DE18732C - Gypsverband und Abformsystem - Google Patents

Gypsverband und Abformsystem

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DE18732C
DE18732C DENDAT18732D DE18732DA DE18732C DE 18732 C DE18732 C DE 18732C DE NDAT18732 D DENDAT18732 D DE NDAT18732D DE 18732D A DE18732D A DE 18732DA DE 18732 C DE18732 C DE 18732C
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gypsum
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DENDAT18732D
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English (en)
Original Assignee
F. J. HEILEMANN in Berlin, Friedrichstr. 1
Publication of DE18732C publication Critical patent/DE18732C/de
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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61FFILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
    • A61F13/00Bandages or dressings; Absorbent pads
    • A61F13/04Plaster of Paris bandages; Other stiffening bandages

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Heart & Thoracic Surgery (AREA)
  • Vascular Medicine (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Orthopedics, Nursing, And Contraception (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
F. J. HEILEMANN in BERLIN. Gypsverband und Abformsystem.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. Januar 188a ab.
Durch das unten beschriebene Gypsverband- und Abformsystem, welches in der Anwendung von !mit Gyps gefüllten Behältnissen in Schlauchbezw. Futteralform gipfelt, wird bezweckt:
a) eine bequemere, dem Heilprocefs günstigere Herstellung von Gypsverbänden bei Knochenbrüchen und ähnlichen Gypsverbände nöthig machenden Krankheiten;
b) die Möglichkeit, in kürzester Zeit Abformungen ausführen zu können, namentlich von lebenden Körpern und Körpertheilen;
c) eine Verbesserung der Fufsbekleidung.
Die Fig. 1 und 2 auf beiliegender Zeichnung
stellen den Gypsverband vor, und zwar Fig. 1 in offenem und Fig. 2 in geschlossenem Zustande. Derselbe wird gebildet durch zwei Hälften eines aufgeschnittenen, konischen, an einer Seite mit einer Oesenverschnürung, sowie an der anderen Seite zur "Verschnürung mit Ringen und Oesen versehenen Pappencylinders. Diese beiden Hälften sind innerhalb mit einer an den Rändern befestigten losen Fütterung, bestehend aus Guttaperchapapier, Wachstaffet oder Darm (sogenannter Goldschlägerhaut) versehen und enthalten in der Pappe zum Einfüllen von Gypsbrei runde, nach stattgehabter Füllung mit einem Korkstöpsel zu schliefsende Oeffhungen. Nach Erstarrung des Gypses können zum Behufe des besseren Trocknens diese Stöpsel wieder entfernt werden. Die zum Schliefsen an den Pappencylindern vorhandenen Verschnürungsringe sind so befestigt, dafs der Erweiterung oder Verengung ein grofser Spielraum gelassen ist, und ist die Fütterung der einen, die Ringe enthaltenden Cylinderhälfte auf die ganze Innenfläche ausgedehnt, während die andere Cylinderhälfte nur an einer, der Qesenverschnürungsseite, eine schmale schlauchartige Fütterung enthält.
Bei der Anlegung eines Gypsverbandes nach diesem System wird folgendermafsen verfahren: Man breitet zunächst Baumwolle (Watte) über die leidende Stelle, füllt durch die in der Pappe befindlichen Löcher (den in einem Gefäfs vorher angerührten) dünnflüssigen Gypsbrei in die Fütterung, bis zur Höhe der Füllungslöcher, verschliefst diese mit Korkstöpseln, legt die durch Verschnürung scharnierartig mit einander verbundenen Cylinderhälften über die Wattenlage und schnürt zu. Im Falle die Gypslage zur Bedeckung der zu verbindenden Fläche zu schmal sein sollte, wird von dem jedem Verbandzeug beiliegenden Schlauch ein entsprechendes Ende abgeschnitten, mit Gypsbrei gefüllt und als Verbreiterung beigelegt.
Die Abnahme des Gypsverbandes ist einfach und ergiebt sich von selbst.
Vortheile:
1. Vermöge der leichten Abnahme kann dieser Gypsverband, auch wenn der Gyps schon erstarrt ist, fester angezogen werden, wie dies z. B. bei Geschwülsten vortheilhaft erscheint.
2. Es findet bei diesem Gypsverband keine Hemmung des Blutumlaufes statt.
3. Die Manipulationen hiermit sind reinlicher und leichter, namentlich steht die Arbeit der Abnahme dieses Gypsverbandes in keinem Verhältnifs zu der zeitraubenden, Geschicklichkeit und Kraft erfordernden Abnahme des üblichen Gypsverbandes in Bindenform, in dessen Folge und speciell durch die diametrale Umwickelung und der damit verbundenen Hemmung des

Claims (1)

  1. Blutumlaufes bei der Abnahme in den meisten Fällen Ohnmächten der Patienten eintreten.
    Bei Abformungen wird dieselbe Einrichtung, also Verwendung des Gypses, hier aber nur in theilweise eingehüllten, aus weichem, schmiegsamem Stoff bestehenden Schläuchen verwendet.
    Die Fig. 3 auf beiliegender Zeichnung stellt die Abformung eines Unterschenkels mit Fufs vor, wobei der Mantel aus folgenden, durch die Fig. 4 Sohle, Fig. 5 Schlauch, Fig. 6 Vorderwand und Fig. 7 Hinterwand bestehenden einzelnen Theilen gebildet wird. Bei der Abformung wird folgendermafsen verfahren:
    Nachdem mit dem abzuformenden Körper die erforderlichen Vorarbeiten (Glattstreichen etwa behaarter Stellen mit Kleister, das Einfetten etc.), welche als bekannt vorausgesetzt werden, stattgefunden haben, giefst man in die Sohle (welche aus Holz, Gyps oder einem anderen steifen Material besteht), etwa 1 cm hoch, dickflüssigen Gypsbrei und stellt den Fufs hinein; hierdurch wird der Gyps so weit steigen, dafs er das Niveau der seitlichen Fufsabrundung erreicht. Nach etwa 10 Minuten ist der Gyps so weit erstarrt, dafs man die Oberfläche desselben mit einem Schellackanstrich versehen und mit OeI einreiben kann; sobald dies stattgefunden hat, wird der Fufs, welcher währenddessen herausgenommen war, wieder hineingestellt; nun wird die Vorderwand durch Einschieben des unteren Randes in die an der Sohle befindliche Nuth nn' geklemmt, der an einem Ende geschlossene Schlauch zu etwa 3/4 mit Gypsbrei gefüllt, zugebunden und so an den Schenkel gebracht, dafs die Enden, die Sohle berührend, in verticaler Richtung den erhabensten Theil des Schenkels bedecken und mit der Mitte so über dem Vorder- oder Hintertheil der Wand hängen, dafs zum Eingiefsen eine Oeffhung bleibt; dann wird der mit dem Vordertheil durch Nuthen zu verbindende Hintertheil mit Darmsaite und einem sogenannten Wirbel festgelegt und das Ganze mit einem Faden umwickelt; alsdann giefst man Gypsbrei abwechselnd zwischen die Vorder- und Hinterwand bis zur gewünschten Höhe und bewirkt nach erfolgter Erstarrung des Gypses die Auseinandernähme in umgekehrter Weise.
    Die zur Verwendung kommende Pappe ist durch Tränken mit Schellack oder Firnifs gegen das Aufweichen, sowie durch Einfetten mit OeI gegen das Anhaften des Gypses geschützt.
    Während es sich empfiehlt, die zur Aufnahme von Gyps dienenden Schläuche etc. bei den Gypsverbänden aus Guttaperchapapier, Wachstaffet u. dergl. Stoffen zu wählen, ist es besser, die zur Abformung dienenden Schläuche aus Darm zu nehmen, weil dieses Material im Gegensatz zu dem vorigen, durch die Nässe des Gypsbreies erweicht, äufserst geschmeidig wird und deshalb zur Wiedergabe der zartesten Plastik geeignet ist. Auch ist es nicht rathsam, Guttaperchapapier mit OeI einzureiben, da dies sich successive auflösen würde.
    Die einzelnen Formtheile werden nun zum Abgufs fertig gemacht und wie üblich benutzt.
    Diese Art von Abformung soll sowohl der Abformung im Allgemeinen zu Gute kommen, wie sie aber namentlich dazu dienen soll, einzelne Gieder und Körpertheile mit Leichtigkeit und schnell nachzubilden, um z. B. Füfse, zum Zweck der Verbesserung des Schuhwerks, in Gyps zu formen. Schuhmacher sollen in den Stand gesetzt werden, die Abformung der Füfse ihrer Kunden zu bewerkstelligen, um danach der thatsächlichen Form der Füfse mit allen Eigenheiten bei . der Herstellung des Schuhzeugs Rechnung tragen zu können.
    Aber auch Jeder kann mit Hülfe eines Abformmantels selbst die Abformung seiner Füfse vornehmen, also bei der Bestellung von Schuhwerk die genaue Abbildung dem Schuhmacher mitgeben, ohne dafs noch ein Mafsnehmen nöthig wäre. Ferner sollen in einzelnen Fällen nach dem Gypsmodell' Metallformen gegossen und in diese gewöhnliche, im Dampfbade erweichte Leisten mit der oberen Seite hineingeprefst werden. :
    Pa ten τ-Anspruch:,
    Die Anwendung schlauchartiger Behältnisse aus weichen Stoffen zur Aufnahme von Gyps' als Isolir- und Formschicht, sowie die Construction des Gypsverband- und Abformmantels nach den durch Zeichnung und Beschreibung erläuterten Bestandtheilen.
    Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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