DE1492002C2 - Das Antibiotikum Alanosin und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Das Antibiotikum Alanosin und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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- DE1492002C2 DE1492002C2 DE1965L0051185 DEL0051185A DE1492002C2 DE 1492002 C2 DE1492002 C2 DE 1492002C2 DE 1965L0051185 DE1965L0051185 DE 1965L0051185 DE L0051185 A DEL0051185 A DE L0051185A DE 1492002 C2 DE1492002 C2 DE 1492002C2
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft das Antibiotikum Alanosin und dessen Alkali- und Erdalkalisalze sowie
ein Verfahren zur Herstellung dieses Antibiotikums.
Alanosin ist eine weiße kristalline Substanz, die schwach löslich in Wasser, nicht löslich in den üblichen
organischen Lösungsmitteln, löslich in Säuren mit einem pH-Wert unter etwa 3,5 und löslich in Alkalien
mit einem pH-Wert über 7,0 ist. Es kann aus Wasser kristallisiert werden.
Die empirische Formel für Alanosin ist
C3H7N3O4- MG 149,1.
Die Elementaranalyse ergab die folgenden Werte:
Die Elementaranalyse ergab die folgenden Werte:
Errechnet:
C 24,18, H 4,70, N 28,15, O 42,92;
gefunden:
gefunden:
C 24,07, H 4,86, N 28,15, 0 42,92
(durch Unterschiedsberechnung).
(durch Unterschiedsberechnung).
Es hat die folgende für eine antibiotische Substanz einmalige Strukturformel:
L(-)O = N — N — CH2 — CH — COOH
OH
NH,
L( — )-2-Amino-3-nitrosohydroxylaminopropionsäure.
Alanosin schmilzt bei 190"C. Es ist optisch aktiv und hat die folgende spezifische Drehung: [«]"
= -37,8" (c = 0,5, Wasser). Im Ultraviolettspektrum zeigt es ein Maximum bei 250 ΐτίμ, Ej*m 630, in einem
Phosphatpuffer bei einem pH-Wert von 7,0. In 0,1 (>/oiger Salzsäure liegt das Maximum bei 228 ΐημ,
E!ü*m 504. Der spektrophotometrisch gemessene pK-Wert
der chromophoren Gruppe liegt bei 4,8.
Bei dem in Nujol aufgenommenen Infrarotspcktrum zeigt Alanosin die folgenden in cm"' ausgedrückten
Hauptbanden: 3160, 2925 (Nujol), 2850 (Nujol), 2720, 2630, 2500, 2000, 1870, 1650, 1594, 1500, 1465, 1433
(Nujol), 1394, 1380 (Nujol), 1340, 1277, 1237, 1160,
1087, 1070, 980, 967, 915, 860, 814, 734, 663.
Die mit Natriumhydroxyd erhaltene polentiometrische Titrationskurve zeigt Schultern bei den
pK-Werten 4,7 und 8,6 und den Äquivalcntgewichtcn 152 bzw. 162. Eine mit NaOH nach Zugabe von
Formaldehyd durchgeführte Titration zeigt eine einzelne Schulter bei einem pK-Wcrt von 4,7 und einem
Äquivalcntgewicht von 75.
Mit Ninhydrin gibt Alanosin eine violette Färbung. Durch schwaches Erhitzen mit Sulfanilsäure und
u-Naphthylamin stellt sich eine intensive rotviolette
Färbung ein, die die Gegenwart einer Nitrosogruppe anzeigt.
Alanosin bildet mit Alkalien und Erdalkalien und allgemein mit anorganischen und organischen
basischen Substanzen Salze. Da es zwei verschiedene Säuregruppen enthält, kann es neutrale und saure
Salze bilden.
Alanosin besitzt eine antimycolische Wirkung gegenüber verschiedenen Testorganismen. Die nachfolgende
Tabelle gibt die minimale hemmende Konzentration in j'/cem gegen einige typische Stämme an.
Candida albicans ATCC 10 231 IO
( andida albicans SK F 2270 5
Saccharomyces cerevisiae ATCC 9736... 2
Hiitamoeba hyslolylica 50
Trichomonas vaginalis 50
Penicillium sp > 100
Alanosin besitzt hochgradige antivirale Wirkung sowohl in vitro als auch in vivo. Es ist sowohl bei
DNA- als auch bei RNA-Viren wirksam. Dies ist eine einzigartige Eigenschaft, die bei keinem anderen
synthetischen oder natürlichen Produkt zu finden ist. In vitro gibt es einen cytopathischen Schutz
ίο gegenüber Vaccinia (DNA)-, Polio (RNA)- und Coe (RNA)-Vircn selbst bei nur Mikrogrammengen. In
vivo bietet es Schutz gegenüber Vaccinia-Viren sowohl bei topischer als auch bei innertherapeutischer Verabreichung.
Die Wirkung von Alanosin auf Sarcomen, verursacht durch den Virus SV-40, wurde getestet. Zu
diesem Zweck wurden zwölf Hamster zur Transplantation des Tumorgewebes verwendet. 24 Stunden
nach der Transplantation wurde mit der Alanosinbehandlung durch subkutane Verabreichung von
20 mg/kg Alanosin einmal täglich bei acht Tieren begonnen und 21 Tage lang fortgesetzt, nachdem
die ersten Anzeichen des Tumors bei den Kontrolltieren festgestellt worden waren. Die vier als Kontrolltiere
dienenden Tiere erhielten 1 ecm physiologische Kochsalzlösung pro Tag subkutan und entwickelten
einen palpablen Tumor nach einer Inkubationszeit von 15 Tagen. Bei Ablauf des Versuchs wurde kein
Tumorwachstum bei den behandelten Tieren beobachtet, während bei den Kontrolltieren die Tumore
sich zu einer Größe von '/j bis '/2 des Gasttieres entwickelt
hatten.
Bei einem anderen Versuch wurden Hamster mit gut entwickelten Tumoren zur Prüfung des Analosineintlusses
auf die Tumorreduzierbarkeit verwendet. Bei zwölf Tieren wurde die Tumorgröße gemessen,
und ein entsprechendes Diagramm wurde für jeden Tumor angelegt. Vier Tiere wurden mit 2 ecm Salzlösung
pro Tag subkutan behandelt. Acht anderen Tieren wurden 30 mg/kg Alanosin pro Tag subkutan
verabreicht. Die Behandlung dauerte 2 Wochen, in denen die Größe und Form des Tumors regelmäßig
untersucht wurde. Es wurde gefunden, daß bei den behandelten Tieren etwa nach dem K). Tag der Behandlung
die Verkleinerung zwischen 50% und einer Größe lag, die nicht mehr groß genug war, um gemessen
werden zu können. Selbst bei ilen Tieren mit fühlbarem Tumor war die Konsistenz des Tumorgewebes
sehr unterschiedlich von der der Kontrolltiere. Die »behandelten Tumoren« waren weich,
während die Tumoren der -Kontrollticre sehr hart waren. Eine Wiederholung des vorstehenden Experiments
bestätigte die Feststellungen.
Das Antibiotikum zeigt eine sehr geringe Toxizität.
Die 5()"/(|igc tödliche Dosis beträgl bei Mäusen intraperitoneal
600 ing/kg und intravenös 300 mg/kg.
Alanosin wird durch die Züchtung einer neuen Spezies von Aclinomyceten des Genus Streptomyces
erhalten, der ursprünglich als Slrcptomyces sp. V/119
fto und anschließend als Streptomyces alanosinicus 11. sp.
bezeichnet worden war. Der Mikroorganismus wurde
. aus einer Bodenprobe aus Brasilien gewonnen und in die American Type Culture Collection unter der
Nummer ATCC 15 710 eingereiht. Die Kigenschaflen
ft5 ilcs Mikroorganismus, der sich von allen bekannten
Spezies des Genus Streptomyces unterscheidet, werden nachfolgend beschrieben.
Um die WachslumseigcnsehaflcM von Slrcpto-
myces alanosinicus η. sp. zu bestimmen, wurde die Kultur auf einer großen Zahl von herkömmlichen
Medien gezüchtet und bei 28" C 2 Wochen vor der endgültigen Untersuchung inkubiert.
Auf einem Agarnährboden nach Benett bildet der Mikroorganismus Kolonien, die gewöhnlich einen
Durchmesser von 3 bis 5 mm haben und scharf umrissenc Konturen aufweisen, kompakt sind und
erhabene Mitlelbereiche und sammetartige Oberflächen
haben. Sie sind bedeckt mit einem weißlichgrauen Luftmycel, das später bei voller Sporenaus-,
bildung hellbraun wird. Eine große Anzahl der Kolonien auf dem Agarnährboden bilden kein Luftmycel,
sondern entwickeln nur ein vegetatives Mycel
mit brauner bis dunkelbrauner Farbe. In Tabelle I werden die physiologischen und Züchtungseigenschaften
von Streptomyces alanosinicus n. sp. angegeben. Die günstigste Temperatur zur Entwicklung
der Kolonien liegt bei 28 bis 37" C. Kein Wachstum findet bei 50" C und nur ein geringes Wachstum bei
22° C statt.
Wenn die Sporenbildung stattfindet, erscheinen die Sporen in Form von monopodialverzweigten Sporoforen
mit eng gewundenen Spiralen, die elipsoide Sporen (1 χ 1,3 μ) haben. Nach der Klassifizierung
von Pridh am,Hesselt ine und Benedict
gehört Streptomyces alanosinicus n. sp. in die »graue Reihe« der Gattung »Spira«.
| Physiologische | und Züchtigungseigenschaften von Streptomyces | Luftmycel | alanosinicus n. sp. ATCC 15 710 | Biochemische Eigenschaften |
J |
| Kulturmedien | mäßig, watteartig, | Lösliches Pigment | ■ 0 | ||
| Hafermehl | Weiß bis Bräun | Braun | |||
| lich, Weiß bis | |||||
| Bräunlichgrau | |||||
| schwach, pulverig, | |||||
| Emerson | Weißgrau | bernsteinfarben | |||
| mäßig, pulverig | » bis Grau | ||||
| Sabourand | . Weiß bis Maus | Rötlichbraun bis | |||
| grau | Dunkelbraun | ||||
| H2S-Bildung | |||||
| mäßig bis gut, . | |||||
| Benett | watteartig, Weiß | bernsteinfarben | |||
| bis Grau | bis Braun | ||||
| keins | |||||
| Pepton-Eisen-Agar . | Schwarz | ||||
| schwach, Weiß | |||||
| Czapeck Dox | keins | ||||
| Spuren von weißem | |||||
| Kartoffel-Agar | watteartigem | keins | |||
| Myccl | |||||
| keins | |||||
| Kartoffelstücke | mäßig, watteartig. | Schwarz. | |||
| Glucose-Asparagin . | Weiß | Rosabraun | |||
| gut, watteartig. | bis Braun | ||||
| Glycerin-Asparagin. | Weiß bis Weiß | Rosabraun bis | |||
| grau | Dunkelbraun | • | |||
| keins | gute Hydrolyse | ||||
| Nähragar | Spuren von heller | ||||
| keins | Bernsteinfarbe | ||||
| Karoltenstücke .... | keins | völlige Hydrolyse | |||
| gut, watteartig | |||||
| Stärke-Agar | Weiß, das leicht | keins | |||
| Braun wird | Reduktion negativ | ||||
| keine Gerinnung, | |||||
| Gelatineslich | Spuren von | völlige I'epto- | |||
| braunem | nisierung, keine | ||||
| Pigment | pH-Wert-Ver- | ||||
| Nitraibriihe | keins | änderung | |||
| l.ackimisiuilch .... | |||||
| Vegetatives Mycel | |||||
| gutes Wachstum, | |||||
| Hellbraun | |||||
| gutes Wachstum, | |||||
| bernsteinfarben | |||||
| gutes Wachstum, | |||||
| schwach runzelig, | |||||
| bernsteinfarben' | |||||
| bis Dunkelbraun | |||||
| schwaches Wachs | |||||
| tum, Braun | |||||
| mäßiges Wachstum, | |||||
| Braun | |||||
| gutes Wachstum, | |||||
| glasklar | |||||
| schwaches Wachs | |||||
| tum, glasklar | |||||
| gutes Wachstum | |||||
| gutes Wachstum, | |||||
| glasklar | |||||
| gules Wachstum, | |||||
| Dunkelbraun | |||||
| schwaches Wachs | |||||
| tum, glasklar | |||||
| gutes Wachstum, | |||||
| glasklar | |||||
| schwaches Wachs | |||||
| tum, glasklar | |||||
Fortsetzung
| Kulturmedien | Vegetatives Mycel | Luftmyccl | Lösliches Pigment | Biochemische Eigenschaften |
| Calciummalatagar... Tyrosin-Agar ....... Hyckey und Tresner- Agar Zcllulosenähragar ... Magermilch |
kein Wachstum schwaches Wachs tum, Hellbraun gutes Wachstum, Dunkelbraun gutes Wachstum, Hellbraun gutes Wachstum, Braun |
keins gut, watteartig. Weiß bis Grau gut, watteartig. Weiß keins |
keins Hellbraun Rötlichbraun |
Melanin negativ keine sichtbare Zcllulose- digcslion leichte Hydrolyse von Kasein |
Strcpt. alanosinicus η. sp. wurde mit einer Anzahl von bereits beschriebenen Streptomyces mit ähnlichen
Eigenschaften verglichen: Streptomyces platensis, Str. parvulus, Str. filipinensis und Str. albogriscolus.
Einige bestimmte Unterschiede wurden jedoch hinsichtlich der Züchtungseigcnschaflen sowie der biochemischen
Eigenschaften zwischen diesen Species und dem erfindungsgemäßen Str. alanosinicus gefunden.
Einige dieser Unterschiede werden nachfolgend angegeben:
Str. platensis
Die Farbe des Luflmyccls auf Glucose-Asparagin-Agar wird als Weiß beschrieben, das allmählich
Schwarz, wird. Die Bildung eines grünlichgelben Pigments auf einem Calcium-Maial-Agar findet
statt. Die Nitrate werden reduziert. Inulin wird nicht verarbeitet, und Sorbit und Dulcit werden
mctabolisierl.
Str. parvulus
. Gelblich lösliches Pigment auf Glucosc-Aspara-
gin-Agar, Nähragar und Gelatine. H2S negativ.
Bildung von Aetinomycin D.
Str. filipinensis
Diese Species bildete ein gelbes Pigment auf Glyccrin-Asparagin-Agar. Die Gelatine wird sehr
langsam hydrolysiert. Die Bildung von Filipin wird beschrieben, das ein polyenes, antifungales
Antibiotikum ist.
Str. albogriscolus
Nitrat wird zu Nitrit reduziert. H2S wird gebildet.
Das Wachstum auf Kartoffclnährbodcn ist schmutzig, gräulichweiß bis schwachrosa. Luftmycel
und Sporen werden auf dem Nähragar gebildet, jedoch keine Pigmente. Bei dieser Species
wird beschrieben, daß sie einen »Ncomycin-Komplex« bildet.
Streptomyces alanosinicus n. sp..
das nach dem Verfahren von T. G. P r i d Ii a in und D. G ο t t I i e b in J. Bacteriology, Bd. 56. S. 107 (1948), unter Verwendung verschiedener Kohlestoffquellen gezüchtet wurde, verarbeitete praktisch alle getesteten Verbindungen mit Ausnahme von Rhamnosc. Sorbit, Dulcit und Sorbose. Dies geht aus der nachfolgenden Tabelle II hervor.
das nach dem Verfahren von T. G. P r i d Ii a in und D. G ο t t I i e b in J. Bacteriology, Bd. 56. S. 107 (1948), unter Verwendung verschiedener Kohlestoffquellen gezüchtet wurde, verarbeitete praktisch alle getesteten Verbindungen mit Ausnahme von Rhamnosc. Sorbit, Dulcit und Sorbose. Dies geht aus der nachfolgenden Tabelle II hervor.
Tabelle II Verarbeitung von Kohlensloffquellen
KohlcnslofTqucllc
Arabinose .
Xylose ....
Glucose...
Galactose .
Fructose ..
Mannose ..
Rhamnose Lactose ...
Mallose...
Saccharose Raflinose .. Glycerin ..
Sorbit
Mannit ...
Dulcit .... 4S Inosit
Dextrin ...
Inulin ....
Stärke
Ribosc ...
Sorbose...
Wachstum
Sporenbildung
+ + Gut. + Mäßig. — Keine.
Zur Herstellung von Alanosin wird Streptomyces alanosinicus n. sp. ATCC 15 710 in einem wäßrigen
Nährmedium, das eine assimilierbare Kohlenstoffquelle, wie z. B. Kohlehydrate, eine assimilierbare
Stickstoffquelle, wie /.. B. Fleischextrakt»:, Pepton, Maisweichwasser usw., und anorganische Salze, wie
z. B. Chloride, Nitrate, Carbonate. Sulfate von Alkalimetall oder Erdalkalimetallen. Zink, Mangan, liisen.
Magnesium, enthalt, unter aeroben Bedingungen kultiviert, bis die Lösung eine im wesentlichen anlimycolische
und antivirale Wirksamkeil besil/l. und
das gebildete Antibiotikum wird aus dom Kiilturlillral
uewonnen.
Wie oben bereits gesagt wurde, wird die Fermentation
unter aeroben Bedingungen, vorzugsweise unter Schütteln oder Rühren bei 20 bis 40" C während
72 Stunden bis 5 Tagen und langer durchgerührt. Eine wesentliche antimycotische und antivirale Wirksamkeit
in dem Nährmedium wird im allgemeinen nach 1 bis 3 Tagen festgestellt.
Die Gewinnung des Antibiotikums aus dem Kulturfiltrat
nach Abtrennung des Mycels kann auf verschiedenen Wegen vorgenommen werden. Beispielsweise
kann das klare Filtrat in ein Lösungsmittel gegossen werden, das mit Wasser mischbar ist,
und in dem das Antibiotikum nicht löslich ist. Das ausgefällte Antibiotikum wird dann gewonnen und
gereinigt. Chromatograph'ische Verfahren, die gewöhnlich zur Isolierung von antibiotischen Substanzen
angewendet werden, können gleichfalls zur Anwendung kommen.
Außerdem kann eine Reinigung durch Zwischenbildung der wasserlöslichen Alkali- und Erdalkalimetallsalze
und erneute Fällung durch Einstellen des pH-Wertes auf Werte zwischen 3,5 und 7,0 bewirkt
werden.
Alanosin kann praktisch bei der menschlichen Therapie durch topische oder parenterale Verabreichung
zur Anwendung kommen. Die Verabreichung kann in Salben mit einem Gehalt von 0,5 bis
10% oder mit Verdünnungsmitteln und Trägern in Tabjettenform in Dosierungseinheiten von 10 mg
bis 500 mg erfolgen. Wegen seiner geringen Toxizität ist das Antibiotikum vollständig gefahrlos für die
Humantherapie.
Die nachfolgenden Beispiele geben Hinweise für die Herstellung, Gewinnung und Reinigung von
Alanosin.
Fleischextrakt 5,0 g/l
Pcpton 5,0 g/i
Hefeextrakt 5,0 g/1
Enzymatisches Kaseinhydrolysat ... 3,0 g/l
Cerclosc ; 2,0 g/I
NaCl 1,5 g/l
Das Medium wird vor der Sterilisation, die 20 Minuten lang bei 121 "C und einem Dampfdruck von
6,8 kg stattfindet, auf einen pH-Wert von 7,2 gebracht. Die Keimkolben werden bei 28"C 48 Stunden
lang auf Rotationsschüttlcrn mit einer Schwingweite von 5 cm und 240 U/Min, inkubiert.
Gärbedingungen
Von dem Keimkolben werden 3% in 300-ccmlirlenmeyeigärkolben
gegeben, die 100 ecm des Mediums
TVF/5 mit der folgenden Zusammensetzung enthalten:
Glucose 50,0 g/l
Getrocknetes Walfleisch (Pascor) .. 10,0 g/l
CaCO3 5,0 g/l
(NH4J2SO4 1,0 g/l
MgSO4-7H2O ....' 1,0 g/l
CuS04-Lösung, 0,5% 1 ccm
FeSO4-Lösung, 0,1 % 1 ecm
ZnSO4-Lösung, 0,2%
1 ecm
MnSO4-Lösung, 0,8% 1 ecm
Das Medium wird vor der Sterilisation, die 20 Minuten
lang bei 121° C vorgenommen wird, auf einen pH-Wert von 7,0 eingestellt. Die Gärkolben werden
inkubiert und unter gleichen· Bedingungen wie die Keimkolben geschüttelt. Nach 72 Stunden wurde
das Mycel abzentrifugiert, und die nicht behandelte Brühe wurde nach dem Strichverdünnungsverfahren
getestet. Die Ergebnisse sind wie folgt:
| 25 | Saccharomyces cerevisae |
Biologische Wirkung in Verdünnungseinheiten bei 3lägiger Gärung |
Beispiel 2 |
| Candida albicans | 1/40 1/10 |
Flaschengärung | |
| 30 | |||
| 35 | |||
Schüttelkolbengärung
von Streptomyces alanosinicus n. sp. ATCC 15 710
von Streptomyces alanosinicus n. sp. ATCC 15 710
Herstellung des Inoculums
Hafermchlagar-Schrägnährböden, die mit Streptomyces alanosinicus n. sp. geimpft worden waren,
wurden bei 20 C 7 bis 10 Tage lang bebrütet und dann zum Impfen von 100 ecm eines Pepton-Agar-Glucosc-Hefeextrakt-Mediums
verwendet, das in einem 500-ccm-Erlenmeyerkolben enthalten war. Die
Zusammensetzung dieses Gärmediums war wie folgt:
von Streptomyces alanosinicus n. sp. ATCC 15 710
Die Gärung in 4-1-Glasfermentoren wurde in den
nachfolgenden Medien und unter den angegebenen Verfahrensbedingungen vorgenommen:
Herstellung des Inokulums
Erste Stufe— Inokulumquelle: Kultur von Streptomyces
alanosinicus n. sp., gezüchtet auf Hafermehl-Agar oder eine Ampulle mit lyophiler Sporensuspension.
Medium und Verfahrensbedingungen sind mit den im Beispiel 1 beschriebenen identisch.
Zweite Stufe — Inokulumquelle: 2,5% der ersten Stufe. Medium: wie in der ersten Stufe. Das Medium,
4 1 im Glasfermentor wird vor der Sterilisation, die 30 Minuten lang bei 121" C durchgeführt wird, auf
einen pH-Wert von 7,2 eingestellt, danach inokuliert und bei 28"C 2 Stunden lang inkubiert. Während
der Inkubation wird die Brühe mit einer Geschwindigkeit von 1 1 Luft/yMin. belüftet und mit 800 U/Min,
gerührt.
Gärbedingungen
Inokulumquelle: 2(X) ecm (5%) der zweiten Inokulumstufe.
Medium: wie bei dem ersten Beispiel (TVF/5). Das Medium wird vor der Sterilisation, die
30 Minuten lang bei 121"C stattfindet, auf einen 6s pH-Wert von 7,0 gebracht. 4 I dieses Mediums, die
das Inokulum enthalten, werden 72 bis % Stunden bei 28 C inkubiert. Während der Inkubation wird die
Masse belüftet und gerührt wie in dem ersten Beispiel.
109 612/170
Die Ergebnisse der Gärung werden in der nachfolgenden Tabelle angegeben.
| Gärungen Alter/Std. |
pH-Wert | Spektrophometrische Titer ;'/ccm |
| 0 | 7,10 | 0 |
| 10 | 6,85 | ο - |
| 24 | 6,80 | 120 |
| 34 | 7,20 | 535 |
| 48 | 7,20 | 755 |
| 75 | 7,20 | 865 |
| 82 | 7,20 | 765 |
| 96 | .7,20 | 810 |
Die Extraktion und Reinigung des Produktes wird nach dem folgenden Beispiel vorgenommen.
20
B e i s ρ i e 1 3
Extraktion
Extraktion
30 1 der Brühe werden zentrifugiert, und 6% Darco G-60-Holzkohle (Handelsname) werden zu der klaren
Lösung zugegeben, die 30 Minuten gerührt wird. Dann wird die Holzkohle abfiltriert, wobei man eine
fast farblose Lösung erhält, die im Vakuum bei 45 bis 50°C auf 1,5 1 eingedampft wird. Die konzentrierte
Lösung wird unter Rühren in 5 1 Methanol gegossen, der erhaltene Niederschlag wird filtriert, mit viel
Aceton gewaschen und im Vakuum getrocknet. Als Ausbeute werden 230 g eines rohen Produktes mit
einer Analyse von etwa 10% erhalten.
Reinigung
Das vorstehende rohe Produkt wird in 400 ecm Wasser suspendiert, und zu der auf 4° C abgekühlten
Suspension wird unter Rühren Schwefelsäure bis zur Erreichung eines pH-Werts von 2,0 bis 2,5 zugegeben.
Der ungelöste Rückstand wird abfiltriert, die Lösung wird weiter mit 400 ecm Wasser verdünnt,
und 1,61 Methanol werden zur Fällung des Antibiotikums zugegeben. Das Gemisch wird auf 4" C
während mehrerer Stunden gehalten, um die Fällung zum Abschluß zu bringen, dann wird es filtriert, mit
Aceton gewaschen und im Vakuum über P2O5 getrocknet.
Die Ausbeute beträgt 62 g eines Produktes mit einer Analyse von 27%· Das getrocknete Produkt
wird in wasserfreiem Methanol suspendiert und das Gemisch gerührt. Perchlorsäure (75%) wird bei
etwa 4°C bis zur Erzielung eines pH-Wertes von 3,0 zugegeben, der nicht gelöste Teil wird abfiltriert
und das Antibiotikum durch Einstellen des pH-Wertes auf 5,5 mit Natriummethoxyd ausgefällt. Die Suspension
wird einige Stunden bei 4" C dekantiert, dann wird sie filtriert, und der Niederschlag wird mit Diäthyläther
gewaschen. Die Ausbeute beträgt 30 g (Titer: 43%)· Eine Menge von 3,2 1 des vorstehenden
Antibiotikums wird in 60 ecm H2O gelöst und der
pH-Wert auf 8 eingestellt. Der nicht gelöste Teil wird abfiitriert, und durch Zugabe von Eisessig wird
der pH-Wert auf 5 bis 4,5 gebracht. Beim Abkühlen auf 4 C werden 1,2 g des Antibiotikums in kristalliner
10' Form (Titer: 75%) erhalten.
Eine Menge von 2,9 g des kristallinen Antibiotikums wird in 900 ecm Wasser gelöst, die Lösung wird auf
70 bis 80" C erhitzt, dann filtriert, auf 200 ecm konzentriert
und 8 bis 10 Stunden bei 4"C abgestellt. Dann wird sie filtriert und mit kaltem Wasser gewaschen.
Die Ausbeute beträgt 1,45 g (Titer: 97%). Durch weiteres Konzentrieren der Lösung auf 100 ecm
wird eine weitere Menge des Antibiotikums von 1 g (Titer: 80%) erhalten.
Eine Menge von 15 g des nicht kristallisierten Antibiotikums mit einem Titer von 34%, das nach
Beispiel 3 erhalten wurde, wird in 100 ecm H2O
suspensiert. Die Suspension wird gekühlt, und konzentrierte Schwefelsäure wird bis.zur Erzielung eines
pH-Wertes von 2 zugegeben. Die Lösung wird 15 Minuten
bei 4°C gerührt, dann wird das ausgefällte Calciumsulfat abfiltriert und die Lösung auf einen
pH-Wert von 4,5 durch Zugabe von Natriumhydroxyd gebracht. Die Suspension wird K) bis 12 Stunden
bei 4°C abgestellt, dann filtriert und mit Wasser gewaschen. Ausbeute: 6,5 g (Titer: 72%). Eine weitere
Reinigung kann durch Kristallisieren aus Wasser wie bei dem vorstehenden Beispiel vorgenommen
werden.
Claims (2)
- Patentansprüche:
1. Das Antibiotikum Alanosin der FormelL— (-)ON — N — CH, — CH — COOHOHNH2und dessen Alkali- und Erdalkalisalze. - 2. Verfahren zur Herstellung des Antibiotikums Alanosin, dadurch gekennzeichnet, daß man den Streptomyces alanosinicus n. sp. ATCC 15 710 in einem wäßrigen Nährmedium, das eine assimilierbare Kohlenstoffquelle, eine assimilierbare Stickstoffquelle und Mineralsalze enthält, bei einer Temperatur von 20 bis 40"C 1 bis 5 Tage unter aeroben submersen Bedingungen züchtet und die' Gärlösung aufarbeitet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB30116/64A GB1115041A (en) | 1964-07-29 | 1964-07-29 | The antibiotic alanosine |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1492002B1 DE1492002B1 (de) | 1970-07-23 |
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