem
Druck bis zur Trockne eingedampft. Man erhält auf diese Weise 4-Benzoyloxy-N-dichloracet-N-methylanilid
in Form eines kristallinen festen Körpers, welcher identisch ist mit dem Produkt des Beispiels 1.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung amoebicid wirksamer Ester von p-Oxy-N-dichloracet-N-alkyl-aniliden der
allgemeinen Formel
-O-C
CLCHCON
wobei R eine niedere Alkylgruppe bedeutet, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verbindung der allgemeinen
Formel
HN
-O-C
(Π)
wobei R die oben angegebene Bedeutung besitzt, in an sich bekannter Weise mit einem Dichloracylierungsmittel
umgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Dichloracylierungsmittel Dichloracetylchlorid
verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Gegenwart eines
säurebindenden Mittels durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung
der obengenannten allgemeinen Formel II 4-Methylaminophenol-benzoat
verwendet wird.
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