DE19909638A1 - Vorrichtung zum Fördern von Isolierglasscheiben - Google Patents
Vorrichtung zum Fördern von IsolierglasscheibenInfo
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Abstract
Vorrichtung zum Fördern von gegenüber der Lotrechten etwas geneigten Isolierglasscheiben DOLLAR A mit einem Waagerechtförderer (2), auf welchem die Isolierglasscheiben stehen, und mit einer Stützeinrichtung (15), welche sich oberhalb des Waagerechtförderers (2) parallel zu diesem erstreckt und durch ein oder mehrere Stützelemente, an denen die auf dem Waagerechtförderer (2) stehenden Isolierglasscheiben anliegen, eine Scheibenlaufebene (16) definiert, DOLLAR A wobei der Waagerechtförderer (2) an zwei zueinander parallelen, synchron antreibbaren Fördergliedern (7, 8) Auflageflächen (10, 11) hat, welche im wesentlichen senkrecht zur Scheibenlaufebene (16) ausgerichtet sind, und der Abstand eines der Förderglieder (7, 8) vom anderen Förderglied (8, 7) veränderlich ist. Die beiden Förderglieder (7, 8) sind unabhängig voneinander quer zur Scheibenlaufebene (16) verlagerbar.
Description
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Fördern von Isolierglasschei
ben mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen. Eine sol
che Vorrichtung ist aus der DE 80 27 173 U bekannt. Solche Vorrichtungen fin
den Verwendung in Fertigungslinien für Isolierglas, und zwar in jenem Bereich, in
welchem eine halbfertige, aus zwei einzelnen Glasscheiben unter Zwischenfügen
eines mit den Glasscheiben verklebten Abstandhalterrahmens zusammengefügte
Isolierglasscheibe gehandhabt wird. Eine solche halbfertige Isolierglasscheibe
hat umlaufend eine Randfuge, welche mit einer zunächst pastösen und nachfol
gend aushärtenden Versiegelungsmasse gefüllt wird, deren Aufgabe es ist, einen
dauerhaften und festen Verbund zwischen den die Isolierglasscheibe bildenden
einzelnen Glasscheiben herzustellen und den Innenraum der Isolierglasscheibe
gegen ein Eindringen von Feuchtigkeit zu schützen. Als Versiegelungsmasse
sind vor allem Thiokole und Polyurethan im Gebrauch.
Zum Versiegeln der Randfuge von halbfertigen Isolierglasscheiben enthalten die
Fertigungslinien eine Versiegelungsstation, in welcher die Isolierglasscheiben
durch eine oder mehrere Düsen, welche an den Scheibenrändern entlanggeführt
werden, versiegelt werden (DE-C-28 16 437). Die erfindungsgemäße Vorrichtung
ist vor allem zur Verwendung in einer solchen Versiegelungsstation vorgesehen.
Die aus dem DE-U-80 27 173 bekannte Vorrichtung hat einen Waagerechtförde
rer mit zwei synchron angetriebenen, endlosen Ketten, welche parallel zueinan
der angeordnet sind und einander paarweise gegenüberliegende Auflager sowie
Druckbacken tragen. Die Isolierglasscheiben stehen mit ihrem unteren Rand auf
den Auflagern, wobei die Auflager die Isolierglasscheiben von der Außenkante
her nur teilweise untergreifen, so daß die Randfuge frei bleibt. Die Druckbacken
stellen sicher, daß die Isolierglasscheiben während des Förderns von den Aufla
gern nicht heruntergleiten und kein Schlupf auftritt. Um verschieden dicke Isolier
glasscheiben fördern zu können, ist die eine der Förderketten zusammen mit Um
lenkzahnrädern, um welche sie herumgeführt ist, im rechten Winkel zur Förder
richtung und zu den Drehachsen der Umlenkzahnräder verschieblich.
Damit die Isolierglasscheiben von dem Waagerechtförderer nicht herunterkippen,
ist oberhalb des Waagerechtförderers eine Stützeinrichtung vorgesehen, an wel
che sich die Isolierglasscheiben anlehnen. Bei der aus dem DE-U-80 27 173 be
kannten Vorrichtung ist es eine höhenverstellbare Stützrollenzeile, welche die
Isolierglasscheiben nahe bei ihrem oberen Rand unterstützt.
Die Auflager der bekannten Vorrichtung untergreifen die beiden einzelnen Glas
scheiben der Isolierglasscheiben von der äußeren Kante her nur teilweise und
lassen so die Randfuge und einen an die Randfuge angrenzenden Streifen am
unteren Rand der einzelnen Glasscheiben frei. Dadurch soll verhindert werden,
daß der Waagerechtförderer etwas von der pastösen Versiegelungsmasse, wel
che in die Randfuge eingefüllt ist, aufnimmt. Ein Nachteil der bekannten Vorrich
tung liegt darin, daß es wegen des Einklemmens der Isolierglasscheiben zwi
schen den Druckbacken am unteren Rand der Isolierglasscheiben zu Absplitte
rungen kommen kann, zumal die Kanten der Glasscheiben i. a. nicht glatt, son
dern gebrochen sind und deshalb Unregelmäßigkeiten aufweisen. Ein weiterer
Nachteil der bekannten Vorrichtung liegt darin, daß eine versiegelte Isolierglas
scheibe erst entnommen werden kann, nachdem die durch die Druckbacken aus
geübte Klemmung durch Querverschieben der einen Förderkette gelöst ist; dabei
besteht die Gefahr des Abgleitens der Isolierglasscheibe vom
Waagerechtförderer.
Einen wesentlichen Fortschritt brachte die aus der EP 0 549 648 B1 bekannte
Fördervorrichtung, welche einen Waagerechtförderer mit Auflageflächen hat, auf
welchen die Isolierglasscheiben stehend gefördert werden. Die Auflageflächen
liegen in der Flucht zweiter Ebenen sind zur Förderrichtung parallel und bilden
einen sich nach oben öffnenden Keil. Die Auflageflächen, welche vorzugsweise
als Zahnriemen ausgebildet sind, unterstützen die Isolierglasscheiben aus
schließlich an den Außenkanten des unteren Randes der die Isolierglasscheibe
bildenden beiden Glasscheiben. Durch die keilförmige Anordnung der Auflageflä
chen neigen die Isolierglasscheiben dazu, sich auf dem Waagerechtförderer
selbst zu zentrieren, was für den Fördervorgang vorteilhaft ist. Diese Neigung zur
Selbstzentrierung kann dazu führen, daß die beiden Glasscheiben auf den zwi
schen Ihnen liegenden Abstandhalter Druck ausüben. Ist der Abstandhalter hin
reichend druckfest, was bei Abstandhaltern, die aus metallischen Hohlprofilen ge
bildet sind, stets der Fall ist, gibt es damit keinerlei Probleme. Das kann jedoch
anders sein bei plastischen, zum Beispiel thermoplastischen Abstandhaltern, die
erst unmittelbar vor dem Zusammenbau der Isolierglasscheibe auf eine der Glas
scheiben extrudiert werden und in Verbindung mit den Glasscheiben erst einmal
erhärten müssen. Bei Verwendung solcher in situ auf eine Glasscheibe extrudier
ten Abstandhaltern kann der beim Selbstzentrieren auftretende Druck auf den
Abstandhalter diesen stauchen und dadurch den Abstand zwischen den beiden
Glasscheiben unter den vorgesehenen Sollabstand verringern. Diese Gefahr
steigt mit dicker und schwerer werdenden Glasscheiben, insbesondere bei Ver
bundglasscheiben und Glasscheiben aus Strukturglas, vor allem, wenn diese am
Rand eine geschliffene Facette haben, welche das Abdriften auf den geneigten
Auflageflächen begünstigt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für das Fördern von
hochkant stehenden Isolierglasscheiben, insbesondere von versiegelten Isolier
glasscheiben, eine Vorrichtung zu schaffen, welche wie die aus der DE-U-80 27
173 und aus der EP 0 549 548 B1 bekannten Fördervorrichtungen die Randfuge
freiläßt und sich insbesondere für Isolierglasscheiben eignet, welche unter Ver
wendung von plastischen Abstandhaltern und/oder dicken und schweren Glas
scheiben gebildet sind. Dabei soll ein Stauchen des Abstandhalters beim Förder
vorgang vermieden werden.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den im Anspruch 1 angege
benen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche. Der Patentanspruch 14 gibt ein vorteilhaftes Verfahren zum
Betreiben der erfindungsgemäßen Vorrichtung an.
Bei der erfindungsgemäßen Fördervorrichtung sind beide Förderglieder unab
hängig voneinander quer zur Scheibenlaufebene verlagerbar. Das hat wesentli
che Vorteile:
- - Die Breite und Lage des Spaltes zwischen den Auflageflächen an dem hinteren Förderglied (welches der Scheibenlaufebene am nächsten liegt) einerseits und den Auflageflächen am vorderen Förderglied (welches von der Scheibenlaufebene einen größeren Abstand hat) andererseits kann der Breite und Lage der Randfuge zwischen den beiden Glasscheiben einer Isolierglasscheibe eng angepaßt werden. Bei der DE-U-80 27 173 kann der Abstand der Förderglieder lediglich der Dicke der Isolierglasscheibe insgesamt eng angepaßt werden.
- - Die beiden Glasscheiben der Isolierglasscheibe können über die gesamte Breite ihres unteren Randes, d. h. von der Außenkante bis zur Innenkante der jeweiligen Glasscheibe, unter Freilassen der durch die Innenkante der beiden Glasscheiben begrenzten Randfuge, unterstützt werden. Bei der Vorrichtung gemäß DE-U-80 27 173 konnten die Glasscheiben nur um ein kleines, für dünne, leichte Scheiben und für dicke, schwere Scheiben leichtes Maß von außen her teilweise untergriffen werden. Scheiben, deren Außenkante zu einer Facette geschliffen ist, können damit praktisch gar nicht unterstützt und gefördert werden. Bei der aus der EP 0 549 648 B1 bekannten Vorrichtung werden sowohl dünne, leichte als auch dicke, schwere Glasscheiben nur an ihrer Außenkante unterstützt. Während folglich bei den Fördervorrichtungen nach dem Stand der Technik die spezifische Belastung der Auflageflächen bei dicken und schweren Glasscheiben sehr groß wird und zu beträchtlichem Verschleiß führen kann, nimmt bei der erfindungsgemäßen Fördervorrichtung die spezifische Belastung mit zunehmender Dicke der Glasscheiben nicht zu, so daß die Auflageflächen der Förderglieder viel weniger auf Verschleiß beansprucht sind.
- - Isolierglasscheiben können auch dann problemlos gefördert werden, wenn eine oder beide Glasscheiben an der Außenkante facettiert sind.
- - Beim Fördervorgang wird auf den Abstandhalter so gut wie kein Druck ausgeübt.
- - Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch für das Fördern von gestuften Isolierglasscheiben verwendet werden. Gestufte Isolierglasscheiben sind solche, bei denen eine der beiden Glasscheiben größer ist als die andere, so daß sie mindestens längs eines Randes über die andere hinausragt (siehe EP 0 549 556 B1). Ragt die größere Scheibe längs des unteren Randes der Isolierglasscheibe über die kleinere Glasscheibe hinaus, dann kann sie auf der erfindungsgemäßen Fördervorrichtung gefördert werden, wenn wenigstens eines der beiden Förderglieder, vorzugsweise das der Scheibenlaufebene nächstliegende Förderglied, nicht nur quer zur Scheibenlaufebene, sondern auch in der Höhe, zweckmäßigerweise parallel zur Scheibenlaufebene verstellbar ist. Die Höhenverstellbarkeit eines Fördergliedes ist zu diesem Zweck aus der EP 0 549 556 B1 an sich bekannt, jedoch nicht in Kombination mit quer verschieblichen Fördergliedern. Vorzugsweise ist nur eines der Förderglieder in der Höhe verstellbar, nämlich das der Scheibenlaufebene nächstliegende Förderglied. Für das zweite Förderglied ist eine Höhenverstellbarkeit entbehrlich.
Um die Breite und die Lage des Spaltes zwischen den Auflageflächen am hinte
ren Förderglied einerseits und den Auflageflächen am vorderen Förderglied an
dererseits an die Breite und Lage der Randfuge einer Isolierglasscheibe eng an
passen zu können, muß man wissen, wie dick die in der Scheibenlaufebene lie
gende hintere Glasscheibe ist und wie breit die Randfuge ist. Die Breite der
Randfuge wird auch als Scheibenzwischenraum oder Luftzwischenraum bezeich
net. In einer automatisierten Fertigungslinie für Isolierglas können diese Maße ei
ner Steuereinrichtung der erfindungsgemäßen Vorrichtung bereits aus der Auf
tragsbearbeitung eingegeben werden, z. B. durch einen maschinenlesbar codier
ten Aufkleber auf der jeweiligen Glasscheibe, welcher diese Maße enthält und
welcher durch ein Lesegerät, welches Bestandteil der Fertigungslinie ist, gelesen
wird, bevor die Isolierglasscheibe die erfindungsgemäße Fördervorrichtung er
reicht, so daß die Förderglieder durch Stellmotoren entsprechend den gelesenen
Maßen passend voreingestellt werden können. Anstatt die Dicke der hinteren
Glasscheibe und die Breite der Randfuge vorab einem Datenträger zu entneh
men, können diese beiden Maße in der Isolierglasfertigungslinie, in welche die
erfindungsgemäße Vorrichtung bestimmungsgemäß eingebunden ist, aber auch
durch Sensoren gemessen werden, welche mit der Steuereinrichtung der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung verbunden sind, so daß diese die für das Querver
schieben der Förderglieder vorgesehenen Stellmotore entsprechend den
gemessenen beiden Maßen die Isolierglasscheibe bestätigend die Förderglieder
verstellen, bevor die Isolierglasscheibe in die erfindungsgemäße Vorrichtung
einläuft.
Die Förderglieder der erfindungsgemäßen Vorrichtung können unterschiedlich
gestaltet sein. Es können zwei zueinander parallele, waagerechte Zeilen von syn
chron angetriebenen Rollen sein, auf welchen die beiden Glasscheiben einer Iso
lierglasscheibe stehen. Günstiger als Auflageflächen, die am unteren Rand der
Isolierglasscheibe abrollen, sind jedoch Auflageflächen, die sich in der waage
rechten Förderrichtung erstrecken und mit den Isolierglasscheiben durch die För
dervorrichtung wandern, z. B. eine Folge von waagerechten Auflagern, welche an
einer endlosen Kette angebracht sind. Am besten ist es jedoch, als Förderglieder
Riemen zu verwenden, deren Obertrum durch einen Träger unterstützt ist. Ein
solcher Riemen bietet den Glasscheiben die größtmögliche Aufstandsfläche und
kann doch die Randfuge vollständig freilassen. Da es zwischen den Riemen und
den Glasscheiben keine Relativbewegung gibt, ist nicht zu befürchten, daß die
Isolierglasscheibe im Verlauf des Fördervorganges schräg läuft, wie es z. B. bei
einem Rollenförderer möglich wäre. Auf Druckbacken oder Führungsrollen, wel
che außenseitlich auf die Isolierglasscheibe einwirken, um sie zu führen, und die
dabei Druck auch auf den Abstandhalter ausüben, kann erfindungsgemäß ver
zichtet werden.
Vorteilhaft ist die Verwendung einer Mitnahmevorrichtung in Gestalt eines Saug
förderbandes in der Stützeinrichtung, welche sich oberhalb des Waagerechtför
derers parallel zu diesem erstreckt und synchron mit den Fördergliedern antreib
bar ist. Ein solches Saugförderband, welches z. B. in der EP 0 549 548 B1 offen
bart ist, und dort die Aufgabe hat, die Isolierglasscheibe zuverlässig über eine
Lücke im Waagerechtförderer hinwegzubewegen, nämlich über eine Lücke, in
welcher sich eine Versiegelungsdüse befindet, welche die Versiegelungsmasse
in die Randfuge der Isolierglasscheibe einfüllt, ein solches Saugförderband ist im
Rahmen der vorliegenden Erfindung ein geeignetes und vorteilhaftes Mittel, um
die Isolierglasscheibe sicher in der Scheibenlaufebene zu halten, ohne daß da
durch irgend ein Druck auf den Abstandhalter ausgeübt würde.
Der Träger hat vorzugsweise eine waagerecht und im wesentlichen rechtwinklig
zur Scheibenlaufebene ausgerichtete Oberseite, auf welcher das Obertrum des
Riemens gleitet. Um einen guten Geradeauslauf des Riemens zu gewährleisten,
sind zweckmäßigerweise Führungsmittel vorgesehen, welche sich in der vorge
gebenen Förderrichtung erstrecken, z. B. eine flache Nut in der Oberseite des
Trägers, in welcher der Riemen seitlich geführt läuft.
Will man die Reibung zwischen dem Riemen und seinem Träger vermindern,
dann gibt es die Möglichkeit, im Träger eine dichte Folge von achsparallel und
höhengleich angeordneten Rollen vorzusehen, welche das Obertrum des Rie
mens unterstützen.
Um mit den Riemen schlupffrei fördern zu können, sind es vorzugsweise Zahnrie
men, die ihre Zähne an der Unterseite haben und um Zahnräder herumgeführt
sind, von denen wenigstens eines angetrieben ist.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten schematischen
Zeichnungen dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen senkrecht zur Förderrichtung gelegten Teilschnitt durch
eine Vorrichtung zum Fördern von Isolierglasscheiben mit einer
Luftkissenwand für die seitliche Abstützung der Isolierglasscheiben,
Fig. 2 zeigt eine abgewandelte Vorrichtung in einer Darstellung wie in
Fig. 1,
Fig. 3 zeigt eine Vorrichtung wie in Fig. 1 oder Fig. 2 mit Förderglie
dern, die einander so weit wie möglich angenähert sind, und
Fig. 4 zeigt in einer Darstellung wie in Fig. 1 die Stellung der Förderglie
der beim Fördern von gestuften Scheiben.
In den verschiedenen Ausführungsbeispielen sind gleiche und einander entspre
chende Teile mit übereinstimmenden Bezugszahlen bezeichnet.
Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung hat ein Gestell, an welchem ein Waa
gerechtförderer 2 angebracht ist. Der Waagerechtförderer umfaßt zwei sich in
Förderrichtung erstreckende Träger 3 und 4, auf deren Oberseite eine Nut 5, 6
ausgebildet ist, in welcher ein endloser Zahnriemen 7, 8 läuft, dessen Zähne 9 in
der Nut 5, 6 liegen und dessen ungezahnte Oberseite 10, 11 als Auflagefläche
für eine Isolierglasscheibe dient, welche aus zwei einzelnen Glasscheiben 12
und 13 gebildet ist, welche mittels eines Abstandhalterrahmens 14 miteinander
verklebt sind. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ist der Abstandhalterrah
men 14 aus einem metallischen Hohlprofil gebildet, dessen den Glasscheiben 12,
13 zugewandte Seitenflächen mit einer Klebemasse beschichtet sind.
Die Zahnriemen 7 und 8 sind synchron antreibbar und zu diesem Zweck um
Zahnräder herumgeführt, von denen mindestens jeweils eines angetrieben ist.
Oberhalb des Trägers 3 mit seinem Zahnriemen 7 befindet sich eine als Luftkis
senwand ausgebildete Stützwand 15, welche sich parallel zur Förderrichtung er
streckt und um einige Grad aus der Lotrechten nach hinten geneigt ist. Die Ach
sen der die Zahnriemen 5 und 6 umlenkenden und antreibenden Zahnräder ver
laufen im rechten Winkel zur Luftkissenwand 15. Entsprechendes gilt für das
Obertrum der Zahnriemen 5 und 6.
Die Vorderseite der Luftkissenwand 15, an welche die Isolierglasscheibe ange
lehnt wird, definiert zusammen mit freilaufenden Stützrollen 17, die am unteren
Rand der Luftkissenwand 15 angebracht sind und mit ihrer Lauffläche ein wenig
über deren Vorderseite vorstehen, eine Scheibenlaufebene 16, in welcher die Au
ßenseite der hinteren Glasscheibe 12 beim Fördern liegt.
Die beiden Träger 3 und 4 sind unabhängig voneinander durch elektrische Stell
motoren 21, 22 senkrecht zur Vorderseite der Stützwand 15 und damit im wesent
lichen senkrecht zur Scheibenlaufebene 16 verschiebbar, wie durch waagerechte
Dippelpfeile 18 angedeutet. Wenigstens einer der Träger, in Fig. 1 ist es der
Träger 4, ist darüberhinaus auch parallel zur Vorderseite der Stützwand 15 und
damit im wesentlichen parallel zur Scheibenlaufebene 16 mittels eines elektri
schen Stellantriebs 23 in der Höhe verstellbar, in Fig. 1 angedeutet durch den
Doppelpfeil 19.
Die Stellmotoren 21, 22 für das annähernd waagerecht erfolgende Verschieben
der Träger 3, 4 und der Stellantrieb 23 für die Höhenverstellung des Trägers 4
werden durch ein Steuergerät 24 gesteuert, welches seinerseits Signale von Sen
soren 25, 26, 27 empfängt, von denen einer, zum Beispiel der Sensor 25, die Dic
ke der hinteren Glasscheibe 12, ein anderer, zum Beispiel der Sensor 26, den
Abstand zwischen den Glasscheiben 12 und 13 und einer, zum Beispiel der Sen
sor 27, die Höhe der Glasscheiben 12 und 13 mißt. Aus den Meßsignalen der
Sensoren 25, 26 und 27 bildet das Steuergerät 24 Stellsignale für die Stellmotor
21 und 22 für den Stellantrieb 23. Demgemäß verschiebt der Stellmotoren 21 den
Träger 3 so, daß der Zahnriemen 7 mit seinem über die Stützwand 15 vorstehen
den Rand mit der Innenkante 28 der hinteren Glasscheibe 12 bündig ist. Der
Stellmotor 22 verschiebt den Träger 4 so, daß der der Stützwand 15 zugewandte
Rand des Zahnriemens 8 vom gegenüberliegenden Rand des Zahnriemens 7 ei
nen mit dem Abstand der Glasscheiben 12 und 13 übereinstimmenden Abstand
hat oder einen etwas größeren Abstand, letzteres insbesondere dann, wenn die
dickere Glasscheibe 13 durch Facettierung des unteren Randes dort eine
zurückspringende Kante 29 hat, auf welche der Rand des Zahnriemens 8 dann
vorzugweise eingestellt wird. Aus der Höhenmessung des Sensors 27 kann das
Steuergerät 24 ableiten, ob eine gestufte Isolierglasscheibe kommt, und wenn ja,
wie hoch die Stufe ist. Um die Höhe dieser Stufe versetzt der Stellantrieb 23 dann
den Träger 4. Bei gestuften Isolierglasscheiben aus unterschiedlich dicken Glas
scheiben ist die dickere Glasscheibe im allgemeinen die größere. In diesem Fall
würde der Stellantrieb 23 den Träger 4 nach unten versetzen.
Das in Fig. 2 dargestellte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem in
Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel darin, daß die Isolierglasscheibe statt ei
nes metallischen Abstandhalters 14 einen plastischen Abstandhalter hat und daß
in einem Ausschnitt der Stützwand 15 eine Mitnahmevorrichtung 30 vorgesehen
ist, welche einen sich parallel zur Förderrichtung erstreckenden hohlen Balken 31
hat, welcher auf seiner Vorderseite und auf seiner Rückseite jeweils eine Füh
rungsschiene 32 trägt, in welcher ein Riemen 33 läuft, aus dessen Vorderseite
durch längs verlaufende streifenförmige Erhöhungen 34 und durch sie verbinden
de, von oben nach unten verlaufende Stege 35 flache, offene Kammern gebildet
werden, die durch die Isolierglasscheibe abgedeckt werden können. Diese fla
chen Kammern stehen über Löcher 36 in dem Riemen 33 und in dem Balken 31
mit dessen Innenraum und dieser über ein Saugrohr 37 mit der Saugseite eines
Gebläses in Verbindung, wodurch im Zwischenraum zwischen dem Riemen 33
und der Isolierglasscheibe ein Unterdruck entsteht. Andere für den vorliegenden
Zweck verwendbare Saugförderbänder sind in der DE 35 29 892 A und in der EP
0 225 429 C beschrieben.
Durch die Vorderseiten der Mitnahmevorrichtung 30 und der Luftkissenwand 15,
welche gemeinsam die Isolierglasscheibe an der Rückseite abstützen, wird in
diesem Fall die Scheibenlaufebene 16 definiert.
Die Mitnahmevorrichtung 30 stellt sicher, daß die Isolierglasscheibe mit der Au
ßenseite ihrer hinteren Glasscheibe 12, welche in diesem Fall eine dickere
Verbundglasscheibe ist, in der Scheibenlaufebene 16 bleibt; diese Art Führung
der Isolierglasscheibe erzeugt keinerlei Druck auf den plastischen Abstandhalter
14.
Um auch gestufte Scheiben fördern zu können, ist in diesem Fall der Träger 3 in
der Höhe verstellbar. Im übrigen sind beide Träger 3 und 4 wie im ersten Ausfüh
rungsbeispiel annähernd waagerecht verstellbar.
Wenn die untere Randfuge 38 der Isolierglasscheibe keine frische Versiege
lungsmasse enthält, müssen die beiden Zahnriemen 7 und 8 die Randfuge 38
nicht frei lassen, sondern dürfen sie überdecken, wie in Fig. 3 dargestellt. Die
beiden Förderglieder 7 und 8 können dann ihren geringstmöglichen Abstand ein
nehmen, wie in Fig. 3 dargestellt. Eine solche Anordnung eignet sich für die Ein
laufseite eines Versiegelungsautomaten in einer Isolierglasfertigungslinie. Als
Einlaufseite das Versiegelungsautomaten wird der bezüglich der Förderrichtung
vor der Versiegelungsdüse des Versiegelungsautomaten liegende Abschnitt des
Versiegelungsautomaten bezeichnet. Auf der Auslaufseite des Versiegelungsau
tomaten, also in seinem bezüglich der Förderrichtung nach der Versiegelungsdü
se liegenden Abschnitt, werden die Förderglieder so eingestellt, daß sie die
Randfuge 38 freilassen. Auf der Einlaufseite des Versiegelungsautomaten kön
nen darüberhinaus die Verstellantriebe 21 und 22 für das annähernd waagerech
te Verschieben der Träger 3 und 4 eingespart werden.
Fig. 4 zeigt bei einer Vorrichtung gemäß Fig. 1 oder Fig. 2 die Anordnung der
Förderglieder 7 und 8 beim Fördern von gestuften Isolierglasscheiben. Für die
sen Zweck wurde entweder der Träger 4 abgesenkt (Fig. 1) oder der Träger 3
angehoben (Fig. 2). Das tieferliegende Förderglied 8 muß in diesem Fall nicht
bündig mit der Innenkante der äußeren Glasscheibe 13 abschließen, weil es
durch die Abstufung der Isolierglasscheibe ohnehin einen größeren Abstand von
der Randfuge 38 hat.
1
Gestell
2
Waagerechtförderer
3
Träger
4
Träger
5
Nut
6
Nut
7
Zahnriemen
8
Zahnriemen
9
Zähne
10
Auflagefläche
11
Auflagefläche
12
hintere Glasscheibe
13
vordere Glasscheibe
14
Abstandhalter(rahmen)
15
Stützwand, Luftkissenwand
16
Scheibenlaufebene
17
Stützrollen
18
Doppelpfeile, Richtung der waagerechten Verschiebung der Förderglieder
19
Doppelpfeil, Richtung der Höhenverstellung der Förderglieder
20
21
Stellmotor
22
Stellmotor
23
Stellantrieb
24
Steuergerät
25
Sensor
26
Sensor
27
Sensor
28
Innenkante von
12
29
zurückspringende Innenkante von
13
30
Mitnahmevorrichtung, "Saugförderband"
31
hohler Balken
32
Führungsschiene
33
Riemen
34
streifenförmige Erhöhungen
35
Stege
36
Löcher
37
Saugrohr
38
Randfuge
Claims (14)
1. Vorrichtung zum Fördern von gegenüber der Lotrechten etwas geneigten Iso
lierglasscheiben
mit einem Waagerechtförderer (2), auf welchem die Isolierglasscheiben ste hen,
und mit einer Stützeinrichtung (15), welche sich oberhalb des Waagerechtför derers (2) parallel zu diesem erstreckt und durch ein oder mehrere Stützele mente, an denen die auf dem Waagerechtförderer (2) stehenden Isolierglas scheiben anliegen, eine Scheibenlaufebene (16) definiert, wobei der Waagerechtförderer (2) an zwei zueinander parallelen, synchron antreibbaren Fördergliedern (7, 8) Auflageflächen (10, 11) hat, welche i. w. senkrecht zur Scheibenlaufebene (16) ausgerichtet sind, und der Abstand ei nes der Förderglieder (7, 8) vom anderen Förderglied (8, 7) veränderlich ist, dadurch gekennzeichnet, daß beide Förderglieder (7, 8) unabhängig vonein ander quer zur Scheibenlaufebene (16) verlagerbar sind.
mit einem Waagerechtförderer (2), auf welchem die Isolierglasscheiben ste hen,
und mit einer Stützeinrichtung (15), welche sich oberhalb des Waagerechtför derers (2) parallel zu diesem erstreckt und durch ein oder mehrere Stützele mente, an denen die auf dem Waagerechtförderer (2) stehenden Isolierglas scheiben anliegen, eine Scheibenlaufebene (16) definiert, wobei der Waagerechtförderer (2) an zwei zueinander parallelen, synchron antreibbaren Fördergliedern (7, 8) Auflageflächen (10, 11) hat, welche i. w. senkrecht zur Scheibenlaufebene (16) ausgerichtet sind, und der Abstand ei nes der Förderglieder (7, 8) vom anderen Förderglied (8, 7) veränderlich ist, dadurch gekennzeichnet, daß beide Förderglieder (7, 8) unabhängig vonein ander quer zur Scheibenlaufebene (16) verlagerbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Aufla
geflächen (10, 11) in der waagerechten Förderrichtung erstrecken.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderglie
der (7, 8) Riemen sind, deren Obertrum durch einen Träger (3, 4) unterstützt
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger
(3, 4) eine waagerecht und i. w. rechtwinklig zur Scheibenlaufebene (16) aus
gerichtete Oberseite hat, auf welcher das Obertrum des Riemens (7, 8) gleitet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger
(3, 4) Führungsmittel hat, welche die Riemen (7, 8) in Förderrichtung führen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungs
mittel durch eine Nut (5, 6) in der Oberseite des Trägers (3, 4) gebildet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger eine
dichte Folge von achsparallel und höhengleich angeordneten Rollen aufweist,
welche das Obertrum des Riemens unterstützen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Riemen (7, 8) Zahnriemen sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß wenigstens eines der Förderglieder (7, 8) auch in der Höhe ver
stellbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß nur eines der
Förderglieder in der Höhe verstellbar ist, nämlich das der Scheibenlaufebene
(16) nächstliegende Förderglied (7).
11. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß für das Verlagern der Förderglieder (7, 8) elektrische Stellmoto
ren (21, 22) vorgesehen sind, denen Sensoren (25, 26) zugeordnet sind, wel
che die Dicke der Glasscheibe (12), welche in der Scheibenlaufebene (16)
läuft, und den Abstand der beiden Glasscheiben (12, 13) in der
Isolierglasscheibe messen, so daß die Stellmotoren (21, 22) die Förderglieder
entsprechend den erhaltenen Meßwerten verstellen.
12. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß zur Höhenverstellung des wenigstens einen Fördergliedes
(7, 8) ein elektrischer Steilantrieb (23) vorgesehen ist, welchem ein Sensor
(27) zugeordnet ist, welcher mißt, wie hoch in einer eventuell kommenden
Stufenscheibe die Stufe zwischen den beiden Glasscheiben der Isolierglas
scheibe ist, so daß der Stellantrieb (23) die Höhenlage des betreffende För
dergliedes (7, 8) um das Maß der gemessenen Stufe ändert.
13. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß im Bereich der Stützeinrichtung (15) eine synchron mit dem
Waagerechtförderer (2) angetriebene Mitnahmevorrichtung (30) angeordnet
ist, welche durch Ansaugen einen Kraftschluß zur Isolierglasscheibe herstellt.
14. Verfahren zum Ausrichten der Förderglieder (7, 8) in einer Vorrichtung gemäß
einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Auf
lageflächen (10, 11) mit ihren einander zugewandten Rändern bündig liegen
mit den beiden inneren, unteren Glaskanten (28, 29) der jeweiligen
Isolierglasscheibe.
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