DE133082C - - Google Patents

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DE133082C
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Classifications

    • B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B67—OPENING, CLOSING OR CLEANING BOTTLES, JARS OR SIMILAR CONTAINERS; LIQUID HANDLING
    • B67C—CLEANING, FILLING WITH LIQUIDS OR SEMILIQUIDS, OR EMPTYING, OF BOTTLES, JARS, CANS, CASKS, BARRELS, OR SIMILAR CONTAINERS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; FUNNELS
    • B67C3/00—Bottling liquids or semiliquids; Filling jars or cans with liquids or semiliquids using bottling or like apparatus; Filling casks or barrels with liquids or semiliquids
    • B67C3/30—Filling of barrels or casks
    • B67C3/32—Filling of barrels or casks using counterpressure, i.e. filling while the container is under pressure

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  • Filling Of Jars Or Cans And Processes For Cleaning And Sealing Jars (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT,
Die bisher im Gebrauch befindlichen, sogen, isobarometrischen oder Gegendruckabfüllvorrichtungen besitzen den Uebelstand, dafs beim Füllen des Fasses das Bier in das Luftzuleitungs- bezw. -ableitungsrohr so weit steigt, bis es auf gleicher Höhe mit dem Flüssigkeitsspiegel im Druckluftkessel steht. Dann hört der weitere Bierzulauf vom Kessel zum Fasse auf, d. h. das Fafs ist gefüllt, und der Zulauf stellt sich auf diese Weise selbstthätig ab. Nachdem nun Bier- und Luftleitung des Kessels durch den Hahn abgeschlossen worden sind, mufs das Fafs vor dem Abheben der Füllvorrichtung vom Druck entlastet werden, was gewöhnlich durch Abspritzen einer kleinen Menge Bieres vom Fasse in ein offenes, unter dem Druck der gewöhnlichen Atmosphäre stehendes Gefäfs geschieht. Das in der Luftleitung emporgestiegene Bier, welches hinter dem geschlossenen Lufthahn steht, wird nun beim Füllen des nächstfolgenden Fasses durch die Prefsluft in Form von Schaum mit Gewalt in das Fafs getrieben, oder, wenn für die Luftzu- und -abführung aus dem Fasse zwei einzelne Leitungen vorhanden sind, mufs man das in der Leitung befindliche Bier beim Aufsetzen der Füllvorrichtung auf das Fafs zunächst ohne Gegendruck in dasselbe laufen lassen, was eine vollständige Entbindung der darin enthaltenen Kohlensäure zur Folge hat, wobei das Bier sich in Schaum auflöst. Würde man jedoch jenes Bier in der Luftleitung belassen wollen und mit dem Füllen fortfahren, so würde diese Biersäule dem Bierzuflufs aus dem Kessel hindernd entgegenwirken, und zwar um so mehr, da die Luftrückleitung vom Fafs zum Kessel in dem letzteren stets ein Stück oberhalb des Flüssigkeitsspiegels einmünden mufs.
Es mUfste also diese Biersäule, welche zum Theil mit etwas Schaum vermischt ist, über den Flüssigkeitsspiegel im Kessel durch die aus dem zu füllenden Fasse nachdrängende Luft gehoben und in den Kessel getrieben werden. Das ist aber wegen der bedeutenden· Reibung der Flüssigkeit und des Schaumes im Schlauche bei dem geringen Druckunterschied praktisch nicht durchführbar.
Um diese Uebelstände zu vermeiden, soll bei vorliegender Erfindung die Steigsäule im Luftschlauch der Vorrichtung weit unter dem Flüssigkeitsspiegel des Kessels gehalten werden, wodurch sich ihr Gewicht gegenüber der Zufiufssäule wesentlich verringert, letztere somit ein bedeutendes Uebergewicht bekommt. Die neue Anordnung bewirkt auch, dafs die zu hebende Biersäule nicht mehr über den Kesselspiegel gehoben zu werden braucht, um in den Kessel zu gelangen, sondern an einer tiefer gelegenen Stelle in den Kessel eingeführt wird,
und dafs kein Bier mehr ins Freie verspritzt oder die Steigsäule mit dem Schaume immer wieder durch die Prefsluft in das Fafs geschlagen zu werden braucht.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist die Erfindung an einer Ausführungsform schematisch dargestellt.
Die Vorrichtung zur Ausführung des neuen Verfahrens besteht darin, dafs aufser der gewöhnlichen Laterne b, welche in bekannter Weise die Höhe des Flüssigkeitsspiegels im Kessel α durch einen Schwimmer regelt, eine tiefer liegende Laterne c ebenfalls mit Schwimmer angeordnet ist, die oben durch einen Luftschlauch d mit dem Luftraum des Kessels a, unten durch ein Rohr e mit dem Bierraume des Kessels α verbunden ist. Der Schwimmer dieser Laterne schliefst beim Steigen der Flüssigkeit die Luftverbindung d mit dem Kessel ab, und aufserdem sind Luftrohr d und Bierrohr e noch besonders durch Hähne f und g absperrbar.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende:
Schliefst man Hahn g, öffnet Hahn f und läfst durch den Zulauf h Bier in den Kessel treten, so steigt das Bier im Kessel in die Höhe und prefst die dort vorhandene Luft auf den der Zuflufsflüssigkeit innewohnenden Druck. Da Hahn f geöffnet, Hahn g aber geschlossen ist, so wird sich der gleiche Druck auch in der Laterne c befinden. Wird nun Hahn g geöffnet, so tritt die Flüssigkeit in die Laterne c und hebt den Schwimmer, welcher hierbei den Luftaustritt nach d hin abschliefst. Der Flüssigkeitsspiegel in Laterne c wird nun steigen, bis die in der Laterne c zusammengedrängte Luft unter einem Druck steht, welcher gleich ist dem Luftdruck im Kessel α plus dem Druck der darauf lastenden Flüssigkeitssäule des communicirenden Kessels a.
Wird nun ein zu füllendes Fafs angelegt, darauf der Füllkopf z, welcher aufser der üblichen Bierleitung k und der Prefsluftleitung / noch eine mit Rückschlagventil ausgerüstete Verbindung m nach dem Luftraum der Laterne c besitzt, aufgeprefst und durch Rohr / mittels des Hahnes η Prefsluft auf das Fafs gesetzt, so wird im Fasse ein Druck gleich dem im Kessel α erzeugt. Wird nun nach Schliefsung des Hahnes η der Bierzulauf k geöffnet, so tritt das Bier in das Fafs durch das zum Boden des Fasses führende Füllrohr ο ein, und zwar mit einem Ueberdruck gleich dem Druck der Flüssigkeitssäule im Gefäfs a. Zieht man von dem im Fasse herrschenden Druck den Druck in der Laterne c ab, so erhält man diejenige Flüssigkeitssäule, welche nothwendig ist, im Verein mit dem Laternendruck, dem Druck im Fasse Gleichgewicht zu halten. Daraus geht hervor, dafs die beim Vollwerden des. Fasses in die Luftableitung m emporsteigende Biersäule nur bis zum Flüssigkeitsspiegel der Laterne c steigen kann, und dafs dann der Zuflufs aufhört, weil Gleichgewicht vorhanden ist.
Die vom Fafs abziehende Luft tritt bei geschlossenem Hahn η durch den Schlauch m in die Laterne c ein, drängt dort den Bierspiegel herab, bis der Schwimmer genügend gesunken ist, um der Luft freien Abzug durch das Schwimmerventil in den Kessel zu gestatten, wo geringerer Druck herrscht.
Wird nun mit dem Abfüllen in weitere Fässer fortgefahren, so wird das vom vorhergehenden Fasse in das Luftableitungsrohr m emporgestiegene Bier, welches sich oberhalb des Rückschlagventils befindet, durch den höheren Druck im Fasse mit Leichtigkeit hinüber in die Laterne c getrieben, von wo aus es seinen Weg wieder zum Kessel bezw. zur Füllleitung k nimmt.
Es ist einleuchtend, dafs durch Niedrigerlegen der Laterne c die Biersäule im Steigrohr auf ein Minimum verringert werden kann.
Das in der kleinen Schaulaterne ρ und im Abfüllkopf i befindliche Bier dient zum Nachfüllen des Fasses, d. h. zum Ausfüllen des Volumens, welches das Füllrohr ο im Fasse eingenommen hat, und das beim Herausziehen des Rohres ersetzt werden mufs, weil sich beim Anheben des Rohres sein Fufsventil sofort schliefst. Es wird also durch das Ausziehen des Füllrohres das Fafs vom Druck entlastet und zugleich nachgefüllt. Bei diesem Nachfüllen gestattet ein Ventil q zwischen Rückschlagventil und Laterne ρ der atmosphärischen Luft den Zutritt, um dem Bier ein rasches Zurücklaufen ins Fafs zu ermöglichen.
Durch diese neue Anordnung ist also in der Laterne c künstlich ein Bierspiegel geschaffen, welcher tiefer liegt als der im Kessel a, so dafs die Steigsäule auf ein Minimum vermindert ist, und das übergetriebene Bier ohne Weiteres in den Kessel zurückgelangen kann.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zum Betrieb von Gegendruckabfüllapparaten, dadurch gekennzeichnet, dafs vor dem Abfüllen in einem besonderen Behälter ein niedrigerer Bierspiegel unter entsprechend höherem Druck als im Gegendruckkessel geschaffen und die Luftableitung aus dem Fafs u. s. w. diesem Behälter zugeführt wird, zum Zweck, die Steigbiersäule auf ein geringeres Mafs herabzuziehen und das die Steigsäule bildende Bier leichter in den Kessel bezw. in die Füllleitung zurückzuführen.
2. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet,
dafs der tiefer gelegene Bierspiegel in einer Laterne (c) erzeugt wird, welche ähnlich einer in bekannter Weise die Höhe des Flüssigkeitsspiegels im Gegendruckkessel regelnden Laterne (b) mit einem Schwimmer
ausgestattet ist, welcher die vom Fafs u. s.w. zurücktretende Luft bei entsprechend tiefem Sinken des Flüssigkeitsspiegels in den Kessel, also den Raum niederen Druckes treten läfst.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.
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