DE10957C - Verfahren zur Bereitung von schwefelsaurem Ammoniak durch Destillation von Lederabföllen mit Kalkstein (Calcium-Carbonat) - Google Patents

Verfahren zur Bereitung von schwefelsaurem Ammoniak durch Destillation von Lederabföllen mit Kalkstein (Calcium-Carbonat)

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DE10957C
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sulfuric acid
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limestone
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calcium carbonate
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H. PROSCHWITZKY in Stettin
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/08Preparation of ammonia from nitrogenous organic substances

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  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description

1880.
Klasse 75.
HERMANN PROSCHWITZKY in STETTIN.
Verfahren zur Bereitung von schwefelsaurem Ammoniak durch Destillation von Lederabfällen
mit Kalkstein (Calciumcarbonat).
Patentirt im Deutschen Reiche vom io. Februar 1880 ab.
Nach diesem Verfahren wird durch Anwendung von rohem ungebrannten Kalk aus altem Leder schwefelsaures Ammoniak gewonnen.
Man füllt die Retorten lagenweise mit einem Gewichtstheil Leder und vier Gewichtstheilen rohem Kalk, schliefst sie dann luftdicht, indem man den Rand derselben mit Kitt bestreicht und den Deckel fest anschraubt. In die auf der Zeichnung mit ede bezeichneten Gefäfse giefst man so viel Schwefelsäure von 300B., als zur Aufnahme des Ammoniaks aus dem zum Verbrennen gelangenden Leder erforderlich ist. Der Luftabschlufs dieser Gefäfse, welche aus Holz bestehen und mit Blei ausgeschlagen sind, geschieht durch Säureverschlufs, da die Zu- und Abgangsröhren dann und wann gereinigt werden müssen und dazu das Oeffnen der Gefäfse nöthig ist. Die Gefäfse α und b sind aus Gufseisen und stehen in Kühlfässern, in ihnen lagert sich kohlensaures Ammoniak, Gallwasser und Theer ab. Die Zu- und Abzugsröhren sind durch die feste Hälfte des Deckels geführt, während die andere. Hälfte zum Entleeren und Reinigen lose ist, bei der Fabrikation aber wie die Retorte geschlossen wird.
Um das Ende der Destillation zu erkennen, ist zwischen den Gefäfsen d und e eine Weber'sche Kugelröhre angebracht, deren flüssiger Inhalt die Zu- und Abnahme des Druckes in den Retorten anzeigt. Zur richtigen Zeit wird dann der an der Sammelröhre sich befindende Hahn geöffnet, um das Ueberheben der Flüssigkeiten in die Retorten zu verhindern.
Nachdem die Gefäfse gefüllt und verschlossen sind, bringt man die Retorten zur Rothglut, worin sie so lange gehalten werden, bis der Druck aufgehört hat, was nach etwa vier Stunden der Fall ist.
Hierauf bringt man den Inhalt der Gefäfse a und b auf ein sogenanntes Lagerfafs, welches am unteren Ende des Bodens mit einem Kran versehen sein mufs, um, nachdem sich Gallwasser und Theer geschieden (das kohlensaure Ammoniak ist mittlerweile von dem Gallwasser aufgelöst), ersteres klar abziehen zu können. Dieses und den Inhalt der Gefäfse ede giefst man in eine flache Bleipfanne/, verdampft das Wasser mittelst Dampfschlange, und füllt dann das Product in flache Bleigefäfse g, worin sich beim Erkalten das Salz ausscheidet.
Die rückständige Mutterlauge legt man, da sie Ueberschufs an Schwefelsäure enthält, am besten aufs neue vor.
Eine andere Methode, aus dem Destillat das Salz zu scheiden, ist, dafs man das Product aus α und b, nachdem es geklärt ist, mit Schwefelsäure sättigt, die vorgelegte Schwefelsäure in ede aber so lange benutzt, bis keine freie Säure mehr darin enthalten ist, dann aber mit dem Abdampfen beider Producte so lange fortfährt, bis alles Salz herausgezogen ist.
Nachdem das Feuer unter den Retorten entfernt und diese sich etwas abgekühlt haben, nimmt man den Inhalt heraus und thut ihn so lange in ein gemauertes, die Luft abschliefsendes Bassin, bis er vollständig erkaltet ist. Wenn dies geschehen, trennt man die Lederreste, sowie den gebrannten und ungebrannten Kalk von einander, letzteren um ihn bei der nächsten Destillation wieder zu verwenden, die Lederreste und den gebrannten Kalk aber an die Landwirtschaft abzusetzen, oder auch letzteren für Bauzwecke zu verkaufen.
Noch zu erwähnen bleibt, dafs bei der Fabrikation eine grofse Menge Leuchtgas erzeugt wird, welches mit Leichtigkeit zum Heizen der Retorten verwendet werden kann.

Claims (1)

  1. Patent-An Spruch:
    Die Darstellung von Ammoniumsulfat aus alten Lederabfällen unter Anwendung von rohem ungebrannten Kalk durch Destillation.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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