DE19528585A1 - Redox-Initiatorsystem für die radikalische Polymerisation und dessen Verwendung - Google Patents
Redox-Initiatorsystem für die radikalische Polymerisation und dessen VerwendungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Redox-Initiatorsystem für die radi
kalische Polymerisation sowie die Verwendung dieses Systems für die ra
dikalische Polymerisation von einfach oder mehrfach ungesättigten Mono
meren, zur Herstellung verzweigter Polymere aus einfach oder mehrfach
ungesättigten Monomeren, zur Herstellung von Pfropfpolymeren sowie zur
Modifizierung von Latices.
Radikalische Polymerisationen können durch sogenannte Redox-Initia
torsysteme gestartet werden. Solche Redox-System umfassen beispiels
weise organisch-anorganische Redoxpaare welche gewöhnlicherweise die
Polymerisation durch Oxidation der organischen Komponente initiieren,
wie etwa die Oxidation eines Alkohols durch Cer(IV)-Ionen. Ferner sind die
Redoxreaktionen von Cer(IV)-Salzen mit organischen Verbindungen, die
Aldehyd-, Keto- oder Carbonsäuregruppen enthalten, bekannt. Hierbei
wird angenommen, daß die Radikalbildung am α-Kohlenstoffatom der or
ganischen Verbindung erfolgt und diese somit als Endgruppe in die sich
bildende Polymerkette eingebaut wird.
Die radikalische Polymerisation hydrophober Monomere, wie Methyl
methacrylat oder Styrol, läßt sich nur sehr schwer mit dieser Redoxreak
tion im wäßrigen System starten, wobei eine drastische Abnahme der Re
aktionsgeschwindigkeit zu beobachten ist.
Wenn als organischer Redoxpartner des Cer(IV)-Ions eine hochmolekulare
Verbindung, wie beispielsweise Cellulose, Stärke oder Polyethylenglykol,
eingesetzt wird, ist mittels dieser Initiierung die Herstellung von Blockco
polymeren durch radikalische Polymerisation möglich.
Andererseits ist es bekannt, daß Blockcopolymere mit relativ einheitlicher
Kettenlängenverteilung durch ionische Polymerisation bzw. Gruppen
transferpolymerisation hergestellt werden können. Diese Techniken erfor
dern jedoch einen hohen apparativen Aufwand, da in einem mindestens
zweistufigen Verfahren absolut sauerstoff- und feuchtigkeitsfrei gearbei
tet werden muß.
Radikalische Polymerisationstechniken sind dagegen weniger sauerstoff-
und feuchtigkeitsempfindlich, wesentlich billiger und auch großtechnisch
durchführbar. Die Herstellung von Blockcopolymeren durch radikalische
Polymerisationstechniken ist für den Fall bekannt, daß ein Block in einem
aktiven Bestandteil der Polymerisation vorgebildet ist. Dabei kann es sich
beispielweise um ein Makromonomer, einen mono- oder polyfunktionellen
Makroinitiator oder um ein Makromolekül mit Kettenüberträgerfunktion
handeln. Alle diese bekannten Möglichkeiten setzen allerdings die Her
stellung eines der Blöcke vor der radikalischen Polymerisation, häufig
durch ionische oder Gruppentransferpolymerisation, voraus.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Redox-
Initiatorsystem für die radikalische Polymerisation zur Verfügung zu stel
len, das sich für die radikalische Polymerisation von einfach oder mehr
fach ungesättigten Monomeren im wäßrigen System sowie zur Herstellung
von Blockcopolymeren mit relativ einheitlicher Kettenlängenverteilung
eignet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Redox-Initiatorsystem ge
mäß Anspruch 1 gelöst. Gegenstand der Erfindung ist ebenfalls die Ver
wendung eines solchen Redox-Initiatorsystems für die radikalische Poly
merisation von einfach oder mehrfach ungesättigten Monomeren gemäß
Anspruch 9, zur Herstellung verzweigter Polymere aus einfach oder mehr
fach ungesättigten Monomeren gemäß Anspruch 10, zur Herstellung von
Pfropfcopolymeren gemäß Anspruch 13 sowie zur Modifizierung von Lati
ces gemäß Anspruch 15. Vorteilhafte bzw. besonders zweckmäßige Ausge
staltungen des Erfindungsgegenstandes sind in den Unteransprüchen an
gegeben.
Völlig überraschend hat sich gemäß der Erfindung gezeigt, daß organische
Sulfonsäuren oder Derivate davon mit Cer(IV)-Ionen ein äußerst effektives
Initiatorsystem für die radikalische Polymerisation selbst hydrophober
einfach oder mehrfach ungesättigter Monomere, wie etwa Methyl
methacrylat und Styrol, im wäßrigen System bilden.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Redox-Initiatorsystem für die ra
dikalische Polymerisation, umfassend folgende Komponenten:
- (A) eine Cer(IV)-Ionenquelle; und
- (B) eine organische Sulfonsäure oder ein Derivat davon.
Als Cer(IV)-Ionenquelle eignen sich Cer(IV)-Salze, insbesondere alle im
pH-Bereich unterhalb 7 wasserlöslichen Cer(IV)-Salze, wie Cer(IV)-ammo
niumnitrat, Cer(IV)-ammoniumsulfat, Cer(IV)-sulfat oder die verschiede
nen Doppelsalze des Cer(IV)-sulfats, wie etwa K₄[Ce(SO₄)₄]·2H₂O. Vor
zugsweise wird Cer(IV)-ammoniumnitrat eingesetzt.
Die organische Sulfonsäure kann aus Alkyl-, Aryl-, Alkaryl- und Aralkyl
sulfonsäuren und deren Derivaten gewählt werden. Als Derivate werden
vorzugsweise Alkalimetallsulfonate, insbesondere Natriumsulfonate, ein
gesetzt. Der organische Rest der Sulfonsäure kann beispielsweise eine Al
kylgruppe sein, wobei diese soviel Kohlenstoffatome enthalten kann, bis
das Alkylsulfonat noch eine Wasserlöslichkeit von ca. 1% besitzt. Der or
ganische Rest kann auch eine einfach oder mehrfach ungesättigte, alipha
tische Kohlenwasserstoffkette sein. Die Sulfonsäuregruppe kann an jedem
Kohlenstoffatom des organischen Rests positioniert sein. Bei Verbin
dungen mit mehreren Kohlenstoffatomen können auch mehrere Sulfon
säuregruppen vorliegen, wodurch die Wasserlöslichkeit erhöht wird. Für
bestimmte Anwendungen eignen sich auch polysulfonierte Verbindungen.
Die organischen Sulfonsäuren können weiterhin verschiedene Substi
tuenten aufweisen. Hierbei ist jedoch zu beachten, daß Elektronendona
torsubstituenten in Nachbarschaft zur Sulfonsäuregruppe sich negativ
auf die Initiierung auswirken können. Es ist bevorzugt, daß sich das zur
Sulfonsäuregruppe in α-Stellung befindliche Kohlenstoffatom durch eine
gewisse Elektronenarmut auszeichnet.
Beispiele besonders geeigneter organischer Sulfonsäuren sind Methan
sulfonsäure, Pentadecylsulfonsäure, Hexadecylsulfonsäure, Benzol- 1,3-
disulfonsäure, p-Toluolsulfonsäure, 2-Acrylamido-2-methylpropansul
fonsäure, Styrolsulfonsäure, Vinylsulfonsäure, Polystyrolsulfonsäure,
Poly(2-acrylamido-2-methylpropansulfonsäure) und deren Derivate oder
Copolymere mit beliebigen Monomeren.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt das Redox-Initiator
system weiterhin eine anorganische Mineralsäure, wie beispielsweise
Schwefelsäure oder Salpetersäure, um bei der Polymerisation den pH-
Wert der Lösung bzw. des wäßrigen Systems auf weniger als 7, insbesonde
re weniger als 1,5 einzustellen. Ein solcher Zusatz wirkt sich beschleuni
gend auf die Reaktionsgeschwindigkeit aus.
Das erfindungsgemäße Initiatorsystem verhält sich wie ein herkömmli
ches Redox-Initiatorsystem, so daß das Verhältnis der Komponenten (A)
und (B) beliebig gewählt werden kann. Bei einem äquimolaren Verhältnis
der Komponenten werden jedoch optimale Ergebnisse erzielt.
Das erfindungsgemäße Initiatorsystem eignet sich für die radikalische Po
lymerisation von einfach oder mehrfach ungesättigten Monomeren in Was
ser bzw. im wäßrigen System, insbesondere auch von hydrophoben Mono
meren, wie beispielsweise (Meth)Acrylate, Styrol und deren Derivate.
Das erfindungsgemäße Initiatorsystem eignet sich weiterhin zur Herstel
lung verzweigter Polymere aus einfach oder mehrfach ungesättigten Mono
meren, wobei diese Monomeren die Komponente (B) des Redox-Initiatorsy
stems bilden. Bei dieser verzweigenden Polymerisation können als Mono
mere insbesondere Styrolsulfonsäure, 2-Acrylamido-2-methylpropansul
fonsäure, Vinylsulfonsäuren oder deren Derivate eingesetzt werden. Bei
der verzweigenden Polymerisation ist es bevorzugt, ein molares Verhältnis
von Monomer zu Cer(IV)-Ionenquelle von etwa 1 : 1 zu verwenden.
Das erfindungsgemäße Initiatorsystem eröffnet ferner auch bessere Mög
lichkeiten zur Synthese von Block- und Pfropfcopolymeren, beispielsweise
in Form von Latexteilchen, auf radikalischem Wege, wobei als Komponente
(B) des Redox-Initiatorsystems ein Polymer mit mindestens einer Sulfon
säuregruppe oder mindestens einer Sulfonatgruppe eingesetzt wird und
auf dieses Polymer ein radikalisch polymerisierbares, einfach oder mehr
fach ungesättigtes Monomer aufgepfropft wird.
Als Polymer mit mindestens einer Sulfonsäuregruppe oder Sulfonatgrup
pe können geeigneterweise Polystyrolsulfonsäure, Poly(2-acrylamido-2-
methylpropansulfonsäure), Polyvinylsulfonsäuren, Copolymere aus Sty
rolsulfonsäure oder 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure oder Vi
nylsulfonsäuren mit beliebigen Monomeren oder deren Derivate eingesetzt
werden.
Im Falle der Modifizierung von Latices wird als Komponente (B) des Redox-
Initiatorsystems ein Latex mit Sulfon- oder Sulfonatgruppen auf der Ober
fläche eingesetzt und in Gegenwart dieses Latex ein einfach oder mehrfach
ungesättigtes Monomer polymerisiert. Als Latex mit Sulfonsäure- oder
Sulfonatgruppen eignet sich beispielsweise ein hochsulfonierter Polysty
rollatex.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert.
In einem auf 353 K temperierten Glasreaktor mit KPG-Rührer, Rückfluß
kühler und Gaseinleitungsrohr wird in 100 Gew.-Teilen entionisiertem
Wasser 1 Gew.-Teil Benzol-1,3-disulfonsäure (Natriumsalz) gelöst. Über
das Gaseinleitungsrohr wird Stickstoff durch die Lösung geleitet, um diese
zu entgasen und so im Wasser gelösten Sauerstoff zu entfernen, der als
Starter für die Polymerisation wirken könnte. Anschließend gibt man 3
Gew.-Teile Methylmethacrylat dazu, verschließt den Reaktor und rührt 10
Minuten, während sich die Gleichgewichtsbedingungen wie der einstellen.
Nun injiziert man eine Lösung von 1 ,096 Gew. -Teilen Cer(IV)-ammonium
nitrat in 2 Gew. -Teilen entionisiertem Wasser. Es bildet sich sofort ein
gelblicher Niederschlag, die Reaktion setzt ein und die Suspension ent
färbt sich allmählich. Nach 10 Stunden filtriert man die entstandene farb
lose Suspension durch eine G3-Glassinterfritte, wäscht mit 100 ml entio
nisiertem Wasser und trocknet das abgetrennte Polymer bei 333 K im Va
kuumtrockenschrank bis zur Gewichtskonstanz. Man erhält 2,4 Gew. -Tei
le Poly(methylmethacrylat).
Durch Gelpermeationschromatographie (GPC) in Tetrahydrofuran (THF)
wird die molare Masse des Produktes ermittelt. Diese ergibt sich zu
Mw = 1,5 * 10⁵ g/mol (Gewichtsmittel).
Man geht wie in Beispiel 1 vor, setzt aber an Stelle von Methyl(methacrylat)
3 Gew. -Teile Styrol ein. Man erhält nach einer Reaktionszeit von 10 Stun
den 2,2 Gew.-Teile Poly(styrol), dessen Molmasse mittels GPC in Tetrahy
drofuran zu Mw = 8,0 * 10⁵g/mol bestimmt wird.
Man verfährt wie in Beispiel 1, ersetzt jedoch das Benzol-1,3-disulfonat
durch 1,9 Gew.-Teile 4-Toluolsulfonsäure (Natriumsalz). Nach einer Re
aktionszeit von 3 Stunden erhält man 2,4 Gew. -Teile Poly(methyl
methacrylat) (PMMA) mit einer Molmasse von Mw = 3,3 * 10⁵ g/mol.
Man verfährt wie in Beispiel 1, verwendet aber an Stelle des Benzol-1,3-di
sulfonates 0,96 Gew. -Teile Methansulfonsäure. Man erhält nach einer Re
aktionszeit von 10 Stunden 1,0 Gew.-Teile PMMA.
Man verfährt wie in Beispiel 1, setzt jedoch statt des Benzol-1,3-disulfona
tes 0, 1 g Pentadecylsulfonsäure (Natriumsalz) ein. Nach einer Reaktions
zeit von 10 Stunden erhält man 2,8 Gew. -Teile PMMA.
Man verfährt wie in Beispiel 5, ersetzt aber das Methylmethacrylat durch 3
Gew.-Teile Styrol. Man erhält 2,7 Gew. -Teile Poly(styrol) nach einer Reak
tionszeit von 10 Stunden.
Man verfährt wie im Beispiel 1, gibt jedoch kein Sulfonat zu der Reaktions
mischung. Nach Zugabe des Cer(IV)-ammoniumnitrats verfärbt sich die
Reaktionsmischung gelborange, es tritt jedoch weder ein Niederschlag
auf, noch entfärbt sich das Gemisch. Eine Polymerisation von Methyl
methacrylat allein durch Cer(IV)-Ionen findet nicht statt.
Man verfährt wie in Vergleichsbeispiel 1, setzt jedoch an Stelle des Methyl
methacrylats 3 Gew. -Teile Styrol ein. Es findet auch mit Styrol allein keine
Polymerisation initiiert durch Cer(IV)-ammoniumnitrat statt.
Man verfährt wie in Beispiel 1 beschrieben, ersetzt jedoch das Benzol-1,3-
disulfonat durch 1 Gew. -Teil Polystyrolsulfonat (Mw = 40.000) mit einem
Sulfonierungsgrad von ca. 50%. Nach 5 Stunden erhält man 2,8 Gew. -Tei
le des Pfropfcopolymers, dessen Rückgrat vom Polystyrolsulfonat gebildet
wird, auf das Poly(methylmethacrylat) gepfropft ist.
Durch Gelpermeationschromatographie in Tetrahydrofuran ermittelt man
eine molare Masse von Mw = 1,4 * 10⁵ g/mol) (Gewichtsmittel).
Der Nachweis der Pfropfung erfolgt ebenfalls durch Gelpermeationschro
matographie, deren UV-Detektor eine Absorption von ultraviolettem Licht
im Bereich des Polymer-Hauptpeaks zeigt. Diese kann nicht durch das Po
ly(methylmethacrylat) hervorgerufen worden sein, da dieses UV-inaktiv
ist. Sie muß also vom kovalent gebundenen Polystyrolsulfonat stammen.
Ferner erfolgt der Nachweis mittels ¹³C-Festkörper-NMR-Spektroskopie.
Hier können Resonanzen im aromatischen Bereich mit Verschiebungen
um δ=128 ppm nachgewiesen werden.
Man verfährt wie in Beispiel 7, setzt aber an Stelle des Polystyrolsulfonats
1 Gew. -Teil Poly(2-acrylamido-2-methylpropansulfonsäure) (Poly(AMPS))
ein. Nach 5 Stunden erhält man 2,6 Gew. -Teile des Copolymers.
Man fährt wie im Beispiel 1, setzt jedoch an Stelle von Methyl(methacrylat)
und Benzol-1,3-disulfonat 2,06 Gew.-Teile Natriumstyrolsulfonat ein.
Nach Injektion des Cer(IV)-ammoniumnitrats erfolgt eine Eintrübung, die
sich innerhalb 2 Stunden wieder auflöst. Nach 10 Stunden dampft man die
Lösung am Rotationsverdampfer auf 10 Gew.-Teile ein und tropft in 500
Gew. -Teile Isopropanol ein. Es fällt ein gelblich-weißes Polymer aus, das
abfiltriert wird. Nach Trocknung im Vakuumtrockenschrank bei 333 K bis
zur Gewichtskonstanz wird die Charakterisierung mittels ¹H- und ¹³C-
NMR-Spektroskopie in D₂O durchgeführt. Anhand der integrierten Proto
nensignale im aromatischen Bereich bei 7,9 und 7,0 ppm wird die erfolgte
Verzweigung nachgewiesen. Das spezifische Volumen wird zu 0,29 ml/g
bestimmt, was im Vergleich mit dem Wert für unverzweigtes Poly(styrol
sulfonat), der ca. 0,5 ml/g beträgt, für eine starke Verzweigung spricht.
Man verfährt wie in Beispiel 9, setzt aber anstatt des Natriumstyrolsulfo
nats 2,075 Gew.-Teile 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure (AMPS)
ein. Man erhält 1,8 Gew.-Teile verzweigtes Poly(AMPS).
Ein monodisperser, hoch sulfonierter Polystyrollatex mit einer Teilchen
größe von 106 nm, der einen Feststoffgehalt von 7,3% aufweist, wird um
den Faktor 10 verdünnt. Von dem verdünnten Latex werden 100 Gew.-Tei
le zusammen mit 7,5 Gew-Teile Methylmethacrylat unter ständigem Rüh
ren und Stickstoffatmosphäre auf 353 K erwärmt. Nach Erreichen der Re
aktionstemperatur gibt man eine Lösung von 1,096 Gew.-Teile Cer(IV)-
ammoniumnitrat in 2 ml Wasser dazu. Innerhalb 4 Stunden verschwindet
die gelbe Färbung und der Latex ist nicht mehr stabil. Nach dem Ende der
Reaktion filtriert man ab und wäscht den Rückstand mit 200 Gew. -Teilen
destilliertem Wasser. Man erhält 7,2 Gew.-Teile Blockcopolymer.
Man verfährt wie in Beispiel 11, setzt aber statt des Methylmethacrylats
7,5 Gew. -Teile Acrylsäure zu. Man erhält nach einer Reaktionszeit von 10
Stunden eine beigefarbene Suspension, die langsam sedimentiert. Der
Feststoffgehalt beträgt ca. 6,3%.
Ein hochsulfonierter, monodisperser Polystyrollatex mit der Teilchengrö
ße 106 nm und einem Feststoffgehalt von 7,3% wird um den Faktor 100
verdünnt und mit 2 Gew. -Teilen einer 60%-igen Lösung von N,N-Diallyl-
N, N-dimethylammoniumchlorid versetzt. Das Gemisch wird unter ständi
gem Rühren in Stickstoffatmosphäre auf 80°C erwärmt. Anschließend gibt
man eine Lösung von 0,274 Gew. -Teilen Cer(IV)-ammoniumnitrat in 2
Gew.-Teilen Wasser dazu. Nach einer Reaktionszeit von 10 Stunden erhält
man einen farblosen Latex mit einem Feststoffgehalt von 1,3% und einer
bimodalen Teilchengrößenverteilung (530 nm und 1640 nm).
Claims (16)
1. Redox-Initiatorsystem für die radikalische Polymerisation, umfas
send folgende Komponenten:
- (A) eine Cer(IV)-Ionenquelle; und
- (B) eine organische Sulfonsäure oder ein Derivat davon.
2. Redox-Initiatorsystem nach Anspruch 1, wobei die Cer(IV)-Ionen
quelle ein Cer(IV)-Salz ist.
3. Redox-Initiatorsystem nach Anspruch 2, wobei das Cer(IV)-Salz
Cer(IV) - ammoniumnitrat, Cer(IV) -ammoniumsulfat oder Cer(IV) -sulfat
ist.
4. Redox-Initiatorsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
3, wobei die organische Sulfonsäure aus Alkyl-, Aryl-, Alkaryl- und Aral
kylsulfonsäuren und deren Derivaten gewählt ist.
5. Redox-Initiatorsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
4, wobei die organische Sulfonsäure aus Methansulfonsäure, Pentadecyl
sulfonsäure, Hexadecylsulfonsäure, Benzol-1,3-disulfonsäure, p-Toluol
sulfonsäure, 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure, Styrolsulfon
säure, Vinylsulfonsäure, Polystyrolsulfonsäure, Poly(2-acrylamido-2-me
thylpropansulfonsäure) und deren Derivaten oder Copolymeren mit belie
bigen Monomeren gewählt ist.
6. Redox-Initiatorsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
5, wobei die Derivate der organischen Sulfonsäuren Alkalimetallsulfona
te, vorzugsweise Natriumsulfonate sind.
7. Redox-Initiatorsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
6, wobei die Komponenten (A) und (B) in einem äquimolaren Verhältnis zu
einander vorliegen.
8. Redox-Initiatorsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
7, umfassend weiterhin eine anorganische Mineralsäure zur Einstellung
des pH-Werts auf weniger als 7, vorzugsweise weniger als 1,5.
9. Verwendung eines Redox-Initiatorsystems nach mindestens einem
der Ansprüche 1 bis 8 für die radikalische Polymerisation von einfach oder
mehrfach ungesättigten Monomeren in Wasser bzw. im wäßrigen System.
10. Verwendung eines Redox-Initiatorsystems nach mindestens einem
der Ansprüche 1 bis 8 zur Herstellung verzweigter Polymere aus einfach
oder mehrfach ungesättigten Monomeren, wobei diese Monomeren die
Komponente (B) des Redox-Initiatorsystems bilden.
11. Verwendung nach Anspruch 10, wobei als Monomere Styrolsulfon
säure, 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure, Vinylsulfonsäure oder
deren Derivate eingesetzt werden.
12. Verwendung nach Anspruch 10 oder 11, wobei die Komponenten (A)
und (B) in einem molaren Verhältnis von etwa 1 : 1 eingesetzt werden.
13. Verwendung eines Redox-Initiatorsystems nach mindestens einem
der Ansprüche 1 bis 8 zur Herstellung von Pfropfcopolymeren, wobei als
Komponente (B) des Redox-Initiatorsystems ein Polymer mit mindesten ei
ner Sulfonsäuregruppe oder mindestens einer Sulfonatgruppe eingesetzt
wird und auf dieses Polymer ein radikalisch polymerisierbares einfach
oder mehrfach ungesättigtes Monomer aufgepfropft wird.
14. Verwendung nach Anspruch 13, wobei als Polymer mit mindestens
einer Sulfonsäuregruppe oder Sulfonatgruppe Polystyrolsulfonsäure, Po
ly(2-acrylamido-2 -methylpropansulfonsäure), Polyvinylsulfonsäuren,
Copolymere aus Styrolsulfonsäure oder 2-Acrylamido-2-methylpropan
sulfonsäure oder Vinylsulfonsäure mit beliebigen Monomeren oder deren
Derivate eingesetzt werden.
15. Verwendung eines Redox-Initiatorsystems nach mindestens einem
der Ansprüche 1 bis 8 zur Modifizierung von Latices, wobei als Komponen
te (B) des Redox-Initiatorsystems ein Latex mit Sulfonsäure- oder Sulfo
natgruppen auf der Oberfläche eingesetzt wird und in Gegenwart dieses
Latex ein radikalisch polymerisierbares einfach oder mehrfach ungesät
tigtes Monomer polymerisiert wird.
16. Verwendung nach Anspruch 15, wobei als Latex mit Sulfonsäure-
oder Sulfonatgruppen ein hochsulfonierter Polystyrollatex eingesetzt
wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995128585 DE19528585C2 (de) | 1995-08-03 | 1995-08-03 | Redox-Initiatorsystem für die radikalische Polymerisation und dessen Verwendung |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19528585A1 true DE19528585A1 (de) | 1997-02-06 |
| DE19528585C2 DE19528585C2 (de) | 2002-03-14 |
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ID=7768631
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995128585 Expired - Fee Related DE19528585C2 (de) | 1995-08-03 | 1995-08-03 | Redox-Initiatorsystem für die radikalische Polymerisation und dessen Verwendung |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19528585C2 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT264825B (de) * | 1965-01-21 | 1968-09-10 | Argus Chem | Verfahren zur Redox-Polymerisation von Vinyl-Monomeren |
| EP0215624A2 (de) * | 1985-09-09 | 1987-03-25 | E.I. Du Pont De Nemours And Company | Herstellung feinteiliger Tetrafluorethylenpulverharze |
| DE3605332A1 (de) * | 1986-02-19 | 1987-08-20 | Bayer Ag | Chloropren-polymerisation |
Family Cites Families (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CA1098639A (en) * | 1975-09-26 | 1981-03-31 | Ian W. Cottrell | Graft copolymer of xanthomonas hydrophilic colloid |
-
1995
- 1995-08-03 DE DE1995128585 patent/DE19528585C2/de not_active Expired - Fee Related
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|---|
| DE-B.: Houben-Weyl, 4.Aufl., Ergänzungsbd.20 (1987), Kapital Acrylamid * |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE19528585C2 (de) | 2002-03-14 |
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