DE1493473A1 - Verfahren zur Herstellung von neuen Polycarbonsaeureanhydriden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von neuen PolycarbonsaeureanhydridenInfo
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- C07D307/87—Benzo [c] furans; Hydrogenated benzo [c] furans
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Description
0R.-IN6. VON KREISLER DR.-1NG. SCHON WALD
Köln, den 13.6.1969 Fu/wy
Verfahren zur Herstellung von neuen Polycarbonsäureanhydriden.
Die Erfindung betrifft neue Polycarbonsäuren bzw. deren
Anhydride. Polycarbonsäuren spielen heute in der synthetischen Chemie eine überragende Rolle als Komponenten
für den Aufbau von Polykondensationsprodukten mit den verschiedenartigsten sich von Carbonsäuregruppen ableitenden
Bindegliedern. Hingewiesen sei nur auf die bekannten Polyester oder Polyamide. Es ist dabei bekannt, daß
gerade die Natur der Polycarbonsäure-Bausteine die Eigenschaften des Polykondensationsproduktes in erheblichem
Maße beeinflusst. Die Entwicklung von Polycarbonsäuren, die z.B. als Bausteine in der Polykondensation eingesetzt
werden können, ist damit heute ein wichtiges Gebiet der sythetisehen Chemie geworden.
Wichtig können für die Kunstharzherstellung insbesondere
auch Polycarbonsäuren mit mehr als nur zwei Carboxylgruppen sein. Die Erfindung betrifft die Herstellung solcher
höherwertiger Tetracarbonsäuren, und zwar insbesondere die Herstellung von neuen Tetracarbonsäureanhydriden.
Gegenstand der Erfindung ist demgemäß ein Verfahren zur
Herstellung von neuen, eine Mehrzahl von aromatischen Ringen enthaltenden Polycarbonsäureanhydriden, das dadurch gekennzeichnet,ist, daß man Ester von polyfunktio-
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.■>;* f \?f i: -U'-
nellen Phenolen mit Trimellitsäureanhydrid in Gegenwart
von Carbonsäuresalzen als Katalysatoren umestert«
Die hierdurch hergestellten Polycarbonsäureanhydrid©
zeichnen sich.also dadurch aus, daß sie TriiaellithsMsipeester
polyfunktioneller Phenole sind und damit - anteilsmäßig
gesehen - einen hohen Anteil von aromatischen Hingen enthalten. Es hat sich gezeigt, daß gerade diese stark
aromatischen polyfunktionellen Polycarbonsäuren weiinrolle
Komponenten für den Aufbau von Kunstharzen sind wad den Polykondensationsprodukten z.B. hervorragende Tfaenaostabilität
verleihen können.
Dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren liegt eine Umesterung zugrunde. Ester von polyfunktionellen Phenolen
werden mit Trimellitsäureanhydrid umgesetzt., wobei die
freie Carboxylgruppe der Trimellithsäure in die Bsterbindungen des polyfunktionellen Phenols eintritt.
Es ist an sich aus einer Firmenschrift einer Herstellerin von Trimellitsäureanhydrid bekannt, das Trimelllthsäureanhydrid
mit einem großen Überschuß an Vinylacetat in Gegenwart von Quecksilberacetat und konzentrierter Schwefelsäure
zum Vinylester des Trimellithsäureanlaiydrids umzusetzen.
Die Aufarbeitung des Reaktionsgemisehes ist dabei wegen der Notwendigkeit, Schwefelsäure, Quecksilberaeetat
und den Überschuß an Vinylacetat zu entfernen» sehr zeitraubend.
Bei dem Versuch, diese Reaktion auf die Umsetzung von
Trimellithsäureanhydrid und die Ester mehrwertigen Phenole zu übertragen, um auf diesem Weg zu den bis-TräJiellitl!-
säureanhydridestern der betreffenden polyfunkti-onellen
Phenole zu gelangen, ist die Verwendung der Haenolesterkomponente
in großem Überschuß nicht sinnvoll» da -erst
die Anwendung zu mindest äquivalenter Mengen an Trimellith-
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Säureanhydrid die günstigsten Bedingungen für das Entstehen des zweifach mit Trimellitsäureanhydrid veresterten
Phenols schafft.
Die Umsetzung von äquivalenten Mengen des Trimellithsäure-
- anhydride und dem Ester der polyfunktionellen Phenole in
Gegenwart von konzentrierter Schwefelsäure und Quecksilberacetat unter Abspaltung der ursprünglich am Phenol vorliegenden
Carbonsäuren findet jedoch bei Temperaturen statt, bei denen sich die Reaktionsmasse unter Dunkelfärben zu
zersetzen beginnt. Demgegenüber wurde überraschenderweise gefunden« daß es unter den erfindungsgemäßen Verfahrensbedingungen möglich ist, eine quantitative und gleichzeitig
schnell und eindeutig verlaufende Umesterung zwischen äquivalenten Mengen von Trimellitsäureanhydrid und Estern
mehrwertiger Phenole zu erreichen, ohne daß eine Zersetzung des Reaktionsgemisches eintritt. Die gewünschte Reaktionserleichterung wird durch die erfindungsgemäß eingesetzten
Katalysatoren bewirkt. Die erfindungsgemäßen Katalysatoren sind Carbonsäuresalze, und zwar insbesondere Alkalisalze
von Carbonsäuren. Besonders geeignet ist beispielsweise Kaliumacetat, Setzt man diese Salze dem Reaktionsgemisch
zu und'erhitzt auf ausreichend hohe Temperaturen, z.B. auf
Temperaturen im Bereich von l80 bis 5Ö0°C, so tritt die gewünschte Umesterungsreaktion rasch ein. Verschiebt man
dann in einer für die Umesterung an sich bekannten Weise das Gleichgewicht in Richtung auf die gewünschten neuen
Phenolester, so können die neuen Polycarbonsäureanhydride in praktisch quantitativer Ausbeute leicht erhalten werden.
Diese Verschiebung findet in einfacher Weise durch Entfernung der unerwünschten Carbonsäuren aus dem Veresterungsgemisch statt. Die Katalysatoren werden dabei in üblichen
katalytischen Mengen zugesetzt, wobei auch größere Mengen nicht schädlich sind. Erfindungsgemäß wird es besonders
bevorzugt, polyfunktionelle Phenolester einzusetzen, die mit ausreichend flüchtigen Carbonsäuren verestert sind.
Besonders geeignet sind Monocarbonsäuren und hier wiederum die niederen Monocarbonsäuren mit z.B. bis zu 6 Kohlen-
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stoffatomen. Bevorzugt werden Acetate der Polyphenole eingesetzt.
In diesem Fall destilliert bei der Umesterungsreaktion freiwerdende flüchtige Monocarbonsäure aus dem
Reaktionsgemisch ab. Bevorzugt wird die Umesterungsreaktjcn
bei Temperaturen von 200 bis 2500C durchgeführt, wobei es
zur Beschleunigung der vollständigen Umesterung zweckmäßig sein kann, Maßnahmen zum leichteren Entweichen der freiwerdenden flüchtigen Carbonsäure aus dem Reaktionsgeraisoh
zu ergreifen. Geeignet ist z.B. das Arbeiten unter verminderten Drucken, z.B. im Bereich von 20 bis 100 Torr. Bei ■
dieser Arbeitsweise wird nahezu der Theorie entsprechende
Menge an Monocarbonsäure abgespalten, in der Regel können 98 bis 99 # zurückgewonnen werden» Das anfallende Reaktionsprodukt ist nur wenig verfärbt, durch Umkristallisieren
können die gebildeten Tetracarbonsäureanhydride leicht gereinigt und die Reste des Katalysators abgetrennt werden.
Insbesondere Essigsäureanhydrid hat sich hier in einigen Fällen als geeignetes Lösungsmittel zum Umkristallisieren
erwiesen.
Bei der Herstellung der neuen Verbindungen kann - soweit
nicht besondere, z.B. sterische Hindernisse vorliegen - je phenolische Hydroxylgruppe 1 Äquivalent Trimellithsäure in
Reaktion treten. Hieraus leiten sich die einzusetzenden. Mengenverhältnisse der Reaktionsteilnehmer ab.
Zur. Herstellung von Tetracarbonsäureanhydriden muß ein
Äquivalent der polyfunktionellen Phenolverbindung mit zwei Äquivalenten von Trimellithsäure umgesetzt werden. In -diesem
Sinne wird es erfindungsgemäß insbesondere bevorzugt, Ester von Diphenolen im Verfahren einzusetzen. Als zweiwertiges
Phenol ist im Rahmen der Erfindung das Hydrochinon ganz besonders bevorzugt. Es können jedoch auch
andere zweiwertige Phenole verwendet werden, wie die im Handel erhältlichen bis-Phenole ρ,ρ'-Dihydroxydiphenylpropan,
ρ,ρ' -Dihydroxydiphenylmethan, ρ, ρ! -Dihydroxydiphenylsulfon
oder auch p,pl-Dihydroxydlphenylketon. Auch Resorcin
kann Verwendung finden. Wie bereits ausgeführt, sind
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insbesondere die Diacetate dieseqTbis-Phenole für die Umsetzung
mit dem Trimellitsäureanhydrid geeignet.
• Die Erfindung ist aber nicht auf die Verwendung solcher zweifunktioneller Phenole beschränkt. Es können auch andere
und insbesondere höherfunktionelle Polyphenole, bzw. Phenolverbindungen eingesetzt werden. Ein brauchbares Beispiel
hierfür sind die bekannten Novolake, die bekanntlich polyphenolische Kondensationsprodukte darstellen. Hier
können mehr Äquivalente der Säurekomponente, z.B. 2, eingesetzt
werden.
Die Urnesterungsreaktion kann in Gegenwart üblicher Lösungsmittel durchgeführt werden, wenngleich auch das Arbeiten in
Abwesenheit von Lösungsmitteln möglich ist und bevorzugt sein kann.
Normalerweise geht man bei der erfindungsgemäßen Umesterung,
wie angegeben, direkt von den Estern der Polyphenole mit
Monocarbonsäuren aus. Man kann aber in einer besonderen Ausführungsform auch darauf verzichten, diese als Ausgangpmaterialien
eingesetzten Phenolester isoliert herzustellen, Bei dieser Ausführungsform der Erfindung kann man vielmehr
das Phenol gemeinsam mit an sich bekannten Acelierungsmittelneinsetzen,
die primär zur Herstellung der Phenolester führen, die dann der Umsetzung mit dem Trimellithsäurean-
-■■ hydrid unterworfen werden. Ein. typisches Beispiel hierfür
ist die Verwendung eines Gemisches der phenolischen Verbindung
und Essigsäureanhydrid. Hier kann man sozusagen in
einem Eintopfverfahren vom freien Phenol ausgehend zunächst
den Ester mit der Monocarbonsäure herstellen und ihn dann
anschließend mit dem Trimellitsäureanhydrid in der besehriebenen Weise umsetzen.
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U93A73
- 6 Beisgiel_l_
In einer Apparatur, bestehend aus einem beheizbaren Dreihalskolben
mit Rührvorrichtung, Thermometer, Gaseinleitungsrohr
und einem Rektifizieraufsatz, der über einem Kühler und einer kühlbaren Vorlage mit einer Vakuumpumpe
verbunden ist, werden 192J- g (1*0 Mol) Hydroehinonacetat
und 384 g (2,0 Mol) Trimellitsäureanhydrid zusammen mit
4,0 g trockenem Kalitimacetat unter Stickstoffatmosphäre
aufgeschmolzen und auf 200° C aufgeheizt und ein Vakuum von 300 Torr an die Apparatur angelegt. Dabei begann
Essigsäure überzudestiliieren. Unter Rühren wurde dann
innerhalb von 5 Stunden die Temperatur allmählich bis auf 250° C erhöht und gleichzeitig der Druck in der Anlage
allmählich bis auf 10 Torr gesenkt. Nach dieser Zeit hatte
sich in der mit der Reaktionsapparatur verbundenen stark gekühlten Vorlage 114 g Destillat, das im wesentlichen aus
Essigsäure bestand, angesammelt. Das erhaltene Reaktionsprodukt wurde dreimal über Aktivkohle aus Essigsäureanhydrid
urakristallisiert und hatte dann einen Schmelzpunkt von 267° C.
Beisgiel_2
312 g (1,0 Mol) p,pf-Dihydroxydiphenylpropandiacetat und
403 g (2,1 Mol) Trimellithsäureanhydrid werden zusammen mit 4 g wasserfreiem Kaliumacetat unter Stickstoff (in der
in Beispiel 1 beschriebenen Apparatur) aufgeschmolzen und auf 220° C aufgeheizt. Sodann wurde der Druck in der Reaktionsapparatür
auf 100 Torr gesenkt, dabei begann die Abspaltung von Essigsäure. Im Laufe von 2 Stunden wurde die
Temperatur langsam auf 250 C gesteigert und der Druck bis
auf 10 Torr gesenkt. Nach dieser Zeit war die Abspaltung von Essigsäure beendet. An der gekühlten Vorlage hatten
sich 117 g Destillate gesammelt.
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Ί493473 - ι -
Das entstandene Reaktionsprodukt wurde zweimal über Aktivkohle aus Essigsäureanhydrid umkristallisiert und
wurde dann als weißliche Kristallmasse vom Schmelzpunkt
192°G erhalten.
Beisgiel_j5 ■ ■ -
In der Yorriehtung des Beispiels 1 wird folgender Ansatz
der Umsetzung unterworfen:
282 g Uovolak MG 567
306 g Acetanhydrid (3 Mol)
6 g Kaliumacetat
306 g Acetanhydrid (3 Mol)
6 g Kaliumacetat
g ^rifflellithsäureanhydrid (3 Mol).
wird eine Beäktionstemperatur von 24o°C eingestellt,
die Reatetionsdauer beträgt 4 1/2 Stunden. Das Destillat
beträgt 355 Pl· Bas theoretische Äquivalentgewicht beträgt
bezogen atif die Anhydridgruppen 265.
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Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von neuen, eine Mehrzahl von
* aromatischen Ringen enthaltenden Polycarbonsäureanhydriden
dadurch gekennzeichnet, daß man Ester von polyfunktionellen
Phenolen mit Trimellithsäureanhydrid in Gegenwart von Garbonsäuresalzen als Katalysatoren
umestert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, aaß
man Ester aus polyfunktlonellen Phenolen und flüchtigen Carbonsäuren, vorzugsweise niederen Monocarbonsäuren mit
insbesondere bis zu 6 Kohlenstoffatomen, einsetzt und diese mit solchen Mengen des Trimellithsäureanhydrlds
umsetzt, daß je phenolische Hydroxylgruppe 1 Äquivalent Trimellithsäureanhydrid vorliegt, wobei weiterhin vorzugsweise
2- oder 3-funktionelle Phenole eingesetzt
werden.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man Alkalisalze von Carbonsäuren als Katalysatoren einsetzt, wobei insbesondere Kaliumacetat bevorzugt
wird. - ' ":■-■-
1I* Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man bei Temperaturen von l8o bis 5000C, vorzugsweise
200 bis 2500C, arbeitet; - .-
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet»
daß man die bei der Umesterung anfallenden Monocarbonsäuren aus dem Reaktionsgemisch, z.B. durch Abziehen im
Vakuum, entfernt.
909838/U5Ö
ORIGINAL INSPECTED
Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeioh-.
net, daß man Ester von Diphenolen mit dem Trimellithsäureanhydrid
umsetzt, wobei insbesondere als zweiwertige Phenole p,p' -Dihydroxydiphenylpropan, ρ, ρ '-DihydrcKyphenylmethan,
ρ,ρ'-Dihydroxydiphenylsulfon und/oder
ρ,ρ'-Dihydroxydiphenylketon, vor allen Dingen aber Hydrochinon
eingesetzt werden«
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT394264A AT245556B (de) | 1964-05-04 | 1964-05-04 | Verfahren zur Herstellung von neuen Polycarbonsäureanhydriden |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1493473A1 true DE1493473A1 (de) | 1969-09-18 |
Family
ID=3557508
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19651493473 Pending DE1493473A1 (de) | 1964-05-04 | 1965-03-06 | Verfahren zur Herstellung von neuen Polycarbonsaeureanhydriden |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT245556B (de) |
| DE (1) | DE1493473A1 (de) |
-
1964
- 1964-05-04 AT AT394264A patent/AT245556B/de active
-
1965
- 1965-03-06 DE DE19651493473 patent/DE1493473A1/de active Pending
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT245556B (de) | 1966-03-10 |
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