DE1925228B - Verfahren zur Herstellung eines Pigmentkonzentrats - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Pigmentkonzentrats

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James Walter Riegelsville Pa. Kay (V.St.A.)
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Pfizer Inc
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Charles Pfizer and Co Inc

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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Pigmentkonzentraten und insbesondere eine verbesserte Dispersion von Pigmenten in Acrylnitrilpolymeren, z. B. Fasern.
Beim herkömmlichen Färben von Fasern wird ein farbloser Strang durch ein Farbbad geführt, um der äußeren Oberfläche Farbe zu verleihen. Bei einer neuen Weiterentwicklung auf dem Gebiet der synthetischen Fasern, insbesondere bei Acrylnitrilpolymeren, wendet man ein inneres Färbeverfahren, das sogenannte »Spinnfärbe«-Verfahren, an. Dieses Verfahren besteht darin, daß man das Pigment in der »Spinnflüssigkeit«, d. h. der Lösung des Acrylnitrilpolymeren, die gewöhnlich eine Polymerenkonzentration von 15 bis 30°/c besitzt, dispergiert, aus der die Faser gesponnen wird. Bei einem derartigen Verfahren bestimmt der Grad der Pigmentdispersion in der Flüssigkeit die gleichmäßige Färbung der Faser und beeinflußt ferner ihre physikalischen Eigenschaften.
Das Trockenpigment kann durch schnelles Mischen unmittelbar in die Spinnflüssigkeit eingearbeitet werden, jedoch läßt dieses Verfahren viel zu wünschen übrig. Nur ein kleiner Teil des Pigments wird richtig dispergiert, während der Rest Agglomerate bildet, und ein großer Teil des Pigments wird abgetrennt, wenn die Flüssigkeit vor dem Spinnen nitriert wird. Dadurch werden oft Fasern mit ungleichmäßiger Farbe und minderwertigen physikalischen Eigenschaften erhalten.
Nach einem zweiten Verfahren wird das Pigment vordispergiert oder in einem Lösungsmittel gemahlen, wobei oft das gleiche Lösungsmittel zur Herstellung der Flüssigkeit verwendet wird oder das Lösungsmittel wenigstens mit derselben verträglich ist. Diese Lösungsmitteldispersionen sind jedoch unbeständig, flocken schnell aus und setzen sich ab. Außerdem kann eine weitere Ausflockung stattfinden, wenn sie in die Spinnlösung eingeführt werden, und bei einigen Pigment-Lösungsmittel-Systemen findet eine Pigmentumkristallisation statt, wodurch sich eine Veränderung des Farbtons ergibt. Das Polymere wird manchmal der Pigment-Lösungsmittel-Dispersion vor der Einführung derselben in die Spinnlösung zugesetzt, um die Dispersion zu stabilisieren, jedoch hat auch diese weitere Maßnahme nur zu indifferenten Ergebnissen geführt.
Der erfolgreichste Versuch hat bisher in der Herstellung von Trockenkonzentraten des hochdispergierten Pigments in dem Polymeren bestanden. Derartige Konzentrate können während längerer Zeiträume ohne Pigmentagglomeration gelagert werden. Bei der Verwendung wird das Konzentrat mit dem Lösungsmittel vereinigt und einem intensiven Mischen unterworfen, wodurch das Polymere gelöst wird und das Pigment als eine feine Dispersion vorliegt. Die erhaltene Flüssigkeit wird dann in die Spinnflüssigkeit eingeführt.
Entsprechende Verfahren zur Herstellung derartiger fester Farbkonzentrate variieren in Abhängigkeit von dem Polymeren und, zu einem bestimmten Ausmaß, vom Typ des verwendeten Pigments. Celluloseacetat wird auf Grund seiner leichten Bearbeitbarkeit und seiner günstigen Löslichkeit in den bevorzugten Lösungsmitteln für die Spinnflüssigkeit weitgehend als Medium für Pigmentkonzentrate verwendet. Zum Beispiel werden Pigmentkonzentrate durch Vermählen des Pigments mit Celluloseacetat in einer erhitzten Zweiwalzenmühle oder in einer anderen Mischvorrichtung, ζ. B. einem Baker-Perkins-Mischer, hergestellt, und der erhaltene Feststoff wird dann durch Mahlen zerkleinert. Man kann auch das Pigment und das Polymere in einem Lösungsmittel, z. B. Aceton, unter Verwendung einer Kugelmühle mahlen, wobei anschließend das Lösungsmittel abgedampft und das Konzentrat weiter zu Bröckchen oder Pulver gemahlen wird.
Es wurde jedoch gefunden, daß Celluloseacetatpigmentkonzentrate zum Färben von Acrylnitrilpolymerfasern unerwünscht sind. Die beiden Polymeren sind in trockenem Zustand im allgemeinen unverträglich, so daß eine Ausscheidung oder eine ungleichmäßige Verteilung des Celluloseacetats und des Farb-Stoffs innerhalb der Faser stattfindet, was oft zu einer Faser mit mangelhaftem Glanz führt.
Es hat sich daher zur Erzielung von optimalen Ergebnissen als vorteilhaft erwiesen, ein Pigmentkonzentrat in dem Acrylnitrilpolymeren zum Färben von Acrylnitrilfasern zu verwenden. Die Herstellung derartiger Konzentrate ist jedoch schwieriger als bei der Verwendung von Celluloseacetat. Acrylnitrilpolymere sind wärmeempfindlicher, und geeignete Lösungsmittel sind auf Grund ihrer hohen Siedepunkte schwer durch Abdampfen vollständig zu entfernen.
In der Vergangenheit wurde z. B. in der USA.-Patentschrift 3 215 663 beschrieben, ein Pigmentkonzentrat aus einer Dispersion von Pigmentteilchen in einer Polymerlösung durch Zusatz eines nichtlösenden Verdünnungsmittels zu copräzipitieren. Die durch dieses Verfahren erhaltenen Konzentrate sind zwar brauchbar, jedoch liefern sie für Acrylnitrilpolymeren nicht den vollen Farbwert, und außerdem neigen sie aus den folgenden Gründen auch zur erneuten Pigmentagglomeration:
Wie oben bereits angegeben, wurde es als wesentlicher Vorteil empfunden, Acrylnitrilpolymere als Pigmentmedium zu verwenden, wo das Konzentrat zur Verwendung beim Färben von Acrylnitrilpolymeren vorgesehen ist. Unglücklicherweise dispergieren jedoch die meisten Pigmente selbst in den für Acrylnitrilpolymere bevorzugten Lösungsmitteln, z. B. in Dimethylsulfoxyd, Dimethylformamid und Dimethylacetamid, nur schwach. Daher liefern die in Mischung aus Acrylnitrilpolymerlösung ausgefällten Pigmentkonzentrate auf Grund der unvollständigen Dispersion der Pigmente nicht das volle Färbvermögen. Versuche, eine bessere Pigmentdispersion durch Einarbeiten von herkömmlichen oberflächenaktiven Mitteln, z. B.
kationischen dispergierenden Mitteln, in die Pigmentdispersion bei Acrylnitrilpolymerlösungen zu erzielen, führen im allgemeinen zu beachtlichen Schaumbildungsproblemen, wodurch eine weitere Schwierigkeit entsteht oder ein Problem durch das andere abgelöst wird.
Ein weiterer Fortschritt wird durch ein Verfahren erzielt, das in der USA.-Patentschrift 3 361 705 beschrieben wird. Hier wird das Pigment in der Polymerlösung mit Hilfe eines Lösungsvermittlers gelöst, dann werden das Pigment und das Polymere durch Zusatz eines nichtlösenden Verdünnungsmittels in Mischung ausgefällt. Ein solches Verfahren macht eine besonders feine Pigmentdispersion erforderlich, und die auf diese Weise erhaltenen Farbkonzentrate führen zu einer im wesentlichen verbesserten Farbtiefe für Acrylnitrilfasern.
Es wurde jedoch gefunden, daß eine Anzahl von wichtigen Pigmentklassen in Lösungsmitteln für Acryl-
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nitrilpolymere selbst dort, wo hohe Konzentrationen verwenden, aus dem die Faser oder das andere PoIydes Lösungsvermittlers verwendet werden, eine außer- mere, die gefärbt werden sollen, bestehen, da dadurch ordentlich geringe Löslichkeit zeigen. Dies trifft be- optimale Verträglichkeits-, Aussehens- und physikasonders für die Pigmente der Disazo-, Chinacridon- lische Eigenschaften erhalten werden,
und Phthalocyaninklasse und auch für Pigmente der 5 Das verwendete Lösungsmittel kann eine beliebige Anthrachinon-, Pyrazolon-und Thiaindigoidenklassen Flüssigkeit sein, in der das Polymere in wirtschaftzu. Wird daher das vorstehend angeführte Verfahren liehen Konzentrationen gelöst werden kann. Polare zur Herstellung von Konzentraten dieser Pigmente bei Lösungsmittel sind im allgemeinen besonders wirksam, Acrylnitrilpolymeren verwendet, sind sehr große insbesondere niedermolekulare Dialkylsulfoxyde, z. B. Lösungsmittelvolumen erforderlich, was zu zusatz- ίο Dimethylsulfoxyd (DMSO),niedermolekulareN-AlkyI-lichen Kosten führt. oder niedermolekulare Ν,Ν-Dialkylacetamide, z. B. Es wurde nun eine Lösung für diese verschiedenen Dimethylacetamid (DMAc) und niedermolekulare Probleme gefunden, die Gegenstand des Verfahrens N-Alkyl- oder niedermolekulare N,N-Dialkylformnach der Erfindung ist. Nach diesem Verfahren wird amide, z.B. Dimethylformamid (DMF). Besonders voreine innige Suspension des Pigments in der Acrylnitril- 15 teilhaft ist es, das gleiche Lösungsmittel zu nehmen, polymerlösung mit Hilfe einer ganz geringen Konzen- das beim Spinnen der fertigen Faser verwendet wird, tration der gelösten Base von etwa 1 bis 10 Gewichts- Wie oben bereits angeführt wurde, sind die Pigmente, prozent, bezogen auf das Pigment, hergestellt. Es die durch das neue Verfahren begünstigt werden, die wurde gefunden, daß nach diesem Verfahren außer- Disazopigmente, z. B. Benzidin-Gelb, die Chinacriordentlich feine Pigmentdispersionen leicht erhalten 20 done, ζ. B. Chinacridon-Rot, die Phthalocyanine, ζ. Β. werden können, ohne daß es notwendig ist, das Pig- Phthalocyanin-Grün und -Blau, sowie die Anthrachiment zu lösen, wobei überhaupt keine Ausflockungs- non-, Pyrazolon- und Thioindigoidenpigmente. Andeprobleme auftreten. Wird eine derartige Suspension rerseits weisen Pigmente der Monoazo- und Azomit einer Flüssigkeit behandelt, in der das Polymere naphtholklasse nicht die gleichen Probleme auf und und das Pigment unlöslich sind, so fallen die Feststoffe 25 werden außerdem nicht allgemein zum Färben von gemeinsam als ein Konzentrat von feindispergiertem Acrylnitrilpolymeren verwendet.
Pigment in dem Polymeren aus. Derartige Pigment- Der bei diesen Konzentraten verwendete Pigmentkonzentrate sind ideal zur Verwendung bei der Spinn- anteil liegt gewöhnlich, bezogen auf das Gesamtgefärbung von Acrylnitrilpolymeren, insbesondere für wicht von Polymerem und Pigment, in einem Bereich Fasern, wo sie zu einem verbesserten Glanz, einer 30 von etwa 20 bis 80 Gewichtsprozent, normalerweise verbesserten Transparenz und Farbtiefe sowie einer werden etwa 50 Gewichtsprozent bevorzugt. Pigmentbesseren Gleichmäßigkeit in der Farbe führen. Da anteile von unter 20% sind etwas mehr verdünnt als außerdem das Pigment nicht zu einem wesentlichen wünschenswert ist, während Pigmentanteile, die wesent-Grad gelöst ist, wird auch die Verwendung von über- lieh über 80% liegen, schwierig zu erzielen sind, ohne mäßigen Lösungsmittelkonzentrationen bei der Her- 35 daß die physikalischen Eigenschaften des Farbkonzenstellung dieser verbesserten Pigmentkonzentrate ver- trats beeinträchtigt werden.
mieden. Jede beliebige Base, die in dem polaren Lösungs-Derartige Ergebnisse sind besonders mit Hinsicht mittel löslich ist, kann bei dem erfindungsgemäßen auf die Tatsache überraschend, daß bei der Herstellung Verfahren verwendet werden, einschließlich anorganivon Acrylnitrilpolymeren Basen normalerweise als 40 scher Basen, z. B. Natriumhydroxyd, Kaliumhydroxyd, unerwünscht angesehen werden, da sie, wie berichtet Kaliumcarbonat oder Ammoniak, sowie organischer wurde, das Gelieren. Verfärben und den Abbau be- Basen, wobei organische Amine, beispielsweise Mono-, günstigen. Keines dieser Probleme wurde bei den nur Di- und Trialkylamine, sowie Mono-, Di- und Trialkam sehr geringen Konzentrationen verwendeten Basen nolamine und Alkylendiamine, bevorzugt werden, festgestellt, statt dessen wurden die vorstehend ange- 45 Insbesondere werden Monoäthanolamin und Äthylenführten, beachtlichen Vorteile ermittelt. diamin bevorzugt, während zu den Beispielen für Bei einer bevorzugten Ausführungsform des neuen andere Amine Dimethylamin, Triäthylamin, Butyl-Verfahrens wird die Suspension des Pigments in der amin, Amylamin, Triäthanolamin. N-Aminoäthyl-Polymerlösung in ein nichtlösendes Verdünnungsmittel äthanolamin, Diäthylentriamin und Propylendiamin hineingepreßt, woraufhin das Pigmentkonzentrat in 50 gehören, die sämtlich leicht erhältlich sind. Wie bereits Form eines leicht zu handhabenden, kontinuierlichen festgestellt, ist lediglich ein sehr geringer Basenanteil Strangs erhalten wird. erforderlich, nämlich 1 bis 10%, bezogen auf das
Die Acrylnitrilpolymeren, die gemäß der vorliegen- Gewicht des Pigments.
den Erfindung als Medien für die erfindungsgemäßen Bei einer typischen Ausführungsform für das erfin-
Pigmentkonzentrate verwendet werden können, sind 55 dungsgemäße Verfahren ist es zweckmäßig, das Pig-
Olyacrylnitril selbst sowie Mischpolymeren von ment vorweg in dem Lösungsmittel geeigneterweise in
Acrylnitril mit anderen ungesättigten Monomeren, einer Kugelmühle zu dispergieren. In dieser Stufe kann
B. mit Methylmethacrylat oder Vinylchlorid. Zu die Base ebenfalls eingeführt werden, und das Lösungs-
ierartigen Mischpolymeren gehören Mischpolymeren mittel ist gewöhnlich das gleiche, welches zum Lösen
es Acrylnitril mit etwa 15 bis 60 Gewichtsprozent 60 des Polymeren und zum Spinnen der fertigen Faser
on anderen ungesättigten Monomeren sowie die verwendet wird, beispielsweise Dimethylacetamid. Es
lischpolymeren des Acrylnitril mit Konzentrationen wurde gefunden, daß das Lösungsmittel zweckmäßiger
on Mischmonomeren von unter 15%. Ein typisches, in einer solchen Menge verwendet wird, daß etwa
■findungsgemäß verwendetes Acrylnitrilmischpoly- 13 bis 22 Gewichtsprozent Pigment in dem Lösungs-
eres besteht aus einem Mischpolymeren des Acryl- 65 mittel und eine Stormer-Viskosität von etwa 80 bis
trils mit einer gleichen Gewichtsmenge Vinylchlorid. 120 Krebs-Einheiten, vorzugsweise etwa 110, erhalten
ir Erzielung bester Ergebnisse ist es natürlich ratsam, werden. Durch etwa 8 bis 16stündiges Mahlen in der
dem Pigmentkonzentrat das gleiche Polymere zu Kugelmühle erhält man eine ausgezeichnete transpa-
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rente Dispersion, in der die Pigmentteilchen im allge- stoffgehalt von unter etwa 13 °/0 kann der Strang
meinen einen Durchmesser von unter 0,2 Mikron brechen, und außerdem ist der Lösungsmittelverbrauch
haben. Sollen mehrere Pigmente vereinigt werden, ist unnötig hoch, während bei einem Gehalt von über
es gewöhnlich am besten, sie vor dem Mischen getrennt etwa 25 % Feststoffen die Viskosität übermäßig hoch
in dem Lösungsmittel zu dispergieren. An Stelle der 5 wird. Bei Gesamtfeststoffanteilen von etwa 8% oder
Kugelmühle kann eine andere Dispersionsvorrichtung weniger wird nach diesem Verfahren ein granuläres
mit hoher Scherkraft verwendet werden, beispielsweise Produkt erhalten,
eine Sandmühle oder ein Cowles-Auflösungsgefäß. Vor dem Strangpressen wird die Pigmentdispersion
Zu diesem Zeitpunkt ist es angebracht, die Acryl- vorzugsweise durch Filter gepumpt, die grob genug nitrilpolymerlösung, beispielsweise in Dimethylacet- lo sind, um die dispergierten Pigmentteilchen durchzuamid, zuzusetzen. Eine Polymerenkonzentration von lassen. Die filtrierte Dispersion wird dann in das aus etwa 20% bewirkt eine Viskosität, die ohne Schwierig- Wasser oder einem anderen nichtlösenden Verdunkelten gehandhabt werden kann. Es kann erwünscht nungsmittel bestehende Bad gespritzt, um einen gallertsein, einen Teil der Polymerlösung, etwa ein Drittel, artigen Strang mit einem Durchmesser z. B. von etwa anfänglich zuzusetzen, und dann 1I2 Stunde oder 15 0,16 cm zu bilden. Mehrere hintereinander angeordnete 1 Stunde zu mahlen, bevor der Rest zugesetzt wird. Bäder können verwendet werden, wobei anfänglich in Die erhaltene Dispersion des Pigments in der Polymer- warmes Wasser und anschließend in ein kaltes Wasser-Basenlösung ist verhältnismäßig beständig und kann bad gepreßt wird. Der Strang kann nun zum weiteren gewünschtenfalls so lange in der Kugelmühle gehalten Waschen mit Wasser und Methanol in kurze Stücke werden, bis sie für das Ausfällen mit dem nichtlösenden 20 geschnitten werden, bevor etwa 80% des flüchtigen Verdünnungsmittel gebraucht wird. Es ist natürlich Gehalts auf unter 2% getrocknet werden. Während auch möglich, das Polymere direkt zuzusetzen und es des Waschens werden das hochsiedende Lösungsmittel in der Pigmentsuspension zu lösen, ohne zuerst eine und die Base aus dem Pigmentkonzentrat extrahiert, getrennte Polymerenlösung herzustellen. Die Base kann während Wasser und Methanol in der Trocknungsstufe zu jedem beliebigen Zeitpunkt vor dem Behandeln mit 25 entfernt werden, um ein poröses Trockenkonzentrat dem nichtlösenden Verdünnungsmittel gelöst werden. des Pigmentes in dem Acrylnitrilpolymeren zu er-
Die Wahl eines nichtlösenden Verdünnungsmittels halten.
oder einer das Ausfällen bewirkenden Flüssigkeit ist Zum Gebrauch kann das Pigmentkonzentrat beinicht kritisch, und jede beliebige Flüssigkeit, in der das spielsweise in etwa 15°/oiger Konzentration in dem Polymere und das Pigment im wesentlichen unlöslich 30 Spinnlösungsmittel dispergiert werden, woraufhin sich sind, kann verwendet werden. Wasser wird gewöhnlich das Polymere unter Freisetzung des Pigments in hochbevorzugt, jedoch können auch andere inerte Flüssig- dispergiertem Zustand auflöst. Es wurde gefunden, keiten an Stelle desselben verwendet werden, so bei- daß die erhaltene flüssige Pigmentdispersion über spielsweise niedere Alkanole, z. B. Methanol oder längere Zeiträume hinweg beständig und frei von Äthanol, Ketone, z. B. Aceton, Ester, z. B. Äthyl- 35 Flockenbildung ist, falls die Verwendung erst nach acetat, oder aliphatische oder aromatische Kohlen- einer gewissen Zeit erfolgt. Die Dispersion wird dann Wasserstoffe, beispielsweise Hexan, Benzol oder in die Spinnflüssigkeit abgemessen, die beispielsweise Toluol. eine 25°/oige Lösung von Acrylnitrilpolymerem in
Gewünschtenfalls kann das nichtlösende Verdün- Dimethylacetamid sein kann. Die zu verwendende
nungsmittel der Pigment-Polymeren-Dispersion züge- 40 Menge an Pigmentkonzentrat variiert natürlich mit
setzt werden, wodurch das Pigmentkonzentrat in Form der jeweiligen Situation, jedoch ist es normalerweise
einzelner Teilchen ausfällt. In diesem Fall werden die nicht notwendig, mehr als etwa 7 % Pigmentkonzentrat
besten Ergebnisse dann erzielt, wenn die Dispersion oder die äquivalente Menge von etwa 3,5 °/0 Pigment
zunächst mit zusätzlichen Mengen des polaren Lösungs- zu verwenden.
mittels bis zu einem GesamtfeststorTgehalt von etwa 45 In der vorstehenden Beschreibung wurden die Herste oder weniger verdünnt wird, stellung und Verwendung von Pigmentkonzentraten
Eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden erläutert, jedoch liegen für den Fachmann viele Varia-
Erfindung bewirkt das Strangpressen der Pigment- tionen auf der Hand. So kann das trockene Pigment- I
Polymeren-Dispersion in das nichtlösende Verdün- konzentrat direkt in der Spinnlösung, falls erforderlich I
nungsmittel, um das Pigmentkonzentrat als kontinu- 50 unter Rühren und Erhitzen, dispergiert werden. Oft I
ierlicher Strang zu erhalten, der anschließend in die kann es erwünscht sein, zusätzliche Pigmente, wie
gewünschten Längen geschnitten werden kann. Diese beispielsweise Ruß oder Titandioxyd, sowie, falls I
Arbeitsweise ist besonders nützlich wegen der voll- erforderlich, kleine Mengenanteile von Stabilisatoren 1
ständigen Befreiung von Staubproblemen, Zusammen- oder anderen Mitteln in das Pigmentkonzentrat ein- 1
backen oder Klumpen nach dem erneuten Lösen in 55 zuarbeiten.
der Spinnflüssigkeit oder dem Lösungsmittel. Wird Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhält man 1
dieses Verfahren angewandt, so ist es erwünscht, ein eine verbesserte Pigmentdispersion mit größerer Trans-1
Pigmentkonzentrat herzustellen, das etwa 20 bis 60% parenz, die in den verschiedenen Stufen der Herstellung!
Pigment enthält, da der Strang bei höheren Pigment- derPigmentkonzentration vollständig frei von Flocken-i
anteilen dazu neigt, zu brechen. Bei einer Pigment- 60 bildung ist, d. h. in der anfänglichen Dispersion von
konzentration von etwa 40 bis 60% erhält man einen und nach der Vereinigung mit dem Polymeren, sowie
nichtbrechenden Strang, der leicht in kurze Teile in den Stufen der Verwendung des Konzentrats, d. h
geschnitten werden kann und daher besonders bevor- wenn sie in dem Lösungsmittel oder der Spinnflüssig,
zugt wird. Der Gesamtfeststoffanteil in der Pigment- keit erneut dispergiert wird. Verbesserte Transparenzi
Polymeren-Dispersion für das Strangpreßverfahren 65 Glanz und Farbtiefe werden in den festen Pigment)
liegt zweckmäl3ig in einem Bereich von etwa 13 bis konzentraten und, was weitaus bedeutender ist, i»
25 Gewichtsprozent (bezogen auf das Gesamtgewicht dem als Endprodukt erhaltenen gefärbten Polymere
von Pigment plus Polymerem). Bei einem Gesamtfest- festgestellt.
Beispiel 1
100 g Chinacridon-Rot,
10 g einer lOgewichtsprozentigen Lösung von
Kaliumhydroxyd in Methanol,
474 g Dimethylsulfoxyd,
667 g einer 15%igen Lösung von Polyacrylnitrilhomopolymerem in DMSO.
Das Kaliumhydroxyd stellte 1 % des Pigmentgewichts dar. Das Verhältnis von Pigment zu Polymerem betrug 1:1. Der Gesamtfestsioffanteil beträgt 16% der flüssigen Dispersion.
Pigment, Kaliumhydroxyd und DMSO wurden in eine Kugelmühle gebracht und 16 Stunden lang dispergiert. Die Mühle wurde dann geöffnet und ein Drittel der Polymerlösung zugesetzt. Die Mühle wurde geschlossen, 30 Minuten in Betrieb gehalten und erneut geöffnet, um den Rest der Polymerlösung zuzusetzen. Anschließend wurde die Mühle geschlossen und 1 Stunde in Gang gehalten.
Die erhaltene flüssige Dispersion wurde in ein Druckgefäß gebracht, das eine mit einem Spinndüsenkopf versehene Abflußleitung besitzt, durch die der Abfluß unter der Wasseroberfläche in ein Bad erfolgt. Das Gefäß arbeitete unter Stickstoffdruck, und die Dispersion wurde durch die Spinndüse gepreßt, um im Wasser Stränge zu bilden. Diese wurden aufgefangen, zur Entfernung von DMSO mit Wasser gewaschen, mit Methanol gespült und in einem Ofen bei 7O0C getrocknet. Die trockenen Stränge wurden in kurze Stücke mit beliebiger Abmessung geschnitten und bildeten das endgültige trockene Farbkonzentrat.
Das Produkt wurde durch Wiederauflösen in einer 15%igen Lösung von Polyacrylnitril in DMSO in einer Menge von 4 g Pigmentkonzentrat pro 100 g Polyacrylnitril beurteilt. Gegossene Filme aus dieser Filmlösung (dope) wiesen einen höheren Grad an Transparenz mit größerem Farbwert und einem blaueren Unterton der Färbung im Vergleich zu Kontrollfilmen auf, die aus einem Pigmentkonzentrat erhalten wurden, das, wie beschrieben, jedoch ohne Kaliumhydroxyd hergestellt wurde.
Beispiel 2
100 g Phthalocyanin-Blau-Pigment,
397 g Dimethylformamid,
6 g Äthylendiamin,
333 g 20%ige Lösung in DMF eines 86: 14gewichtsprozentigen Acrylnitril-Methylmethacrylat-
Mischpolymeren.
Das Äthylendiamin stellte 6% des Pigmentgewichts dar. Das Verhältnis von Pigment zu Polymerem betrug 3:2. Der Gesamtfeststoffgehalt betrug 19,8% der flüssigen Dispersion. Das Farbkonzentrat wurde nach dem Verfahren des Beispiels 1 hergestellt und wies analoge Vorteile auf.
Beispiel 3
00 g Flavanthron-Gelb,
i47 g Dimethylacetamid,
6,67 g Monoäthanolamin,
CO g 20%ige Lösung in DAMc eines 50: 50
gewichtsprozentigen Acrylnitril-Vinylchlo-
rid-Mischpolymeren.
Das Monoäthanolamin stellte 6,67% des Pigmentwichts dar. Das Verhältnis von Pigment zu PoIyerem betrug 1:1. Der Gesamtfeststoff gehalt betrug 15,9% der flüssigen Dispersion. Das Farbkonzentrat wurde nach dem Verfahren des Beispiels 1 unter Erzielung vergleichbarer Ergebnisse hergestellt.
B e i s ρ i e 1 4
100 g Kupferphthalocyanin-Grün,
4 g Monoäthanolamin,
389 g Dimethylacetamid,
166,67 g 20%ige Lösung in DMAc eines 86:14 gewichtsprozentigen Acrylnitril-Methyl-
methacrylat-M ischpolymeren.
Das Monoäthanol stellte 4% des Pigmentgewichts dar. Das Verhältnis von Pigment zu Polymerem betrug 3:1. Der Gesamtfeststoffgehalt stellte 20,1% der flüssigen Dispersion dar. Das Pigment wurde in DMAc und Monoäthanolamin 16 Stunden lang in einer Kugelmühle dispergiert. Die Polymerenlösung wurde dann, wie im Beispiel 1 beschrieben, in die Kugelmühle gebracht. Anschließend wurden 1007 g DMAc zugesetzt. Die Mühle wurde so lange rotiert, bis eine gleichmäßige Dispersion erhalten wurde. Zu diesem Zeitpunkt enthielt das Gemisch insgesamt 8% Feststoffe, und die Flüssigkeit besaß eine niedere Viskosität.
Letztere wurde in ein gut gerührtes Wasserbad gebracht, in dem das Pigment und das Polymere gemeinsam in Form kleiner Granulate ausfielen. Diese Granulate wurden durch Filtration abgetrennt, zur Entfernung von DMAc mit Wasser gewaschen, mit Methanol gespült und, wie im Beispiel 1 beschrieben, im Ofen getrocknet. Man erhielt ein trockenes Farbkonzentrat in granulärer Form, das 75% Pigment enthielt.
Beispiel 5
100 g Disazo-Rot,
364 g Dimethylsulfoxyd,
10 g Monoäthanolamin,
2000 g 20%ige Lösung in DMSO von Polyacrylnitril.
Das Monoäthanolamin stellte 10% des Pigmentgewichts dar. Das Verhältnis von Pigment zu Polymerem betrug 1: 4. Der Gesamtfeststoffgehalt betrug 20,1 % der flüssigen Dispersion. Das Farbkonzentrat wurde, wie im Beispiel 1 beschrieben, unter Erzielung gleichwertiger Ergebnisse bearbeitet.
Beispiel 6
100 g Pyrazolon-Rot-Pigment,
4 g Ammoniumhydroxyd (28 bis 30% NH3-Gehalt), 765 g Dimethylacetamid,
667 g 15%ige Lösung in DMAc von Polyacrylnitril.
NH3 stellte 1,5% des Pigmentgewichts dar. Das
Verhältnis von Pigment zu Polymerem betrug 1: 1.
Der Gesamtfeststoffgehalt stellte 13% der flüssigen Dispersion dar. Das Farbkonzentrat wurde, wie im Beispiel 1 beschrieben, hergestellt.
Beispiel 7
100 g Thioindigoides-Rot-Pigment,
1,5 g Kaliumcarbonat,
474 g Dimethylformamid,
667 g 15%ige Lösung in DMF von 93,7gewichtsprozentigem Acrylnitril-Vinylacetat-Mischpolymerem.
Das Kaliumcarbonat stellte 1,5% des Pigmentgewichts dar. Das Verhältnis von Pigment zu Polymerem
009 537/323
betrug 1:1. Der Gesamtfeststoffgehalt betrug 16°/o der flüssigen Dispersion. Das Farbkonzentrat wurde, wie im Beispiel 1 beschrieben, hergestellt.

Claims (7)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung eines Pigmentkonzentrats aus etwa 20 bis 80 Gewichtsprozent eines Disazo-, Chinacridon-, Phthalocyanin-, Anthrachinon-, Pyrazolon- oder Thioindigoidenpigments in Acrylnitrilpolymeren durch inniges Suspendieren des Pigments in einer Lösung des Polymeren und Behandeln der Suspension mit einem das Pigment und das Polymere nichtlösenden Verdünnungsmittel, wobei das Konzentrat ausgefällt wird, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Base in der Suspension löst, bevor sie mit dem nichtlösenden Verdünnungsmittel behandelt wird, wobei die Base in einer Menge von etwa 1 bis 10 Gewichtsprozent des Pigments verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Base ein organisches Amin, vorzugsweise Monoäthanolamin oder Äthylendiamin, verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Polymeres Polyacrylnitril verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Polymeres ein Mischpolymeres des Acrylnitril mit bis zu 60 Gewichtsprozent eines weiteren ungesättigten Monomeren verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als nichüösendes Verdünnungsmittel Wasser verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Ausfällen dadurch bewirkt, daß man die Suspension in das nichtlösende Verdünnungsmittel preßt, wodurch das Konzentrat in Form eines kontinuierlichen Stranges erhalten wird
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Suspension verwendet, die insgesamt etwa 13 bis 25 Gewichtsprozent Feststoffe enthält.

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