DE1955920C3 - 3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon und seine Salze, Verfahren zu seiner Herstellung und pesticide Zusammensetzung - Google Patents

3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon und seine Salze, Verfahren zu seiner Herstellung und pesticide Zusammensetzung

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DE1955920C3
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Daniel Dr. Montrouge Bertin
Pierre Paris Girault
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Sanofi Aventis France
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Roussel Uclaf SA
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D231/00Heterocyclic compounds containing 1,2-diazole or hydrogenated 1,2-diazole rings
    • C07D231/02Heterocyclic compounds containing 1,2-diazole or hydrogenated 1,2-diazole rings not condensed with other rings
    • C07D231/10Heterocyclic compounds containing 1,2-diazole or hydrogenated 1,2-diazole rings not condensed with other rings having two or three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D231/14Heterocyclic compounds containing 1,2-diazole or hydrogenated 1,2-diazole rings not condensed with other rings having two or three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms
    • C07D231/44Oxygen and nitrogen or sulfur and nitrogen atoms
    • C07D231/52Oxygen atom in position 3 and nitrogen atom in position 5, or vice versa

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Plural Heterocyclic Compounds (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft
lon der Formel I
H,N
\ NH
sowie seine Salze mit mineralischen oder organischen Säuren, ein Verfahren zu seiner Herstellung und eine pesticide Zusammensetzung gemäß den Patentansprüchen.
Man kennt bereits Pyrazolone (BE-PS 7 25 968), von denen ein Kennzeichen ist, daß sie am Stickstoff in Position 1 durch einen Cycloalkyl-, einen Alkyl- oder Arylrest substituiert sind. Diese Pyrazolone sind Antifungi-Mittel, die im landwirtschaftlichen Bereich gebraucht werden, z. B. zur Desinfektion des Bodens oder zum Schutz der Samen.
Es wurde in überraschender Weise gefunden, daß die Verbindung der Formel 1 und ihre Salze mineralischer oder organischer Säuren eine bedeutende antibakterielle Aktivität haben, die es erlaubt, sie als industrielle Schädlingsbekämpfungsmittel zu verwenden.
Versuche, die in Gegenwart von Materialien, wie Papierbrei und Harzklebstoff, bei analogen Bedingungen, wie sie in der Praxis vorkommen, ausgeführt werden, gestatten es, die biociden Eigenschaften der Verbindung der Formel I und ihrer Salze hervorzuheben. Ein Beispiel dieser Versuche wird weiter unten in detaillierter Form beschrieben.
Die Verbindungen I besitzen den Vorzug, wenig toxisch für den Menschen und die warmblütigen Tiere zu sein. So liegt für 3-Amino-4,4-dirhlor-5-pyrazolon die DLw für die Maus zwischen 0,5 und 1 g/kg.
Das Verfahren zur Herstellung der Verbindung der Formel 1 ist dadurch gekennzeichnet, daß man 3-Amino-5-pyrazolon der Einwirkung eines Chlorierungsmittels unterwirft und das S-Amino^^-dichlor-S-pyrazolon isoliert, das man gewünschtenfalls der Einwirkung einer Mineralsäure oder einer organischen Säure unterwirft
In seinen Ausführungsformen kann das erfindungsgemäße Verfahren noch durch die folgenden Punkte ίο gekennzeichnet werden:
daß das Chlorierungsmittel Chlor ist und daß man in einem organischen Lösungsmittel arbeitet,
daß das organische Lösungsmittel aus der Gruppe, die aus Essigsäure, Tetrachlorkohlenstoff, Schwefelkohlenstoff- und Chloroform besteht, ausgewählt wird.
Die Erfindung betrifft auch geeignete pesticide Zusammensetzungen, besonders antibakterielle Zusammensetzungen, insbesondere industrielle Bioeide, die als aktives Mittel mindestens die Verbindung der Formel 1 oder ihre Salze und gegebenenfalls ein oder mehrere andere pesticide Mittel enthalten.
Diese Zusammensetzungen können in Form von 2r> Pulvern, Suspensionen, Emulsionen, Lösungen vorliegen, die außer den aktiven Mitteln kationische, anioniiche oder nicht-ionische oberflächenaktive Mittel, inerte Pulver, wie Talk, Tone, Silikate, Kieselgur etc., einen Träger, wie Wasser, Alkohole, Kohlenwasser- «I stoffe oder andere organische Lösungsmittel, mineralische, tierische oder pflanzliche öle enthalten.
Zum Beispiel verwendet man bei den biociden Anwendungen ein benetzbares Pulver, das, in Gewichten ausgedrückt, 25% S-Amino^^-dichlor-S-pyrr. azolon, 15% eines Kondensationsprodukts von Natriumnaphthalinsulfonat, 0,5% Natriumalkylnaphthalinsulfonat, 34,5% synthetisches hydratisiertes Siliciumdioxid und 25% kolloidales Kaolin enthält.
Die erfindungsgemäßen biociden Zusammen-Setzungen enthalten im allgemeinen IO bis 90 Gewichts-% des aktiven Mittels.
Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe eignen sich
besonders zur Bekämpfung schädlicher Bakterien von Industriewässern, wobei man Zusammensetzungen
4r. verwendet, die als aktives Mittel mindestens eine Verbindung nach Anspruch 1 enthalten.
Weiterhin wurde gefunden, daß 3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon als Konservierungsmittel von pharmazeutischen Präparaten angewandt werden kann.
w S-Amino-S-pyrazolon, das als Ausgangsverbindung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet wird, kann besonders durch Cyclisierung von Cyanacethydrazid in basischem Medium nach der von Toshiyasu Ishimaru, Yakugaku Z a s s h i, 77, 796 (1957); CA, π 51,17 892 i beschriebenen Methode hergestellt werden.
Beispiel
3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon
Zu 300 ecm Essigsäure gibt man 100 g 3-Amino-5-pyrazolon und leitet in die Reaktionsmischung unter Rühren während 1 Stunde bei Raumtemperatur 150 g gasförmiges Chlor ein. Man trennt den gebildeten Niederschlag durch Absaugen ab, wäscht ihn mit
bi Wasser, trocknet ihn und erhält 143 g 3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon, F = 220 bis 222° C (Zers.).
Eine Probe dieses Produkts wird in Methanol kristallisiert, F = 220 bis 222°C(Zers.).
Analyse: C3H3CI2N2O= 167,98
Berechnet: C 21,44, H 1,80, Cl 42,21, N 25,01%,
gefunden: C 21,6, H 2,0, Cl 42,2, N 24,9%.
Untersuchung der biociden Eigenschaften von
3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon
Man bereitet 9,7 1 Papierbrei mit 12,5 g/l, fügt 200 ecm Harzklebstoff von 2% zu, impft mit 100 ecm Aerobacter aerogenes-lmpfmittel an und läßt die Inkubation bei 35°C unter Rühren sich vollziehen.
Am zweiten Tag führt man eine erste Zählung der Keime aus, behandelt durch direkte Einführung des zu untersuchenden Produktes in Konzentrationen von 200, 100 und 50 p.p.nv stellt das Niveau mit sterilem Wasser wieder ein und fährt mit den Zählungen der Keime nach 1,4,7 und 23 Stunden nach der Behandlung fort
Am dritten Tag führt man eine Zählung der Keime aus, stellt das Niveau mit sterilem Wasser wieder ein, impft die Masse mit 100 ecm Aerobacter-lmpfmitiel an und fährt mit den Zählungen 1,4,7 und 23 Stunden nach der Wiederimpfung fort.
Am vierten Tag führt man die gleichen Maßnahmen wie am dritten Tag aus.
Die Ergebnisse sind als Prozente der antibakteriellen Wirksamkeit ausgedrückt.
Die folgenden Tabellen fassen die erhaltenen experimentellen Ergebnisse zusammen.
Prozente der Wirksamkeit
Zeit nach der 200 p.p.m. IOOp.;>.m. 50 p.p.m.
Behandlung
Stunden
I 80,2 0 0
4 99,8 76,7 43,6
7 100 95,3 62,5
23 100 100 100
Prozente der Wirksamkeit nach der ersten Wiederimpfung
Zeit nach der 200 p.p.m.
Behandlung
Stunden
100 p.p.m.
50 p.p.m.
25 99,9 99,8 99,5
28 100 100 99,2
31 100 100 100
47 100 100 100
Prozente der
impfung
Wirksamkeit nach der zweiten Wieder-
Zeit nach der
5 Behandlung
Stunden
200 p.p.m. 100 p.p. m. 50 p.p.m.
49
ίο 52
55
99,6
100
100
99,5
99
100
99,4
99,8
99,9
Vergleichende Untersuchung der
bakteriostatischen und bakteriziden
Eigenschaften sowie der Toxizität
Folgende Wirksubstanzen wurden untersucht:
Produkt A =
Produkt B = Mischung aus 75% Natrium-dimethyidithiocarbamat und 25% Natrium-äthylen-bis-dithiocarbamat.
Produkt C = Bromacetessigsäureäthylester.
Bei den Tests wurde wie folgt verfahren:
I. Bdkteriostatischer und bakterizider Test
mit Fleischbrühe
a) Bakteriostatische Aktivität
Sterile Röhrchen mit Fleischbrühe (aus ungefrorenem Fleisch) werden mit 1 ml Lösung oder Suspension des zu untersuchenden Produkts (in Konzentrationen zwischen 1000 und 1 ppm Wirksubstanz) und dann mit 1 ml Bakteriensuspension infestiert, die aus einer 24 Stunden alten Kultur der Test-Bakterie (ImI Kultur/100 ml Fleischbrühe von ungefrorenem Fleisch) hergestellt worden ist.
Zur Homogenisierung wird gerührt, sodann werden die Röhrchen 48 Stunden in einen Ofen von 37°C gestellt. Die Bestimmung erfolgt sodann durch Beobachtung der entstehenden Bakterientrübung im Vergleich zu einer infestierten unbehandelten Probe. Der Beginn der Inhibierung wird bestimmt durch die Konzentration, bei der keine Trübung mehr beobachtet wird.
b) Bakterizide Aktivität
Um zu bestimmen, ob der festgestellte Beginn der Inhibierung der Tötung oder einer vorübergehenden Inhibierung der Bakterien entspricht, werden einige Tropfen von jeder der im vorstehenden Versuch in den Röhrchen enthaltenen Mischungen in einer Petrischale auf einer Fleischbrühe von gefrorenem Fleisch, die frei von toxischen Stoffen ist, verteilt, wobei man 3 Striche auf dem Kulturmedium anbringt. Die Schalen werden 48 Stunden in einem Ofen bei 37°C gehalten. Die Konzentration, bei der keine Entwicklung der Bakterien mehr erfolgt, stellt den bakteriziden Beginn dar.
Man erhält folgende Resultate:
1. Test-Bakterie: Alcaligenes faecalis
Bakteriostatischer Beginn in ppm
Bakterizider Beginn in ppm
Produkt A
Produkt B
Produkt C
zwischen 5 und 10 zwischen 10 und 50 zwischen 50 und 100
zwischen 5 und 10
zwischen 10 und 50
zwischen 250 und 500
2. Test-Bakterie: Flavobacterium aquatile
Bakteriostatischer Beginn in ppm
Bakterizider Beginn in ppm
Produkt A
Produkt B
Produkt C
zwischen 1 und 5 zwischen 10 und 50 zwischen 50 und 100
zwischen 5 und 10 zwischen 50 und 100 zwischen 50 und 100
3. Test-Bakterie: Escherichia coli
Bakteriostatischer Beginn in ppm
Bakterizider Beginn in ppm
Produkt A
Produkt B
Produkt C
zwischen 1 und 10 zwischen 250 und 500 zwischen 10 und 25
zwischen 1 und 10 zwischen 500 und 750 zwischen 50 und 100
II. Untersuchung der akuten Toxizität an der männlichen Ratte auf oralem Weg
Eine Suspension der zu untersuchenden Produkte in Polyäthylenglykol wird oral mittels einer Speiseröhrensonde verabreicht. Man verwendet 10 männliche Ratten mit einem Gewicht zwischen 100 und UOg und verabreicht das Produkt in einem Volumen von ml/kg Körpergewicht.
Unter den angegebenen Bedingungen wurde folgende LD50 festgestellt:
700 mg/kg für Produkt A;
500 mg/kg für eine handelsübliche Mischung aus
22,5% Natrium-dimethyldithiocarbamat 7,5% Natrium-äthylen-bis-dithiocarbamat 3% UA
(Stabilisator)
Wasser;
246 mg/kg für eine handelsübliche Mischung aus 30% 4-Brom-acetessigsäureäthylester und aromatischem Erdöl-Lösungsmittel.

Claims (3)

  1. Patentansprüche:
    1.3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon der Formel
    H2N
    Cl
    Cl
    sowie seine Salze mit mineralischen oder organischen Säuren.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man 3-Amino-5-pyrazolon der Einwirkung eines Chlorierungsmittels unterwirft und das 3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon isoliert, das man gewünschtenfalls der Einwirkung einer Mineralsäure oder einer organischen Säure unterwirft.
  3. 3. Pesticide Zusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, daß sie als aktives Mittel mindestens eine Verbindung gemäß Anspruch 1 enthält.
DE1955920A 1968-11-07 1969-11-06 3-Amino-4,4-dichlor-5-pyrazolon und seine Salze, Verfahren zu seiner Herstellung und pesticide Zusammensetzung Expired DE1955920C3 (de)

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