DE174496C - - Google Patents

Info

Publication number
DE174496C
DE174496C DENDAT174496D DE174496DA DE174496C DE 174496 C DE174496 C DE 174496C DE NDAT174496 D DENDAT174496 D DE NDAT174496D DE 174496D A DE174496D A DE 174496DA DE 174496 C DE174496 C DE 174496C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
isosafrole
anethole
oxide
alkali
alcohol
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT174496D
Other languages
English (en)
Publication of DE174496C publication Critical patent/DE174496C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C07—ORGANIC CHEMISTRY
    • C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D303/00—Compounds containing three-membered rings having one oxygen atom as the only ring hetero atom
    • C07D303/02—Compounds containing oxirane rings
    • C07D303/12—Compounds containing oxirane rings with hydrocarbon radicals, substituted by singly or doubly bound oxygen atoms
    • C07D303/18—Compounds containing oxirane rings with hydrocarbon radicals, substituted by singly or doubly bound oxygen atoms by etherified hydroxyl radicals
    • C07D303/20—Ethers with hydroxy compounds containing no oxirane rings
    • C07D303/22—Ethers with hydroxy compounds containing no oxirane rings with monohydroxy compounds

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
— M 174496 -' KLASSE \2q. GRUPPE
Dr. PAUL HORING in BERLIN.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. Juni 1905 ab.
Die Dibromide des Isosafrols und des Anethols tauschen durch 1 bis 2-stündiges Erwärmen mit wäßriger Acetonlösung auf dem Wasserbade, zweckmäßig unter Zusatz von gekörntem Marmor zur Bindung des entstehenden Bromwasserstoffs, das a-Bromatom leicht gegen die OH- Gruppe aus. Da die so gebildeten Oxybromide nicht kristallisieren und auch im Vakuum nicht destillierbar sind, so geschieht ihre Isolierung einfach durch A^erjagen des Lösungsmittels.
Das Oxybromid des Anethols, das ct-Oxyß-bromhydroanethol
bildet ein schwach gelbliches öl vom spez. Gewicht 1,420 bei i8°, das Oxybromid des Isosafrols, das a-Oxy-ß-bromdihydroisosafrol
ao (CH2 O2) : C6H3 -CH(OH) -CHBr- CH3
ist gleichfalls ein schwach gelbliches Öl; das spez. Gewicht beträgt 1,568 bei i8°.
Durch ι bis 2-stündiges Erwärmen von Isosafroldichlorid mit wäßriger Acetonlösung auf dem Wasserbad bei Gegenwart von gekörntem Marmor wird das Isosafroloxychlorid
(C H2O2)-.C6H3-CH (OH)-C HCl-CH3
erhalten. Das Isosafroldichlorid wird dargestellt, indem in eine gut gekühlte Lösung von Isosafrol in Äther oder Tetrachlorkohlenstoff etwas mehr als 1 Mol.-Gewicht Chlor eingeleitet wird. Nach dem Verjagen des überschüssigen Chlors und des Lösungsmittels hinterbleibt ein schwach gelbgefärbtes, etwas nachdunkelndes öl, das ein spez. Gewicht von 1,31 bei 18° und einen Chlorgehalt von 28,8 Prozent (berechnet 30.4 Prozent) besitzt. Zur Darstellung des Oxychlorids werden 100 T. Dichlorid mit 280 T. Aceton, 50 T. Wasser und5oT. gekörntem Marmor 2 Stunden auf dem Wasserbad erhitzt. Das in üblicher Weise gereinigte Oxychlorid ist ebenfalls ein auch im Vakuum nicht unzersetzt destillierbares Öl von bräunlich gelber Farbe. Spez. Gewicht 1,28 bei 17,5°. Chlorgehalt 16,17 Prozent (berechnet 16,55 Prozent).
Es wurde nun gefunden, daß. diese Oxyhalogenverbindungen durch Alkalieinwirkung sehr leicht Bromwasserstoff abspalten und hierbei in die zugehörigen Oxyde, das Anetholoxyd
(CH3 O) C6
-CH-CH-CH3
bezw. das Isosafroloxyd
(CH2 O2) -.C6H3-CH-CH-CH3
übergeführt werden. Die Reaktion kann mit gleicher Leichtigkeit mit wäßrigalkoholischem Alkali wie mit Alkoholat ausgeführt werden. Sie tritt aber auch ein, wenn man metallisches Natrium auf die ätherische Lösung einwirken läßt, unter lebhafter Wasserstoffent-
wicklung, oder beim Erhitzen mit konzentrierten wäßrigen Alkalihydroxyden. Am vorteilhaftesten wendet man jedoch wäßrigalkoholisches Alkali oder Alkalialkoholat an. Dieser Reaktionsverlauf ist ein überraschender, da die diesen Oxyverbindungen entsprechenden Alkyläther
R - Cf/CO-Alkyl). CHBr - CH3
ίο durch Einwirkung von Alkali in die ungesättigten Propenyläther
R- C (O-Alkyl): CH- CHS
übergehen, die durch verdünnte Säuren sehr leicht wahrscheinlich unter intermediärer Bildung ungesättigter Alkohole R-C(OH: CH- CH3) in Ketone R-CO-CH2CH3 verwandelt werden (vergl. Pond, Erb und Ford, Journal of the Amer. ehem. soc. 24, [1902], S. 330; und Ber. 29 [1896], S. 687. Die Abspaltung des β-Bromatoms aus den Oxybromiden, die viel leichter als bei den Alkyläthern stattfindet, hätte in analoger Weise unmittelbar zu den ungesättigten Alkoholen bezw. zu den a-Ketonen führen können.
Es hat sich ferner gezeigt, daß an Stelle der Oxyhalogenverbindungen auch deren Acidylderivate z. B. das Acetat des Isosafroloxybromids
(CH2OJ: C6H3-CH-(O-COCH3)-CHBr-CH3
mit dem gleichen Erfolg der Einwirkung von Alkali unterworfen werden können. Die Acidylverbindungen entstehen mit großer Leichtigkeit bei der Einwirkung von Alkalisalzen der Fettsäuren oder aromatischen Carbonsäuren auf die Dibromide der Propenylphenoläther.
Die Oxyde des Anethols und Isosafrols sind an sich sowie als Ausgangsmaterial für weitere Synthesen wertvoll. Insbesondere zeichnen sie sich dadurch aus, daß sie beim Erhitzen für sich auf höhere Temperaturen oder beim Erhitzen mit verdünnten Mineralsäuren durch intramolekulare Umlagerung in die isomeren ß-Ketone R - CH2 — CO — CZf3 übergehen.
Die neuen Körper haben einen eigenartig duftigen Geruch und sollen verwendet werden als Riechstoffe und als Zusätze zu Riechstoffen, als therapeutische Mittel und als Zusätze zu therapeutischen Mitteln, z. B. Salben und ölen gegen Ausschläge, sowie als Ausgangsmaterial zur Darstellung von anderen chemischen Präparaten.
Beispiel I.
24,5 g Anetholoxybromid werden in 50 ecm Alkohol gelöst und zur Lösung 6 g Kaliumhydroxyd, gleichfalls in Alkohol gelöst, hinzugefügt. Es beginnt rasch eine reichliche Abscheidung von Bromkalium, die man durch Y2-stündiges Erwärmen auf dem Wasserbad zu Ende führt. Der Alkohol wird nun größtenteils abdestilliert, der Rückstand mit Wasser versetzt und das abgeschiedene öl nach der üblichen Isolierung und Reinigung im Vakuum destilliert. Es geht bei 11 mm Druck von 130 bis 1380 über und zeigt bei der Rektifikation fast konstant den
Kpn = I32°.D17 O= 1,0637.
Beim Erhitzen unter gewöhnlichem Druck tritt bei etwa 190 bis 2100 unter spontaner Wärmebildung Umlagerung in das Keton
CH3 0-C6H4- CH2 — CO — CH3
ein, das bei 267 bis 2690 oder bei 12 mm bei 136 bis 1380 unzersetzt destilliert. Dichte des Ketons D17 0= 1,0707.
Beispiel II.
9g Natriumhydroxyd werden in iog Wasser gelöst, 30g Alkohol und dann eine Lösung von 30,4 g Acetylverbindung des Anetholoxybromids in 40 g Alkohol hinzugefügt. Der Reaktionsverlauf und die Gewinnung des Anetholoxyds vollzieht sich weiter genau wie im Beispiel 1 angegeben ist.
Zur Darstellung der Acetylverbindung werden 10 T. Anetholbromid mit 15 T. Eisessig und 2,5 T. Natriumacetat kurze Zeit zum Sieden erhitzt. Nach beendeter Bromnatriumabscheidung gießt man in Wasser und gewinnt in üblicher Weise die Acetylverbindung als rötlichbraunes Öl vom spez. Gewicht 1,250 bei 18°.
Beispiel III.
21,4g Isosafroloxychlorid werden in 50 ecm Alkohol gelöst und mit einer Lösung von 2,5 g Natrium in Alkohol versetzt. Es tritt alsbald Abscheidung von Chlornatrium auf, die durch '/2-stündiges Erwärmen auf dem Wasserbad beendet wird. Die weitere Aufarbeitung geschieht wie in Beispiel 1. Das Isosafroloxyd ist ein farbloses öl von angenehmerem bedeutend feinerem Geruch als das Isosafrol selbst. Es siedet im Vakuum bei 12 mm von 149 bis 1510 D17 0 = 1,2128. Beim Erhitzen unter gewöhnlichem Druck wandelt sich das Isosafroloxyd bei etwa 200 bis 22O° unter gleichzeitiger starker Wärmeentwicklung in das Isosafrolaceton (CH2OJ: C6H3-CH2-CO —CH3 um, das Kp760 = 283 bis 2840 und Kpw mm = 149 bis 151° besitzt.
Seine Dichte ist D17 = 1,2017.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch: Verfahren zur Darstellung von Anetholoxyd und Isosafroloxyd, darin bestehend, daß man die Oxyhalogenverbindungen des Anethols bezw. des Isosafrols von der Formel R-CHOH-CHX-CH3 (worin R den Rest CH3O-C6H^- bezw. (CH2 O2; :CeHa — und X Halogen bedeutet) oder deren Säureester
    R-CH- O Acyl— CHXCH3
    (worin Acyl einen aliphatischen oder aromatischen Garbonsäurerest bedeutet) der Einwirkung von Alkali unterwirft.
DENDAT174496D Active DE174496C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE174496C true DE174496C (de)

Family

ID=439229

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT174496D Active DE174496C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE174496C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0225990A1 (de) * 1985-10-18 1987-06-24 TECNOPART S.r.l. Verfahren zur Herstellung von Phenylpropanonen

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0225990A1 (de) * 1985-10-18 1987-06-24 TECNOPART S.r.l. Verfahren zur Herstellung von Phenylpropanonen

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2337813C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Monoacetalen aromatischer 1,2-Diketone
DE2136828C3 (de) 4-Phenoxy-phenoxyalkancarbonsäurederivate, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung
DE1543427C3 (de)
DE1668603C3 (de)
EP0176026A1 (de) Verfahren zur Herstellung von 2,4-Dichlor-5-fluor-benzoesäure
DE2533396C2 (de) 3-Methyl-3-aryl-brenztraubensäureester und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE1233405B (de) Verfahren zur Herstellung von 7-(Oxoalkyl)-1, 3-dimethylxanthinen
DE3401913A1 (de) Verfahren zur herstellung von 8-hydroxyoctansaeure und deren salze sowie deren verwendung
DE1545687C3 (de)
DE1817918B2 (de) Ester des 1.7.7-trimethyl-bicyclo- eckige klammer auf 4.4.0 eckige klammer zu -decanols-(3)
EP0573999A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Tetronsäurealkylestern
DE2263880A1 (de) Verfahren zur aufspaltung eines cyclopentenolons in die optischen isomeren
AT211829B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen 3-Aminothiophen-2-carbonsäureestern und den entsprechenden freien Carbonsäuren
DE1545687B2 (de) 1-(5'-Oxohexyl)-3,7-dimethylxanthin und Verfahren zu seiner Herstellung
AT232993B (de) Verfahren zur Herstellung von Methylestern aromatischer Polyhalogencarbonsäuren
DE1050763B (de) Synthese von Vitamin-A-Säure und ihren Estern
DE743005C (de) Verfahren zur Herstellung ganz oder teilweise hydrierter Verbindungen der Diphenylaethan- bzw. -aethenreihe
AT222653B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Azepinderivaten
DE671098C (de) Verfahren zur Darstellung von aromatischen Verbindungen
DE2734809A1 (de) Verfahren zur herstellung von 2,3- dichlor-1-(c tief 1-7 )-alkoxybenzolen
EP0083010A1 (de) Diether von m- oder p-Hydroxyphenolen und Verfahren zur Herstellung der Diether oder Monoether von m- oder p-Hydroxyphenolen
AT228211B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Phenothiazinderivaten, sowie von Säureadditionssalzen und quartären Salzen dieser Phenothiazinderivate
DE1620250A1 (de) Verfahren zur Herstellung substituierter Benzofurazanverbindungen
DE1668631C3 (de)
DE1929731C (de)