DE19506597A1 - Borstenware sowie Verfahren und Vorrichtung zu ihrer Herstellung - Google Patents
Borstenware sowie Verfahren und Vorrichtung zu ihrer HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Borstenwaren bestehend aus einem
Träger mit wenigstens einer ein Borstenbündel aufnehmen
den Ausnehmung, wobei das Borstenbündel an seinem befe
stigungsseitigen Ende eine die Borsten verbindende Ver
dickung, deren Querschnitt größer als der des Bündels und
größer als der engste Querschnitt der Ausnehmung ist,
aufweist und unter Druck in die Ausnehmung formschlüssig
eingesetzt ist.
Als Borstenwaren werden im vorliegenden Zusammenhang alle
Produkte verstanden, bei denen Borstenbündel oder einzel
ne Borsten an einem Träger beliebiger Art befestigt sind.
Hierbei kann es sich also um herkömmliche Bürsten, wie
Zahnbürsten, Körperbürsten, Reinigungsbürsten, um Schrub
ber, Besen od. dgl. Schleifbürsten, Polierbürsten od. dgl.
handeln. Bei dem Träger kann es sich unmittelbar um
einen Stiel, Griff, oder Gerätegehäuse, um Bänder, Strei
fen od. dgl., oder auch nur um Vorprodukte handeln, die
anschließend in einen Stiel, einen Griff, ein Gerät od. dgl.
eingesetzt oder miteinander zu größeren Einheiten
verbunden werden. Unter Borstenbündel werden Bündel
beliebigen Querschnittes, z. B. Rundbündel, Hohlbündel,
Bündelpakete od. dgl. verstanden. Die Borsten können aus
Kunststoff bestehen und die Verdickung durch Aufschmelzen
der Borstenenden und Erkalten und gegebenenfalls durch
Nachformen erzeugt sein. Gleichermaßen kann es sich um
Drahtborsten handeln, bei denen die Verdickung gleich
falls durch Aufschmelzen, aber auch durch Stauchen oder
sonstige Umformvorgänge erzeugt wird.
Mit dem Aufkommen von Kunststoffborsten ist versucht
worden, die früher übliche mechanische Befestigungstech
nik bzw. die Klebetechnik zu ersetzen. So ist schon sehr
früh vorgeschlagen worden (DE 8 45 933), die Borstenbündel
durch Aufschmelzen der Borsten mit einer Verdickung zu
versehen und diese Verdickung mit dem Borstenträgermate
rial zu umspritzen, um auf diese Weise das Borstenbündel
auszugsfest im Träger zu verankern. Dieses Einspritzen
der Borstenbündel ist in der Folgezeit verbessert worden
(DE 35 11 528, EP 0 142 885).
Bei einer anderen Technologie wird der Träger mit vorge
formten Ausnehmungen versehen und entweder der Träger im
Bereich der Ausnehmung und/oder die Verdickung am Bor
stenbündel oberflächennah aufgeschmolzen und das Borsten
bündel mit der Verdickung in die Ausnehmung eingedrückt
(US 4 609 228, US 4 637 660). Nach dem Einsetzen umfließt
die Schmelze des Borstenträgers die Verdickung und findet
bei gleicher oder affiner Materialpaarung zugleich ein
Verschmelzen der Kunststoffkomponenten von Borstenbündel
und Träger statt. Gleichzeitig wird die molekulare Re
orientierung der verwendeten Polymere beim Erkalten
genutzt.
Schließlich ist ein thermoelastisches Fügeverfahren
bekannt (US 4 988 146), bei dem die Wandung der Ausneh
mung und/oder die Verdickung am Borstenbündel in ihrem
oberflächennahen Bereich auf Temperaturen unterhalb der
Schmelztemperatur erwärmt werden und anschließend das
Borstenbündel mit der Verdickung unter thermoelastischem
Verformen eingesetzt wird. Nach dem Erkalten ist das
Bündel mit der Verdickung im Träger fest verankert.
In all diesen Fällen muß Wärme zugeführt und anschließend
abgeführt werden, was stets Zeit beansprucht, so daß bei
diesen bekannten Verfahren die Arbeitszyklen relativ lang
sind. Hinzu kommt, daß die Temperaturführung sehr exakt
gesteuert werden muß, um eine thermische Schädigung,
insbesondere Versprödung oder thermische Oxidation der
Polymere zu vermeiden. In keinem Fall läßt sich aber eine
Beeinträchtigung der Molekularstruktur der Borsten mit
ihren häufig sehr geringen Durchmesser verhindern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Borstenwaren
sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zu deren Her
stellung vorzuschlagen, die eine kostengünstige Fertigung
mit kurzen Arbeitszyklen gestatten, wobei zudem Borsten
waren mit neuen Gebrauchseigenschaften geschaffen werden
sollen.
Ausgehend von bekannten Borstenwaren, wie sie beispiels
weise in der US 4 988 146 beschrieben sind, wird die
Erfindungsaufgabe dadurch gelöst, daß der Träger aus
einem bei Normaltemperatur gummielastischen Werkstoff
besteht, dessen Elastizität in Abhängigkeit vom Verhält
nis der Querschnitte von Ausnehmung und Verdickung so
eingestellt ist, daß nach Einsetzen des Bündels die
Verdickung durch elastische Rückstellung des Borstenträ
gerwerkstoffs formschlüssig gehalten ist und das Borsten
bündel auf seiner im Träger befindlichen Länge von diesem
eng umfaßt ist.
Während bisher der Träger von Borstenwaren aus mehr oder
weniger starren Kunststoffen besteht, schlägt die Erfin
dung einen gummielastischen Werkstoff vor, der einerseits
die für das Einsetzen des Borstenbündels mit der Ver
dickung notwendige Umformung gestattet, andererseits ein
solches Rückstellvermögen besitzt, das einerseits die
Verdickung vom Trägermaterial formschlüssig umgriffen und
andererseits das Borstenbündel, soweit es sich innerhalb
des Trägers befindet, umfaßt und auf diese Weise banda
giert wird, ohne daß nennenswerte Hohlräume verbleiben.
Der Werkstoff für den Träger bzw. dessen Elastizität muß
so eingestellt sein und die geometrischen Abmessungen der
Ausnehmung und der Verdickung so aufeinander abgestimmt
sein, daß das Einsetzen des Borstenbündels mit vertret
barem Kraftaufwand möglich ist, andererseits eine Aus
zugsfestigkeit erreicht wird, die dem jeweiligen Verwen
dungszweck der Borstenware genügt. Als Werkstoffe, die
diese Bedingungen erfüllen, kommen natürliche und synthe
tische Kautschuke sowie eine Reihe bekannter Elastomere
in Frage.
Es sind zwar gelegentlich schon Borstenträger aus Gummi
vorgeschlagen worden, doch wurde hierbei nicht die Gummi
elastizität zur Befestigung der Borsten genutzt.
Es liegt auf der Hand, daß die Fertigungstechnik für
solche Borstenwaren erheblich einfacher ist als die
bisher thermoplastischen oder thermoelastischen Verfah
ren, da die Befestigung unter Normaltemperatur erfolgen
kann. Dadurch wird der apparative Aufwand erheblich
reduziert und werden vor allem wesentlich kürzere Takt
zeiten möglich, die im Bereich mechanischer Befestigungs
techniken liegen. Gegenüber diesen wird der weitere
Vorteil erreicht, daß keine zusätzlichen oder gar art
fremden Befestigungsmittel notwendig sind.
Erfindungsgemäß ausgebildete Borstenwaren weisen ferner
verbesserte Gebrauchseigenschaften auf, indem die Gummi
elastizität des Trägers in vielen Anwendungsfällen Vor
teile bietet, beispielsweise wird die Verletzungsgefahr
im Falle von Zahnbürsten, Kosmetikbürsten, Körperbürsten
od. dgl. verringert. Bei Bürsten, Besen od. dgl. für
Reinigungszwecke, wie auch bei technischen Bürsten wird
einerseits die Beschädigungsgefahr anderer Objekte im
Bewegungsbereich der Bürste verringert und ergeben sich
durch die Gummielastizität günstige Dämpfungseigenschaf
ten, was insbesondere bei mechanisch angetriebenen Bür
sten von Vorteil ist.
Damit entfallen die bisher sehr aufwendigen Maßnahmen zur
Erzeugung flexibler Bürsten aus im übrigen starren Mate
rialien, wie sie im Stand der Technik vielfach beschrie
ben sind (WO 92/17092, WO 92/17093, EP 0 504 893).
In bevorzugter Ausführung ist vorgesehen, daß die Ausneh
mung am Träger hinterschnitten ist, wobei der größte
Querschnitt der Ausnehmung kleiner ist als der Quer
schnitt der Verdickung am Borstenbündel.
Bei dieser Ausführung wird der Formschluß zwischen Bor
stenbündel und Träger nicht nur durch dessen Gummielasti
zität, sondern auch durch die Formgebung der Ausnehmung
sichergestellt, wobei die Gummielastizität dafür sorgt,
daß die Verdickung den engeren Querschnitt beim Einsetzen
des Borstenbündels problemlos passieren kann.
Es kann ferner die Ausnehmung als Durchgangsloch im
Träger ausgebildet sein, so daß das Borstenbündel bei
gleicher axialer Ausrichtung von der einen oder anderen
Seite in den Träger eingesetzt werden kann.
Die Erfindung gibt weiterhin die Möglichkeit, den Träger
aus gummielastischem Werkstoff mit den eingesetzten
Borstenbündel unter Ausnutzung der Elastizität des Trä
gers in einen weniger elastischen bis starren Körper
einzusetzen, in dem beispielsweise der starre Körper eine
entsprechende Ausnehmung aufweist, die den gummiela
stischen Träger rahmenartig einschließt. Auch diese
Ausnehmung kann gegebenenfalls hinterschnitten sein.
Die Gummielastizität des Trägers führt nicht nur zur
elastischen Nachgiebigkeit des Trägers selbst, sondern
bildet zugleich eine dämpfende Lagerung für das Borsten
bündel, so daß dieses axial und quer zur Achse in zumin
dest geringem Umfang beweglich ist. Eine solche Nachgie
bigkeit ist vor allem bei Zahnbürsten erwünscht. Die
Beweglichkeit des Borstenbündels kann bei der letztge
nannten Ausführung noch dadurch unterstützt werden, daß
der Träger auf seiner dem Borstenbündel abgekehrten Seite
Hohlräume aufweist. Wird dieser Träger in einen starren
Körper eingesetzt, so kann das gummielastische Material
des Trägers bei Krafteinwirkung auf die Borsten in diese
Hohlräume ausweichen, so daß das Borstenbündel je nach
Anordnung der Hohlräume mehr oder minder axial oder quer
dazu ausweichen kann.
Eine andere Lösung der Erfindungsaufgabe besteht darin,
daß der Träger ein Hohlkörper mit nach außen offenen
Vertiefungen ist, deren größter Querschnitt kleiner ist
als der größte Querschnitt der Verdickung, und daß das
Borstenbündel mit der Verdickung unter elastischem Ver
formen der die Ausnehmung begrenzenden Wandung des Hohl
körpers in diesen eingesetzt ist. Der Hohlkörper kann im
Blas- oder Tiefziehverfahren hergestellt werden.
Bei dieser Lösung der Erfindungsaufgabe wird die durch
die Dünnwandigkeit des Kunststoffs gegebene Elastizität
des geblasenen Hohlkörpers ausgenutzt, um die Borstenbün
del mit ihrer Verdickung einsetzen und zugleich auszugs
fest fixieren zu können. Auch diese Ausbildung bedarf
keiner thermischen Behandlung.
Hierbei empfiehlt sich, daß der Hohlkörper so gestaltet
ist, daß sich die Vertiefung mit ihrem Boden an einer
Wandung des Hohlkörpers abstützt, um vor allem die beim
üblichen Gebrauch einer Bürste auftretenden Andruckkräfte
aufzunehmen.
Bei jeder der beiden vorgenannten Lösungen der Erfin
dungsaufgabe kann die Verdickung am Borstenbündel kugel-,
linsen- oder scheibenförmig oder auch in Achsrichtung des
Bündels konisch verjüngend ausgebildet sein. Die Formge
bung wird man einerseits entsprechend der geforderten
Auszugsfestigkeit oder aber der gewünschten Beweglichkeit
des Bündels quer zu seiner Achse wählen.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Bor
stenwaren des vorgenannten Aufbaus zeichnet sich dadurch
aus, daß das Borstenbündel mit seiner Achse auf die Achse
der Ausnehmung im Träger ausgerichtet wird und durch
Einwirken einer Kraft auf den das Bündel überragenden
Überstand der Verdickung in die Ausnehmung eingeprellt
wird, wobei die Wandung der Ausnehmung gummielastisch
ausfedert und bis zur Anlage an dem Borstenbündel im
Bereich oberhalb der Verdickung wieder zurückfedert.
Die für das Einprellen aufzubringende Kraft hängt maßgeb
lich von dem Elastizitätsmodul des Trägerwerkstoffs sowie
davon ab, wie die Verdickung und die Ausnehmung geome
trisch bemessen sind. Praktische Versuche haben gezeigt,
daß sich diese Einprellkräfte problemlos erzeugen und auf
die Verdickung am Borstenbündel übertragen lassen und
dabei Auszugsfestigkeiten erreicht werden, die im Bereich
herkömmlich hergestellter Borstenwaren liegen.
Zur Durchführung des Verfahrens geht die Erfindung von
einer Vorrichtung mit einer Aufnahme für den Träger und
einem Halter für das Borstenbündel aus, die sich dadurch
auszeichnet, daß der Halter für das Borstenbündel eine
dieses umfassende Hülse ist, die mit ihrer einen Stirn
seite dem das Bündel überragenden Überstand der Ver
dickung anliegt, und daß die Hülse axial angetrieben ist,
um die Verdickung in die Ausnehmung einzuprellen.
Diese hülsenartigen Stempel können natürlich entsprechend
dem Borstenbesatz einer Bürste zu mehreren nebeneinander
angeordnet sein, um sämtliche Bündel gleichzeitig einzu
prellen.
In vorteilhafter Ausführung ist vorgesehen, daß die Hülse
in ihrem dem Überstand anliegenden Bereich einen äußeren
Querschnitt, der nicht größer ist als der größte Quer
schnitt der Verdickung, und anschließend unter Bildung
einer Stufe einen größeren Querschnitt aufweist, wobei
die Stufe einen mit der Oberfläche des Trägers zusammen
wirkenden Anschlag für die Einprelltiefe des Borstenbün
dels bilden kann. Auf diese Weise wird die Einbautiefe
des Bündels im Träger festgelegt.
Zur Verarbeitung von Hohlbündeln ist der Halter vorzugs
weise ein Stempel, der in das Hohlbündel eingreift und
mit seiner einen Stirnseite gegen die Verdickung wirkt.
Die Einprellkraft wird dann also im Zentrum des Bündels
wirksam. Bei einem Hohlbündel können die Borstenenden zu
einer durchgehend plattenförmigen Verdickung aufgeschmol
zen und geformt sein. In diesem Fall greift der Stempel
mit seiner Stirnseite an der Innenseite dieser Verdickung
an. Statt dessen kann aber die Verdickung auch ringförmig
entsprechend den ringförmig angeordneten Bündeln ausge
bildet sein. In diesem Fall weist der Stempel vorzugswei
se einen verjüngten Abschnitt auf, mit dem er die ring
förmige Verdickung durchgreift, während er mit der am
Übergang zu dem verjüngten Abschnitt gebildeten Stufe an
dem innen liegenden Überstand der ringförmigen Verdickung
angreift.
Nachstehend ist die Erfindung anhand einiger in der
Zeichnung wiedergegebener Ausführungsbeispiele beschrie
ben. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 drei Verfahrensstufen beim Verbinden eines
Borstenbündels mit einem Borstenträger mit
einer ersten Ausführungsform der Vorrichtung;
Fig. 2 mehrere Verfahrensstufen beim Befestigen
einer anderen Art von Bündeln mit einer
zweiten Ausführungsform der Vorrichtung;
Fig. 3 eine dritte Ausführungsform der Befestigung
des Borstenbündels in zwei Verfahrensvarian
ten;
Fig. 4 mehrere Verfahrensstufen bei der Befestigung
des Borstenbündels an einer weiteren Ausfüh
rungsform des Borstenträgers;
Fig. 5 mehrere Verfahrensstufen beim Befestigen
eines Borstenbündels in einem als Hohlkörper
ausgebildeten Borstenträger;
Fig. 6 einen abgebrochenen Längsschnitt im Bereich
eines Zahnbürstenkopfs;
Fig. 7 eine Draufsicht zu Fig. 6;
Fig. 8 ein Querschnitt durch eine Bürste in einer
anderen Ausführungsform;
Fig. 9 eine Draufsicht auf einen Zahnbürstenkopf in
einer weiteren Variante.
In den Fig. 1 bis 4 ist zur besseren Übersichtlichkeit
jeweils nur ein Ausschnitt aus einem Borstenträger 1 aus
einem gummielastischen Werkstoff im Bereich der Befesti
gungsstelle eines Borstenbündels 2 gezeigt. Das Borsten
bündel 2 besteht aus einer Vielzahl von einzelnen Borsten
3, die an ihrem befestigungsseitigen Ende zu einer Ver
dickung 4 aufgeschmolzen worden sind, wobei die Ver
dickung anschließend flachgedrückt, beispielsweise ge
staucht wurde, so daß sie eine linsenartige Form auf
weist. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1a bis
1c ist der Borstenträger 1 mit einem zylindrischen Sack
loch 5 versehen, dessen Durchmesser kleiner ist als der
Außendurchmesser der Verdickung 4. Das mit der Verdickung
4 versehene Borstenbündel wird in Richtung seiner Achse
in das Sackloch 5 eingeprellt. Hierzu dient bei diesem
Ausführungsbeispiel eine Vorrichtung mit einer Hülse 6,
in die das Borstenbündel eng gefaßt eingesetzt ist. Die
Hülse ist an ihrem vorderen Ende über eine Stufe 7 zu
einem Abschnitt 8 mit kleinerem Durchmesser eingezogen.
Der Außendurchmesser im Bereich des Abschnittes 8 sollte
nicht größer sein als der Außendurchmesser der Ver
dickung. Im übrigen liegt die Verdickung 4 mit ihrem
Überstand über dem Außendurchmesser des Borstenbündels 2
der Stirnseite 9 des Abschnittes 8 der Hülse 6 an (Fig.
1a). Durch Niederfahren der Hülse 6 mit dem Borstenbündel
2 entsprechend den Richtungspfeilen 10 in Fig. 1b wird
die Verdickung 4 in das Sackloch 5 eingeprellt, wobei die
Wandung des Sacklochs 5 aufgrund der Gummielastizität des
Borstenträgers 1 nach außen verdrängt wird, bis schließ
lich die Verdickung 4 auf dem Boden des Sacklochs 5
auf stößt. Anschließend wird die Hülse 6 gezogen (Fig.
1c), so daß die Wandung des Sacklochs im Bereich 11
zurückfedert und die Verdickung 4 und das Bündel 2 auf
einer gewissen Länge eng einspannt.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 weist der
Borstenträger 1 ein Durchgangsloch 12 auf, das aus einem
Abschnitt 13 größeren und einem Abschnitt 14 kleiner
Durchmessers besteht. In diesem Fall wird ein Borstenbün
del 2 in Form eines Hohlbündels 15 eingesetzt. Das Hohl
bündel 15 ist gleichfalls an seinem befestigungsseitigen
Ende zu einer ringförmigen Verdickung 16 aufgeschmolzen
und diese durch Nachformen flachgedrückt. Zum Einsetzen
des Hohlbündels 15 dient ein Stempel 17, der sich über
eine Stufe 18 verjüngt. Der verjüngte Abschnitt 19 durch
greift den freien Innenraum der ringförmigen Verdickung
16 (Fig. 2a). Beim Niederfahren des Stempels 17 gemäß
den Richtungspfeilen 20 in Fig. 2b taucht zunächst der
verjüngte Abschnitt 19 und anschließend die Verdickung 16
in das zweistufige Durchgangsloch 12 ein. Beim Eindringen
der ringförmigen Verdickung 16 wird die Wandung des
Lochabschnitts 13 mit dem größeren Innendurchmesser nach
außen verdrängt, bis die ringförmige Verdickung 16 auf
der Stufe zwischen den beiden Abschnitten 13 und 14 des
Lochs aufsitzt. Dabei federt die Wandung im Bereich des
größeren Abschnittes 13 des Durchgangslochs 12 zurück,
wodurch die ringförmige Verdickung 16 verankert ist. Im
übrigen liegt auch hier die Wandung im Bereich des Ab
schnittes 13 dem Borstenbündel außen satt an, woraufhin
der Stempel 17 gezogen wird.
In Fig. 3 ist ein Borstenträger 1 mit einem Durchgangs
loch 21 mit über die Dicke des Borstenträgers gleichblei
bendem Durchmesser versehen (Fig. 3a). Bei diesem Aus
führungsbeispiel kann das Borstenbündel 2 mit seiner
Verdickung 4 voraus von oben gemäß Richtungspfeil 22
(Fig. 3b) oder mit den Borsten voraus gemäß Richtungs
pfeil 23 (Fig. 3c) in den Borstenträger 1 eingeprellt
werden.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 weist der
Borstenträger 1 wiederum ein zweistufiges Durchgangsloch
24 auf, dessen engerer Abschnitt 25 in Einprellrichtung
vor dem weiteren Abschnitt 26 angeordnet ist. Es wird
wiederum ein Borstenbündel 2 mit der Verdickung 4 mittels
einer Hülse 6 entsprechend Fig. 1 eingeprellt. Bei
diesem Ausführungsbeispiel ist das Sackloch 24 zumindest
in seinem Abschnitt 25 enger als der Außendurchmesser der
Verdickung 4, so daß nach Einsetzen (Fig. 4b) und Zu
rückfahren der Hülse 6 (Fig. 4c) die Verdickung 4 in dem
weiteren Abschnitt 26 liegt, während die Wandung des
Abschnittes 25 zurückfedert und die Verdickung auf ihrem
oben liegenden Abschnitt und das Borstenbündel im Bereich
des Abschnittes 25 eng umfaßt. Damit ist das Borstenbün
del gegen Zugkräfte am Bündel wirksam verankert. Um ein
Durchrutschen des Borstenbündels nach der anderen Seite
zu vermeiden, kann in diesem Fall der Borstenträger 1 in
einer Ausnehmung eines gesondert gefertigten Stiels oder
dergleichen eingesetzt werden.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 ist der Bor
stenträger 1 als relativ dünnwandiger Hohlkörper 27
ausgebildet. Er weist etwa parallele Wandungen 28 und 29
auf, von denen die Wandung 28 die Befestigungsseite, die
Wandung 29 die Sicht- oder Griffseite bildet. In die
Wandung 28 sind Sacklöcher 30 eingeformt, die mit ihrem
Boden 31 bis nahe an die Wandung 29 reichen. In diesem
Fall wird ein Borstenbündel 2 mit Verdickung 4 mittels
einer Hülse 6 entsprechend Fig. 1 eingeprellt, wobei
sich die Wandung des Sacklochs 30 aufweitet (Fig. 5b)
und nach Ziehen der Hülse 6 wieder zurückfedert, um die
Verdickung 4 und den befestigungsseitigen Abschnitt des
Borstenbündels 2 eng zu umfassen (Fig. 5c). Beim Ein
prellvorgang liegt der Boden 31 des Sacklochs 30 der
Wandung 29 des Hohlkörpers 27 an.
In Fig. 6 ist der Kopf 31 einer Zahnbürste 30 im Schnitt
gezeigt. Der Kopf 31 weist auf seiner Borstenseite eine
Aussparung 32 auf, in die ein Borstenträger 1 aus gummi
elastischem Werkstoff mit darin durch Einprellen be
festigten Borstenbündeln 2 eingesetzt. Das Einprellen
kann nach einer der zuvor beschriebenen Verfahrensvarian
ten erfolgen. Die Aussparung 32 weist einen Umriß auf,
der einen etwas kleineren freien Querschnitt bildet als
der Borstenträger 1, so daß dieser gleichfalls durch
Einprellen in dem Bürstenkopf 31 befestigt werden kann.
Statt dessen kann natürlich der Borstenträger 1 auch
eingeklebt, eingeschweißt oder in anderer Weise am Bür
stenkopf 31 verankert werden. Fig. 7 zeigt eine Drauf
sicht auf das Borstenfeld des Bürstenkopfs 31 gemäß Fig.
6.
In Fig. 8 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei dem
der Borstenträger 1 gleichfalls in einen rahmenartigen
Griff, Stiel 33 oder dergleichen eingesetzt ist. Der
Borstenträger 1 aus gummielastischem Werkstoff weist auf
seiner den Borsten 2 abgekehrten Seite Hohlräume 34 auf,
so daß die Borstenbündel 2 eine erhöhte Beweglichkeit in
axialer Richtung, aber auch in jeder Richtung quer zur
Borstenachse besitzen, indem der gummielastische Borsten
träger 1 im Bereich der Hohlräume 34 bei Druck zurück
weicht.
Auf diese Weise läßt sich beispielsweise eine Zahnbürste
gemäß Fig. 9 mit dem Bürstenkopf 35 mit einem Borsten
träger 1 ausstatten, dessen Borstenbündel 2 in den Fel
dern 36 eine andere Beweglichkeit haben als in den Fel
dern 37, so daß sich die Borsten bei Gebrauch den zu
reinigenden Flächen und ihren verschiedenen Konturen
besser anpassen.
Claims (15)
1. Borstenware, bestehend aus einem Träger mit wenig
stens einer ein Borstenbündel aufnehmenden Ausneh
mung, wobei das Borstenbündel an seinem befesti
gungsseitigen Ende eine die Borsten verbindende
Verdickung, deren Querschnitt größer als der des
Bündels und größer als der engste Querschnitt der
Ausnehmung ist, aufweist und unter Druck in die
Ausnehmung formschlüssig eingesetzt ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Träger (1) aus einem bei
Normaltemperatur gummielastischen Werkstoff besteht,
dessen Elastizität in Abhängigkeit vom Verhältnis
der Querschnitte von Ausnehmung (5) und Verdickung
(4) so eingestellt ist, daß nach Einsetzen des
Bündels (2) die Verdickung (4) durch elastische
Rückstellung des Borstenwerkstoffs formschlüssig
gehalten und das Borstenbündel (2) auf seiner im
Träger (1) befindlichen Länge von diesem eng umfaßt
ist.
2. Borstenware nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmung (24, 25, 26) am Träger (1) hinter
schnitten ist, wobei der größte Querschnitt der
Ausnehmung (26) kleiner ist als der Querschnitt der
Verdickung (4) am Borstenbündel (2).
3. Borstenware nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Ausnehmung als Durchgangsloch (21)
im Träger (1) ausgebildet ist und das Borstenbündel
(2) mit der Verdickung (4) wahlweise von der einen
oder der anderen Seite in die Ausnehmung (21) einge
setzt ist.
4. Borstenware nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß der Träger (1) aus gummi
elastischem Werkstoff mit dem eingesetzten Borsten
bündel (2) unter Ausnutzung der Elastizität des
Trägers in einen weniger elastischen bis starren
Körper (31) eingesetzt ist.
5. Borstenware nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Träger (1) auf seiner
dem Borstenbündel (2) abgekehrten Seite Hohlräume
(34) aufweist, die dem Borstenbündel (2) nach Ein
setzen in den Körper (31) eine axiale und/oder
vertikale Beweglichkeit verleihen.
6. Borstenware, bestehend aus einem Träger mit wenig
stens einer ein Borstenbündel aufnehmenden Ausneh
mung, wobei das Borstenbündel an seinem befesti
gungsseitigen Ende eine die Borsten verbindende
Verdickung, deren Querschnitt größer als der des
Bündels und größer als der engste Querschnitt der
Ausnehmung ist, aufweist und unter Druck in die
Ausnehmung formschlüssig eingesetzt ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Träger (1) ein Hohlkörper
(27) mit nach außen offenen Vertiefungen (31) ist,
deren größter Innenquerschnitt kleiner ist als der
größte Querschnitt der Verdickung (4), und daß das
Borstenbündel (2) mit der Verdickung unter elas
tischem Verformen der die Ausnehmung begrenzenden
Wandung des Hohlkörpers (27) in diesen eingesetzt
ist.
7. Borstenware nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hohlkörper (27) so gestaltet ist, daß sich
die Vertiefung (30) mit ihrem Boden (31) an einer
Wandung (29) des Hohlkörpers abstützt.
8. Borstenware nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß die Verdickung (4) am
Borstenbündel kugel-, linsen- oder scheibenförmig
ist.
9. Borstenware nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß die Verdickung (4) am
Borstenbündel (2) eine in Achsrichtung des Bündels
(2) sich konisch verjüngende Form aufweist.
10. Verfahren zur Herstellung von Borstenwaren nach
einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Borstenbündel (2) mit seiner Achse auf die
Achse der Ausnehmung (5) im Träger (1) ausgerichtet
wird und durch Einwirken einer Kraft auf den das
Bündel überragenden Überstand der Verdickung (4) in
die Ausnehmung eingeprellt wird, wobei die Wandung
der Ausnehmung gummielastisch ausfedert und bis zur
Anlage an dem Borstenbündel im Bereich oberhalb der
Verdickung wieder zurückfedert.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 10 mit einer Aufnahme für den Träger und
einem Halter für das Borstenbündel, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Halter für das Borstenbündel (2)
eine dieses umfassende Hülse (6) ist, die mit ihrer
einen Stirnseite (9) den das Bündel (2) überragenden
Überstand der Verdickung anliegt, und daß die Hülse
axial angetrieben ist, um die Verdickung (4) in die
Ausnehmung (5) einzuprellen.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeich
net, daß die Hülse (6) in ihrem dem Überstand anlie
genden Bereich (8) einen äußeren Querschnitt, der
nicht größer ist als der größte Querschnitt der
Verdickung (4), und anschließend unter Bildung einer
Stufe (7) einen größeren Querschnitt aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeich
net, daß die Stufe (7) einen mit der Oberfläche des
Trägers (1) zusammenwirkenden Anschlag für die
Einprelltiefe des Borstenbündels (2) bildet.
14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 10 mit einer Aufnahme für den Träger und
einem Halter für das Borstenbündel, dadurch gekenn
zeichnet, daß bei Hohlbündeln (15) der Halter ein
Stempel (17) ist, der in das Hohlbündel eingreift
und mit seiner einen Stirnseite (18) der Verdickung
(16) anliegt, und daß der Stempel axial angetrieben
ist, um die Verdickung in die Ausnehmung (12) einzu
prellen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeich
net, daß bei einem Hohlbündel (15) mit einer ring
förmigen Verdickung (16) der Stempel (15) einen die
Verdickung durchgreifenden Ansatz (19) kleineren
Durchmesser aufweist und die dadurch am Stempel
gebildete Stufe (18) beim Einprellen auf den inneren
Überstand der ringförmigen Verdickung (16) wirkt.
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