DE164796C - - Google Patents
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Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Stärke, die für
Brauerei-, Destillations- und andere Zwecke geeignet ist, und richtet sich auf die Behandlung
des Kornes in einer solchen Weise, daß die Stärke in einem aufgelösten oder flüssigen
Zustande erhalten wird. Die Stärke in aufgelöstem Zustand unterscheidet sich von
einer stärkeähnlichen breiigen Masse, die sich
ίο bei der nach den üblichen Verfahren zur
Ausführung gelangenden Behandlung von ungemalztem Korn ergibt und viele für die zu Brauerei- und Destillationszwecken bestimmte
Stärke unerwünschte Beimengungen enthält, weshalb solche Stärke auch manchmal einer weiteren Behandlung bedarf, um
für den Gebrauch geeignet zu werden.
Das Korn, aus welchem die flüssige Stärke nach vorliegendem Verfahren hergestellt wird,
besteht gewöhnlich aus Gerste, es können aber auch andere Körnerarten, wie Mais oder
Reis, Verwendung finden.
Nach vorliegendem Verfahren wird die aufgelöste Stärke dadurch hergestellt, daß
man mittels Wassers die Stärke aus dem Korn auflösen läßt, ohne daß man dabei versucht,
die Stärke in das Wasser hineinzudrücken. Dies wird dadurch erreicht, daß
man das Korn, vorzugsweise in seinem natürliehen Zustande und in dünnen Schichten
oder Feldern von etwa 25 mm Höhe frei in einem Dampfkochtopf (Digestpr) dem Wasser
,aussetzt, das unter Druck auf eine hohe Temperatur gebracht wird.
Dabei löst sich die Stärke allmählich in Wasser auf, das nach seiner Sättigung abgeleitet
und durch frisches Wasser so lange ersetzt wird, bis sich die Stärke in nutzbarer
Menge nicht mehr auflöst.
Die aus dem Dampfkochtopf in heißem Zustande herauskommende aufgelöste Stärke
ist flüssig, wird aber bei ihrem Abkühlen fest und nimmt die Beschaffenheit einer
weißen Gallerte an.
Um vom Korn eine geeignete Stärke in flüssigem Zustande zu erhalten, muß das
Wasser an jedes einzelne Teilchen des Kornes herantreten können und dieses so geschichtet
sein, daß die Hitze nur durch Vermittlung des Wassers an das Korn gelangt, wodurch
die Möglichkeit des Anbrennens vermieden ist.
Die der Beschreibung beigegebenen Zeichnungen stellen einen zur Ausführung des
Verfahrens nach der Erfindung geeigneten Dampfkochtopf dar; dieser Topf ist aber
nur als ein Beispiel einer solchen Vorrichtung anzusehen, da die \;orrichtung hinsichtlich
ihrer Form und Anordnung in der verschiedensten Weise abgeändert werden kann.
Fig. ι zeigt den Dampfkochtopf im Schnitt, Fig. 2 und 3 zeigen^ in Ansicht und Schnitt
einen Behälter, von welchen der gemäß Fig. 2 als zum Anfüllen bereit und der 'in Fig. 3
als mit Korn gefüllt dargestellt ist. Fig. 4
zeigt im Grundriß den Behälter nach Fig. 2 und 3.
Der aus den Figuren ersichtliche Dampfkochtopf besteht aus einem zylindrischen Gehäuse
α mit einer in der Nähe seiner Innenwand befindlichen Dampfschlange b, welcher
der Dampf durch Ventil c zugeleitet und aus welcher der Dampf durch Ventil d abgeleitet
wird. Die Dampfableitung führt in einen Kondenswasserableiter e. Auf dem dampf-■
dicht aufgesetzten Deckel / sitzt das Sicherheitsventil g und das Manometer h. In den
Dampfkochtopf wird das Wässer am Boden des Gehäuses α durch einen gelochten, mit
Haube versehenen Rohrstutzen i zugeführt; durch denselben Stutzen wird es abgeleitet.
Dieser Rohrstutzen befindet sich in dem mit Zulaß- und Absperrventil k und / ausgerüsteten
Hauptrohr j.
Das Korn wird durch einzelne Behälter in den Dampfkochtopf eingebracht, die nach
Bedarf in das Gehäuse α leicht herabgesenkt oder aus ihm herausgehoben werden können,
wobei der dampfdicht abschließende Deckel f abgehoben ist.
Ein Behälter gemäß Fig. 2, 3 und 4 enthält neun getrennte Schichten oder Lagen
Korn. Jeder Behälter besteht aus einer gelochten zylindrischen Trommel m, deren
Durchmesser so gewählt ist, daß sie ohne, Berührung der Dampfschlange b bequem eingesetzt
werden kann.
In der Trommel m sind eine Anzahl gelochter Bleche η befestigt, die gleich weit
-voneinander abstehen und zwischen denen die Platten ο lose eingelegt sind. Diese Platten 0
sind durch Aufschrauben auf die Stangen ρ befestigt, die frei durch die Bleche η so hindurchgehen,
daß die Platten 0 von den festliegenden Platten in die aus Fig. 2 ersichtliche Stellung abgehoben werden können. Durch die
Scheren q werden die sämtlichen beweglichen Platten 0 der einzelnen Gruppen an die nächsten
darüber festliegenden Platten befestigt.
Die Füllung der Behälter erfolgt, wenn sich die Platten in der aus Fig. 2 ersichtlichen
Stellung befinden, durch die Öffnungen r in der Trommel m; diese Öffnungen
können, wenn nötig, durch einen Schieber s abgeschlossen werden. Beim Einbringen des
Kornes zwischen die beweglichen Platten und die nächste darüberliegende feststehende Platte
bilden sich während des Anhebens der Platten 0 Schichten, deren geeignete Dicke durch den
jeweiligen Abstand der Platten voneinander bestimmt wird; wenn die Behälter in den
Dampfkochtopf herabgesenkt werden, so werden die Führungsstangen u in die · Einschnitte
t (Fig. ι und 4) eingesetzt. Diese Führungsstangen sitzen an den Blöcken ν aus
nicht leitender Masse. Die losen Platten legen sich bei ihrem Herabgehen auf die
festliegenden Platten auf und es verbleibt über dem Korn ein freier Raum zum Durchströmen
des Wassers und zum Quellen des Kornes. Durch das Hähnchen n> können Proben der gewonnenen Stärke entnommen
werden. Am oberen und unteren Teil des Dampfkochtopfes befinden sich die Wasserstandgläser
χ und y.
Der beschriebene Dampfkochtopf kann verhältnismäßig von kleinen Abmessungen sein,
da er mit Wasser angefüllt und nachgefüllt werden kann, um die Stärke aus dem Korn
aufzulösen. Überdies macht sich zum Aufwühlen des Kornes und zur innigen überall
erfolgenden Berührung mit dem Wasser ein Aufrühren nicht nötig.
Zur Erzeugung einer aufgelösten Stärke ist es von Wichtigkeit, daß ein richtiger
Druck angewendet und eine richtige Zeit zum Auflösen der Stärke durch das Wasser
innegehalten wird. Ehe angegeben werden soll, wie Erfinder diese Druckverhältnisse,
sowie die Innehaltung der Zeit erzielt, soll noch hervorgehoben werden, daß es sich bei
Verarbeitung schmutzigen oder harten oder wenig gehaltreichen Kornes manchmal empfiehlt,
das Korn vor dem Aufkochen in kaltem Wasser zu weichen.
Dies kann leicht dadurch geschehen, daß man den Dampfkochtopf mit kaltem Wasser
anfüllt, durch Pumpen einen Druck erzeugt und dann dieses Wasser durch frisches Wasser
ersetzt, ehe man Dampf zuleitet.
Der angewendete Druck kann zwei bis vier Atmosphären betragen. Es ist aber anzuführen,
daß, je höher der Druck ist, eine desto dunklere Färbung des Bieres entsteht, falls die erzeugte Stärke für Brauereizwecke
Verwendung findet.
Für die Verarbeitung von Gerste genügen schon ι Y2 bis 2 Stunden, berechnet vom
Beginn der Erreichung des gewünschten Druckes, obgleich diese Zeitdauer nicht als
Regel anzusehen ist. Mais erfordert zu seiner Verarbeitung eine längere Zeit. Ein zweites
Ausziehen derselben Kornmenge wird weniger Zeit, vielleicht nur 1 Stunde erforden. Erfinder
hat festgestellt, daß es sich nicht empfiehlt, die aufgelöste Stärke im Dampfkochtopf
allzulange sich selbst zu überlassen, da sie dann leicht anbrennt.
Um sich von der richtigen Beschaffenheit des Auszuges zu überzeugen, werden von
Zeit zu Zeit kleine Mengen aus dem Probierhähnchen w entnommen, die man abkühlt;
schon bei geringer Übung ist es leicht, die erforderliche Zeit festzustellen.
Nachdem man eine erste Menge aufgelöster Stärke erhalten hat, kann sie sofort unter
Zusatz von Malz in Bierwürze verwandelt
werden. Diese erste Menge kann auch in einem Behälter aufbewahrt werden, bis ihr
die zweite Menge zugesetzt ist. Wenn dies aber geschieht, so empfiehlt es sich, die erste
Menge nicht bis unter die Sättigungstemperatur abkühlen zu lassen, da, falls sie allzusehr
abgekühlt wird, ein Teil der Stärkesich verändert und die Diastase niqht so schnell
wie unter anderen Umständen auf sie wirkt, ίο selbst wenn die Stärke wieder auf höhere
Temperatur gebracht wird. Es empfiehlt sich auch nicht, die erste Stärkemenge auf einer
allzu hohen Temperatur zu erhalten, da das Produkt eine gesättigte Flüssigkeit ist.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung aufgelöster Stärke für Brauerei-, Destillations- und andere Zwecke unter Behandlung des zu verwendenden Getreides mit . Wasser in der Wärme und unter Druck, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks vollständiger Auflösung der Stärke im Wasser das Getreide in unveränderter Form, also mit den Schalen, in dünnen Schichten mit nur so viel Wasser behandelt wird, als zum Verhindern der Karamelbildung und des Anbrennens erforderlich ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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