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Vorrichtung zum Abdecken der Einblickfenster von Vakuumbedampfungsanlagen
oder ähnlichen abgeschlossenen Behältern Die vorliegende Erfindung betrifft eine
Vorrichtung zum Abdecken der Einblickfenster von Vakuumbedampfungsanlagen oder ähnlichen
abgeschlossenen Behältern.
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In der Behälterwand von Vakuumanlagen wie auch von anderen abgeschlossenen
Behältern werden meist Einblickfenster angeordnet, um dein Bedienungspersonal die
Beobachtung des in der Vakuumanlage ablaufenden Prozesses zu ermöglichen. Bei der
Metallverdampfung in einer solchen Vakuumanlage werden jedoch die Einblickfenster
nach kurzer Zeit undurchsichtig, da sich der Metalldampf darauf niederschlägt.
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Man hat daher bereits vorgeschlagen, das Entstehen eines hinderlichen
Belags auf dem Fenster durch Abdeckorgane, wie etwa Klappen, zu verzögern, die nur
kurzzeitig geöffnet werden. Dieser Anordnung haftet jedoch der Nachteil einer für
Messungen zu geringen öffnungszeit, d. h. einer zeitlich zu geringen Freigabe
der Sicht in das Innere der Verdampferanordnung an.
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Ausgehend von dieser Annahme und der hieraus resultierenden Forderung
nach einer möglichst langen und zweckmäßigerweise unbegrenzten Beobachtungs- und
damit öffnungsdauer des Fensters ist bereits eine Vorrichtung vorgeschlagen worden,
die mindestens zwei, synchron quer zur Blickrichtung gelegte, intermittierend den
Durchblick freigebende und in einem derartigen Abstand hintereinander angeordnete
Blenden aufweist, daß die in den Zwischenraum zwischen den Blenden eintretenden
Dampfpartikeln nach Durcheilen desselben jeweils auf einen den Austritt hindernden
Teil der zum Fenster zugekehrten Blendenfläche auftreffen.
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Zur Schaffung einer praktisch zeitlich unbegrenzten Sichtmöglichkeit
nimmt diese Forderung den Nachteil einer erheblichen konstruktiven Aufwendigkeit
in Kauf, die zudem durch das Erfordernis eines Elektromotors samt Getriebe bzw.
Umlenkorgane noch erheblich verteuert wird. Diese Vorrichtung nimmt weiterhin die
Nachteile eines erheblichen Raumbedarfs und eines stark beschränkten Sichtfeldes
in Kauf.
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Eine ebenfalls im Sinn der vorstehenden Vorrichtung bekannte und damit
konstruktiv sehr aufwendige Vorrichtung sieht zwei vor der Bedampferinnenseite des
Fensters unter Abstand voneinander befindliche, mit gleicher Drehzahl angetriebene
Scheiben mit Durchtrittsöffnungen vor, von denen solche der einen Scheibe zur Bildung
von fluchtrechten Sichtkanälen solchen der anderen Scheibe zugeordnet sind und wobei
die Abstände der Scheiben, die Löcher in den Scheiben und die Drehzahl der Scheiben
in bezug auf die Geschwindigkeit der Partikelchen, z. B. des metallischen Dampfes,
so gewählt sind, daß ein Partikelchen, welches durch ein Loch der der Bedampfungskammer
näheren Scheibe geflogen ist, wegen der inzwischen erfolgten Weiterdrehung der anderen
Scheibe auf die zwischen den Löchern befindlichen vollwandigen Teile dieser als
Blende wirkenden Scheibe trifft.
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Wiederum ein anderer bereits bekannter Vorschlag geht in seinem Bestreben,
eine praktisch zeitlich unbegrenzte Sichtmöglichkeit zu schaffen, sogar so weit,
vakuumseitig an oder vor dem Beobachtungsfenster ein elektrisch leitendes, mit einer
Hochspannungsquelle verbundenes Raster anzuordnen, das bei Anlegen von Hochspannung
die Verdampfung und Ab-
lösung der auf dem Fenster niedergeschlagenen Feststoffe
bewirkt.
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Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung anzugeben,
die einerseits die gesamte Rohr- oder Wandöffnung oder zumindest den größten Teil
davon als Blickfeld freigibt und zu deren Betätigung nur wenig Platz benötigt wird.
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Die Erfindung beruht hierbei auf der Erkenntnis, daß es zum einwandfreien
Ablauf eines Bedampfungsvorganges einer Vakuumanlage keiner langen und schon gar
nicht zeitlich unbegrenzten Beobachtungsmöglichkeiten bedarf, sondern bereits sehr
kurze öffnungszeiten der Sichtfenster völlig ausreichen. Es ist nämlich nur in den
seltensten Fällen eine ständiae Beobachtung des einen oder anderen Details in der
Vakuumbedampfungsanlage erforderlich. Selbst eine Beobachtung des Verdampferschiffchens
beschränkt sich normalerweise auf die Feststellung, ob beispielsweise das dem Verdampferschiffchen
in Form eines Drahtes zueeführte Verdami)ferizut kontinuierlich in
das
Schiffeheninnere befördert wird. Zur Beobachtung dieses Vorganges genügt aber ein
sehr kurzer Zeitraum, innerhalb dem eine nur geringfügige Niederschlagsbildung auf
den Fenstern auftreten kann, welche die Verwendung einer konstruktiv aufwendigen
Vorrichtung nicht rechtfertigt.
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Bei der Vorrichtung zum Abdecken der zur kurzzeitigen Beobachtung
dienenden Einblickfenster von Vakuumbedampfungsanlagen oder ähnlichen abgeschlossenen
Behältern mittels Abdeckblechen schlägt dieErfindung dieAnordnung von zwei oder
mehreren Abdeckblechen vor, von denen jedes einen entsprechenden Teil des Einblickfensters
abdeckt und um eine Achse, die parallel zur Fensterebene liegt, schwenkbar ist.
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Durch die Aufteilung der Abdeckanordnung in mehrere, wahlweise und
unabhängig voneinander zu öffnende Bereiche kann die ansonsten bei einer einteiligen
Klappe nötige Zeitdauer bis zum vollständigen Beschlag des Fensters um den der Anzahl
der Bereiche bzw. selbsttätig schwenkbaren Plattenteile entsprechenden Faktor vergrößert
werden. -- - ,
Zur Abdeckung kreisförmiger Einblickfenster, z. B. einer Rohröff-nung,
können dann zwei halbkreisförmige Abdeckbleche, deren Achsen durch den Kreismittelpunkt
gehen, verwendet werden.
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Zur weiteren Erläuterung der Erfindung können die Figuren dienen.
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Die in F 1 1 dargestellte Abdeckvorrichtung ist in einem Zwischenflansch
1 untergebracht, der auf jeden beliebigen Flansch auch nachträglich aufgesetzt
werden kann. Zur Abdeckung dienen zwei halbkreisförmige Bleche 2 und 3, die
um eine Durchmesserachse schwenkbar sind. Die Abdeckbleche 2 und 3 sind auf
Halbachsen 4 und 5 angeordnet und können durch je eine Drehdurchführung
6 und 7 be-
tätigt werden. Es ist jedoch auch möglich, die Abdeckbleche
nur mit Hilfe einer einzigen Drehdurchführung zu betätigen, wenn man z. t. die halbkreisförmigen
Abdeckbleche 2 und 3 scharnierartig auf den Achsen 4 und 5 befestigt
und durch eine geringe Längsverschiebung einer Stellachse einen auf der Stellachse
sitzenden Stift wahlweise mit dem einen oder anderen Abdeckblech zum Einrasten bringt.
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Eine andere Möglichkeit zur Betätigung beider Abdeckbleche mit Hilfe
nur einer Drehdurchführung ist in F i g. 2 dargestellt. In diesem Fall sitzt
das untere halbkreisförmige Abdockblech 3 fest auf einer Halbachse
5, die durch eine Drehdurchführung 7
nach außen geführt ist, Die obere
Halbkreisfläche 2 dagegen sitzt scharnierartig mit lockerem Sitz auf einer feststehenden
Halbachse 6. Die obere Halbkreisfläche 2 kann dann mit Hilfe der Drehdurchführung
7
und der unteren Halbkreisfläche 3 in die Horizontale oder in ihre
obere Lage gehoben oder mit Hilfe einer kleinen überstehenden Lippe 9 an
der unteren Fläche 3 zum überkippen und Herunterfallen gebracht werden.
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In F i g. 3 ist ein Schnitt A-B durch die Abdeckvorrichtung
in F i g. 2 dargestellt.
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In den F i g. 4, 5, 6 und 7 sind die mit den
in den F i g. 1 bis 3 dargestellten Vorrichtungen einstellbaren Stellungen
der Abdeckbleche dargestellt. F i g. 4 zeigt die Stellung, bei der das Einblickfenster
vollkommen durch die Abdeckbleche 2 und 3 verdeckt wird. In F i
g. 5 sind die beiden Abdeckbleche 2 und 3 in horizontaler Lage oder
je nach Einblickrichtung geneigt und geben die ganze Durchsicht frei. In
F i g. 6 sind die beiden Abdockbleche 2 und 3 beide nach unten geklappt
und geben die obere Hälfte des Einblickfensters frei. Umgekehrt sind in F i
g. 7 beide Abdeckbleche nach oben geklappt und geben die untere Hälfte des
Einblickfensters frei.
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Die Abdeckvorrichtung benötigt nach innen einen Raum von der Tiefe
eines Radius. Bei Einbau in einen köhrstutzen ist so viel Raum meist vorhanden.
Die notwendige Bautiefe kann jedoch ohne wesentliche Einbuße am Blickfeld noch verringert
werden, wenn man, wie in F i g. 8 dargestellt, von den Halbkreisflächen noch
je ein Segmentstück 10 und 11 abschneidet, d. h;5 die Teile
10 und 11 des Einblickfensters werden durch feststehende Abdeckvorrichtungen
ständig abgedeckt. Zum Abdecken sehr großer Einblickfenster oder bei Fehlen jeglichen
Raums können an Stelle von nur zwei Abdeckblechen auch mehrere Abdeckbleche verwendet
werden, von denen jedes um eine parallel zur Fensterebene liegende Achse drehbar
ist.
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In F i g. 9 ist die vollständige Konstruktion einer Abdeckvorrichtung
dargestellt. In dem Zwischen# flansch 1 sind die Halbachsen 5 und
6 angeordnet, wobei die Halbachse 5 durch die Drehdurchführung
7
gedreht werden kann, während die Halbachse 6 starr ist. Mit der Halbachse
5 ist das obere Abdeckblech 3
starr verbunden, während das untere Abdeckblech
2 scharnierartig auf der Halbachse 6 sitzt. Unmittelbar vor dem Zwischenflansch
1 ist der Flansch 13 für das Einblickfenster 12 angeordnet. Zwischen
dem Zwischenflansch 1 und dem Flansch 13 für das Einblickfenster 12
ist eine Dichtung 15 vorgesehen. Zur Ab-
dichtung der Drehdurchführung
7 sind Simmetringe 14 eingebaut. Wird diese Abdichtung der Drehdurchführung
in dem Zwischenflansch 1 angeordnet, so be-
stimmen die Außenabmessungen
der Simmerringe die Stärke des Zwischenflansches. Die Stärke des Zwischenflansches
1 kann noch verringert werden, wenn die Simmerringe in einem überstehenden
Ansatz untergebracht werden. Zur Abdichtung der Drehdurchführung kann aber auch
ein Diffusionsspaft dienen, oder der Betätigungsknopf kann mit der drehbaren Halbachse
durch eine magnetische Kupplung verbunden sein.
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Die Abdeckbleche 2 und 3 können sowohl aus Metall wie auch
gegebenenfalls aus durchsichtigem Material, z. B. einem Kunststoff, bestehen. Es
können auch Rahmen mit auswechselbaren Glas- oder Kunststoffteilen sowie Filtern
verwendet werden. Die Befestigung der auswechselbaren Teile kann z. B. mit Einschiebe-
oder Einlegerahmen, Federn, Verschraubungen u. dgl. erfolgen. Bei Verwendung als
Wärmeschutz werden die Abdeckbleche vorzugsweise aus massiverem, gut wärmeleitendem
Material, Z. 18. Kupfer, gegebenenfalls mit verspiegelter Innenfläche ausgeführt
werden. Durch Verspiegelung der Außenfläche der Abdeckbleche kann man diese auch
zur Beobachtung der Innenfläche der Wand benutzen, in welcher das Fenster sitzt.