DE19709589A1 - Fließbettapparatur zum Behandeln von partikelförmigem Gut - Google Patents
Fließbettapparatur zum Behandeln von partikelförmigem GutInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Fließbettapparatur zum Behandeln
von partikelförmigem Gut, mit einer eine umfängliche Wand
aufweisenden Umwälzkammer, deren Boden Durchtrittsöffnungen
für den Durchtritt eines gasförmigen Mediums aufweist, mit einer
unter dem Boden angeordneten Eintrittskammer, in die das
gasförmige Medium einführbar ist, sowie mit zumindest einer
Düse zum Einbringen eines Behandlungsmediums in die Wälzkammer,
wobei die zumindest eine Düse zumindest einen Anschluß und einen
Düsenmündungsabschnitt aufweist.
Eine derartige Fließbettapparatur ist aus der EP-A-0 370 167
bekannt.
Derartige Fließbettapparaturen dienen dazu, um ein partikel
förmiges Gut zu trocknen, zu granulieren oder zu coaten.
Das gasförmige Medium, sogenannte Prozeßluft, wird in die
Eintrittskammer eingeführt und tritt durch die zahlreichen
Durchtrittsöffnungen im Boden durch diesen hindurch und in die
Umwälzkammer hinein.
Bei der eingangs genannten Fließbettapparatur besteht der Boden
aus einem Kranz sich radial erstreckender und einander überlap
pender Leitplatten. Auf dem Boden liegt das zu behandelnde
partikelförmige Gut. Das durch die Durchtrittsöffnungen im Boden
durchtretende gasförmige Medium tritt durch das zu behandelnde
partikelförmige Gut hindurch, und je nach Prozeßbedingungen
und Größe des zu behandelnden Gutes entsteht ein verwirbeltes
Fließbett oder ein umgewälztes rotierendes Materialband. Der
Boden ist ringförmig ausgebildet, d. h. mittig ist ein Verdrän
gungskörper enthalten, der als kegeliger Körper ausgebildet
sein kann oder auch als zentrales Rohr zur Rückführung von
Prozeßluft. Die durch die radialen Schlitze zwischen den
einzelnen Leitplatten durchtretende Prozeßluft wird in umfäng
licher Richtung geleitet, so daß das verwirbelte oder umgewälzte
partikelförmige Gut auf einem Art Prozeßluftpolster schwebt
und in der Umwälzkammer rotiert.
Im Boden, zwischen den Leitplatten angeordnet, sind Düsen
vorgesehen, um dem zu behandelnden partikelförmigen Gut ein
Behandlungsmedium aufzusprühen. Je nach Ausgestaltung der Düse
als 1- oder Mehrstoffdüse setzt sich das Behandlungsmedium aus
flüssigen und/oder gasförmigen Medien zusammen, wie das an sich
bekannt ist.
Bei der eingangs genannten Fließbettapparatur werden die Düsen
von sich etwa radial erstreckenden ganzen getragen, die wiederum
mit Anschlüssen versehen sind.
Bei Weiterentwicklungen wurden die ganzen durch mehrere einzelne
Düsen ersetzt, die zwischen den Leitplatten angeordnet sind.
Die Anordnung ist dabei so, daß ein Düsenmündungsabschnitt etwa
auf Höhe des Bodens liegt, die Düse also in diesem Bereich
mündet, die Anschlüsse bzw. die ganzen aber unterhalb des Bodens
liegen.
Da das in die Eintrittskammer eingeführte gasförmige Medium,
die sogenannte Prozeßluft, durch den Boden hindurch strömt,
muß diese Prozeßluft zwangsweise auch die ganzen bzw. die Düsen
und ggf. deren Anschlüsse umströmen. Dies führt zu einer
nachteiligen Beeinflussung dahingehend, daß das kontinuierliche
Durchströmen durch die Öffnungen im Boden an den Stellen gestört
ist, an denen die Düsen angeordnet sind. Der Innenraum der
Umwälzkammer weist durch die zahlreichen Bauelemente der Düsen
zahlreiche strömungstechnische Widerstände auf, die zu unge
wünschten Verwirbelungen und somit zu ungeordneten Strömungs
verhältnissen führen.
Es ist gerade ein Streben bei dieser Technologie, eine möglichst
gleichmäßige Beaufschlagung des zu behandelnden partikelförmigen
Gutes, sei es mit der Prozeßluft oder sei es mit dem Behandlungs
medium, zu erzielen, um letztendlich ein einheitliches Behand
lungsergebnis, d. h. mit einer schmalen Bandbreite zu erhalten.
Die zahlreichen Bauelemente in der Umwälzkammer stören einen
gleichmäßigen Durchtritt der Prozeßluft durch den Boden.
Ein sehr breites Einsatzgebiet derartiger Fließbettapparaturen
sind pharmazeutische Produkte. Da diese Produkte, insbesondere
die Produkträume, in denen diese behandelt werden, erhöhten
Hygienevorschriften unterworfen sind, müssen derartige Fließbett
apparaturen intensiv gereinigt werden.
Daher besteht ein weiterer wesentlicher Nachteil an der Konstruk
tion der eingangs genannten Art darin, daß die in der Eintritts
kammer angeordneten Düsenbaugruppen unzählige Kontaminations
stellen insbesondere Ecken und Nischen bilden, die äußerst
schwierig zu reinigen sind.
Darüber hinaus besteht der Nachteil, daß, falls die Düsen durch
andere Düsen ersetzt werden sollen, weil bspw. statt eine
3-Stoff-Düse nur eine 2- oder 1-Stoff-Düse benötigt wird, die
entsprechenden Manipulationen einen Eingriff in dem hygienischen
Bereich in der Eintrittskammer notwendig machen, um bspw. die
Düsen auszubauen und durch andere zu ersetzen. Daraus resultieren
sehr hohe Umrüstzeiten.
Im Hinblick auf diese Nachteile ist Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Fließbettapparatur der eingangs genannten Art
dahingehend weiterzuentwickeln, daß ein Reinigen einfach und
vollständig durchgeführt werden kann, daß eine möglichst wenig
beeinträchtigte Strömung der Prozeßluft von der Eintrittskammer
in die Umwälzkammer möglich wird, und daß ein rasches Umrüsten
möglich ist.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die
zumindest eine Düse in der umfänglichen Wand der Umwälzkammer
aufgenommen ist, und zwar derart, daß der Düsenmündungsabschnitt
in die Umwälzkammer hineinragt, die Anschlüsse jedoch außerhalb
der Umwälzkammer liegen.
Es wird nunmehr von dem Prinzip abgekehrt, die Düsen in dem
Boden bzw. in dem Übergangsbereich zwischen Eintrittskammer
und Umwälzkammer anzuordnen.
Dies hat zum einen den strömungstechnischen erheblichen Vorteil,
daß nunmehr die Prozeßluft aus der Eintrittskammer ungestört
durch Düsenbaugruppen oder dgl. durch den Boden hindurch in
die Umwälzkammer eintreten kann. Ferner resultiert, dadurch
daß diese Baugruppen nun in diesem Bereich wegfallen, daß diese
Bereiche wesentlich weniger Kontaminationsflächen, insbesondere
keine Ecken und Nischen aufweisen, so daß dieser Bereich
wesentlich einfacher zu reinigen ist.
Lediglich der Düsenmündungsabschnitt ragt nunmehr noch in den
"hygienischen" Bereich in die Umwälzkammer hinein, die restlichen
Bauteile, also die Anschlüsse, befinden sich außerhalb der
Umwälzkammer. Das heißt, Manipulationen zum Umrüsten, bspw.
das Stillegen einiger Anschlüsse bei einer Mehrstoffdüse oder
das Anschließen von Zuführleitungen an die Anschlüsse, können
außerhalb der eigentlichen Fließbettapparatur bzw. von deren
frei zugänglichen Außenseite ohne Behinderung durchgeführt
werden. Dadurch werden Umrüstzeiten erheblich vermindert. In
den hygienischen bzw. den eigentlichen Behandlungsbereich in
der Umwälzkammer ragen lediglich die Düsenmündungsabschnitte
hinein, die dann entsprechend ausgerichtet sind, um dem in der
Umwälzkammer rotierenden Gut das Behandlungsmedium gleichmäßig
aufzuerlegen. Es wurde festgestellt, daß mit dieser umfänglichen
Anordnung von Düsen in der umfänglichen Wand der Umwälzkammer
vergleichbar gute Behandlungsergebnisse erzielt werden können,
wie bei der Fließbettapparatur der eingangs genannten Art, bei
der die Düsen im Boden angeordnet sind. Somit kann das Erforder
nis der gleichmäßigen Behandlung des partikelförmigen Gutes
aufrechterhalten werden, zugleich aber die Vorteile des strö
mungsgünstigeren Übertrittes der Prozeßluft von der Eintritts
kammer in die Umwälzkammer erzielt werden und die Vereinfachung
der Reinigung bzw. Verkürzung der Umrüstzeiten erzielt werden.
Somit wird die Aufgabe vollkommen gelöst.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die zumindest
eine Düse abziehbar in der Wand montiert.
Diese Maßnahme hat nun den erheblichen Vorteil, daß die Montage
oder Demontage, sei es zum Umrüsten oder sei es zum Reinigen,
einfach dadurch erleichtert wird, daß die Düse von der Wand
abgezogen und bspw. an einer anderen Stelle gereinigt oder durch
eine andere Düse ersetzt wird, die dann lediglich in die Wand
eingeschoben werden muß. Dies erhöht erheblich die Flexibilität
der Fließbettapparatur, und dies ist mit sehr kurzen Umrüstzeiten
möglich.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind mehrere Düsen
umfänglich verteilt in der Wand vorgesehen, und der Düsenmün
dungsabschnitt kommt etwas über dem Boden zum Liegen.
Diese Maßnahme hat nun den Vorteil, daß durch die zahlreichen
umfänglich angeordneten Düsen in der Umwälzkammer ein sehr
gleichmäßiges Behandlungsergebnis erzielt werden kann, und daß
das Behandlungsmedium knapp über dem Boden eingesprüht wird,
wo es dann von der vom Boden ansteigenden, durch diesen hindurch
getretenen Prozeßluft mit in das bewegte Gut hinein bewegt wird.
Durch diese Kombination können besonders gute Behandlungser
gebnisse, bspw. beim Granulieren und Coaten, erzielt werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Eintritts
kammer als unter dem Boden montierter Napf ausgebildet.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß der Innenraum des Napfes
keine Ecken, Nischen, Kanten und Hinterschneidungen aufweist,
sondern ein, strömungstechnisch gesehen, widerstandsarmes Gebilde
darstellt, das zum einen eine hervorragende Führung der einge
tretenen Prozeßluft und ein einfaches Reinigen ermöglicht.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die komplette
Eintrittskammer seitlich von der Umwälzkammer weg schwenkbar.
Diese Maßnahme hat nun den erheblichen Vorteil, daß zum Reinigen
oder auch zum Umrüsten die Umwälzkammer seitlich verschwenkt
und gereinigt werden kann. Zugleich wird dann ein einfacher
Zugang zu der Unterseite des Bodens der Umwälzkammer geschaffen,
um ggf. diesen zu reinigen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Umwälz
kammer einen oberen zylindrischen Abschnitt und einen unteren,
vom oberen Abschnitt lösbaren Abschnitt auf, der den Boden trägt.
Diese Maßnahme hat nun den erheblichen Vorteil, daß der untere
Abschnitt der Umwälzkammer, der den Boden trägt, vom verbleiben
den Körper bzw. Behälter der Fließbettapparatur abgenommen werden
kann, um bspw. diesen zu reinigen oder um in dessen Wand
umfänglich verteilte Düsen auszutauschen oder zu reinigen.
Insbesondere mit der zuvor erwähnten Maßnahme der seitlich weg
schwenkbaren Eintrittskammer ist eine einfach zerlegbare
Fließbettapparatur geschaffen, die einfach Zugang zu den
kontaminationsanfälligen bzw. umzurüstenden Baugruppen erlaubt.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der untere
lösbare Abschnitt der Umwälzkammer von einem fahrbaren Gestell
getragen.
Diese Maßnahme hat nun den erheblichen Vorteil, daß, bspw. nach
dem seitlichen Verschwenken der Eintrittskammer, die das unterste
Bauteil der Fließbettapparatur darstellt, der untere Abschnitt
der Umwälzkammer abgenommen, d. h. die Verbindung mit dem
verbleibenden zylindrischen Körper gelöst wird, und dann diese
Baugruppe mit dem fahrbaren Gestell seitlich verfahren werden
kann, um die entsprechenden Manipulationen durchzuführen, sei
es Reinigen, seien es Reparaturvorgänge, seien es Umrüstvorgänge
oder auch schlichtes Einfüllen des zu behandelnden Gutes.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind in der
Eintrittskammer und/oder in der Umwälzkammer Reinigungsarme
vorgesehen, über die eine Reinigungsflüssigkeit in diese Kammern
zuführbar ist.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß ein Cleaning-in-Place einfach
ermöglicht wird, ohne daß notwendigerweise die Fließbettapparatur
dazu demontiert werden muß. Dies wird gerade dadurch eröffnet,
daß im kritischen Übergangsbereich zwischen Eintrittskammer
und Umwälzkammer keine sperrenden Bauteile wie Düsen, Düsen
gruppen, diese Düsen tragenden Lanzen oder Anschlüsse vorhanden
sind, so daß über die Reinigungsarme eine ausreichende Reinigung
dieser nun geometrisch einfach gestalteten Kammern möglich ist.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die zumindest
eine Düse als Mehrstoffdüse ausgebildet.
Diese an sich bekannte Maßnahme hat den Vorteil, daß eine sehr
hohe Flexibilität erzielt wird, d. h. daß die Fließbettapparatur
für unterschiedliche Trocknungs-, Granulier- oder Coatvorgänge
eingesetzt werden kann, wozu dann die entsprechenden gestalteten
Düsen, insbesondere Mehrstoffdüsen, eingesetzt werden können.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind Spüldüsen
vorgesehen, die gegen die Düsen zum Einbringen des Behandlungs
mediums austauschbar sind.
Diese Maßnahme hat nun den Vorteil, daß, insbesondere zum
Reinigen der Umwälzkammer im Bereich des Bodens, die eigentlichen
Düsen zur Behandlung des Behandlungsmediums durch Spüldüsen
ausgetauscht werden. Dieser Vorgang ist rasch und einfach
durchzuführen, indem nämlich einfach die Behandlungsdüsen
abgezogen und statt dessen Spüldüsen eingeschoben werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist in der Wand
der Umwälzkammer zumindest eine Öffnung vorgesehen, in die
wahlweise jeweils dichtend Düsen unterschiedlicher Art oder
auch Verschließelemente einsetzbar sind.
Diese Maßnahme garantiert, auf konstruktiv einfache Art und
Weise die zuvor genannte flexible Arbeitsweise zu erzielen,
nämlich je nach Bedarfsfall unterschiedliche Arten von Behand
lungsdüsen einzusetzen bzw. Spüldüsen oder auch schlicht und
einfach Verschlußelemente dichtend einzusetzen.
Alle diese Wechselvorgänge sind von der Außenseite der Fließbett
apparatur her durchzuführen, ohne daß in den "hygienischen
Bereich" eingegriffen werden muß.
Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachste
hend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in den jeweils
angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen
oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der
vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines ausgewählten
Ausführungsbeispiels in Zusammenhang mit den beiliegenden
Zeichnungen näher beschrieben und erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 stark schematisiert, die wesentlichen Bauelemente
einer erfindungsgemäßen Fließbettapparatur;
Fig. 2 eine abschnittsweise vergrößerte, mehr detailliertere
Ansicht der Fließbettapparatur von Fig. 1;
Fig. 3 ein von einem Gestell getragenes Bauteil, nämlich
der untere Abschnitt der Umwälzkammer der Fließbett
apparatur von Fig. 2; und
Fig. 4 eine Draufsicht auf die Baugruppe von Fig. 3.
Eine in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Fließbettapparatur ist
in Fig. 1 in ihrer Gesamtheit mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet.
Die wesentlichen Bauelemente sollen zunächst anhand der stark
schematisierten Darstellung von Fig. 1 erläutert werden.
Die Fließbettapparatur 10 weist einen stehenden, etwa hohl
zylindrischen Behälter 12 auf, der am unteren Ende über eine
Eintrittskammer 14 abgeschlossen ist.
Die Eintrittskammer 14 ist als Napf 16 gestaltet, dessen
Innenkontur mit sanften Rundungen ausgebildet ist, d. h. der
Übergang von einer hier nicht näher bezeichneten zylindrischen
umfänglichen Wand zum Boden des Napfes 16 verläuft in sanften
Rundungen.
Der Boden des Napfes 16 ist mit einem Ablaß 17 versehen.
Die Eintrittskammer 14 ist seitlich mit einer Einlaßleitung
18 verbunden, über die Prozeßluft PL, wie das nachfolgend in
Zusammenhang mit der Betriebsweise der Fließbettapparatur 10
noch näher beschrieben wird, in die Eintrittskammer 14 eingeführt
werden kann.
Über der Eintrittskammer 14 ist eine Umwälzkammer 20 angeordnet.
Die Umwälzkammer 20 ist am unteren Ende mit einem Boden 22
versehen, der zugleich einen oberen Abschluß der Eintrittskammer
14 darstellt.
Wie aus der Draufsicht von Fig. 4 zu erkennen, besteht der Boden
22 aus einem Kranz 24 an sich gegeneinander umfänglich überlap
pender Leitplatten 26. Somit sind im Überlappungsbereich der
Leitplatten sich radial erstreckende schlitzförmige Durchtritts
öffnungen 25 vorgesehen, über die ein Medium z. B. Prozeßluft
PL von der Eintrittskammer 14 in die Umwälzkammer 20 eintreten
kann, wie das in Fig. 4 durch einen Pfeil 23 angedeutet ist.
In der Mitte des Kranz es 24 ist ein etwa kegelförmiger Verdrän
gungskörper 27 vorgesehen.
Die Umwälzkammer 20 weist einen unteren kegelstumpfförmigen
Abschnitt 28 auf, dessen durchmessergeringeres Ende dem Durch
messer des Kranzes 24 entspricht. Dieser untere Abschnitt 28
ist von einer umfänglichen Wand 29 umgeben.
Nach oben setzt sich der untere Abschnitt 28 in einen zylin
drischen Abschnitt 30 fort, an dessen oberen Ende ein Deckel
32 vorgesehen ist, der einen oberen Abschluß des Behälters 12
darstellt. Im Übergangsbereich vom oberen Ende des zylindrischen
Abschnittes 30 zum Deckel 32 ist ein Trennboden 36 vorgesehen,
der vier Filterpatronen 34 trägt.
Im Deckel 32 ist ein Auslaß 38 vorgesehen, der mit einer
Auslaßleitung 39 verbunden ist.
Die oberen Enden der Filterpatronen 34 sind mit Spülleitungen
40 verbunden.
In der umfänglichen Wand 29 des unteren Abschnittes 28 der
Umwälzkammer 20 sind mehrere Düsen 50 angeordnet, wobei in Fig.
1 eine solche Düse 50 näher dargestellt ist.
Die Düse 50 steckt passend und dichtend in einer Öffnung 52
in der Wand 29.
Deren Mündungsabschnitt 54 ragt durch die Wand 29 in den
Innenraum der Umwälzkammer 20 hinein. Die Düse 50 ist dabei
einige Zentimeter über dem Boden 22 angeordnet, und die Mündung
der Düse 50 ist etwa umfänglich auf den Kranz 24 gerichtet,
wie das insbesondere aus der Draufsicht von Fig. 4 ersichtlich
ist. Daraus ist auch ersichtlich, daß insgesamt vier gleichmäßig
umfänglich verteilt angeordnete Düsen 50 bzw. 50' vorgesehen
sind.
Die Düse 50 ist als 3-Stoff-Düse ausgebildet und weist außerhalb
der Wand 29 angeordnete Anschlüsse 56, 57 und 58 auf, die mit
entsprechenden Leitungen 60, 61 und 62 verbunden sind.
Derartige 3-Stoff-Düsen sind an sich auf diesem Gebiet der
Technik bekannt und dienen dazu, eine Sprühflüssigkeit des SFL
zusammen mit einer Sprühluft SL als feiner Nebel zu versprühen.
Um diesen Sprühnebel wird noch ein sogenanntes Mikroklima MK
gebildet, um den Sprühnebel äußerlich zu schützen, um ein
ausreichendes Vermischen zwischen Sprühflüssigkeit und Sprühluft
zu gewährleisten, bevor dieser Nebel mit dem in der Umwälzkammer
20 umgewälzten Gut 44 in Berührung tritt.
Die in Fig. 1 dargestellte Fließbettapparatur 10 arbeitet wie
folgt. In die Umwälzkammer 20 wird das zu behandelnde Gut 44
eingegeben, bspw. ein zu granulierendes hochfeines Pulver.
Aufgrund der sich überlappenden Leitplatten 26 des Kranzes 24
kann das Gut nicht durch den Boden 22 hindurchfallen. Die Eingabe
des Gutes 44 kann bspw. über einen hier nicht dargestellten
Einfüllstutzen erfolgen.
Über die Einlaßleitung 18 wird ein gasförmiges Medium, die
sogenannte Prozeßluft PL, meist heiße trockene Luft, in die
Eintrittskammer 14 eingeführt. Wie durch einen Pfeil 46 ange
deutet, tritt die Prozeßluft PL durch den Boden 22 hindurch
und wird durch diesen in umfänglicher Richtung gerichtet.
Gleichzeitig steigt die Prozeßluft PL nach oben, woraus insgesamt
eine drehende und verwirbelnde Bewegung des Gutes 44 im unteren
Abschnitt 28 der Umwälzkammer 20 resultiert.
Die Füllhöhe und der Betriebsdruck der Prozeßluft PL ist so,
daß sich das verwirbelte Gut 44 um den Verdrängungskörper 27
herum bewegt, diesen aber nicht übersteigt.
Wie durch einen Pfeil 47 angedeutet, steigt die durch das
verwirbelte Gut 44 hindurchgetretene Prozeßluft PL an und tritt
über die Außenseiten der Filterpatronen 34 in deren Innenraum
hinein, wie dies durch einen Pfeil 48 angedeutet ist. Dies dient
dazu, um eventuell mitgerissenes Gut 44 von der Prozeßluft PL
zu trennen. Durch den Trennboden 36 ist ein Durchtritt der
Prozeßluft PL unmittelbar in den Deckel 32 gehindert.
Über dem Trennboden 36 kann dann die gefilterte Prozeßluft PL
aus den Filterpatronen 34 austreten, wird gesammelt und über
einen Auslaß 38 und eine damit verbundene Auslaßleitung 39 wieder
abgeführt. Die abgeführte Prozeßluft PL wird ggf. weiter aufgear
beitet, insbesondere erwärmt und anschließend wieder der
Eintrittskammer 14 über die Einlaßleitung 18 zugeführt.
Dem in der Umwälzkammer 20 verwirbelnden Gut 44 wird nun über
die Düse 50 eine haftvermittelnde Flüssigkeit zugeführt, so
daß die feinsten zunächst staubförmigen Partikel des Gutes 44
zu entsprechenden größeren Granulaten fest aneinanderhaftend
agglomeriert werden. Dazu wird eine diese Haftung verursachende
Sprühflüssigkeit SFL zusammen mit einer Sprühluft SL in Form
eines feinen Nebels versprüht. In der Ausgestaltung als 3-Stoff-Düse
wird um diesen Sprühnebel noch ein sogenanntes Mikroklima
in Form von einem äußeren Luftmantel geschaffen, wie das an
sich aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Nach Beendigung der Behandlung kann das behandelte Gut 44 über
einen Abführstutzen 66 abgeführt werden.
Zum Reinigen oder Umrüsten der Fließbettapparatur 10 kann die
Eintrittskammer 14 samt der Krümmung 68 der Einlaßleitung 18
seitlich weg verschwenkt werden, und zwar um eine Schwenkachse
70, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist.
Dazu muß, wie das aus Fig. 2 ersichtlich ist, eine Verbindung
zwischen der Oberkante des Napfes 16 und der Unterkante des
unteren Abschnittes 28 der Umwälzkammer 20 gelöst werden, die
aus einem Haltering 92 gebildet ist. Aus der Fig. 2 ist zu sehen,
daß der Ablaß 17 mit einem hier nicht näher bezeichneten
Ablaßventil versehen ist.
Wie aus Fig. 2 zu entnehmen, ist radial nach innen gerichtet
in der Eintrittskammer 14 ein Reinigungsarm 82 vorgesehen, an
dessen vorderem Ende eine Sprühdüse 84 vorgesehen ist. In dieser
Ausgestaltung ist es möglich, ein Cleaning-in-Place in der
Eintrittskammer 14 durchzuführen, ohne daß diese bspw. dazu
seitlich verschwenkt werden muß. Dies ist einfach deswegen
möglich, da durch die Innenkontur des Napfes 16 keine Nischen
oder Kanten vorhanden sind, an denen sich Kontaminationen
festsetzen können.
Aus Fig. 2 ist zu entnehmen, daß das obere Ende des unteren
Abschnittes 28 der Umwälzkammer 20 mit dem entsprechenden unteren
Ende des zylindrischen Abschnittes 30 der Umwälzkammer lösbar
verbunden ist, wobei auch hier ein entsprechend umfänglicher
Ring 94 lösbar zur dichten Verbindung angebracht ist. Es sind
hier entsprechende Dichtungen vorgesehen, die nicht näher
bezeichnet sind.
Wurde, wie zuvor beschrieben, die Eintrittskammer 14 seitlich
verschwenkt und wurde die Verbindung zwischen unterem Abschnitt
28 und oberen zylindrischem Abschnitt 30 der Umwälzkammer 20
gelöst, kann dieser untere Abschnitt 28, wie das aus Fig. 3
ersichtlich ist, abgenommen werden. Dazu ist dieser Abschnitt
28 von einem Gestell 72 getragen, das auf Rädern 74 ruht.
Das Gestell 72 ist so ausgewählt, wie das insbesondere aus der
Draufsicht von Fig. 4 ersichtlich ist, daß seitlich die Möglich
keit besteht, die Eintrittskammer 14 weg zu verschwenken.
Das heißt, im montierten Zustand, wie das aus Fig. 2 ersichtlich
ist, verbleibt das Gestell 72 an dem unteren Abschnitt 28 der
Umwälzkammer 20.
Aus Fig. 2 ist ebenfalls ersichtlich, daß auch in den Innenraum
des zylindrischen Abschnittes 30 ein Reinigungsarm 26 reicht,
an dessen äußerem Ende eine Sprühdüse 88 vorgesehen ist. Dadurch
ist es möglich, den unteren Abschnitt des zylindrischen Ab
schnittes und den kegelstumpfförmigen Abschnitt 28 zu reinigen.
Dazu können bspw. die Düsen 50 schlicht und einfach von der
entsprechenden Öffnung 52 in der Wand 29 abgezogen und entweder
durch hier nicht näher dargestellte Reinigungsdüsen ersetzt
werden oder schlicht und einfach durch ein Verschlußelement,
das dann die entsprechende Öffnung 52 dicht abschließt.
Dieser Vorgang kann von der Außenseite her durch entsprechende
Schaugläser 90, 90' visuell beobachtet werden.
Aus der vorangegangenen Beschreibung zeigt sich die hohe
Flexibilität der Fließbettapparatur 10, d. h. sowohl was die
Betriebsweisen betrifft, also bezüglich Trocknen, Granulieren
und Coaten durch Auswahl entsprechender Mehrstoffdüsen 50, als
auch was die Reinigung betrifft, sei es durch Cleaning-in-Place,
sei es durch einfaches Zerlegen des Behälters 12 durch seitliches
Verschwenken der Eintrittskammer 14 und Abnehmen der vom Gestell
72 getragenen Umwälzkammer 20.
In dieser Ausgestaltung sind die Filterpatronen 34 als an einem
bewegbaren und absenkbaren Gestell hängend ausgebildet, so daß
diese durch Absenken unten aus dem zylindrischen Abschnitt 30
der Umwälzkammer 20 herausgefahren und entsprechend inspiziert
oder ggf. ersetzt werden können.
Im eigentlichen Prozeßbetrieb wird über die Rückspülleitungen
40 das an der Außenseite der Filterpatrone 34 anhaftende Gut
abgeblasen und wieder dem umgewälzten Gut 44 rückgeführt.
Claims (11)
1. Fließbettapparatur zum Behandeln von partikelförmigem Gut
(44),
mit einer eine umfängliche Wand (29) aufweisenden Umwälz kammer (20), deren Boden (22) Durchtrittsöffnungen (25) für den Durchtritt eines gasförmigem Mediums (PL) aufweist,
mit einer unter dem Boden (22) angeordneten Eintrittskammer (14), in die das gasförmige Medium (PL) einführbar ist,
sowie mit zumindest einer Düse (50) zum Einbringen eines Behandlungsmediums in die Umwälzkammer (20), wobei die Düse (50) zumindest einen Anschluß (56, 57, 58) und einen Düsenmündungsabschnitt (54) aufweist, dadurch gekenn zeichnet,
daß die zumindest eine Düse (50) in der umfänglichen Wand (29) der Umwälzkammer (20) aufgenommen ist, und zwar derart,
daß der Düsenmündungsabschnitt (54) in die Umwälzkammer (20) hineinragt, der zumindest eine Anschluß (56, 57, 58) jedoch außerhalb der Umwälzkammer (20) liegt.
mit einer eine umfängliche Wand (29) aufweisenden Umwälz kammer (20), deren Boden (22) Durchtrittsöffnungen (25) für den Durchtritt eines gasförmigem Mediums (PL) aufweist,
mit einer unter dem Boden (22) angeordneten Eintrittskammer (14), in die das gasförmige Medium (PL) einführbar ist,
sowie mit zumindest einer Düse (50) zum Einbringen eines Behandlungsmediums in die Umwälzkammer (20), wobei die Düse (50) zumindest einen Anschluß (56, 57, 58) und einen Düsenmündungsabschnitt (54) aufweist, dadurch gekenn zeichnet,
daß die zumindest eine Düse (50) in der umfänglichen Wand (29) der Umwälzkammer (20) aufgenommen ist, und zwar derart,
daß der Düsenmündungsabschnitt (54) in die Umwälzkammer (20) hineinragt, der zumindest eine Anschluß (56, 57, 58) jedoch außerhalb der Umwälzkammer (20) liegt.
2. Fließbettapparatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die zumindest eine Düse (50) abziehbar in der Wand
(29) montiert ist.
3. Fließbettapparatur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß mehrere Düsen (50, 50') umfänglich verteilt
in der Wand (29) vorgesehen sind, und daß der Düsenmündungs
abschnitt (54) etwas über dem Boden (22) zum Liegen kommt.
4. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Eintrittskammer (14) als unter
dem Boden (22) montierter Napf (16) ausgebildet ist.
5. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die komplette Eintrittskammer (14)
seitlich von der Umwälzkammer (20) weg schwenkbar ist.
6. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Umwälzkammer (20) einen oberen
zylindrischen Abschnitt (30) und einen unteren, vom oberen
Abschnitt (30) lösbaren Abschnitt (28) aufweist, der den
Boden (22) trägt.
7. Fließbettapparatur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der untere lösbare Abschnitt (28) der Umwälzkammer
(20) von einem fahrbaren Gestell (72) getragen ist.
8. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Eintrittskammer (14) und/oder
in der Umwälzkammer (20) Reinigungsarme (82, 86) vorgesehen
sind, über die eine Reinigungsflüssigkeit in diese Kammern
(14, 20) zuführbar ist.
9. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die zumindest eine Düse (50, 50') als
Mehrstoffdüse ausgebildet ist.
10. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß Spüldüsen vorgesehen sind, die gegen
die Düsen (50, 50') zum Einbringen eines Behandlungsmediums
austauschbar sind.
11. Fließbettapparatur nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Wand (29) der Umwälz
kammer (20) zumindest eine Öffnung (52) vorgesehen ist,
in die wahlweise jeweils dichtend Düsen unterschiedlicher
Art oder auch Verschließelemente einsetzbar sind.
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|---|---|---|---|
| DE1997109589 DE19709589C2 (de) | 1997-03-08 | 1997-03-08 | Fließbettapparatur zum Behandeln von partikelförmigem Gut |
Applications Claiming Priority (1)
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