DE19937264A1 - F¶v¶-Antikörper-Konstrukte - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft F v -Antikörper-Konstrukte mit Bindungsstellen für einen CD16-Rezeptor und ein CD30-Oberflächenprotein, wobei sich die F v -Antikörper-Konstrukte eignen, eine Regression von Morbus Hodgkin zu induzieren. Ferner betrifft die Erfindung für solche F v -Antikörper-Konstrukte kodierende DNAs sowie ein Verfahren zur Herstellung der F v -Antikörper-Konstrukte und ihre Verwendung.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft FV-Antikörper-Konstrukte,
die eine Regression von Morbus Hodgkin induzieren können, für
solche FV-Antikörper-Konstrukte kodierende DNAs sowie ein
Verfahren zur Herstellung der FV-Antikörper-Konstrukte und ihre
Verwendung.
Natürliche Antikörper weisen vier variable Domänen, zwei VH-
und zwei VL-Domänen, auf. Die variablen Domänen dienen als
Bindungsstellen für ein Antigen, wobei eine Bindungsstelle aus
einer VH- und einer VL-Domäne ausgebildet ist. Natürliche
Antikörper weisen zwei gleiche Bindungsstellen auf, d. h. sie
erkennen ein Antigen und werden daher auch als monospezifisch
bezeichnet. Künstliche Antikörper können auch zwei
verschiedene Bindungsstellen aufweisen, d. h. sie erkennen dann
zwei Antigene und werden entsprechend als bispezifisch
bezeichnet. Ein Beispiel solcher Antikörper ist jener, der den
FcyIIIA Rezeptor (CD16) von natürlichen Killerzellen (NK-
Zellen) und das Oberflächenprotein CD30 von Morbus Hodgkin-
Zellen erkennt. Mit diesem Antikörper (bimAbHRS-3/A9) können
NK-Zellen aktiviert und gegen Morbus Hodgkin-Zellen
ausgerichtet werden, wodurch eine Regression von Morbus
Hodgkin induziert wird (vgl. Hartmann, F. et al., Blood 89
(1997), 2042). Andererseits hat sich gezeigt, daß bimAbHRS-
3/A9 nur schwer herstellbar bzw. reinigungsfähig ist. Darüber
hinaus hat sich gezeigt, daß bimAbHRS-3/A9 bei vielen
Patienten unerwünschte Immunreaktionen hervorruft.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde,
einen Antikörper bereitzustellen, mit dem eine Regression von
Morbus Hodgkin induziert werden kann, wobei vorstehende
Nachteile vermieden werden.
Erfindungsgemäß wird dies durch die Gegenstände in den
Patentansprüchen erreicht.
Die vorliegende Erfindung beruht auf den Erkenntnissen des
Anmelders, daß ein FV-Antikörper-Konstrukt, das Bindungsstellen
für einen CD16-Rezeptor und ein CD30-Oberflächenprotein
aufweist, eine Regression von Morbus Hodgkin induzieren kann,
wobei die Lyse der Tumorzellen stärker ist als mit bimAbHRS-
3/A9. Ferner hat er erkannt, daß ein solches FV-Antikörper-
Konstrukt in großen Mengen und hoher Reinheit hergestellt
werden kann. Desweiteren zeichnet sich das FV-Antikörper-
Konstrukt dadurch aus, daß es keine Teile enthält, die zu
unerwünschten Immunreaktionen bei Patienten führen können.
Erfindungsgemäß werden die Erkenntnisse des Anmelders genutzt,
ein FV-Antikörper-Konstrukt bereitzustellen, das
Bindungsstellen für einen CD16-Rezeptor und ein CD30-
Oberflächenprotein aufweist.
Der Ausdruck "FV-Antikörper-Konstrukt" weist auf ein
Antikörper-Konstrukt hin, das variable Domänen, nicht aber
konstante Domänen aufweist. Als variable Domänen liegen
insbesondere Bindungsstellen für einen CD16-Rezeptor und ein
CD30-Oberflächenprotein vor.
Der Ausdruck "Bindungsstelle" weist auf eine VH- und eine VL-
Domäne hin, mittels derer das FV-Antikörper-Konstrukt an einen
CD16-Rezeptor bzw. ein CD30-Oberflächenprotein binden kann.
Der Ausdruck "CD16-Rezeptor" umfaßt einen CD16-Rezeptor
jeglicher Art und Abstammung. Beispielsweise kann der CD16-
Rezeptor von NK-Zellen, Makrophagen oder aktivierten Monocyten
stammen. Auch kann der CD16-Rezeptor in Wildtyp- oder
veränderter Form vorliegen, wobei letztere Form auch ein
Fragment eines CD16-Rezeptors umfaßt, an das ein gegen einen
CD16-Rezeptor gerichteter Antikörper binden kann.
Der Ausdruck "CD30-Rezeptor" umfaßt einen CD30-Rezeptor
jeglicher Art und Abstammung. Beispielsweise kann der CD30-
Rezeptor von Morbus Hodgkin- oder Reed-Sternberg-Zellen
stammen. Auch kann der CD30-Rezeptor in Wildtyp- oder
veränderter Form vorliegen, wobei letztere Form auch ein
Fragment eines CD30-Rezeptors umfaßt, an das ein gegen einen
CD30-Rezeptor gerichteter Antikörper binden kann.
Ein erfindungsgemäßes FV-Antikörper-Konstrukt weist eine oder
mehrere Bindungsstellen für einen CD16-Rezeptor und eine oder
mehrere Bindungsstellen für ein CD30-Oberflächenprotein auf.
Vorzugsweise weist das FV-Antikörper-Konstrukt eine oder zwei
Bindungsstellen für einen CD16-Rezeptor und eine oder zwei
Bindungsstellen für ein CD30-Oberflächenprotein auf.
Ein erfindungsgemäßes FV-Antikörper-Konstrukt kann durch
verschiedene Verfahren hergestellt werden. Beispielsweise kann
ein FV-Antikörper-Konstrukt, das eine Bindungsstelle für einen
CD16-Rezeptor und eine Bindungsstelle für ein CD30-
Oberflächenprotein aufweist, z. B. dadurch hergestellt werden,
daß ein erstes einzelkettiges FV-Antikörper-Konstrukt, das eine
VH-Domäne eines anti-CD16-Antikörpers und eine VL-Domäne eines
anti-CD30-Antikörpers aufweist, zusammen mit einem zweiten
einzelkettigen FV-Antikörper-Konstrukt, das eine VL-Domäne
eines anti-CD16-Antikörpers und eine VH-Domäne eines anti-CD30-
Antikörpers aufweist, exprimiert wird, wodurch sich beide
aneinanderlagern und das erfindungsgemäße FV-Antikörper-
Konstrukt ausgebildet wird. Ergänzend wird auf die Beispiele
1-3 verwiesen.
Ferner kann ein Fv-Antikörper-Konstrukt, das zwei bis vier
Bindungsstellen für einen CD16-Rezeptor und zwei
Bindungsstellen für ein CD30-Oberflächenprotein aufweist, z. B.
dadurch hergestellt werden, daß ein einzelkettiges FV-
Antikörper-Konstrukt exprimiert wird, das die Elemente (a) und
(b) umfaßt:
- a) eine VH-Domäne eines anti-CD16-Antikörpers und eine VL- Domäne eines anti-CD30-Antikörpers, wobei die Domänen über einen Peptidlinker 1 miteinander verbunden sind, der jegliche Aminosäuren, insbesondere Glycin (G), Serin (S) und Prolin (P) und vorzugsweise 0-10 Aminosäuren umfassen kann,
- b) ine VH-Domäne eines anti-CD30-Antikörpers und eine VL- Domäne eines anti-CD16-Antikörpers, wobei die Domänen über vorstehenden Peptidlinker 1 miteinander verbunden sind,
wobei die Elemente (a) und (b) über einen Peptidlinker 2
miteinander verbunden sind, der jegliche Aminosäuren,
insbesondere Glycin, Serin und Prolin und vorzugsweise 3-10
Aminosäuren und ganz besonders die Aminosäuresequenz GGPGS
umfassen kann. Ergänzend wird auf die Patentanmeldung 198 19 846.9
des Anmelders verwiesen.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine
Nukleinsäure, insbesondere eine DNA, die für ein vorstehendes
FV-Antikörper-Konstrukt kodiert. Ferner sind Expressions
vektoren, die eine solche DNA enthalten, ein Gegenstand der
vorliegenden Erfindung. Bevorzugt wird der Expressionsvektor
pKTD16-30 von Fig. 1. Dieser wurde bei der DSMZ (Deutsche
Sammlung für Mikroorganismen und Zellen) am 29. Juli 1999
unter DSM 12 960 hinterlegt. Desweiteren sind Zellen, die einen
vorstehenden Expressionsvektor enthalten, ein Gegenstand der
vorliegenden Erfindung.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein
Kit, umfassend:
- a) ein erfindungsgemäßes FV-Antikörper-Konstrukt, und/oder
- b) einen erfindungsgemäßen Expressionsvektor, sowie
- c) übliche Hilfsstoffe, wie Puffer, Lösungsmittel, Träger, Kontrollen und Marker.
Von den einzelnen Komponenten können ein oder mehrere
Vertreter vorliegen.
Die vorliegende Erfindung stellt ein FV-Antikörper-Konstrukt
bereit, das Bindungsstellen für einen CD16-Rezeptor und ein
CD30-Oberflächenprotein aufweist. Dieses FV-Antikörper-
Konstrukt läßt sich in großen Mengen und großer Reinheit
herstellen. Auch weist es keine Teile auf, die zu
unerwünschten Immunreaktionen bei Patienten führen können.
Besonders kennzeichnet sich das FV-Antikörper-Konstrukt
dadurch, daß es NK-Zellen aktivieren und gegen CD30-
Oberflächenproteine exprimierende Zellen, insbesondere
Tumorzellen, ganz besonders Morbus Hodgkin- oder Reed-
Sternberg Zellen, ausrichten kann, wodurch diese Zellen
lysiert werden. Somit eignet sich die vorliegende Erfindung
gegen Erkrankungen vorzugehen, bei denen CD30-
Oberflächenproteine exprimierende Zellen eine Rolle spielen.
Solche Erkrankungen sind z. B. Tumorerkrankungen, insbesondere
Morbus Hodgkin.
Fig. 1 zeigt den erfindungsgemäßen Expressionsvektor
pKIDl6-30. Dieser kodiert für zwei einzelkettige
FV-Antikörper-Konstrukte, von denen das eine die VH-
Domäne eines anti-CD16-Antikörpers und die VL-Domäne
eines anti-CD30-Antikörpers und das andere die VH-
Domäne eines anti-CD30-Antikörpers und die VL-Domäne
eines anti-CD16-Antikörpers aufweist. Nach
Expression der einzelkettigen FV-Antikörper-
Konstrukte lagern sich diese aneinander, wodurch ein
erfindungsgemäßes FV-Antikörper-Konstrukt erhalten
wird.
Fig. 2 zeigt eine FACS-Analyse der Bindung eines
erfindungsgemäßen FV-Antikörper-Konstruktes an CD30+
L540CY Morbus Hodgkin-Zellen und CD16+ Granulocyten.
Die Tumorzellen und die Granulocyten wurden jeweils
mit 20 µg des erfindungsgemäßen FV-Antikörper-
Konstruktes inkubiert. Die Bindung des FV-
Antikörper-Konstruktes wurde mit dem anti-c-myc
Antikörper 9E10 und Fluoresceinkonjugiertem Ziege-
anti-Maus IgG bestimmt. Als Negativ-Kontrolle wurden
die Zellen alleine mit 9E10 und Fluorescein
konjugiertem Ziege-anti-Maus-IgG inkubiert.
Fig. 3 zeigt die cytolytische Aktivität von in peripheren
Blutlymphozyten (PBL-Zellen) enthaltenen NK-Zellen
(Effektor) gegenüber CD30+ L540CY Morbus Hogdkin-
Zellen (Zielzellen) bei unterschiedlichen Effektor-
Zielzellen-Verhältnissesn in einem 5 h JAM-Test. Ein
erfindungsgemäßes FV-Antikörper-Konstrukt (⚫) wurde
mit einer Konzentration von 1 µg/ml verabreicht. Als
Kontrolle wurde bimAbHRS-3/A9 (▲) mit einer
Konzentration von 4 µg/ml verwendet. Als Negativ-
Kontrolle wurden das erfindungsgemäße FV-Antikörper-
Konstrukt ohne NK-Zellen (○) und NK-Zellen alleine
() verwendet.
Fig. 4 zeigt die Behandlung von SCID Mäusen, die Morbus
Hodgkin-Xenotransplantate tragen, mit einem
erfindungsgemäßen FV-Antikörper-Konstrukt. Die Mäuse
wurden am Tag 0 i.V. mit 100 µg eines
erfindungsgemäßen FV-Antikörper-Konstruktes zusammen
mit NK-Zellen enthaltenden PBL-Zellen (⚫) bzw. ohne
solche (○), mit 200 µl PBS (*), mit 1 × 107 PBL-
Zellen (), bzw. mit einem Gemisch von 100 µg mAb
HRS-3 und A9 zusammen mit PBL-Zellen (◊) behandelt.
Tumor-Durchmesser wurden zweimal pro Woche gemessen
und das Tumor-Volumen wurde mit folgender Formel
berechnet: Volumen = d2x Dxπ/6, wobei d der kleinere
und D der größere Tumor-Durchmesser ist.
Die cDNA der VH- und VL-Domänen eines anti-CD16-Antikörpers mAb
A9 wurde einer PCR unterzogen. Hierfür wurden die folgenden
Primer verwendet:
Die PCR wurde wie folgt durchgeführt: Ein Zyklus; 5 min bei
94°C, 3 min bei 58°C und 2 min bei 72°C, gefolgt von 30 Zyklen;
80 sec bei 94°C, 80 sec bei 58°C und 2 min bei 72°C bzw.
letzteres 10 min im letzten Zyklus. Die PCR-Produkte wurden
Gel-gereinigt und in den Vektor pCR-Script SK(+) (Stratagene)
zur Sequenzierung inseriert. Zur Expression wurde die VH-Domäne
über NcoI/HindIII und die VL-Domäne über MluI/NotI in den
Vektor pHOG21 inseriert.
Die VH- und VL-Domänen eines anti-CD30-scFV-Fragmentes wurden
einer PCR unterzogen. Hierfür wurden die folgenden Primer
verwendet:
Die VH- und VL-Domänen des anti-CD30-scFv-Fragmentes bzw. des
anti-CD16-scFv-Fragmentes wurden in den Expressionsvektor pKID
inseriert, wodurch der erfindungsgemäße Expressionsvektor pKID
16-30 erhalten wurde. Dieser kodiert für die einzelkettigen FV-
Antikörper-Konstrukte VH 16-VL 30 und VH 30-VL 16.
E.coli-X11 Blue-Zellen (Stratagene, La Jolla, CA), die mit dem
Expressionsplasmid pKID16-30 transformiert worden waren,
wurden über Nacht in 2YT-Medium mit 100 µg/ml Ampicillin und
100 mM Glucose bei 37°C gezüchtet. 1 : 20-Verdünnungen der über
Nacht-Kulturen wurden als Kolbenkulturen in 2YT-Medium bei 38°C
unter Schütteln mit 280 rpm gezüchtet. Bei einem OD600-Wert von
0,8 wurden die Bakterien durch 10minütige Zentrifugation mit
1500 g bei 20°C pelletiert und in dem gleichen Volumen eines
frischen 2YT-Mediums, das 100 µg/ml Ampicillin und 0,4 M
Saccharose enthielt, resuspendiert. IPTG wurde mit einer
Endkonzentration von 0,1 M zugesetzt und das Wachstum wurde
bei 21°C (20-22°C) 18-20 h fortgesetzt. Das FV-Antikörper-
Konstrukt wurde wie in Kipriyanov, S. M. et al., Protein
Engineering 10, (1997), 445 beschrieben, isoliert.
Anschließend wurde es durch eine Ammoniumsulfatfällung
(Endkonzentration 70% Sättigung) eingeengt. Das
Proteinpräzipitat wurde durch Zentrifugation (30000 g, 4°C, 45
min) gewonnen und in 10% des Anfangsvolumens von 50 mM Tris-
HCl, 1 M NaCl, pH 7,0 aufgelöst. Eine immobilisierte
Metallaffinitäts-Chromatographie (IMAC) wurde wie in
Kipriyanov, S. M. et al., J. Immunol. Methods 200, (1997), 69
beschrieben, durchgeführt. Das gereinigte FV-Antikörper-
Konstrukt wurde gegen eine Phosphat-gepufferte Kochsalzlösung
dialysiert.
Zum Nachweis der Bindung eines erfindungsgemäßen FV-Antikörper-
Konstruktes an CD16+ Granulocyten und CD30+ L540CY-Morbus
Hodgkin-Zellen wurde eine FACScan (Beckton Dickinson)-Analyse
durchgeführt. Hierzu wurden 1 × 106-Zellen zweimal in eiskaltem
PBS-N (PBS, 0,05% NaN3) gewaschen und mit 100 µl des FV-
Antikörper-Konstruktes von Beispiel 2 45 min auf Eis
inkubiert. Die Zellen wurden 5 min mit 1200 rpm bei 4°C
pelletiert und mit 2 ml PBS-N gewaschen. Die Zellen wurden in
100 µl PBS-N, das 10 µg/ml des an das c-myc bindenden
Antikörpers 9E10 (ICI Chemikalien) enthielt, resuspendiert und
30 min auf Eis inkubiert. Die Zellen wurden pelletiert und wie
vorstehend gewaschen. Danach wurden die Zellen mit
Fluoresceinmarkiertem Ziege-anti-Maus IgG (Gibco BRL; 1 : 100
verdünnt in PBS-N), resuspendiert und 30 min auf Eis
inkubiert. Nach erneutem Waschen mit PBS-N waren die Zellen
für die Analyse mit PBS-N, das 1 µg/ml Propidiumjodid (Sigma)
enthielt, bereit. Hintergrund-Fluoreszenz wurde bestimmt,
indem die Zellen mit dem Antikörper 9E10 und Fluorescein
markiertem Ziege-anti-Maus-IgG unter gleichen Bedingungen
inkubiert wurden.
Es zeigte sich, daß das erfindungsgemäße FV-Antikörper-
Konstrukt sowohl CD16+ Granolocyten als auch CD30+ L540CY
Morbus Hodgkin-Zellen erkennt und an sie bindet.
Zum Nachweis der Aktivität eines erfindungsgemäßen FV-
Antikörper-Konstruktes NK-Zellen zu aktivieren, CD30+ L540CY
Morbus Hodgkin-Zellen zu lysieren wurde ein Cytotoxizitätstest
entsprechend des in Matzinger, P., J. Immunol. Meth. 145
(1991), 185 beschriebenen JAM-Tests durchgeführt. In dem
Cytotoxizitätstest wird die DNA-Fragmentierung bewertet.
Zellen wurden mit [3H] Thymidin bis zu einer Endkonzentration
von 2,5-5 µCi/ml für 4-6 h markiert. Die Zellen wurden
pelletiert, einmal mit Kulturmedium gewaschen und auf 104
Zellen/Vertiefung einer 96-Lochplatte eingestellt. Nach Zugabe
von Effektor-Zellen (NK Zellen enthaltende periphere
Blutzellen "PBL-Zellen") in verschiedenen Verdünnungen wurde
die 96.Lochplatte in einer befeuchteten Atmosphäre mit 7,5%
CO2 für 4 h inkubiert. Die Zellen und das Medium wurden auf
Fiberglas-Filter gesaugt. Nach Waschen und Trocknen der Filter
wurden sie in Plastik-Tüten überführt, die eine
Szintillationsflüssigkeit enthielten und unter Verwendung
eines Flüssig-Szintillations-Zählers (LKB) gezählt. Die
gemessene Radioaktivität bezieht sich auf intakte DNA, da DNA
aus toten Zellen in kleine Fragmente abgebaut ist, die nicht
von den Filtern festgehalten werden. Zur Bestimmung der
Cytotoxizität, d. h. der Abtötung von Zellen, wurde die
Standardformel für den JAM-Test verwendet: % spezifische
Abtötung = (S-E)/S 100, wobei E = experimentell erhaltene DNA
in Gegenwart von Effektor-Zellen (in cpm) und S = erhaltene
DNA in Abweseneheit von Effektor-Zellen (spontan).
Es zeigte sich, daß ein erfindungsgemäßes FV-Antikörper-
Konstrukt NK-Zellen aktivieren kann, CD30+ L540CY Morbus
Hodgkin-Zellen zu lysieren, wobei die Lyse stärker ist als bei
Verwendung von bimAbHRS-3/A9.
CD30+ L540CY Hodgkin's Lymphome wurden in SCID Mäusen, wie in
Hombach, A. et al., Int. J. Cancer 55, (1993), 830; Renner, C.
et al., J. Hematotherapy 4, (1995), 447 beschrieben,
etabliert. Hierzu wurden 1,5 × 107 Tumorzellen in 200 µl PBS
subcutan in die rechte Flanke der Mäuse injiziert. Die Tumor-
Entwicklung, d. h. der Tumor-Durchmesser, wurde zweimal pro
Woche bestimmt. Mäuse mit Tumoren von 4-6 mm im Durchmesser
wurden in verschiedene Gruppen eingeteilt und erhielten ein
erfindungsgemäßes FV-Antikörper-Konstrukt in 200 µl PBS zusammen
mit NK-Zellen enthaltenden peripheren Blutlymphozyten (PBL-
Zellen). Das Tumorvolumen und seine Entwicklung wurden
bestimmt (vgl. Legende zu Fig. 4).
Es zeigte sich, daß ein erfindungsgemäßes FV-Antikörper-
Konstrukt nicht nur in vitro sondern auch in vivo NK-Zellen
aktivieren kann, CD30+ L540CY Morbus Hodgkin-Zellen zu
lysieren.
Claims (14)
1. FV-Antikörper-Konstrukt mit Bindungsstellen für einen
CD16-Rezeptor und ein CD30-Oberflächenprotein.
2. FV-Antikörper-Konstrukt nach Anspruch 1, wobei der CD16-
Rezeptor von NK-Zellen stammt.
3. FV-Antikörper-Konstrukt nach Anspruch 1 oder 2, wobei das
CD30-Oberflächenprotein von Morbus Hodgkin- oder Reed-
Sternberg-Zellen stammt.
4. FV-Antikörper-Konstrukt nach einem der Ansprüche 1-3,
wobei jeweils eine Bindungsstelle vorliegt.
5. FV-Antikörper-Konstrukt nach Anspruch 4, kodiert durch
den Expressionsvektor pKID16-30 (DSM 12960).
6. FV-Antikörper-Konstrukt nach einem der Ansprüche 1-3,
wobei jeweils zwei Bindungsstellen vorliegen.
7. Expressionsvektor, kodierend für das FV-Antikörper-
Konstrukt nach einem der Ansprüche 1-6.
8. Expressionsvektor nach Anspruch 7, nämlich pKID16-30 (DSM
12 960).
9. Transformante, enthaltend den Expressionsvektor nach
Anspruch 7 oder 8.
10. Verfahren zur Herstellung des FV-Antikörper-Konstruktes
nach einem der Ansprüche 1-6, umfassend die Kultivierung
der Transformante nach Anspruch 9 unter geeigneten
Bedingungen.
11. Kit, umfassend:
- a) ein erfindungsgemäßes FV-Antikörper-Konstrukt,
- a) einen erfindungsgemäßen Expressionsvektor, sowie
- b) übliche Hilfsstoffe, wie Puffer, Lösungsmittel, Träger, Kontrollen und Marker,
12. Verwendung des FV-Antikörper-Konstruktes nach einem der
Ansprüche 1-6 zur Lyse von CD30-Oberflächenproteinen
exprimierenden Zellen.
13. Verwendung nach Anspruch 12, wobei die Zellen Tumorzellen
sind.
14. Verwendung nach Anspruch 13, wobei die Tumorzellen Morbus
Hodgkin- oder Reed-Sternberg-Zellen sind.
Priority Applications (7)
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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