DE1094986B - Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten vom Molekulargewicht etwa 90 000 bis 1000 000 aus Estern der Acryl- oder Methacrylsaeure - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten vom Molekulargewicht etwa 90 000 bis 1000 000 aus Estern der Acryl- oder Methacrylsaeure

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DE1094986B
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten vom Molekulargewicht etwa 90 000 bis 1 000 000 aus Estern der Acryl- oder Methacrylsäure Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten von Estern der Acryl-oder Methacrylsäure mit beachtlich höheren Molekulargewichten, als nach dem bekannten Verfahren unter Anwendung von Natrium oder Kalium als Katalysator erreicht wird, wobei aber die Molekulargewichte immerhin nicht so hoch gesteigert werden, daß sie in der praktischen Verarbeitung, wie beim Formen oder Spritzen, Schwierigkeiten ergeben (etwa 90 000 bis 1000 000).
  • Es wurde gefunden, daß ein Katalysatorgemisch von (a) Natrium oder Kalium mit (b) Lithium, Calcium, Strontium oder Barium in der Form von Salzen einer Lewis-Säure mit einem pKorWert von etwa 16 bis 36 und in Abwesenheit eines kettenabbrechenden Mittels die Polymerisation von gewissen Estern der Acrylsäure und der Methacrylsäure einzuleiten vermag und Polymere von mäßig großer Molekulargröße ergibt. Indem man das Verhältnis der Bestandteile (a) und (b) des Katalysatorgemisches variiert, lassen sich die Molekulargrößen der entstehenden Polymeren in den Grenzen abstimmen, in denen die Eigenschaften der Kunststoffe ein Optimum für solche Verwendungzwecke wie Formen, Spritzen, Überziehen usw. bieten. Nach der Erfindung werden Polymerisate bestimmten Molekulargewichts zwischen etwa 90 000 und etwa 1 000 000 hergestellt, indem man in einem inerten Lösungsmittel unter wasserfreien Bedingungen einen Ester von Acryl- oder Methacrylsäuren mit einer Hydroxylverbindung, die einen Alkylrest mit nicht mehr als 8 C-Atomen, einen Alkenylrest mit 3 bis 18 C-Atomen, einen Benzylrest, einen Phenylrest oder einen alicyclischen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 10 C-Atomen enthält, mit einem Katalysatorgemisch zur Polymerisation bringt, welches a) Natrium oder Kalium und b) ein Salz der oben definierten Art des Lithiums, Calciums, Strontiums oder Bariums enthält, wobei das Verhältnis der Katalysatoren (a) und (b) so gewählt wird, daß Polymerisate höherer Molekulargewichte als bei alleiniger Anwendung von Natrium-oder Kaliummetall entstehen. Das Mengenverhältnis der beiden Katalysatoren (a) und (b), das zu den gewünschten Molekulargewichten mittlerer Größe führt, ist in einem gewissen Umfange von der Art des zu polymerisierenden Esters und von der Art der angewandten Metallverbindungen abhängig. Wenn Metallsalze von Lewis-Säuren angewendet oder in situ hergestellt werden, liegt das günstige Verhältnis a : b etwa zwischen 0,6:1 und 0,1:1, berechnet auf Basis der beiderseitigen Metallatome, wenn Methacrylsäureester, insbesondere Methyl-, Äthyl-, Propyl- oder Butylester, verarbeitet werden. Vorzugsweise wählt man Verhältnisse von 0,5:1 bis 0,2:1. Handelt es sich dagegen um Ester der Acrylsäure, so soll das Natrium oder Kalium gegenüber dem Lithium, Calcium, Strontium oder Barium überwiegen. Hier kommen in Frage Verhältnissevon 10:1 bis 1:1, vorzugsweise von 6:1 bis 4:1.
  • Diese Verhältniszahlen erfahren eine gewisse Änderung; wenn eines der Metalle als wasserfreies Salz einer starken anorganischen Säure, z. B. der Chlorwasserstoffsäure, angewandt wird, dann können sowohl höhere als niedrigere Verhältniszahlen je nach dem Charakter des Reaktionssystems im ganzen günstig sein. Ein geeigneter Weg zur Herstellung des Katalysatorsystems besteht darin, die zwei Arten von Metallen in einem inerten Lösungsmittel zu dispergieren, in dem die Polymerisation durchgeführt werden kann. Das Gemisch wird dann mit kleinen Mengen einer Lewis-Säure behandelt, bis die Farbe der Metalldispersion verschwunden ist. Beispielsweise mischt man 0,013 Gewichtsteile Natriummetall und 0,011 Teile Lithiummetall in 30 Teilen flüssigem Ammoniak bei 700 C, rührt und setzt so lange kleine Mengen von Methylisobutyrat zu, bis die blaue Färbung verschwindet.
  • Dies ergibt ein Katalysatorsystem, das wirksam Methacrylester und Acrylester zu Polymerisaten mäßig hoher Molekulargewichte polymerisiert.
  • Eine andere Methode zur Herstellung eines Katalysatorsystems nach der Erfindung besteht darin, daß man Natrium oder Kalium mit einem trockenen, löslichen Salz von Lithium-, Calcium-, Strontium- oder Bariummetall und einer starken anorganischen Säure mischt oder daß man Lithium, Calcium, Strontium oder Barium als Metall mit einem trockenen, löslichen Salz des Natriums oder Kaliums mischt. Als Kriterium für die Löslichkeit gilt die Löslichkeit dieser anorganischen Salze in Wasser. Das Gemisch wird mit einer Lewis-Säure von pKa 16 bis 36 titriert, bis die Färbung des freien Metalls verschwunden ist. Das Mischen erfolgt in einem wasserfreien inerten Lösungsmittel, in dem sich die Polymerisation durchführen läßt. Am günstigsten ist es wohl, wenn man die eine Art von Metall mit einem Lösungsmittel mischt, mit einer Lewis-Säure titriert und dann ein Salz des Metalls der anderen Klasse zugibt, um das gewünschte Verhältnis der beiden Metalle herzustellen, wobei mindestens eines der Salze ein solches einer Lewis-Säure ist.
  • Die im Katalysatorsystem benutzte Lewis-Säure muß einen pKa-Wert von 16 bis 36 besitzen. Typische Stoffe dieser Art sind aufgezählt in Hammett Physical Organic Chemistry, McGraw-Hill Book Co., New York, 1940. Die Basizität der Salze von Lewis-Säuren nimmt mit der Zunahme des pKa-Wertes zu, wobei die katalysierende Wirkung sich in der gleichen Richtung steigert. Die Salze von Lewis-Säuren können in der oben angegebenen Weise hergestellt werden, man kann sie aber auch unabhängig von dem Lösungsmittelsystem zubereiten, in dem sie verwendet werden sollen, vorausgesetzt, daß nicht freie Lewis-Säure in solchen Mengen anwesend ist, daß sie als Kettenabbrecher wirkt. Infolgedessen muß man bei der Herstellung von Salzen der verhältnismäßig stärkeren Lewis-Säuren Methoden anwenden, die keine nennenswerten Konzentrationen der freien Lewis-Säuren entstehen lassen. Beispielsweise ist es zweckmäßig, bei der Herstellung eines Alkalialkylats keinen freien Alkohol, sondern einen wasserfreien Carbonsäurealkylester anzuwenden, welcher dann das Alkalialkylat durch Verseifung mit dem Metall bildet. Wasser muß ebenso wie freies Alkanol vermieden werden, da sie als Kettenabbrecher wirken können. Beispielsweise sind verwendbar Methylerotonat, Methylisobutyrat, n-Butylacetat oder -propionat oder Diäthylmalonat als typische Ester zum Titrieren des oder der Metalle. Anwendbar sind auch Metallaryle, wie Phenylnatrium oder Fluorenyllithium, Metallaralkyle, Metallamide, Metalldiphenylamide, Metallindenyle usw. Die Herstellung dieser Katalysatoren gehört nicht zum Gegenstand der Erfindung.
  • Als zur Polymerisation befähigte Verbindungen werden bevorzugt Ester von Methacrylsäure und solchen Alkoholen, wie Methyl-, Äthyl-, Propyl-, Isopropyl-, Butyl-, Isobutyl-, sek.-Butyl-, tert.-Butyl-, Amyl-, Hexyl-, Octyl-, Nonyl-, Decyl- (als typische Alkanole), Allyl-, Methallyl-, Undecenyl-, Dodecenyl-, Octadecenyl- (als typische Alkenole), Cyclopentyl-, Dicyclopentyl-, Cyclohexyl-, Methylcyclohexyl-, Trimethylcyclohexyl-, Butylcyclohexyl-, Terpenyl- (als typische alicyclische Alkohole), Benzyl-, Methylbenzyl-, Phenyläthyl-, Dimethylbenzyl-(als typische Aralkanole), Phenol, Chlorphenol, Methylphenol, Dimethylphenol, tert.-Butylphenol (als typische esterbildende Phenole), Tetrahydrofurfuryl-, Methoxyäthyl-, Äthoxyäthyl-, Äthoxypropyl-, Butoxyäthyl-, Äthoxyäthoxyäthyl-, Benzoxyäthyl-, Phenoxyäthyl-, Butylphenoxyäthyl-, Cyclohexoxyäthyl- oder anderen Alkoholresten, die keinen reaktionsfähigen Wasserstoff und keine Kohlenwasserstoffreste enthalten. Aminoalkohole sind ebenfalls interessant, z. B. N,N-Dimethylaminoäthanol, N-tert.-Butylaminoäthanol, N-tert.-Octylaminoäthanol, 7-Amino-3,7-dimethyloctanol, ß-Morpholinoäthanol, fi-Piperidinopropanol, N,N-Diäthylamino- propanol. Auch Gemische von Methacrylsäureestern sind verwendbar.
  • An Stelle der Methacrylate können Acrylate benutzt werden, deren 6-Wert etwa zwischen 0,1 und 1 liegt. Der eWert ist ein Parameter, der vom Grad der Polarität der monomeren Doppelbindung abhängt. Je höher der 6-Wert ist, desto stärker polar ist die Doppelbindung, und zwar derart, daß die Doppelbindung stärker dazu neigt, an nucleophile Mittel gebunden zu werden (vgl.
  • Alfrey, Bohrer und Mark, »Copolymerizationa, Interscience Publishers, Inc., New York, 1952, S. 91). Je höher der 6-Wert ist, desto mehr ist die polare Doppelbindung bereit, einen anionischen Initiator anzunehmen, und desto weniger basisch braucht der Initiator zu sein.
  • Auf der Skala der 6-Werte liegt Methylmethacrylat bei + 0,4, Methacrylat dagegen bei +0,6.
  • Die Vinylverbindungen mit geeigneten 6inerten umfassen also die Ester von Acrylsäure mit den oben aufgeführten Alkoholresten. Gegenüber Vinylverbindungen, deren 6-Werte außerhalb des angegebenen Bereiches liegen, scheint die Kombination der beiden Katalysatormetalle nicht so wirksam zu sein wie bei Methacrylaten und Acrylaten.
  • Man bringt ein oder mehrere dieser Monomeren von vergleichbarem 6-Wert in einem Lösungsmittelsystem zur Reaktion, das bei niedrigen Temperaturen flüssig bleibt. Ammoniak ist hierfür eines der geeignetsten Medien und kann entweder als alleiniges Lösungsmittel oder im Gemisch mit anderen Lösungsmitteln, wie trockenem Äther, Petroläther oder einem Amin, wie Trimethylamin, angewendet werden.
  • Man kann die Konzentration des Monomeren so hoch halten, daß es noch ein brauchbares, rührfähiges System ergibt; doch sind verdünnte Lösungen genauso gut anwendbar. Praktisch eignet sich zwischen etwa 0,05 und etwa 5 Mol Monomeres je Liter Lösung. Vorzugsweise arbeitet man in einem Bereich von 0,05 bis 0,5 Raumteilen Monomeres je Raumteil Lösungsmittel.
  • Die Menge des Katalysatorgemisches kann man zwischen etwa 0,01 und 0,2 Mol Katalysatoren je Mol Gesamtmonomeres bemessen. Zwar läßt sich ein höheres Verhältnis von Metall zu Monomerem anwenden, es wird aber dabei kein besonderer Vorteil erreicht.
  • Die Polymerisation wird unterhalb 0°C, üblicherweise zwischen - 10 und -90"C und vorzugsweise zwischen etwa -30 und etwa 700 C ausgeführt.
  • Nach durchgeführter Reaktion werden Polymerisat und Lösungsmittel getrennt, entweder durch Abfiltrieren des Polymerisats oder durch Verdampfen des Lösungsmittels oder durch Fällung mittels eines Nichtlösungsmittels. Man wäscht das Polymerisat zur Entfernung des Katalysators mit Wasser oder Alkohol und trocknet. In manchen Fällen empfiehlt es sich, mit Säure oder Alkohol zu waschen, besonders zur Entfernung anorganischer Rückstände, die eine Verfärbung ergeben können.
  • Die nach dem Verfahren erhaltenen Polymerisate sind in organischen Lösungsmitteln löslich, z. B. in Äthyl-oder Butylacetat, Toluol, Chlorkohlenwasserstoffen oder Gemischen solcher Lösungsmittel. Die Molekulargewichte der nach der Erfindung mit dem Katalysatorgemisch hergestellten Polymethacrylate lassen sich innerhalb etwa 90000 und 1000000 variieren, je nach dem im Einzelfall angewandten Ester und der Kombination von Metallen im Katalysatorgemisch. Bevorzugt werden Molekulargewichte zwischen 100 000 und 400 000, da in diesem Bereich die Produkte wertvolle Eigenschaften für viele Anwendungszwecke besitzen. Bei Polyacrylaten werden ebenfalls wesentlich höhere Molekulargewichte als bei alleiniger Verwendung von Natrium oder Kalium als Katalysator erzielt. Der übliche Bereich bewegt sich ebenfalls im allgemeinen zwischen etwa 100000 und 400 000.
  • Besonders bedeutungsvoll ist es, daß das Katalysatorgemisch nach der Erfindung es gestattet, bestimmte Molekulargewichte mit größerer Sicherheit als bisher zu reproduzieren.
  • Die Polymeren liegen nicht nur im angegebenen Bereich der Molekulargewichte, sondern sie zeichnen sich durch eine sehr enge Streuung der Molekulargewichte aus. Polymerisate, die nach dem an der Viskosität gemessenen durchschnittlichen Molekulargewichtsbereich geeignet für Verformungs- oder Überzugsmassen sind, vereinigen die üblichen guten Fließeigenschaften solcher Polymerisate mit einer erhöhten Zähigkeit, die durch die Steigerung des zahlenmäßig durchschnittlichen Molekulargewichts bedingt ist. Andererseits können Polymerisate mit einem zahlenmäßig durchschnittlichen Molekulargewicht hergestellt werden, das demjenigen von Verformungs- oder Überzugsmassen äquivalent ist.
  • Die letzteren Polymerisate besitzen eine niedrigere Viskosität in der Masse und in der Lösung, woraus eine wesentliche Erleichterung in der Verarbeitung des Materials durch Spritzguß, Verformung, Spritzverfahren oder Anwendung als Lösungen sich ergibt. Die nach der Erfindung hergestellten Polymere haben ferner einen ungewöhnlich niedrigen Restgehalt an Monomeren.
  • Beispielsweise besitzt ein Methylmethacrylat nach der Erfindung eine Eigenviskosität in Benzol von 0,35 dllg, entsprechend einem durchschnittlichen Viskositätsmolekulargewicht von 110 000. Osmotische Molekulargewichtsmessungen ergeben ein durchschnittliches Molekulargewicht von 63 000. Das Verhältnis der beiden Molekulargewichte ist also 1,75:1. Der Gehalt an nicht umgesetzten Monomeren beträgt 0,5 °/0. Dagegen hat ein Polymethylacrylat, das mit freie Radikale bildenden Katalysatoren hergestellt wurde, bei gleichem durchschnittlichem (durch Viscosität ermittelten) Molekulargewicht ein durchschnittliches Molekulargewicht von 55 000, was einem Verhältnis von 2,0:1 entspricht; der Anteil an nicht umgesetzten Monomeren ist 1 bis 0,5 0/,.
  • Obwohl in der Literatur in bezug auf Polystyrol angegeben ist, daß das Molekulargewicht des Polymeren mindestens in einem untersuchten Bereich unabhängig von der Konzentration des als Katalysator angewandten Alkalimetalls ist, scheint ein deutliches Ansteigen der Molekulargewichte stattzufinden, wenn die Gesamtkonzentration der gemischten Metallkatalysatoren nach der Erfindung erhöht wird.
  • Die nachstehenden Beispiele veranschaulichen Ausführungsformen der Erfindung.
  • Beispiel 1 Ein 2-l-Glasgefäß mit Rührer und Einführungsrohr für Alkalimetalle, Trockenstickstoff, Ammoniak, salzbildenden Katalysatoren und Monomeres sowie einem Auslaßrohr, dem ein mit wasserfreiem Silicagel gefülltes Trockenrohr vorgeschaltet ist, wird 30 Minuten mit trockenem Stickstoff gespült. Dann wägt man zwecks Verminderung der Bildung von Oxyd und Hydroxyd unter Benzol 0,633 g Natrium und 0,545 g Lithium, entsprechend einem Molverhältnis 0,35:1, ein und kühlt das Gefäß mittels eines Bades von festen C O2-Brocken in Aceton auf -78"C. Nun destilliert man aus einem Zylinder wasserfreies Ammoniak ein und läßt im Reaktionsgefäß 1,0 bis 1,5 1 desselben kondensieren. Es entsteht eine charakteristische blaue Lösung, deren Gesamtgehalt an Alkalimetall 0,071 Mol im Liter beträgt. Man stellt den Rührer an und setzt langsam Methylisobutyrat hinzu, bis bei einem Verbrauch von etwa 5 ccm die blaue Färbung verschwindet. Die entsprechende Lösung ist klar und enthält in Suspension kleine Stücke einer weißen Substanz. Man setzt 218 g Methylmethacrylat zu, worauf das Gemisch zunächst wolkigweiß und dann kalkweiß wird, was die schnelle Polymerisation anzeigt.
  • Man rührt 30 Minuten weiter, setzt zum Neutralisieren des nicht verbrauchten Initiators 8 g Ammonchlorid zu, gießt die Aufschlämmung von Ammoniak und Polymerem in einen Trichter mit gefrittetem Glasfilter, filtriert das Polymere ab, wäscht den Filterkuchen dreimal zur Entfernung anorganischer Salze mit Wasser und trocknet im Vakuumofen. Das Reaktionsprodukt ist ein weißes lockeres Pulver. Man löst 0,2 g Substanz in 100 ccm Äthylendichlorid und bestimmt eine reduzierte spezifische Viskosität. Sie hat den Wert von 0,058 log, entsprechend einem Molekulargewicht von 150 000, berechnet nach der für Äthylendichlorid modifizierten Gleichung von Baxendale, Bywater und Evans, Journal Polymer Sci., 1, S. 237 (1946).
  • Ein in gleicher Weise, aber nur mit Natrium als Alkalimetall hergestelltes Polymeres von Methylmethacrylat hat eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,017 l/g, entsprechend einem Molekulargewicht von 32000.
  • Beispiel 2 Man polymerisiert Methylmethacrylat nach der Methode von Beispiel 1, aber unter Anwendung von 0,591 g Natrium und 0,557g Lithium, entsprechend einem Molverhältnis 0,32:1 und einer totalen Alkalikonzentration von 0,071 Mol im Liter. Das Polymere besitzt eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,068 lig, entsprechend einem Molekulargewicht von 180000.
  • Beispiel 3 Man arbeitet wie nach Beispiel 1 mit 0,466 g Natrium und 0,599 g Lithium, entsprechend einem Molverhältnis 0,23:1 und einer totalen Alkalikonzentration von 0,071 Mol im Liter. Man erhält 191 g Polymeres mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,116 l/g, entsprechend einem Molekulargewicht von 360 000.
  • Beispiel 4 Man benutzt ein Gefäß gemäß Beispiel 3, welches aber 3 1 Katalysatorlösung zu fassen vermag. Man benutzt 1,0 g Natrium und 1,5 g Lithium, entsprechend einem Molverhältnis 0,201:1 und einer totalen Alkalikonzentration von 0,087 Mol im Liter. Zur Entfärbung der Lösung des Alkalimetalls werden 9,5 ccm Methylisobutyrat verbraucht. Man setzt dann 540 g Methylmethacrylat zu, trennt das Polymere ab, wäscht, trocknet und erhält 489 g Polymeres mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,157 l/g, entsprechend einem Molekulargewicht von 530 000.
  • Beispiel 5 Man bedeckt einen etwa 9 1 fassenden Batterietrog aus Pyrex-Glas mit einem Deckel aus glasartigem Kunststoff und ordnet die erforderlichen Zu- und Ableitungen gemäß Beispiel 1 an. Man stellt nach Beispiel 1 6 1 Katalysatorlösung her und wendet 2,8 g Natrium und 2,11 g Lithium, entsprechend einem Molverhältnis 0,4:1 und einer totalen Alkalikonzentration von 0,071 Mol im Liter, an. Man setzt Methylisobutyrat zu, bis die tiefblaue Färbung verschwindet und eine schwachbläuliche klare Lösung entsteht. Man setzt zur Polymerisation 873 g Methylmethacrylat zu, wäscht das entstehende Polymere dreimal mit ionisierendem Wasser und trocknet im Vakuumofen. Das Polymere besitzt eine spezifische Viskosität von 0,044 l/g, entsprechend einem Molekulargewicht von 111 000.
  • Beispiel 6 Man beschickt die Apparatur von Beispiel 5 mit 71 Katalysatormischung, hergestellt gemäß Beispiel 1, wendet 3,27 g Natrium und 2,46 g Lithium, entsprechend einem Molverhältnis 0,4:1 und einer totalen Alkalikonzentration von 0,071 Mol im Liter, an. Zur Bildung der Alkalisalze werden 20 ccm Methylisobutyrat verbraucht; zur Polymerisation verwendet man 873 g Methylmethacrylat. Man erhält nach Waschen und Trocknen 707 g Polymerisat mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,042, entsprechend einem Molekulargewicht von 99000.
  • Das erhaltene Methylmethacrylat dieses Molekulargewichts ist ein brauchbares Formpulver, wie sich zeigt, wenn es im Vergleich mit einem handelsüblichen Methylmethacrylat-Formpulver und einem Gemisch aus hochmolekularen und niedermolekularen anionischen Polymeren zu Prüfstäben verformt und mechanisch geprüft wird. Das hochmolekulare Polymere des Vergleichsgemisches (reduzierte spezifische Viskosität 0,140, entsprechend Molekulargewicht 460 000) wurde nach einem anionischen Verfahren ähnlich dem der Erfindung, aber nur mit einfachem Lithiumsalz + Methylisobutyrat, das niedermolekulare Polymere (reduzierte spezifische Viskosität 0,017, entsprechend Molekulargewicht 32000) ebenso, aber nur mit dem einfachen Natriumsalz + Methylisobutyrat hergestellt. Die Prüfungsergebnisse zeigt die nachstehende Tabelle.
    Gemisch
    von
    Poly- hodlmole-
    meres kularen
    und und Handels-
    gemiste nieder- produkt
    Salze, mole- V-100
    kata- kularen
    lysiert Poly-
    meren
    Reduzierte spezifische
    Viskosität, lig ........ 0,042 0,043 0,043
    Schlagfestigkeit nach
    Charpy, ungekerbt,
    g cm für Stab
    12,5.12,5 mm ........ 67 600 6900 45 500
    Hitzeverwerfung,
    0,5°Clmin/19 kg/qcm... 92°C 92°C 85°C
    Schrumpfung,
    2 h/100°C in O!oo ...... 2,4 1,4 3,0
    Biegefestigkeit, kgiqcm... 1 260 427 1120
    Restliches Monomeres, 01o 0,15 1,0 2
    Beispiel 7 In der Apparatur gemäß Beispiel 1 wird ein Reihenversuch ausgeführt. Die Salze des Natriums und Lithiums werden gebildet, indem man durch die Metallösung Sauerstoff bläst, bis die blaue Lösung klar wird. Die Konzentration an Alkali wird konstant auf 0,071 Mol im Liter gehalten. Das Verhältnis Natrium zu Lithium wird, wie unten angegeben, variiert. Man polymerisiert Methylmethacrylat und behandelt das Polymere gemäß Beispiel 1. Die Werte der reduzierten spezifischen Vis- kosität werden bestimmt, die Molekulargewichte wie im Beispiel 1 berechnet.
    Berechnetes Reduzierte
    Versuch Molekular- Molverhältnis spezifische
    gewicht Na: Li Viskosität
    der Polymeren lig
    a 100 000 0,584: 1 0,043
    b 130 000 0,494:1 0,052
    c 180 000 0,400: 1 0,068
    d 310 000 0,351:1 0,104
    e 740 000 0,268:1 0,21
    Beispiel 8 Man führt analog zu Beispiel 7 eine Versuchsreihe durch, bei der die gesamte Alkalimetallkonzentration auf 0,214 Mol im Liter gehalten wird. Die Versuchsergebnisse sind sind nachstehend zusammengestellt.
    Berechnetes Reduzierte
    Versuch Molekular- Molverhältnis spezifische
    gewicht: Na: Li Viskosität
    der Polymeren I/g
    a 71 000 0,590: 1 0,032
    b 85 000 0,493: 1 0,037
    c 150 000 0,397:1 0,059
    d 1 100 000 0,260: 1 0,29
    Beispiel 9 Man polymerisiert Methylmethacrylat in einer Apparatur gemäß Beispiel 1. Man löst 2,46 g Natrium in 1,5 1 wasserfreiem Ammoniak, bläst Sauerstoff durch, bis die blaue Färbung verschwindet, setzt 1,89g Lithiumchlorid zu, rührt 15 Minuten, trägt 218 g Methylmethacrylat ein, worauf Polymerisation eintritt, rührt 1 Stunde weiter, neutralisiert mit 2g Ammonchlorid den überschüssigen Initiator, läßt das Ammoniak über Nacht verdampfen, wäscht das Polymere zur Entfernung anorganischer Salze dreimal mit Wasser, trocknet im Vakuumofen und erhält 205 g Polymeres mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,044 l/g, entsprechend einem Molekulargewicht von 110000 Ein unter den gleichen Bedingungen, aber mit Natrium als einziges Metall hergestelltes Polymeres hat ein Molekulargewicht von etwa 30 000.
  • Beispiel 10 Man polymerisiert Methylmethacrylat in einer Apparatur gemäß Beispiel 1. Man löst 0,682g Kalium und 0,618 g Lithium in 1,51 wasserfreiem Ammoniak, entsprechend einem Molverhältnis 0,2:1 und einer totalen Alkalimetallkonzentration von 0,071 Mol im Liter. Man bildet durch Einleitung von gasförmigem Sauerstoff in die Lösung bis zum Verschwinden der blauen Tönung die gemischten Salze, setzt dann 94 g Methylmethacrylat zu, worauf Polymerisation eintritt, rührt 30 Minuten, setzt Ammonchlorid zu, filtriert das Polymere ab, wäscht mit Wasser, trocknet im Vakuumofen und erhält ein Polymeres mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,26 l/g in Äthylendichlorid, entsprechend einem Molekulargewicht von 980 000.
  • Ein in gleicher Weise hergestelltes Polymeres von Methylmethacrylat, bei dem aber nur Kalium als salzbildendes Alkalimetall anwesend ist, besitzt eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,021, entsprechend einem Molekulargewicht von 40 000.
  • Beispiel 11 Man arbeitet nach Beispiel 10 unter Anwendung von 1,37 g Kalium und 0,489 g Lithium, entsprechend einem Molverhältnis von 0,5: 1 und 218 g Methylmethacrylat.
  • Das Polymerisat besitzt eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,03 l/g in Äthylendichlorid, entsprechend einem Molekulargewicht von 65 000.
  • Beispiel 12 In einer Apparatur gemäß Beispiel 1 polymerisiert man Methmethacrylat. Man löst 0,421 g Natrium und 1,77 g Calcium in 1,5 1 wasserfreiem Ammoniak, leitet zur Bildung der gemischten Salze gasförmigen Sauerstoff ein, bis die Färbung von Tiefblau in Bläulichweiß umschlägt, setzt dann 218 g Methylmethacrylat zu, worauf die Polymerisation einsetzt, rührt 30 Minuten weiter, filtriert das Polymere ab, wäscht mit Wasser, trocknet im Vakuumofen und erhält 210 g eines Produktes mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,25, entsprechend einem Molekulargewicht von 940 000.
  • Arbeitet man in der gleichen Weise, aber in Anwesenheit jeweils nur eines der genannten Metalle, so hat das Polymere mit Natrium allein eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,024 und mit Calcium allein eine solche von 0,80.
  • Beispiel 13 In einer Apparatur gemäß Beispiel 1 polymerisiert man Methylmethacrylat, indem man 0,513 g Natrium und 1,68 g Calcium in 1,5 1 wasserfreiem Ammoniak löst, gasförmigen Sauerstoff bis zum Umschlagen der Tönung von Tiefblau in Bläulichweiß einleitet, dann 218 g Methylmethacrylat zusetzt, worauf die Polymerisation beginnt; man rührt 20 Minuten, läßt das Ammoniak über Nacht verdampfen, wäscht das Polymere dreimal mit Wasser und trocknet im Vakuumofen. Das Produkt hat eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,083 l/g in Äthylendichlorid, entsprechend einem Molekulargewicht von 230 000.
  • Beispiel 14 In einer Apparatur gemäß Beispiel l polymerisiert man Methylmethacrylat. Man löst 244 g Natrium in 1,5 1 wasserfreiem Ammoniak, setzt in kleinen Portionen Äthylacetat bis zum Entfärben der blauen Lösung zu, fügt dann 4,09 g Lithiumchlorid zu, rührt 17 Minuten, setzt dann 210 g Methylmethacrylat zu, worauf die Polymerisation beginnt und die Masse innerhalb 5 Minuten so viskos wird, daß sie sich nicht mehr rühren läßt. Man läßt das Ammoniak über Nacht verdampfen, wäscht das Polymere dreimal mit Wasser und trocknet es in einem Vakuumofen. Das Polymere besitzt eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,042 l/g in Äthylendichlorid, entsprechend einem Molekulargewicht von 99 000.
  • Arbeitet man in der gleichen Weise, aber unter Weglassung des Zusatzes von Lithiumchlorid, so hat das Polymerisat eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,016, entsprechend einem Molekulargewicht von 30 000.
  • Beispiel 15 In einer Apparatur nach Beispiel 1 polymerisiert man Methylmethacrylat mit 2,44 g Natrium, die in 1,5 1 wasserfreiem Ammoniak gelöst sind. Man setzt in kleinen Portionen Methylisobutyrat zu, bis die blaue Lösung klar wird. In diesem Zeitpunkt fügt man 4,4 g wasserfreies Calciumchlorid zu, rührt 30Minuten lang, setzt dann 94 g Methylmethacrylat zu, worauf die Polymeri- sation beginnt, rührt das Reaktionsgemisch 30 Minuten, gibt zur Neutralisation des verbleibenden Initiators 2g Ammonchlorid zu, filtriert das Ammoniak vom Polymeren ab, wäscht das Polymere mit Wasser, trocknet es im Vakuumofen und erhält 57 g trockenes Polymeres mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,097 l/g in Äthylendichlorid, entsprechend einem Molekulargewicht von 290 000.
  • Ersetzt man in diesem Beispiel das Calciumchlorid durch eine äquivalente Menge wasserfreies Strontiumchlorid oder Bariumchlorid, so erhält man sehr ähnliche Polymere. Diese Erdalkalimetalle haben demnach in einem Initiatorsystem die gleiche Wirkung.
  • Beispiel 16 In einer Apparatur gemäß Beispiel 1 polymerisiert man Methylmethacrylat mit 0,594 g Natrium und 0,564 g Lithium, gelöst in 1,5 1 wasserfreiem Ammoniak, entsprechend einem Molverhältnis 0,32:1, setzt in kleinen Portionen Methylisobutyrat bis zum Klarwerden der blauen Lösung zu, erhöht die Temperatur des das Reaktionsgefäß umgebenden Bades auf - 40"C, rührt 27 Minuten, setzt 218 g Methylmethacrylat zu, worauf sich Polymeres bildet, rührt 30 Minuten weiter, fügt 2 g Ammonchlorid zu, wäscht das Polymere mit Wasser, trocknet es im Vakuumofen und erhält 195 g eines Polymerisates mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,081 l/g in Äthylendichlorid, entsprechend einem Molekulargewicht von 220 000.
  • Beispiel 17 In einer Apparatur gemäß Beispiel 1 polymerisiert man Methylmethacrylat mit 0,633 g Natrium und 0,553 g Lithium, gelöst in 1,5 1 wasserfreiem Ammoniak, entsprechend einem Molverhältnis 0,345: 1, setzt in kleinen Portionen bis zum Umschlagen der Färbung in Bläulichweiß Acetonitril zu, fügt dann 218 g Methylmethacrylat zu, worauf sich Polymeres bildet, rührt 30 Minuten, setzt zum Neutralisieren des überschüssigen Initiators 2 g Ammonchlorid zu, läßt das Ammoniak über Nacht verdampfen, wäscht das Polymere dreimal mit Wasser, trocknet es im Vakuumofen und erhält 203 g des Polymeren mit einer reduzierten spezifischen Viskosität von 0,04 l/g in Äthylendichlorid, entsprechend einem Molekulargewicht von 93 000.
  • Arbeitet man in der gleichen Weise, benutzt aber nur Natrium als salzbildendes Alkalimetall, so hat das Polymere eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,012 mg in Äthylendichlorid, entsprechend einem Molekulargewicht von 21 000.
  • Beispiel 18 Man stattet ein l-l-Gefäß mit den im Beispiel 1 angegebenen Einrichtungen zum wasserfreien Arbeiten aus, spült mit trockenem Stickstoff, setzt 2,0 g Natriumchlorid und 0,138 g Lithium zu, bringt das Gefäß in eine kühle Mischung von festem Kohlendioxyd in Aceton, kondensiert 200 g wasserfreies Ammoniak im Gefäß, entfernt das Kühlbad, so daß die Lösung des Metalls und des Salzes auf - 33,3"C ansteigt, leitet bis zum Verschwinden der blauen Färbung Sauerstoffgas ein, setzt 40 g Methylmethacrylat zu, worauf sich Polymeres bildet, rührt 20 Minuten, fügt 0,2 g Ammonchlorid hinzu, trennt durch Filtrieren das Polymere vom Ammoniak, wäscht mit Wasser und trocknet im Vakuumofen. Das Polymere hat eine reduzierte spezifische Viskosität in Äthylendichlorid von 0,389, entsprechend einem Molekulargewicht von 1 500 000.
  • Arbeitet man in der gleichen Weise, aber ohne Zusatz von Natriumchlorid, so hat das Polymere eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,5, entsprechend einem Molekulargewicht von 2 000 000.
  • Ersetzt man das Natriumchlorid durch Kaliumchlorid, so erhält man ein sehr ähnliches Polymeres.
  • In der gleichen Weise gewinnt man Polymere von in der Mitte liegenden Molekulargewichten aus Alkenylmethacrylaten, z.B. Allyl-, Undecenyl- oder Oleylmethacrylat, aus alicyclischen Methacrylaten, z. B. Cyclohexyl- oder Isobornylmethacrylat und aus den Benzyl-und Phenylestern von Methacrylsäure.
  • Beispiel 19 In einer Apparatur gemäß Beispiel 1 polymerisiert man Äthylacrylat. Man trägt in das Gemisch 0,675 g Natrium und 0,202 g Calcium ein, entsprechend einem Molverhältnis 5:1, kondensiert 1,5 1 wasserfreies flüssiges Ammoniak im Gefäß, bildet durch Einleiten von gasförmigem Sauerstoff bis zum Weißwerden der blauen Lösung die gemischten Salze, bringt durch Zusatz von 107 g Äthylacrylat die Polymerisation in Gang, dekantiert das Ammoniak ab und erhält 74 g Polymeres, das durch Lösen in Benzol, Filtrieren und Ausfrieren getrocknet und gereinigt wird. Es hat eine reduzierte spezifische Viskosität in Äthylendichlorid von 0,039 log bei einer Konzentration von 2 g im Liter, entsprechend einem Molekulargewicht von annähernd 110000.
  • Arbeitet man in der gleichen Weise, aber nur mit Natrium als Metall, so erhält man eine viskose Flüssigkeit mit einem Molekulargewicht von 5000.
  • Arbeitet man in der gleichen Weise unter ausschließlicher Anwendung von Calcium als Metall, so hat das Polymere eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,10, entsprechend einem Molekulargewicht von 370 000.
  • Beispiel 20 In einer Apparatur gemäß Beispiel 1 polymerisiert man Butylmethacrylat. Man bringt in das Gefäß 0,4 g Natrium und 0,4 g Lithium, entsprechend einem Molverhältnis 0,3:1, kondensiert im Gefäß 1,5 1 wasserfreies flüssiges Ammoniak, bildet die gemischten Salze durch Zusatz kleiner Portionen von insgesamt 2 ccm Methylisobutyrat, bis die blaue Lösung klar wird, setzt durch Zusatz von 69 g Butylmethacrylat die Polymerisation in Gang, dekantiert das Ammoniak ab und erhält 64 g Polymeres, das durch Lösen in Benzol, Filtrieren, Ausfrieren und Sublimieren des gefrorenen Benzols gereinigt wird. Es hat bei einer Kondensation von 2 g im Liter eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,058 l/g in Äthylendichlorid, entsprechend einem ungefähren Molekulargewicht von 270 000.
  • Beispiel 21 In einer Apparatur gemäß Beispiel 1 polymerisiert man Butylacrylat. Man setzt dem Gefäß 0,58 g Natrium und 0,2 g Calcium, entsprechend einem Molverhältnis 5: 1, zu, kondensiert 1,5 1 wasserfreies Ammoniak im Gefäß, bildet durch Einleiten von gasförmigem Sauerstoff bis zum Weißwerden der blauen Lösung die gemischten Salze, setzt durch Zufügen von 69 g Butylacrylat die Polymerisation in Gang, dekantiert das Ammoniak ab und erhält 55 g Polymeres, das durch Auflösen in Benzin, Filtrieren und Ausfrieren getrocknet und gereinigt wird.
  • Das Polymere hat eine reduzierte spezifische Viskosität von 0,042 l/g in Äthylendichlorid bei einer Konzentration von 2 g im Liter, entsprechend einem ungefähren Molekulargewicht von 120 000.
  • Nach dem gleichen Verfahren können mit dem vorgeschriebenen Gemisch von Katalysatoren auch aus anderen Estern Acrylsäurepolymere mittleren Molekulargewichts regelmäßig und reproduzierbar hergestellt werden. Verarbeitbar sind beispielsweise mit gleichem Ergebnis Allyl-, Crotyl- oder Oleylacrylate, Phenyl- oder Benzylacrylate, alicyclische Acrylate, wie Dicyclopentenyl-, Cyclohexyl- und Isobornylacrylat.
  • PATENTANSPROCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten vom Molekulargewicht etwa 90 000 bis 1 000 000 aus Estern der Acryl- oder Methacrylsäure in Gegenwart von Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Ester der genannten Klasse, der einen Alkylrest mit nicht mehr als 8 C-Atomen, einen Alkenylrest mit 3 bis 18 C-Atomen, einen Benzyl-, Phenyl- oder einen alicyclischen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 10 C-Atomen enthält, in einem inerten Lösungsmittel unter wasserfreien Bedingungen in Abwesenheit eines kettenabbrechenden Mittels und in Gegenwart eines Katalysatorgemisches polymerisiert, das aus einem ersten Katalysator in Form eines Alkalimetalls mit einem Atomgewicht von 23 oder höher und einem zweiten Katalysator auf Basis Lithium, Calcium, Strontium oder Barium besteht, wobei mindestens einer dieser Katalysatoren als Salz einer Säure mit einem pKa-Wert von 16 bis 36 vorliegt und das Verhältnis des ersten zum zweiten Katalysator, berechnet als Metallatome, zwischen 0,6:1 und 0,1:1 für die Polymerisation von Methacrylaten und zwischen 10:1 und 1:1 für die von Acrylaten gewählt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Alkylmethacrylat bei - 10 bis -90"C und einem Verhältnis von etwa 0,6:1 bis 1:1 des Katalysatorgemisches polymerisiert.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Alkylacrylat bei - 10 bis - 90C C und einem Verhältnis von etwa 10:1 bis 1:1 im Katalysatorgemisch polymerisiert.
    4. Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten vom Molekulargewicht 90000 bis 1000000 nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Methylmethacrylat oder Butylmethacrylat bei etwa -30 bis 70C C und einem Verhältnis von etwa 0,5:1 bis 0,2:1 im Katalysatorgemisch polymerisiert.
    5. Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten vom Molekulargewicht 90 000 bis 1000000 nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Äthylacrylat bei etwa -30 bis -70"C und einem Verhältnis von 6:1 bis 4:1 im Katalysatorgemisch polymerisiert.
DER23053A 1957-04-04 1958-04-02 Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten vom Molekulargewicht etwa 90 000 bis 1000 000 aus Estern der Acryl- oder Methacrylsaeure Pending DE1094986B (de)

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