DE1533862C - Gekühlte Heißwindschieberzunge - Google Patents
Gekühlte HeißwindschieberzungeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine gekühlte Heißwindschieberzunge
mit zwei zu den Schieberzungenplanseiten parallelen Einzelhohlräumen, in denen durch
spiralförmig verlaufende Leitmittel gebildete Kühlkanäle angeordnet sind, die zur Erzielung hoher
Kühlwassergeschwindigkeiten enge Querschnittsabmessungen aufweisen. ·
Heißwindschieber, die in verhältnismäßig großen Durchmesser aufweisende Heißwindleitungen von
Hochofenanlagen1 eingebaut werden, sind relativ hohen Wärmebeanspruchungen ausgesetzt, die in
besonderem Maße auch auf die Schieberzuhge einwirken. Man hat deshalb die Schieberzunge als Hohlkörper
ausgebildet und im Laufe der Entwicklung mit verschiedenen Kühlsystemen versehen, unter anderem
auch solche, bei denen angestrebt wird, das Kühlmittel mit hoher Geschwindigkeit durch ein Kanalsystem
hindurchzuführen, um damit die Bildung von Luftkissen, Filmverdampfungen, Schmutzablagerungen
u. dgl. zu vermeiden, die in den meisten Fällen die Ursachen für einen frühzeitigen Verschleiß der
Schieberzunge infolge örtlicher Überhitzungen bilden.
Aus der deutschen Patentschrift 1 031 329 ist eine Heißwindschieberzunge bekannt, die aus spiralförmig
gewickelten Rohren besteht, welche an den Berührungsstellen zu einer Scheibe verschweißt sind und
von einem die Dichtflächen sowie den Kühlmittel-Zuführungsstutzen und den Kühlmittelabführungs-Stutzen
tragenden Umfangsring umschlossen werden, der über die Breiten-Abmessung der Scheibe vorsteht,
deren Planflächen mit feuerfestem Material verkleidet sind. Dabei ist die Anwendung von Rohren mit besonders
kleinem Durchmesser zur Erzielung hoher Kühlwassergeschwindigkeiten empfohlen. Diese Ausführung
hat insbesondere den Nachteil, daß die Herstellung des spiralförmigen Rohrsystems relativ hohen
Aufwand an Material und Arbeitszeit erforderlich macht. Außerdem hat sich die Konstruktion in der
Praxis nicht bewährt, was vor allem darauf zurückzuführen ist, daß während des beim Umstellen eines
Winderhitzers von der Heizzeit auf die Blasezeit erfolgenden Druckausgleiches zwischen Winderhitzer
und Hcißwindleitung die Schieberzunge Flatterbewegungen ausführt, die ein Abfallen der feuerfesten Verkleidung schön nach relativ kurzer Betriebszeit zur
Folge hat.
Ferner beinhaltet die deutsche Auslegeschrift 1212 378 eine Heißwindschieberzunge, die aus einem
Hohlkörper mit spiralförmig verlaufenden Leitmitteln besteht, mit Hilfe deren das Kühlwasser vom Umfang
zur Mitte der Schieberzunge und wieder zurück zum Umfang geführt wird. Dabei sind die von den
Leitmittel gebildeten, Spiralen mit umgekehrtem Drehsinn an beiden Seiten einer plattenförmigen
Trennwand vorgesehen, die den Schieberzungenhohlraum in zwei Hohlräume aufteilt. Beide Einzelhohlräumc
stehen durch eine in der Mitte der Trennwand vorgesehene Bohrung miteinander in Verbindung,
durch die das am Umfang eines Einzelhohlraumes , eintretende, spiralförmig zur Zungenmitte fließende
Kühlwasser in den anderen Einzelhohlraum überströmt, in dem es spiralförmig zum Zungenumfang
fließt und dann aus der Schieberzunge austritt.
Für Heißwindschieber mit kleinem Durchgangsquerschnitt mag diese bekannte Ausführung tragbar
sein, jedoch ergeben sich für Schieber mit großen Abmessungen insofern Mängel, als dort die plattenförmige,
massive Trennwand bei gleichen Verhältnissen und Wassergeschwindigkeiten relativ dick ausfällt,
da die Schieberzunge aus festigkeitsmäßigen Überlegungen heraus an eine bestimmte Breite gebunden,
ist und nicht schmaler gebaut werden kann.
■5 Eine dicke Trennwand bedeutet aber eine gewichtsmäßig
schwere, materialaufwendige Schieberzunge, zu deren Betätigung entsprechend viel Antriebskraft
notwendig ist. Des weiteren wird durch den entgegengesetzten Strömungsverlauf des Kühlmittels in
ίο den Einzelhohlraum eine unterschiedliche Kühlung
der Zungenplanwände bewirkt, was zu Wärmespannungen und zu Verwerfungen des Materials und damit
zum Undichtwerden des Schiebers sowie eventuell auch zu Rißbildungen führen kann.
Dazu kommt, daß durch die Verwendung von durch die Leitmittel hindurchgeführten, die Zungen-
- planwand und die Trennwand zusammenhaltenden Verbindungsbolzen die Fertigung der Schieberzunge
aufwendig und kostspielig wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die angeführten Mängel zu beseitigen, d. h. bei einfachem,
betriebssicherem Aufbau und einfacher Herstellungs- ( weise der Schieberzunge die angestrebte hohe Kühlmittelgeschwindigkeit
in den Kühlkanälen zu erzielen.
Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß der Schieberzungenhohlraum mittels zu den
Zungenplanseiten parallel stehender Zwischenwände in drei Einzelhohlräume aufgeteilt wird und die in
den äußeren Einzelhohlräumen spiralförmig verlaufenden Kühlkanäle an gleicher Stelle mit Kühlwasser-'Zu-
und Abläufen versehen und strömungstechnisch voneinander unabhängig sind. Auf diese Weise ergibt
sich für die Schieberzunge bei engen Kühlkanalquerschnitten eine gewichtsmäßig und fertigungstechnisch
leichte, stabile Bauweise, die den Anforderungen der Praxis weitgehend entgegenkommt, wenn man bedenkt,
daß Heißwindschieber und Heißwindschieberzungen im Hochofenbetrieb als Verschleißartikel mit
einer beschränkten Lebensdauer gelten. Darüber hinaus ist infolge des gleichgerichteten Strömungsverlaufes
des Kühlwassers in beiden Einzelhohlräumen die Schieberzunge während des Betriebes weitgehend
gleichmäßig temperiert, so daß Wärmespannungen vermieden werden. Im ganzen gesehen erhält man
eine Heißwindschieberzunge, die auch extremen Wärmebeanspruchungen standhält und die den im
heutigen, mit Heißwindtemperaturen um 1300° C arbeitenden Hochofenbetrieb gestellten Anforderungen
voll gerecht wird. : .
" Zweckmäßig werden die Zwischenwände, welche die Kühlwasser beaufschlagten Einzelhohlräume voneinander
trennen, durch eine Zarge miteinander verbunden, die mit spaltbreitem Abstand parallel zu der
Zungenumfangswand verläuft. Dadurch wird von den Kühlwasserströmen beider Einzelhohlräume die Um-,fangswand
der Zunge gekühlt, in deren mittlerer Umfangslinie sich die Ströme vereinen, was infolge
der gleichen Strömungsverhältnisse anstandslos vonstatten geht. Dabei bildet man vorteilhaft die Zwischenwände
im Bereich des auf der Umfangswand der Zunge angeordneten Kühlwasserzuführungs-Anschluß
dachartig zusammenlaufend aus, so daß für •beide Zungenkühlräume ein einziger, in der Mitte
der Umfangswand angeordneter Kühlwasser-Zuführungsanschluß ausreichend ist, da die dachartige Spitze
der Zwischenwände den eintretenden Kühlwässerstrom in zwei gleiche Teilströme trennt. Weiter vereinfacht
wird die Konstruktion gemäß der Erfindung
durch die Anwendung von Leitmitteln, die durch Durchbrechungen der Zwischenwände hindurch von
Zungenplanwand zu Zungenplanwand reichen.
Die Erfindung schlägt ferner vor, daß die Zwischenwände die Planseiten eines der Schieberzunge
ähnlichen, jedoch kleineren Hohlkörpers sind, der in den Hohlraum der Schieberzunge eingesetzt wird,
was insbesondere die Möglichkeit bietet, an bereits vorhandenen Schieberzungen eine Verengung der
Kühlkanalquerschnitte durch die Bildung dreier Einzelhohlräume vorzunehmen.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden
näher beschrieben:
Fig. 1 zeigt eine neue Schieberzunge im Längsschnitt,
Fig. 2 einen Schnitt nach der LinieI-I der Fig. 1,
F i g. 3 die Draufsicht auf einen in den Schieberzungenhohlraum einbaubaren Hohlkörpers und
F i g. 4 einen Schnitt nach der Linie II-II der
Fig. 3.
In Fig. 1 und 2 bedeuten 1 und 2 die Schieberzungenplanwände
und 3 einen beide Planwände verbindenden, die Dichtflächen 4 und 5 aufweisenden
Ring, dessen Umfangswand 6 einen Kühlwasserzuführungsstutzen 7 und einen Kühlwasserabführungsstutzen
8 trägt. Im Zungenhohlraum sind zwei vom Kühlwasserabführungsstutzen 8 ausgehende und mit
Abstand voneinander in spiralförmigem Bogen zur Zungenmitte hingezogene Leitbleche 9 und 10
angeordnet, die sich über den Querschnitt des Zungenhohlraumes erstrecken. Dadurch entsteht ein
Kühlwasserkanal 11, der am Zuführungsstutzen 7 beginnt und in der ersten Phase von der Umfangswand 6
sowie dem äußeren Leitblech 9 und anschließend von beiden Leitblechen 9 und 10 gebildet wird. Der Zungenhohlraum
ist durch zwei zu den Planseiten 1 und 2 parallel stehende, mit Durchbrüchen für die
Leitbleche 9 und 10 versehene Zwischenwände 12 und 13 in drei Einzelhohlräume 14,15 und 16 unterteilt,
wobei die Wände 12 und 13, die am Umfang durch eine mit geringem Abstand zur Zungenumfangswand
6 verlaufende Zarge 17 miteinander in Verbindung stehen, im Bereich des Kühlwasserzuführungsstutzens
7 zueinander streben und so einen Keil 18 bilden, der den durch den Stutzen 6 eintretenden
Kühlwasserstrom in zwei Teilströme trennt, die in den äußeren, die Kühlräume bildenden Einzelhohlräumen
14 und 16, von den Leitblechen 9 und 10 geführt, zunächst zur Zungenmitte und dann
zurück zum Austrittsstutzen strömen. Hierbei berühren sich die Teilströme auf dem Abschnitt des Strömungsweges,
der durch die Zungenumfangswand 6 und durch das äußere Leitblech 9 gebildet wird und
kühlen die Zungenumfangswand 6 gemeinsam. Der Einzelhohlraum 15 zwischen den Zwischenwänden
und 13 stellt mehr oder weniger einen Blindraum dar, der sich beispielsweise durch mit Absicht unterbrochene
Schweißnähte oder durch die Anordnung von teilweise zur Entlüftung dienende Bohrungen
selbsttätig mit Wasser füllt, das sich über einen längeren Zeitraum austauscht, aber nicht direkt am Kühlprozeß
teilnimmt.
In Fig. 3 und 4 ist ein Hohlkörper veranschaulicht, der den als Blindraum dienenden Hohlraum 15
ίο einschließt, d. h. die Zwischenwände 12 und 13 und die Zarge 17 sind zu einem separaten Körper zusammengebaut,
dessen Durchbrechungen 19 für die Leitbleche 9 und 10 durch den Hohlraum 15 abschließende
Querbleche 20 umsäumt sind.
Claims (5)
1. Gekühlte Heißwindschieberzunge, deren Hohlraum in zwei zu den Schieberzungenplan-Seiten
parallele Einzelhohlräume abgeteilt ist, in denen durch spiralförmig verlaufende Leitmittel
gebildete Kühlkanäle angeordnet sind, die zur Erzielung hoher Kühlwassergeschwindigkeiten
enge Querschnittsabmessungen aufweisen, d a durch gekennzeichnet, daß der Schieberzungenhohlraum
mittels zu den Zungenplanseiten (1 und 2) parallel stehender Zwischenwände (12 und 13) in drei Einzelhohlräume (14 bis 16) aufgeteilt
ist und die in den äußeren Einzelhohlräumen spiralförmig verlaufenden Kühlkanäle an
gleichen Stellen mit Kühlwasser-Zu- und Abläufen (7 und 8) versehen und strömungstechnisch
voneinander unabhängig angeordnet sind.
2. Heißwindschieberzunge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenwände
(12 und 13) durch eine Zarge (17) miteinander verbunden sind, die mit spaltbreitem Abstand
parallel zu der Zungenumfangswand (6) verläuft.
3. Heißwindschieberzunge nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenwände
(12 und 13) wenigstens im Bereich des auf der Umfangswand (6) der Zunge angeordneten Kühlwasser-Zuführungsanschlusses
(7) dachartig zusammenlaufend ausgebildet sind.
4. Heißwindschieberzunge nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
spiralförmig angeordneten Leitmittel (9 und 10) von Zungenplanwand (1) zu Zungenplanwand (2)
reichen und die Zwischenwände (12 und 13) Durchbrechungen für die Leitmittel aufweisen.
5. Heißwindschieberzunge nach den vorherigen
Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenwände (12 und 13) die Planseiten eines
~. der Schieberzunge ähnlichen, kleineren Hohlkörpers
(12, 13, 17, 19, 20) sind, der in den Hohlraum der Schieberzunge eingesetzt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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