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Verfahren zur Herstellung des neuen Antibiotikums WG 696
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer bisher unbekannten cytostatischen
Verbindung, die im folgenden als WG 696 bezeichnet wird. Diese Verbindung
weist, wie sich herausgestellt hat, eine Aktivität gegen Pilze auf.
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Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren, welches
darin besteht, daß der Organismus Trichoderma viride Leo ND 8 in einem wäßrigen
Nährmedlum, das assimilierbare Kohlenstoff- und Stickstoffquellen enthält, unter
aeroben Bedingungen bebrütet wird, bis die Lösung eine wesentliche Aktivität gegen
Pilze aufweist, und dann das auf diese Weise gebildete WG 696 isoliert wird.
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Der besondere Stamm, der den erwähnten Stoff WG 696 bildet,
ist aus einer aus Neuguinea stammenden Bodenprobe isoliert und unter Eingangsnummer
14910 in der American Type Culture Collection hinterlegt worden, wo er nur zum Zwecke
des Beweises der Offenbarung der vorliegenden Erfindun erhältlich ist.
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Dieser Stamm ist eine Variante von Trichoderma viride Pers. ex. Fries,
das zur Gruppe der Fungi imperfeeti, der Ordnung Hyphomeytes und der Familie Mucedinaceae
gehört.
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Makroskopisch ist Trichoderma viride Leo ND 8
durch ein rasches
Wachstum auf Agarplatten der folgenden Zusammensetzung: Glycerin .....................
7,5 g
Maisquellwasser (50"/,ig) ...... 2,5 g
Glucose .....................
10,0 g
Peptone ..................... 5,0 g
M9S04 ......................
0,05 g
KI-I2P04 ..................... 0,06 g
FeS04
....................... 0,005 g
CUS04 ......................
0,004 g
Agar ........................ 20,0 g
Leitungswasser
............. auf 1000 ml pH ......................... 6,5
gekennzeichnet,
auf , elchen sich nach Animpfen innerhalb von 48 Stu,iizn bei einer Temperatur
von 25'C Kolonien von etwa 2 cm im Durchmesser entwickeln. Das Mycel ist ia den
beiden ersten Tagen weiß und niedrig, dann ent,#Nickelt sich ein wollartiges seriales
Mycel, und nach 96 Stunden beginnt die Bildung von Konidien, wobei --.'ch
die ganze Kolonie dunkelgrün färbt.
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Eine mikroskopische Untersuchung zeigt, daß das Mycel hyalin und septiert
ist und 11,2 #L breite Hyphen hat. Die Konidienträger sind aufrecht und verzweigt.
Die Phialiden treten getrennt oder in Quirlen auf und sind flaschenförmig,
6 bis 10 #t lang und 2,5 bis 3,5 #L breit. Die Konidien
sind hyalin, einzellig, glatt und blaßgrün. Sie sind kugelförmig oder schwach eiförmig
und von gleichmäßiger Größe, etwa einer Größe von 3,0 bis 3,2 #t im
Durchmesser. Die Konidien liegen in Form von Ketten vor, die im vorgeschrittenen
Wachstumsstadium kugelförmige, klebrige Klumpen bilden, von welchen jeder etwa zehn
bis zwanzig Konidien enthält.
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Wenn der Pilz in einem flüssigen Kulturmedium gezüchtet wird, werden
im Verlauf von 48 bis 144 Stunden beträchtliche Mengen von WG 696 gebildet,
die durch einen Agarschalentest unter Verwendung von Candida albieans als Testorganismus
nachweisbar sind. Die Fähigkeit zur Bildung von WG 696 wurde in einer Reihe
von Versuchen nachgewiesen, bei welchen der Pilz in verschiedenen Kulturmedien bebrütet
wurde.
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Bei diesen Versuchen wurden
75 ml eines flüssigen Kulturmediums
in einen Schüttelkolben mit einem Inhalt von
500 ml eingebracht und nach
dem Sterilisieren mit einer vegetativen Kultur des Pilzes angeimpft, und hierauf
wurde die Fermentation bei einer Temperatur von 27'C in einer hin- und hergehenden
Schüttelvorrichtune, durchgeführt. Die erhaltenen Ergebnisse
sind
aus der nachstehend angeführten Tabelle ersichtlich, in der in der ersten Spalte
das verwendete Substrat und in der zweiten und dritten Spalte die Hemmungszone angegeben
ist, die bei dem erwähnten Agarschalentest nach einer Bebrütun-szeit von 2 bzw.
6 Tagen bestimmt wurde.
| 1 1 li 1 111 |
| S-200 ........... 22 mm 23 mm |
| S-25 .............. 47 mm 41 mm |
| S-45 .............. 33 mm 33 mm |
| S-205 ............. 33 mm 30 mm |
| Die Zusammensetzung der verwendeten Substrate |
| war wie folgt |
| S-200: |
| Maisquellwasser (5001jg) ...... 20 g |
| KH2P04 ...................... 10 g |
| M9S04 ...................... 0,5 g |
| Saccharose ................... 50 g |
| Leitungswasser auf ............ 1000 ml |
| pH ......................... 6,7 |
| S-25: |
| Glycerin ..................... 7,5 g |
| Maisquellwasser (501)/,ig) ...... 2,5 g |
| Glucose ..................... 10,09 |
| Staleys Nährstoff |
| (Sojabohnenmehl) ............. 15,0- |
| M9S04 ...................... 0,05 g |
| KH1P04 ..................... 0,06 g |
| FeS04 ....................... 0,005 g |
| CUS04 ...................... 0,004 g |
| Leitungswasser ............ auf 1000 ml |
| pH ......................... 6,5 |
| S-45: |
| Saccharose ................... 50,0 g |
| NH4N0 . .................... 3,0 g |
| KH1P04 ..................... 10,0 g |
| Glycerin ..................... 5,0 g |
| C ...................... 0,5 g |
| O'SO4 |
| KCI ........................ 0,5 g |
| FeS04 ....................... 0,01 g |
| ZiiS04 ...................... 0,001 g |
| Biotin ....................... 0,01 mg |
| Tierisches Öl ................. 1 mi |
| Leitungswasser ............ auf 1000 ml |
| pH ......................... 6,9 |
| S-205: |
| Fleischextrakt ................ log |
| Fischmehl ................... 10 g |
| Maisquellenwasser (50"/,ig) .... 5,0 g |
| Ammonacetat ................ 2,0 g |
| Saccharose ................... 36 g |
| Glucose ..................... 9 g |
| Leitungswasser ............ auf 1000 ml |
| pH ......................... 7,0 |
| Die nach dem Verfahren gemäß der Erfindung |
| erhaltene Verbindung WG 696 ist ein neutraler Stoff, |
| der in Wasser nur in geringem Umfang löslich ist, aber |
| in den meisten organischen Lösungsmitteln, wie Kohlen- |
| wasserstoffen, chlorierten Kohlenwasserstoffen, Alko- |
| holen, Ketonen, Estern u. dgl., leicht löslich ist. |
Die Verbindung enthält
69,52 0/0 Kohlenstoff und
8,30 0/0 Wasserstoff
und daneben nur mehr Sauerstoff, entsprechend der Formel C17H"04, die auch mit den
Ergebnissen der Molekulargewichtsbestimmung dieser Verbindung übereinstimmt.
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Der Schmelzpunkt der kristallinen Verbindung liegt bei 46'C, der Siedepunkt
bei 110bis112'C/0,05mmHg. Die Verbindung WG 696 ist optisch aktiv und hat
eine spezifische Drehung [x]IDI von -11' in Chloroform (10/,). Sie ist ferner
durch ihr UV-Spektrum in Äthanol, das ein Absorptionsmaximum bei etwa
205 m#t (s = 2400) zeigt, und durch ihr Spektrum im 1R-Bereich gekennzeichnet,
in welchem es, wie aus der Zeichnung hervorgeht, charakteristische Absorptionsbanden
bei den in reziproken Zentimetern ausgedrückten Frequenzen y = 960, 970,
1032, 1084, 1224, 1245, 1376 und 1735 cm-' aufweist, wenn diese
Bestimmung mit Hilfe einer Lösung der Verbindung in Tetrachlorkohlenstoff (10/,)
erfolgt.
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Die spezifischen mykostatischen und bakteriostatischen Aktivitäten
der Verbindung WG
696 wurden mit Hilfe von Reihenverdünnungsversuchen bestimmt.
Die Ergebnisse dieser mikrobiologischen Untersuchungen sind in der folgenden Tabelle
wiedergegeben, in der die Aktivitäten als die Menge der Verbindung angegeben sind,
die eine 500/(,ige Hemmung (IC,0) des in Frage stehenden Organismus verursacht.
Bei diesen Versuchen wurde zur Bestimmung der Aktivität gegen Pilze Sabourauds Nährlösung,
zur Bestimmung der Aktivität gegen Bakterien Fleischwasser verwendet.
| Organismus IC5, |
| #tg#MI |
| Candida albicans ATCC 10231 ........... 0,25 |
| Candida albieans LSI-1 Z248 .............. 0,32 |
| Candida parakrusei ..................... 0,28 |
| Candida parakrusei ..................... 0,40 |
| Candida utilis .......................... 0,25 |
| Aspergillus fumigatus CBS ............... 16,0 |
| Trichophyton mentagrophytes CBS ....... 0,32 |
| Trichophyton mentagrophytes CBS ....... 0,40 |
| Saccharomyces cerevisiae ................ 0,10 |
| Gliocladium deliquescens ................ 5,0 |
| Verticillium sp . ......................... 4,0 |
| Cephalosporium sp . ..................... 5,0 |
| Fusarium sp . ........................... 2,5 |
| Fusarium sp . ........................... 1,0 |
| Fusarium sp . ........................... 3,2 |
| Mucorflavus .......................... 3,2 |
| Cunninghamella elegans ................. 3,2 |
| Cunninghamella blakesleana ............. 3,2 |
| Absidia cylindrospora ................... 1,3 |
| Rhizopus nigricans ...................... 1,3 |
| Penicillium sp ........................... 1,6 |
| Penicillium sp ........................... 3,2 |
| Aspergillus sp ........................... 12,5 |
| Aspergillus fiavus ....................... 12,5 |
| Pseudomonas aeruginosa ................ >l00 |
| Staphylococcus aureus ................... >l00 |
| Sarcina lutea FDA 1001 ... ............. >l00 |
| Streptococcus pyogenes NCTC 6175 ....... >l00 |
| Corynebacterium xerosis NCTC 9755 ...... >l00 |
| Klebsiella pneumoniae ................... >l00 |
| Salmonella typhimurium NCTC 5710 ...... >l00 |
| Baeillus subtilis ......................... >l00 |
| Vibrio comma BCTC 8367 ............... >l00 |
Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, daß die Verbindung WG696 in
den angewandten Konzentrationen nur eine geringe aktibakterielle Wirkung hat, wogegen
ihre Aktivität sowohl gegen pathogene als auch gegen nichtpathogene Pilze, einschließlich
solcher Pilze, die in der Landwirtschaft und Industrie als Schädlinge auftreten,
ganz hervorragend ist.
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Es ist jedoch verständlich, daß die bei den oben angeführten Versuchen
festgestellte niedrige antibakterielle Aktivität die Möglichkeit einer Verwendung
der Verbindung WG 696 zur Bekämpfung von bestimmten Bakterien, wenn diese
Verbindung in höheren Konzentrationen verwendet wird, nicht ausschließt und daß
ferner auch eine Verwendung dieser Verbindung in Hinblick auf ihre allgemeine cytostatische
Aktivität in Betracht gezogen werden muß. So haben beispielsweise Versuche gezeigt,
daß die Verbindung WG 696
in niedrigen Konzentrationen das Wachstum von gewissen
Tumorzellen, wie im Falle von Epidermis-Karzinomen des Nasen-Rachen-Raumes von Menschen
in einer Gewebekultur, hemmt. Die spezifische Aktivität dieser Verbindung gegen
Pilze ist jedoch, was ihre Verwendung in der Human- und Veterinärmedizin betrifft,
besonders vorteilhaft. In dieser Hinsicht ist auch ihre niedrige Toxizität bemerkenswert.
So konnte bei Tierversuchen, wenn die Verbindung Mäusen subkutan in Form einer Lösung
in einem pflanzlichen Öl verabreicht wurde, ein LD"-Wert von 500 bis
1000 mg/kg beobachtet werden, und wenn die Verbindung in der gleichen Form
oral verabreicht wurde, betrug die LD" über 1000 mg/kg.
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Ferner zeigten sich bei topischer Anwendung auf der Haut keine nachteiligen
Wirkungen, und die Verbindung erwies sich bei der topischen Behandlung von Mykosen
bei Mensch und Tier als sehr nützlich. So zeigte sie sich z. B. bei der klinischen
Behandlung von durch den Pilz Candida albicans verursachten Hautinfektion bei Menschen
besonders brauchbar, und es konnten sogar schwere, durch diesen Pilz hervorgerufene
Infektionen, die bei Anwendung anderer, bekannter Verbindungen mit einer Aktivität
gegen Pilze nicht angegriffen werden, bei einer Behandlung mit der Verbindung WG
696 geheilt werden.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung umfaßt die Verfahrensschritte, die
darin bestehen, daß der Organismus Trichoderma viride Leo ND 8 in einem wäßrigen
Nährmedium, das assimilierbare Kohlenstoff- und Stickstoffquellen enthält, unter
aeroben Bedingungen gezüchtet wird, bis die Lösung eine wesentliche Aktivität gegen
Pilze aufweist, und dann das auf diese Weise gebildete WG 696 isoliert wird.
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Bei Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung wird die Bildungsgeschwindigkeit
der Verbindung WG 696 während der gesamten Fermentationsdauer durch routinemäßige
Bestimmung der Aktivität des Kulturfiltrates festgestellt, wobei für diesen Zweck
der Agarschalentest, beispielsweise unter Verwendung von Candida albicans als Testorganismus,
angewandt wird.
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Nach den bei der Herstellung der Verbindung WG 696 in einem
halbtechnischen Maßstab erhaltenen Ergebnissen wurde die optimale Ausbeute an diesem
Stoff in einem Zeitraum von 48 bis 96 Stunden erzielt, wenn das Fermentationsverfahren
bei einer Temperatur von 20 bis 30'C, vorzugsweise einer Temperatur von etwa
27'C, durchgeführt wurde. Der Temperaturbereich ist jedoch nicht kritisch, da die
zum Erhalt dieser Ausbeuten erforderliche Zeit in einem gewissen Umfang von der
mechanischen Beschaffenheit bzw. Art des Fermentationsgefäßes und von dem
Typ der verwendeten Rühreinrichtung abhängt.
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Bei Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung hat sich eine
große Anzahl der bekannten Kulturmedien, und zwar sowohl der vollständigen als auch
der minimalen Medien, als brauchbar erwiesen.
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Als Kohlenstoff- und Energiequelle werden Zucker Fetten vorgezogen,
und von den Zuckern werden Glucose, Fructose, Galactose, Sorbose und Xylose vorzugsweise
verwendet, wogegen Saecharose und Lactose von dem Pilz nicht assimiliert werden.
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Als besondere Bestandteile, die an der Zusammensetzung eines geeigneten
Kulturmediums beteiligt sind, können Hefeextrakt, Glycerin, Caseinhydrolysate oder
Aminosäuren und bestimmte wasserlösliche Vitamine erwähnt werden, und der pH-Wert
des Substrates wird vorzugsweise auf etwa 4,5 bis 6,5 eingestellt, bevor
das Fermentationsverfahren begonnen wird.
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Wenn die Bildung der Verbindung WG 696 beim Fermentationsverfahren
aufhört oder wenn eine zufriedenstellende Ausbeute erreicht ist, wird die Verbindung
abgetrennt, aber vorzugsweise nicht, bevor das Mycel von dem Kulturmedium, z. B.
durch Filtration, getrennt ist, Die Verbindung WG 696 wird von der Kultur
am besten durch Extraktion derselben mit einem organischen Lösungsmittel, das mit
Wasser nicht mischbar oder nur teilweise mischbar ist, wie Methylisobutylketon,
Hexan, Chloroform, Leichtpetroleum od. dgl., isoliert.
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Der nach Eindampfen des Extraktionsmediums erhaltene Rückstand ist
die rohe Verbindung WG 696.
Wenn dieses Produkt einer fraktionierten Destillation
im Vakuum unterworfen oder chromatographiert wird, wird die reine Verbindung in
flüssiger Form erhalten. Als geeignete Adsorbentien für die Chromatographie sind
beispielsweise neutrale Tonerde oder Kieselsäuregel und als Lösungsmittel für diesen
Zweck insbesondere Kohlenwasserstoffe oder Mischungen von Kohlenwasserstoffen und
Äther zu nennen.
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Das auf diese Weise erhaltene flüssige Produkt behält, selbst wenn
es rein ist, bei einer Temperatur in der Nähe der Raumtemperatur die erwähnte physikalische
Form auf Grund einer ausgeprägten Kristallisationsträgheit eine gewisse Zeit lang
bei und kann gewünschtenfalls in dieser Form verwendet werden.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens gemäß der Erfindung
wird jedoch auf einfache Weise die Verbindung WG 696 in kristalliner Form
erhalten, indem der obenerwähnte Rückstand statt einer fraktionierten Destillation
einem Kristallisationsverfahren unterworfen wird, was im Falle einer Herstellung
in technischem Maßstab ein Vorteil sein kann, da die Verbindung WG 696 bei
erhöhten Temperaturen mehr oder minder instabil ist und selbst dann instabil ist,
wenn sie längere Zeit auf die Temperaturen, die für eine Vakuumdestillation erforderlich
sind, beispielsweise Temperaturen von 110 bis 120'C, erhitzt wird.
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Bei dieser günstigen Ausführungsform wird das die Verbindung WG
696 enthaltende Kulturmedium mit einem aliphatischen Kohlenwasserstoff, wie
Leichtpetroleum, extrahiert und die erhaltene organische Phase zur Trockene eingedampft,
wonach dann der Rückstand auf eine Temperatur unter -10'C, vorzugsweise auf eine
Temperatur zwischen -20 und -70'C, abgekühlt wird, bei der die Verbindung WG
696 in kurzer Zeit kristallisiert.
Im allgemeinen ist es
aber vorteilhaft, die Kristallisation in Gegenwart eines geeigneten Lösungsmittels,
wie eines Kohlenwasserstoffes, vorzugsweise eines aliphatischen Kohlenwasserstoffes,
in dem die Verbindung WG 696 bei niedrigen Temperaturen schwer löslich ist,
wie Leichtpetroleum mit einem Kp. von 40 bis 50'C, durchzuführen. Nach dem
Kristallisieren wird die ausgefallene Verbindung WG 696 abgetrennt und bei
Raumtemperatur getrocknet.
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In gewissen Fällen, beispielsweise wenn der obenerwähnte Rückstand
nicht genügend rein ist, kann es sich als vorteilhaft erweisen, diesen Rückstand
vor Durchführung des erwähnten Kristallisationsprozesses einer mehr oder weniger
wirksamen fraktionierten Destillation zu unterwerfen oder zu chromatographieren.
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Die Erfindung wird an Hand der folgenden Beispiele näher erläutert.
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Beispiel 1
300 ml eines Substrates der Zusammensetzung:
Glycerin ..................... 7,5 g
Maisquellwasser (500/0ig) ...... 2,5
g
Glucose ..................... 10,0-Staleys Nährstoff (Sojabohnenmehl)
.......... 15,0-MgS0 . ...................... 0,05 g
KH,PO
. ..................... 0,06 g
FeSO, ....................... 0,005
g
CUSO . ...................... 0,004 g
pro Liter Leitungswasser
wurden in einen Kolben mit einem Fassungsraum von 2 1 eingebracht, auf einen
pH-Wert von 6,5 eingestellt und 30 Minuten bei einer Temperatur von
120'C sterilisiert. Nach dem Abkühlen ,wmrde der Inhalt des Kolbens mit einer
vegetativen Kultur von Trichoderma viride Leo ND 8, die aus dem Sporenbildungsstadium
entwickelt worden war, angeimpft und dann in einer hin- und hergehenden Schütteleinrichtung
in einem mit einem Thermostaten ausgestatteten Raum auf einer Temperatur von 27'C
gehalten. Die Bildung der Verbindung WG 696 wurde durch Bestimmung der Hemmungszone
im Agarschalentest auf filtrierten Proben des Kulturmediums, wobei Candida albicans
als Testorganismus verwendet wurde, verfolgt. Nach einer Fermentationszeit von 48
Stunden betrug die Gesamtausbeute 300 #tg je Milliliter des Kulturmediums.
Beispiel 2 10001 Substrat der obenerwähnten Zusammensetzung, wobei jedoch
die Glucosekonzentration auf 5 0/, erhöht war, wurden in einen Tank
aus rostfreiem Stahl mit einem Fassungsraum von 15001 eingebracht und bei
einer Temperatur von 120'C 30 Minuten lang sterilisiert. Nach dem Abkühlen
wurde der Inhalt des Tanks mit 2,5 1 einer vegetativen Kultur von Trichoderma
viride Leo ND 8 angeimpft, die durch Bebrüten des Pilzes in einem Medium
der gleichen Zusammensetzung, wie sie im Beispiel 1 angegeben ist, während
eines Zeitraumes von 48 Stunden in einer hin- und hergehenden Schütteleinrichtung
bei einer Temperatur von 27'C erhalten worden war. Das Fermentationsverfahren in
dem Gefäß von halbtechnischem Maßstab wurde 72 Stunden lan- bei einer Temperatur
von 27'C unter Rühren und Belüftung durchgeführt, wobei Luft in einer Menge von
0,6 m/h zugeführt wurde. Am Ende der Fermentation lag ein Gehalt von
300 #t- der Verbindung WG 696 je Milliliter des Kulturmediums vor.
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8 1 der geklärten Kulturflüssigkeit wurden auf einen pH-Wert
von 8,0 eingestellt und zweimal mit Leichtpetroleum (Kp. 40 bis
50'C) extrahiert; die vereinigten Auszüge (3 1) wurden mit
500 ml Wasser gewaschen, getrocknet und bis zur Sirupkonsistenz eingeengt,
und der erhaltene Sirup wurde anschließend im Vakuum destilliert. Die Fraktion mit
einem Kp. von 110 bis 112'C/0,05 mm Hg lag in einer Menge von 2,1
g vor und stellte die reine Verbindun- WG 696 dar.
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Analyse (C"H"0,): Gefunden ... C 69,52 0/" H 8,30
berechnet
... C 69,83 0/" H 8,27 0/,. [x]'D' # -11' (1 "/, in Chloroform).
Das UV-Absorptionsspektrum in Äthanol zeigte ein Absorptionsmaximum bei etwa
205 m#t (e = 2400), und das IR-Spektrum (1 % in Tetrachlorkohlenstoff)
zeigte charakteristische Banden bei 960, 970, 1032,
1084, 1224, 1245,
1376, 1735 und 2790 cm-'.
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5 g der auf die oben angeführte Weise erhaltenen Verbindung
WG 696 wurden in 50 ml Pentan gelöst, und die erhaltene Lösunc, wurde
unter Rühren langsam auf eine Temperatur von -70'C abgekühlt, wobei die Verbindung
in Form von farblosen Kristallen ausfiel. Die Kristalle wurden abfiltriert, mit
kaltem Pentan (Temperatur -50 bis -70'C) gewaschen und getrocknet; es wurde
die gewünschte kristalline Verbindung in einer Ausbeute von 4,6 - mit einem
Fp. von 46'C erhalten.
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Die Elementaranalyse, die optische Drehung und das IR- und UV-Spektrum
waren identisch mit den entsprechenden Daten für das vorhin genannte ölige Produkt.
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Beispiel 3
100 1 eines Substrates der Zusammensetzung:
Glycerin ..................... 7,5 g
Maisquellwasser (500/,ig) ...... 2,5
g
Glucose ..................... 50,0 g
Staleys Nährstoff (Sojabohnenmehl)
.......... 15,0 g
MgS0 . ...................... 0,05 g
KH,PO
. ..................... 0,06 g
FeS0 ........................ 0,005 g
CUSO
. ...................... 0,004 g
pro Liter Leitungswasser wurden in
einem Fermenter einer Versuchsanlage mit einem Fassungsraum von 2001 auf einen pH-Wert
von 6,5 eingestellt und 30 Minuten bei einer Temperatur von
120'C sterilisiert. Nach dem Abkühlen wurde der Inhalt des Fermenters mit
0,5 1 einer vegetativen Kultur von Trichoderma viride Leo ND 8 angeimpft,
die durch Bebrüten des Pilzes in einem Kulturgefäß während eines Zeitraumes von
48 Stunden auf einer hin- und hergehenden Schütteleinrichtung bei einer Temperatur
von 27'C erhalten worden war, wobei das bei diesem Keimverfahren verwendete Substrat
die gleiche Zusammensetzun g' wie oben angegeben, aufwies, die Konzentration
an Glucose jedoch nur 10/, betrug.
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In dem Fermenter der Versuchsanlage wurde ein Fermentationsverfahren
72 Stunden lang bei einer Temperatur von 27'C unter Rühren und Belfftung
durchgeführt. Am Ende des Fermentationsprozesses wurde im Agarschalentest unter
Verwendung von
Candida albicans als Testorganismus ein Gehalt von
250 #tg an der Verbindung WG 696 je Milliliter des Kulturmediums nachgewiesen.
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25 1 der geklärten Brühe wurden auf einen pH-Wert von
8,0 eingestellt und zweimal mit Leichtpetroleum (Kp.40 bis50'C) extrahiert.DievereinigtenAuszüge(61)
wurden mit Wasser (11) gewaschen, getrocknet und auf eine sirupartige Konsistenz
eingedampft; der erhaltene Sirup wurde in 50 ml Pentan gelöst. Diese Lösung
wurde langsam unter Rühren auf eine Temperatur von -70'C abgekühlt, wobei sich die
Verbindung WG 696 in Form von farblosen Kristallen ausschied, die abfiltriert,
mit kaltem Pentan gewaschen und getrocknet wurden. Es wurden 5,2 g der Verbindung
mit einem Fp. von 44 bis 46'C erhalten.
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Die auf diese Weise gewonnene Verbindung wurde neuerlich in Pentan
(50 ml) gelöst und die Kristallisation unter Kühlen der Lösung auf eine Temperatur
von -20'C unter Rühren wiederholt. Die ausgefallenen Kristalle wurden mit kaltem
Pentan (-50 bis -70'C) gewaschen und getrocknet, wobei 4,6 g der gewünschten
Verbindung mit einem Fp. von 46'C Z,
und [x11D1 11' (10/, in Chloroform)
erhalten wurden.