DE19528584A1 - Fließbettapparatur zum Herstellen und/oder Weiterbehandeln granulatförmigen Gutes - Google Patents

Fließbettapparatur zum Herstellen und/oder Weiterbehandeln granulatförmigen Gutes

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Description

Die Erfindung betrifft eine Fließbettapparatur zum Herstellen und/oder Weiterbehandeln granulatförmigen Gutes, mit einer Umwälzkammer, deren Boden kranzförmig angeordnete, sich über­ lappende Leitplatten aufweist, und mit einer unter den Leit­ platten angeordneten Eintrittskammer, in die ein gasförmiges Medium zuführbar ist.
Eine derartige Fließbettapparatur ist aus der EP-A-0 370 167 bekannt.
Bei der bekannten Fließbettapparatur, die beispielsweise zum Beschichten von Tabletten eingesetzt wird, strömt das in die Eintrittskammer eingeführte gasförmige Medium, beispielsweise heiße Luft, zwischen den sich überlappenden Leitplatten etwa horizontal geführt und umfänglich gerichtet in die Umwälzkammer ein. Ein in der Umwälzkammer aufgenommenes Gut wird durch das eingeführte Medium umgewälzt und gleichzeitig in einer Kreis­ bewegung in der Umwälzkammer bewegt. Nachdem das Medium das Gut durchströmt hat, wird es aus der Apparatur abgeführt, beispielsweise wird es durch ein mittiges zentrales Tauchrohr nach unten aus der Apparatur herausgeführt. Die Strömungs­ bedingungen sind so gewählt, daß das zu behandelnde Gut in einer ringförmigen Luftgleitschicht über dem Boden aus überlappenden Leitplatten schwebt. Im Boden vorhandene Düsen ermöglichen es, ein flüssiges Beschichtungsmedium auf das Gut zu sprühen, das durch das gasförmige Medium getrocknet wird.
Jede einzelne Leitplatte ist, in Draufsicht auf den Boden, etwa kreisringsektorförmig, und im Überlappungsbereich zweier Leit­ platten sind sich radial erstreckende Öffnungen gebildet, über die das Medium aus der Eintrittskammer in die Umwälzkammer übertritt.
Bei großen Fließbettapparaturen, also solchen mit einem großen Durchmesser, beispielsweise mehr als 2 m, ist die radial innere Kante in Form eines Kreisbogens wesentlich kürzer als die radial äußere Kante einer Leitplatte.
Betrachtet man nun zwei in umfänglicher Richtung aufeinander­ folgende Öffnungen zwischen den Leitplatten, so sind im radial inneren Bereich nach einer relativ kurzen Laufstrecke des Gutes zwei Öffnungen vorhanden, im radial äußeren Bereich aber erst nach einer relativ langen Strecke, die sogar ein Mehrfaches der radial inneren Laufstrecke betragen kann.
Das Gut hat aufgrund der Schwerkraft die Tendenz, auf den Boden der Umwälzkammer abzufallen. Das durch die Leitplatten etwa horizontal eingeblasene Medium soll ein Luftkissen schaffen, das ein Aufschlagen des umgewälzten Gutes auf die Leitplatten des Bodens verhindert.
Folgt man dem kreisförmigen Umlaufweg des Gutes an einer radial inneren Seite, so durchläuft es zwischen zwei Öffnungen eine relativ kurze Wegstrecke, bevor es einen neuen Schubimpuls durch das zwischen den Leitplatten in die Umwälzkammer eintretende Medium erhält. Dadurch kann das Gut relativ stark beschleunigt werden, und es wird verhindert, daß es zwischen zwei aufeinander­ folgenden Öffnungen auf den Boden absinkt. Folgt man nun dem Gut an einer radial äußeren Stelle, so ist, um ein gleichmäßiges Umlaufen zu erhalten, schon von vornherein eine wesentlich größere Umfangsgeschwindigkeit des Gutes notwendig. Da aber die Wegstrecke zwischen zwei Eintrittsöffnungen am radial äußeren Bereich viel größer ist, kann im Gegensatz zum radial inneren Pfad erst nach einer viel längeren Laufstrecke dem Gut ein erneuter Schubimpuls auferlegt werden, der ohnehin wegen der größeren Umfangsgeschwindigkeit größer sein soll als im radial inneren Bereich. Dem wurde schon dadurch versucht Rechnung zu tragen, daß die Höhe des Spaltes zwischen zwei überlappenden Leitplatten im radial äußeren Bereich größer ist als im radial inneren Bereich, so daß im radial äußeren Bereich mehr Medium durchtreten kann.
Dieser Maßnahme sind aber insoweit Grenzen gesetzt, als bei zu starker Divergenz zu starke Abstufungen oder schräg auf­ stehende Leitplattenflächen entstünden.
Bei sehr großen Fließbettapparaturen ist somit nachteilig, daß ein gleichmäßiges Behandeln des Gutes nicht mehr gewährleistet ist, und daß auch die Gefahr besteht, daß das Gut im radial äußeren Umfangsbereich auf dem Boden der Umwälzkammer aufschlagen kann.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, hier Abhilfe zu schaffen und eine Fließbettapparatur dahingehend weiterzu­ bilden, daß auch bei durchmessergroßen Fließbettapparaturen eine gleichmäßige Behandlung des Gutes möglich ist.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß der Boden mehrere, konzentrisch angeordnete Kränze an Leitplatten aufweist.
Diese Maßnahme hat nun den Vorteil, daß durch das Vorsehen konzentrisch angeordneter Kränze die Leitplatten, die den jeweiligen Kranz aufbauen, sich nicht über das gesamte radiale Maß der Umwälzkammer erstrecken müssen, sondern nur über das jeweilige radiale Maß eines Kranzes. Dadurch ist es dann möglich, bei einer durchmessergroßen Fließbettapparatur den Boden segmentartig aus mehreren Kränzen an Leitplatten entsprechend geringeren radialen Maßes aufzubauen.
Durch intensive Untersuchungen wurde festgestellt, daß es für eine bestimmte Bandbreite der Korngröße des zu behandelnden Gutes gewisse Idealmaße an Leitplatten gibt, d. h. ein gewisses Idealmaß an Radialerstreckung einer Leitplatte und ein bestimmtes Idealmaß eines umfänglichen Abstandes zweier aufeinanderfolgender Öffnungen, über die das Medium in die Umwälzkammer eintreten kann. Es ist somit möglich, bei großen Fließbettapparaturen ein ganzes Raster an konzentrischen Ringen aufzubauen, deren einzelne Leitplatten sowohl was das radiale Maß als auch was das umfängliche Maß betrifft in dem idealen Bereich liegen.
Darüber hinaus eröffnet sich die Möglichkeit, die Leitplatten jedes einzelnen Kranzes auf die idealen Bedingungen in dem Kreisringsektor dieses Kranz es einzustellen und aufeinander abzustimmen.
Insgesamt kann dadurch erreicht werden, daß durch die indi­ viduelle und aktive Steuerungsmöglichkeit bei einer Fließbett­ apparatur mit großem Durchmesser durchgehend ideale Strömungs- und somit Behandlungsbedingungen geschaffen werden können.
Darüber hinaus ergibt sich noch ein weiterer Vorteil dahingehend, daß bei einer sehr großen Apparatur einzelne Kränze stillgelegt werden können, seien es die radial inneren oder die radial äußeren, somit prinzipiell die Möglichkeit eröffnet ist, eine sehr durchmessergroße Fließbettapparatur auch als kleinere Apparatur zu betreiben.
Somit wird die Aufgabe vollkommen gelöst.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die einzelnen Kränze über eine Ringwand voneinander getrennt.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß durch die Ringwand klar abgegrenzte Kranzbereiche geschaffen werden, wobei die Ringwand auch dazu dienen kann, die einzelnen Leitplatten der konzentrisch in einer Ebene angeordneten Kränze daran zu befestigen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung verläuft eine obere Kante der Ringwand in etwa fluchtend mit den Leitplatten.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß die Ringwand keinen strö­ mungstechnischen oder mechanischen Widerstand gegenüber der über dem Boden rotierenden Gutmenge darstellt.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Ringwand so ausgebildet, daß darauf eine Abdeckvorrichtung zum Abdecken zumindest eines Kranzes absetzbar ist.
Diese Maßnahme hat nun den Vorteil, daß die Ringwand zugleich dazu dient, falls die Fließbettapparatur als kleinere Apparatur eingesetzt werden soll, die entsprechende Abdeckvorrichtung anzusetzen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die mehreren Kränze aus einer gemeinsamen Eintrittskammer von unten her mit dem gasförmigen Medium beaufschlagbar.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß trotz des Aufbaus des Bodens aus unterschiedlichen Kränzen dennoch eine Anströmung aus einer einzigen Eintrittskammer möglich ist. Dies beruht darauf, daß die einzelnen Kränze, obwohl sie aus einer unterschiedlichen Anzahl an einzelnen Leitplatten aufgebaut sind, somit auch eine unterschiedliche Anzahl an Durchtrittsöffnungen für das Medium aufweisen, bezüglich jeder einzelnen Öffnung gesehen aber an sich gleich aufgebaut sind. Somit ist es nicht notwendig, komplizierte und baulich aufwendige Einzelzuführungen zu den einzelnen Kränzen zu schaffen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist in der gemeinsamen Eintrittskammer ein Verteiler angeordnet.
Die Maßnahme des Verteilers hat den Vorteil, daß die Eintritts­ kammer als solche gezielt oder einseitig angeströmt werden kann, beispielsweise durch einen seitlichen Stutzen, der Verteiler aber dann für eine gleichmäßige Verteilung des Mediums sorgt, bevor dies dann an die Unterseite der Leitplatten herantritt. Ein gleichmäßiges Anströmen der Unterseite des Bodens der Umwälzkammer trägt auch zu einem gleichmäßigen Eintreten des Mediums in die Umwälzkammer und letztendlich zu einer gleich­ mäßigen Behandlung des Gutes in der Umwälzkammer bei.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht der Verteiler aus einem perforierten Zwischenboden.
Durch diese Maßnahme wird auf baulich einfache Weise das Verteilen des Mediums in der Eintrittskammer bevor es in die Umwälzkammer übertritt erreicht.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das radiale Maß jedes der konzentrischen Kränze etwa gleich.
Diese Maßnahme hat nun den Vorteil, daß etwa gleich ausgebildete Bauteile zum Aufbauen der Kränze eingesetzt werden können.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist jedem Kranz eine Reihe an umfänglich verteilten Düsen zugeordnet.
Dies ist ein weiterer Beitrag zur aktiven und selbständigen Steuerung jedes Kranzbereiches, d. h. soll auf das Gut ein flüssiges Medium aufgesprüht werden, beispielsweise zum Coaten, so kann jeder Kranz seine eigene, für seine Bedingungen ideal angeordnete und gesteuerte Düsengruppe zugeordnet tragen. Dadurch ist es dann auch möglich, daß eine solche Düsengruppe, falls ein solcher Kranz abgedeckt wird, ebenfalls aktiv abgeschaltet werden kann.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird eine Fließ­ bettapparatur eingesetzt, die mit einem zentralen Tauchrohr versehen ist, in das das in der Umwälzkammer ansteigende Medium oben eintreten und nach unten abgeführt werden kann, wobei zwei ringförmige Kränze an Leitplatten um das zentrale Tauchrohr herum angeordnet sind.
Für den praktischen Einsatz und im Hinblick auf den konstruktiven Aufwand hat sich eine solche Ausgestaltung als äußerst günstig erwiesen, um eine ideale Behandlung des Gutes in der Umwälzkammer zu erzielen.
Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nach­ stehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines ausgewählten Ausführungsbeispiels im Zusammenhang mit den beiliegenden Zeichnungen näher beschrieben und erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Horizontalschnitt einer Fließbettapparatur in einem ersten Rüstzustand, und zwar in Draufsicht auf den Boden einer Umwälzkammer,
Fig. 2 einen etwas vergrößerten Teilschnitt längs der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie III-III in Fig. 1,
Fig. 4 eine Seitenansicht der Fließbettapparatur von Fig. 3 während eines Entleervorganges,
Fig. 5 eine der Fig. 1 entsprechende Draufsicht eines Umrüstzustandes der Fließbettapparatur von Fig. 1, und
Fig. 6 eine der Darstellung von Fig. 3 entsprechende Dar­ stellung der umgerüsteten Apparatur.
Die in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Fließbettapparatur ist in ihrer Gesamtheit mit der Bezugsziffer 10 versehen.
Die Fließbettapparatur 10 weist einen etwa zylindrischen doppelwandigen Behälter 12 auf, dessen unteres Sockelteil 14 mit einem Support 15 verbunden ist.
Durch den Support 15 erstreckt sich ein Einlaß 16, zwischen dem ein Auslaß 18 angeordnet ist.
Der Auslaß 18 ist als mittiges Tauchrohr 20 ausgebildet, das mittig hochstehend im Behälter 12 angeordnet ist.
Der Einlaß 16 ist mit einer Eintrittskammer 22 des Behälters 12 verbunden, deren oberer Abschluß durch einen Boden 24 der darüber angeordneten Umwälzkammer 42 gebildet wird.
Wie insbesondere aus Fig. 1 ersichtlich, setzt sich der Boden 24 aus einem ersten inneren Kranz 26 an sich überlappenden Leitplatten 32 sowie einem zweiten äußeren Kranz 28 an sich ebenfalls überlappenden Leitplatten 34 zusammen.
Die beiden Kränze sind durch eine Ringwand 30 voneinander getrennt.
In der vergrößerten Schnittdarstellung von Fig. 2 ist die überlappende kranzförmige Anordnung von drei aufeinanderfolgenden Leitplatten 34′, 34′′ und 34′′′ des zweiten äußeren Kranzes 28 dargestellt.
Dieselbe prinzipielle Konstruktion liegt bei den Leitplatten 32 des ersten inneren Kranzes 26 vor.
Aus der Darstellung von Fig. 2 ist zu entnehmen, daß durch die sich überlappenden Leitplatten 34′′ und 34′′′ ein sich etwa horizontal erstreckender Spalt gebildet ist, über den ein über den Einlaß 16 in die Eintrittskammer 22 eingeführtes Medium 78 (siehe auch Pfeil in Fig. 2) aus der Eintrittskammer 22 in die Umwälzkammer 42 übertreten kann. Das Medium 78 wird also etwa horizontal und umfänglich gerichtet in die Umwälzkammer 42 eingeführt.
Manche der Leitplatten, in Fig. 2 die Leitplatte 34′′, tragen Düsen 36, durch die dem in der Umwälzkammer 42 aufgenommenen Gut ein flüssiges Medium aufgesprüht werden kann, beispielsweise beim Beschichten von Tabletten eine Überzugsschicht.
Dazu ist die Düse 36 über eine Leitung 38 mit einer Flüssigkeits­ quelle verbunden.
Der Anstellwinkel der Leitplatten 32 und 34 ist veränderbar, die dazu notwendige Mimik ist der Übersicht halber hier nicht näher dargestellt.
Die Ringwand 30 dient nicht nur zum Trennen vom ersten inneren Kranz 26 und vom zweiten äußeren Kranz 28 sondern dient zugleich zur Befestigung der Leitplatten 32 und 34. Die etwa ringförmige Umwälzkammer 42 ist am oberen Ende über einen kuppelförmigen Deckel 44 verschlossen, der mehrere Sichtfenster 45 aufweist.
Der Deckel 44 ist über ein Scharnier 46 schwenkbar am Behälter 12 angebracht, so daß der Deckel 44, wie das in Fig. 4 darge­ stellt ist, abgehoben werden kann. Eine Dichtung 47 sorgt für einen gasdichten Abschluß zwischen Deckel 44 und Behälter 12.
Wie ebenfalls aus Fig. 4 zu entnehmen ist, ist der Behälter 12 über ein Scharnier 48 mit dem Sockelteil 14 verbunden, so daß zum Entleeren der Behälter 12 gekippt werden kann.
Zum Entleeren sind seitliche Entleerklappen 50, 51 vorhanden, die über Kolben/Zylinder-Einheiten 52 und 53 geöffnet bzw. verschlossen werden können.
Das in der Umwälzkammer 42 behandelte Gut 58 kann dadurch seitlich in einen Container 59 entleert werden.
Wie insbesondere aus Fig. 3 zu entnehmen ist, ist in der Eintrittskammer 22 etwa auf mittiger Höhe ein Verteiler 54 angeordnet, der als perforierter Zwischenboden 55 ausgebildet ist.
Aus Fig. 1 ist zu entnehmen, daß das radiale Maß RM des ersten inneren Kranzes 26 und des zweiten äußeren Kranzes 28 gleich ist.
Ferner ist aus der Draufsicht von Fig. 1 zu entnehmen, daß sowohl die Leitplatten 32 des ersten inneren Kranzes 26 als auch die Leitplatten 34 des zweiten äußeren Kranz es dasselbe radiale Maß und in etwa dieselbe Kontur aufweisen.
Insbesondere ist das Kreisbogenmaß 56 der äußeren umfänglichen Kante einer Leitplatte des ersten inneren Kranzes 26 gleich wie das Kreisbogenmaß 56 einer radial äußeren Kante einer Leitplatte 34 des zweiten äußeren Kranzes 28.
D. h. die Laufstrecke, die das in der Umwälzkammer 42 ringförmig umlaufende Gut 58 zwischen zwei Austrittsöffnungen zwischen zwei sich überlappenden Leitplatten des inneren Kranzes an dessen äußeren radialen Bereich durchläuft, ist gleich wie am radial äußeren Bereich des zweiten äußeren Kranzes 28.
D. h. anders ausgedrückt, über die Radialerstreckung des ersten inneren Kranzes 26 gesehen liegen gleiche Bedingungen vor wie über die Radialerstreckung des zweiten äußeren Kranz es 28 gesehen.
Die in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Fließbettapparatur arbeitet wie folgt:
Nach Einfüllen des zu beschichtenden Gutes 58 in die Umwälzkammer 42, beispielsweise zu beschichtende Tabletten, wird bei geschlos­ senen Entleerklappen 50 und 51 und geschlossenem Deckel 44 ein gasförmiges Medium 78, beispielsweise heiße trockene Luft, über den Einlaß 16 der Eintrittskammer 22 durchgeführt. Nach Durch­ strömen des Zwischenbodens 55 trifft die heiße Luft gleichmäßig verteilt an die Unterseite des Bodens 24 und tritt aufgrund der an sich gleichen Geometrie von erstem inneren Kranz 26 und zweitem äußeren Kranz 28 gleichmäßig verteilt in die Umwälzkammer 42 ein.
Die Bedingungen sind so gewählt, daß sich unter dem Gut 58 eine Art Luftkissen bildet, das Gut 58 selber so umgewälzt wird, daß es in einer Luftgleitschicht umwälzend in der Umwälzkammer 42 um das zentrale Tauchrohr 20 rotiert. Durch Betätigen der Düsen 36 und 37 kann gleichzeitig dem Gut 58 ein flüssiges Beschichtungsmedium aufgesprüht werden, daß durch die heiße Luft getrocknet wird. Nach Durchströmen des Gutes 58 tritt das Medium 78 am oberen Ende über eine Öffnung 21 in das Tauchrohr 20 ein und wird bodenseitig aus der Apparatur 10 abgeführt.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Tauchrohr 20 am oberen Ende nach innen gewölbt; es kann auch trompetenartig aufgeweitet sein, um den Gaseintritt zu erleichtern. Darüber hinaus kann vorgesehen sein, über die Öffnung 21 ein Filtertuch zu spannen, um mitgerissenes partikelförmiges Gut 58 zurück­ zuhalten.
Nach Beendigung des Behandlungsvorganges wird das Gut 58, wie zuvor im Zusammenhang mit Fig. 4 beschrieben, seitlich entleert.
In Fig. 5 und 6 ist die Fließbettapparatur 10 in einem anderen Rüstzustand zu erkennen.
Dazu wurde ein oberer Abschnitt 70 des Tauchrohres 20 abgenommen und eine Abdeckvorrichtung 60 aufgesetzt.
Die Abdeckvorrichtung 60 ist als haubenförmiger Verkleinerungs­ kragen 62 ausgebildet.
Die Abdeckvorrichtung 60 weist einen unteren zylindrischen Abschnitt 64 auf, dessen Durchmesser exakt dem Durchmesser der Ringwand 30 entspricht.
Die Höhe des zylindrischen Abschnittes 64 entspricht der Höhe der radial gegenüberliegenden Wand des Behälters 12.
Der zylindrische Abschnitt 64 setzt sich nach oben in einem Kegelstumpfabschnitt 66 vor, der am oberen Ende eine Öffnung 68 aufweist. Die Höhe und die Größe, somit die Lage der Öffnung 68, entspricht der Lage der Öffnung 21 des Tauchrohres 20, wie es zuvor vorhanden war (siehe Fig. 3).
Zwischen dem unteren verbliebenen Abschnitt 71 des Tauchrohres 20 und dem unteren Endbereich des zylindrischen Abschnittes 64 der Abdeckvorrichtung 60 erstreckt sich ein Ringboden 72, der somit den ersten inneren Kranz 26 gasdicht abschließt.
Befestigungen 74 und 76 dienen dazu, den Verkleinerungskragen 62 und den unteren Abschnitt 71 des Tauchrohres 20 miteinander zu verbinden.
Durch diese Maßnahme wurde nun die ursprüngliche Umwälzkammer 42 in eine volumengeringere Umwälzkammer 42′, wie sie aus Fig. 6 ersichtlich ist, umgewandelt.
Es kann nun eine wesentlich kleinere Charge, jedoch mit derselben Schichthöhe SH in der volumenreduzierten Umwälzkammer 42′ behandelt werden, wie das aus Fig. 6 ersichtlich ist.
Wird nun, wie in Fig. 6 dargestellt, das gasförmige Medium 78 über den Einlaß 16 in die Eintrittskammer 22 eingeführt, kann dieses Medium nur durch die Leitplatten 34 des zweiten äußeren Kranzes 28 hindurch treten, da ja der erste innere Kranz 26 abgedeckt ist. Da in dem Ringbereich des zweiten äußeren Kranzes 28 an sich gleiche Gaseintrittsbedingungen bodenseitig vorliegen und mit derselben Produkt- oder Schütthöhe SH in der volumen­ reduzierten Umwälzkammer 42′ gearbeitet werden kann, liegen in der reduzierten Umwälzkammer 42′ gleiche ideale Behandlungs­ bedingungen vor wie in dem in Fig. 3 dargestellten Rüstzustand mit der volumengroßen Behandlungskammer 42.
Auch in dem in Fig. 6 dargestellten Rüstzustand mit der volumen­ reduzierten Umwälzkammer 42′ kann das Medium 78, nachdem es das Gut 58 durchströmt hat, über die mittige Öffnung 68 in die Abdeckvorrichtung 60 abtreten und nach unten, wie zuvor, über den Abschnitt 71 des Tauchrohres 20 aus der Apparatur 10 abgeführt werden.
Der zuvor beschriebene Umrüstvorgang führte zu einer "inneren" Abdeckung des ersten inneren Kranzes 26.
Entsprechend ist es alternativ auch möglich, den zweiten äußeren Kranz 28 abzudecken, und zwar durch einen dem zylindrischen Abschnitt 64 der Abdeckvorrichtung 60 entsprechenden Abschnitt, der aber dann nicht nach innen sondern nach außen zur Wand des Behälters 12 hin abgewinkelt ist. In diesem Fall kann dann das zentrale Tauchrohr 20 verbleiben.

Claims (10)

1. Fließbettapparatur zum Herstellen und/oder Weiterbehandeln granulatförmigen Gutes, mit einer Umwälzkammer (42), deren Boden (24) kranzförmig angeordnete, sich überlappende Leitplatten (32, 34) aufweist, und mit einer unter den Leitplatten (32, 34) angeordneten Eintrittskammer (22), in die ein gasförmiges Medium (78) einführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (24) mehrere, konzentrisch angeordnete Kränze (26, 28) an Leitplatten (32, 34) aufweist.
2. Fließbettapparatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Kränze (26, 28) über eine Ringwand (30) voneinander getrennt sind.
3. Fließbettapparatur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine obere Kante der Ringwand (30) in etwa fluchtend mit den Leitplatten (32, 34) verläuft.
4. Fließbettapparatur nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Ringwand (30) so ausgebildet ist, daß darauf eine Abdeckvorrichtung (60) zum Abdecken zumindest eines Kranzes (26) absetzbar ist.
5. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die mehreren Kränze (26, 28) aus einer gemeinsamen Eintrittskammer (22) von unten her mit dem gasförmigen Medium (78) beaufschlagbar sind.
6. Fließbettapparatur nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in der gemeinsamen Eintrittskammer (22) ein Verteiler (54) angeordnet ist.
7 Fließbettapparatur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Verteiler (54) aus einem perforierten Zwischenboden (55) besteht.
8. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das radiale Maß (RM) jedes der konzen­ trischen Kränze (26, 28) etwa gleich ist.
9. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Kranz (26, 28) eine Reihe an umfänglich verteilten Düsen (36, 37) zugeordnet ist.
10. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit einem zentralen Tauchrohr (20), in das das in der Umwälz­ kammer (42) ansteigende Medium (78) oben eintritt und nach unten abführbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwei ringförmige Kränze (26, 28) an Leitplatten (32, 34) um das zentrale Tauchrohr (20) herum angeordnet sind.
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