DE19937825A1 - Verfahren zur Reduktion von Keto-Carbonsäuren und deren Estern - Google Patents
Verfahren zur Reduktion von Keto-Carbonsäuren und deren EsternInfo
- Publication number
- DE19937825A1 DE19937825A1 DE19937825A DE19937825A DE19937825A1 DE 19937825 A1 DE19937825 A1 DE 19937825A1 DE 19937825 A DE19937825 A DE 19937825A DE 19937825 A DE19937825 A DE 19937825A DE 19937825 A1 DE19937825 A1 DE 19937825A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- formula
- compounds
- group
- cycloalkyl
- aryl
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Granted
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12P—FERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
- C12P7/00—Preparation of oxygen-containing organic compounds
- C12P7/62—Carboxylic acid esters
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12P—FERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
- C12P17/00—Preparation of heterocyclic carbon compounds with only O, N, S, Se or Te as ring hetero atoms
- C12P17/02—Oxygen as only ring hetero atoms
- C12P17/04—Oxygen as only ring hetero atoms containing a five-membered hetero ring, e.g. griseofulvin, vitamin C
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12P—FERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
- C12P41/00—Processes using enzymes or microorganisms to separate optical isomers from a racemic mixture
- C12P41/002—Processes using enzymes or microorganisms to separate optical isomers from a racemic mixture by oxidation/reduction reactions
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Zoology (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Wood Science & Technology (AREA)
- Biotechnology (AREA)
- Microbiology (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- Bioinformatics & Cheminformatics (AREA)
- General Engineering & Computer Science (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Genetics & Genomics (AREA)
- Analytical Chemistry (AREA)
- Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)
Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduktion von Diketocarbonsäuren oder Hydroxyketocarbonsäuren oder deren Estern, bei dem in Gegenwart von Lactobacillus-Arten wenigstens eine Ketogruppe zu einer Hydroxygruppe umgesetzt wird.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduktion von
Diketocarbonsäuren oder Hydroxyketocarbonsäuren oder deren Estern zu
Hydroxyverbindungen.
Optisch aktive Hydroxyverbindungen sind wertvolle chirale Bausteine. So sind
chirale Diole wichtige Grundstoffe für eine Vielzahl von Wirkstoffen in der
Pharmazie und im Pflanzenschutz sowie für Katalysatoren.
Zur Herstellung von chiralen Verbindungen können biotechnologische Verfahren
angewendet werden, die entweder unter Verwendung ganzer Mikroorganismen-
Zellen oder mittels isolierter Enzyme arbeiten.
Geeignete Enzyme zur Synthese von Alkoholen sind u. a. Oxidoreduktasen, die in
der EP 91107067.0 (gewonnen aus Lactobacillus kefir), der EP 0796914 A2 und der
PCT/DE 99/00848 (aus Lactobacillus brevis) beschrieben sind. Die Synthesen
erfordern allerdings die Zugänglichkeit zu den geeigneten Enzymen, den Zusatz
eines löslichen Coenzyms (NADH, NADPH) und ein Coenzym-
Regenerierungssystem. Ebenso wird in der WO 97/00968 der Einsatz von
Reduktasen für die Reduktion von Ketogruppen beschrieben.
Ferner wird in der US-PS 5,342,767 ein Verfahren beschrieben, bei dem unter
Einsatz von Alkohol-Dehydrogenase aus Lactobacillus kefir eine Reduktion
durchgeführt wird.
In der DE 196 10 984.1 wird ebenfalls ein Verfahren beschrieben, bei dem eine
Alkohol-Dehydrogenase zum Einsatz kommt. Neben den gereinigten Enzymen
können auch ganze Zellen verwendet werden. Gegenstand dieser Erfindung ist
jedoch nicht die Umsetzung von Verbindungen mit zwei oder mehr Ketogruppen.
Ebenso betrifft das Verfahren nicht die Umsetzung von Keto-Carbonsäuren und
deren Estern.
Mikroorganismen stellen eine kostengünstige Alternative zu Enzymen dar.
Allerdings ergeben diese Verfahren häufig niedrige Ausbeuten (F. Aragazzini et al.,
Appl. Microbiol. Biotechnol. (1986) 24, 175-177). Außerdem treten häufig
ausbeutemindernde Nebenreaktionen auf und die Produkte besitzen nicht immer
eine ausreichende Enantiomerenreinheit. Die Produktausbeute und -qualität
hängen stark vom verwendeten Stamm und den Anzuchtbedingungen ab.
Aus der europäischen Patentanmeldung 0569 998 A2 ist schließlich ein Verfahren
bekannt, bei dem verschiedene Mikroorganismen zur Reduktion von Ethergruppen
enthaltenden Diketoestern eingesetzt werden. Zu den nach der Beschreibung
dieser Erfindung einsetzbaren Mikroorganismen zählen zahlreiche Hefen und
Bakterien, jedoch nicht Lactobacillus-Arten.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demgemäß ein Verfahren zur
Reduktion von Diketo- oder Hydroxyketocarbonsäuren oder deren Estern, das die
geschilderten Nachteile nicht mehr aufweist. Unter Hydroxygruppen sind hier auch
mit Schutzgruppen maskierte Hydroxygruppen zu verstehen.
Die Erfindung ist gekennzeichnet durch ein Verfahren zur Reduktion von
Diketocarbonsäuren oder Hydroxyketocarbonsäuren oder deren Estern bei dem in
Gegenwart von Lactobacillus-Arten wenigstens eine Ketogruppe zu einer
Hydroxygruppe umgesetzt wird. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
wird eine Reduktion zu Diolen durchgeführt.
Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung beinhaltet insbesondere die
katalytische Reduktion der prochiralen 3,5-Dioxocarbonsäurenderivate gemäß
Formel 1:
A, B = C = O, CHOΣ, mit Σ = H oder Schutzgruppe für die Hydroxyfunktion, wobei A
und B gleich oder verschieden sein können.
R1, R2 = H oder eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert oder vollständig durch Heteroatome ersetzt sein können.
R3 = H, Metallkationen oder eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert sein können.
Y = eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert sein können. Ausgeschlossen wird X-CH2-O-CH2-, wobei X = Alkyl, Aryl, Cycloalkyl, Aralkyl oder Cycloalkylalkyl sein kann. Unter den Halogenen sind Fluor und Chlor besonders bevorzugt.
n = 0-10.
R1, R2 = H oder eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert oder vollständig durch Heteroatome ersetzt sein können.
R3 = H, Metallkationen oder eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert sein können.
Y = eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert sein können. Ausgeschlossen wird X-CH2-O-CH2-, wobei X = Alkyl, Aryl, Cycloalkyl, Aralkyl oder Cycloalkylalkyl sein kann. Unter den Halogenen sind Fluor und Chlor besonders bevorzugt.
n = 0-10.
Unter Alkyl sind sowohl geradkettige als auch verzweigte gesättigte Kohlenstoff-
Ketten zu verstehen. Beispielhaft können Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, t-Butyl,
Pentyl, i-Pentyl, n-Hexyl, i-Hexyl genannt werden.
Mit Alkenyl sind geradkettige und verzweigte ungesättigte Kohlenwasserstoffe
bezeichnet, für die beispielhaft Vinyl, 1-Propenyl, Allyl, Butenyl, i-Butenyl genannt
werden können.
Mit Alkinyl sind geradkettige und verzweigte ungesättigte Kohlenwasserstoffe
bezeichnet, die wenigstens eine -C∼C-Bindung enthalten, wie beispielsweise
Ethinyl oder Propinyl.
Von dem Begriff Cycloalkyl werden gesättigte, ringförmige Kohlenwasserstoffketten
umfaßt, die aus drei, vier, fünf, sechs oder sieben Kohlenwasserstoffatomen
bestehen.
Cycloalkenyl bezeichnet ungesättigte, ringförmige Kohlenwasserstoffe, mit fünf,
sechs, sieben oder acht Kohlenstoffatomen. Unter Aryl sind aromatische Systeme,
eingeschlossen Heteroaromaten und substituierte aromatische Systeme, wie z. B.
Phenyl, p-Methylphenyl oder Furanyl zu verstehen.
Unter Aralkyl sind Arylreste zu verstehen, die über Alkylgruppen angebunden sind,
z. B. ein Benzylrest.
Unter den Begriff Cycloalkylalkyl fallen Cycloalkylreste, die über Alkylgruppen
gebunden sind.
Ebenso sind Reaktionen der Verbindungen gemäß der Formeln 2, 3 und 4 möglich.
Hierbei haben R1, R2, R3 und Y dieselbe Bedeutung wie in Formel 1.
Σ = H oder Schutzgruppen für die Hydroxyfunktionen.
Σ = H oder Schutzgruppen für die Hydroxyfunktionen.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können demgemäß insbesondere 3,5-
Dihydroxycarbonsäurederivate der im folgenden dargestellten Formel 5 erzeugt
werden:
Hierbei haben R1, R2, R3 und Y dieselbe Bedeutung wie in Formel 1.
Σ = H oder Schutzgruppe für die Hydroxyfunktion.
Σ = H oder Schutzgruppe für die Hydroxyfunktion.
Insbesondere können mit den erfindungsgemäßen Verfahren, im Gegensatz zum
Stand der Technik, Verbindungen gemäß den Formeln 3 und 4 als Substrate
umgesetzt werden.
Je nach Konfiguration an den Stereozentren C-3 und C-5 können die
erfindungsgemäß hergestellten 3,5-Dihydroxycarbonsäurederivate der Formel 5
zielgerichtet bei der Synthese chiraler Naturstoffe, Pharma- und Agrowirkstoffe,
Katalysatoren und Hemmstoffen eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind HMG-
CoA-Reduktase-Inhibitoren des Mevinsäure-Typs und Lipase-Hemmer des
Lipstatin-Typs.
Andere Natur- oder Wirkstoffe verlangen andere Konfigurationen der stereogenen
Zentren in Position C-3 und C-5. Auch dies ist mit der vorliegenden Erfindung
möglich.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht bei der Reduktion von 3,5-
Dioxocarbonsäurederivaten die regioselektive Einführung einer Hydroxygruppe in
Position C-3 oder C-5 oder C-3 und C-5, wobei ein Produkt mit r-Konfiguration
erhalten wird. Zu dem Begriff r-Konfiguration sei beispielhaft an Formel 3 folgendes
ausgeführt:
In der Formel 3 tritt die OΣ-Gruppe in 5-Position aus der Papierebene hervor, während Y und die Kohlenstoffatome des Kohlenstoffgrundgerüstes in der Papierebene liegen:
In der Formel 3 tritt die OΣ-Gruppe in 5-Position aus der Papierebene hervor, während Y und die Kohlenstoffatome des Kohlenstoffgrundgerüstes in der Papierebene liegen:
Diese Konfiguration wird im folgenden unabhängig von Y als r-Konfiguration
bezeichnet.
Ferner ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren bei der Reduktion von 3,5-
Dioxocarbonsäurederivaten der Formel 2 eine gezielte Festlegung der
Stereozentren in den Position C-2 und C-4. Dies gilt insbesondere für den Fall, daß
R1 und R2 von H verschieden sind und R1 beispielsweise eine Methylgruppe
darstellt. Sowohl die Enantiomerenreinheit als auch die Diastereomerenreinheit
sind hierbei sehr hoch (< 95%).
Erfindungsgemäß können mit dem Reduktionsverfahren auch Gemische hergestellt
werden, die Verbindungen mit unterschiedlichen Hydroxygruppen-Gehalten
aufweisen. Beispiele hierfür sind Gemische, die aus Verbindungen der Formeln 3, 4
und 5 bestehen, wobei R1; R2 = H; Y = -CH3 oder -CH2Cl und R3 = C(CH3)3.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird mit Lactobacillus-Arten durchgeführt. In
Betracht kommen grundsätzlich alle Lactobacillus-Arten. Besonders bevorzugt ist
jedoch die Verwendung von Lactobacillus kefir und Lactobacillus brevis.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann unter üblichen Fermentationsbedingungen
und in den üblichen Reaktoren durchgeführt werden.
Als Cosubstrat kann ein leicht metabolisierbares Kohlenstoff-haltiges Substrat, z. B.
Glukose verwendet werden. Dadurch werden die bei der Umsetzung verbrauchten
Reduktionsäquivalente nachgeliefert.
Die Reaktionen werden erfindungsgemäß bei Temperaturen von 10 bis 50°C,
bevorzugt von 15 bis 40°C durchgeführt.
Der pH-Wert liegt bei 2 bis 10, bevorzugt zwischen 4 und 8. Zur Sicherstellung
eines geeigneten pH-Wertes kann jede in der Fermentationstechnik übliche
Puffersubstanz eingesetzt werden. Dies sind z. B. Triethanolamin, Phosphat-Puffer,
Phosphat-Citrat-Puffer, 2-Amino-2-(hydroxymethyl)-1,3-propandiol-Puffer, 2-[N-
Morpholino]ethansulfonsäure-Puffer (MES) oder Tris-Puffer. Die
Konzentrationsbereiche für die Puffer liegen vorteilhafterweise zwischen 50 und
500 mmol/l.
Als Reaktoren können ebenfalls alle bekannten Reaktortypen Verwendung finden.
So können sowohl herkömmliche Rührreaktoren als auch Festbettreaktoren
eingesetzt werden.
Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens entfallen vor allem
kostenintensive und umweltbelastende Racemat-, oder Diastereomeren
trennungen. Die in einer diastereoselektiven Synthese erforderliche Anbindung und
Abspaltung einer stöchiometrischen Menge einer homochiralen Hilfsgruppe wird
vermieden. Weiterhin ist das Kohlenstoffgerüst der Dihydroxycarbonsäureester in
den Ausgangsverbindungen bereits komplett, das heißt, die Stereozentren werden
erst zu einem späteren Zeitpunkt in die Gesamtsynthesesequenz eingeführt.
Dadurch wird der Verlust an homochiralem Material niedrig gehalten. Gleichzeitig
werden mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sehr hohe Stereoselektivitäten
erzielt. Durch die Verwendung ganzer Zellen entfällt außerdem die Notwendigkeit,
zusätzlich kostenintensive Coenzyme und Coenzym-Regenerierungssysteme in die
Reaktionen einzusetzen.
Die erfindungsgemäß hergestellten Verbindungen gemäß den Formeln 1 bis 5
können insbesondere zur Herstellung von chiralen Naturstoffen, Pharma- und
Agrowirkstoffen, Katalysatoren und Hemmstoffen eingesetzt werden. Beispiele
hierfür sind HMG-CoA-Reduktase Inhibitoren des Mevinsäure-Typs und Lipase-
Hemmer des Lipstatin-Typs.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen näher beschrieben:
Zellen für die Reduktion können erhalten werden, indem eine Stammkultur von
Lactobacillus kefir (z. B. DSM 20587) in folgendem Medium vermehrt wird:
Pro 1 L: 10 g Caseinpepton, tryptisch verdaut; 10 g Fleischextrakt; 5 g Hefeextrakt, 20 g Glucose; 1 g Tween 80; 2 g K2HPO4; 5 g Na-acetat; 2 g Diammoniumcitrat; 0,2 g MgSO4 × 7 H2O; 0,05 g MnSO4 × H2O; pH = 6,2-6,5. Nach 24 Std. Wachstum werden die Zellen durch Zentrifugation geerntet. Sie können durch Einfrieren gelagert werden.
Pro 1 L: 10 g Caseinpepton, tryptisch verdaut; 10 g Fleischextrakt; 5 g Hefeextrakt, 20 g Glucose; 1 g Tween 80; 2 g K2HPO4; 5 g Na-acetat; 2 g Diammoniumcitrat; 0,2 g MgSO4 × 7 H2O; 0,05 g MnSO4 × H2O; pH = 6,2-6,5. Nach 24 Std. Wachstum werden die Zellen durch Zentrifugation geerntet. Sie können durch Einfrieren gelagert werden.
Die im folgenden beschriebene Ganzzelltransformationen wird bei Raumtemperatur
mit Zellen von Lactobacillus kefir durchgeführt, die wie unter Beispiel 1 beschrieben
erhalten werden. Diketoverbindung I wird dargestellt wie beschrieben in M.
Wolberg, W. Hummel, M. Müller, Ger. Pat. Appl. 19847302.2, 1998.
In einem 50 ml Becherglas werden 0.61 g Feuchtzellmasse in 0.5 ml Phosphat-
Citrat-Puffer (250 mM, pH 5.5) unter Rühren suspendiert. Von dieser
Zellsuspendion werden 0.9 ml mit 1 ml Glucose-Lösung (5 M, autoklaviert), 8 ml
Phosphat-Citrat-Puffer (250 mM, pH 5.5) und 50 µl 6-Chlor-3,5-dioxo-hexansäure-
tert.-Butylester (I) versetzt. Das Reaktionsgemisch wird mit einem Magnetrührer
gerührt.
Nach 1 h, 2 h, 6.5 h und 10.5 h werden Proben gezogen. Dazu gibt man 40 µl der
Reaktionslösung zu 200 µl Essigsäureethylester, schüttelt aus und analysiert die
organische Phase gaschromatographisch, wobei ein Quadrupol-
Massenspektrometer mit Elektronenstoßionisation (70 eV) als Detektor zum Einsatz
kommt (GC-MS-Kopplung).
GC-Kapillarsäule: HP-5MS (5% Phenyl-Methyl-Siloxan; 30.0 m × 250 µm × 0.25 µm nominal)
Temperaturprogramm: 1 min 60°C, dann auf 280°C (15°C/min)
Gasfluß: 1.0 ml/min Helium
Injektion: split 50 : 1
GC-Kapillarsäule: HP-5MS (5% Phenyl-Methyl-Siloxan; 30.0 m × 250 µm × 0.25 µm nominal)
Temperaturprogramm: 1 min 60°C, dann auf 280°C (15°C/min)
Gasfluß: 1.0 ml/min Helium
Injektion: split 50 : 1
I: 8.21 min
(S)-II: 8.10 und 8.84 min (s. u.)
(R)-III: 9.06 min
(3R,5S)-IV: 9.26 min
(S)-II: 8.10 und 8.84 min (s. u.)
(R)-III: 9.06 min
(3R,5S)-IV: 9.26 min
Die Diketoverbindung I wird als Furanon nachgewiesen, ebenso der
Hydroxyketoester (R)-III (HCl-Abspaltung im Injektor, siehe auch Formelschema
IV). Der Hydroxyketoester (S)-II erzeugt durch partielle thermische Lactonbildung
im GC-Injektor zwei Signale.
Anhand der Chromatogramme kann der Verlauf der mikrobiellen Reduktion verfolgt
werden: In den ersten beiden Proben lassen sich wachsende Anteile der
Hydroxyketone (S)-II und (R)-III erkennen, während in den zu späteren Zeitpunkten
entnommenen Proben das Signal für die Dihydroxyverbindung (3R,5S)-IV an
Intensität gewinnt. Da gleichzeitig die Signale für die Hydroxyketone (S)-II und (R)-III
wieder an Intensität verlieren, kann davon ausgegangen werden, daß die
Dihydroxyverbindung (3R,5S)-IV durch mikrobielle Reduktion der intermediär
auftretenden Hydroxyketone (S)-II und (R)-III gebildet wird.
Nach 12.5 h wird die Reaktion durch Abzentrifugieren der Zellen abgebrochen. Die
Zellpellets und der Zentrifugationsüberstand werden getrennt voneinander je
zweimal mit Essigsäureethylester extrahiert. Nach Trocknen der vereinigten
organischen Phasen mit Natriumsulfat und Einengen am Rotationsverdampfer
werden 44 mg Rohprodukt erhalten.
Für eine zerfallsfreie gaschromatographische Analyse (GC-MS, Methode s. o.)
werden in einem 1.5 ml GC-Glasvial 1.5 mg des Rohproduktes der mikrobiellen
Reduktion in 0.5 ml Dichlormethan aufgenommen und mit 10 µl
Trifluoressigsäureanhydrid (TFAA) und 10 µl Pyridin versetzt. Anschließend wird
das Glasvial mit einem Septum verschlossen und 30 min bei 40°C aufbewahrt
(Wasserbad).
Die nachfolgende GC-MS-Analyse ergibt vier Hauptsignale, die anhand der
zugehörigen Massenspektren den Derivatisierungsprodukten (3R,5S)-V, (S)-VI, (S)-VII,
und VIII zugeordnet werden können (Formelschema II).
Derivat (3R,5S)-V wird aus dem mikrobiellen Reduktionsprodukt (3R,5S)-IV
gebildet, während das Hydroxyketon (S)-II zu den zwei stereoisomeren
Bisacylierungsprodukten (S)-VI und (S)-VII reagiert. Das cyclische Derivat VIII
bildet sich aus dem Furanon IX, dessen Formierung aus der Diketoverbindung I
während der mikrobiellen Reaktion bekannt ist (Nebenprodukt durch
intramolekulare Alkylierung, siehe M. Wolberg, W. Hummel, M. Müller, Ger. Pat.
Appl. 19857302.2, 1998). Ein Derivat des Hydroxyketoesters (R)-III kann im
Rohprodukt nicht gefunden werden. Diese intermediär auftretende Verbindung wird
bei der hier gewählten Reaktionsführung (Abbruch der Reaktion nach 12.5 h)
komplett zur Dihydroxyverbindung (3R,5S)-IV umgesetzt.
Die Integration der vier Hauptsignale im Gaschromatogramm ergibt folgende
relative Intensitäten ((S)-VI und (S)-VII zusammengefaßt, Retentionszeiten in
Klammern):
(3R,5S)-V: 34% (8.14 mm)
(S)-VI/(S)-VII: 61% (8.30/7.84 min)
VIII: 5% (6.85 min)
(3R,5S)-V: 34% (8.14 mm)
(S)-VI/(S)-VII: 61% (8.30/7.84 min)
VIII: 5% (6.85 min)
Bei der hier beschriebenen Reaktionsführung der mikrobiellen Reduktion erhält
man somit ein Rohprodukt, das hauptsächlich aus dem Hydroxyketon (S)-II besteht.
Dieses Ergebnis wird durch NMR-Spektroskopie bestätigt (s. u.).
Es ist zweifellos möglich durch Variationen der Reaktionsführung die
Zusammensetzung des Rohproduktes zu beeinflussen.
Die soeben beschriebene Derivatisierung und GC-MS-Analyse wurde mit dem
racemischen Hydroxyketoester rac-II und dem Diastereomerengemisch der
Dihydroxyverbindungen syn-/anti-IV, welche durch eine unabhängige Synthese
erhalten wurden (Formelschema III), überprüft.
Die Retentionszeiten und Massenspektren dieser racemischen Proben stimmen mit
den Retentionszeiten und Massenspektren der Produkte der mikrobiellen
Reduktion überein. Gleiches gilt für die jeweiligen TFA-Derivate (Formelschema II):
Das Furanon IX wurde ebenfalls in einer unabhängigen Synthese dargestellt
(Formelschema IV).
Auch hier stimmen die Retentionszeiten und Massenspektren mit den analogen
Signalen in den Spektren des Rohproduktes der mikrobiellen Reduktion überein.
Die Diastereomere syn-IV und anti-IV werden mit der verwendeten
gaschromatographischen Methode nicht getrennt. Eine Grundlinientrennung kann
allerdings nach Derivatisierung mit TFAA/Pyridin erreicht werden (Formelschema
V).
Das polarere Isomer anti-V weist gegenüber dem syn-Isomer eine längere
Retentionszeit auf. Beide Signale zeigen identische Massenspektren.
Angewendet auf das Rohprodukt der mikrobiellen Reduktion ergibt diese Methode
für die Diastereomere syn-V und anti-V ein Verhältnis von 135 : 1. Die mikrobielle
Reduktion liefert somit das syn-Isomer in sehr hohem Überschuß. Dieses Ergebnis
wird durch NMR-Spektroskopie bestätigt (s. u.). Für die TFA-Derivate der Produkte
der nahezu unselektiven NaBH4-Reduktion (Formelschema III) ergibt die Integration
der GC-Signale ein Verhältnis von 1.4 : 1.0.
Die NMR-Spektren des Rohprodukts der mikrobiellen Reduktion bestätigen die
Ergebnisse der GC-MS-Analysen. Das 1H-NMR-Spektrum zeigt eine Überlagerung
der einzelnen Spektren der Verbindungen (S)-II, (3R,5S)-IV- und IX, wobei die
Signale des Hydroxyketons (S)-II eindeutig dominieren, während die Signale des
Furanons IX nur schwach zu sehen sind.
H-NMR (300 MHz, CDCl3
, 22°C, es werden nur die Signale der Ketoform
angegeben) δ: 4.31 (m, 1H, CH
OH), 3.6 (m, Feinstruktur nicht erkennbar durch
Überlagerung mit Multiplett von Verbindung (3R,5S)-IV; 2 × H6), 3.41 (s, 2H, H2),
2.90 (dd, J = 17.5, 5.0 Hz, 1H, H4), 2.83 (dd, J = 17.5, 7.3 Hz, 1H, H4), 1.46 (s, 3 ×
CH 3
, Überlagerung mit analogem Signal der Verbindungen (3R,5S)-IV und IX).
Keto: Enol = ca. 95 : 5. 13
C-NMR (75.5 MHz, CDCl3
, es werden nur die Signale der
Ketoform angegeben) δ: 28.13 (OC(C
H3
)3
), 46.57, 48.43, (C4, C6), 51.31 (C2),
67.58 (C5), 82.73 (OC
(CH3
)3
), 166.22 (C
OOtBu), 202.93 (C3).
H-NMR (300 MHz, CDCl3
, 22°C) δ: 4.22 (m, 1 H, H5
), 4.05 (m, 1 H, H3
), 3.6 (m,
Feinstruktur nicht erkennbar durch Überlagerung mit Multiplett von Verbindung (S)-II;
2 × H6
), 2.43 (d, J = 6.3 Hz, 2H, H2), 1.70 (m, 2H, H4), 1.46 (s, 3 × CH 3
,
Überlagerung mit analogem Signal der Verbindungen (S)-II und IX). 13
C-NMR (75.5 MHz,
CDCl3
) δ: 28.27 (OC(C
H3
)3
), 39.45, 42.47 (C2, C4), 49.17 (C6), 68.35 (C3),
71.57 (C5), 81.90 (OC
(CH3
)3
), 172.21 (C
OOtBu).
H-NMR (300 MHz, CDCl3
, 22°C) δ: 5.69 (s, 1H, H3), 4.54 (s, 2H, H5), 3.48 (s. 2H,
H6
), 1.47 (s, 3 × CH 3
, Überlagerung mit analogem Signal der Verbindungen (S)-II
und (3R,5S)-IV).
Die angegebenen Verschiebungen beziehen sich auf CHCl3 in CDCl3 (1H-NMR: δ =
7.27; 13C-NMR: δ = 77.23) und stimmen mit den Daten der auf unabhängigem Wege
synthetisierten Vergleichsverbindungen rac-II, syn/anti-IV und IX (Formelschema
III) überein.
Die Signale der Dihydroxyverbindung anti-IV, die sich von denen der
stereoisomeren Verbindung syn-IV unterscheiden, können im 13C-NMR-Spektrum
des Rohproduktes der mikrobiellen Reduktion nicht beobachtet werden. Dies ist ein
weiterer Beweis für den sehr hohen Anteil des syn-Isomers (s. o.).
Dihydroxyverbindung anti-IV (aus unabhängiger Synthese, siehe Formelschema III):
13C-NMR (75.5 MHz, CDCl3) δ: 28.27 (OC(CH3)3), 39.33, 42.22 (C2, C4), 49.60
(C6), 65.46 (C3), 68.94 (C5), 81.87 (OC(H3)3), 172.54 (COOtBu).
Die Zuordnung der Signalsätze im 13C-NMR-Spektrum des Isomerengemisches
syn-/anti-IV zu den Diastereomeren erfolgt anhand der charakteristischen
chemischen Verschiebung der Kohlenstoffatome C-3 und C-5 (Formelschema VI).
Bei der vorliegenden Verbindungsklasse (1,3-Diole) weisen die Signale der
hydroxyltragenden Kohlenstoffatome des syn-Isomers relativ zu den analogen
Signalen des anti-Isomers für gewöhnlich eine Tieffeldverschiebung auf. Vergleiche
hierzu:
- a) F. G. Kathawala et al., Helv. Chim. Acta 1986, 69, 803-805
- b) K.-M. Chen et al., Tetrahedron Lett. 1987, 28, 155-158
- c) C. Bonini et al., Gazz. Chem. Ital. 1991, 121, 75-80
Das 13C-NMR-Spektrum des Rohproduktes belegt demnach, daß in der hier
beschriebenen mikrobiellen Reduktion das syn-Isomer gebildet wird.
Da die Konfiguration des Stereozentrums C-3 relativ zum Stereozentrum C-5
bereits durch die 13C-NMR-Spektroskopie aufgeklärt ist, beschränkt sich die weitere
Analytik auf die Ermittlung der Konfiguration des Stereozentrums C-5. Hierfür wird
das Rohprodukt der mikrobiellen Reduktion in das cyclische Derivat (S)-X überführt
(Formelschema VII).
Das racemische Derivat rac-X (Formelschema VIII), welches mit der gleichen
Methode aus dem Hydroxyketoester rac-II erhalten wird, läßt sich durch HPLC mit
chiraler stationärer Phase trennen.
HPLC-Bedingungen: Chiracel OB (DAISO); 25°C; 1 ml/min i-Hexan/i-Propanol (80 : 20); Detektion bei 210 nm. Retentionszeiten(S)-X: 24.7 min
(R)-X: 21.5 min
HPLC-Bedingungen: Chiracel OB (DAISO); 25°C; 1 ml/min i-Hexan/i-Propanol (80 : 20); Detektion bei 210 nm. Retentionszeiten(S)-X: 24.7 min
(R)-X: 21.5 min
Die Zuordnung der absoluten Konfiguration der getrennten Enantiomere erfolgt
durch Vergleich mit der Retentionszeit einer authentischen Probe des Lactons (S)-X,
das analog zum racemischen Derivat rac-X aus dem Hydroxyketon (S)-II (<99%
ee) hergestellt wird (Formelschema VIII). Das enantiomerenreine Hydroxyketon (S)-II
wird nach einer bekannten Vorschrift erhalten (M. Wolberg, W. Hummel, M.
Müller, Ger. Pat. Appl. 19857302.2, 1998).
Durch Intergration der Signale des Derivats (S)-X, welches aus dem Rohprodukt
der mikrobiellen Reduktion hergestellt wurde (Formelschema VII), berechnet sich
ein Enantiomerenüberschuß von 99.4%.
Claims (12)
1. Verfahren zur Reduktion von Diketocarbonsäuren oder
Hydroxyketocarbonsäuren oder deren Estern, bei dem in Gegenwart von
Lactobacillus-Arten wenigstens eine Ketogruppe zu einer Hydroxygruppe
umgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu Diolen
reduziert wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß zu einem Gemisch aus Diolen und Monoalkoholen reduziert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
Verbindungen der Formel 1
umgesetzt werden, wobei
A, B = C=O, CHOΣ, mit Σ = H oder Schutzgruppe für die Hydroxyfunktion, wobei A und B gleich oder verschieden sein können.
R1, R2 = H oder eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert oder vollständig durch Heteroatome ersetzt sein können.
R3 = H, Metallkationen oder eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert sein können.
Y = eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert sein können. Ausgeschlossen wird X-CH2-O-CH2-, wobei X = Alkyl, Aryl, Cycloalkyl, Aralkyl oder Cycloalkylalkyl sein kann.
n = 0-10.
umgesetzt werden, wobei
A, B = C=O, CHOΣ, mit Σ = H oder Schutzgruppe für die Hydroxyfunktion, wobei A und B gleich oder verschieden sein können.
R1, R2 = H oder eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert oder vollständig durch Heteroatome ersetzt sein können.
R3 = H, Metallkationen oder eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert sein können.
Y = eine Komponente aus der Gruppe Alkyl, Alkenyl, Alkinyl, Cycloalkyl, Cycloalkenyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkylalkyl, wobei die Komponenten auch einfach oder mehrfach mit Heteroatomen, wie z. B. Si, N, P, O, S, F, Cl, Br oder I substituiert sein können. Ausgeschlossen wird X-CH2-O-CH2-, wobei X = Alkyl, Aryl, Cycloalkyl, Aralkyl oder Cycloalkylalkyl sein kann.
n = 0-10.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
Verbindungen der Formel 2
eingesetzt werden, wobei R1, R2, R3 und Y dieselbe Bedeutung wie in Formel 1 haben.
eingesetzt werden, wobei R1, R2, R3 und Y dieselbe Bedeutung wie in Formel 1 haben.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
Verbindungen der Formel 3
oder deren Entantiomere eingesetzt werden, wobei R1, R2, R3 und Y dieselbe Bedeutung wie in Formel 1 haben. Σ = H oder Schutzgruppen für die Hydroxyfunktionen.
oder deren Entantiomere eingesetzt werden, wobei R1, R2, R3 und Y dieselbe Bedeutung wie in Formel 1 haben. Σ = H oder Schutzgruppen für die Hydroxyfunktionen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
Verbindungen der Formel 4
oder deren Enantiomere eingesetzt werden, wobei R1, R2, R3 und Y dieselbe Bedeutung wie in Formel 1 haben. Σ = H oder Schutzgruppen für die Hydroxyfunktionen.
oder deren Enantiomere eingesetzt werden, wobei R1, R2, R3 und Y dieselbe Bedeutung wie in Formel 1 haben. Σ = H oder Schutzgruppen für die Hydroxyfunktionen.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
Lactobacillus kefir oder Lactobacillus brevis oder eine Mischkultur dieser
Mikroorganismen eingesetzt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
es bei einem pH-Wert von 2 bis 10 durchgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
es bei einem pH-Wert von 4 bis 8 durchgeführt wird.
11. Verbindungen enthaltend wenigstens eine Hydroxygruppe hergestellt nach
einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10.
12. Verwendung der Verbindungen nach Anspruch 11 zur Herstellung von
chiralen Naturstoffen, Pharma- und Agrowirkstoffen, Katalysatoren oder
Hemmstoffen.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19937825A DE19937825B4 (de) | 1999-07-09 | 1999-08-11 | Verfahren zur Reduktion von Hydroxyketo-Carbonsäuren und deren Estern |
| EP00953007A EP1194582A1 (de) | 1999-07-09 | 2000-07-05 | Verfahren zur reduktion von keto-carbonsäuren und deren estern |
| PCT/EP2000/006287 WO2001004336A1 (de) | 1999-07-09 | 2000-07-05 | Verfahren zur reduktion von keto-carbonsäuren und deren estern |
| JP2001509540A JP2003504070A (ja) | 1999-07-09 | 2000-07-05 | ケトカルボン酸及びそのエステルの還元のための方法 |
| US10/041,968 US6689591B2 (en) | 1999-07-09 | 2002-01-07 | Method of reducing keto-carboxylic acids and their esters |
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19932038 | 1999-07-09 | ||
| DE19932038.1 | 1999-07-09 | ||
| DE19937825A DE19937825B4 (de) | 1999-07-09 | 1999-08-11 | Verfahren zur Reduktion von Hydroxyketo-Carbonsäuren und deren Estern |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19937825A1 true DE19937825A1 (de) | 2001-01-18 |
| DE19937825B4 DE19937825B4 (de) | 2005-08-11 |
Family
ID=7914208
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19937825A Expired - Fee Related DE19937825B4 (de) | 1999-07-09 | 1999-08-11 | Verfahren zur Reduktion von Hydroxyketo-Carbonsäuren und deren Estern |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19937825B4 (de) |
Family Cites Families (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4014573C1 (de) * | 1990-05-07 | 1991-10-10 | Forschungszentrum Juelich Gmbh, 5170 Juelich, De | |
| US5324662A (en) * | 1992-05-15 | 1994-06-28 | E. R. Squibb & Sons, Inc. | Stereoselective microbial or enzymatic reduction of 3,5-dioxo esters to 3-hydroxy-5-oxo, 3-oxo-5-hydroxy, and 3,5-dihydroxy esters |
| GB9512837D0 (en) * | 1995-06-23 | 1995-08-23 | Zeneca Ltd | reduction of ketone groups |
| US5748190A (en) | 1995-09-05 | 1998-05-05 | Wisevision As | Presentation system for individual personal computers in a personal computer network |
| DE19610984A1 (de) * | 1996-03-21 | 1997-09-25 | Boehringer Mannheim Gmbh | Alkohol-Dehydrogenase und deren Verwendung zur enzymatischen Herstellung chiraler Hydroxyverbindungen |
| DE19857302C2 (de) * | 1998-12-14 | 2000-10-26 | Forschungszentrum Juelich Gmbh | Verfahren zur enantioselektiven Reduktion von 3,5-Dioxocarbonsäuren, deren Salze und Ester |
-
1999
- 1999-08-11 DE DE19937825A patent/DE19937825B4/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19937825B4 (de) | 2005-08-11 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| WO2001004336A1 (de) | Verfahren zur reduktion von keto-carbonsäuren und deren estern | |
| DE19857302C2 (de) | Verfahren zur enantioselektiven Reduktion von 3,5-Dioxocarbonsäuren, deren Salze und Ester | |
| DE3242849C2 (de) | ||
| DE3122499C2 (de) | ||
| EP0812819B1 (de) | Enantiomerenangereicherte , durch einen tertiären Kohlenwasserstoffrest substituierte Malonsäuremonoester sowie deren Herstellung | |
| EP1963516B1 (de) | Verfahren zur enantioselektiven enzymatischen reduktion von hydroxyketoverbindungen | |
| AT393136B (de) | Verfahren zur herstellung von beta-hydroxybuttersaeurederivaten | |
| EP0337920B1 (de) | Verfahren zur hochregioselektiven Veresterung und Esterspaltung an ungesättigten Zuckerverbindungen mit Hilfe von Lipasen und Esterasen und mit diesem Verfahren herstellbare Produkte | |
| DE69908569T2 (de) | Verfahren zur herstellung von fexofenadin | |
| DE19937825B4 (de) | Verfahren zur Reduktion von Hydroxyketo-Carbonsäuren und deren Estern | |
| EP0632130B1 (de) | Enzymatisches Verfahren zur Herstellung aliphatischer S-Cyanhydrine | |
| EP1067195B1 (de) | Verfahren zur Reduktion von Ketogruppen enthaltende Verbindungen | |
| DE69401755T2 (de) | Verfahren zur herstellung von 4-hydroxy-zimtalkoholen | |
| DE69931574T2 (de) | Stereoselektive mikrobielle Reduktion eines razemischen Tetralons | |
| EP1412346B1 (de) | Verfahren zum herstellen von neuen spinosyn-derivaten | |
| DE3878264T2 (de) | Monoacetylierung von diolen mit einem biokatalysator aus corynebakteriumoxidans. | |
| EP1373245B1 (de) | Zwischenverbindungen zur herstellung von spinosynen | |
| CH640269A5 (de) | Verfahren zur herstellung des antibiotikums c-15003 p-4. | |
| EP1786913B1 (de) | Verfahren zur herstellung von diarylcycloalkylderivaten | |
| EP0503419B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von MA | |
| EP1048737B1 (de) | Stereoselektive Synthese von 2-Hydroxyketonen | |
| WO2006024502A2 (de) | Verfahren zur herstellung mehrfach methylverzweigter omega-1, omega-2 oder omega-3 alkohole oder ketone unter verwendung des bacillus megaterium hydroxylase-systems | |
| EP0272605A2 (de) | Verfahren zur Herstellung von optisch aktiven 2-Hydroxybuttersäurederivaten | |
| DE3527336A1 (de) | Verfahren zur mikrobiellen hydroxylierung von forskolin und seinen derivaten durch neurospora crassa | |
| DE102004037700A1 (de) | Verfahren zur enantioselektiven Öffnung von Oxetan-2-onen |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20110301 |