DE19528252A1 - Aggregat für eine Fahrzeugbremsanlage - Google Patents

Aggregat für eine Fahrzeugbremsanlage

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Description

Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Aggregat für eine Fahrzeugbremsanlage mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Hauptanspruchs.
Ein derartiges Aggregat ist bekannt aus der EP 0 373 551 A2. Das bekannte Aggregat weist einen Gehäuseblock auf, in den Magnetventile und eine Pumpe eingebaut und hydraulisch miteinander verschaltet sind. Als elektrische Komponenten stehen Elektromagnete der Magnetventile an einer Seite aus dem Gehäuseblock vor. Sie sind mit einem abnehmbaren Gehäusedeckel abgedecktund an eine oder mehrere, von außen zugängliche Steckverbindungen im Gehäusedeckel angeschlossen. Das bekannte Aggregat ist Bestandteil einer Blockierschutz- und ggf. einer Antriebsschlupfregeleinrichtung der Fahrzeugbremsanlage.
Im Nutzfahrzeugbau, insbesondere bei pneumatischen Bremsanlagen, geht die Entwicklung dahin, ein derartiges Aggregat, das Druckaufbau- und Druckabsenkventile für einen Radbremszylinder aufweist, radnah an einer Fahrzeugachse oder am Fahrzeugrahmen anzubringen, um eine Zeitverzögerung zwischen Betätigung eines der Ventile und dem Ansprechen des Radbremszylinders kurz zu halten. Die nahe den Fahrzeugrädern angeordneten Aggregate arbeiten mit einer zentralen Regeleinrichtung zusammen. Sie sind aufgrund ihrer Anordnung in Radnähe Spritzwasser und Verschmutzung ausgesetzt, wodurch während der Benutzungsdauer Kontaktschwierigkeiten an der Steckverbindung auftreten können.
Vorteile der Erfindung
Das erfindungsgemäße Aggregat mit den Merkmalen des Hauptanspruchs hat den Vorteil, daß seine Steckverbindung abgedeckt und dadurch gegen Spritzwasser, Verschmutzung und Beschädigung, z. B. durch Steinschlag, geschützt ist und auf diese Weise eine dauerhaft gute Kontaktierung der Steckverbindung gewährleistet.
Die Unteransprüche haben vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der im Hauptanspruch angegebenen Erfindung zum Gegenstand.
Zeichnung
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein teilweise geschnitten dargestelltes erfindungs­ gemäßes Aggregat;
Fig. 2 einen Ausschnitt einer abgewandelten Ausführungsform des in Fig. 1 dargestellten Aggregats gemäß der Erfindung; und
Fig. 3 eine Detaildarstellung des Aggregats aus Fig. 1 in größerem Maßstab.
Beschreibung des Ausführungsbeispiele
Das in Fig. 1 dargestellte, erfindungsgemäße Aggregat 10 weist einen Gehäuseblock 12 auf, der zur radnahen Montage an einem Fahrzeugrahmen oder einer Achse eines Fahrzeugs vorgesehen ist. In den Gehäuseblock 12 sind Magnetventile 14 zur Bremsdruckmodulation eingebaut. Der Gehäuseblock 12 besteht beispielsweise aus Aluminiumdruckguß.
Am Gehäuseblock 12 ist ein Gehäusedeckel 16 angebracht, beispielsweise mit Schrauben 17 verschraubt. Im Ausführungsbeispiel ist der Gehäusedeckel 16 ein Kunststoffspritzgußteil. Er ist mittels einer umlaufenden Dichtung 18 (vgl. Fig. 3), die in eine Nut im Gehäusedeckel 16 eingelegt ist, gegenüber dem Gehäuseblock 12 abgedichtet. Der Gehäusedeckel 16 verschließt die Magnetventile 14 dicht im Gehäuseblock 12.
Der Gehäusedeckel 16 weist im Ausführungsbeispiel zwei Gruppen mit je vier nebeneinander angeordneten Steckerkupplungen 20 auf, die von der Außenseite des Gehäusedeckels 16 zugänglich sind. Die Steckerkupplungen 20 der beiden Gruppen sind einander abgewandt angeordnet (in Fig. 1 sind nur die nach rechts weisenden Steckerkupplungen 20 sichtbar).
Die Steckerkupplungen 20 weisen eine Steckerhöhle 22 zum Einstecken eines in Fig. 1 mit Strichlinien angedeuteten Steckers 24 auf. In die Steckerhöhle 22 ragen elektrische Kontakte 26.
Die Magnetventile 14 sind elektrisch mit einer im Gehäuseblock 12 angeordneten Leiterplatte (nicht dargestellt) verbunden. Auf der Leiterplatte können elektronische Bauelemente, insbesondere ein Mikroprozessor, zur Steuerung oder Regelung der Magnetventile 14 untergebracht sein. Zur elektrischen Verbindung des radnahen, erfindungsgemäßen Aggregats 10 mit einem zentralen Regelgerät für die Fahrzeugbremsanlage, mit Dreh- und Radbremszylinder­ drucksensoren und weiteren Komponenten der Fahrzeugbrems­ anlage, ist eine Vielzahl von Kabelverbindungen notwendig, die über die insgesamt acht Steckerkupplung 20 mit jeweils mehreren Kontakten 26 realisiert werden.
Zum Schutz der aus Stecker 24 und Steckerkupplung 20 bestehenden Steckverbindungen vor Spritzwasser und Verschmutzung sind auf den Gehäusedeckel 16 zwei Abdeckungen 28 aufgesetzt, die jeweils eine Gruppe von vier nebeneinander angeordneten Steckverbindungen 20, 24 abdecken. Die Abdeckungen 28 sind aus Blech tiefgezogen. Sie übergreifen mit ihrem Rand 30 den Gehäusedeckel 16 seitlich.
An ihren einander abgewandten Rändern, also an zwei einander abgewandten Außenrändern des Gehäusedeckels 16, bilden die Abdeckungen 28 zusammen mit dem Gehäusedeckel 16 Kabeldurchführungen 32 für in Fig. 1 mit Strichlinien angedeutete Kabel 34 der Stecker 24. Die Abdeckungen 28 weisen dazu im Bereich der Kabeldurchführungen 32 tonnenförmig runde Wölbungen auf, die zur Anlage am durchgeführten Kabel 34 vorgesehen sind. Der Gehäusedeckel 16 weist zur Bildung der Kabeldurchführungen 32 Rippen 36 auf, die im Querschnitt U-förmige Kabelkanäle zwischen sich begrenzen, welche von den tonnenförmigen Wölbungen der Abdeckungen 28 zu den im Querschnitt in etwa runden Kabeldurchführungen 32 ergänzt werden. Der Abstand der Rippen 36 zu den Wölbungen ist etwas kleiner als der Durchmesser des einzulegenden Kabels 34, um dieses zur Zugentlastung festzuklemmen. Des weiteren weisen die Rippen 36 Verrippungen 38 auf, die sich zur Zugentlastung in ein eingelegtes Kabel 34 eindrücken.
Durch das Festklemmen der Kabel 34 wird die Abdeckung 28 im Bereich der Kabeldurchführungen 32 belastet. Zur Versteifung sowie zur Aufnahme einer nicht dargestellten Dichtung weist sie eine quer über die Kabeldurchführungen 32 verlaufende Sicke 39 auf. Diese wirkt einer Verformung der Abdeckung 28 durch das Festklemmen der Kabel 34 entgegen und bewirkt damit eine ausreichende Klemmkraft auf alle Kabel 34.
Zum Anbringen der Abdeckung 28 am Gehäusedeckel 16 weist jener parallel zu den Kabeldurchführungen 32 abstehende Führungszapfen 40 auf, die korrespondierende Ausnehmungen der Abdeckung 28 durchgreifen. Die Führungszapfen 40 weisen Schrägflächen 42 auf, welche zum Gehäusedeckel 16 hin von der Abdeckung 28 wegverlaufen. Dadurch wird beim Aufschieben der Abdeckung 28 auf die Führungszapfen 40, was in Längsrichtung der Kabeldurchführungen 32 erfolgt, die Abdeckung 28 auf den Gehäusedeckel 16 zu bewegt, so daß sich die lichte Höhe der Kabeldurchführungen 32 verkleinert und die Kabel 34 festgeklemmt werden. Zur Vergrößerung der Anlagefläche zwischen Abdeckung 28 und Führungszapfen 40 sind an der Abdeckung 28 Laschen 44 nach außen gebogen, die an den Schrägflächen 42 der Führungszapfen 40 anliegen. Die Zapfenverbindung der Abdeckung 28 mit dem Gehäusedeckel 16 befindet sich an der Stelle, an der die in den Kabeldurchführungen 32 festgeklemmten Kabel 34 eine Belastung auf die Abdeckung 28 ausüben.
Nachdem die Abdeckung 28 auf die Führungszapfen 40 aufgesteckt ist, wird sie an ihrer den Führungszapfen 40 abgewandten Seite, d. h. in einem Mittelbereich des Gehäusedeckels 16, mit einer Verriegelungsleiste 46 verschlossen. Die Verriegelungsleiste 46 hat einen H-förmigen Querschnitt. Sie wird seitlich in eine T-förmige Nut 48 im Gehäusedeckel 16 eingeschoben und übergreift einen Rand 50 der Abdeckung 28. Auf dieser Seite wird die Abdeckung 28 nicht belastet, so daß ihre Befestigung hier weniger stark ausgelegt werden muß.
Fig. 2 zeigt eine abgewandelte Befestigungsmöglichkeit der Abdeckung 28 im Mittelbereich des Gehäusedeckels 16. Der Gehäusedeckel 16 weist eine tiefe Nut 52 auf, in die Federzungen 54 hineinragen, deren eines Ende durch Umspritzen beim Herstellen des Gehäusedeckels 16 unlösbar in diesem fixiert ist. Die Federzungen 54 weisen Rastnasen 56 auf, die in korrespondierende Aussparungen 58 der Abdeckung 28 eingreifen. Die Aussparungen 58 sind an Laschen 60 der Abdeckung 28 angebracht, die in die Nut 52 des Gehäusedeckels 16 hineinragen.
Zum Anbringen der Abdeckung 28 auf dem Gehäusedeckel 16 wird dieser, wie zu Fig. 1 beschrieben, auf die Führungszapfen 40 aufgeschoben, wobei die Kabel 34 in den Kabeldurchführungen 32 festgeklemmt werden. Anschließend wird die Abdeckung 28 an ihrer den Führungszapfen 40 abgewandten Seite in die Nut 52 des Gehäusedeckels 16 hineingedrückt, bis die Rastnasen 56 der Federzungen 54 des Gehäusedeckels 16 in den Aussparungen 58 der Abdeckungen 28 einrasten. Zum Abnehmen der Abdeckung 28 werden die Federzungen 54 beispielsweise mittels eines in die Nut 52 eingeschobenen Schraubendrehers auseinandergedrückt, bis ihre Rastnasen 60 außer Eingriff von der Abdeckung 28 gelangen.
Die Abdeckung 28 kann eine in der Zeichnung nicht dargestellte Abdichtung in ihrem den Gehäusedeckel 16 seitlich übergreifenden Rand 30 aufweisen. Damit unter der Abdeckung 28 gebildetes Kondenswasser abfließen kann, weist das erfindungsgemäße Aggregat 10 einen Wasserablauf auf, der in Fig. 3 dargestellt ist. Fig. 3 zeigt einen Schnitt in einer Ebene parallel zur Schnittebene der Fig. 1 in Vergrößerung. Der Schnitt gemäß Fig. 3 befindet sich seitlich neben den Kabeldurchführungen 32, er geht durch die Führungszapfen 40 hindurch.
Der Gehäusedeckel 16 weist eine Wasserablaufrinne 62 auf, die quer zu den Kabeldurchführungen 32 verläuft und an ihren beiden Enden in ein Wasserablauf-Labyrinth 64 mündet, das aus mehreren verwinkelten, miteinander kommunizierenden Hohlräumen im Gehäusedeckel 16 und dem Gehäuseblock 12 besteht und vom Innenraum der Abdeckung 28 zur Außenseite des erfindungsgemäßen Aggregats 10 führt. Durch die verwinkelte Anordnung des Labyrinths 64 wird verhindert, daß Spritzwasser ins Innere der Abdeckung 28 eindringen kann.

Claims (10)

1. Aggregat für eine Fahrzeugbremsanlage, mit einem Gehäuseblock und mit einem Gehäusedeckel, der vom Gehäuseblock aufgenommene elektrische Komponenten des Aggregats abdeckt und der mindestens einen von außen zugänglichen elektrischen Steckverbinder aufweist, an den die elektrischen Komponenten angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Aggregat (10) eine lösbare Abdeckung (28) aufweist, die den Steckverbinder (20) überdeckt und die zusammen mit dem Gehäusedeckel (16) eine Kabeldurchführung (32) für ein Kabel (34) eines in den Steckverbinder (20) eingesteckten Steckers (24) bildet.
2. Aggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aggregat (10) eine Schrägführung (42) auf der Seite der Kabeldurchführung (32) aufweist, über die die Abdeckung (28) formschlüssig mit dem Aggregat (10) in Eingriff steht und die die Abdeckung (28) beim Anbringen auf den Gehäusedeckel (16) zu bewegt.
3. Aggregat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Aggregat (10) eine Rastverbindung (56, 58) an einer der Kabeldurchführung (32) abgewandten Seite der Abdeckung (28) aufweist.
4. Aggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kabeldurchführung (32) eine Zugentlastung bildet.
5. Aggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung (28) eine Versteifung (39) im Bereich der Kabeldurchführung (32) aufweist.
6. Aggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Aggregat (10) einen Wasserablauf (62, 64) aus einem Innenraum der Abdeckung (28) aufweist.
7. Aggregat nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserablauf als Labyrinth (64) ausgebildet ist.
8. Aggregat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung (28) eine Abdichtung zum Gehäusedeckel (16), dem Gehäuseblock (12) und/oder in der Kabeldurchführung (32) aufweist.
9. Aggregat nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehäuseblock (12) ein Hydraulik- oder Pneumatikblock einer mit einer Blockierschutz- und/oder Schlupfregeleinrichtung ausgestatteten Fahrzeugbremsanlage ist.
10. Aggregat nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Aggregat (10) radnah angeordnet ist.
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