DE19543473C2 - Vorrichtung und Verfahren zum Entfernen von Ablagerungen bei der Erdöl- und Erdgasförderung - Google Patents

Vorrichtung und Verfahren zum Entfernen von Ablagerungen bei der Erdöl- und Erdgasförderung

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DE19543473C2 DE1995143473 DE19543473A DE19543473C2 DE 19543473 C2 DE19543473 C2 DE 19543473C2 DE 1995143473 DE1995143473 DE 1995143473 DE 19543473 A DE19543473 A DE 19543473A DE 19543473 C2 DE19543473 C2 DE 19543473C2
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Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Entfernen von Ablagerungen, wie Asphalt, Hydraten und Paraffinen, aus Erdöl- und Erdgasfördersteigrohren und Pipelines.
Derartige Ablagerungen von Asphalt, Hydraten und Paraffinen innerhalb von Steigrohren und Pipelines stellen für die Ölindustrie ein kritisches Verfahrensproblem dar. Wegen der Unzugänglichkeit der Steigrohre beziehungsweise Pipelines von außen ist es schwierig, diese Ablagerungen zu entfernen, so daß bisher stets sehr langwierige und aufwendige Verfahren angewendet werden müssen, um die Ablagerungen zu entfernen.
Es sind bereits Heizvorrichtungen bekannt, die in die Steigrohre von Pipelines eingeführt werden, um die Ablagerungen abzuschmelzen. Gemäß US 4538 682 wird eine rohrförmige Vorrichtung mit einer elektrischen Induktionsbeheizung eingesetzt. Bei der aus der WO 92 06 274 A1 bekannten rohrförmigen Vorrichtung ist eine elektrische Widerstandsheizung vorgesehen, mit deren Hilfe ein Lösungsmittel auf 200°C erwärmt wird und das erwärmte Lösungsmittel in das zu reinigende Rohr gepumpt wird, um die Ablagerungen abzuschmelzen.
Ziel der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren zu schaffen, mit dem auf einfache Weise Ablagerungen in Steigrohren und Pipelines entfernt werden können, wobei die Vorrichtung selbsttätig auch in einer großen Tiefe eines entsprechenden Erdöl- oder Erdgasfördersteigrohres oder dergleichen arbeiten kann. Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, die Vorrichtung und das Verfahren derart auszubilden, daß die Entfernung der Ablagerungen mit einfachen Mitteln und damit kostengünstig sowie mit einer hohen Arbeitsgeschwindigkeit erfolgt, um Stillstandszeiten einer von Ablagerungen beeinträchtigten Ölförderanlage so gering wie möglich zu halten.
Diese Ziele werden mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung und dem Verfahren erreicht Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, eine Vorrich­ tung zum Entfernen von Ablagerungen, wie Asphalt, Hydraten und Paraffinen, aus Erdöl- und Erdgasförder­ steigrohren und Pipelines derart auszuführen, daß ein rohrförmiges Gehäuse, das in eine Heizsektion (2) mit einem vorderen Stirnbereich (2a) in Arbeitsrichtung (A) und eine Ballastsektion (4) unterteilt ist und die Heizsek­ tion (2) ein elektrisch leitfähiges Heizmedium (SL) und eine Elektrode (6) enthält, und das die Heizsektion (2) umgebende Gehäuse aus einem elektrisch leitfähigen Material gebildet ist und die Elektrode (6) an einen Pol einer elektrischen Spannungsquelle anschließbar ist und das die Heizsektion (2) umgebende Gehäuse an einen anderen Pol der elektrischen Spannungsquelle an­ schließbar ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren beruht darauf, mit Hilfe der in einem rohrförmigen Gehäuse unterge­ brachten Vorrichtung die zu entfernenden Ablagerun­ gen in den Erdöl- und Erdgasfördersteigrohren und Pi­ pelines abzuschmelzen, wobei der stirnseitige in Vor­ schubrichtung befindliche Gehäusebereich der rohrför­ migen Vorrichtung erwärmt wird. Dabei wird dieses Gehäuseende nach Art einer direkten Widerstandser­ wärmung erwärmt, in dem die in diesem Gehäuseende befindliche Heizflüssigkeit mittels einer Elektrode und einer daran angelegten Spannung und dem elektrisch leitfähig ausgebildeten Gehäuse als Gegenpol bis auf eine zum Verdunsten des Heizmediums ausreichende Temperatur erwärmt wird, wodurch das Gehäuse in die­ sem stirnseitigen Bereich soweit erwärmt wird, daß die damit in Kontakt kommenden Ablagerungen abge­ schmolzen werden können. Die infolge der Wider­ standserwärmung verdampfte Flüssigkeit in dem rohr­ förmigen Gehäuse steigt dabei in dem Gehäuse nach oben und wird an den nichterwärmten Bereichen der Gehäusewände abgekühlt, kondensiert und läuft ent­ lang der Wände wieder in den stirnseitigen Bereich zu­ rück, um erneut durch die dort stattfindende Erwär­ mung mittels der Elektrode verdampft zu werden. Wäh­ rend des Betriebes bleibt die Elektrode stets unter Spannung.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, das zwischen der Heiz­ sektion und der Ballastsektion ein die beiden Sektionen voneinander abdichtender und wärmeisolierender Ab­ schnitt ausgebildet ist. Dieser Abschnitt trennt die er­ wärmbare und sich während des Betriebs erwärmende Heizsektion von der Ballastsektion ab, wodurch eine Wärmeübertragung vermieden wird und das Gerät an der Ballastsektion ohne Verbrennungsgefahr bequem gehandhabt werden kann, etwa wenn es nach dem Rei­ nigungsvorgang aus einem Rohr geholt wird.
Die Ballastsektion verleiht der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein ausreichend hohes Gewicht, so daß die­ se auch in großer Tiefe eines Fördersteigrohres selbst­ tätig durch Schwerkrafteinwirkung arbeiten kann.
Die Erfindung schlägt vor, als Heizmedium eine Flüs­ sigkeit mit einem ausreichend hohen spezifischen elek­ trischen Widerstand vorzusehen, die nach Anlegen einer Spannung an die Elektrode nach Art einer direkten Wi­ derstandserwärmung bis zur Verdampfung erwärmbar ist und dabei indirekt das Gehäuse in der Heizsektion, insbesondere an der Stirnseite auf eine zum Abschmel­ zen der Ablagerungen ausreichende Temperatur er­ wärmt wird. Diese Heizflüssigkeit kann beispielsweise eine wäßrige Lösung einer natürlichen Salzmischung, wie Karlsbader Salz o. ä. in destilliertem Wasser sein, die mit hochschmelzenden Metallen, wie Titan und/oder Wolfram in feiner Verteilung versehen ist. Bevorzugt weist das Heizmedium einen elektrischen Widerstand von 35 bis 45 Ohm auf.
Besonders vorteilhaft ist es gemäß der Erfindung, daß die Heizflüssigkeit innerhalb des stirnseitigen Bereichs der Heizsektion vorgesehen ist und der übrige Innenbe­ reich der Heizsektion der Aufnahme des verdampften Heizmediums dient. Um einen ausreichenden Innenbe­ reich zur Aufnahme des verdampften Heizmediums zu erhalten, schlägt die Erfindung weiterhin vor, daß die Heizflüssigkeit etwa zwei bis zehn Volumenprozent des gesamten Innenvolumens der Heizsektion einnimmt Eine ausreichende Erwärmung der erfindungsgemäßen Vorrichtung erreicht man, wenn als Heizmedium eine Flüssigkeitsmenge von 10 bis 50 g destilliertem Wasser, enthaltend 15 bis 30 mg natürliches Salz und je 0,01 g Titan und Wolfram, so daß das Heizmedium einen Wi­ derstand von 35 bis 45 Ohm aufweist, zum Erzielen einer Arbeitstemperatur von 150 bis 350°C im vorderen Stirnbereich (2a) der Vorrichtung (1) bei einer angeleg­ ten Spannung von 200 bis 800 V eingesetzt wird.
Zum elektrischen Anschluß der Spannungsquelle an die erfindungsgemäße Vorrichtung ist vorgesehen, in der Ballastsektion einen Kabelanschluß unterzubringen, an den ein an die Spannungsquelle anschließbares und aus der Ballastsektion an deren freien Ende herausführ­ bares Kabel ansteckbar ist.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Elektrode stabförmig ausgebil­ det ist und an dem zwischen der Heiz- und der Ballast­ sektion angeordneten wärmeisolierenden Abschnitt be­ festigt ist und an den in der Ballastsektion angeordneten Kabelanschluß angeschlossen ist.
Weiterhin ist vorgesehen, daß die stabförmige Elek­ trode bis nahe an die Innenseite des stirnseitigen Endes der Heizsektion reicht und innerhalb der Heizsektion mittels elektrisch isolierender Abstandhalter geführt ist, wobei die Elektrodenspitze im Betriebszustand in das Heizmedium eintaucht.
Gemäß der Erfindung ist es möglich, die Vorrichtung zum Entfernen von Ablagerungen in solchen Abmes­ sungen herzustellen, wie sie für die jeweiligen Gegeben­ heiten der zu reinigenden Erdöl- und Erdgasförderstei­ grohre und/oder Pipeline erforderlich ist. Geeignete Abmessungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung um­ fassen ein rohrförmiges Gehäuse mit einem Außen­ durchmesser von 20 bis 40 mm, einer Gesamtlänge von 800 bis 1500 mm, eine Spannungsversorgung mit 200 bis 800 V bei einem Einschaltstrom von etwa 15 A. Eine solche Vorrichtung wird im stirnseitigen Bereich des Gehäuses bis auf 150 bis 350°C erwärmt, eine zum Ab­ schmelzen der Ablagerungen in Erdöl- und Erdgasför­ dersteigrohren ausreichende Temperatur. Die Vorrich­ tung kann bis zu 7000 m und mehr Tiefe von Steiglei­ tungen eingesetzt werden. Die Vorrichtung hat je nach Volumen der abzuschmelzenden Ablagerungen eine Arbeitsgeschwindigkeit von 5 bis 20 m/h.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Aus­ führungsbeispieles in der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer neuerungsge­ mäßen Vorrichtung zum Entfernen von Ablagerungen;
Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen Teilbereich der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß Fig. 1 in ver­ größerter Darstellung;
Fig. 3 einen Längsschnitt durch einen weiteren Teil­ bereich der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß Fig. 1 in vergrößerter Darstellung;
Fig. 4 die Verwendung der erfindungsgemäßen Vor­ richtung zum Entfernen von Ablagerungen in einem Erdölsteigrohr in schematischer Darstellung.
Gemäß der Fig. 1 besteht die erfindungsgemäße Vor­ richtung 1 aus einem rohrförmigen Gehäuse, das in eine Heizsektion 2 und eine Ballastsektion 4 unterteilt ist, wobei die Heizsektion 2 und die Ballastsektion 4 von einem, beide Sektionen 2, 4 voneinander abdichtenden und wärmeisolierenden Abschnitt 3 getrennt sind. In Arbeitsrichtung A ist die Heizsektion 2 mit einer nach außen weisenden Spitze 2a stirnseitig abgeschlossen. Aus dem gegenüberliegenden stirnseitigen Ende 50 der Ballastsektion 4 ist ein Kabel 5 für den elektrischen Anschluß der Vorrichtung 1 an eine Spannungsquelle, die hier nicht näher dargestellt ist, herausgeführt.
Zur Erwärmung der Heizsektion 2 insbesondere an ihrer stirnseitigen Spitze 2a weist die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß der Fig. 2 im Innern der Heizsek­ tion 2 eine stabförmige Elektrode 6 auf. Diese stabför­ mige Elektrode 6 ist im mit der Heizsektion 2 verbun­ denen und diese mittels Dichtungen 30 abdichtenden wärmeisolierenden Abschnitt 3 befestigt. Wie auch aus der Fig. 3 ersichtlich, erfolgt der Anschluß der stabför­ migen Elektrode 6 an die elektrische Spannungsquelle über das Kabel 5, welches durch den stirnseitigen End­ bereich 50 der Ballastsektion 4 hindurch in das Innere der Ballastsektion 4 mittels der Durchgangsbohrung 50a geführt ist. Das elektrische Kabel 5 ist dann im Innern der Ballastsektion 4 an einen mit Hilfe eines Ringes 41 gehalterten Stecker 42 angeschlossen, in den ein Stec­ kerzapfen 62, der am oberen Ende 61 der Elektrode 6 angeordnet und im wärmeisolierenden Abschnitt 3 ge­ führt ist, einsteckbar, so daß die Elektrode 6 mittels der Steckverbindung 42, 62 an die Spannungsquelle an­ schließbar ist.
Der wärmeisolierende Abschnitt 3 ist in nicht näher dargestellter Weise mit der Ballastsektion 4 abdichtend verbunden und die Ballastsektion 4 stirnseitig mittels der Endkappe 50 und einer Dichthülse 51 verschlossen.
Die Verbindungen der verschiedenen Sektionen und des wärmeisolierenden Abschnittes sind nicht auf die hier gezeigte Ausführungsform beschränkt, vielmehr kann die Erfindung mit allen geeigneten und üblichen Verbindungen ausgeführt werden.
Die derart an die elektrische Spannungsquelle ange­ schlossene Elektrode 6 ist gemäß der Fig. 2 im Inneren der Heizsektion 2 mittels isolierender Scheiben 60a, b geführt und taucht mit ihrem in Arbeitsrichtung A wei­ senden Endbereich in eine Salzlösung SL aus destillier­ tem Wasser und Karlsbader Salz mit geringen Anteilen an Titan und Wolfram in feiner Verteilung ein, die im Bereich der stirnseitigen Spitze 2a der Heizsektion 2 eingefüllt ist. Der Niveaustand 100 der Salzlösung SL ist dabei so gewählt, daß noch ein ausreichender Raum oberhalb der Salzlösung SL verbleibt. Das Gehäuse der Heizsektion 2 ist aus einem elektrisch leitfähigen Mate­ rial, wie beispielsweise Edelstahl hergestellt und ist in nicht näher dargestellter Weise an die elektrische Span­ nungsquelle mit einem anderen Pol als dem der stabför­ migen Elektrode 6 angeschlossen und bildet somit die Gegenelektrode zur stabförmigen Elektrode 6. Auch das Gehäuse der Ballastsektion 4 ist aus Edelstahl gefer­ tigt.
Wenn nun an die stabförmige Elektrode 6 eine Span­ nung ausreichender Größe, die beispielsweise im Be­ reich zwischen 200 und 900 Volt liegt und in Abhängig­ keit von den Abmessungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung, der Stärke der Ablagerungen und der Ein­ satztiefe variiert, wird die Salzlösung in an sich bekann­ ter Weise nach dem Prinzip der direkten Widerstands­ erwärmung erwärmt, da sie sich als leitender Wider­ stand zwischen der Elektrode 6 und dem als Gegenelek­ trode wirkenden Gehäuse der Heizsektion 2 befindet. Durch diese Erwärmung der Salzlösung erwärmt sich zwangsläufig auch das die Salzlösung umgebende Ge­ häuse der Heizsektion 2, und zwar vor allem in dem Bereich, in dem die Salzlösung SL eingefüllt ist. Auf diese Weise wird erfindungsgemäß eine bereichsweise Erwärmung der Vorrichtung an ihrem stirnseitigen En­ de erreicht, die ein Abschmelzen der zu entfernenden Ablagerungen, wie Asphalt, Hydraten und Paraffinen ermöglicht.
Die Erwärmung der Salzlösung SL durch die Elektro­ de 6 erfolgt dabei bis zu einer solchen Temperatur, daß die Salzlösung SL zu verdampfen beginnt. Die Dämpfe D der Salzlösung SL steigen daraufhin aus dem Niveau 100 der Salzlösung SL auf und gelangen in den oberen Bereich der Heizsektion 2, der von dem wärmeisolieren­ den Abschnitt 3 mittels der Dichtungen 30 gasdicht ver­ schlossen ist insbesondere die oberen Bereiche 2a der Innenwände der Heizsektion 2 und die Stirnseite 3a des wärmeisolierenden Abschnittes 3 weisen erheblich nied­ rigere Temperatur als der von der Salzlösung erwärmte stirnseitige Endbereich 2a der Heizsektion 2 auf, was zur Folge hat, daß der von der Salzlösung aufsteigende Dampf D zu Tropfen T an der Stirnseite 3a des wärme­ isolierenden Abschnittes 3 und den Seitenwänden 2a der Heizsektion 2 kondensiert und in Pfeilrichtung K ent­ lang der Seitenwände 2a zurück in das Niveau 100 der Salzlösung SL strömt.
Die Erfindung lehrt nun, daß durch das in einer auf das Gesamtvolumen des Innenraums der Heizsektion 2 nur in einer geringen Menge eingefüllte Heizmedium in Gestalt der Salzlösung SL nicht nur eine bereichsweise Erwärmung der Heizsektion 2 an seinem Endbereich 2a erfolgt, sondern darüber hinaus auch eine zuverlässige Regelung der Temperatur selbsttätig erfolgt. Die Er­ wärmung der Salzlösung erfolgt nicht unbegrenzt, denn in Folge der Verdampfung nimmt das Niveau 100 der Salzlösung immer mehr ab, bis im Extremfall keine Salz­ lösung mehr an der Elektrode vorhanden ist und infolgedessen auch keine weitere Erwärmung mehr erfolgt. Auf diese Weise kann über die Menge der eingefüllten Salz­ lösung eine Maximaltemperatur an der Spitze 2a der Heizsektion 2 definiert werden, und ein erneutes Auf­ heizen der Spitze 2a erfolgt erst, wenn genügend Dampf D der Salzlösung SL als Tropfen T kondensiert sind und wieder zurück in den Bereich der Elektrode zur Bildung eines neuen Niveaus 100 an Salzlösung SL zurückge­ flossen ist.
Gemäß der Fig. 4 ist es von daher auf einfache Weise möglich, Ablagerungen 7 im Inneren eines beispielswei­ se Erdölsteigrohres 10 durch Abschmelzen zu entfer­ nen. Dazu wird die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 an einem Halteseil 9 aufgehangen und entsprechen der Schwerkraft G in dem zu reinigenden Rohr 10 abge­ senkt. Über das Kabel 5 wird eine elektrische Spannung an die Elektrode angelegt, so daß sich die vorstehende Spitze 2a der Heizsektion 2 auf eine zum Abschmelzen der Ablagerungen 7 ausreichende Temperatur erwärmt Durch Vorsehen eines ausreichenden Gewichtes in der Ballastsektion 4 vermag die erfindungsgemäße Vorrich­ tung 1, erleichtert durch die nach außen vorstehende Spitze 2a seiner Heizsektion 2 selbsttätig in die Ablage­ rungen 7 einzudringen, wobei die Ablagerung 7 aufge­ schmolzen wird. Kleinere Teile 7a der Ablagerung 7 werden dabei vom Ölstrom S nach oben mitgerissen, währenddessen größere Ablagerungsteile sich nach dem Durchgang der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf der flachen Oberseite 4a der Ballastsektion 4 abset­ zen und beim Herausziehen der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 mittels des Aufhängeseiles 9 von diesem mitgerissen werden und nach dem Herausholen der er­ findungsgemäßen Vorrichtung 1 aus dem Förderrohr 10 von diesem entfernt werden können. Dieser Reinigungs­ vorgang wird nun solange wiederholt, bis alle Ablage­ rungen 7 aus dem Rohr 10 entfernt sind.
Auf diese Weise ist es möglich, nahezu alle Erdöl- und Erdgasfördersteigrohre sowie Pipelines von Ablagerun­ gen, wie Asphalt, Hydraten und Paraffinen mit der erfin­ dungsgemäßen Vorrichtung zu befreien. Dabei kann die erfindungsgemäße Vorrichtung während des Arbeits­ ganges sich selbst überlassen werden, da es einerseits der Schwerkraft folgend auch in große Tiefen beispiels­ weise in Ölbohrlöchern abzusteigen, andererseits aber die Temperatur an der in Arbeitsrichtung weisenden Spitze durch die Menge der eingefüllten Salzlösung selbsttätig, zuverlässig und frei von jedem Stellelement und damit unempfindlich gegen äußere Einflüsse regelt.
Für die Wartung und Reinigung der Vorrichtung so­ wie die Erneuerung der Heizflüssigkeit können die Vor­ richtungsteile, insbesondere die Heizsektion, von den übrigen Teilen demontiert werden.

Claims (18)

1. Vorrichtung zum Entfernen von Ablagerungen, wie Asphalt, Hydraten und Paraffinen, aus Erdöl- und Erdgasfördersteigrohren und Pipelines, ge­ kennzeichnet durch ein rohrförmiges Gehäuse, das in eine Heizsektion (2) mit einem vorderen Stirnbereich (2a) in Arbeitsrichtung (A) und eine Ballastsektion (4) unterteilt ist und die Heizsektion (2) ein elektrisch leitfähiges Heizmedium (SL) und eine Elektrode (6) enthält, und das die Heizsektion (2) umgebende Gehäuse aus einem elektrisch leitfä­ higen Material gebildet ist und die Elektrode (6) an einen Pol einer elektrischen Spannungsquelle an­ schließbar ist und das die Heizsektion (2) umgeben­ de Gehäuse an einen anderen Pol der elektrischen Spannungsquelle anschließbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß zwischen der Heizsektion (2) und der Ballastsektion (4) ein die beiden Sektionen (2, 4) von einander abdichtender und wärmeisolierender Abschnitt (3) ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Heizmedium (SL) eine Flüssigkeit mit einem ausreichend hohen elek­ trischen Widerstand vorgesehen ist, die nach Anle­ gen einer Spannung an die Elektrode nach Art ei­ ner direkten Widerstandserwärmung bis zur Ver­ dampfung erwärmbar ist und dabei indirekt das die Heizsektion (2) umgebende Gehäuse, insbesondere im vorderen Stirnbereich (2a) auf eine zum Ab­ schmelzen der Ablagerungen (7) ausreichende Temperatur erwärmbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, daß das Heizmedium (SL) innerhalb des vorderen Stirnbereichs (2a) der Heiz­ sektion (2) vorgesehen ist und der übrige Innenbe­ reich der Heizsektion (2) der Aufnahme des ver­ dampfen Heizmediums dient.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizmedium (SL) einen elektrischen Widerstand von 35 bis 45 Ohm aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in der Ballastsektion (4) ein Kabelanschluß angeordnet ist, an den ein an die Spannungsquelle anschließbares und aus der Ballastsektion (4) an deren freien Ende (50) heraus­ führendes Kabel (5) für den Anschuß an die Span­ nungsquelle anschließbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kabelanschluß als Steckverbindung (42, 62) ausgeführt ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrode (6) stabförmig ausgebildet und an dem zwischen Heiz­ sektion (2) und Ballastsektion (4) angeordneten wärmeisolierenden Abschnitt (3) befestigbar ist und an den in der Ballastsektion (4) angeordneten Kabelanschluß (42, 62) anschließbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrode (6) bis nahe an die Innenseite des vorderen Stirnbereichs (2a) der Heizsektion (2) reicht und innerhalb der Heizsektion (2) mittels elektrisch isolierender Ab­ standhalter (60a, b) geführt ist, wobei die Elektro­ denspitze im Betriebszustand in das Heizmedium (SL) eintaucht.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Heizmedium eine wäßrige Lösung einer Salzmischung in destillier­ tem Wasser vorgesehen ist, und dem Heizmedium (SL) hochschmelzende Metalle, wie Titan und/oder Wolfram in feiner Verteilung zugegeben sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der vordere Stirnbe­ reich (2a) der Heizsektion (2) mit einer nach außen weisenden angeformten Spitze versehen ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das rohrförmige Ge­ häuse einen zylindrischen Querschnitt und eine Länge von etwa 1,5 bis 3 Metern aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das rohrförmige Ge­ häuse aus Edelstahl herstellbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrode (6) an eine Spannungsquelle von 200 bis 900 Volt an­ schließbar ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizsektion (2) auf Temperaturen von 150 bis 350°C erwärmbar ist.
16. Verfahren zum Entfernen von Ablagerungen, wie Asphalt, Hydraten und Paraffinen, aus Erdöl- und Erdgasfördersteigrohren und Pipelines mit Hil­ fe einer in einem rohrförmigen Gehäuse ausgebil­ deten Vorrichtung, deren in Vorschubrichtung (A) angeordneter Stirnbereich (2a) mit Hilfe einer di­ rekten Widerstandsheizung erwärmt wird, in dem ein in diesem vorderen Stirnbereich (2a) befindliches Heizmedium (SL) mittels einer Elektrode (6) und einer angelegten Spannung und einem, die Elektrode (6) umgebenden metallischen Gehäuse als Gegenpol bis auf eine zum Verdampfen des Heizmediums (SL) ausreichende Temperatur er­ wärmt wird und das verdampfte Heizmedium (SL) in dem rohrförmigen Gehäuse nach oben steigt und an den nicht erwärmten Bereichen (2b, 3a) der Ge­ häusewände abkühlt und kondensiert und entlang der Gehäusewände (2b) wieder in den stirnseitigen Bereich (2a) zurückläuft, um erneut durch Erwär­ mung verdampft zu werden, wodurch das Gehäuse in dem vorderen Stirnbereich (2a) soweit erwärmt wird, daß die mit dem vorderen Stirnbereich (2a) des Gehäuses in Kontakt kommenden Verunreini­ gungen (7) abgeschmolzen werden.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekenn­ zeichnet, daß als Heizmedium eine wäßrige Lösung einer Salzmischung in destilliertem Wasser vorge­ sehen ist und dem Heizmedium hochschmelzende Metalle, wie Titan und/oder Wolfram in feiner Ver­ teilung zugegeben sind.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekenn­ zeichnet, daß als Heizmedium 10 bis 50 g destillier­ tes Wasser, enthaltend 15 bis 30 mg natürliches Salz und je 0,01 g Titan und Wolfram zum Erzielen einer Arbeitstemperatur von 150 bis 300°C im vor­ deren Stirnbereich (2a) der Vorrichtung (1) bei ei­ ner angelegten Spannung von 200 bis 800 V einge­ setzt wird, wobei das Heizmedium einen elektri­ schen Widerstand von 35 bis 45 Ohm aufweist.
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