DE1445978C - 3-Methoxy-6-mereaptopyridazin-loxyd oder dessen Salze - Google Patents
3-Methoxy-6-mereaptopyridazin-loxyd oder dessen SalzeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft das S-Methoxy-o-mercaptopyridazin-1-oxyd
oder dessen Salze der allgemeinen Formel (I) ~
R-S
OCH,
(I)
in der R ein Wasserstoffatom oder Alkalimetallatom bedeutet, und ein Verfahren zu seiner Herstellung,
indem man ein 3-Methoxy-6-halogenpyridazin-l-oxyd der allgemeinen Formel (II) .
OCH3
(H)
in der X ein Halogenatom bedeutet, in an sich bekannter Weise mit einem Alkalimetallhydrosulfid
kondensiert und gegebenenfalls das erhaltene Alkalimetallderivat durch Behandlung mit einer Säure in
die entsprechende freie Mercaptoverbindung überführt.
Beispiele für verwendbare Alkalimetallhydrosulfide
sind Natrium- und Kaliumhydrosulfid. Die Umsetzungerfolgt bereits bei Raumtemperatur glatt und
in hoher Ausbeute.?;
Das erfindungsgemäße Verfahren erfolgt nach an sich in der Chemie der Pyridazinverbindungen
bekannten Methoden (vgl. J. Pharm. Soc. Japan, 75 [1955], S-778 bis 781).
Das erfindungsgemäß herstellbare 3-Methoxy-6-mercaptopyridazin-l-oxyd
und dessen Alkalisalze haben eine hohe antibiotische Aktivität gegenüber verschiedenen Krankheitserregern. Dies geht aus der
nachstehenden Tabelle hervor, die auch die Ergebnisse von Vergleichsversuchen mit konstitutionell
ähnlichen Verbindungen enthält. Außerdem haben sie bei äußerlicher Anwendung fungizide Wirkung.
Trotz ihrer geringen Löslichkeit in Wasser haben die Alkalisalze gegenüber Trichophyton interdigitale die
gleiche Wirkung wie die freie Mercaptoverbindung.
Pyridazinverbindungen mit antibiotischer Aktivität sind bis jetzt nicht -beschrieb'en. Aus der Tabelle ist
ersichtlich, daß die Verbindungen der Erfindung besonders gegen Trichophyton interdigitale wirken
und Griseofulvin überlegen sind. Griseofulvin ist als »Schmalband«-Antibiotikum bekannt und völlig
unwirksam bei einer Reihe von Mikroorganismen, insbesondere Bakterien und hefeähnlichen Pilzen.
Mindesthemmkonzentration, y/ml
Bacillus subtilis PCI 219
Staphylococcus aureus 209 P Escherichia coli
Penicillium
chrysogenum
408-701
Aspergillus
niger
niger
Trichophyton interdigitale
Chloramphenicol.......
Aureomycin
Cycloserin ;...........
Penicillin G
Streptomycin
Oxytetracyclin
Griseofulvin ..........
Kaliumsalz von
o-Mercapto-S-methoxypyridazin-1-oxyd1) ...
o-Mercapto-S-methoxypyridazin-1-oxyd1) ...
o-Mercapto-S-methoxy- pyridazin-1-oxyd2)
...
S-Chlor-o-mercaptopyridazin3)
.... ..;>!.
3-Methylmercapto-6-methylmercaptopyridazin3)
.........
25
0,019 3,25 6,25
10
<20
>500
5,0 bis 10,0 1,0 bis 5,0 50
0,078 6,25 6,19
10 10
<80 >500 2,5
3,1 bis 100,0
100
25
6,25
3,12
100
25
6,25
3,12
10
5
5
<50
>500
>500
0,62
nicht
bestimmt
bestimmt
100
250
1,25
nicht
bestimmt
bestimmt
100
400
1,9 bis 2,1
1,25
■1,25
■1,25
') LD50 Maus p.o. 1280mg/kg. ... ,.
2) LDj0 Mausp. o.
> 1000mg/kg. ;' '■"'}'■')■'■·■·' -«- ''■■- ' ;: ■■■·'■' ■■„·:'-■: ·' ' ■ .■■-■·■■·■■■· ;'<-, ':■■■■<
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3) Herstellung und Eigenschaften beschrieben in der Zeitschrift »The Pharmaceutical Magazine of Japan«, Vol. 82(1962), S. 1085 bis 1088.
Das Beispiel erläutert die Erfindung.
30 ml einer 2 η-Lösung von Kaliumhydrosulfid in Alkohol werden mit 3 g o-Chlor-S-methoxypyridazin-1-oxyd
versetzt, und das Gemisch wird 3 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Stehenlassen
über Nacht werden die aus der Lösung ausgefallenen Kristalle abfiltriert, dann in Wasser gelöst und -von
unlöslichen Stoffen durch Filtrieren der Lösung befreit. ■ ■ .
Beim Ansäuern des Filtrats mit Salzsäure fallen gelblichbraune Kristalle aus, die aus Alkohol
umkristallisiert werden. Die plättchenförmigen Kristalle haben einen Schmp. von 140 bis 141 0C.
C5H6O2N2S:
Berechnet ... C 37,97, H 3,97, N 17,71;
gefunden ... C 38,43, H 3,82, N 17,97.
gefunden ... C 38,43, H 3,82, N 17,97.
Durch Auflösen der Kristalle in wenig Wasser und Eingiei3en der Lösung in eine alkoholische Lösung
von Kalilauge wird das entsprechende hellgelbe Kaliumsalz erhalten, das in Wasser löslich ist. Das
Salz schmilzt unter Zersetzung bei 3200C. Die Ausbeute beträgt 2,3 g (80% der Theorie).
Claims (2)
1. 3-Methoxy-6-mercaptopyridazin-l-oxyd oder dessen Salze der allgemeinen Formel (I)
OCH3
in der R ein Wasserstoffatom oder ein Alkalimetallatom
bedeutet.
2. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man ein 3-Methoxy-6-halogenpyridazin-l-oxyd der allgemeinen Formel (II)
OCH3
(H)
in der X ein Halogenatom bedeutet, in an sich bekannter Weise mit einem Alkalimetallhydrosulfid
kondensiert und gegebenenfalls das erhaltene Alkalimetallderivat durch Behandlung mit
einer Säure in die entsprechende freie Mercaptoverbindung überführt.
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