DE19612866A1 - Verfahren zur selbsttätigen Verlagerung des pH-Werts einer wäßrigen Behandlungslösung und dafür geeignete feste Reinigungsmittel - Google Patents
Verfahren zur selbsttätigen Verlagerung des pH-Werts einer wäßrigen Behandlungslösung und dafür geeignete feste ReinigungsmittelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur selbsttätigen Verlagerung des pH-Werts ei
ner wäßrigen Behandlungslösung vom Sauern ins Alkalische, das sich eine en
zymatische Reaktion zu nutze macht. Weiterhin betrifft die Erfindung feste Mittel,
insbesondere Reinigungsmittel die für ein derartiges Verfahren geeignet sind.
Eine Vielzahl technischer Prozesse und Verfahren, die in wäßrigen Flotten ablaufen,
sind vom pH-Wert der wäßrigen Behandlungslösung hinsichtlich ihrer Kinetik oder
ihres Ergebnisses abhängig. So können beispielsweise Wasch- und Reinigungsver
fahren im alkalischen oder im neutralen Bereich, spezielle Reinigungsverfahren
auch im Sauern durchgeführt werden. Bei komplexen Reinigungsverfahren wie z. B.
dem maschinellen Geschirrspülen hat es sich gezeigt, daß gewisse Anschmutzun
gen besser im Sauern, andere besser im Alkalischen behandelt werden. Dabei ist es
generell möglich, während eines Reinigungsverfahrens durch Zugabe von Alkalien
den pH-Wert vom Sauern ins Alkalische zu verschieben, doch ist dies mit Handha
bungs- und Dosierproblemen verbunden. Bei Reinigungsverfahren in geschlossenen
Geräten, z. B. Haushaltsgeschirrspülmaschinen bedürfte es dazu zusätzlich apparate
technische Änderungen.
Aufgrund dieser Überlegungen stellt sich für den Hersteller von Reinigungsmitteln
die Aufgabe, Produkte bereitzustellen, die in wäßriger Lösung selbsttätig einer pH
Verschiebung unterliegen.
In der internationalen Anmeldung WO 95/12657 wird ein Reinigungsmittel für das
maschinelle Geschirrspülen beschrieben, das nach der Zugabe zu Wasser zunächst
einen alkalischen pH-Wert aufweist, der jedoch nach einigen Minuten durch die
langsame Freisetzung einer Säure in Richtung neutral verschoben wird. Die lang
same Freisetzung der Säure wird dadurch erreicht, daß man z. B. Zitronensäure mit
einem doppelten, schwerlöslichen Überzug umhüllt. Ein ganz ähnliches Verfahren
beschreiben die europäischen Patentanmeldungen EP 290081 und EP 396287 für
Bleichmittelzusammensetzungen.
Bei dem maschinellen Geschirrspülen ist eine Änderung des pH-Werts wünschens
wert, um neben der guten Spülleistung üblicher Reinigungsmittel im Alkalischen
auch eine möglichst vollständige Entfernung von Teestein zu erreichen. Teestein ist
eine komplexe, braun gefärbte Anschmutzung aus Wasserhärtebildnern und färben
den Komponenten des Tees. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, Teestein durch
eine saure Vorbehandlung zu entfernen.
Aufgabe der Erfindung ist es somit, ein Verfahren bereitzustellen, bei dem eine
wäßrige Behandlungslösung ihren pH-Wert ohne Nachdosierung von Alkalien vom
Sauern ins Alkalische verschiebt, wobei auf die aufwendige Umhüllung von Einzel
bestandteilen zum Zwecke der verzögerten Freisetzung verzichtet werden sollte.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur selbsttätigen Verlagerung des
pH-Werts einer wässerigen Behandlungslösung vom Sauern ins Alkalische, dadurch
gekennzeichnet, daß man in einer wässerigen Flotte den gewünschten sauren Aus
gangs-pH-Wert eingestellt, gleichzeitig oder anschließend ein Ammoniak generie
rendes und/oder ein organische-Carbonsäuren-verbrauchendes Enzym und dessen
Substrat zugibt, woraufhin man die enzymatische Reaktion bis zum Errei
chen des gewünschten End-pH-Werts ablaufen läßt.
Weiterhin ist Gegenstand der Erfindung ein Reinigungsmittel in fester Form enthal
tend
2 bis 30 Gew.-% Enzym und Enzymsubstrat
1 bis 50 Gew.-% Mischung aus einer organischen Polycarbonsäure und ihrem Salz sowie
ad 100 Gew.-% mindestens eines Wirkstoffes ausgewählt aus der Gruppe Sauer stoffbleichmittel, Bleichaktivatoren, Builder, Tenside und spezielle Wirkstoffe.
2 bis 30 Gew.-% Enzym und Enzymsubstrat
1 bis 50 Gew.-% Mischung aus einer organischen Polycarbonsäure und ihrem Salz sowie
ad 100 Gew.-% mindestens eines Wirkstoffes ausgewählt aus der Gruppe Sauer stoffbleichmittel, Bleichaktivatoren, Builder, Tenside und spezielle Wirkstoffe.
Das erfindungsgemäße Verfahren macht sich zur Verschiebung des pH-Werts einer
wäßrigen Behandlungslösung eine enzymatische Reaktion zu nutze. Dabei wurden
enzymatische Reaktionen ausgewählt, da sie in dem für Reinigungsoperationen in
teressanten Temperatur- und Konzentrationsbereich sicher, substratspezifisch und
mit hinreichender Geschwindigkeit ablaufen.
Nach einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden als Enzym
Urease und als Substrat Harnstoff eingesetzt. Verwendbar sind hier handelsübliche
Ureasen die als reines Protein oder als konfektioniertes Produkt vorliegen können.
Eine bevorzugte Urease ist beispielsweise eine Urease aus "Jack Beans" die von
der Firma Sigma Chemicals kommerziell erhältlich ist. Für den technischen Einsatz
werden solche Enzyme aus Mikroorganismen oder Pilzen gewonnen, und in tech
nisch handhabbare Granulate oder Flüssigkonzentrate konfektioniert.
Es hat sich gezeigt, daß beim Einsatz des Systems Urease Harnstoff ein Ausgangs-
pH-Wert von nicht unter 4, vorzugsweise von < 4,3, eingestellt werden sollte. Der
Ausgangs-pH-Wert kann durch Verwendung eines Puffersystems oder durch Zuga
be der entsprechenden Menge einer anorganischen oder organischen Säure einge
stellt werden. Geeignete Puffersysteme sind Puffersysteme auf Basis schwacher
organischer oder anorganischer Säuren und ihre Salze. Ein bevorzugtes Puffersy
stem ist das System Zitronensäure/Alkalicitrat dessen Komponenten auch als Buil
derbestandteile in Reinigungsmitteln für das maschinelle Geschirrspülen eingesetzt
werden.
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung können als Enzyme Decarboxy
lasen insbesondere Oxalacetatdecarboxylase und Oxalat-decarboxylase eingesetzt
werden und als Substrate Carbonsäuren, insbesondere auch Oxalessigsäure und
Oxalsäure. Auch bei diesen Systemen ist es bevorzugt von einem pH-Wert < 3, ins
besondere < 4, auszugehen. Vorzugsweise wird hier der pH-Wert dadurch einge
stellt, daß man das Enzymsubstrat vorlegt und gewünschtenfalls teilweise mit Alkali
lauge oder Ammoniak oder dergleichen neutralisiert.
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung arbeitet man mit einem Enzym
vom Oxidase-Typ (Bsp. Oxalatoxidase) und setzt als Substrat Oxalsäure bzw. ihre
Salze ein. Auch hier wird vorzugsweise von einem pH-Wert < 3, insbesondere < 4,
ausgegangen. Es empfiehlt sich diesen pH-Wert mit Hilfe der Oxalsäure und ihren
Alkali- oder Ammoniumsalzen einzustellen. In der Praxis hat es sich bei dieser Ver
fahrensvariante bewährt entweder mit kalkfreiem Wasser zu arbeiten oder Disper
giermittel wie beispielsweise Polycarbonsäuren oder Waschmittelbuilder zu zuset
zen, um der Ausfällung von Calciumoxalat entgegen zu wirken.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 10
und 70°C durchgeführt. Im Einzelfalle können auch höhere Temperaturen kurzzeitig
angewandt werden, wenn dies die Enzyme ohne Denaturierung überstehen. Insbe
sondere wird jedoch bei Temperaturen zwischen 20 und 60°C, mit besonderem
Vorzug zwischen 30 und 40°C gearbeitet. Insbesondere wird die Tatsache ausge
nutzt, daß die Enzymaktivität durch Erwärmung des nicht vorgewärmten Wassers
allmählich zunimmt und der entsprechende pH-Wert hierdurch mit entsprechender
Kinetik eingestellt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren geht von einer sauern Behandlungslösung aus,
dazu kann die Behandlungslösung einerseits mit starken oder schwachen anorgani
schen oder organischen Säuren sauer gestellt werden. Bei dieser Verfahrensvarian
te wird durch die enzymatische Reaktion eine sehr rasche Änderung des pH-Werts
erreicht.
Besonders bevorzugt ist es jedoch, den sauern pH-Wert zu Beginn des Behand
lungsverfahrens mit Hilfe einer Pufferlösung einzustellen. Hier können die dem
Chemiker bekannten Pufferlösungen, die einen pH-Wert zwischen ca. 3 und unter 7
ermöglichen, eingesetzt werden.
Im Sinne der Erfindung ist es jedoch besonders bevorzugt solche Pufferlösungen
einzusetzen, deren Bestandteile entweder als Substrat für das enzymatische Verfah
ren geeignet sind, oder im Sinne des Behandlungsverfahrens eine eigenständige
Wirkung aufweisen.
So können die Pufferlösungen z. B. aus organischen Carbonsäuren und ihren Alkali-
oder Amoniumsalzen aufgebaut werden. Beim Einsatz von Decarboxylasen verwen
det man sinnvollerweise solche Säuren, die durch die Decarboxylase angegriffen
werden. Beim Einsatz von Oxidasen (Bsp. Oxalatoxidase) hat sich ein Puffersystem
aus dem Substrat (Bsp. Oxalsäure) und ihren Alkalisalzen bewährt. Beim Einsatz
von Oxalacetatdecarboxylase arbeitet man mit Oxalessigsäure und ihren Salzen.
In den Fällen in denen die Behandlungslösung die nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren in ihrem pH-Wert beeinflußt werden soll eine Reinigungslösung ist, hat es
sich bewährt Zitronensäure und ihre Alkali- oder Amoniumsalze als Puffersystem
einzusetzen. Unter Alkalisalzen werden hier wie auch im vorstehenden Kapiteln die
Natrium- oder Kaliumsalze bevorzugt.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich, den pH-Wert einer Vielzahl von Be
handlungslösungen zu beeinflussen. Nach einer Ausgestaltungsform des Verfah
rens enthalten diese Behandlungslösung einen Farbstoff der im Sauern gut löslich
ist und im Alkayischen irreversibel auf Fasern, Kunstfasern, Baumwolle, Wolle oder
auch Haare aufzieht. Geeignet sind hier beispielsweise Azofarbstoffe mit Trialkyla
monium Gruppen oder andere Farbstoffsysteme die dem hier betroffenen Fachmann
bekannt sind und die über Amonium-, Sulfonium- oder Phosphonium-Gruppen ver
fügen.
Nach einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung ist die erfindungsgemäße im
pH-Wert zu beeinflussende Behandlungslösung eine Reinigungslösung.
In diesem Fall enthält die Behandlungslösung neben Enzym und Enzymsubstrat vor
allem Tenside, oft auch Lösungsvermittler, Duftstoffe und Farbstoffe. Geeignet sind
hier Tenside aus der Klasse der anionischen, kationischen, nichtionischen, ampho
lytischen und zwitterionischen Tenside und insbesondere Mischungen der genann
ten Tensidklassen. Als weitere Bestandteile können zur Verdickung Polymere oder
auch Salze mit beigegeben werden. Gewöhnlich ist es bevorzugt das Reinigungs
mittel als Feststoff zu lagern und zu portionieren. In der festen Zubereitung sind ge
wöhnlich enthalten: 0,5 bis 5 Gew.-% Enzyme, 2 bis 25 Gew.-% Enzymsubstrat, 20
bis 70 Gew.-% Tensid und als restliche Bestandteile Salze, Polymere, Farbstoffe,
Duftstoffe ab 100 Gew.-%. In Sonderfällen können weiterhin zu Lasten der anderen
Bestandteile 20 bis 40 Gew.-% eines Abrasivstoffes anwesend sein.
Im Sinne der Erfindung geeignete Aniontenside sind insbesondere Tenside aus der
Klasse der Sulfonate und Sulfate. Geeignet sind beispielsweise Alkylbenzolsulfonate
mit 5 bis 15 Kohlenstoffatomen im Alkylrest und alpha-sulfonierte Fettsäuremetyle
ster deren Fettsäureanteil 6 bis 18 Kohlenstoffatomen aufweist. Im Sinne der Erfin
dung bevorzugt sind Alkylsulfate mit 6 bis 18, insbesondere 8 bis 10 Kohlenstoff
atomen im Alkylrest. Im allgemeinen ist es bevorzugt, Mischungen einzusetzen, ins
besondere Mischungen die sich hinsichtlich der C-Kettenlängen des hydrophoben
Rests unterscheiden. Die einzusetzenden Alkylsulfat können einerseits petrochemi
scher Natur, andererseits oleochemische Natur sein. Eine weitere wichtige Tensid
klasse sind Alkylethersulfate mit einer Alkylkettenlänge von C₈ bis C₁₈ insbesondere
C₁₀ bis C₁₆ im Alkylrest und einer Kettenlänge der von Ethylenoxid abgeleiteten
Ethereinheit von 1 bis 10 Ethylenoxid Gruppen pro Alkylrest. Die genannten anioni
schen Tenside liegen zumindest im alkalischen Bereich als Salz vor. Geeignete Ge
genionen sind Natrium, Kalium, Ammonium aber auch Amine wie beispielsweise
Mono-, Di-, oder Triethanolamin.
Eine weitere hier geeignete Klasse von Tensiden sind Sarcosinate. Es sind dies zum
Beispiel die Amide von Aminosäuren mit Fettsäuren, wobei im Fettsäureanteil eine
C-Kettenlänge von 8 bis 18 insbesondere 10 bis 14 einzusetzen ist. Eine weitere
Klasse geeigneter anionische Tenside sind die Alkylestersulfat die durch umsetzen
von Fettsäureestern insbesondere Fettsäuremethylester mit SO₃ herstellbar sind.
Die genannten Alkylestersulfate können als solche vorliegen oder in Form der Disal
ze der Alphasulfofettsäuren.
In den erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln können weiterhin nichtionische Tensi
de eingesetzt werden. Eine wichtige Klasse nichtionischer Tenside sind die Umset
zungsprodukte langkettiger Alkylalkohole mit 6 bis 22 C-Atomen im Alkylrest mit
Ethylenoxid, Propylenoxid oder beiden. Bevorzugt sind Stoffe die sich von Alkylalko
holen natürlicher Herkunft (Fettalkohole) ableiten und einen Ethoxilierungsgrad von
3 bis 100 insbesondere 3 bis 20 aufweisen. Für manche Problemlösungen kann es
dabei gewünscht sein nicht ionische Tenside einzusetzen, die sowohl ethoxiliert als
auch propoxiliert sind und dabei einen Ethoxilierungsgrad von 5 bis 30 und einen
Propoxilierungsgrad von 1 bis 10 aufweisen. Die für die Stoffklasse der nichtioni
schen Tensiden einzusetzen langkettigen Alkohole können aber auch synthetischen
Ursprungs sein zum Beispiel solche wie sie aus der Ziegler′schen Olefinoligomeri
sierung oder der Oxosythese zugänglich sind. Bevorzugt sind Ethoxilate von C₁₂ bis
C₁₅ Alkoholen petrochemische Herkunft bzw. von Kokosalkohol oder Palmkernölal
kohol. Eine weitere Klasse nichtionischer Tenside sind die Mono- bzw. Diethanola
mide. Bevorzugt sind hier Produkte mit 8 bis 12 C-Atomen im Fettsäurerest. Weitere
geeignete nichtionische Tenside sind die Alkylpolyglucoside es sind dies Acetale
aus langkettigen Alkoholen insbesondere Alkoholen mit 8 bis 18 C-Atomen und Zucker
wobei diese Zuckerreste monomere oder über Acetalbindung aneinander ge
bundene oligomere Darstellen können. Bevorzugt sind Alkylpolyglycoside mit einer
C-Kettenlänge im Alkylrest von 8 bis 12 und einem Oligomerisierungsgrad von 1,3
bis 2,5 insbesondere 1,4 bis 1,7. Weiter geeignete nichtionische Tenside sind die
Fettsäureglucamide. Es sind dies Amide aus Fettsäuren mit 8 bis 22 C-Atomen und
N-Alkylaminozuckern. Unter diesen bevorzugt sind Fettsäuremethylglucamide mit 6
bis 14 C-Atomen im Fettsäurerest. Bei der Formulierung der erfindungsgemäßen
Behandlungslösung wird der Fachmann darauf achten, daß die Kombination anioni
scher Tenside, mit bestimmten nichtionischen Tensiden wie Fettsäurealkanolamide,
Alkylglucoside oder Alkylglucamide stark schäumende Zubereitungen liefert wie das
für manche Anwendungen, zum Beispiel das manuelle Geschirrspülen, bevorzugt
ist.
Eine weitere Klasse von Tensiden sind halbpolare Tenside. Unter diesen sind bei
spielsweise Trialkylaminoxide mit einem langkettigen Rest bevorzugt. Insbesondere
können hier Stoffe mit einem Alkylrest mit 6 bis 20 C-Atomen und 2 kurzkettigen
Rest mit 1 bis 4 C-Atomen, die auch eine Hydroxylgruppe tragen können, eingesetzt
werden.
Neben oder anstelle der genannten anionischen oder nichtionischen Tenside kön
nen auch kationische Tenside eingesetzt werden. Unter den kationischen Tensiden
sind beispielsweise quartäre Amoniumsalze mit einem langkettigen Alkylrest mit 6
bis 20, insbesondere 8 bis 16 C-Atomen und 3 kurzkettigen Resten mit 1 bis 3
C-Atomen, die auch durch eine Hydroxylgruppe substituiert sein können, bevorzugt.
Soweit es die Formulierung bei Reinigungsmittel erleichtert können weiterhin Hy
drotrope eingesetzt werden. Es sind dies organische Stoffe die die Löslichkeit ande
rer Stoffe in Wasser vermitteln. Erwähnt seien hier Stoffe wie Cumolsulfat aber auch
Lösungsmittel wie Ethanol, Isopropanol, Ethylenglycol, Diethylenglycol und der glei
chen.
Falls das erfindungsgemäße Produkt ein Reinigungsmittel mit scheuernder Wirkung
sein soll, können weiterhin Abrasivstoffe eingesetzt werden. Geeignete Abrasivstoffe
können löslicher oder nichtlöslicher Natur sein. Unter den nichtlöslichen sind Glim
mer und bestimmte Silikate bevorzugt unter den löslichen können beispielsweise
Natriumbicarbonat, Kaliumsulfat oder ähnliche Salze eingesetzt werden. Andere
Salze die als Stellmittel in den erfindungsgemäßen Reinigern zugegen sein können
sind Natriumsulfat oder Magnesiumsalz die vorteilhafte Wirkung auf die Reinigungs
leistung haben.
Die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel können weiterhin Zusätze enthalten wie
sie nachfolgend bei den im Sinne der Erfindung besonders bevorzugten maschinel
len Geschirrspülmitteln üblich sind.
Ein besonders bevorzugter Gegenstand der Erfindung sind Reinigungsmittel in fe
ster Form, insbesondere für das maschinelle Geschirrspülen. Diese Reinigungsmit
tel enthalten zwingend 2 bis 30 Gew.-% Enzym und Enzymsubstrat, wobei im Falle
des Systems Urease/Harnstoff 0,5 bis 25 Gew.-%. Harnstoff mit 1,5 bis 5 Gew.-%
Urease kombiniert werden. Die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel für das ma
schinelle Geschirrspülen enthalten weiterhin 1 bis 50 Gew.-% einer Builderkompo
nente. Der Fachmann wird hier eine Builderkomponente auswählen, die von sich
aus nicht stark alkalisch ist. Geeignet sind hier zum Beispiel organische Polycarbon
säuren und ihre Salze also insbesondere die vorstehend als Puffer bzw. Enzym
substrat beschriebenen Kombinationen. So kann nach einer bevorzugten Ausfüh
rungsform der Erfindung das System Zitronensäure/Alkalicitrat eingesetzt werden
das insbesondere so eingestellt wird, daß der gewünschte Ausgangs-pH-Wert zwi
schen 4 und knapp 7 erreicht wird. Die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel enthal
ten dann weiterhin ad 100 Gew.-% mindestens einen Wirkstoff ausgewählt aus der
Gruppe Sauerstoffbleichmittel, Bleichaktivatoren, Builder, Tenside und spezielle
Wirkstoffe.
Als Builder werden in den erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln für das maschinel
le Geschirrspülen neben dem erwähnten bevorzugten System aus Zitronensäure
und Citrat lösliche Builder eingesetzt die als monomere Polycarboxylate oder poly
mere Carboxylate vorliegen können. Daneben können in kleinen Mengen auch Alka
liphosphate-, -Borate und -Silikate zugegen sein, wenn diese unter den anfänglichen
pH-Bedingungen ausreichend stabil sind.
Unter polymeren Carboxylaten werden hier Copolymere verstanden aus polymeri
sierbaren Mono- oder Dicarbonsäuren und ihren Salzen. Üblicherweise werden der
artige Polymere hergestellt aus Acrylsäure, Methacrylsäure, Ithaconsäure, Citracon
säure oder Crotonsäure, aus Maleinsäure oder Fumarsäure sowie dem Anhydrid der
Maleinsäure. Die genannten Polymeren können noch weitere Monomere enthalten
zum Beispiel Acrylamid aber auch Vinylacetat was insbesondere in einem weiteren
Verarbeitungsschritt zum Polyvinylalkohol hydrolisiert wird. Geeignete Polymere
Carbonsäuren weisen Molekulargewicht zwischen 2000 und 70000 auf, bevorzugt
sind einerseits Produkte mit einem Molekulargewicht im Bereich von 2000 bis 5000
andererseits solche mit einem Molekulargewichtsbereich von 20000 bis 70000.
Als monomere Polycarboxylate werden hier Mono- oder Polycarbonsäuren mit im
allgemeinen nicht mehr als 10 C-Atomen und einer bis sechs Carboxylgruppen ver
standen. Die im folgenden geschilderten monomeren Polycarboxylate können nach
gewünschten pH-Wert als Säuren oder als ihre Alkali- oder Amoniumsalze insbe
sondere Natriumsalze eingesetzt werden. Bevorzugt sind die Mischungen aus den
Säuren und den Salzen. Geeignete monomere Polycarboxylate mit einer Säure
gruppe sind Milchsäure und Glycolsäure. Unter den Stoffen mit zwei Säuregruppen
sind Bernsteinsäure, Malonsäure, Ethylendioxidessigsäure, Maleinsäure, Fumarsäu
re, Weinsäure, Tartronsäure zu erwähnen. Unter den monomeren Polycarboxylaten
mit drei Säuregruppen sind neben der Zitronensäure, Aconitsäure, Citraconsäure
und Derivate der Bernsteinsäure wie Carboximethyloxisuccinate zu erwähnen,
ebenfalls Lactoxysuccinate oder 2-Oxa 1,1,3-propantrycarboxylate. Unter den Mo
nomeren Polycarboxylaten mit vier Carboxylgruppen sind die Oxidisuccinate, die
1,1,2,2-Ethantetracarboxylate, die 1,1,3,3-Prophantetracarboxylate und die 1,1,2,3-
Prophantetracarboxylate zu erwähnen. Neben den genannten können auch car
bocyclische oder heterocyclische Polycarbonsäuren eingesetzt werden, zum Bei
spiel die Cyclopropantetracarbonsäure, die Cyclopentadienpentacarbonsäure, die
Tetrahydrofurantetracarbonsäure und deren Homologe. An aromatischen Polycar
bonsäuren können Melittsäure, Pyromelittsäure, Phthalsäure und deren Isomere
eingesetzt werden.
Erfindungsgemäße Zubereitungen für das maschinelle Geschirrspülen können wei
terhin ein Bleichsystem enthalten. Geeignet sind hier Sauerstoffbleichmittel. Insbe
sondere finden Wasserstoffperoxid Einschlußverbindungen Verwendung. Üblicher
weise verwendet man dabei die Natriumsalze und diese in Mengen von 1 bis 40 ins
besondere 5 bis 20 Gew.-% der gesamt Zubereitung. Beispiele für anorganische
Peroxidsalze sind die Perborate, Percarbonate, Perphosphate, Persulfate und Persi
likate. Die genannten Salze können als solche in der Zubereitung vorliegen. Es ist
jedoch im Sinne der Lagerstabilität meist bevorzugt, sie in umhüllter Form anzuset
zen. Eine bevorzugte in Ausführungsform der Erfindung werden Perborate einge
setzt insbesondere Natriumperboratmonohydrat oder -tetrahydrat. Weiterhin bevor
zugt ist der Einsatz von Natriumpercarbonat, einem Salz das auf zwei Moleküle Na
triumcarbonat, drei Moleküle Wasserstoffperoxyd enthält. Percarbonat wird im all
gemeinen in gecoateter Form eingesetzt. Als Umhüllungsmittel werden hier oftmals
andere Salze eingesetzt zum Beispiel Borate aber auch Seifen und der gleichen. Ein
weiteres wichtiges Salz ist das Kaliumperoxomonopersulfat oder das Kalium- oder
Ammoniumperoxidisulfat. Neben oder anstelle der genannten Verbindungen können
auch organische Persäuren eingesetzt werden so beispielsweise die Diperoxidode
kandisäure, die Diperoxitetradecansäure, die Diperoxihexadecandisäure und deren
Homologe. Üblicherweise werden diese Persäuren ebenfalls als Salze eingesetzt
zum Beispiel als Alkali oder Mangnesiumsalze.
Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können weiterhin Bleichaktivatoren enthal
ten. Eine bevorzugte Gruppe von Bleichaktivatoren sind Stoffe die mit dem nach
Auflösen der Persalze in wäßriger Flotte vorliegenden H₂O₂ zu Persäuren reagieren.
Geeignet sind hier Stoffe mit N- oder O-Acylgruppen. Verwiesen wird auf die Lehre
der internationalen Anmeldung WO 95112652, Seite 8 folgende, die eine ausführli
che Zusammenstellung geeigneter Bleichaktivatoren dieser Art enthält. Als beson
ders geeignet sind hier N, N, N-, N-, Tetraacetylethylendiamin, die N-Acylamide von
Carprolacta oder Valerolacta und deren Substitutionsprodukte. Geeignet sind aber
auch O-Acylverbindungen wie beispielsweise Monobenzyltetraacetylglucose sowie
Anhydride wie Phthalsäureanhydrid. Es sind auch kationische Persäurevorstufen
geeignet wie sie beispielsweise in der oben zitierten internationalen Patentanmel
dung beschrieben sind.
Die erfindungsgemäßen Mittel für das maschinelle Geschirrspülen können auch
Tenside in Mengen von 0,5 bis 10 Gew.-% enthalten. Geeignete Tenside sind im
vorstehenden Kapitel aufgezählt. Für Zwecke des maschinellen Geschirrspülens
sind Aniontenside und schwachschäumende nichtionische Tenside bevorzugt. Eine
besonders geeignete Klasse schwachschäumender Tenside sind die Endgruppen
verschlossenen ethoxilierten Fettalkohole. Es sind dies Verbindungen mit einer lang
kettigen Alkylgruppe von 8 bis 18 C-Atomen, einer von Etylenoxid abgeleiteten hy
drophilen Kette und einer Verschlußgruppe von 1 bis 4 C-Atomen, wobei die lang
kettige Alkylgruppe auch eine Hydroxylgruppe in Zweistellung aufweisen kann.
Zum Zwecke des maschinellen Geschirrspülens ist es bevorzugt mit wenig Tensid
oder unter schaumarmen Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Der Fachmann wird da
her, wenn er schäumende Tenside einsetzt, gleichzeitig Schauminhibitoren vorse
hen.
Die erfindungsgemäßen Zubereitungen für das maschinelle Geschirrspülen können
weiterhin spezielle Wirkstoffe enthalten, so z. B. Enzyme, Duftstoffe, Farbstoffe,
Schauminhibitoren, Stabilisatoren, Silberschutzmittel, Korrosionsschutzmittel und
der gleichen.
Als spezielle Wirkstoffe sind zum Beispiel Mangan(II)Salze anzusprechen, diese
dienen der Verhinderung der schwarz Färbung von Silber und werden im allgemei
nen in einer Menge von 0,01 bis 4 Gew.-% insbesondere bis 1 Gew.-% und vor
zugsweise 0,02 bis 0,4 Gew.-% eingesetzt. Geeignete Manganverbindungen sind
anorganische Salze die auch als Hydrat vorliegen können. Erwähnt werden sollen
Mangansulfat, Mangancarbonat, Manganphophat, Mangannitrat, Manganacetat oder
Manganchlorid. Eingesetzt werden können auch Salze von Mangankomplexen ins
besondere Salze von Chelatcomplexen mit mehr als einem Elektronendonatom im
Molekül.
Als weitere spezielle Wirkstoffe können in den erfindungsgemäßen Zubereitungen
auch Komplexbildner für Schwermetalle enthalten sein. Geeignete Komplexbildner
sind Derivate der Iminoessigsäure wie beispielsweise
2-Hydroxyethyliminodiessigsäure oder Gluceryliminodiessigsäure aber auch Ethylen
diamitetraessigsäure und der gleichen. Geeignet sind hier auch organische Diphos
phonsäuren.
Als weitere spezielle Wirkstoffe können die erfindungsgemäßen Zubereitungen
Kalkseifendispergatoren enthalten. Es ist bevorzugt Tenside zu wählen die entspre
chende Kalkseifen dispergierende Wirkung haben. Geeignet sind hier C₁₆ bis C₁₈
Dimethylaminoxide C₁₂ bis C₁₈ Alkylethoxisulfate mit einem mittleren Ethoxilierungs
grad von 1 bis 5 so wie ethoxilierte Fettalkohole mit einem Ethoxilierungsgrad um 12
oder um 30.
Die erfindungsgemäße Zubereitungen können weiterhin Schauminhibitoren enthal
ten. Diese werden üblicherweise in einer Menge von 0,1 bis 5 Gew.-% eingesetzt.
Prinzipiell können hier alle bekannten Schauminhibitoren eingesetzt werden, zum
Beispiel Schauminhibitoren auf Silikonbasis oder auf 2-Alkylalkanolbasis oder Par
affinschauminhibitoren. Weiterhin eingesetzt können hier Copolimere von Ethylen
oxid und Propylenoxid zum Beispiel ethoxilierte-propoxilierte Fettalkohole mit einer
Alkylkettenlänge von 10 bis 16 C-Atomen und einem Ethoxilierungsgrad von 3 bis 30
und einem Propoxilierungsgrad von 1 bis 10.
In den erfindungsgemäßen Zubereitungen können weiterhin noch andere Enzyme
enthalten sein. Geeignete andere Enzyme sind Amylasen, Lipasen gegebenenfalls
aber auch Zellulasen, Glutanasen und gegebenenfalls Esterasen oder Proteasen.
Unter den genannten sind Proteasen weniger bevorzugt, da sie mitunter andere En
zyme angreifen. Unter den erfindungsgemäß einzusetzenden Amylasen sind alpha
Amylasen bevorzugt so beispielsweise alpha Amylasen aus B. Lichiniformis die in
einer Menge von 0,01 bis 2 Gew.-% eingesetzt werden können. Als Lipiasen können
beispielsweise Lipasen aus Pseudomonas pseudoalkaligenes eingesetzt werden
oder Lipasen aus Homikulalanigunosa. Ein geeignetes Enzym dieser Art wird unter
dem Markennamen Lipolase von der Firma Novo Nordisk vermarktet. Proteasen
können in Mengen 0,005 Gew.-% bis 2 Gew.-% aktives Enzym eingesetzt werden
geeignet sind hier Serinproteasen, insbesondere Serinproteasen vom Subtilisintyp.
Geeignet sind hier Proteasen aus Bacilus lentus, aus Bacillus lichiniformis (Subtilisin
Carlsberg) bzw. Subtilisin BPN. Geeignete Produkte sind dem Waschmittel und
Reinigungsmittel Fachmann bekannt und werden beispielsweise unter dem Han
delsnamen Alkalase oder Maxatase im Handel angeboten.
Die erfindungsgemäßen maschinellen Geschirrspülmittel können weiterhin Stoffe
zur Verhinderung der Glaskorrosion enthalten. Geeignet sind hier beispielsweise
anorganische Zinkverbindungen die als wasserlösliche Zinksalze, oder unlöslich als
Zinkoxid bzw. Zinkhydroxid eingesetzt werden. Des weiteren können die erfindungs
gemäßen Zubereitungen Fluoride enthalten, zur Verhinderung von braunen Dekor
verfärbungen durch die vorgenannten Manganverbindungen aber auch zur Beseiti
gung von Silikatablagerungen auf Gläsern.
Die erfindungsgemäßen Zubereitungen können weiterhin ein organisches Redoxsy
stem zur Verhinderung der der Verfärbung von Silber enthalten. Geeignet sind hier
organische, meist heterocycliche Verbindungen die auch Stickstoff und Schwefel
enthalten können. Eine besonders bevorzugte Verbindung sind Benzotriazol und
Isocyanursäure. Weitere geeignete Verbindungen sind die Aminosäuren Cystein
und Cystin.
Durch die enzymatische Freisetzung von Ammoniak aus dem eingesetzten Harnstoff
steigt der vorgelegte pH-Wert. Der enzymkatalysierte pH-Shift wird im nachfolgend
beschriebenen Laborsystem beschrieben:
Es werden jeweils 30 ml Ansätze vorbereitet: Eine als Wasserbad eingesetzte Kristal
lisierschale (d=110 mm, h=65 mm) wird auf einem Heizrührer mittels Kontakt-
Thermometer temperiert.
In einem 50 ml Becherglas werden 30 ml Substratlösung vorgelegt, temperiert und
auf den erforderlichen pH-Wert eingestellt.
Durch Zugabe des jeweiligen Enzyms wird die Reaktion gestartet.
Der pH-Wert wird über eine pH-Elektrode aufgenommen, die an einen Schreiber
(Papiervorschub 2 mm/min, Empfindlichkeit 100×10 = 20 mm/pH-Stufe) angeschlos
sen ist und somit kontinuierlich verfolgt werden kann.
Alle Messungen mit Harnstoff als Substrat werden in 20 mM Citronensäurepuffer/
NaOH angesetzt.
Von pH=6,0 ausgehend verlangsamt sich die Enzymreaktion bei fallenden pH-Start-
Werten deutlich. Bei Start pH-Wert 4 ist keine Enzymaktivität mehr meßbar.
Eine deutlich steigende Enzymaktivität läßt sich durch die Temperaturerhöhung bis
50°C erreichen. Bei 60°C zeigt sich in etwa die gleiche Aktivität wie bei 50°C.
Bei geringen Harnstoffkonzentrationen (z. B. 10 mM) kann nur ein niedrigerer pH-
Endwert (pH 6) erreicht werden, als bei höheren Harnstoffkonzentrationen (20 mM -
pH 7,8).
Je mehr Enzym (1-5 mg) eingesetzt wird, umso schneller wird der Harnstoff umge
setzt, d. h. erfolgt der gewünschte pH-Shift.
Die erforderlichen Einsatzmengen von Harnstoff und Urease werden für 5 l berech
net.
| Ansatz V | |
| 15 g Harnstoff | |
| 833 mg Urease | |
| Ansatz VIII | 6 g Harnstoff |
| 167 mg Urease |
Am Beispiel einer 50 mM Harnstoff (3 g/l) und 0.8 g Urease (0.16 g/l) (Sigma Chemi
cals no. U-1500) wurde der pH-Shift in einer handelsüblichen Spülmaschine geprüft.
Der Start pH von 4.5 wurde hierbei mit einer 20 mM Zitronensäure eingestellt. Die
Enzyme wurden nach Abschluß des Vorspülgangs bei ca. 25°C zugegeben. Die
Spülmaschine war eine Miele G 590. Das Programm war auf 65°C Universalpro
gramm gestellt. Das Programm erreichte bei normaler Beladung innerhalb von 15
min die Zieltemperatur von 64°C und hielt die Temperatur für weitere 8 min bis zum
Ende des Reinigungsgangs. Der pH stieg hierbei von 4.5 innerhalb von 5 min
(35°C) auf 5.5, nach 10 min (50°C) auf 7.5 und blieb nach 15 min bis zum Ende des
Reinigungsgangs bei pH 8.6.
Während ein Reinigungsgang mit Wasser bei Teenaschmutzungen auf Porzellantas
sen kaum einen Effekt erzielte, (Note 1-2 auf einer Skala von 0-10) konnte hierdurch
eine Note von 9 erreicht werden (sehr gute Reinigung). Dies bedeutet, daß unter
Praxisbedingungen eine gute Reinigung von Teeanschmutzungen möglich sind und
trotzdem über einen großen Zeitraum während der Reinigung eine Alkalität vorliegt,
die eine gute Wirkung von Tensiden und Enzymen, wie Proteasen und Amylasen
gewährleistet.
Die enzymatische Decarboxylierung des Oxalacetats erhöht den vorliegenden pH-
Wert, da eine Carboxyl-Gruppe abgebaut wird. Die Reaktionsprodukte sind Pyruvat
und Kohlendioxid, was zum überwiegenden Teil entweicht, die Anteile gelöster Koh
lensäure zeigen keinen großen Einfluß auf den pH-Wert.
Die hier beschriebene Decarboxylierung des nicht stabilen Oxalacetats läuft auch
spontan ab, besonders bei höheren Temperaturen.
Es werden jeweils 30 ml Ansätze vorbereitet: Eine als Wasserbad eingesetzte Kristal
lisierschale (d=110 mm, h=65 mm) wird auf einem Heizrührer mittels Kontakt-
Thermometer temperiert.
In einem 50 ml Becherglas werden 30 ml Substratlösung vorgelegt temperiert und
auf den erforderlichen pH-Wert eingestellt.
Durch Zugabe des jeweiligen Enzyms wird die Reaktion gestartet.
Der pH-Wert wird über eine pH-Elektrode aufgenommen, die an einen Schreiber
(Papiervorschub 2 mm/min, Empfindlichkeit 100×10 = 20 mm/pH-Stufe) angeschlos
sen ist und somit kontinuierlich verfolgt werden kann.
Alle Messungen mit Oxalessigsäure werden in Wasser angesetzt (=Oxalacetat/OAA)
und mit NaOH auf pH=5,0 eingestellt, das heißt der Start-pH-Wert ist in diesen Ver
suchen immer pH=5.0.
Durch eine Temperaturerhöhung bis 60°C wird auch der spontane Zerfall von Ox
alacetat (und somit der pH-Shift) deutlich erhöht. Eine zusätzliche Decarboxylierung
bedingt durch den Enzymeinsatz zeigt sich daher nur bei niedrigeren Temperaturen.
Es wird mit der Standardkonzentration von 10 mM gearbeitet. Eine Verdopplung
bzw. Halbierung der Substratkonzentration zeigt keine großen Effekte.
Hier werden die vom Hersteller angegebenen Units als Maßeinheit verwendet.
(1 Unit setzt pro min 1 umol Oxalat in Pyruvat und CO₂ bei pH=8 und 25°C um).
Da der Reaktionsverlauf nicht linear ist (siehe auch Kurvenverlauf des pH-Shifts)
wird der jeweils erreichte pH-Wert nach 20 bzw. 40 min angegeben.
Die erforderlichen Einsatzmengen werden für 5 l berechnet.
| Ansatz VI | |
| 6,6 g Oxalessigsäure | |
| ca. 80 ml 1 n NaOH zum Einstellen des pH-Werts | |
| Ansatz IX | 6,6 g Oxalessigsäure |
| ca. 80 ml In NaOH zum Einstellen des pH-Werts | |
| 0,40 g BLAP 140, resp. 0.80 g Savinase 4.0T |
Das Prinzip ähnelt dem zuvor genannten, die Reaktionsprodukte sind Formiat und
Kohlendioxid. Diese Reaktion läuft nicht spontan ab, das Oxalat ist eine deutlich
stabilere Verbindung als das Oxalacetat.
Es werden jeweils 30 ml Ansätze vorbereitet: Eine als Wasserbad eingesetzte Kri
stallisierschale (d=110 mm, h=65 mm) wird auf einem Heizrührer mittels Kontakt-
Thermometer temperiert.
In einem 50 ml Becherglas werden 30 ml Substratlösung vorgelegt, temperiert und
auf den erforderlichen pH-Wert eingestellt. Durch Zugabe des jeweiligen Enzyms
wird die Reaktion gestartet. Der pH-Wert wird über eine pH-Elektrode aufgenom
men, die an einen Schreiber (Papiervorschub 2 mm/min, Empfindlichkeit 100×10 =
20 mm/pH-Stufe) angeschlossen ist und somit kontinuierlich verfolgt werden kann.
Alle Messungen mit Oxalsäure werden in Wasser angesetzt (=Oxalat) und mit NaOH
auf pH=5,0 eingestellt, das heißt der Start-pH-Wert ist in diesen Versuchen immer
pH=5.0.
Das Enzym zeigt bei 65°C keine Aktivität mehr.
Hier werden ebenfalls die vom Hersteller (Sigma Chemicals) angegebenen Units als
Maßeinheit verwendet. (1 Unit setzt pro min 1 umol Oxalat im Formiat und Co₂ bei
pH=5 und 37°C um)
Die erforderlichen Einsatzmengen werden für 5 l berechnet.
Ansatz II 0,23 g Oxalsäure, in NaOH zum Einstellen des pH-Werts, in Ab hängigkeit vom Temp. +/-133 Units Oxalacetat Decarboxylase.
Ansatz II 0,23 g Oxalsäure, in NaOH zum Einstellen des pH-Werts, in Ab hängigkeit vom Temp. +/-133 Units Oxalacetat Decarboxylase.
Es werden jeweils 30 ml Ansätze vorbereitet; Eine als Wasserbad eingesetzte Kristal
lisierschale (d=110 mm, h=65 mm) wird auf einem Heizrührer mittels Kontakt-
Thermometer temperiert.
In einem 50 ml Becherglas werden 30 ml Substratlösung vorgelegt, temperiert und
auf den erforderlichen pH-Wert eingestellt. Durch Zugabe des jeweiligen Enzyms wird
die Reaktion gestartet. Der pH-Wert wird über eine pH-Elektrode aufgenommen, die
an einen Schreiber (Papiervorschub 2 mm/min, Empfindlichkeit 100×10 = 20 mm/pH-
Stufe) angeschlossen ist und somit kontinuierlich verfolgt werden kann.
Die erzeugte Konzentration an Wasserstoffperoxid wird durch photometrische Be
stimmungen ermittelt. Hierbei produziert ein Wasserstoffdonor (4-Aminophenanzon
und Chromotropsäure) in Gegenwart von Peroxidase und Wasserstoffperoxid einen
blauen Farbstoff, dessen Absorptionsmaximum bei 600 nm liegt.
Herstellung des Peroxidreagens:
75 mM KH2PO4
125 mM NaH2PO4 × H2O
10 mM Chromotropsäure
0.5 mM 4-Aminophenanzon
in 250 ml bidest. Wasser.
75 mM KH2PO4
125 mM NaH2PO4 × H2O
10 mM Chromotropsäure
0.5 mM 4-Aminophenanzon
in 250 ml bidest. Wasser.
Der Testansatz beinhaltet:
2.4 ml Peroxidreagens
0.1 ml Peroxidase aus Meerettich (2U/ml)
0.1 ml Probenlösung mit Wasserstoffperoxid.
2.4 ml Peroxidreagens
0.1 ml Peroxidase aus Meerettich (2U/ml)
0.1 ml Probenlösung mit Wasserstoffperoxid.
Der Start der Nachweisreaktion erfolgt durch Zugabe des Wasserstoffperoxids. Die
Messung erfolgt bei 600 nm. Die Auswertung erfolgt gegen eine Eichkurve. Die
Standardlösungen hierfür wurden potentiometrich bestimmt.
Alle Messungen mit Oxalsäure werden in Wasser angesetzt (=Oxalat) und mit NaOH
auf pH=4,0 eingestellt, das heißt der Start-pH-Wert ist in diesen Versuchen immer
pH=4.0. Der Start erfolgt nach Sättigung mit Sauerstoff durch Zugabe des Enzyms.
Es werden die vom Hersteller (Sigma Chemicals) angegebenen Units als Maßeinheit
verwendet. (1 Unit bildet pro min 1 umol Wasserstoffperoxid aus Oxalat bei pH=3,8
und 37°C um).
Claims (16)
1. Verfahren zur selbsttätigen Verlagerung des pH-Werts einer wässerigen Be
handlungslösung vom Sauern ins Alkalische, dadurch gekennzeichnet, daß man
in einer wässerigen Flotte den gewünschten sauren Ausgangs-pH-Wert einstellt,
gleichzeitig oder anschließend ein Ammoniak generierendes und/oder ein orga
nische Carbonsäuren verbrauchendes Enzym und dessen Substrat zu
gibt, woraufhin man die enzymatische Reaktion bis zum Erreichen
des gewünschten End-pH-Werts ablaufen läßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Enzym Urease
und als Substrat Harnstoff eingesetzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Enzym eine De
carboxylase eingesetzt wird und als Substrat eine Carbon- insbesondere eine
Dicarbonsäure zugegen ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Enzym eine
Oxalacetatdecarboxylase und als Substrat Oxalessigsäure oder deren Salze
eingesetzt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Enzym
Oxalat-decarboxylase und als Substrat Oxalsäure eingesetzt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Enzym Oxidase
und als Substrat Oxalsäure eingesetzt werden.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei
Temperaturen zwischen 10 und 70°C gearbeitet wird.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der sau
re pH-Wert mit Hilfe einer Pufferlösung insbesondere mit einer Pufferlösung aus
einer organischen mehrfunktionellen Carbonsäure und ihrem Alkali- oder Am
moniumsalz eingesetzt wird.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Be
handlungslösung als Reinigungslösung oder als Färbelösung aufgebaut ist.
10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Be
handlungslösung weiterhin einen oder mehrere Zusätze aus der Gruppe der
Tenside, Waschmittelbuilder, Bleichmittel, Bleichaktivatoren, Enzyme wie Pro
teasen, Lipasen Amylasen, Schauminhibitoren enthält.
11. Reinigungsmittel in fester Form insbesondere für das maschinelle Geschirrspü
len enthaltend
2 bis 30 Gew.-% Enzym und Enzymsubstrat
1 bis 50 Gew.-% Mischung aus einer organischen Polycarbonsäure und ihrem Salz sowie
ab 100 Gew.-% mindestens eines Wirkstoffes ausgewählt aus der Gruppe Sauerstoffbleichmittel, Bleichaktivatorenbuilder, Tenside und spezielle Wirkstof fe.
2 bis 30 Gew.-% Enzym und Enzymsubstrat
1 bis 50 Gew.-% Mischung aus einer organischen Polycarbonsäure und ihrem Salz sowie
ab 100 Gew.-% mindestens eines Wirkstoffes ausgewählt aus der Gruppe Sauerstoffbleichmittel, Bleichaktivatorenbuilder, Tenside und spezielle Wirkstof fe.
12. Reinigungsmittel nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
als Sauerstoffbleichmittel Parborattetrahydrat, Perboratmonahydrat und/oder
Percarbonat eingesetzt werden.
13. Reinigungsmittel nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
als Bleichaktivatoren N-Acyl- und/oder O-Acyl-Verbindungen, vorzugsweise
N,N′-acylierte Diamine wie Tetraacetylethylendiamin oder Acylcaprolactam ein
gesetzt werden.
14. Reinigungsmittel nach den Ansprüchen 1 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß
als Builder Alkalipolyphosphate insbesondere Natrium- oder Kaliumtripolyphos
phat, Alkalisilikat von Disilikattyp oder unlösliche Builder wie Zeolit A eingesetzt
werden.
15. Reinigungsmittel nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
als Tenside Aniontenside, nichtionische Tenside oder kationische Tenside ein
gesetzt werden, wobei in Mitteln für das maschinelle Geschirrspülen schwach
schäumende nichtionische Tenside und für das manuelle Geschirrspülen stark
schäumende Mischungen aus Aniontensiden, nichtionischen Tensiden und Am
photensiden bevorzugt sind.
16. Reinigungsmittel nach den Ansprüchen 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß
als spezielle Wirkstoffe Enzyme, Duftstoffe, Farbstoffe, Schauminhibitoren,
Stabilisatoren, Silberschutzmittel, Korrosionsschutzmittel und dergleichen ein
setzt werden.
Priority Applications (6)
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|---|---|---|---|
| DE19612866A DE19612866A1 (de) | 1996-03-30 | 1996-03-30 | Verfahren zur selbsttätigen Verlagerung des pH-Werts einer wäßrigen Behandlungslösung und dafür geeignete feste Reinigungsmittel |
| PCT/EP1997/001470 WO1997036984A1 (de) | 1996-03-30 | 1997-03-22 | VERFAHREN ZUR SELBSTTÄTIGEN VERLAGERUNG DES pH-WERTS EINER WÄSSRIGEN BEHANDLUNGSLÖSUNG UND DAFÜR GEEIGNETE FESTE REINIGUNGSMITTEL |
| DE59706388T DE59706388D1 (de) | 1996-03-30 | 1997-03-22 | VERFAHREN ZUR SELBSTTÄTIGEN VERLAGERUNG DES pH-WERTS EINER WÄSSRIGEN REINIGUNGSMITTELLÖSUNG UND DAFÜR GEEIGNETE FESTE REINIGUNGSMITTEL |
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| EP97914294A EP0891414B1 (de) | 1996-03-30 | 1997-03-22 | VERFAHREN ZUR SELBSTTÄTIGEN VERLAGERUNG DES pH-WERTS EINER WÄSSRIGEN REINIGUNGSMITTELLÖSUNG UND DAFÜR GEEIGNETE FESTE REINIGUNGSMITTEL |
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