DE184155C - - Google Patents

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DE184155C
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DE
Germany
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pressure
beer
vessels
carbonic acid
air
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DE1905184155D
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Publication of DE184155C publication Critical patent/DE184155C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12HPASTEURISATION, STERILISATION, PRESERVATION, PURIFICATION, CLARIFICATION OR AGEING OF ALCOHOLIC BEVERAGES; METHODS FOR ALTERING THE ALCOHOL CONTENT OF FERMENTED SOLUTIONS OR ALCOHOLIC BEVERAGES
    • C12H1/00Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages
    • C12H1/12Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation
    • C12H1/16Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation by physical means, e.g. irradiation
    • C12H1/18Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages without precipitation by physical means, e.g. irradiation by heating

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Toxicology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Packages (AREA)
  • Distillation Of Fermentation Liquor, Processing Of Alcohols, Vinegar And Beer (AREA)
  • Food Preservation Except Freezing, Refrigeration, And Drying (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JK* 184155-KLASSE 6d. GRUPPE
FRANZ KNIPPING in BERLIN.
Es ist bekannt, Bier und andere gashaltige Flüssigkeiten in geschlossenen Gefäßen, wie z. B. in Flaschen, Fässern und dergl., zu pasteurisieren, indem man diese Gefäße nicht voll füllt, also im Gefäß einen Luftraum läßt, welcher der Flüssigkeit beim Pasteurisieren die Möglichkeit der Ausdehnung gewährt. Auf diese Weise wird eine unbedingte Beschädigung oder Bruch der Gebinde
ίο als Folge zu großer Druckbeanspruchung vermieden.
Dieses Verfahren hat jedoch folgende Mängel. Da das Bier beim Beginn des Pasteurisierens nicht unter Druck steht, so wird Kohlensäure im Bier frei, welche sich mit der über dem Bier gelassenen Luft vermengt und dadurch nach Ansicht des Erfinders für das Bier verloren geht.
Bei der üblichen Erhitzung des Bieres auf 72° C. entsteht in dem Gefäße ein Druck von 8 bis 10 Atmosphären, was bei Glasgebinden einen Bruch von 2 bis 5 Prozent zur Folge hat und bei Fässern häufig Leckagen verursacht, die vielfach erst am Bestimmungsort bemerkt werden. Dieser hohe Druck hat ferner noch den Nachteil, daß dadurch die Qualität des Bieres beeinträchtigt wird und das Bier unangenehme Geschmacksveränderungen erleidet.
Man hat den Versuch gemacht, diese hohe Druckbeanspruchung bei Fässern dadurch zu vermindern und auch ein vollkommenes Füllen der Gefäße dadurch zu ermöglichen, daß man sie während des Pasteurisierens mit Expansionsgefäßen in Verbindung bringt, also einen bisher im Faß gelassenen Luftraum außerhalb desselben schafft. Es ist hierdurch gelungen, den Innendruck der Gefäße auf 3 bis 4 Atmosphären zu vermindern; jedoch weisen diese Expansionsgefäße in mancher Beziehung andere Mängel auf.
Teilweise sind dieselben mit atmosphärischer Luft gefüllt und bieten infolgedessen für eine absolut sichere Tötung der Bakterien keine Gewähr; denn wenn auch bei einer Temperatur von 72 ° C. die im Bier befindlichen Bakterien getötet werden, so sind bekanntlich Temperaturen von über ioo° erforderlich, um gewisse in der Luft befind--' liehe Keime und Sporen zu vernichtg^i" also Temperaturen, die das Bier nicht': ver-i trägt. ■■"v
Wenn auch bei einem bekannten.Ver.iabren das Expansionsgefäß vorher sterilisiert;.'und die Luft mittels Kohlensäure ausgetrieben wird, das Bier während der Erhitzung fnit Luft also nicht in Berührung kommt, so fehlt hier ein Verschluß des Fasses unter Abschluß der Außenluft, wodurch die Gefahr einer Infektion nach beendetem Pasteurisieren vorliegt, also eventuell das ganze Pasteurisieren illusorisch wird.
Bei einem anderen Verfahren erfolgt zwar ein Verschluß der Gebinde unter Abschluß der Außenluft, auch kommt das Bier bei der Erhitzung mit Luft nicht in Berührung, da , die Erhitzung unter Kohlensäuredruck erfolgt, jedoch fehlt hier eine Regulierung ! dieses Gegendruckes. Es muß also eine zu hohe Druckbeanspruchung der Gefäßwandüngen erfolgen, wenn der Kohlensäuregegendruck bei Beginn des Pasteurisierens so
hoch gewählt wird, daß dadurch ein Freiwerden von Kohlensäure im Bier bei der Erhitzung vermieden wird.
Einen Fortschritt gegenüber diesen bekannten Verfahren bildet die durch das Patent 167136 geschützte Erfindung. Das Bier kommt danach bei der Erhitzung mit Luft nicht in Berührung und steht während des ganzen Pasteurisiervorganges unter einem so hohen Kohlensäuregegendruck, daß ein Freiwerden von Kohlensäure im Bier vermieden wird; infolge einer selbsttätigen Regulierung dieses Gegendruckes wird bewirkt, daß eine höhere Druckbeanspruchuug der Gefäße nicht erfolgt, und ferner wird ein Verschluß der Gebinde unter Abschluß der Außenluft bewirkt.
Einen weiteren Fortschritt bedeutet vorliegende Erfindung. Außer den genannten Vorzügen meiner eben erwähnten patentierten Erfindung wird bei vorliegender Erfindung infolge des gleichen Innen- und Außendruckes selbst die geringste Druckbeanspruchung der Gefäße vermieden.
Es ist bereits bekannt, einen Gegendruck beim Pasteurisieren von Flaschen insofern anzuwenden, als man die verschlossenen Flaschen in einem geschlossenen Kessel pasteurisiert,: welcher unter Gegendruck gesetzt ist; auch hat man Vorrichtungen geschaffen, um den bei der Erhitzung in einer Flasche entstehenden Druck feststellen zu können.
Da jedoch der bei der Erhitzung in der Flasche entstehende Druck von dem über dem Bier gelassenen Luftraum abhängt und sich ferner danach richtet, ob der Kork absolut dicht schließt oder nicht, so ist der Druck in jeder Flasche · mehr oder minder verschieden. Der Druck im Pasteurisierkessel kann also nur eine Druckbeanspruchung der Gefäßwandungen vermindern, aber niemals vollkommen aufheben.
Dies wird durch vorliegende Erfindung erreicht und dadurch die Verwendung von billigen Glasgebinden, wie z. B. Demijohns, Ballons und Glasfässern, ermöglicht. Gegenüber den bisherigen Eisenfässern und Flaschen gestatten die obigen Gebinde eine Ersparnis in der Emballage von etwa 8 Mark pro Hektoliter.
Der Vorgang beim Pasteurisieren gestaltet sich wie folgt:
Die Gefäße α werden vollkommen gefüllt und unverschlossen in geeigneter Weise in einen Kessel 0 geschafft, welcher vorher steril gemacht ist. Nachdem die Luft ausgetrieben und durch ein geeignetes Gas, z. B. Kohlensäure, ersetzt ist, wird der Kessel unter einen beliebigen Druck gesetzt, der zweckmäßig 4 Atmosphären beträgt, um ein Freiwerden von Kohlensäure im Bier bei der Erhitzung unmöglich zu machen. Dieser Kohlensäuredruck wirkt sowohl auf die Innen- wie auf die Außenwandungen der Gefäße, da die Gefäße zu dieser Zeit nicht verschlossen sind. Innendruck und Außendruck ist somit genau gleich. Auch beim Pasteurisieren, d. h. also bei der Erhitzung, die in einem Wasserbade mittels Heizschlangen oder dergl. erfolgen kann, ist die geringste Druckbeanspruchung der Gefäßwandungen ausgeschlossen; denn wenn auch das Bier bei der Erhitzung sich ausdehnt und aus den Fässern in das am Gefäßhals bezw. am Stutzen dichtschließend befestigte Gefäß b (Fig. 2) tritt und dadurch eine Komprimierung der Kohlensäure und somit einen höheren Druck im Kessel bewirkt, so wird dieser höhere Druck immer gleichmäßig auf die Innen- und Außenwandungen der Gefäße wirken, wodurch selbst die geringste Druckdifferenz unmöglich gemacht wird. Im Interesse der Qualität des Bieres ist es jedoch empfehlenswert, jeden höheren Druck im Kessel zu vermeiden, als erforderlich ist, um ein Freiwerden von Kohlensäure im Bier bei der Erhitzung zu verhindern. Es empfiehlt sich daher eine Regulierung dieses Kohlensäuredruckes gemäß dem erwähnten Patent 167136. Nach beendetem Pasteurisieren und Abkühlen erfolgt das Verschließen der Gefäße unter Abschluß der Außenluft in geeigneter Weise, z. B. durch einen Hahn, durch ein Ventil oder sehr zweckmäßig durch Eintreiben eines Korkes oder einer Metallkapsel mittels Druckluft (s. Fig. 2).

Claims (1)

  1. Pate nt-An SPRU ch:
    Verfahren zum Pasteurisieren von Bier und anderen gashaltigen Flüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Bier oder dergl. gefüllten Gefäße mit einem Übersteiggefäß (b) versehen und während des Pasteurisierens unverschlossen in einem dichten Behälter (0) unter Gasdruck, insbesondere Kohlensäuredruck gesetzt werden, so daß innerhalb und außerhalb der Gefäße der gleiche Druck einer und derselben Gasart herrscht und ein Bruch der Gefäße sowie ein Gasverlust in den Getränken vermieden werden.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DE1905184155D 1905-06-29 1905-06-29 Expired - Lifetime DE184155C (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
AT35421D AT35421B (de) 1905-06-29 1906-02-23 Verfahren zum Pasteurisieren von Bier und anderen gashaltigen Flüssigkeiten.

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ID=448109

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DE1905184155D Expired - Lifetime DE184155C (de) 1905-06-29 1905-06-29

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