DE19528343C2 - Vorrichtung zur reflexionsarmen Absorption von Mikrowellen - Google Patents
Vorrichtung zur reflexionsarmen Absorption von MikrowellenInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zur Umwandlung von Mikrowellen- in Wärmeenergie, gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1, wie sie aus der EP 03 30 933 oder aus der CH 26 1005 bekannt ist.
Die definierte Umwandlung von Mikrowellenenergie in Wärmeenergie wird zu drei Zwecken
angewendet:
- - der definierten Erhitzung eines Guts (Prozeßanlage)
- - der Messung der Mikrowellenleistung (Kalorimeter)
- - der Absorption nicht benötigter Leistung (Last)
Die Auslegung solcher Vorrichtungen erfolgt nach folgenden Kriterien:
- - Geringe mechanische Abmessungen
- - Vermeidung gefährlicher oder brennbarer Materialien
- - Möglichst geringe Reflexion der Mikrowellenleistung zur Quelle
- - Möglichst örtlich gleichmäßige Absorption in der Last oder im Gut
Während eine Vielzahl möglicher Lasten und Kalorimeter zur Absorption von Mikrowellen der
Frequenz von 2.45 GHz und darunter bereits existieren, sind bei höheren Frequenzen und hohen
Leistungen nur wenige Lasten bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu finden, mit deren Hilfe insbesondere
Mikrowellen höherer Frequenz bis etwa 500 GHz absorbiert werden, die allen diesen Anforderungen gerecht wird.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst.
Die Unteransprüche geben Ausführungsarten der Erfindung an.
Im folgenden soll die Erfindung näher erläutert werden.
Dazu werden in der
Zeichnung drei Figuren aufgenommen.
Fig. 1 zeigt die Draufsicht (x-y-Ebene) durch die Vorrichtung
Fig. 2 zeigt eine isometrische Darstellung der Vorrichtung mit stark überdimensioniertem
Speisewellenleiter
Fig. 3 zeigt eine Vorderansicht der Vorrichtung mit einem nahe der Grenzfrequenz betriebenen
Speisewellenleiter.
Zum Verständnis des Prinzips der Vorrichtung werden die Gleichungen von helixförmig
propagierenden TE-Moden (helixförmig propagierende TM lassen sich nach gleichem Prinzip
anschreiben) im kreiszylindrischen Wellenleiter, Radius R, angeschrieben:
wobei
k = 2 π/λ die Wellenzahl, λ die Wellenlänge,
k┴ = Xmn/R die transversale Wellenzahl,
k∥ = √ die axiale Wellenzahl,
Xmn der Eigenwert des Modes m-ter azimuthaler und n-ter radialer Ordnung ist, die Nullstellen der Ableitung der jeweiligen Besselfunktion,
ρ die radiale Koordinate,
Φ die azimuthale Koordinate,
z die axiale Koordinate,
J,J′ die Besselfunktion, bzw. deren Ableitung ist,
ω = 2 πf die Kreisfrequenz des Modes ist
k┴ = Xmn/R die transversale Wellenzahl,
k∥ = √ die axiale Wellenzahl,
Xmn der Eigenwert des Modes m-ter azimuthaler und n-ter radialer Ordnung ist, die Nullstellen der Ableitung der jeweiligen Besselfunktion,
ρ die radiale Koordinate,
Φ die azimuthale Koordinate,
z die axiale Koordinate,
J,J′ die Besselfunktion, bzw. deren Ableitung ist,
ω = 2 πf die Kreisfrequenz des Modes ist
Moden mit hohem azimuthalem Index m und niedrigem radialem Index n (Whispering Gallery
Moden, WGM) zeichnen sich durch hohe Dämpfung in einem kreiszylindrischen Wellenleiter aus.
Diese helixförmig propagierenden Moden lassen sich in ebene Wellen zerlegen, die unter dem
Brillouin-Winkel β zur Wellenleiterachse propagieren.
sin β=Xmn/(kR)
Im Grenzfall der geometrischen Optik kann die Phasenfront jeder dieser ebenen Wellen durch einen
geometrisch optischen (g.o.) Strahl repräsentiert werden, dessen transversale Lage dadurch festge
legt wird, daß an der Wellenleiterberandung die Richtung des Strahls mit der des Realteils des kom
plexen Poyntingvektors der Mode übereinstimmt. In guter Näherung ergibt das Strahlen, die beim
Radius
Rc=R * m/Xmn
eine Kaustik (4) bilden, siehe Fig. 1. In transversaler Richtung wird das Winkelsegment
2Φ=2 arc cos(m/Xmn)
genau einmal von allen Strahlen getroffen. Die in Gl1 definierten Moden können somit durch
geometrisch optische Strahlen repräsentiert werden, die eine polygonale Helix bilden. Ist in
azimuthaler Richtung längs dieser Strahlen die Strecke 2 π zurückgelegt, so ist in axialer Richtung
die Strecke
zurückgelegt. Die Richtung des geometrisch optischen Strahls läßt sich anschreiben als:
= - sin β cos(Φ+2sΦ) + sin β sin(Φ+2sΦ) + cos β
s hat einen ganzzahligen Wert. Aus diesem Grund kann ein Wellenleiter als eine quasioptische
Übertragungsleitung zusammenhängender Spiegel (im folgenden Segmente genannt) der Form eines
Parallelogramms (Länge: L, Breite: R * 2 * Φ), betrachtet werden (siehe auch Denisov, G. G., et al.,
Int J. Electronics, 1992, 72, 1079-1091). Da diese Segmente von der gesamten Leistung genau
einmal getroffen werden, läßt sich durch Errechnung der Verlustleistung auf diesen Segmenten die
Absorption des Wellenleiters ermitteln (siehe hierzu Balanis, C. A., Advanced Engineering
Electromagnetics, New York, John Wiley & Sons, 1989, 213 und Möbius et al. 1994, IRMM Digest,
Sendai, JSAP Catalog Number: AP 941228, Seite 339).
Die vom Generator oder von einem Mikrowellenhohlleiternetzwerk kommende Leistung propagiert
bei den für eine Anwendung üblichen Fällen in Form von Wellenleitermoden in einem Speisewellen
leiter (SWL) (1) oder in Form von Freiraummoden einer quasioptischen
Übertragungsstrecke (q.o.Ü.) in die Vorrichtung. Die Auslegungskriterien der Vorrichtung sind in
beiden Fällen gleich, wenn die Achse des SWL mit der optischen Achse der q.o.Ü. gleichgesetzt
wird. Die Moden des SWL lassen sich ebenfalls in ebene Wellen zerlegen, die unter dem
Brillouinwinkel zur Achse propagieren. Ist der SWL stark überdimensioniert (bei der q.o.Ü.
entspricht das einer Strahltaille groß gegenüber der Wellenlänge) so ist der Brillouinwinkel im SWL
klein (die Divergenz des Strahls der q.o.Ü. gering).
Der überdimensionierte SWL (bzw die q.o.Ü.) wird so am kreiszylindrischen Hohlraum
(2) angebracht, daß seine Achse (5) mit der Richtung des geometrisch
optischen Strahles (3) übereinstimmt (siehe Fig. 1 und Fig. 2). Diese Figur zeigt den Fall
eines rechteckigen SWL, die Anwendung ist jedoch nicht auf diese Geometrie beschränkt, beispiels
weise ist auch ein kreiszylindrischer SWL denkbar. Die vom SWL kommende Mikrowellenleistung
regt im kreiszylindrischen Wellenleiter den durch diesen g. o. Strahl repräsentierten helixförmig
propagierenden Mode (bevorzugt WGM) an. Mit jeder Reflexion an der Wellenleiterberandung
verringert sich die Mikrowellenleistung, und damit auch die in Wärme umgesetzte Leistung, falls das
Kreiszylindermaterial konstant bleibt. Dieses wird nun so variiert, daß gilt
wobei Pin die auf ein Segment auftreffende Leistung darstellt, die Leitfähigkeit des Materials bzw.
einer Oberflächenbeschichtung ist. Ein Ausführungsbeispiel ist z. B. die Wahl von Kupfer, dann
Messing, dann Edelstahl und schließlich absorbierende Keramik oder eine durch ein nichtleitendes
Medium eingeschlossene Flüssigkeit. Wird der kreiszylindrische Wellenleiter mit absorbierenden
Deckeln (6) abgeschlossen (aus Kostengründen werden an diesen Stellen die
absorbierenden Keramiken bevorzugt angebracht), so wird nur noch ein geringer Teil der
Millimeterwellenleistung in axialer Richtung reflektiert (aus dem kreiszylindrischen Rohr wird ein
kreiszylindrischer Resonator schlechter Güte). In transversaler Richtung behält der Mode jedoch
seine Rotationsrichtung bei, so daß er in Richtung
= - sin β cos(Φ+2sΦ) + sin β sin(Φ+2sΦ) - cos β
propagiert. Hat die durch den g.o. Strahl repräsentierte Leistung den Ort des SWL oder der q.o.Ü.
erreicht, so stimmt dessen Richtung nicht mit deren Wellenleiterachse überein. Dies reduziert
dramatisch die in das Netzwerk reflektierte Leistung.
Der Zylinder wird von außen mit einem Kühlmedium umströmt, bevorzugt wird Wasser gewählt.
Werden die Eingangs- und Ausgangstemperatur des Kühlmediums gemessen, so kann die an den
Wänden des zylindrischen Resonators absorbierte Mikrowellenleistung kalorimetrisch gemessen
werden.
Die Einkopplung des SWL oder der q.o.Ü. kann mit Hilfe der obigen Gleichungen auch so ausgelegt
werden, daß ein rotierender TE11 Mode oder auch ein HE11 Mode angeregt wird (letzteres wird
durch die Korrugationen des kreiszylindrischen Hohlraums erreicht). Diese Moden haben nur ein
geringes Feld an der Wellenleiterberandung und dadurch eine relativ geringe Dämpfung, jedoch ein
starkes relativ homogenes Feld im Bereich der Achse. In diesem Bereich kann
ein absorbierendes Material eingebracht werden. Diese Auslegungsform ist eher als Prozeßanlage
denn als Last oder als Kalorimeter zu verwenden. Das absorbierende Material dient als Gut.
Wird der SWL nahe der Grenzfrequenz betrieben oder hat die q.o.Ü. eine starke Divergenz so ist der
kreiszylindrische Wellenleiter durch eine geeignete Wahl des Radius und des Modes mit Hilfe der
obigen Gleichungen so auszulegen, daß die durch den Brillouinwinkel des SWL
bzw. den Spreizungswinkel der q.o.Ü. beschreibene Ausbreitungsrichtung ihrer propagierenden
einzelnen ebenen Teilwellen gleich der Richtung der geometrisch optischen Strahlen des gewählten
Modes im kreiszylindrischen Hohlraum ist. Eine Seitenansicht ist in Fig. 3 zu sehen. Der SWL
wird in der x-z- Ebene bevorzugt senkrecht zum kreiszylindrischen Rohr angebracht in der x-y-
Ebene wird er wie im obigen Fall um Rc zur Achse versetzt angebracht. Die einzelnen g.o. Strahlen
propagieren wie im in der Fig. 2 dargestellten Fall auf einer polygonalen Helix. Handelt es sich bei
dem SWL um einen Rechteckhohlleiter, so wird der darin propagierende Mode durch nur zwei ebene
Teilwellen dargestellt, falls einer seiner Indizes gleich null ist. Für diesen Fall ist das gezeigte Prinzip
am besten anwendbar. In anderen Fällen müssen aus der Vielzahl möglicher Teilwellen zwei
herausgegriffen werden, was die Effizienz der Einkopplung verschlechtert.
Um die für das Prinzip gefährlichen Reflexionen in einen gegensinnig rotierenden Mode stärker zu
vermeiden, kann für den Fall von dem Betrieb mit WGM der kreiszylindrische Hohlraum mit einem
Innenleiter versehen werden, d. h. eine koaxiale Anordnung gewählt werden. Die Gleichung (1) ist
dann so zu erweitern, daß sie für koaxiale Moden gilt. Dies ist für den Fachmann ohne weiteres
durchführbar.
Bezugszeichenliste
1 Speisewellenleiter (SWL)
2 kreiszylindrischer Hohlraum
3 geometrisch-optischer Strahl im kreiszylindrischen Hohlraum
4 Kaustik
5 Mittelachse des Speisewellenleiters (SWL)
6 Deckel des kreiszylindrischen Hohlraums
2 kreiszylindrischer Hohlraum
3 geometrisch-optischer Strahl im kreiszylindrischen Hohlraum
4 Kaustik
5 Mittelachse des Speisewellenleiters (SWL)
6 Deckel des kreiszylindrischen Hohlraums
Claims (9)
1. Vorrichtung zur Absorption von Mikrowellen, bestehend aus
einem kreiszylindrischen Hohlraum, dessen Wandung oder dessen
Volumen absorbierend ausgebildet sind und in dem über eine
Öffnung eine Mikrowelle eingekoppelt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einkopplung der Mikrowelle derart
ausgebildet ist, daß die einzukoppelnde Welle in einer solchen
Richtung auf die Öffnung trifft, daß der die Ausbreitungsrichtung
in der Fenstermitte beschreibende Vektor nicht auf die Achse
des kreiszylindrischen Hohlraums zeigt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Speisewellenhohlleiter vorhanden ist, in dem der
Brillouinwinkel des im Speisewellenhohlleiter propagierenden
in den Hohlraum einzukoppelnden Modes klein ist und daß die
Achse des Wellenleiters eine Verlängerung des einen rotierenden,
Moden des kreiszylindrischen Hohlraums repräsentierenden
geometrisch-optischen Strahls darstellt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine quasioptische Übertragungsstrecke vorhanden ist, deren
Strahlspreizungswinkel klein ist und daß die Achse der
quasioptischen Übertragungsstrecke eine Verlängerung des einen
rotierenden Moden des kreiszylindrischen Hohlraums
repräsentierenden geometrisch-optischen Strahls darstellt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Speisewellenhohlleiter vorhanden ist, in dem der
Brillouinwinkel des im Speisewellenhohlleiter propagierenden in den Hohlraum
einzukoppelnden Modes groß ist und daß die Ausbreitungsrichtungen
seiner propagierenden einzelnen ebenen Teilwellen gleich der
Richtung der geometrisch-optischen Strahlen des gewählten Modes
im kreiszylindrischen Hohlraum sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine quasioptische Übertragungsstrecke vorhanden ist, deren
Strahlspreizungswinkel groß ist und daß die Ausbreitungsrichtungen
seiner propagierenden einzelnen ebenen Teilwellen gleich der
Richtung der geometrisch-optischen Strahlen des gewählten Modes
im kreiszylindrischen Hohlraum sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
sich im Zentrum des kreiszylindrischen Hohlraums ein absorbierendes Medium befindet und
ein Mode mit einer hohen Feldstärke in der Hohlraummitte
bevorzugt TE11 oder HE11, angeregt wird.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das Material des Hohlraums oder die Oberflächenbeschichtung so variiert wird, daß das
Verhältnis von lokal auftreffender Leistung zur Quadratwurzel der Leitfähigkeit konstant ist,
so daß die absorbierte Leistung pro Fläche konstant bleibt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der kreiszylindrische Resonator von einem Kühlmedium umströmt wird, dessen Eingangs-
und Ausgangstemperatur gemessen werden kann, so daß die Mikrowellenleistung gemessen
werden kann.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
durch Einbringen eines Innenleiters aus dem kreiszylindrischen Hohlraum eine koaxiale
Anordnung wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995128343 DE19528343C2 (de) | 1995-08-02 | 1995-08-02 | Vorrichtung zur reflexionsarmen Absorption von Mikrowellen |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
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| DE19528343A1 DE19528343A1 (de) | 1997-02-13 |
| DE19528343C2 true DE19528343C2 (de) | 1997-05-22 |
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| DE1995128343 Expired - Fee Related DE19528343C2 (de) | 1995-08-02 | 1995-08-02 | Vorrichtung zur reflexionsarmen Absorption von Mikrowellen |
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| AT226811B (de) * | 1960-08-01 | 1963-04-10 | Tavkoezlesi Kutato Intezet | Thermistor-Meßkopf mit großer Zeitkonstante |
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1995
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